EP4182040B1 - Brandschutzsystem zum brandschutz für flüssiges gefahrgut und entsprechendes verfahren - Google Patents

Brandschutzsystem zum brandschutz für flüssiges gefahrgut und entsprechendes verfahren

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EP4182040B1
EP4182040B1 EP21748521.8A EP21748521A EP4182040B1 EP 4182040 B1 EP4182040 B1 EP 4182040B1 EP 21748521 A EP21748521 A EP 21748521A EP 4182040 B1 EP4182040 B1 EP 4182040B1
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EP
European Patent Office
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extinguishing agent
hazardous material
liquid hazardous
fluid
fire protection
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EP21748521.8A
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Thorsten GIESEKE
Dan KREUSCHER
Georg Baumann
Matthias Pohl
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Minimax Viking Patent Management GmbH
Original Assignee
Minimax Viking Patent Management GmbH
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Publication date
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    • A62CFIRE-FIGHTING
    • A62C3/00Fire prevention, containment or extinguishing specially adapted for particular objects or places
    • A62C3/002Fire prevention, containment or extinguishing specially adapted for particular objects or places for warehouses, storage areas or other installations for storing goods
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A62LIFE-SAVING; FIRE-FIGHTING
    • A62CFIRE-FIGHTING
    • A62C3/00Fire prevention, containment or extinguishing specially adapted for particular objects or places
    • A62C3/06Fire prevention, containment or extinguishing specially adapted for particular objects or places of highly inflammable material, e.g. light metals, petroleum products
    • A62C3/065Fire prevention, containment or extinguishing specially adapted for particular objects or places of highly inflammable material, e.g. light metals, petroleum products for containers filled with inflammable liquids
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A62LIFE-SAVING; FIRE-FIGHTING
    • A62CFIRE-FIGHTING
    • A62C35/00Permanently-installed equipment
    • A62C35/58Pipe-line systems
    • A62C35/68Details, e.g. of pipes or valve systems

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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Brandschutzsystem zum Brandschutz für flüssiges Gefahrgut, einen entsprechenden Löschmittelauslass für ein solches Brandschutzsystem, ein Fluidleitelement für ein solches Brandschutzsystem sowie ein Verfahren zum Bereitstellen eines derartigen Brandschutzsystems, sowie die Verwendung eines Nicht-Gefahrgut-Löschmittels.
  • Konzepte zur sicheren Lagerung von Gefahrgut sind bekannt. So betrifft die EP 2 859 919 A2 eine Vorrichtung zur sicheren Lagerung eines Behälters mit einer brennbaren Flüssigkeit, bestehend aus dem Behälter mit der brennbaren Flüssigkeit, in einem Auffangbehälter für Flüssigkeit, der unterhalb des Behälters angeordnet ist. Dieser liegt auf einer flüssigkeitsdurchlässigen Plattform auf dem Auffangbehälter und einer Flammendurchschlagsicherung zwischen dem Auffangbehälter und dem Behälter mit brennbarer Flüssigkeit und einem Lager. Hierdurch sollen Behälter mit einer brennbaren Flüssigkeit zuverlässig, kostengünstig und bei einer minimalen Gefahr für die Umwelt gelagert und im Brandfall gelöscht werden können.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft konkreter ein Brandschutzsystem zum Brandschutz für flüssiges Gefahrgut, umfassend eine Lageranordnung zur Lagerung des flüssigen Gefahrguts in zumindest einem Lagerbehälter, zumindest einen Auffangbereich und eine erste Vielzahl von Löschmittelauslässen zur Ausgabe eines Löschmittels. Unter einem Brandschutzsystem im Sinne der Erfindung wird insbesondere ein System aus einer Lageranordnung, insbesondere einer Regalanordnung, zumindest einem Auffangbereich und einer ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen, insbesondere Sprinklern und/oder Düsen, verstanden. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese spezifische Kombination des Brandschutzsystems beschränkt.
  • Das Brandschutzsystem kann in einem Brandschutzbereich angeordnet sein. Unter einem Brandschutzbereich wird nachfolgend der Bereich verstanden, der mittels des Brandschutzsystems geschützt werden soll. Der Brandschutzbereich entspricht also dem Bereich, in dem eine Brandschutzaktion durch das Brandschutzsystem durchgeführt werden kann.
  • Unter einer Brandschutzaktion wird nachfolgend jede Art von Aktion verstanden, die dem (vorbeugenden) Brandschutz dienen kann. Eine derartige Brandschutzaktion kann insbesondere eine Brandbekämpfungsaktion umfassen. Unter einer Brandbekämpfungsaktion im Sinne der Erfindung wird insbesondere das Eindämmen, Eingrenzen, Löschen oder Ähnliches eines Brandereignisses verstanden. In einigen Ausführungsformen kann eine Brandbekämpfungsaktion auch eine Kühlung der Umgebung umfassen. Die Brandbekämpfungsaktion kann hierbei bereichsweit, also an mehreren Positionen des Brandschutzbereichs, oder lokalisiert, also an einer bestimmten Position des Brandschutzbereichs, durchgeführt werden.
  • Im vorliegenden Fall umfasst der Brandschutzbereich insbesondere einen Lagerbereich, in welchem flüssiges Gefahrgut gelagert wird. Unter flüssigen Gefahrgut im Sinne der Erfindung werden insbesondere Gefahrstoffe verstanden, die leicht oder schwer entflammbare und/oder leicht oder schwer entzündliche und/oder leicht oder schwer brennbare Flüssigkeiten umfassen. Ferner kann unter flüssigem Gefahrgut im Sinne der Erfindung auch solches Gefahrgut verstanden werden, dass keine Flüssigkeit umfasst, sich aber ähnlich zu einem Fluid bewegt, wie beispielsweise ein Granulat. Ferner werden unter flüssigem Gefahrgut auch verflüssigte, brennbare Materialien verstanden.
  • Insbesondere kann die vorliegende Erfindung für den Brandschutz jedweder Art von gefährlichen Gütern verwendet werden. Ferner soll, auch wenn sich die nachfolgende Beschreibung auf flüssige Gefahrstoffe fokussiert, verstanden werden, dass in dem Lagerbereich jedoch auch Nicht-Gefahrgüter, insbesondere Flüssigkeiten, die nicht leicht oder schwer entflammbar und/oder leicht oder schwer entzündlich und/oder leicht oder schwer brennbar sind, gelagert werden können.
  • Das Bereitstellen von Brandschutzmaßnahmen in Lagerbereichen, in denen flüssiges Gefahrgut gelagert wird, ist mit besonderen Herausforderungen verbunden. Insbesondere im Falle von stark brennbaren Flüssigkeiten kann sich die Brandbekämpfung als schwierig erweisen, da sich in diesem Fall Brandfälle schnell über große Bereiche, also beispielsweise die Bodenflächen der Lagerbereiche und/oder entlang der Höhe der Lageranordnung ausbreiten und dabei große Hitzeentwicklung und weitere Gefahren fördern können.
  • In der Vergangenheit wurden Lagerbereiche, die der Lagerung von flüssigem Gefahrgut dienen, üblicherweise durch Leichtschaumanlagen, CO2-Löschanlagen, Sauerstoffreduzierungsanlagen und/oder Aerosolanlagen geschützt.
  • Unter einer Leichtschaumanlage wird eine Schaumlöschanlage verstanden, die auf der Basis von Leichtschaum arbeitet. Eine Leichtschaumanlage wird üblicherweise durch eine Zentralvorrichtung angesteuert. Wird eine Brandkenngröße, wie Rauch, extremer Temperaturanstieg, Funken, Flammen oder Ähnliches detektiert, leitet die Zentralvorrichtung eine Brandschutzaktion, insbesondere eine Brandbekämpfungsaktion, ein, die üblicherweise zu einem Auslösen der Leichtschaumanlage führt.
  • Eine Leichtschaumanlage basiert hierbei auf dem Verdrängungseffekt mittels Raumflutung: Beim Auslösen einer Leichtschaumanlage wird also Schaum freigesetzt, der eine hohe Verschäumungszahl (laut DIN Norm EN 1568-2 üblicherweise größer als 200 zu 1) aufweist und dadurch den Raum sehr schnell mit Schaum, das bedeutet mit luftgefüllten Schaumblasen flutet. Eine vollständige Füllung des Raumes mit diesen Schaumblasen erschwert dann die Zuführung von Luft beziehungsweise Sauerstoff zum Brandherd. Ferner können die Schaumblasen die Ausbreitung des Brandereignisses mittels Dämpfung der Wärmestrahlung reduzieren. Die Schaumblasenhülle besteht aus einem Wasser-Schaummittelgemisch, wodurch eine Kühlung und eine Benetzung von nicht brennenden Oberflächen bewirkt werden kann.
  • Nachteilig an derartigen Leichtschaumanlagen ist hierbei, dass aufgrund des Funktionsprinzips der kompletten und vollständigen Flutung des Brandschutzbereichs mit Schaum Lebensgefahr für die im Brandschutzbereich befindlichen Personen besteht. Daher bedeutet die Installation von Leichtschaumanlagen, dass hohe bauliche Anforderungen an das Vorhandensein von Notausgängen gestellt werden, um so sicherzustellen, dass alle im Brandschutzbereich befindlichen Personen diesen innerhalb einer bestimmten Auslösungszeit zwischen Brandereignis und Flutung verlassen können. Dies wiederrum führt ferner dazu, dass eine Leichtschaumanlage nicht unmittelbar nach der Erkennung des Brandereignisses auslöst, sondern eine gewisse Verzögerungszeit aufweist, während der sich das Brandereignis weiter ausbreiten kann.
  • Weitere bauliche Anforderungen an die Installation von Leichtschaumanlagen liegen darin, dass ausreichend Platz für die zur Erzeugung des Leichtschaums erforderliche Technik vorhanden sein muss sowie darin, dass ein Brandschutzbereich, in dem mit Leichtschaum gelöscht werden soll, die nötige strukturelle Integrität, insbesondere die notwendige Dichtigkeit aufweisen muss, um eine derartige Brandbekämpfung möglich zu machen. All dies erhöht die Betriebskosten von Leichtschaumanlagen enorm.
  • Als weiterer zu beachtender Sicherheitsaspekt muss dafür Sorge getragen werden, dass automatische Tür- und Torschließeinrichtungen mit Feuerwiderstand bereitgestellt werden.
  • Generell sind die Sicherheitsanforderungen an die Leichtschaumanlage, insbesondere in Bezug auf fehlerhaftes Auslösen, enorm hoch.
  • Weiterhin nachteilig ist, dass mittels Leichtschaumanlagen keine lokalisierte Brandbekämpfung durchgeführt werden kann. Vielmehr muss der gesamte Brandschutzbereich geflutet werden, um zu einer erfolgreichen Brandbekämpfung zu führen. Dies bedeutet, dass alle im Brandschutzbereich befindlichen Elemente, inklusive technischer Einrichtungen, Maschinen und Ähnlichem, die sich nicht einmal in der Nähe des Brandereignisses befinden, geflutet werden. Da Leichtschaum oftmals korrosive Eigenschaften hat, kann es hierbei zu sehr hohen Sekundärschäden sowohl bei den technischen Einrichtungen und Maschinen als auch beim gelagerten Gut kommen. Damit führt das Auslösen einer Leichtschaumanlage nicht selten zu einem hohen wirtschaftlichen Schaden.
  • Noch weiter nachteilig ist, dass der Anwendungsbereich von Leichtschaumanlagen begrenzt ist. So ermöglichen Leichtschaumanlagen in der Regel keine Brandbekämpfung im Falle polarer Flüssigkeiten. Auch die Größe der zu schützenden Lagerbehälter beziehungsweise die Größe der Lagerbehälter, für die ein Schutz nachweisbar ist, ist begrenzt. Ferner ist die Brandbekämpfung mittels Leichtschaum in Lageranordnungen, in denen das Lagergut keine festen Gebinde und/oder keine zugewiesenen Plätze hat - also im Falle chaotischer Lagerung - in der Regel nicht möglich.
  • Ein weiteres Problem besteht darin, dass Leichtschaumanlagen, wie bereits erwähnt, den gesamten Brandschutzbereich raumhoch fluten. Zur Erzeugung der hierfür notwendigen Mengen von Leichtschaum werden große Luftmengen benötigt, die zur Verbesserung der Wirksamkeit meist aus der Umgebung des den Brandschutzbereich aufweisenden Gebäudes angesaugt werden. Dies bedeutet, dass im Falle eines Brandereignisses möglichst viele Öffnungen zum Brandschutzbereich hin geöffnet sein müssen. Da sich jedoch bei einer Brandbekämpfung mit Leichtschaum keine Personen im Brandschutzbereich befinden sollen, bleiben diese Öffnungen während der Flutung geöffnet. Dadurch kann der Leichtschaum während der Flutung aus dem Brandschutzbereich austreten und die Umgebung kontaminieren.
  • Zuletzt ist das Entfernen des Leichtschaums, nach Auslösen der Leichtschaumanlage, sehr zeit- und kostenaufwendig sowie mühsam, so dass selbst bei kleinen Brandereignissen der gesamte Brandschutzbereich für eine gewisse Zeit nicht mehr nutzbar ist.
  • Unter dem Begriff CO2-Löschanlagen werden solche Anlagen verstanden, die mit Kohlenstoffdioxid als Löschmittel arbeiten. Die Funktionsweise von CO2-Löschanlagen ist der von Leichtschaumanlagen ähnlich: Im Fall der Detektion einer Brandkenngröße wird von einer Zentralvorrichtung ein Signal ausgegeben, das dafür sorgt, dass eine Brandschutzaktion, insbesondere eine Brandbekämpfungsaktion, eingeleitet wird.
  • Auch im Falle von CO2-Löschanlagen führt das Einleitung einer Brandbekämpfungsaktion insbesondere zu einer Flutung des gesamten Brandschutzbereichs, in diesem Falle mit CO2. Dies führt zu einer Verdrängung des Sauerstoffs aus dem Brandschutzbereich und damit zu einer Erstickung des Brandereignisses.
  • Damit bedingt die Verwendung von CO2-Löschanlagen ähnliche Risiken für Personen innerhalb des Brandschutzbereichs wie eine (Leicht)Schaumanlage. Daher werden auch bei einer CO2-Löschanlage hohe bauliche Anforderungen an Notausgänge, Türen und Tore, Auslösezeiten etc. gestellt, um die Sicherheit der im Brandschutzbereich befindlichen Personen sicherzustellen. Auch die Kosten für Wartung, Schulung der Personen, die im Brandschutzbereich arbeiten sollen und für die generelle Instandhaltung von CO2-Löschanlagen sind sehr hoch, so dass CO2-Löschanlagen nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden sollten.
  • Eine weitere Möglichkeit, einen Brandschutzbereich, in dem (flüssiges) Gefahrgut gelagert wird, bereitzustellen, besteht in der Bereitstellung von sogenannten Aerosolanlagen. Bei Aerosolanlagen handelt es sich um Anlagen, die mit einem Löschmittel arbeiten, das aus einer Mischung aus sehr feinen Partikeln besteht. Auch Aerosolanlagen werden für die vollständige Flutung des Brandschutzbereichs mit dem Aerosol verwendet. Hierzu wird erneut eine Zentralvorrichtung bereitgestellt, die in Antwort auf die Detektion einer Brandkenngröße eine Brandschutzaktion, insbesondere eine Brandbekämpfungsaktion, auslöst. Diese Brandbekämpfungsaktion besteht in der Flutung des Brandschutzbereichs. Um auch in diesem Fall Personenschäden zu vermeiden, muss eine gewisse Verzögerungszeit zwischen Detektion des Brandereignisses und Brandbekämpfungsaktion verwendet werden. Ferner erfordert auch die Verwendung von Aerosolanlagen die Bereitstellung einer großen Anzahl von Notausgängen, so dass alle im Brandschutzbereich befindlichen Personen innerhalb der Verzögerungszeit aus dem Brandschutzbereich entkommen können.
  • Als weiterer Nachteil von Aerosolanlagen kommt noch hinzu, dass die freigesetzten Aerosole an Oberflächen sehr aggressiv agieren und zudem zu Korrosion führen können, so dass das innerhalb eines mit einem Aerosol gefluteten Brandschutzbereichs gelagerte Lagergut durch die Flutung zerstört werden kann. Das kann zu einem hohen wirtschaftlichen Schaden im Falle eines Brandereignisses führen.
