Geländeranordnung für ein Schienenfahrzeug
Die Erfindung betrifft eine Geländeranordnung für ein Schienenfahrzeug, insbesondere für ein Schienenfahrzeug mit einem Endführerstand. Die Erfindung umfasst darüber hinaus ein Schienenfahrzeug mit einer solchen Geländeranordnung sowie ein Verfahren zur Handhabung einer solchen Geländeranordnung. Insbesondere umfasst die Erfindung eine zwei-Positionen Handstangen-Tritt Kombination.
Das Platzangebot an den Ecken des Bugbereichs (oder je nach Verwendung „der Bugbereiche") eines Schienenfahrzeugs mit Endführerstand ist durch diverse Anbauten, z.B. Betätigungen für Kupplungen oder Crashelemente oder die Kontur der Bug- Nase, so eingeschränkt, dass eine für Schienenfahrzeuge mit Mittelführerstand übliche Anordnung von Tritten und Griffstangen für Rangierzwecke entsprechend einer gängigen Norm (z.B. EN16116-1 oder -2) sowie daraus resultierende freizuhaltende Räume für Griffstangen und Rangierertritte aus Platzmangel nicht oder nur schwer realisierbar sind.
Dies trifft insbesondere auf Griffstangen und Tritte für Rangierzwecke in Verbindung mit einem Zugang zur oberen Trittebene bei Schienenfahrzeugen mit Endführerstand zu, die für Wartungszwecke z.B. eine Frontscheibenreinigung benutzt werden .
Dieses Problem ist speziell bei Schienenfahrzeugen mit Endführerstand für Rangierzwecke bisher noch nicht aufgetreten, da für Rangierzwecke (mit Rangierertritt nach EN16116-1) bisher nur Schienenfahrzeuge mit Mittelführerständen verwendet worden sind.
Bei bestimmten Typen von Güterwagen ( z . B . Flachwagen) werden teilweise wegklappbare Handstangen verwendet , die im eingeklappten Zustand den Raum für die Ladung nicht einschränken und im ausgeklappten Zustand eine Gri f fmöglichkeit für den Rangierer gewährleisten . Dieses Prinzip ist j edoch für ein Schienenfahrzeug mit Endführerstand nicht anwendbar .
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Geländeranordnung sowie ein Verfahren zur Handhabung einer solchen Geländeranordnung anzugeben, mit der die oben beschriebenen Nachteile vermieden werden und insbesondere ein sicherer Halt gewährleistet wird .
Diese Aufgabe wird durch eine Geländeranordnung nach Patentanspruch 1 , ein Schienenfahrzeug gemäß Patentanspruch 6 sowie ein Verfahren nach Patentanspruch 15 gelöst .
Eine erfindungsgemäße Geländeranordnung für ein Schienenfahrzeug, insbesondere eine Endführerstandlok, umfasst ein Geländerelement und ein Halteelement , in dem das Geländerelement um eine Drehachse drehbar angeordnet ( gelagert ) ist . Das Halteelement ist dabei so ausgestaltet , dass es dermaßen außen im Bugbereich eines Schienenfahrzeugs angebracht oder bestimmungsgemäß anbringbar ist , dass die Drehachse vertikal ausgerichtet ist .
Eine Geländeranordnung kann j e nach der vorgesehenen Position an einem Schienenfahrzeug auch als „Gri f fstangenanordnung" oder „Trittstangenanordnung" bezeichnet werden . Beispielsweise kann eine niedrig angeordnete Geländeranordnung auch als Tritt dienen und eine hoch angeordnete als Gri f f . Eine Geländeranordnung kann aber auch sowohl als Gri f f als auch als Tritt dienen, z . B . als Trittsprosse , wenn die Geländeranordnung als eine Art von Leiter dient .
