Aufzugsanlage
Die Erfindung betrifft eine Aufzugsanlage. Die Aufzugsanlage zur Personen- oder Warenbeförderung weist eine Aufzugskabine auf, die in einem Aufzugsschacht zwischen Stockwerken verfahrbar ist. In wenigstens einem Stockwerk ist wenigstens eine Schachttür zum Verschliessen des Aufzugsschachts vorgesehen. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Türblatt für eine solche Schachttür oder eine andere Wandplatte mit Anzeigefunktion für eine Aufzugsanlage.
Aufzugsanlagen zur Beförderung von Personen und Gütern sind seit langer Zeit bekannt und gebräuchlich. Auf den Stockwerken sind häufig Ruferfassungseinheiten zum Eingeben eines Stockwerkrufs angeordnet. Nachdem eine Person einen Stockwerkruf von einem Ausgangsstockwerk getätigt hat, fährt die Aufzugskabine zu diesem Stockwerk. Eine in der Regel im Türrahmen der Schachttüre integrierte Stockwerksanzeige signalisiert der Person, auf welchem Stockwerk die sich dem Ausgangsstockwerk nähernde Aufzugskabine gerade befindet.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Aufzugsanlage zu schaffen, die über eine verbesserte oder alternative Stockwerksanzeige verfügt.
Diese und andere Aufgaben werden erfindungsgemäss mit einer Aufzugsanlage gelöst, die die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist. Die Aufzugsanlage zur Personen- oder Warenbeförderung kann eine Aufzugskabine, die in einem Aufzugsschacht zwischen Stockwerken verfahrbar ist, umfassen. Die Aufzugsanlage umfasst weiter eine ein Türblatt umfassende Schachttür, über die die Aufzugskabine vom Stockwerk zugänglich ist. Die Aufzugsanlage kann sodann eine Aufzugssteuereinheit zum Betreiben der Aufzugsanlage, wobei die Aufzugssteuereinheit insbesondere eine Antriebseinheit zum Bewegen der Aufzugskabine steuert. Stockwerkseitig können Bedieneinheiten insbesondere in Form von Ruferfassungseinheiten zum Eingeben eines Stockwerkrufs vorgesehen sein. Die Stockwerksanzeige kann der Person signalisieren, auf welchem Stockwerk die sich dem Ausgangsstockwerk nähernde Aufzugskabine gerade befindet.
Da die Stockwerksanzeige variabel ist und verschiedene Anzeigen wie die erwähnte momentane Kabinenposition anzeigen kann, wird nachfolgend auch der Begriff «dynamische Stockwerksanzeige» verwendet.
Das Türblatt weist eine vorzugsweise in einem Rand- und/oder Eckbereich angeordnete Stockwerksanzeige zum Anzeigen von Stockwerksinformationen auf. Die Stockwerksinformation signalisiert der Person auf dem Stockwerk, die die Aufzugskabine gerufen hat, auf welchem Stockwerk sich die Aufzugskabine gerade befindet. Die dynamische Stockwerksanzeige kann zusätzlich auch eine Richtungsanzeige umfassen, welche anzeigt, in welche Richtung sich die Aufzugskabine momentan bewegt. Das Türblatt mit einer solchen Stockwerksanzeige ist ein vorteilhaftes Türblatt mit Anzeigefunktion. Eine andere Stockwerksanzeige könnte angeben, welches - wenn eine Zielrufsteuerung vorliegt - Zielstockwerk nach Betätigung eines Zielrufs von einer im Stockwerk befindlichen Eingabeeinheit gewählt wurde.
Das Türblatt kann Bestandteil einer elektrisch antreibbaren Schachtür zum Öffnen und Schliessen der Schachtür sein. Das Türblatt kann insbesondere ein Schiebetüreblatt sein.