  • Zuletzt können Brandschutzbereiche, in denen flüssiges Gefahrgut gelagert wird, auch mittels einer Sauerstoffreduzierungsanlage geschützt werden. Anders als die zuvor beschriebenen Anlagen wird eine Sauerstoffreduzierungsanlage jedoch nicht zur Bekämpfung eines Brandereignisses eingesetzt, sondern arbeitet präventiv auf dem Prinzip der aktiven Brandvermeidung durch Reduktion des Sauerstoffs im Brandschutzbereich. Üblicherweise wird hierzu Stickstoff in den Brandschutzbereich geleitet, um den Sauerstoffgehalt innerhalb des Brandschutzbereichs auf üblicherweise etwa 14% im Falle von Flüssigkeiten und zwischen 5% bis 10% für Gase zu senken.
  • Nachteilig an dieser Lösung ist, dass derartig geschützte Brandschutzbereiche, insbesondere bei sehr niedrigem Sauerstoffanteil, nicht ohne weiteres betreten werden können, sondern entsprechende Ausrüstung erfordern. Ferner erfordert die Verwendung einer Sauerstoffreduzierungsanlage ein ständiges Zuführen von Stickstoff in den Brandschutzbereich. Dies führt zu erheblichen Betriebskosten.
  • Zuletzt ist auch die Bereitstellung einer derartigen Anlage sehr kostspielig. So müssen die Gebäude, die derartige Brandschutzbereiche bilden, die notwendige Dichtigkeit aufweisen, um die Reduzierung des Sauerstoffs bewirken zu können. Dies bedingt erneut auch die Notwendigkeit von automatischen Tür- und Torschließeinrichtungen und ist zudem in Fällen, in denen das Lagergut häufig ein-, aus und/oder umgelagert werden muss - wie in der Logistik üblich, sehr komplex und daher mit solchen Anwendungen nicht ohne weiteres vereinbar.
  • Damit ist allen aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen zum Schützen eines Brandschutzbereichs, in dem flüssiges Gefahrgut gelagert wird, gemein, dass sie einerseits zu hohen Installations- und Instandhaltungskosten führen und andererseits erfordern, dass die Personen, die sich alltäglich in dem Brandschutzbereich aufhalten, ausreichend geschult werden müssen, um sich im Falle eines Brandereignisses angemessen zu verhalten. Zusätzlich arbeiten alle aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen auf Basis einer Zentralvorrichtung, die die Brandschutzaktion in Antwort auf die Detektion einer Brandkenngröße einleitet, beziehungsweise bewirkt. Ferner ist im Falle aktiver Brandbekämpfungsanlagen, wie der Leichtschaumanlage, der CO2-Anlage und/oder der Aerosolanlage von einer verzögerten Brandbekämpfung auszugehen, da hier zunächst eine gewisse Zeit gewartet werden muss, bis sich die im Brandschutzbereich befindlichen Personen in Sicherheit gebracht haben. Zuletzt basieren alle aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen auf dem Prinzip, dass der Brandschutzbereich als Ganzes zu schützen ist. Eine lokalisierte Brandbekämpfung im Falle eines lokalisierten Brandes ist mit diesen aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen also nicht möglich.
  • Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Lösung zu schaffen, die die vorstehenden Nachteile nicht aufweist. Insbesondere ist es eine Aufgabe der Erfindung, eine Lösung zu schaffen, die eine effiziente und sofortige Brandbekämpfung ermöglicht. Es ist weiterhin eine Aufgabe der Erfindung, eine Lösung bereitzustellen, die eine kostengünstige und unkomplizierte Instandhaltung ermöglicht und die Notwendigkeit intensiver Schulungen der innerhalb des Brandschutzbereichs befindlichen Personen reduziert.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Brandschutzsystem des Anspruchs 1 gelöst.
  • Unter einem Löschmittel wird nachfolgend jede Art von Löschmittel verstanden, dass zur Brandbekämpfung dienen kann. Ein derartiges Löschmittel kann insbesondere eine Löschflüssigkeit, ein Schaum, ein Gas, ein Aerosol und/oder eine Mischung aus diesen umfassen. In einigen Ausführungsformen umfasst ein solches Löschmittel insbesondere ein Löschmittel, welches üblicherweise nicht alleine - das heißt, lediglich in Kombination mit einem anderen Löschmittel - zur Löschung von Gefahrgut, insbesondere flüssigem Gefahrgut, eingesetzt werden kann, das üblicherweise nicht als ausschließliches Löschmittel zur Löschung von flüssigem Gefahrgut eingesetzt werden kann. Ein solches Löschmittel kann nachfolgend auch als Nicht-Gefahrgut-Löschmittel bezeichnet werden.
  • In einigen Ausführungsformen betrifft die Erfindung insbesondere ein Löschmittel, welches Wasser (H2O) umfasst oder aus Wasser besteht. In einigen Ausführungsformen betrifft die Erfindung ein Löschmittel, welches einen Schaum, wie ein Schwer-, Mittel- oder ein Leichtschaum, und/oder ein Wasser-/Schaummittelgemisch umfasst oder aus diesem besteht. In einigen Ausführungsformen kann der Schaum und/oder das Wasser-/Schaummittelgemisch insbesondere für eine Verschäumungszahl größer 0, insbesondere größer 0,5, insbesondere größer 1,0, noch weiter insbesondere größer 1,5, eingerichtet sein. Unter einer Verschäumungszahl wird hierbei das Verhältnis, insbesondere der Quotient, zwischen dem Volumen eines fertigen Schaums und dem Volumen des ursprünglichen Fluid-Schaummittel-Gemisches, insbesondere des Wasser-Schaummittel-Gemisches verstanden. Die Verschäumungszahl kann insbesondere von den Eigenschaften des verwendeten Schaumstrahlrohrs und/oder des verwendeten Löschfluidauslasses, wie einem Sprinkler oder einer Düse, abhängig sein.
  • In einigen Ausführungsformen, ist noch weiter insbesondere vorgesehen, dass es sich bei dem Löschmittel um einen Schwerschaum handelt oder dass das Löschmittel einen Schwerschaum umfasst. Unter einem Schwerschaum kann insbesondere ein Schaum verstanden werden, der eine Verschäumungszahl im unteren zweitstelligen bis einstelligen Bereich, insbesondere von unter 20, aufweist. Schwerschaum ist relativ nass und damit besonders gut geeignet, um präzise und große Wurfweiten zu erzielen und so das Brandereignis lokalisiert und auf größere Entfernung bekämpfen zu können. Im Gegensatz zu Leichtschaum basiert die Löschwirkung von Schwerschaum nicht auf der Basis von Ersticken mittels Verdrängung, sondern besteht darin, dass der Schwerschaum das brennende Gut kühlt und einen Trenneffekt bewirkt. Schwerschaum wird üblicherweise zur Brandbekämpfung von Feststoffen und/oder Flüssigkeiten der Brandklassen A und B eingesetzt. Das erfindungsgemäße Brandschutzsystem ermöglicht nun auch den Einsatz von Schwerschaum zur Brandbekämpfung von flüssigem Gefahrgut.
  • Es soll jedoch verstanden werden, dass das erfindungsgemäße Brandschutzsystem nicht auf Schwerschaum als Schaum zur Löschung beschränkt ist, sondern auch weiterhin ermöglicht, die Brandbekämpfung mittels Leicht- oder Mittelschaum durchzuführen.
  • Dies wird dadurch ermöglicht, dass die Lageranordnung, in der das flüssige Gefahrgut in entsprechenden Lagerbehältern gelagert wird so eingerichtet wird, dass im Havariefall, also im Fall, dass flüssiges Gefahrgut aus einem Lagerbehälter austritt, dieses flüssige Gefahrgut aufgrund der Geometrie der Lageranordnung in Richtung eines Auffangbereichs geleitet und dort gesammelt wird.
  • Das Brandschutzsystem weist ferner eine Reihe von Löschmittelauslässen, insbesondere Sprinklern, auf, die eingerichtet sind, ein Löschmittel in Richtung des Auffangbereichs auszugeben. Hierzu weisen die Löschmittelauslässe eine erste vorgegebene Richtcharakteristik für das Löschmittel auf. Die Löschmittelauslässe sind also so eingerichtet, dass sie das Löschmittel entlang einer ersten vorgegebenen Richtung ausgeben. Diese erste, vorgegebene Richtung, entlang der das Löschmittel ausgegeben werden kann, ist bevorzugt bekannt, so dass die Richtung, in der das Löschmittel durch den Löschmittelauslass ausgegeben wird, durch die Positionierung und die Ausrichtung des Löschmittelauslasses festgelegt werden kann.
  • Erfindungsgemäß werden Lageranordnung, Auffangbereich und Löschmittelauslässe nun so zueinander angeordnet, dass die Lageranordnung das flüssige Gefahrgut, welches aus dem Lagerbehälter ausgetreten ist, in den Auffangbereich leitet, wobei die Löschmittelauslässe angeordnet und ausgerichtet sind, das Löschmittel ebenfalls in Richtung des Auffangbereichs abzugeben.
  • Unter einer Lageranordnung wird vorliegend insbesondere eine Anordnung verstanden, in der Lagergut, insbesondere flüssiges Gefahrgut, in entsprechenden Lagerbehältern gelagert werden kann. Eine Lageranordnung kann hierbei insbesondere eine oder mehrere Regalanordnungen umfassen, in denen das Lagergut gelagert werden kann. Die Lageranordnung weist bevorzugt eine Vielzahl von Lagerflächen auf, auf denen das Lagergut positioniert werden kann, und ferner eine Vielzahl von Stellelementen, wie beispielsweise Regalstielen, die dazu dienen, die Lageranordnung stabil aufzustellen.
  • Die Lagerflächen sind bevorzugt dazu eingerichtet, dass, sollte flüssiges Gefahrgut aus einem darauf gelagerten Lagerbehälter auslaufen, die Lagerflächen entsprechende Fluidleiteinrichtungen, wie Fluidleitflächen oder Fluidleitrillen, aufweisen, die das flüssige Gefahrgut in Richtung des Auffangbereichs leiten. Die Lagerbehälter sind für diesen Fall bevorzugt mit ihren Auslässen in Richtung des Auffangbereichs ausgerichtet.
  • Unter einem Lagerbehälter wird insbesondere ein Behälter oder Gebinde zur Lagerung von flüssigem Gefahrgut verstanden. Der Lagerbehälter hat hierbei ein Lagervolumen, das vollständig oder nur teilweise befüllt sein kann. Unter einem Lagerbehälter wird beispielsweise ein Intermediate Bulk Container (IBC) mit einem Lagervolumen von bis zu 1000 Litern verstanden. Derartige IBCs werden hierbei bevorzugt nur in den unteren Bereichen der Lageranordnung gelagert. Alternativ oder zusätzlich kann unter einem Lagerbehälter auch ein Kanister oder ein Fass, beispielsweise aus Kunststoff oder Metall, verstanden werden. Ein solcher Kanister oder ein solches Fass können bevorzugt ein Fassungsvermögen bis zu 220 Litern aufweisen. Kanister und/oder Fässer können hierbei in allen Bereichen der Lageranordnung gelagert werden.
  • Unter einem Auffangbereich wird insbesondere ein Bereich verstanden, in dem das flüssige Gefahrgut, das aus dem Lagerbehälter ausgetreten ist, aufgefangen und angesammelt werden kann. Bevorzugt ist der Auffangbereich hierbei zumindest so dimensioniert, dass er zumindest den Inhalt eines vollständigen Lagerbehälters aufnehmen kann. Der Auffangbereich ist also so dimensioniert, dass er im Falle eines Austretens des flüssigen Gefahrguts aus einem Lagerbehälter das ausgetretene flüssige Gefahrgut vollständig aufnehmen kann. Hierzu kann der Auffangbereich als ein einzelner Auffangbereich ausgeführt sein. Alternativ oder zusätzlich kann der Auffangbereich aber auch durch einen oder mehrere Teil-Auffangbereiche gebildet werden, die im Zusammenspiel so dimensioniert sind, dass sie im Falle eines Austretens des flüssigen Gefahrguts dieses vollständig aufnehmen können.
  • Der Auffangbereich kann bevorzugt horizontal versetzt von den Lagerbehältern angeordnet werden. In einigen Ausführungsformen kann der Auffangbereich insbesondere in der zum Be- und/oder Entladen der Lageranordnung genutzten Gasse zwischen zwei benachbarten Lageranordnungen, wie Regale, angeordnet sein. Dies hat den Vorteil, dass der Auffangbereich für beide Lageranordnungen an beiden Seiten und für sämtliche Ebenen der Lageranordnungen als Auffangbereich fungieren kann. Da die Gasse ohnehin vorhanden ist, wird so der Flächenbedarf für den Auffangbereich gering gehalten.
  • In einigen Ausführungsformen kann der Auffangbereich also beispielsweise durch einen Bodenbereich, insbesondere in der Gasse, gebildet werden. Alternativ oder zusätzlich kann er jedoch auch durch entsprechende Auffanganordnungen, wie Auffangwannen, innerhalb eines Regalfaches gebildet werden.
  • Ein erfindungsgemäßes Brandschutzsystem weist üblicherweise mehrere Lageranordnungen auf, die in einigem Abstand zueinander beanstandet aufgestellt werden. In diesem Fall kann der Auffangbereich in dem Bereich zwischen jeweils zwei Lageranordnungen gebildet werden. Alternativ oder zusätzlich kann der Auffangbereich auch zwischen einer Lageranordnung und einem zweiten Trennelement, beispielsweise einer Wand, gebildet werden.
  • Der Auffangbereich ist bevorzugt fluiddicht eingerichtet, so dass das darin aufgefangene flüssige Gefahrgut den Auffangbereich nicht verlassen kann. Hierfür kann der Auffangbereich insbesondere durch entsprechende Fluidbarrieren begrenzt werden, damit das flüssige Gefahrgut lokalisiert an einer Position gesammelt werden kann.
  • Das erfindungsgemäße Brandschutzsystem weist ferner eine erste Vielzahl von Löschmittelauslässen auf. Die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen kann hierbei bevorzugt eine erste Vielzahl von Sprinklern aufweisen und/oder aus dieser ersten Vielzahl von Sprinklern bestehen.
  • Unter einem Sprinkler ist hierbei insbesondere ein Sprinklerkopf zu verstehen. Solche Sprinklerköpfe werden durch eine Fluidversorgung, üblicherweise einer Sprinkleranlage, mit einem Löschmittel versorgt. Im Normalzustand sind die Sprinkler mit einem temperaturempfindlichen Element, wie einer mit einer Flüssigkeit gefüllten Glasampulle verschlossen. Im Brandfall erwärmt sich die Flüssigkeit innerhalb der Glasampulle und dehnt sich aus. Die Ampulle platzt, wodurch sich der Sprinkler öffnet und das Löschmittel austreten kann. Der Vorteil der Ausgestaltung der Löschmittelauslässe als Sprinkler besteht also darin, dass Sprinkler unmittelbar auf Temperaturveränderungen durch lokale Brandereignisse reagieren und ohne Notwendigkeit einer Zentralvorrichtung auslösen, wobei die Auslösung auf die Sprinkler begrenzt sein kann, die sich innerhalb eines Bereichs unmittelbar um das (lokalisierte) Brandereignis befinden.
  • Erfindungsgemäß wird also ein Brandschutzsystem bereitgestellt, das ohne die Notwendigkeit einer Zentralvorrichtung auskommt und mittels dessen ein Brandereignis in einem Lagerbereich für flüssiges Gefahrgut lokalisiert und unmittelbar bekämpft werden kann. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass die zumindest eine Lageranordnung, der zumindest eine Auffangbereich und die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen so relativ zueinander angeordnet werden, dass das havarierte, flüssige Gefahrgut und das Löschmittel zu derselben Position innerhalb des Auffangbereichs geleitet werden können. Hierdurch kann eine effiziente und schnelle Brandbekämpfung erreicht werden.