Ein erfindungsgemäßes Schienenfahrzeug umfasst eine erfindungsgemäße Geländeranordnung, wobei das Halteelement im Außenbereich, insbesondere im Bugbereich, bzw . im Bereich eines Puf fers , so angeordnet ist , dass die Drehachse vertikal ausgerichtet ist .
Die Geländeranordnung ist also drehbar am Schienenfahrzeug angebracht und kann somit in verschiedene Positionen geschwenkt werden . Bevorzugte Positionen sind eine Position für Rangierzwecke ( „Rangierposition" ) und eine Position für Wartungs zwecke ( „Wartungsposition" ) .
In der Rangierposition sollte die Geländeranordnung so stehen, dass sie eine Gri f fmöglichkeit zum Festhalten während des Rangiervorganges , insbesondere bei Benutzung einer Fernbedienung bietet . Es wäre ferner vorteilhaft , wenn bei Vorhandensein eines Rangierertritts im Bugbereich dieser an einer Seite durch ein Geländerelement der Geländeranordnung entsprechend begrenzt wird . Zusätzlich sollte die Geländeranordnung in der Rangierposition den Zutritt auf eine obere Trittebene aus Arbeitsschutzgründen sperren . Ein solcher Zugang ist im Rangierbetrieb nicht notwendig . Die Geländeranordnung sollte in der Rangierposition so ausgerichtet sein, dass sie eine Sicherung nach vorn zum Puf fer hin bietet und zusätzliche Möglichkeit zum Einnehmen der sicheren Rangierposition . Dazu muss sie sich nicht vor dem Rangierertritt ( an der dem Schienenfahrzeug abgewandten Seite ) befinden, sondern besser diej enige Seite begrenzen, die einem Puf fer zugewandt ist (neben dem Rangierertritt ) , da auf diese Weise ein Weg zu einer über dem Puf fer angeordneten oberen Trittebene ef fektiv versperrt werden kann .
Zusätzlich sollte ein Freiraum oberhalb des Rangierertritts nach Norm gewährleistet werden, d . h . der Raum ist nicht durch
Trittstufen auf eine obere Trittebene verbaut . Eine Aus führungs form, die dies erreicht , wird weiter unten beschrieben .
Für Wartungs zwecke sollte die Geländeranordnung aus der Rangierposition in die Wartungsposition gedreht (und ggf . fixiert ) werden können, wodurch der Weg auf den oberen Tritt frei wird . Gleichzeitig sollte durch die Geländeranordnung eine Gri f fmöglichkeit beim Auf- und Absteigen und eine Absturzsicherung nach vorn zum Puf fer hin aus Gründen des Arbeitsschutzes geschaf fen werden . Dazu wird ein Geländerelement bevorzugt so gedreht , dass es sich nun vor dem oberen Tritt ( an der dem Schienenfahrzeug abgewandten Seite ) befindet . Es wäre noch wünschenswert , wenn die Geländeranordnung in der Wartungsposition noch zusätzliche Trittstufen zum sicheren, arbeitsschutzgerechten Erreichen des oberen Trittes in dem Freiraum des Rangierertritts zur Verfügung stellen würde . Eine solche Aus führungs form wird weiter unten beschrieben .
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Handhabung einer erfindungsgemäßen Geländeranordnung an einem erfindungsgemäßen Schienenfahrzeug umfasst die folgenden Schritte . Dabei ist ein ( oder das ) Geländerelement der Geländeranordnung mittels eines Arretierungselements fixierbar . Die Schritte sind :
- Lösen der Fixierung eines Geländerelements , insbesondere Lösen des Geländerelements aus einem weiteren Arretierungselement ,
- Drehen des Geländerelements um die vertikale Drehachse in dem Halteelement in eine andere Position, insbesondere von einer Wartungsposition in eine Rangierposition oder umgekehrt ,
Fixieren des Geländerelements mit dem Arretierungselement .