Das Türblatt weist ein vorzugsweise aus einem Metallblech und besonders bevorzugt aus einem Stahl- oder Aluminiumblech gefertigtes Wandelement zum Vorgeben der Tragstruktur des Türblatts und zum Abdecken des Schachtzugangs auf. Das Wandelement kann eine dem Stockwerk zugewandte Vorderseite vorgeben. Für die Stockwerksanzeige weist das Wandelement einen vorzugsweise in einem Rand- und/oder Eckbereich angeordneten mikroperforierten Anzeigesektor auf. Der mikroperforierte Anzeigesektor umfasst eine Vielzahl von Lichtdurchtrittsöffhungen mit derart kleinen Abmessungen, dass sie wenigstens bei einer Entfernung von einigen Metern vom Aufzugsnutzer kaum mehr visuell wahrnehmbar sind, wenn die Stockwerkanzeige nicht aktiviert bzw. im Ruhezustand ist. Für die Stockwerksanzeige ist im Türblatt im Bereich des mikroperforierten Anzeigesektors wenigstens eine hinter dem Wandelement angeordnete ansteuerbare Lichtquelle eingebaut, mit welcher wenigstens eine Lichtquelle nach entsprechender Ansteuerung die Anzeige des Stockwerks, auf welchem Stockwerk sich die Aufzugskabine gerade befindet, erzielt werden kann.
Der mikroperforierte Anzeigesektor kann durch einen transparente Schicht abgedeckt sein. Die transparente Schicht kann beispielsweise ein Polyesterfilm sein. Denkbar ist aber auch eine dünne Kunststoff- oder Glasscheibe, die am Wandelement angebracht sind.
Durch die derart im Türblatt integrierte Stockwerksanzeige ergibt sich für den Nutzer der Aufzugsanlage eine visuell vorteilhafte und sichere Wahrnehmung der Anzeige der gewünschten Stockwerksinformation. Es ergibt sich eine intuitive Benutzerführung betreffend die Information, wo die Kabine gerade ist oder wohin sie sich bewegt. Insbesondere wenn die beschriebene Deckfolie vorgesehen ist, zeichnet sich die Stockwerksanzeige durch einen Überraschungseffekt für den erstmaligen Nutzer aus. Zunächst ist an der Schachttüre kaum etwas erkennbar, plötzlich - nach Betätigung des Kabinenrufs ist eine Anzeige auf dem Türblatt erkennbar. Ein weiterer Vorteil der Mikroperforation ist, dass eine unerwünschte Verschmutzung des Anzeigesektors beispielsweise durch Ablagerung von Staub verhindert werden kann. Dank des mikroperforierten Anzeigesektors im Wandelement Dekorationsschicht ist die Stockwerksanzeige auch vandalensicher und die sichtbare Vorderseite des Türblatts kann einfach gereinigt werden. Dank des mikroperforierten Anzeigesektors können auch hohe Anforderungen an die Brandsicherheit der Schachttüre erfüllt werden.
Das Türblatt kann gegebenenfalls eine Dekorationsschicht aufweisen, die wenigstens die im geschlossenen Zustand der Schachttüre freie bzw. sichtbare Vorderseite des Wandelements vorzugsweise vollständig abdeckt. Die Dekorationsschicht kann zum Beispiel eine Färb- oder Lackschicht sein. Auch Folienmaterialien, die beispielsweise durch Kleben mit dem Wandelement verbunden sind, sind als Dekorationsschicht denkbar. Die Dekorationsschicht weist ebenso wie das Wandelement Lichtdurchtrittsöffhungen auf. Zum Erstellen von deckungsgleichen Lichtdurchtrittsöffhungen wird die Mikroperforation im Bereich des Anzeigesektors vorzugsweise erst nach Applikation der Dekorationsschicht auf das Wandelement eingebracht.
Die Dekorationsschicht kann eine Kunststofffolie, ein Echtholzfumier, eine Lackschicht oder eine andere dünne Schicht aus einem anderen Material umfassen. Als Dekorationsschicht kommt auch ein Laminat in Frage. Die Kunststofffolie kann eine ein- oder mehrlagig aufgebaute Folie sein. Je nach ästhetischem Anforderungsprofil kann die Farbe und Oberflächenstruktur der Dekorationsschicht ausgewählt werden. Beispielsweise kann die Kunststofffolie eine Holzoptik haben. Auch Kunststofftapeten als Dekorationsschichten sind denkbar.