  • Der Erfindung liegt also die Erkenntnis zugrunde, dass die Anzahl an verwendbaren Löschmitteln für den Brandschutz von flüssigem Gefahrgut dadurch erhöht werden kann, dass die Lageranordnung, in der das flüssige Gefahrgut gelagert wird, der dazugehörige Auffangbereich und die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen so relativ zueinander ausgerichtet sind, dass das flüssige Gefahrgut in einem Havariefall im Auffangbereich gesammelt und dann durch das aus der ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen austretende Löschmittel, beispielsweise reines Wasser und/oder ein Schwer- oder Mittelschaum und/oder eine Mischung daraus, gelöscht wird. Anders ausgedrückt: Durch die Ausrichtung der Lageranordnung, des Auffangbereichs und der ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen wird eine Lokalisierung des Löschmittels bewirkt, die es ermöglicht, bisher nicht zur Brandbekämpfung von flüssigem Gefahrgut verwendbare Löschmittel, wie beispielsweise Wasser und/oder Löschmittel, die nicht raumfüllend verwendet werden müssen, nunmehr zu diesem Zweck zu verwenden.
  • Das erfindungsgemäße Brandschutzsystem weist nicht mehr die Nachteile bisher bekannter Lösungen auf: Das erfindungsgemäße Brandschutzsystem arbeitet auf Basis einer lokalisierten Brandbekämpfung, eine Raumflutung ist nicht vorgesehen. Dadurch müssen keine Evakuierungszeiten für im Brandschutzbereich befindliche Personen mehr vorgesehen werden, die Brandbekämpfung kann unmittelbar eingeleitet werden. Ferner können Schäden am Lagergut mit der erfindungsgemäßen Lösung besser vermieden werden. Zudem kann nach erfolgter Brandbekämpfung der übrige Bereich innerhalb des Brandschutzbereichs, in dem kein Brandereignis stattgefunden hat, unmittelbar wieder genutzt werden.
  • Ein weiterer Vorteil gegenüber bekannten Sprinkleranlagen auf der anderen Seite besteht darin, dass durch die erfindungsgemäße Lösung auch sprinklerbasierte Brandschutzlösungen für flüssiges Gefahrgut und/oder größere Lagerbehälter verwendet werden können. Zudem wird es ermöglicht, die Lagerbehälter nicht nur größer vorzusehen, sondern auch an höheren Positionen zu lagern, da durch die Ausrichtung der Löschmittelauslässe diese auch die höheren Positionen erreichen können, und die Ableitung des flüssigen Gefahrguts in niedriger liegende Bereiche dafür sorgt, dass die Brandbekämpfung im niedriger liegenden Bereich, und eben nicht weit oben im Regal, erfolgt. Dadurch kann die Lagerhöhe für flüssiges Gefahrgut in der Lageranordnung erhöht werden.
  • Ferner können durch die Verwendung einer Sprinkleranlage, die mit einem Löschmittel wie beispielsweise Wasser und/oder Schwer- und/oder Mittelschaum und/oder einer Wasser-/Schaummittelmischung arbeitet, sowohl die Installations- als auch die Betriebskosten reduziert werden, da die hohen baulichen Erfordernisse an Notausgänge und/oder automatische Tür- und Torschließeinrichtungen in ihrer Komplexität verringert werden. So kann es sein, dass keine automatischen Tür- und Torschließeinrichtungen mehr nötig sind und/oder die Anzahl von Notausgängen verringert werden kann. Ferner kann die Anzahl der notwendigen Wartungen (der Zentralvorrichtung, der Generatoren, etc.) reduziert werden.
  • Erfindungsgemäß ist die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen eingerichtet, das Löschmittel mit einer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben, mit einer Richtcharakteristik, die ein Ausgeben des Löschmittels in Richtung des Auffangbereichs bewirkt.
  • In einigen Ausführungsformen können Löschmittelauslässe, die dazu eingerichtet sind, Löschmittel in den Auffangbereich abzugeben, insbesondere an der Lageranordnung, bevorzugt an den Stellelementen der Lageranordnung, insbesondere den Regalstielen einer Regalanordnung, angeordnet sein. Alternativ oder zusätzlich kann eine Anordnung der ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen an der Lageranordnung auch über eine eigens dafür vorgesehene Halterung bewerkstelligt werden. Die Halterung kann hierbei separat von den Stellelementen der Lageranordnung bereitgestellt werden.
  • Durch diese Anordnung an der Lageranordnung wird es möglich, die Löschmittelauslässe in der Nähe des Auffangbereichs anzuordnen, um eine noch bessere Lokalisierung der Brandbekämpfung mittels des Löschmittels zu ermöglichen. Ferner ermöglicht die Anordnung eine sehr präzise Ausrichtung der Löschmittelauslässe in einer Weise, die zu einer präzise gerichteten Ausgabe des Löschmittels führt.
  • Es soll an dieser Stelle verstanden werden, dass die Bereitstellung einer Richtcharakteristik nicht bedeutet, dass sämtliche Löschmittelauslässe eine bestimmte Richtcharakteristik für das Löschmittel bereitstellen. In einigen Ausführungsformen kann auch nur ein Löschmittelauslass mit einer bestimmten Richtcharakteristik für das Löschmittel eingerichtet werden, wobei die Zusammenwirkung dieses Löschmittelauslasses mit den weiteren Löschmitteauslässen dann dafür sorgt, dass das Löschmittel insgesamt mit der ersten vorgegeben Richtcharakteristik ausgegeben wird.
  • Unter einer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik wird nachfolgend verstanden, dass die Löschmittelauslässe so eingerichtet sind, das Löschfluid entlang einer bestimmten Richtung auszugeben. Erfindungsgemäß weisen die Löschmittelauslässe hierzu eine Richtcharakteristik für das Löschmittel auf, so dass das Löschmittel insbesondere nicht mit einer 360°-Charakteristik ausgegeben wird, die Richtcharakteristik also weniger als 360° beträgt.
  • Die erste vorgegebene Richtcharakteristik ist derart eingerichtet, dass das Löschmittel in Richtung des Auffangbereichs ausgegeben wird, um im Falle des Brandereignisses das dort gesammelte flüssige Gefahrgut lokal mit Löschmittel zu bedecken und so das Brandereignis lokalisiert zu bekämpfen. Die Richtcharakteristik kann hierbei bevorzugt durch ein entsprechend ausgerichtetes Sprühtellerelement erzeugt werden. Hierbei kann die Vielzahl von Löschfluidauslässen so angeordnet werden, dass die Vielzahl von Löschfluidauslässen aufgrund ihrer jeweiligen Richtcharakteristik das Löschfluid gerichtet über den gesamten Bereich des Auffangbereichs verteilen können. Aufgrund dieses Zusammenspiels ist es nicht nötig, dass ein einzelner Löschfluidauslass den gesamten Auffangbereich abdeckt, vielmehr kann die Vielzahl von Löschfluidauslässen eingerichtet sein, gemeinsam den gesamten Auffangbereich abzudecken.
  • In einigen Ausführungsformen umfasst die zumindest eine Lageranordnung zumindest eine fluiddichte Anhebung, die eingerichtet ist, bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter, das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich zu leiten. Bevorzugt weist die zumindest eine fluiddichte Anhebung zumindest eine schräge Fläche auf, die in Richtung des zumindest einen Auffangbereichs abfällt, um bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich zu leiten.
  • Es ist bevorzugt, dass das noch in den Lagerbehältern befindliche, also nicht aus einem Lagerbehälter ausgetretene flüssige Gefahrgut nicht in Kontakt mit dem Auffangbereich gerät. Zu diesem Zweck kann die Lageranordnung in einigen Ausführungsformen eine Anhebung, wie beispielsweise einen Sockel, aufweisen. Die Anhebung kann insbesondere eingerichtet sein, das flüssige Gefahrgut in Richtung des Auffangbereichs zu leiten, beispielsweise mittels entsprechender fluidleitender Flächen oder Ähnlichem. Die Anhebung ist bevorzugt aus einem fluiddichten Material gefertigt. In einigen Ausführungsformen ist die Anhebung insbesondere in Form eines Betonsockels ausgestaltet.
  • In einigen Ausführungsformen kann die fluiddichte Anhebung insbesondere derart ausgestaltet sein, dass sie eine schräge Fläche aufweist, die in Richtung der Bodenfläche abfällt. Die schräge Fläche kann insbesondere als Stellfläche für die Lagerbehälter ausgeführt werden. Wenn aus einem der Lagerbehälter nun das flüssige Gefahrgut austritt, wird das flüssige Gefahrgut über die schräge Fläche in Richtung des Auffangbereichs geleitet. Hierbei kann die schräge Fläche so abgeschrägt sein, dass sie mit dem Auffangbereich abschließt oder sie kann so abgeschrägt sein, dass sie etwas oberhalb der Bodenfläche und damit oberhalb des Auffangbereichs endet.
  • Alternativ kann die fluiddichte Anhebung auch so ausgestaltet sein, dass sie eine gerade Fläche aufweist, also eine Fläche, die parallel zur Bodenfläche verläuft, sowie eine schräge Fläche, die von der geraden Fläche an der Oberseite der fluiddichten Anhebung in Richtung der Bodenfläche abfällt. Die gerade und die schräge Fläche können hierbei ineinander übergehen und/oder über eine fluiddichte Verbindung miteinander verbunden werden. In dieser Ausführungsform kann die gerade Fläche hierbei insbesondere als Stellfläche für die Lagerbehälter verwendet werden, während die schräge Fläche als fluidleitende Fläche dient, die das Fluid ausgehend von der Stellfläche der Lagerbehälter in Richtung des Auffangbereichs führt.
  • In einigen Ausführungsformen weist die Lageranordnung zumindest ein Fluidbarrierenelement auf, das - bevorzugt fluiddicht - mit der zumindest einen fluiddichten Anhebung verbunden und eingerichtet ist, um bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter ein Ausbreiten des flüssigen Gefahrguts in einen Bereich außerhalb des zumindest einen Auffangbereichs zu verhindern.
  • In einigen Ausführungsformen kann die Lageranordnung ferner eines oder mehrere Fluidbarrierenelemente aufweisen, die bevorzugt an den Rändern der fluiddichten Anhebung angeordnet sind und mit der Fläche der fluiddichten Anhebung in fluiddichter Verbindung stehen. Diese Fluidbarrierenelemente können bevorzugt als sich gegenüber der Fläche der fluiddichten Anhebung vertikal erstreckende Elemente ausgeführt sein. Dadurch kann auf der Fläche befindliches flüssiges Gefahrgut nicht zu den Seiten der fluiddichten Anhebung sowie zur Rückseite der fluiddichten Anhebung austreten. Vielmehr kann das gesamte flüssige Gefahrgut über die schräge Fläche in Richtung des Auffangbereichs geleitet werden.
  • Hierdurch kann das flüssige Gefahrgut innerhalb des Auffangbereichs lokalisiert gesammelt und dort zur Brandbekämpfung vorgehalten werden.
  • In einigen Ausführungsformen umfasst die zumindest eine Lageranordnung zumindest ein Fluidleitelement, das eingerichtet ist, bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter, das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich zu leiten. In einigen Ausführungsformen kann das zumindest eine Fluidleitelement eine Basisfläche und zumindest eine damit verbundene schräge Fluidleitfläche aufweisen, wobei das Fluidleitelement derart angeordnet wird, dass die zumindest eine schräge Fluidleitfläche entlang einer Fluidleitrichtung des zumindest einen Auffangbereichs abfällt, um das flüssige Gefahrgut bei einem Austreten desselben aus dem zumindest einen Lagerbehälter in den zumindest einen Auffangbereich zu leiten.
  • Es ist bevorzugt, dass die Lageranordnung mehrere Ebenen umfasst. Im Falle der untersten Ebene können die Lagerbehälter unmittelbar auf der fluiddichten Anhebung stehen. Im Havariefall kann dann das flüssige Gefahrgut aus dem Lagerbehälter über die schräge Fläche der fluiddichten Anhebung in den Auffangbereich geleitet werden. In einigen Ausführungsformen kann diese schräge Fläche durch ein Anordnen eines Fluidleitelements auf der fluiddichten Anhebung bereitgestellt werden.
  • In den weiteren Ebenen der Lageranordnung kann eine effiziente Fluidleitung dadurch ermöglicht werden, dass die Lageranordnung ebenfalls eines oder mehrere Fluidleitelemente umfasst, die zur Leitung des flüssigen Gefahrguts bei einem Austreten aus dem Lagerbehälter bereitgestellt werden. Hierzu können die Fluidleitelemente bevorzugt in jeder Ebene unterhalb der Lagerbehälter angeordnet werden. Die Fluidleitelemente können hierbei als separate Fluidleitelemente, die lösbar in der Lageranordnung einsetzbar sind ausgestaltet werden. Alternativ oder zusätzlich können die Fluidleitelemente auch als Teil der Lageranordnung ausgeführt werden. Beispielsweise kann eine Regalanordnung mit Regalebenen ausgestaltet werden, die als Fluidleitelemente ausgeführt sind.
  • In einigen Ausführungsformen können die Fluidleitelemente insbesondere so ausgestaltet sein, dass sie eine schräge Fläche aufweisen, die in Richtung der Bodenfläche abfallen. Die schräge Fläche kann insbesondere als Stellfläche für die Lagerbehälter in den höheren Ebenen ausgeführt werden. Wenn aus einem der Lagerbehälter nun das flüssige Gefahrgut austritt, wird das flüssige Gefahrgut, analog zur fluiddichten Anhebung, über die schräge Fläche in Richtung des Auffangbereichs geleitet. In einigen Ausführungsformen können die Fluidleitelemente auch so ausgestaltet sein, dass sie eine gerade Fläche aufweisen, die parallel zur Bodenfläche verläuft, sowie eine schräge Fläche, die von der geraden Fläche an der Oberseite der fluiddichten Anhebung in Richtung der Bodenfläche abfällt. Die gerade und die schräge Fläche können hierbei ineinander übergehen und/oder über eine fluiddichte Verbindung miteinander verbunden werden. In dieser Ausführungsform kann die gerade Fläche hierbei insbesondere als Stellfläche für die Lagerbehälter in den höheren Ebenen verwendet werden, während die schräge Fläche als fluidleitende Fläche dient, die das Fluid ausgehend von der Stellfläche der Lagerbehälter in Richtung des Auffangbereichs führt.
  • In einigen Ausführungsformen können die Fluidleitelemente in Form von in die Lageranordnung einsetzbaren fluiddichten Blechen ausgestaltet werden, die unterhalb der Lagerbehälter angeordnet werden. Diese Bleche können, wie vorstehend beschrieben, vollständig als schräge Flächen ausgestaltet sein oder eine gerade Fläche aufweisen, die mit einer schrägen Flächen verbunden ist.
  • Bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts gelangt dieses auf das jeweilige Fluidleitelement. Das Fluidleitelement kann sodann eingerichtet sein, beispielsweise durch entsprechende Rillen oder ähnliche Fluidleitungen, das ausgetretene flüssige Gefahrgut von der Lageranordnung weg in Richtung des Auffangbereichs zu leiten. Hierbei können die Fluidleitelemente insbesondere so eingerichtet sein, dass sie verhindern, dass ausgetretenes flüssiges Gefahrgut in die Nähe eines weiteren Lagerbehälters gelangt, der neben oder unterhalb des havarierten Lagerbehälters angeordnet ist.
  • In einigen Ausführungsformen weist jeder Lagerbehälter zumindest ein ihm eigens zugeordnetes Fluidleitelement auf. In einigen Ausführungsformen, insbesondere in Ausführungsformen, in denen Lagerbehälter eine gewisse Größe nicht überschreiten, kann ein Fluidleitelement jedoch auch mehreren Lagerbehältern zugeordnet sein. In dem Fall, in dem die Fluidleitelemente in Form von fluiddichten Blechen ausgestaltet sind, kann so beispielsweise ein fluiddichtes Blech unterhalb einer Palette mit mehreren, kleineren Lagerbehältern angeordnet werden. Das bedeutet, in einigen Ausführungsformen können die Fluidleitelemente nicht pro Lagerbehälter, sondern pro Palette bereitgestellt werden.
  • Durch die Verwendung solcher Fluidleitelemente kann eine Ausbreitung des flüssigen Gefahrguts - und damit des Brandes - entlang der Lageranordnung verhindert werden.