Das Geländerelement , das eine Handstange oder einen Tritt darstellen kann, kann also in mindestens zwei Positionen gedreht werden, in denen es arretiert werden kann . Die beiden arretierbaren Positionen sollten die Rangierposition und die Wartungsposition sein .
Weitere , besonders vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung, wobei die Ansprüche einer Anspruchskategorie auch analog zu den Ansprüchen und Beschreibungsteilen zu einer anderen Anspruchskategorie weitergebildet sein können und insbesondere auch einzelne Merkmale verschiedener Aus führungsbeispiele bzw . Varianten zu neuen Aus führungsbeispielen bzw . Varianten kombiniert werden können .
Gemäß einer bevorzugten Aus führungs form der Geländeranordnung umfasst das Geländerelement Stangen, die parallel und/oder orthogonal zur Drehachse angeordnet sind . Die Stangen sollten dabei einen Durchmesser größer als 2 cm haben, j edoch kleiner als 10 cm, damit man sie gut umgrei fen kann bzw . damit sie als bequeme Tritte dienen können . Es ist dabei bevorzugt , dass zumindest ein Teil der parallel angeordneten Stangen als Gri f fstangen ausgebildet ist und/oder zumindest ein Teil der orthogonal angeordneten Stangen als Trittstangen ausgebildet ist . Es sollte beachtet werden, dass sich bei der Drehung um die vertikale Drehachse die Ausrichtung der Stangen (parallel bzw . orthogonal ) zu dieser nicht ändert und die Stangen weiterhin als Gri f f bzw . Tritt verwendet werden können oder einfach nur zur Absperrung . Die Stangen sind bevorzugt hohl .
Eine bevorzugte Aus führungs form der Geländeranordnung umfasst mindestens zwei Geländerelemente auf gegenüberliegenden Seiten des Halteelements , bevorzugt eines (bezüglich der Dreh-
achse ) über dem Halteelement und eines unter dem Halteelement . Die Geländerelemente sind dabei bevorzugt durch eine starre Stange miteinander fest verbunden und gemeinsam um die Drehachse drehbar . Alternativ können sie auch unverbunden und unabhängig voneinander um die Drehachse drehbar sein .
Es ist bevorzugt , dass die Geländerelemente bevorzugt um 90 ° zueinander um die Drehachse verdreht oder verdrehbar sind, sie also orthogonal zueinander stehen oder ausrichtbar sind . Damit ist es im verbundenen Fall z . B . möglich, dass ein ( oberes ) Geländerelement einen Rangierertritt zur Seite ( zu einem Puf fer hin) sichert und als Gri f f dient und ein (unteres ) Geländerelement den Rangierertritt nach vorne hin sichert . Die Bezeichnung „zur Seite" meint , dass die Ebene eines Geländerelements vertikal und parallel zur Längsachse des Schienenfahrzeugs ausgerichtet ist und die Bezeichnung „nach vorne" meint , dass die Ebene eines Geländerelements vertikal und orthogonal zur Längsachse des Schienenfahrzeugs ausgerichtet ist .
Gemäß einer bevorzugten Aus führungs form der Geländeranordnung ist mindestens ein Geländerelement arretierbar bzw . fixierbar . Dazu weist es bevorzugt im Bereich der Drehachse oder von der Drehachse entfernt ein Arretierungselement auf . Damit kann das Geländerelement also in bevorzugten Positionen, z . B . der oben erwähnten Rangierposition und/oder der Wartungsposition fixiert werden, womit eine unbeabsichtigte Drehbewegung verhindert wird . Dies dient dem sicheren Halt bzw . der Gewährleistung einer Absicherung . Das Arretierungselement muss dabei nicht zwingend Teil der Geländeranordnung sein . Es genügt , wenn die Geländeranordnung an vorbestimmten Stellen so geformt ist , dass sie in ein Arretierungselement eingreifen kann, bzw . von diesem gehalten werden kann . Beispielsweise kann in einem sehr einfachen Fall ein Geländerelement
unten ein vertikales Rohrende aufweisen, welches in ein Loch in einer Platte am Schienenfahrzeug eingreifen kann.