Derartige Dekorationsschichten sind kostengünstig und einfach erwerb- und verwendbar. Beispielsweise können selbstklebende Kunststofffolien verwendet werden, die schnell und ohne grossen Aufwand an das Wandelement angebracht werden können. Die Kunststofffolie für die Dekorationsschicht kann beispielsweise aus PE, PP oder PVC bestehen.
Die Dekorationsschicht kann weniger als 1 mm dick sein. Die Blechdicke des Wandelements und damit auch die Tiefe der Lichtdurchtrittsöffnungen kann beispielsweise 1 mm bis 5 mm, vorzugsweise 1.5 mm bis 3 mm, betragen.
Zum Schaffen des mikroperforierten Anzeigesektors kann das Wandelement in diesem Bereich eine Vielzahl von Löchern, Schlitzen oder gegebenenfalls andere Öffnungen aufweisen. Diese Lichtdurchtrittsöffhungen in form von Löchern oder Schlitzen können durch Stanzverfahren oder Laserbohrverfahren in das Wandelement eingebracht werden
Der mikroperforierte Anzeigesektor im Wandelement mit durch vorzugsweise runde Löchern vorgegebene Lichtdurchtrittsöffhungen kann eine Lochsieb-Struktur bilden oder aufweisen. Die Lochsieb-Struktur zeichnet sich dadurch aus, dass sie im beispielsweise rechteckigen Anzeigesektor bevorzugt regelmässig auf der Lläche des Rechtecks verteilte Löcher aufweist. Die Lochsieb-Struktur entspricht mit anderen Worten einer Art Punktraster. Die Lochsieb-Struktur kann beispielsweise durch Stanzverfahren oder Laserbohrverfahren in das Wandelement eingebracht werden. Ein Türblatt mit einem Wandelement mit einer Lochsieb-Struktur im Anzeigesektor zeichnet sich durch günstige visuelle Eigenschaften im Hinblick auf das Anzeigen der Stockwerksinformationen aus, wobei gleichzeitig hohe Anforderungen an Stabilität und Langlebigkeit des Türblatts gewährleistet sind.
Die Lichtdurchtrittsöffhungen können ovale, kreisrunde, rechteckige Löcher oder Löcher mit anderen Lochformen sein. Durch die Lormgebung der Lichtdurchtrittsöffhungen kann das visuelle Erscheinungsbild der Stockwerksanzeige beeinflusst werden.
Die Lichtdurchtrittsöffhungen des mikroperforierten Anzeigesektor können durch runde Löcher mit einem Durchmesser von 0.3 mm bis 1 mm im Wandelement geschaffen
werden.
Die Lichtdurchtrittsöffnungen des Anzeigesektors können alternativ zu den Löchern auch durch Schlitze gebildet werden. Der mikroperforierte Anzeigesektor kann somit eine Vielzahl von Lichtdurchtrittsöffnungen in Form von vorzugsweise parallel zueinander im Wandelement verlaufenden Schlitzen aufweisen, wobei die Schlitzbreite der Schlitze kleiner als 1 mm ist. Die Schlitze können in vertikaler Richtung verlaufen und sich vorzugsweise über die gesamte Höhe des Anzeigesektors erstrecken. Die Schlitze können somit eine Strichraster-Struktur definieren. Selbstverständlich sind neben dem vertikalen Strichraster auch andere Schlitzrichtungen denkbar. Die Schlitzbreite kann bevorzugt zwischen 0.3 mm und 1 mm liegen. Für bestimmte Anwendungen sind aber auch noch kleinere Schlitzbreiten denkbar.
Der Anzeigesektor kann eine begrenzte Fläche auf der Vorderseite des Türblatts belegen, wobei vorteilhaft die dem Anzeigesektor zugeordnete Fläche höchstens 20 % der Gesamtfläche der Vorderseite des Türblatts belegt.