  • In einigen Ausführungsformen ist bevorzugt, dass das Fluidleitelement unterhalb eines Lagerbehälters in der Lageranordnung angeordnet werden kann. Hierzu ist es insbesondere bevorzugt, dass das Fluidleitelement, ähnlich wie die fluiddichte Anhebung, eine gerade Fläche aufweist, die sozusagen als Stellfläche für den auf dem Fluidleitelement angeordneten Lagerbehälter - und /oder die entsprechende Palette - dienen kann. Diese gerade Fläche kann dann die Basisfläche des Fluidleitelements bilden. Das Fluidleitelement kann ferner eingerichtet sein, ein aus einem Lagerbehälter ausgetretenes flüssiges Gefahrgut in Richtung des Auffangbereichs zu leiten. In einigen Ausführungsformen kann das Fluidleitelement hierzu eine schräge Fluidleitfläche aufweisen, die mit der Basisfläche des Fluidleitelements fluiddicht verbunden ist. Die schräge Fluidleitfläche ist hierbei bevorzugt eingerichtet, flüssiges Gefahrgut, das sich auf der Basisfläche befindet, von der Basisfläche weg in Richtung des Auffangbereichs zu leiten. Hierzu kann die schräge Fluidleitfläche entlang der Fluidleitrichtung des zumindest einen Auffangbereichs abfallen. Dadurch strömt das flüssige Gefahrgut von der Basisfläche auf die Fluidleitfläche in den Auffangbereich.
  • Hierzu kann das Fluidleitelement umfassend die Basisfläche und die Fluidleitfläche bevorzugt so in der Lageranordnung angeordnet werden, dass die Fluidleitfläche auf der Seite der Lageranordnung angeordnet ist, auf der der Auffangbereich ausgebildet ist.
  • Hierdurch kann das flüssige Gefahrgut nach dem Austreten aus einem Lagerbehälter auch aus höheren Ebenen der Lageranordnung zuverlässig in den Auffangbereich geleitet werden.
  • In einigen Ausführungsformen weist das zumindest eine Fluidleitelement ferner zumindest eine Seitenfläche auf, wobei die zumindest eine Seitenfläche eingerichtet ist, um bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter ein Ausbreiten des flüssigen Gefahrguts in einen Bereich außerhalb des zumindest einen Auffangbereichs zu verhindern.
  • Es ist bevorzugt, dass sich das flüssige Gefahrgut nach einem Austreten aus dem Lagerbehälter nicht über den Lagerbereich ausbreitet. Hierzu ist vorgesehen, dass das flüssige Gefahrgut in dem Auffangbereich gesammelt wird. Um zu verhindern, dass das aus dem Lagerbehälter ausgetretene flüssige Gefahrgut von der Lageranordnung in andere Bereiche als den Auffangbereich fließt, können die Fluidleitelemente bevorzugt eine oder mehrere Seitenflächen aufweisen, die sich ausgehend von der Stellfläche des Lagerbehälters in der Lageranordnung, insbesondere der Basisfläche des Fluidleitelements, vertikal nach oben, also üblicherweise in Richtung der Deckenanordnung erstrecken und so verhindern, dass sich das flüssige Gefahrgut in einen Bereich außerhalb des zumindest einen Auffangbereichs ausbreitet.
  • Die zumindest eine Seitenfläche des Fluidleitelements kann hierbei insbesondere als eine erste Seitenfläche, die von der Fluidleitfläche aus gesehen auf der rechten Seite der Basisfläche des Fluidleitelements angeordnet ist, ausgeführt sein. Alternativ oder zusätzlich kann die zumindest eine Seitenfläche als eine zweite Seitenfläche, die von der Fluidleitfläche aus gesehen auf der linken Seite der Basisfläche des Fluidleitelements angeordnet ist, ausgeführt sein. Alternativ oder zusätzlich kann die Seitenfläche auch als eine Rückseitenfläche, die von der Fluidleitfläche aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite der Basisfläche angeordnet ist, ausgeführt sein.
  • Hierbei können die so ausgestalteten Fluidleitelemente bevorzugt miteinander zusammenwirken, um so eine Fluidleitung in Richtung des Auffangbereichs und eine Fluidsperre in alle anderen Bereiche für eine gesamte Reihe der Lageranordnung bereitzustellen. Hierzu können die Fluidleitelemente bevorzugt mit entsprechenden Verbindungselementen ausgestattet sein, die eingerichtet sind, eine fluiddichte Verbindung zwischen einem ersten Fluidleitelement und einem zweitem Fluidleitelement bereitzustellen. Die Verbindungselemente sind hierbei bevorzugt an den Seiten angeordnet, an denen, von der Fluidleitfläche aus gesehen, keine Seitenflächen ausgebildet sind. Die Verbindungselemente können insbesondere als Überlappungselemente mit und/oder ohne weichdichtende Dichtungselemente ausgeführt sein, die miteinander überlappt werden können, um so die fluiddichte Verbindung herzustellen. Durch diese Einrichtung kann eine variable Fluidleitanordnung bereitgestellt werden, die es ermöglicht, das aus den Lagerbehältern ausgetretene flüssige Gefahrgut zuverlässig nur in den Auffangbereich zu leiten und eine Ausbreitung des ausgetretenen flüssigen Gefahrguts in andere Bereiche zu verhindern. Insbesondere ermöglicht die Verwendung von Fluidleitelementen, die miteinander verbunden werden können, Lageranordnungen variabler Größen mit einer Fluidleitanordnung in höheren Ebenen der Lageranordnungen bereitzustellen.
  • Dies ermöglicht, je nach Lagerart - wie beispielsweise Dreiplatzlagerung, in der pro Ebene zwischen zwei Stellelementen drei Lagerbehälter und/oder drei Paletten mit darauf angeordneten Lagerbehältern angeordnet sind, oder Zweiplatzlagerung, in der pro Ebene zwischen zwei Stellelementen zwei Lagerbehälter und/oder zwei Paletten mit darauf angeordneten Lagerbehältern angeordnet sind - angepasste Fluidleitanordnungen, bestehend aus entweder drei oder zwei Fluidleitelementen, bereitzustellen.
  • In einigen Ausführungsformen weist der zumindest eine Auffangbereich eine Vielzahl von Fluidaufnahmen auf, die eingerichtet sind, das in den Auffangbereich geleitete, flüssige Gefahrgut aufzunehmen. In einigen Ausführungsformen ist die Vielzahl von Fluidaufnahmen eingerichtet, bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter, das flüssige Gefahrgut vollständig aufzunehmen.
  • Es ist weiterhin bevorzugt, dass das flüssige Gefahrgut so in dem Auffangbereich gesammelt wird, dass es sich nicht über eine große Fläche ausbreitet und insbesondere keine besonders große Oberfläche aufweist. Dies ist deshalb der Fall, damit im Falle einer Entzündung des flüssigen Gefahrguts, also im Falle eines Brandereignisses, eine schnelle und lokalisierte Brandbekämpfung, insbesondere Löschung, insbesondere dann möglich ist, wenn die Fläche des Brandereignisses möglichst gering ist.
  • Um dies zu bewerkstelligen, kann der Auffangbereich bevorzugt mit einer Vielzahl von Fluidaufnahmen ausgestattet werden, die eingerichtet sind, das in den Auffangbereich geleitete flüssige Gefahrgut aufzunehmen. Hierzu kann jede der Fluidaufnahmen bevorzugt als eine Art Kanal innerhalb des Auffangbereichs ausgeführt sein. Hierzu können die Fluidaufnahmen als Einbuchtungen in die Bodenfläche ausgestaltet werden.
  • Bevorzugt können die Dimensionierung und Anzahl der Fluidaufnahmen so aufeinander abgestimmt werden, dass die Fluidaufnahmen zumindest den Inhalt eines Lagerbehälters aufnehmen können. Hierbei können die Fluidaufnahmen insbesondere einer bestimmten Anzahl von Lagerbehältern zugeordnet werden, beispielsweise allen Lagerbehältern, die innerhalb einer Lageranordnung angeordnet sind. In einigen Ausführungsformen können alle Lagerbehälter der beiden Lageranordnungen, die den Auffangbereich bilden, den innerhalb des jeweiligen Auffangbereichs befindlichen Fluidaufnahmen zugeordnet werden. Wenn in diesem Fall flüssiges Gefahrgut aus einem der Lagerbehälter austritt, können Dimension und Anzahl der Fluidaufnahmen so gewählt werden, dass der gesamte Inhalt, also das gesamte flüssige Gefahrgut, durch die Fluidaufnahmen aufgenommen werden kann. In anderen Ausführungsformen kann auch nur eine Teilmenge aller Lagerbehälter einer Regalanordnung einer bestimmten Anzahl von Fluidaufnahmen zugeordnet werden. In diesem Fall kann jede der so ermittelten Teilmengen an Lagerbehältern mit einer bestimmten Anzahl von Fluidaufnahmen assoziiert werden. Wenn nun flüssiges Gefahrgut aus einem Lagerbehälter einer bestimmten Teilmenge austritt, müssen die dieser Teilmenge zugewiesenen Fluidaufnahmen ihrer Anzahl und Dimensionierung nach in der Lage sein, das flüssige Gefahrgut aufzunehmen. Wenn hingegen flüssiges Gefahrgut aus einem Lagerbehälter einer anderen Teilmenge austritt, müssen die dieser anderen Teilmenge zugewiesenen Fluidaufnahmen ihrer Anzahl und Dimensionierung nach in der Lage sein, das flüssige Gefahrgut aufzunehmen. In einigen Ausführungsformen können die Fluidaufnahmen ihrer Anzahl und Dimensionierung nach insbesondere eingerichtet sein, stets den Inhalt des größten Lagerbehälters, der ihnen zugeordnet ist, aufzunehmen.
  • Bevorzugt kann die Breite der Fluidaufnahmen annähernd der Breite des Auffangbereichs entsprechend, während die Länge und Tiefe der Fluidaufnahmen bevorzugt so gewählt werden können, dass das Aufnahmevolumen der Fluidaufnahme den Anforderungen entspricht, die sich aus der Menge an Inhalt, der aufgenommen werden muss, und der Anzahl an einer bestimmten Menge Lagerbehälter zugeordneten Fluidaufnahmen ergibt.
  • In einigen Ausführungsformen kann die Länge der Fluidaufnahme zwischen 200 mm bis 500 mm, bevorzugt 200 mm bis 400 mm, noch weiter bevorzugt zwischen 200 mm und 300 mm liegen. Um im Falle großer Längen eine Befahrbarkeit des die Fluidaufnahmen umfassenden Auffangbereichs zu ermöglichen, können die Fluidaufnahmen mit fluiddurchlässigen Abdeckungen, beispielsweise Gittern, ausgestattet werden. So kann sichergestellt werden, dass auch von der Seite des Auffangbereichs aus auf die Lageranordnung zugegriffen und diese insbesondere befüllt und/oder ausgeräumt werden kann.
  • In diesen Fällen kann über die Tiefe der Fluidaufnahme, also die Tiefe des Kanals, der die Fluidaufnahme bildet, das endgültige Aufnahmevolumen bestimmt werden. Die Tiefe kann bevorzugt so gewählt werden, dass bei einer bestimmten Anzahl von Fluidaufnahmen diese Anzahl von Fluidaufnahmen in der Lage ist, zumindest den Inhalt eines Lagerbehälters vollständig aufzunehmen. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass das flüssige Gefahrgut nur eine geringe Oberfläche innerhalb des Auffangbereichs - und damit des Lagerbereichs - ausmacht. Im Falle eines Brandereignisses kann dann diese geringe Oberfläche gezielt mittels eines Ausgebens von Löschmittel aus den Löschmittelauslässen auf die Fluidaufnahmen gelöscht werden.
  • Diese Anordnung verhindert also ein Ausbreiten des flüssigen Gefahrguts über große Bereiche und damit ein Ausbreiten des Brandereignisses. Hierdurch können Sekundärschäden reduziert werden. Ferner erlaubt diese Anordnung eine lokalisierte und effiziente Löschung am Ort des Brandereignisses, wodurch andere Bereiche des Lagerbereichs weiter nutzbar bleiben.
  • In einigen Ausführungsformen, kann der zumindest eine Auffangbereich eine Länge aufweisen, die einer Erstreckungslänge der zumindest einen fluiddichten Anhebung entspricht. An einem ersten Ende und einem zweiten Ende der Länge des Auffangbereichs kann hierbei jeweils zumindest ein Fluidsperrelement angeordnet sein, das eingerichtet ist, um, bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter, ein Ausbreiten des flüssigen Gefahrguts in einen Bereich außerhalb des zumindest einen Auffangbereichs zu verhindern.
  • Für eine effiziente und lokalisierte Brandbekämpfung ist es notwendig, die Ausbreitung des flüssigen Gefahrguts über weite Bereiche des Lagerbereichs zu verhindern. Zu diesem Zweck wird ein Auffangbereich bereitgestellt, der optional eine Reihe von Fluidaufnahmen umfassen kann. Um zu verhindern, dass das flüssige Gefahrgut nach Leitung in den Auffangbereich über die Seiten des Auffangbereichs in andere Bereiche des Lagerbereichs abfließt - beispielsweise bevor das flüssige Gefahrgut durch die eine oder die mehreren Fluidaufnahmen aufgenommen wurde - kann der Auffangbereich ferner an seinem ersten Ende und an seinem zweiten Ende mit einem Fluidsperrelement ausgestattet werden, das eingerichtet ist, zu verhindern, dass sich das flüssige Gefahrgut über einen Bereich außerhalb des Auffangbereichs ausbreitet.
  • Die Fluidsperrelemente können hierbei insbesondere fluiddicht mit dem Auffangbereich verbunden sein und sich vertikal ausgehend von dem Auffangbereich nach oben, also üblicherweise in Richtung der Deckenanordnung, erstrecken. Alternativ können die Fluidsperrelemente sich auch schräg nach oben erstrecken, also unter einem Winkel relativ zur Bodenfläche, die außerhalb des Auffangbereichs liegt. Dieser Winkel kann insbesondere größer 30°, noch weiter insbesondere größer 45°, noch weiter insbesondere größer 60° sein. In einigen Ausführungsformen sind die Fluidsperrelemente sehr flach relativ zur Bodenfläche ausgerichtet, und können so beispielsweise jeden Wert zwischen 5° und 20°, insbesondere zwischen 5° und 15°, noch weiter insbesondere zwischen 5° und 10° annehmen. Dies erlaubt, dass die Fluidsperrelemente auch mittels einer Transporteinrichtung zur Ein-, Ent- und Umlagerung überfahren werden können. Zu diesem Zwecke können die Fluidsperrelemente ferner eine Höhe von zwischen 5 mm bis 10 cm, insbesondere 5 mm bis maximal 5 cm, bevorzugt von 20 mm aufweisen.
  • Wie vorstehend erwähnt, können die Löschmittelauslässe bevorzugt an der Lageranordnung angeordnet sein. In einigen Ausführungsformen, in denen der Auffangbereich eine Vielzahl von Fluidaufnahmen umfasst, können die Löschmittelauslässe insbesondere so an der Lageranordnung angeordnet sein, dass die Löschmittelauslässe genau oberhalb dieser Fluidaufnahmen angeordnet sind. Hierbei kann oberhalb jeder Fluidaufnahme an jeder Lageranordnung - also üblicherweise an den beiden Lageranordnungen, deren Anhebungen den Auffangbereich ausformen - ein entsprechender Löschfluidauslass angeordnet werden. Alternativ kann jedoch auch nur oberhalb einer Teilmenge der Fluidaufnahmen, so beispielsweise oberhalb jeder zweiten, dritten, vierten, fünften, sechsten, siebten, achten, neunten, zehnten etc. Fluidaufnahme an jeder Lageranordnung ein entsprechender Löschmittelauslass angeordnet werden.
  • Hierdurch kann, insbesondere in dem Fall, in dem es sich bei den Löschmittelauslässen um Sprinkler handelt, zum einen ein schnelleres Auslösen der Brandbekämpfung, also ein schnelleres Auslassen des Löschmittels aus den Löschmittelauslässen bewirkt werden, da durch die Anordnung oberhalb der Fluidaufnahmen, der Temperaturanstieg direkt unterhalb der Löschmittelauslässe, insbesondere der Sprinkler, stattfindet, so dass deren Ampullen und/oder sonstige Auslöseelemente schneller auslösen. Zum anderen kann eine noch bessere Ausrichtung des Löschmittels auf das Brandereignis erreicht werden.