Gemäß einer bevorzugten Aus führungs form ist die Geländeranordnung eine Stahlrohrkonstruktion oder eine Kunststoffrohrkonstruktion. Dabei können die Rohre hohl oder kompakt sein (also Stangen aus Vollmaterial) . Hohlelemente sind jedoch bevorzugt, da sie bei einer ausreichenden Festigkeit ein geringeres Gewicht aufweisen.
Eine bevorzugte Aus führungs form des Schienenfahrzeugs umfasst einen Endführerstand, wobei die Geländeranordnung im Bereich neben bzw. vor dem Endführerstand angebracht ist, bevorzugt im Bereich von Puffern des Schienenfahrzeugs. Diese Puffer sind dabei bevorzugt so angebracht, dass zwischen Endführerstand und Pufferteller ein Rangiererstand gemäß einer geltenden Norm, z.B. der Norm EN16116-1, angebracht werden kann. Eine bevorzugte Endführerstandlok für den Rangierbetrieb umfasst Puffersysteme, einen Endführerstand und einen Rangierertritt vor dem Endführerstand an der Seite eines ersten Puffersystems. Dabei ist der Rangierertritt so angeordnet, dass bei vollständig elastisch eingedrücktem Puffer die Pufferebene vor dem Rangierertritt liegt. Der Raum über dem Rangierertritt, also der Raum, der durch die vertikale Projektion des Rangierertritts aufgespannt wird, liegt also außerhalb des Freiraums des ersten Puffersystems. Die Geländeranordnung ist an diesem Schienenfahrzeug bevorzugt so angeordnet, dass bei vollständig elastisch eingedrücktem Puffer die Pufferebene vor der Geländeranordnung liegt. Die Geländeranordnung liegt also bevorzugt außerhalb des Freiraums der Puffer des Schienenfahrzeugs.
Gemäß einer bevorzugten Aus führungs form des Schienenfahrzeugs umfasst das (bzw. ein) Geländerelement Stangen, die parallel
und/oder orthogonal zur Drehachse angeordnet sind ( s . o . ) . Es ist dabei bevorzugt , dass zumindest ein Teil der parallel zur Drehachse angeordneten Stangen, die über einem Puf fer des Schienenfahrzeugs angeordnet sind, als Gri f fstangen ausgebildet ist . Es ist genauso bevorzugt , dass zumindest ein Teil der orthogonal zur Drehachse angeordneten Stangen, die unter einem Puf fer des Schienenfahrzeugs angeordnet sind, als Trittstangen ausgebildet ist . Bei einer Person, die auf einem Rangierertritt steht , befindet sich dieser Bereich unter dem Puf fer im Bereich der Beine der Person, so dass dort ein Tritt vorteilhaft ist , wenn die Person auf eine obere Ebene steigen möchte . Ein Geländer oberhalb der Puf fer befindet sich im Bereich der Arme der Person, so dass dort ein Gri f f von Vorteil ist .
Eine bevorzugte Aus führungs form des Schienenfahrzeugs umfasst eine Anzahl von Arretierungselementen, die so ausgestaltet und angeordnet sind, dass sie ein Geländerelement der Geländeranordnung in einer vorbestimmten Position lösbar fixieren können . Die Arretierungselemente müssen sich nicht unbedingt an der Geländeranordnung befinden, sondern können insbesondere an einem Tritt angeordnet sein . In einem einfachen Fall können sie Löcher in einer Trittplatte sein, in die ein Rohrende eines Geländerelements eingebracht werden kann . Bevorzug ist eine Anzahl der Arretierungselemente so angeordnet , dass diese einen von der Drehachse entfernten Teil des Geländerelements fixieren können . Dies vergrößert die Hebelwirkung der Arretierungselemente .