  • In einigen Ausführungsformen kann die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen eine erste Teilgruppe umfassen, wobei die erste Teilgruppe jeweils zumindest zwei einander zugeordnete Löschmittelauslässe umfasst, die als blockförmige Einheit an der zumindest einen Lageranordnung angeordnet sind, wobei die zumindest zwei einander zugeordneten Löschmittelauslässe in einem vorgegebenen Winkel relativ zueinander ausgerichtet sind. In einigen Ausführungsformen ist der vorgegebene Winkel größer oder gleich 30°, insbesondere größer oder gleich 60°, noch weiter insbesondere größer oder gleich 90°, insbesondere größer oder gleich 120°, insbesondere größer oder gleich 180°.
  • In einigen Ausführungsformen kann zumindest ein Teil der ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen in Form einer blockförmigen Einheit bereitgestellt werden. Die Löschmittelauslässe, die Teil der blockförmigen Einheit sind, sind bevorzugt eingerichtet, das Löschmittel mit der ersten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben. Die Löschmittelauslässe können hierzu ferner an der blockförmigen Einheit so angeordnet werden, dass sie unter einem vorgegebenen Winkel zueinander stehen, also die zentral verlaufenden Achsen der Löschmittelauslässe in einem bestimmten Winkel zueinanderstehen. In einigen Ausführungsformen kann dieser Winkel größer oder gleich 30° betragen. In einigen Ausführungsformen kann dieser Winkel größer oder gleich 60°, bevorzugt größer oder gleich 90° betragen. In einigen Ausführungsformen kann der Winkel größer oder gleich 120° betragen.
  • In einigen Ausführungsformen kann der Winkel größer oder gleich 180° betragen. In diesen Ausführungsformen ist es bevorzugt, dass die Löschmittelauslässe mit einem Deflektor bereitgestellt werden, der eingerichtet ist, das austretende Löschmittel so abzulenken, dass es in Richtung des Auffangbereichs ausgegeben wird.
  • Durch diese Anordnung der ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen in einer blockförmigen Einheit kann eine einfachere Installation der Löschmittelauslässe, beispielsweise an der Lageranordnung, ermöglicht werden. Die Löschmittelauslässe können insbesondere so relativ zueinander ausgerichtet werden, dass sie bei einer Installation das Löschmittel genauso gerichtet abgeben, dass es in der Lage ist, auf einen bestimmten, vorgegebenen Punkt gerichtet ausgegeben zu werden. In einigen Ausführungsformen kann die Ausrichtung derart erfolgen, dass das Löschmittel in Richtung des Auffangbereichs ausgegeben werden kann, um so eine möglichst vollständige und gleichmäßige Abdeckung der Fläche des Auffangbereichs mit Löschmittel zu ermöglichen. In einigen Ausführungsformen kann die Ausrichtung insbesondere derart erfolgen, dass das Löschmittel in Richtung der Fluidaufnahmen ausgerichtet ausgegeben werden kann. Weitere Arten der Ausrichtung sind denkbar. Eine besonders vorteilhafte Wirkung wird hierbei erzielt, wenn die erste Vielzahl der Löschmittelauslässe, die als blockförmige Einheit angeordnet wird, die erste vorgegebene Richtcharakteristik aufweist. In diesem Fall kann die Löschmittelausgaberichtung noch besser vorgegeben werden.
  • Durch die so gewählte Anordnung der Löschmittelauslässe an der blockförmigen Einheit wird es ermöglicht, handelsübliche Löschmittelauslässe, wie Sprinkler und Düsen zu verwenden. Eine Entwicklung neuer Löschmittelauslässe zur Bereitstellung der gewünschten Richtcharakteristik ist nicht nötig.
  • Ein weiterer Vorteil der Verwendung der blockförmigen Einheit besteht darin, dass die Löschmittelauslässe aufgrund ihrer Anordnung innerhalb der blockförmigen Einheit besser gegen mechanische Einwirkungen von außen, insbesondere gegen Beschädigungen beim Be- und/oder Um- und/oder Entladen, geschützt werden.
  • Erfindungsgemäß umfasst das Brandschutzsystem ferner eine zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen, die eingerichtet sind, das Löschmittel mit einer zweiten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben.
  • Erfindungsgemäß umfasst das Brandschutzsystem ferner eine zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen, die eingerichtet sind, Löschmittel mit einer zweiten, von der ersten unterschiedlichen vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben. Auch die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen kann bevorzugt einen oder mehrere Sprinkler, die auf bekannte Weise arbeiten, umfassen. Das durch die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen ausgegebene Löschmittel weist eine andere, zweite Richtcharakteristik auf als die Richtcharakteristik des aus der ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen ausgegebenen Löschfluids. In einigen Ausführungsformen, in denen die Löschmittelauslässe als Sprinkler eingerichtet sind oder Sprinkler umfassen, kann die Richtcharakteristik des Löschmittels bevorzugt durch ein Richtelement, wie ein Sprinklertellerelement, beigeführt werden. In einigen Ausführungsformen ist die zweite Richtcharakteristik des Löschmittels derart, dass das Löschmittel mit einer 360°-Charakteristik, also gleichmäßig in alle Richtungen, ausgegeben wird. Die zweite Richtcharakteristik kann jedoch auch eine andere Richtcharakteristik sein. In einigen Ausführungsformen ist die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen an einer Deckenanordnung eines Brandschutzbereichs und/oder an der zumindest einen Lageranordnung angeordnet, um das Löschmittel in Richtung der Lageranordnung auszugeben.
  • In einigen Ausführungsformen kann die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen an einer Deckenanordnung eines Brandschutzbereichs, insbesondere des durch das Brandschutzsystem geschützten Lagerbereichs, angeordnet werden. Da die zweite Anzahl von Löschmittelauslässen das Löschmittel bevorzugt über einen breiten Bereich ausgeben kann, kann über die Löschmittelauslässe, die an der Deckenanordnung angeordnet sind, zusätzliches Löschmittel sowohl in den Auffangbereich und die Fluidaufnahmen als auch in die Lageranordnung gelangen und so gegebenenfalls ein Brandereignis innerhalb der Lageranordnung und/oder innerhalb des Auffangbereichs bekämpfen. Insbesondere innerhalb des Auffangbereichs werden durch diese Anordnung die Löschfluidauslässe der ersten Vielzahl von Löschfluidauslässen unterstützt.
  • Es soll an dieser Stelle noch darauf hingewiesen werden, dass das erfindungsgemäße Brandschutzsystem nicht darauf beschränkt ist, die erste und die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen zu umfassen. Das erfindungsgemäße Brandschutzsystem kann somit auch weitere Löschmittelauslässe umfassen. In einigen Ausführungsformen kann das erfindungsgemäße Brandschutzsystem zusätzlich zu einem handelsüblichen Brandschutzsystem mit entsprechenden Deckensprinklern bereitgestellt werden, kann also auch diese Deckensprinkler umfassen.
  • Alternativ oder zusätzlich kann die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen auch an der Lageranordnung, insbesondere an einer oberen Seite einer jeden Lagerebene der Lageranordnung, angeordnet sein. Durch diese Löschmittelauslässe können insbesondere die in der Lageranordnung befindlichen Lagerbehälter zusätzlich mit Löschmittel beaufschlagt werden, um so eventuelle Brandereignisse innerhalb der Lageranordnung, insbesondere um die Lagerbehälter herum, bekämpfen zu können. In einigen Ausführungsformen kann zumindest eine aus der ersten oder der zweiten Vielzahl von Löschmittelauslässen eine zweite Teilgruppe umfassen, wobei die zweite Teilgruppe Löschmittelauslässe umfasst, die einzeln an der zumindest einen Lageranordnung angeordnet sind, so dass die vorgegebene Richtcharakteristik ein Ausgeben des Löschmittels in Richtung der zumindest einen Lageranordnung, insbesondere der Lagerbehälter, bewirkt.
  • Alternativ oder zusätzlich zur vorstehend beschriebenen Ausführungsform können außerdem noch Löschmittelauslässe der ersten Vielzahl unmittelbar an der Lageranordnung, insbesondere an den oberen Seiten jeder Lagerebene angeordnet sein. Diese Löschmittelauslässe der ersten Vielzahl gehören einer weiteren Teilgruppe an, die nicht über eine blockförmige Einheit, sondern direkt an der Lageranordnung angeordnet ist. Durch die erste Richtcharakteristik, die bewirkt, dass das Löschfluid vornehmlich flächig mit einer bestimmten Breite in eine bestimmte Richtung ausgegeben wird, kann über die Anordnung der Löschfluidauslässe der weiteren Teilgruppe der ersten Vielzahl erreicht werden, dass insbesondere die in der Lageranordnung befindlichen Lagerbehälter zusätzlich mit Löschmittel benetzt werden, so dass eventuelle Brandereignisse innerhalb der Lageranordnung bekämpft werden können.
  • Der Vorteil dieser Ausführungsform kann insbesondere darin bestehen, dass die vorbestimmte, erste Richtcharakteristik dafür sorgt, dass durch die Ausrichtung der Löschmittelauslässe das Löschmittel bevorzugt in eine bestimmte Richtung ausgegeben wird. Durch diese Richtungsvorgabe ist es möglich, weniger Löschmittelauslässe zu verwenden, um die gleiche Anzahl an Lagerbehältern zu beaufschlagen wie mittels der Löschmittelauslässe der zweiten Vielzahl, die eine zweite, unspezifischere, insbesondere 360°-Richtcharakteristik aufweisen.
  • In einigen Ausführungsformen umfasst das Löschmittel einen Schaum, insbesondere einen fluorhaltigen und/oder fluorfreien Schaum.
  • Bevorzugt kann das in dem Brandschutzsystem eingesetzte Löschmittel einen Schaum umfassen, insbesondere einen fluorfreien Schaum, wie beispielsweise Moussol und/oder Vapurex. In anderen Ausführungsformen kann der Schaum auch ein fluorhaltiger Schaum sein. Der fluorfreie und/oder fluorhaltige Schaum kann insbesondere dazu geeignet sein, mit einer für einen Schwerschaum üblichen Verschäumungszahl ausgegeben zu werden.
  • In einigen Ausführungsformen umfasst das flüssige Gefahrgut eine brennbare Flüssigkeit. In einigen Ausführungsformen umfasst das flüssige Gefahrgut eine brennbare Flüssigkeit mit einem Flammpunkt größer -22°C, insbesondere mit einem Flammpunkt größer -7°C. In einigen Ausführungsformen umfasst die brennbare Flüssigkeit eines oder mehrere der Nachfolgenden: einen Alkohol, einen Ester, eine Carboxylsäure, ein Amin, ein Aldehyd, oder einen Ether.
  • In einigen Ausführungsformen kann das flüssige Gefahrgut insbesondere eine brennbare Flüssigkeit umfassen. Diese brennbare Flüssigkeit kann insbesondere eine nicht-wasserlösliche brennbare Flüssigkeit sein. In einigen Ausführungsformen kann das flüssige Gefahrgut eine Flüssigkeit mit einem Flammpunkt unter 21°C umfassen. In einigen Ausführungsformen kann das flüssige Gefahrgut eine Flüssigkeit mit einem Flammpunkt zwischen 21°C und 55°C umfassen. In einigen Ausführungsformen kann das flüssige Gefahrgut auch eine Flüssigkeit mit einem Flammpunkt zwischen 55°C und 100°C umfassen. In einigen Ausführungsformen kann das flüssige Gefahrgut eine bei 15°C wasserlösliche Flüssigkeit mit einem Flammpunkt unter 21°C umfassen.
  • In einigen Ausführungsformen kann das flüssige Gefahrgut auch Kombinationen dieser Gefahrgüter umfassen. In einigen Ausführungsformen können die flüssigen Gefahrgüter in Lagerbehältern chaotisch gelagert werden. Das bedeutet, die flüssigen Gefahrgüter können in unterschiedlich ausgeführten Lagerbehältern, beispielsweise IBCs und Kanistern und/oder IBCs und Kanistern und Fässern und/oder Kanistern und/oder Fässern, gelagert werden, wobei für die einzelnen flüssigen Gefahrgüter keine Lagerplätze vorgegeben werden. Das erfindungsgemäße Brandschutzsystem ist jedoch nicht auf diese Art von Lagerung beschränkt. Es ist auch möglich, mit dem erfindungsgemäßen Brandschutzsystem einen Brandschutzbereich zu schützen, in dem sowohl flüssiges Gefahrgut als auch klassische Lagergüter gelagert werden, also im Falle von Mischlagerungen.
  • In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung die Verwendung eines Fluidleitelemen in dem erfindungsgemäßen Brandschutzsystem, das eingerichtet ist, bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter, das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich zu leiten. In einigen Ausführungsformen kann das Fluidleitelement zumindest eine Basisfläche und eine damit verbundene schräge Fluidleitfläche aufweisen, wobei das Fluidleitelement derart angeordnet wird, dass die zumindest eine schräge Fluidleitfläche entlang einer Fluidleitrichtung des zumindest einen Auffangbereichs abfällt, um so bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einem Lagerbehälter das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich zu leiten.
  • In einigen Ausführungsformen kann die schräge Fluidleitfläche relativ zur Horizontalen, die parallel zur Bodenfläche ist unter einem Winkel von zwischen 1° bis 90°, bevorzugt zwischen 10° bis 45°, noch weiter bevorzugt zwischen 20° bis 30° abfallen.
  • In einigen Ausführungsformen kann das Fluidleitelement ferner zumindest eine Fluidsperrfläche aufweisen, die sich rechtwinklig von der Basisfläche entlang nach oben in Richtung Deckenanordnung erstreckt. In einigen Ausführungsformen kann die zumindest eine Fluidsperrfläche als Seitenfläche des Fluidleitelements ausgeführt sein. In einigen Ausführungsformen kann das Fluidleitelement ferner zumindest ein Verbindungsstück aufweisen, das eingerichtet ist, mit zumindest einem Verbindungsstück eines weiteren Fluidleitelements zusammenzuwirken, um die Fluidleitelemente fluiddicht miteinander zu verbinden.
  • In einem noch weiteren Aspekt betrifft die Erfindung die Verwendung eines Löschmittelauslasses in dem erfindungsgemäßen Brandschutzsystem, wobei der Löschmittelauslass eingerichtet ist, ein Löschmittel mit einer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben. In einigen Ausführungsformen weist der Löschmittelauslass ein Richtelement, insbesondere ein Sprühtellerelement, auf, welches eingerichtet ist, die erste vorgegebene Richtcharakteristik festzulegen. In einigen Ausführungsformen ist der Löschmittelauslass eingerichtet, das Löschmittel mit einer Verschäumungszahl von größer 0,5, bevorzugt größer als 1,0, noch bevorzugt größer als 1,5, noch bevorzugt größer als 5 auszugeben. In einigen Ausführungsformen ist der Löschmittelauslass eingerichtet, Wasser als Löschmittel auszugeben.
  • In einem noch weiteren Aspekt betrifft die Erfindung die Verwendung einer blockförmigen Einheit in dem erfindungsgemäßen Brandschutzsystem, die zumindest zwei Löschmittelauslässe, die eingerichtet sind, ein Löschmittel mit einer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben, umfasst. In einigen Ausführungsformen können ein erster Löschmittelauslass und ein zweiter Löschmittelauslass bevorzugt unter einem Winkel von 30°, weiter bevorzugt von 60°, noch weiter bevorzugt von 90°, noch weiter bevorzugt von 120°, noch weiter bevorzugt von 180° relativ zueinander angeordnet sein.
  • In einem noch weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Bereitstellen eines Brandschutzbereichs zum Brandschutz für flüssiges Gefahrgut nach Anspruch 14.
  • Eine weitere Ausführung betrifft die Verwendung eines Nicht-Gefahrgut-Löschmittels, insbesondere eines Schwerschaums, mittels eines erfindungsgemäßen Brandschutzsystems zur Brandbekämpfung im Brandfall eines flüssigen Gefahrguts.
  • Obschon die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung vorstehend im Zusammenhang mit dem Aspekt des Brandschutzsystems erläutert wurden, soll an dieser Stelle jedoch verstanden werden, dass die bevorzugten Ausführungsformen gleichermaßen auch bevorzugten Ausführungsformen der weiteren erfindungsgemäßen Aspekte entsprechen, die lediglich um Wiederholungen zu vermeiden nicht noch einmal im Einzelnen dargestellt wurden.
  • Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher beschrieben. Hierbei zeigen:
  • Fig. 1
    einen schematischen Aufbau einer Seitenansicht eines Brandschutzsystems gemäß einer ersten Ausführungsform;
    Fig. 2
    einen schematischen Aufbau einer Frontansicht eines Brandschutzsystems gemäß der ersten Ausführungsform;
    Fig. 3
    einen schematischen Aufbau einer Draufsicht eines Brandschutzsystems gemäß der ersten Ausführungsform;
    Fig. 4 (a)
    eine schematische Seitenansicht eines Löschmittelauslasses mit vorgegebener Richtcharakteristik gemäß einer ersten Ausführungsform;
    Fig. 4 (b)
    eine schematische Draufsicht eines Löschmittelauslasses mit vorgegebener Richtcharakteristik gemäß der ersten Ausführungsform;
    Fig. 5
    eine schematische Perspektivansicht einer blockförmigen Einheit gemäß einer Ausführungsform;
    Fig. 6 (a)
    eine schematische Perspektivansicht eines Fluidleitelements gemäß einer ersten Variante;
    Fig. 6 (b)
    eine schematische Perspektivansicht eines Fluidleitelements gemäß einer zweiten Variante;
    Fig. 6 (c)
    eine schematische Perspektivansicht eines Fluidleitelements gemäß einer dritten Variante; und
    Fig. 7
    einen schematischen Aufbau einer Frontansicht eines Brandschutzsystems gemäß einer zweiten Ausführungsform.
  • Die Figur 1 zeigt schematisch und exemplarisch eine Seitenansicht eines Brandschutzsystems 1 gemäß einer ersten Ausführungsform. Das Brandschutzsystem 1 umfasst Lageranordnungen 10a, 10b, 10c und 10d, welche jeweils auf fluiddichten Anhebungen 20a, 20b, 20c und 20d angeordnet sind. In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 1 umfassen Lageranordnungen 10a, 10b, 10c und 10d insbesondere Regalanordnungen, in denen Lagerbehälter 60 angeordnet sind. Lagerbehälter 60 können hierbei als unterschiedliche Lagerbehälter, wie beispielsweise Kanister, Fässer oder IBCs, ausgeführt sein.
  • An den Lageranordnungen 10a, 10b, 10c und 10d sind jeweils blockförmige Einheiten 30 angeordnet. In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 1 umfassen die blockförmigen Einheiten 30 jeweils zwei Löschmittelauslässe 31 aus einer ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen, die in der spezifischen Ausführungsform der Fig. 1 als Sprinkler ausgestaltet sind. Löschmittelauslässe 31 sind hierbei eingerichtet, das Löschmittel mit einer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben. Die erste vorgegebene Richtcharakteristik ist hierbei derart, dass das Löschmittel bevorzugt gleichmäßig in eine bestimmte Richtung ausgegeben wird und somit keine 360° Charakteristik aufweist. Die Funktionsweise eines Löschmittelauslasses 31 mit der ersten vorgegebenen Richtcharakteristik wird nachstehend im Zusammenhang mit der Fig. 4 noch einmal näher erläutert werden.
  • An der Lageranordnungen 10a, 10b, 10c und 10d sind ferner eine Reihe von Löschmittelauslässen 40 angeordnet, die der zweiten Vielzahl von Löschmittelauslässen angehören. Löschmittelauslässe 40 sind in der spezifischen Ausführungsform der Fig. 1 ebenfalls als Sprinkler eingerichtet und weisen eine zweite, vorgegebene Richtcharakteristik für das Löschmittel auf. Die zweite vorgegebene Richtcharakteristik ist bevorzugt eine 360°-Richtcharakteristik, nach der das Löschmittel gleichmäßig in alle Richtungen ausgegeben wird. Auch wenn in der beispielhaften Ausführungsform der Fig. 1 Löschmittelauslässe 40 der zweiten Vielzahl von Löschmittelauslässen an den Lageranordnungen 10a, 10b, 10c und 10d angeordnet sind, können alternativ oder zusätzlich auch Löschmittelauslässe 31 der ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen an einer oder mehreren der Lageranordnungen 10a, 10b, 10c und 10d angeordnet sein. Ferner können, auch wenn in der beispielhaften Ausführungsform der Fig. 1 die Löschmittelauslässe 40 der zweiten Vielzahl von Löschmittelauslässen oberhalb der Lagerbehälter 60 angeordnet sind, diese Löschmittelauslässe 40 der zweiten Vielzahl, alternativ oder zusätzlich mit den Löschmittelauslässen 31 der ersten Vielzahl auch an anderen Positionen innerhalb und/oder an den Lageranordnungen 10a, 10b, 10c und 10d angeordnet sein.
  • Die Anhebungen 20a, 20b, 20c und 20d sind derart eingerichtet, dass Lageranordnungen 10a, 10b, 10c und 10d auf ihnen aufgestellt sind. Hierzu weisen Anhebungen 20a, 20b, 20c und 20d jeweils eine gerade Fläche 22a und 22b auf (die gerade Flächen der Anhebungen 20c und 20d sind der Übersichtlichkeit halber nicht nummeriert). Obschon die Anhebungen 20a, 20b, 20c und 20d in der spezifischen Ausführungsform der Fig. 1 gerade Flächen 22a, 22b als Stellflächen aufweisen, kann die Funktion als Stellfläche in anderen Ausführungsformen auch durch die schrägen Flächen 21a, 21b bereitgestellt werden, wenn diese hierfür ausreichend groß dimensioniert ausgelegt werden.
  • Die Anhebungen 20a, 20b, 20c und 20d sind ferner eingerichtet, flüssiges Gefahrgut, welches aus einem der Lagerbehälter 60 ausgetreten ist, in Richtung des Auffangbereichs 200 zu leiten. Hierzu weisen die Anhebungen 20a, 20b, 20c und 20d jeweils eine schräge Fläche 21a und 21b auf (die schrägen Flächen der Anhebungen 20c und 20d sind der Übersichtlichkeit halber ebenfalls nicht nummeriert). In einigen Ausführungsformen können die schrägen Flächen insbesondere eine Schräge von etwa 1,0%, bevorzug 1,5% aufweisen. Die schrägen Flächen 21a und 21b sind eingerichtet, das flüssige Gefahrgut, wenn es aus einem der in der untersten Ebene der Lageranordnung 10a, 10b, 10c und 10d angeordneten Lagerbehälter 60 ausgetreten ist, in Richtung des Auffangbereichs 200 zu leiten.
  • Der Auffangbereich 200 wird hierbei durch den Boden 300 im Zwischenraum zwischen jeweils zwei Lageranordnungen 10a, 10b, 10c und 10d gebildet. So bildet der Bereich des Bodens 300 zwischen den Lageranordnungen 10a und 10b einen ersten Auffangbereich 200 und der Bereich des Bodens 300 zwischen den Lageranordnungen 10c und 10d einen zweiten Auffangbereich 200.
  • Der erste und zweite Auffangbereich 200 umfassen jeweils eine Vielzahl von Fluidaufnahmen 201 (in der Fig. 1 ist aufgrund der Perspektive jeweils nur eine zu erkennen), die als Vertiefungen in dem jeweiligen Auffangbereich 200 - und damit in dem Boden 300 - eingerichtet sind. Da der erste und der zweite Auffangbereich 200 durch den Boden 300 im Zwischenraum zwischen den Lageranordnungen 10a und 10b beziehungsweise 10c und 10d gebildet werden, weisen der erste und der zweite Auffangbereich 200 eine Länge auf, die der der Lageranordnungen 10a und 10b beziehungsweise 10c und 10d entspricht. Der erste und der zweite Auffangbereich 200 weisen also ein erstes Ende - am Anfangspunkt der Lageranordnung 10a und 10b beziehungsweise 10c und 10d - und ein zweites Ende - am Endpunkt der Lageranordnung 10a und 10b beziehungsweise 10c und 10d auf. In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 1 umfassen der erste und der zweite Auffangbereich 200 an ihrem jeweiligen ersten und seinem zweiten Ende je ein Fluidsperrelement 202 (in der Fig. 1 ist aufgrund der Perspektive nur eines gezeigt), welches den Fluidfluss des flüssigen Gefahrguts in Längsrichtung des ersten und des zweiten Auffangbereichs 200 sperrt.
  • Die Lageranordnung 10a und 10b sowie 10c und 10d umfasst ferner eine Vielzahl von Fluidleitelementen 70, die unterhalb der Lagerbehälter 60 in den höheren Ebenen der Lageranordnung 10a und 10b sowie 10c und 10d angeordnet sind. Die Fluidleitelemente 70 weisen zumindest eine Basisfläche und eine damit verbundene schräge Fluidleitfläche auf, wie sie im Zusammenhang mit der Fig. 5 noch einmal näher beschrieben werden.
  • Die Funktionsweise der Fluidleitelemente 70 entspricht im Grunde der Funktionsweise der fluiddichten Anhebung 20a, 20b, 20c und 20d, nur dass die Fluidleitelemente 70 diese Funktion für die nicht in der untersten Ebene der Lageranordnung 10a, 10b, 10c und 10d Lagerbehälter 60 ausüben. So bewirken die Fluidleitelemente 70 bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus einem Lagerbehälter, dass das flüssige Gefahrgut weder zur Rückseite der Lageranordnung 10a und 10b sowie 10c und 10d noch zu den Seiten der Lageranordnung 10a und 10b sowie 10c und 10d austreten kann, sondern stattdessen über die schräge Fluidleitfläche in Richtung des Auffangbereichs 200 nach unten geleitet wird.
  • Das Brandschutzsystem 1 der Fig. 1 umfasst ferner eine Deckenanordnung 400, an der eine Vielzahl von Löschmittelauslässen 50 angeordnet ist. In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 1 sind die Löschmittelauslässe 50 als Sprinkler ausgeführt. Die Löschmittelauslässe 50 weisen ebenfalls eine zweite vorgegebene Richtcharakteristik, insbesondere eine 360°-Richtcharakteristik - für das aus ihnen austretende Löschmittel auf. Auch wenn in der spezifischen Ausführungsform der Fig. 1 die Löschmittelauslässe 40 und die Löschmittelauslässe 50 dieselbe Richtcharakteristik aufweisen, soll an dieser Stelle verstanden werden, dass die Löschmittelauslässe 40 und die Löschmittelauslässe 50 unterschiedliche Richtcharakteristika aufweisen können. In einigen Ausführungsformen können die Löschmittelauslässe 40 und die Löschmittelauslässe 50 auch so eingerichtet sein, dass verschiedene Teilmengen der Löschmittelauslässe 40 und/oder verschiedene Teilmengen der Löschmittelauslässe 50 unterschiedliche Richtcharakteristika aufweisen. In einigen Ausführungsformen kann jeder Löschmittelauslass aus der Vielzahl von Löschmittelauslässen 40 und/oder der Vielzahl von Löschmittelauslässen 50 eine individuelle Richtcharakteristik aufweisen. Weitere Kombinationen sind denkbar.
  • Die Fig. 2 zeigt eine Frontansicht des Brandschutzsystems der Fig. 1. Gleiche Elemente sind mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet, so dass auf diese im Folgenden nicht mehr dediziert eingegangen wird. So zeigt die Fig. 2 die Lageranordnung 10a, in der Lagerbehälter 60 gelagert werden. Die Lageranordnung 10a ist auf der fluiddichten Anhebung 20a angeordnet, die wie im Zusammenhang mit der Fig. 1 beschrieben ausgeführt ist.
  • Wie in der Fig. 2 dargestellt, weist die Lageranordnung 10a zwei seitliche Fluidbarrierenelemente 23a auf, die fluiddicht mit der fluiddichten Anhebung 20a zusammenwirken, um ein Abfließen des flüssigen Gefahrguts über die Seiten der Lageranordnung 10a zu verhindern. Ferner weist die Lageranordnung 10 ein rückseitiges Fluidbarrierenelement 24a auf, das fluiddicht mit der fluiddichten Anhebung 20a zusammenwirkt, um ein Abfließen des flüssigen Gefahrguts über die Rückseite der Lageranordnung 10a zu verhindern. So kann das aus den Lagerbehältern 60 in der untersten Ebene der Lageranordnung 10a ausgetretene flüssige Gefahrgut über die schräge Fläche 21a (nicht dargestellt) in den Auffangbereich 200 geleitet werden.
  • Wie in der Fig. 2 ebenfalls dargestellt, umfasst der Auffangbereich 200 eine Vielzahl von Fluidaufnahmen 201, die als Vertiefungen im Boden 300 ausgestaltet sind. Die Fluidaufnahmen 201 sind hierbei bevorzugt so dimensioniert, dass sie den Inhalt eines gesamten Lagerbehälters 60 aufnehmen können. Hierdurch kann eine Ausbreitung des flüssigen Gefahrguts über eine große Fläche verhindert und damit die Brandfläche im Falle eines Brandereignisses gering gehalten werden, um das Brandereignis lokalisiert bekämpfen zu können. Das flüssige Gefahrgut sammelt sich also nicht im Auffangbereich 200, sondern vornehmlich in den Fluidaufnahmen 201.
  • Ferner umfasst der Auffangbereich 200 zumindest zwei Fluidsperrelemente 202, die an dem ersten und dem zweiten Ende des Auffangbereichs 200 angeordnet sind, um eine Ausbreitung des flüssigen Gefahrguts in Längsrichtung der Lageranordnung 10a zu verhindern. In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 2 sind diese Fluidsperrelemente 202 als schräge Elemente eingerichtet. Die Fluidsperrelemente 202 können aber auch, analog zu den Fluidbarrierenelementen 23a als vertikal zum Boden verlaufende Elemente eingerichtet werden.
  • Die Fig. 2 zeigt zudem eine Vielzahl von Löschmittelauslässen 40, die innerhalb der Lageranordnung 10a angeordnet sind. In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 2 sind diese Löschmittelauslässe 40 insbesondere als Sprinkler ausgeführt, die eingerichtet sind, das Löschmittel, wie beispielsweise Wasser, einen Schwerschaum, einen Mittelschaum und/oder eine Kombination derselben, mit einer 360°-Richtcharakteristik über die Lagerflächen der Lageranordnung 10 und die Lagerbehälter 60 zu verteilen. Auf diese Weise kann ein Brandereignis bereits bekämpft werden, wenn es beim Austreten aus dem Lagerbehälter 60 und vor dem Ableiten in den Auffangbereich auftritt. Dies verhindert eine Ausbreitung des Brandereignisses.
  • Die Fig. 2 zeigt weiter eine Frontansicht der blockförmigen Einheiten, an denen in der spezifischen Ausführungsform der Fig. 2 je nach Position ein oder zwei Löschmittelauslässe 31 angeordnet sind. Die blockförmigen Einheiten 30 sind hierbei an Stellelementen 11a, 12a, 13a der Lageranordnung 10a, insbesondere an den Regalstielen eines Regals, angeordnet. Diese Löschmittelauslässe 31 sind hierbei so ausgerichtet, dass sie mittels ihrer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik das Löschmittel entlang des Auffangbereichs 200, insbesondere über die Fluidaufnahmen 201 verteilen, um so eventuelle Brandereignisse bekämpfen zu können. Die Auslassrichtung der Löschmittelauslässe ist in der Fig. 2 exemplarisch durch die gestrichelten Pfeile A und B dargestellt.