Eine bevorzugte Aus führungs form des Schienenfahrzeugs ist dermaßen mit einer Anzahl von Arretierungselementen ausgestaltet , dass ein ( das ) Geländerelement in zwei unterschiedlichen Positionen fixiert werden kann . Diese Positionen entsprechen bevorzugt einem Drehwinkel von mindestens 70 ° um
die Drehachse , besonders bevorzugt von mindestens 80 ° . Bevorzugte Positionen liegen insbesondere um einen Drehwinkel von 90 ° um die Drehachse verdreht zueinander .
Eine bevorzugte Aus führungs form des Schienenfahrzeugs umfasst zusätzlich einen Tritt ( z . B . für Wartungs- oder Rangierzwecke ) , welche insbesondere im Bereich eines Puf fers des Schienenfahrzeugs angeordnet ist . Unter dem Begri f f " Tritt" wird normgemäß eine Standfläche bezeichnet . Weist ein Tritt ein Geländer oder einer Haltestange auf , kann man diesen auch als " Stand" bezeichnen .
Beispielsweise kann ein Rangierertritt unter dem Puf fer etwas seitlich versetzt angeordnet sein oder ein Wartungstritt auf oder über dem Puf fer bzw . einem Crashelement am Puf fer angeordnet sein . Dieser Tritt sollte an mindestens einer Seite von einem Geländerelement der Geländeranordnung begrenzt sein (und damit insbesondere einen Stand bilden) . Das Schienenfahrzeug umfasst dabei bevorzugt mindestens zwei Tritte im Bereich des Puf fers , z . B . oben erwähnten Rangierertritt und Wartungstritt , welche gemeinsam an mindestens einer ihrer Seiten von mindestens einem Geländerelement der Geländeranordnung begrenzt werden . Für eine solche Anordnung ist die Erfindung besonders vorteilhaft , da die Drehbarkeit der Geländeranordnung nun für wechselnde Zugänge bzw . Sicherheiten sorgen kann . Die Begrenzung durch das Geländerelement ist bevorzugt so , dass es in einer Stellung der Geländeranordnung zwischen den beiden Tritten eine Sperre bildet und insbesondere auf einer vertikal ausgerichteten Ebene liegt , die im Falle der Sperrung bevorzugt parallel zur Längsachse des Schienenfahrzeugs ausgerichtet ist .
Eine bevorzugte Aus führungs form des Schienenfahrzeugs umfasst einen oberen Tritt (Wartungstritt ) oberhalb eines Puf fers des
Schienenfahrzeugs ( z . B . auf oder über dem Puf fer oder einem Crashelement des Puf fers ) und einen unteren Tritt (Rangierertritt ) unterhalb des Puf fers (und etwas seitlich versetzt ) , welche gemeinsam an mindestens einer Seite von mindestens einem ( oberen) Geländerelement der Geländeranordnung begrenzt werden . Dieses Geländerelement reicht bevorzugt mindestens 70 cm, insbesondere mindestens 90 cm oder gar einen Meter über dem oberen Tritt , so dass es als Geländer und/oder Handgri f f für beide Tritte verwendet werden kann .
Es ist dabei bevorzugt , dass das Geländerelement um die Drehachse in eine erste Position ( die Wartungsposition) gedreht werden kann, in der es einen Zutritt von dem unteren Tritt auf den oberen Tritt erlaubt und bevorzugt zusätzlich den oberen Tritt an seiner dem Schienenfahrzeug abgewandten Seite als Geländer begrenzt . Des Weiteren ist bevorzugt , dass das Geländerelement um die Drehachse in eine zweite Position ( die Rangierposition) gedreht werden kann, in der es einen Zutritt von dem unteren Tritt auf den oberen blockiert und bevorzugt zusätzlich als Gri f f für eine auf dem unteren Tritt stehenden Person verwendet werden kann .