  • Die Ausrichtung der Löschmittelauslässe 31 wird nun im Zusammenhang mit der Fig. 3 näher erläutert. Die Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf die Lageranordnungen 10a und 10b und den dazwischen befindlichen Auffangbereich 200 mit den Fluidaufnahmen 201. An dem Stellelement 12a der Lageranordnung 10a und dem Stellelement 12b der Lageranordnung 10b ist jeweils eine blockförmige Einheit 30 angeordnet, die eingerichtet ist, zwei Löschmittelauslässe 31 mit der ersten vorgegebenen Richtcharakteristik aufzunehmen. Wie die Draufsicht auf die blockförmige Einheit 30 zeigt, sind die Löschmittelauslässe 31 so angeordnet, dass ihre Zentralachsen in einem gewissen Winkel zueinander ausgerichtet sind. In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 3 beträgt dieser Winkel 120°. In anderen Ausführungsformen kann er jedoch auch weniger, insbesondere zwischen 90° bis 119° oder mehr, insbesondere 121° bis 180° betragen. Durch diese Ausrichtung und die Richtcharakteristik der Löschmittelauslässe 31 ist es möglich, den gesamten Auffangbereich 200 mittels der Löschmittelauslässe 31 an den blockförmigen Einheiten 30 abzudecken. In der Fig. 3 ist diese Richtung, in der das Löschmittel ausgegeben werden kann, durch die Pfeile A und B noch einmal schematisch dargestellt.
  • Eine spezifische Ausgestaltung eines Löschmittelauslasses 31 mit einer Richtcharakteristik für das Löschmittel wird nachfolgend im Zusammenhang mit der Fig. 4 noch einmal beschrieben. Hierbei zeigt die Fig. 4 (a) eine Seitenansicht des Löschmittelauslasses 31 und die Fig. 4 (b) zeigt eine Draufsicht auf den Löschmittelauslass 31. Der Löschmittelauslass 31 ist in der spezifischen Ausführungsform der Fig. 4 als Sprinkler ausgeführt, der eine Auslassöffnung 301 und ein Sprühteller 302 aufweist. Wenn der Sprinkler, beispielsweise aufgrund der Änderung der Temperatur, auslöst, tritt Löschmittel aus der Auslassöffnung 301 aus. In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 4 ist der Sprinkler 301 insbesondere eingerichtet, Wasser oder einen Schaum, insbesondere einen Schwer- oder Mittelschaum, als Löschmittel mit der vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben. Um einen Schaum auszugeben ist der Sprinkler 301 bevorzugt eingerichtet, eine Verschäumungszahl von über 0,5, bevorzugt von über 1,0, noch weiter bevorzug von über 1,5, noch weiter bevorzugt von zwischen 1,5 bis 20 zu erreichen.
  • Wenn das Löschmittel aus der Auslassöffnung 301 austritt, bewirkt der Sprühteller 302 durch seine spezifische Anordnung, dass das aus der Auslassöffnung 301 in Richtung des Sprühtellers 302 austretende Löschmittel durch den Sprühteller 302 wie durch den Pfeil C gezeigt, gelenkt wird und so gemeinsam mit dem bereits in diese Richtung ausgetretenen Löschmittel in die entsprechende Richtung ausgerichtet wird. Hierdurch wird also eine Richtcharakteristik des Löschmittels erreicht, die ja nach Anordnung des Sprühtellers 302 und des Sprinklers 31 im Verhältnis zum Brandschutzbereich ein auf eine bestimmte Position gerichtetes Ausgeben des Löschmittels ermöglicht.
  • Die Anordnung von zumindest zwei Löschmittelauslässen 31 aus der ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen an der blockförmigen Einheit 30 wird nachfolgendend im Zusammenhang mit der Fig. 5 erläutert.
  • Die Fig. 5 zeigt insbesondere eine blockförmige Einheit 30, die so eingerichtet ist, dass an ihr zwei Löschmittelauslässe, insbesondere zwei Sprinkler wie im Zusammenhang mit der Fig. 4 beschrieben, unter einem bestimmten Winkel relativ zueinander angeordnet werden können. In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 5 beträgt dieser Winkel zwischen den Zentralachsen des Sprinklers 31 und des Sprinklers 31' etwa 30°. Zur Installation an der blockförmigen Einheit 30 werden die Sprinkler 31, 31' in Pfeilrichtung auf die Installationsflächen 32, 32' so aufgebracht, dass ihr Löschmitteleinlass mit einem Löschmittelauslass auf der jeweiligen Installationsfläche 32, 32' in Verbindung steht. Die blockförmige Einheit 30 weist ferner einen Löschmitteleinlass 33 auf, über den das Löschmittel durch die blockförmige Einheit 30 zu den Sprinklern 31, 31' geführt werden kann, um über die Löschmittelauslässe der blockförmigen Einheit 30 in die Löschmitteleinlässe der Sprinkler 31, 31' zu führen. Die blockförmige Einheit 30 ermöglicht so, die Löschfluidauslässe, insbesondere die Sprinkler 31, 31', in einer festen Anordnung an der Regalanordnung anzubringen. Dies vereinfacht die Installation.
  • Die Funktionsweise der Fluidleitelemente 70 wird nun im Zusammenhang mit der Fig. 6 noch einmal näher erläutert. Hierzu zeigt die Fig. 6 (a) eine schematische Perspektivansicht eines Fluidleitelements 70 gemäß einer Variante, die zur Anordnung an einer Anfangs- oder Endposition einer Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d eingerichtet ist und die Fig. 6 (b) zeigt eine schematische Perspektivansicht eines Fluidleitelements 70' gemäß einer Variante, die zur Anordnung an der gegenüberliegenden Seite, also ebenfalls an der Anfangs- oder Endposition einer Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d eingerichtet ist. Die Fig. 6 (c) zeigt ferner eine schematische Perspektivansicht eines Fluidleitelements 70" gemäß einer Variante, die zur mittigen Anordnung in einer Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d eingerichtet ist.
  • Das Fluidleitelement 70 gemäß der Fig. 6 (a) weist eine Basisfläche 74, eine erste Seitenfläche 71, eine Rückseitenfläche 72 und eine schräge Fluidleitfläche 75 auf. In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 6 sind die erste Seitenfläche 71 und die Rückseitenfläche 72 eingerichtet, sich in etwa vertikal zu der Ebene zu erstrecken, die durch die Basisfläche 74 gebildet wird und zwar entlang einer Richtung, die der Fluidleitrichtung der Fluidleitfläche 75 entgegengesetzt ist. Wenn das Fluidleitelement 70 in die Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d eingesetzt wird, bedeutet dies, dass sich die erste Seitenfläche 71 und die Rückseitenfläche 72 vertikal zur Basisfläche in Richtung der Deckenanordnung 400 erstrecken. Die Fluidleitfläche 75 erstreckt sich schräg, bevorzugt in einem Winkel von 30°, noch weiter bevorzugt 45°, noch weiter bevorzugt 60° in die entgegengesetzte Richtung. Wenn das Fluidleitelement 70 in die Regalanordnung 10a, 10b, 10c, 10d eingesetzt ist, bedeutet dies, dass die Fluidleitrichtung sich schräg in Richtung des Bodens 300 erstreckt.
  • Das Fluidleitelement 70' der Fig. 6 (b) ist analog zum Fluidleitelement der Fig. 6 (a) aufgebaut, allerdings spiegelverkehrt zu diesem, um so das Gegenstück für das gegenüberliegende Ende der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d zu bilden. Das Fluidleitelement 70' gemäß der Fig. 6 (b) weist also eine Basisfläche 74, eine zweite Seitenfläche 71', eine Rückseitenfläche 72 und eine schräge Fluidleitfläche 75 auf, wobei die Erstreckungsrichtungen der zweiten Seitenfläche 71' und der Rückseitenfläche 72, sowie der Fluidleitfläche 75 analog zu der Variante der Fig. 6 (a) ausgeführt sind, weshalb an dieser Stelle der Übersichtlichkeit halber auf die Fig. 6 (a) verwiesen wird.
  • Das Fluidleitelement 70" der Fig. 6 (c) ist ebenfalls ähnlich der Fluidleitelemente der Figuren 6 (a) und 6 (b) ausgeführt, wobei das Fluidleitelement 70" keine Seitenfläche aufweist, da es für die mittige Anordnung, also die Anordnung zwischen den Fluidleitelementen 70 und 70' im Falle einer Dreiplatzlagerung, ausgeführt ist. Die Funktionsweise der Basisfläche 74, der Rückseitenfläche 72 und der Fluidleitfläche 75 entspricht der der Figuren 6 (a) und 6 (b), weshalb an dieser Stelle erneut insbesondere auf die Ausführungen zur Fig. 6 (a) verwiesen wird.
  • Die Fluidleitelemente 70 und 70' weisen ferner je ein Verbindungselement (in den Figuren 6 (a) und 6 (b) nicht dargestellt) auf, das an der dem ersten beziehungsweise zweiten Seitenelement gegenüberliegenden Seite angeordnet und zur Verbindung mit einem weiteren Fluidleitelement eingerichtet ist. Das Fluidleitelement 70" weist zwei Verbindungselemente (in der Fig. 6 (c) nicht dargestellt) auf, die an beiden Seiten des Fluidleitelements 70" angeordnet und zur Verbindung mit jeweils einem Fluidleitelement eingerichtet sind.
  • Die Verbindungselemente können insbesondere als überlappende Segmente der Basisfläche 74 und der Fluidleitfläche 75 ausgeführt sein und sind insbesondere eingerichtet, die Fluidleitelemente 70, 70' und 70" fluiddicht miteinander zu verbinden. Die Befestigung dieser Verbindung kann hierbei durch ein beliebiges Befestigungselement, wie beispielsweise Nieten, Schrauben oder Ähnliches erfolgen.
  • Nachstehend wird die Funktionsweise der Fluidleitelemente bezugnehmend auf die Figuren 6 (a) bis 6 (c) erläutert.
  • Je nach Lagerart - entweder Dreiplatzlagerung, in der drei Lagerbehälter 60 - oder Paletten mit darauf befindlichen Lagerbehältern - zwischen zwei Stelleelementen der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d angeordnet werden, oder Zweiplatzlagerung, in der zwei Lagerbehälter 60 - oder Paletten mit darauf befindlichen Lagerbehältern - zwischen zwei Stellelementen der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d angeordnet werden - werden entweder drei Fluidleitelemente 70, 70" und 70' oder zwei Fluidleitelemente 70, 70' miteinander verbunden, indem die Verbindungselemente der einzelnen Fluidleitelemente fluiddicht verbunden und befestigt werden. Die derart verbundenen Fluidleitelemente 70, 70', 70" werden dann in die Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d eingesetzt. Sodann werden, je nach Lagerart, drei oder zwei Lagerbehälter 60 auf den Basisflächen 74 der verbundenen Fluidleitelemente 70, 70', 70" positioniert. Wenn nun flüssiges Gefahrgut aus einem der Lagerbehälter 60 austritt, gelangt dieses auf die Basisflächen 74 und breitet sich auf diesen aus. Hierbei wird das flüssige Gefahrgut durch die Rückseitenflächen 72 und die erste Seitenfläche 71 und die zweite Seitenfläche 71' von der Ausbreitung abgehalten, indem diese als Fluidbarrieren fungieren. Dadurch kann sich das flüssige Gefahrgut nur in Richtung der Fluidleitflächen 75 ausbreiten, über die es in den Auffangbereich 200 geleitet und dort bevorzugt in die Fluidaufnahmen 201 geleitet wird. So kann das flüssige Gefahrgut in den Fluidaufnahmen 201 gesammelt und dort gegebenenfalls gelöscht werden. Da das flüssige Gefahrgut in den Fluidaufnahmen 201 nur noch eine geringe Oberfläche aufweist, wird die Ausbreitung eines Brandes stark eingeschränkt und die Brandbekämpfung kann lokalisiert durchgeführt werden. Dadurch wird die Brandbekämpfung erleichtert.
  • Ferner wird nun die Funktionsweise des Brandschutzsystems gemäß der Figuren 1 bis 3 unter Bezugnahme auf diese Figuren sowie die Figuren 4 und 5 erläutert.
  • Es kann vorkommen, dass flüssiges Gefahrgut aus einem der Lagerbehälter 60 austritt. Befindet sich der betroffene Lagerbehälter 60 auf der untersten Ebene der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d, so gelangt das flüssige Gefahrgut auf die fluiddichte Anhebung 20a, 20b, 20c, 20d und breitet sich auf der geraden Fläche 22a, 22b der fluiddichten Anhebung 20a, 20b, 20c, 20d aus. Die fluiddichte Anhebung 20a, 20b, 20c, 20d umfasst hierfür entsprechende Fluidbarrierenelemente 23a, 24a, die als Barriere für das sich ausbreitende flüssige Gefahrgut wirken, so dass das flüssige Gefahrgut nicht über die Seiten der fluiddichten Anhebung 20a, 20b, 20c, 20d oder die Rückseite der fluiddichten Anhebung 20a, 20b, 20c, 20d dringen kann, sondern stattdessen nur über die schräge Fläche 21a, 21b in Richtung des Auffangbereichs 200 geführt wird, um dort gesammelt zu werden.
  • Befindet sich der betroffene Lagerbehälter 60 auf einer höheren Ebene der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d, so gelangt das flüssige Gefahrgut nach dem Austreten auf die Fluidleitelemente 70, 70', 70", die wie im Zusammenhang mit der Fig. 6 innerhalb der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d angeordnet sind. Auch hier breitet sich das flüssige Gefahrgut auf der geraden Basisfläche 74, die als Stellfläche für den Lagerbehälter 60 dient, aus. Die Fluidleitelemente 70, 70', 70" sind hierbei so angeordnet, dass sie eine Rückseitenfläche 72, sowie eine erste und eine zweite Seitenfläche 71, 71' aufweisen, die als Fluidbarrieren für die Fluidleitelemente dienen, also verhindern, dass das ausgetretene flüssige Gefahrgut über die Seiten oder die Rückseite der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d austritt. Stattdessen wird das flüssige Gefahrgut über die Fluidleitfläche 75, die als schräge Fläche ausgestaltet ist, von dem Fluidleitelement 70, 70', 70" und damit vom Lagerbehälter 60 weg in Richtung des Auffangbereichs 200 geführt, um dort gesammelt zu werden.
  • Bei dem flüssigen Gefahrgut handelt es sich typischerweise um eine brennbare Flüssigkeit mit einem Flammpunkt bis beispielsweise -7°C. Das bedeutet, dass das flüssige Gefahrgut bei Raumtemperatur entzündlich ist. Tritt es nun aus dem Lagerbehälter 60 aus, besteht die Gefahr, dass sich das flüssige Gefahrgut, beispielsweise durch Funkenbildung, entzündet. Durch dieses Brandereignis kommt es zu einem Temperaturanstieg, der dafür sorgen kann, dass die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen 31 und die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen 40, 50, die in der Ausführungsform gemäß der Figuren 1 bis 5 bevorzugt als Sprinkler ausgeführt werden, auslösen. Die Hitzeentwicklung ist hierbei lokal, so dass nur die Löschmittelauslässe auslösen, in deren Nähe sich das Brandereignis befindet.
  • Tritt beispielsweise flüssiges Gefahrgut aus einem Lagerbehälter in der zweituntersten Ebene der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d aus, so verteilt sich das flüssige Gefahrgut, wie vorstehend beschrieben, über die Basisfläche 74 des Fluidleitelements 70, 70', 70". Im Falle einer Funkenbildung kann sich das flüssige Gefahrgut dort entzünden. Dies führt zu einem Temperaturanstieg im Bereich derjenigen Löschmittelauslässe 40, die innerhalb der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d in unmittelbarer Nähe des betroffenen Lagerbehälters 60 angeordnet sind. Diese Löschmittelauslässe 40 lösen sodann aus und geben ein Löschmittel mit einem 360° Sprühbild aus. Da diese Löschmittelauslässe 40 im Bereich des Temperaturanstiegs angeordnet sind, beaufschlagt das aus den Löschmittelauslässen 40 austretende Löschmittel den Bereich, in dem sich das Brandereignis befindet.
  • Ferner wird das flüssige Gefahrgut durch die Anordnung der Fluidleitelemente 70, 70', 70" in Richtung des Auffangbereichs 200 geleitet. In dem Auffangbereich 200 ist eine Vielzahl von Fluidaufnahmen 201 angeordnet. Die Anzahl und Größe der Fluidaufnahmen 201 ist hierbei so gewählt, dass die Fluidaufnahmen 201 den gesamten Inhalt eines Lagerbehälters 60 aufnehmen können. Die Fluidaufnahmen 201 sind als schmale, tief in den Boden 300 eingelassene Rillen ausgeführt. Durch diese Ausführung als tiefe Rillen kann sich das flüssige Gefahrgut in den Fluidaufnahmen 201 sammeln und weist dann nur noch eine geringe Oberfläche auf, die in Brand stehen kann. Dies ermöglicht eine lokalisierte Brandbekämpfung.