Eine bevorzugte Aus führungs form des Schienenfahrzeugs umfasst ein (unteres ) Geländerelement , welches in dem Höhenbereich zwischen den vorgenannten Tritten angeordnet ist und als Geländer sowie als Stufe bzw . Leiter verwendet werden kann . Es ist dabei bevorzugt , dass dieses Geländerelement um die Drehachse in eine erste Position (Wartungsposition) gedreht werden kann, in der es als Stufe/Leiter von dem unteren Tritt auf den oberen Tritt dienen kann und bevorzugt zusätzlich als Geländer den unteren Tritt zu den Puf fern des Schienenfahrzeugs begrenzt , und in eine zweite Position (Rangierposition) gedreht werden kann, in der es den unteren Tritt an seiner dem Schienenfahrzeug abgewandten Seite als Geländer begrenzt .
Das hier genannte (untere ) Geländerelement ist besonders vorteilhaft in Kombination mit dem vorgenannten ( oberen) Geländerelement . Insbesondere wenn die beiden Geländerelemente auf j eweils einer Ebene liegen, die 90 ° zueinander um die Drehachse verdreht sind . Wenn das ( obere ) Geländerelement parallel zur Längsachse des Schienenfahrzeugs ausgerichtet ist , steht das (untere ) Geländerelement bevorzugt orthogonal dazu und umgekehrt .
Eine bevorzugte Aus führungs form des Schienenfahrzeugs umfasst zusätzlich eine Halterungsschnittstelle zur Anbringung der Geländeranordnung an einem Puf fer des Schienenfahrzeugs , die einen Halterungskörper mit einem Komponenten-Bef estigungs- bereich und einen davon unterschiedlichen Anbringungsbereich umfasst , wobei der Komponenten-Bef estigungsbereich mit Befestigungselementen und/oder Löchern zur Anbringung der Komponenten ausgestattet ist und der Anbringungsbereich so geformt ist , dass er an mindestens zwei Befestigungspunkten eines Puf f erf lanschs des Puf fers ( auch zuweilen als " Puf fergrundplatte" bezeichnet ) mit Puf ferschrauben ( in der Regel handelsübliche Schrauben) befestigt werden kann . Auf diese Weise wird der zur Verfügung stehenden Platz optimal ausgenutzt und somit die normativen Anforderungen für das Rangieren erfüllt .
Ein Vorteil der Erfindung ist die Gewährleistung eines sicheren Halts für eine Person im Bugbereich eines Schienenfahrzeugs mit Endführerstand beim Rangieren insbesondere verbunden mit einer gleichzeitigen Sperrung eines Zugangs zu einer oberen Trittebene aus Arbeitsschutzgründen im Rangierbetrieb . Durch die Bewegungsmöglichkeit der Geländeranordnung ist ein weiterer Vorteil die Gewährleistung des Zugangs (Aufstieg und Abstieg) zu einem oberen Tritt im Wartungs falle insbesondere verbunden mit einer gleichzeitigen Absturzsicherung nach vorn
im Bereich des Puf fers . So kann eine Standardlokomotive von einer Streckenlokomotive (nicht für Rangierzwecke bestimmt ) dermaßen umgerüstet werden, dass sie auch für Rangierzwecke verwendet werden kann .
Die Erfindung wird im Folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Figuren anhand von Aus führungsbeispielen noch einmal näher erläutert . Dabei sind in den verschiedenen Figuren gleiche Komponenten mit identischen Bezugs zi f fern versehen . Die Figuren sind in der Regel nicht maßstäblich . Es zeigen :
Figur 1 ein Schienenfahrzeug gemäß dem Stand der Technik,
Figur 2 ein Schienenfahrzeug mit einer bevorzugten Geländeranordnung in Rangierposition,
Figur 3 ein Schienenfahrzeug mit einer bevorzugten Geländeranordnung in Wartungsposition,
Figur 4 einen größeren Ausschnitt der Figur 2 .