  • Auch im Auffangbereich 200 bewirkt das flüssige Gefahrgut einen Temperaturanstieg. Dieser führt dazu, dass die Löschmittelauslässe 31, die an der blockförmigen Einheit 30 an zumindest einem Stelleelement 11a, 12a, 13a der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d angeordnet sind, auslösen. Die Löschmittelauslässe 31, die in der spezifischen Ausführungsform der Figuren 1 bis 5 als Sprinkler ausgeführt sind, bewirken hierbei eine Richtcharakteristik für das austretende Löschmittel, wie im Zusammenhang mit der Fig. 4 beschrieben. Diese Richtcharakteristik ist hierbei so, dass das aus den Löschmittelauslässen 31 austretende Löschmittel in Richtung des Auffangbereichs 200, insbesondere in Richtung der Fluidaufnahmen 201 gerichtet wird.
  • Dieses Zusammenwirken von auf einen Zielbereich gerichtetem Löschmittel und ein Ansammeln, mittels der Fluidaufnahmen 201, des flüssigen Gefahrguts in dem Bereich, in den das Fluid gerichtet wurde, bewirkt ein schnelles und gezieltes Löschen des flüssigen Gefahrguts. Insbesondere kann mittels dieser Anordnung aus Löschmittelauslässen 31 und Fluidaufnahmen 201 ein Verfahren bereitgestellt werden, dass es ermöglicht, flüssige Gefahrstoffe auch mittels eines Löschmittels, das sonst üblicherweise keine Anwendung für Gefahrstoffe dieser Art findet, zu kontrollieren und gegebenenfalls zu löschen. Um diese spezielle Kombination bereitzustellen, sind die Löschmittelauslässe insbesondere so angeordnet, dass sie in unterschiedliche Richtungen auslassen, wie es auch schematisch in der Fig. 2 gezeigt ist.
  • Wie vorstehend erwähnt, kann nicht nur das flüssige Gefahrgut im Auffangbereich mittels der Löschmittelauslässe 31, 40, 50 kontrolliert werden, sondern auch das flüssige Gefahrgut innerhalb der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d. Dies kann insbesondere durch die an der Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d angeordneten Löschmittelauslässe 40, sowie auch durch die an der Decke 400 angeordneten Löschmittelauslässe 50 geschehen. Hierzu kann der Brandschutzbereich nahezu vollumfänglich fast bis zur Decke 400 abgedeckt werden.
  • Die Anordnung von Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d, Löschmittelauslässen 31, 40, 50 und Auffangbereich 200, insbesondere mit den Fluidaufnahmen 201, relativ zueinander erlaubt es somit, auch flüssiges Gefahrgut lokal und mit üblichen Löschmitteln zu kontrollieren und eventuelle Brandereignisse zu bekämpfen.
  • Die Fig. 7 zeigt ein erfindungsgemäßes Brandschutzsystem 1' gemäß einer zweiten Ausführungsform. Die Ausführungsform der Fig. 7 stimmt weitestgehend mit der ersten Ausführungsform der Figuren 1 bis 3 überein und zeigt eine Ansicht entsprechend der Fig. 2. Gleiche Komponenten sind mit gleichen Bezugszeichen ausgestattet. Auch die Funktionsweise der zweiten Ausführungsform der Fig. 7 stimmt weitestgehend mit der Funktionsweise der ersten Ausführungsform der Fig. 2 überein, weshalb diese Funktionsweise nachstehend nicht mehr weiter beschrieben und insoweit auf die Fig. 2 verwiesen wird.
  • Der Unterschied zur Ausführungsform der Fig. 2 besteht darin, dass in der Ausführungsform der Fig. 7 eine Reihe von Löschmittelauslässen 31 nicht nur an den blockförmigen Einheiten, sondern auch an der Lageranordnung angeordnet ist. In der Ausführungsform der Fig. 7 sind statt der zweiten Vielzahl von Löschmittelauslässen Löschmittelauslässe 31 der ersten Vielzahl individuell an der Lageranordnung angeordnet worden, die eingerichtet sind, das Löschmittel mit einer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben.
  • In der spezifischen Ausführungsform der Fig. 7 sind die Löschmittelauslässe 31, die individuell an der Lageranordnung angeordnet sind, insbesondere eingerichtet, die in der Lageranordnung angeordneten Lagerbehälter mit Löschmittel zu benetzen. Hierzu werden die Löschmittelauslässe 31 bevorzugt an den Rändern der einzelnen Lageranordnungsabschnitte, insbesondere der Regalabschnitte, insbesondere an den blockförmigen Einheiten 30, 30' angeordnet und so ausgerichtet, dass das austretende Löschmittel auf die Lagerbehälter gerät. Die Ausgaberichtung der Löschmittelauslässe 31 wird in der Fig. 7 schematisch durch die Pfeile D und E dargestellt.
  • Der Vorteil dieser Ausführung liegt darin, dass eine geringere Anzahl von Löschmittelauslässen in der Lageranordnung vorgesehen werden kann, ohne die Brandschutzeffizienz zu verringern. Das liegt daran, dass die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen durch ihre erste vorgegebene Richtcharakteristik das Löschmittel sozusagen auf eine Zielfläche, wie beispielsweise ein oder zwei der Lagerbehälter, ausgibt, wohingegen die Löschmittelauslässe der zweiten Vielzahl (wie im Zusammenhang mit der Fig. 2 beschrieben) das Löschmittel üblicherweise in 360° ausgeben, wodurch keine Fokussierung auf einen bestimmten Punkt möglich ist.
  • Obschon vorstehend zwei Ausführungsformen beschrieben wurden, in denen die an der Lageranordnung angeordneten Löschmittelauslässe entweder Löschmittelauslässe der ersten Vielzahl oder Löschmittelauslässe der zweiten Vielzahl sind, soll an dieser Stelle verstanden werden, dass auch eine Kombination aus Löschmittelauslässen aus der ersten und der zweiten Vielzahl an der Lageranordnung und/oder der Deckenanordnung angeordnet werden kann, um das Brandereignis zu bekämpfen. Die Auswahl der Löschmittelauslässe soll hierbei insbesondere so gewählt werden, dass sowohl eine Löschung des flüssigen Gefahrguts im Auffangbereich als auch in der Lageranordnung durchgeführt werden kann.
  • Bezugszeichen
  • Brandschutzsystem 1, 1'
    Lageranordnung 10a, 10b, 10c, 10d
    Stellelemente 11a, 12a, 13a
    Anhebung 20a, 20b, 20c, 20d
    Schräge Fläche 21a, 21b
    Gerade Fläche 22a, 22b
    Fluidbarrierenelement 23a, 24a
    Auffangbereich 200
    Fluidaufnahme 201
    Fluidsperrelement 202
    Blockförmige Einheit 30, 30'
    Erste Vielzahl von Löschmittelauslässen 31, 31'
    Installationsfläche 32, 32'
    Löschmitteleinlass 33
    Auslassöffnung 301
    Richtelement 302
    Boden 300
    Deckenanordnung 400
    Zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen 40, 50
    Lagerbehälter 60
    Fluidleitelemente 70, 70', 70"
    Seitenflächen 71, 72
    Basisfläche 74
    Fluidleitfläche 75

Claims (14)

  1. Brandschutzsystem (1, 1') zum Brandschutz für flüssiges Gefahrgut umfassend:
    zumindest eine Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d) zur Lagerung des flüssigen Gefahrguts in zumindest einem Lagerbehälter (60),
    zumindest einen Auffangbereich (200), und
    eine erste Vielzahl von Löschmittelauslässen (31) zur Ausgabe eines Löschmittels,
    eine zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen (40, 50) zur Ausgabe des Löschmittels, wobei
    die zumindest eine Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d) eingerichtet ist, bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60), das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich (200) zu leiten und dort zu sammeln, und wobei
    die zumindest eine Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d), der zumindest eine Auffangbereich (200) und die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen (31) und die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen (40, 50) derart zueinander angeordnet sind, dass die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen (31) und die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen (40, 50) eingerichtet ist, in einem Brandfall des flüssigen Gefahrguts das Löschmittel in den zumindest einen Auffangbereich (200) auf das flüssige Gefahrgut auszugeben,
    wobei die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen (31) eingerichtet ist, dass Löschmittel mit einer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben, die ein Ausgeben des Löschmittels in Richtung des Auffangbereichs (200) bewirkt, und die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen (40, 50) eingerichtet sind, das Löschmittel mit einer zweiten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben, die ein Ausgeben des Löschmittels in Richtung des Auffangbereichs (200) bewirkt, gekennzeichnet dadurch, dass in der ersten vorgegebenen Richtcharakteristik das Löschmittel nicht mit einer 360 Grad Richtcharakteristik ausgegeben wird.
  2. Brandschutzsystem (1, 1') nach Anspruch 1, wobei die zumindest eine Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d) zumindest eine fluiddichte Anhebung (20a, 20b, 20c, 20d) umfasst, die eingerichtet ist, bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60), das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich (200) zu leiten, insbesondere wobei die zumindest eine fluiddichte Anhebung (20a, 20b, 20c, 20d) zumindest eine schräge Fläche (21a, 21b) aufweist, die in Richtung des zumindest einen Auffangbereichs (200) abfällt, um bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60) das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich (200) zu leiten.
  3. Brandschutzsystem (1, 1') nach Anspruch 2, wobei die Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d) zumindest ein Fluidbarrierenelement (23a, 24a) aufweist, das mit der zumindest einen fluiddichten Anhebung (20a, 20b, 20c, 20d) verbunden und eingerichtet ist, um bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60) ein Ausbreiten des flüssigen Gefahrguts in einen Bereich außerhalb des zumindest einen Auffangbereichs (200) zu verhindern.
  4. Brandschutzsystem (1, 1') nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, wobei die zumindest eine Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d) zumindest ein Fluidleitelement (70, 70', 70") umfasst, das eingerichtet ist, bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60), das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich (200) zu leiten; insbesondere wobei das zumindest eine Fluidleitelement (70, 70', 70") eine Basisfläche (74) und zumindest eine damit verbundene schräge Fluidleitfläche (75) aufweist, wobei das Fluidleitelement (70, 70', 70") derart angeordnet wird, dass die zumindest eine schräge Fluidleitfläche (75) entlang einer Fluidleitrichtung des zumindest einen Auffangbereichs (200) abfällt, um bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60) das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich (200) zu leiten.
  5. Brandschutzsystem (1, 1') nach Anspruch 4, wobei das zumindest eine Fluidleitelement (70, 70', 70") ferner zumindest eine Seitenfläche (71, 72) aufweist, wobei die zumindest eine Seitenfläche (71, 72) eingerichtet ist, um bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60) ein Ausbreiten des flüssigen Gefahrguts in einen Bereich außerhalb des zumindest einen Auffangbereichs (200) zu verhindern.
  6. Brandschutzsystem (1, 1') nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, wobei der zumindest eine Auffangbereich (200) eine Vielzahl von Fluidaufnahmen (201) aufweist, die eingerichtet sind, das in den Auffangbereich (200) geleitete, flüssige Gefahrgut aufzunehmen.
  7. Brandschutzsystem (1, 1') nach Anspruch 6, wobei die Vielzahl von Fluidaufnahmen (201) eingerichtet ist bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60) das flüssige Gefahrgut vollständig aufzunehmen.
  8. Brandschutzsystem (1, 1') nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, wobei der zumindest eine Auffangbereich (200) eine Länge aufweist, die einer Erstreckungslänge der zumindest einen fluiddichten Anhebung (20a, 20b, 20c, 20d) entspricht, und wobei an einem ersten Ende und einem zweite Ende der Länge des Auffangbereichs (200) jeweils zumindest ein Fluidsperrelement (202) angeordnet ist, das eingerichtet ist, um, bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60), ein Ausbreiten des flüssigen Gefahrguts in einen Bereich außerhalb des zumindest einen Auffangbereichs (200) zu verhindern.
  9. Brandschutzsystem (1, 1') nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, wobei die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen (31) eine erste Teilgruppe umfasst, wobei die erste Teilgruppe jeweils zumindest zwei einander zugeordnete Löschmittelauslässe (31) umfasst, die insbesondere als blockförmige Einheit (30) an der zumindest einen Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d) angeordnet sind, wobei die zumindest zwei einander zugeordneten Löschmittelauslässe (31) in einem vorgegebenen Winkel relativ zueinander ausgerichtet sind, insbesondere wobei der vorgegebene Winkel größer oder gleich 30°, insbesondere größer oder gleich 60°, noch weiter insbesondere größer oder gleich 90°, insbesondere größer oder gleich 120°, insbesondere größer oder gleich 180° ist.
  10. Brandschutzsystem (1, 1') nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche, wobei die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen (31) eine zweite Teilgruppe umfasst, wobei die zweite Teilgruppe Löschmittelauslässe (31) umfasst, die einzeln an der zumindest einen Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d) angeordnet sind, so dass die vorgegebene Richtcharakteristik ein Ausgeben des Löschmittels in Richtung der zumindest einen Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d), insbesondere der Lagerbehälter (60), bewirkt.
  11. Verwendung eines Fluidleitelement (70, 70', 70") in einem Brandschutzsystem (1, 1') nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das Fluidleitelement (70, 70', 70") eingerichtet ist, bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60), das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich (200) zu leiten.
  12. Verwendung eines Löschmittelauslasses (31) in einem Brandschutzsystem (1, 1') nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der Löschmittelauslass (31) eingerichtet ist, ein Löschmittel mit einer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben, insbesondere umfassend ein Richtelement (302), insbesondere ein Sprühtellerelement, welches eingerichtet ist, die erste vorgegebene Richtcharakteristik festzulegen.
  13. Verwendung einer blockförmigen Einheit (30) in einem Brandschutzsystem (1, 1') nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 10, umfassend:
    zumindest zwei Löschmittelauslässe (31), die eingerichtet sind, ein Löschmittel mit einer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben.
  14. Verfahren zum Bereitstellen eines Brandschutzsystems (1, 1') zum Brandschutz für flüssiges Gefahrgut, wobei das Verfahren umfasst:
    Bereitstellen zumindest einer Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d) zur Lagerung des flüssigen Gefahrguts in zumindest einem Lagerbehälter (60),
    Bereitstellen zumindest eines Auffangbereichs (200), und
    Bereitstellen einer ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen (31) zu Ausgabe eines Löschmittels,
    Bereitstellen einer zweiten Vielzahl von Löschmittelauslässen (40, 50) zu Ausgabe des Löschmittels,
    Einrichten der zumindest einen Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d) derart, um bei einem Austreten des flüssigen Gefahrguts aus dem zumindest einen Lagerbehälter (60) das flüssige Gefahrgut in den zumindest einen Auffangbereich (200) zu leiten und dort zu sammeln, und
    Ausrichten der zumindest einen Lageranordnung (10a, 10b, 10c, 10d), des zumindest einen Auffangbereichs (200), der ersten Vielzahl von Löschmittelauslässen (31) und der zweiten Vielzahl von Löschmittelauslässen (40, 50) derart zueinander, dass die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen (31) und die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen (40, 50) eingerichtet ist, in einem Brandfall des flüssigen Gefahrguts das Löschmittel in den zumindest einen Auffangbereich (200) auf das flüssige Gefahrgut auszugeben, gekennzeichnet dadurch, dass die erste Vielzahl von Löschmittelauslässen (31) eingerichtet ist, das Löschmittel mit einer ersten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben, die ein Ausgeben des Löschmittels in Richtung des Auffangbereichs (200) bewirkt, und die zweite Vielzahl von Löschmittelauslässen (40, 50) eingerichtet sind, das Löschmittel mit einer zweiten vorgegebenen Richtcharakteristik auszugeben, die ein Ausgeben des Löschmittels in Richtung des Auffangbereichs (200) bewirkt, wobei in der ersten vorgegebenen Richtcharakteristik das Löschmittel nicht mit einer 360 Grad Richtcharakteristik ausgegeben wird.
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