Figur 5 ein Schienenfahrzeug mit einer bevorzugten Geländeranordnung in Verhältnis zu einem Menschen .
Figur 1 zeigt ein Schienenfahrzeug 20 mit einem Endführerstand 25 gemäß dem Stand der Technik von vorne und dessen Puf ferbereich zur besseren Übersicht zusätzlich noch einmal perspektivisch . Es handelt sich dabei um eine typische Aus führung des Bugbereiches eines Schienenfahrzeuges 1 mit Endführerstand 25 . Deutlich zu erkennen sind die Puf fer 21 und die Frontschürze 22 . Auf den Puf fern ist für Wartungszwecke eine obere Trittebene 23 angeordnet , die über Tritte 24 an der Seite des Schienenfahrzeugs 20 erreichbar ist . Aufgrund des eingeschränkten Raumangebots ist hier kein Platz
für einen Rangierertritt nach Norm EN16116 , sondern lediglich für die Tritte und die Trittebene ( die j eweils keinen Rangierertritt nach der Norm EN16116 darstellen) .
Figur 2 zeigt ein Schienenfahrzeug 20 mit einer bevorzugten Geländeranordnung 1 in Rangierposition . Zu sehen ist ein Teil des perspektivischen Ausschnitts der Figur 1 aus einem etwas anderen Blickwinkel . Dargestellt ist eine bevorzugte erfindungsgemäße Geländeranordnung 1 mit einem oberen Geländerelement 2a und einem unteren Geländerelement 2b, die beide drehbar in einem Halteelement 3 einander gegenüberliegend gelagert sind ( eines oberhalb des Halteelements 3 und eines unterhalb ) , so dass sie sich um eine vertikale Drehachse D ( strichpunktiert ) drehen können . In diesem Beispiel kann zu einem besseren Verständnis der nachfolgend beschriebenen Orientierungen der Geländerelemente 2a, 2b vorgestellt werden, dass das obere Geländerelement 2a mit dem unteren Geländerelement 2b über eine durchgängige Stange fest verbunden ist , so dass bei einer Drehung des oberen Geländerelements 2a sich das untere Geländerelement 2b entsprechend mitdreht .
Das Schienenfahrzeug 20 weist im Bugbereich einen Wartungstritt 5 als oberen Tritt und einen an eine Halterung 7 montierten Rangierertritt 6 als unteren Tritt auf . Auf dem Wartungstritt 5 kann man beispielsweise die Fenster des Endführerstands 25 des Schienenfahrzeugs ( 20 ) erreichen, um sie zu reinigen . Auf dem Rangierertritt 6 kann im Rangierbetrieb ein Mensch stehen . Er entspricht hier den Vorgaben der Norm EN16116-2 .
In diesem Beispiel ist der Wartungstritt 5 mittels einer
Halterungsschnittstelle 8 direkt am Puf fer 21 angebracht . Die
Halterungsschnittstelle 8 befindet sich dabei zwischen dem
Puf ferflansch des Puf fers 21 und einem (nicht näher bezeichneten) Crashelement und ist dort mit den Puf ferschrauben befestigt .
Die Geländerelemente 2a, 2b der Geländeranordnung 1 sind hier aus Stangen (bzw . Rohren) gefertigt , die bevorzugt hohl sind und bevorzugt eine Stahlrohrkonstruktion sind . Die Stangen verlaufen bei dem oberen Geländerelement 2a in großen Teilen parallel zur Drehachse D, damit sie gut als Gri f fstangen dienen können . Bei dem unteren Geländerelement 2b verlaufen die Stangen in großen Bereichen orthogonal zur Drehachse D, damit sie gut als Trittstangen dienen können .
Die Geländeranordnung 1 ist so positioniert , dass sie die beiden Tritte 5 , 6 an mindestens einer ihrer Seiten mit einem Geländerelement 2a, 2b begrenzt . Die Geländeranordnung 1 kann dabei in eine Rangierposition und in eine Wartungsposition gedreht und dort fixiert werden ( s . Figur 4 ) .
Figur 2 zeigt die Geländeranordnung 1 in der Rangierposition . In dieser Position ist ein Zutritt von dem Rangierertritt 6 zum Wartungstritt 5 durch das obere Geländerelement 2a blockiert , welches zusätzlich als Gri f f für eine auf dem Rangierertritt 6 stehende Person verwendet werden kann . Das untere Geländerelement 2b, welches in der Höhe zwischen den Tritten 5 , 6 angeordnet ist , wird hier als Geländer verwendet und begrenzt den Rangierertritt 6 an ihrer dem Schienenfahrzeug 20 abgewandten Seite .
Figur 3 entspricht der Figur 2 mit dem Unterschied, dass dort die Geländeranordnung 1 in die Wartungs-Position gedreht ist . In der Wartungsposition ist ein Zutritt von dem Rangierertritt 6 auf den Wartungstritt 5 erlaubt , da das obere Geländerelement nun nach vorne geschwenkt ist und die vordere
Seite des Wartungstritts 5 nach vorne hin begrenzt ( gegen herabfallen) . Damit ist gleichzeitig der Übergang zwischen dem Rangierertritt 6 zum Wartungstritt 5 frei und das untere Geländerelement 2b kann als Stufe von dem Rangierertritt 6 zum Wartungstritt 5 dienen und begrenzt zusätzlich als Geländer den Rangierertritt 6 zu den Puf fern 21 des Schienenfahrzeugs 20 hin .
Figur 4 zeigt einen größeren Ausschnitt der Figur 2 . Hier sind im Unterschied zu Figur 2 Arretierungselemente 4 angedeutet , mittels denen das obere Geländerelement 2a fixiert werden kann . Die bewegliche Handstange , die das obere Geländerelement 2a hier bildet , kann in zwei Positionen, der Rangierposition und der Wartungsposition, arretiert werden und so eine unbeabsichtigte Drehbewegung verhindert werden . Wenn das untere Geländerelement 2b, wie oben gesagt , mit dem obere Geländerelement 2a über eine Stange verbunden ist , wird es automatisch mit der Arretierung des oberen Geländerelements 2a mit fixiert . Ein Arretierungselement 4 kann in einer sehr einfachen Aus führungs form einfach ein Loch in dem Wartungstritt 5 sein . Die Geländeranordnung kann dann einfach angehoben, gedreht und mit einer vertikalen Stange des obere Geländerelements 2a zur Fixierung in das nächstliegende Loch eingesteckt werden .
In diesem Beispiel sind zwei Arretierungselemente 4 vorhanden, so dass die Geländeranordnung 1 in den zwei unterschiedlichen Positionen nach Figur 2 und 3 fixiert werden kann, welche sich um einen Drehwinkel von 90 ° unterscheiden .
Figur 5 zeigt ein Schienenfahrzeug 20 mit einer bevorzugten Geländeranordnung 1 in der Rangierposition A und der Wartungsposition B, wie sie in den Figuren 2 und 3 gezeigt sind in Verhältnis zu einem Menschen .
Es wird abschließend noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei den vorhergehend detailliert beschriebenen Ausführungsformen sowie bei dem Verfahren lediglich um Ausführungsbeispiele handelt, welche vom Fachmann in verschiedenster Weise modifiziert werden können, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen. Weiterhin schließt die Verwendung der unbestimmten Artikel „ein" bzw. „eine" nicht aus, dass die betreffenden Merkmale auch mehrfach vorhanden sein können. Ebenso schließen Begriffe wie „Einheit" nicht aus, dass die betreffenden Komponenten aus mehreren zusammenwirkenden Teil- Komponenten bestehen, die gegebenenfalls auch räumlich verteilt sein können.