Der Anzeigesektor kann zum Beispiel rechteckig ausgestaltet sein. Das Rechteck ist bevorzugt derart im Türblatt orientiert, dass die Seiten einen horizontalen bzw. vertikalen Verlauf haben. Das Rechteck kann zum Beispiel eine Breite (horizontale Seitenlänge) von maximal 20 cm und eine Höhe (vertikale Seitenlänge) von maximal 20 cm haben.
Für die Stockwerksanzeige kann im Türblatt im Anzeigesektor eine Vielzahl von auf einer Ebene angeordneten Lichtquellen eingebaut sein. Die Lichtquellen können weisses Licht erzeugen. Es wäre aber auch vorstellbar, dass zum Erzeugen von Farbeffekten die Lichtquellen oder ein Teil der Lichtquellen farblich schaltbare Lichtquellen sind.
Die Lichtquelle kann eine LED sein. Wenn eine Vielzahl von Lichtquellen vorgesehen ist, können die Lichtquellen einen ebenen LED-Array bilden. Das LED-Array kann wenigstens eine die LEDs aufhehmende Platine enthalten, wobei die Platine an ihrer die LEDs tragenden Seite Mittel mit lichtreflektierenden Eigenschaften vorgesehen sind. Das LED-Array kann aus mehreren mit LEDs bestückten Platinenmodulen gebildet werden, wobei die Platinenmodule beispielsweise streifenförmig ausgebildet sein können. Zum Erzeugen von Farbeffekten kann das LED-Array mit Licht in verschiedenen Farbspektren
abstrahlenden LEDs bestückt sein. Anstatt eines LED-Array könnten auch OLED-Folien vorgesehen werden. Als LED kann eine RGB LED verwendet werden.
Zum Anzeigen der Stockwerksinformation kann jede Lichtquelle einzeln aktivierbar und deaktivierbar sein. Die Situation, in der die Lichtquelle deaktiviert ist, entspricht einem Ruhezustand. Die Lichtquellen können auch zu Gruppen zusammengefasst sein, wobei die Lichtquellen zum Anzeigen der Stockwerksinformation die Lichtquellen gruppenweise aktivierbar und deaktivierbar sind. Stockwerksinformationen lassen sich so einfach und schnell visuell darstellen. Die Stockwerksinformation kann beispielsweise eine Zahl sein. Die Stockwerksinformation könnte zusätzlich oder gegebenenfalls alternativ eine Richtungsanzeige in Form eines Pfeils, Dreiecks oder «V» sein.
Die Lichtquelle kann direkt hinter einer Lichtdurchtrittsöffhung positioniert sein. Es ist aber auch vorstellbar, dass die Lichtquelle nicht direkt hinter einer Lichtdurchtrittsöffnung, also versetzt zur Öffnung positioniert sein könnte.
Einer Mehrheit der Lichtdurchtrittsöffnungen und vorzugsweise jeder der Lichtdurchtrittsöffnungen kann jeweils eine Lichtquelle zugeordnet sein.
Für einen effizienten Betrieb der Stockwerksanzeige kann es vorteilhaft sein, wenn im Anzeigesektor eine Lichtleiterschicht zwischen der wenigstens einen Lichtquelle und dem Wandelement angeordnet ist. Diese Lichtleiterschicht kann eine Streufolie oder eine Acrylglas-Platte sein, die Licht ausstrahlt.
Die Lichtleiterschicht kann durch ein gemeinsames bzw. einziges Bauelement vorgegeben sein. Alternativ kann es auch Vorteile bringen, wenn die Lichtleiterschicht aus mehreren Lichtleiterschicht-Modulen aufgebaut ist.
Insbesondere für den letztgenannten Fall kann es vorteilhaft sein, wenn jeweils eine Lichtquelle für mehrere Lichtdurchtrittsöffnungen vorgesehen ist, wobei den derart zusammengehörenden Lichtdurchtrittsöffhungen Lichtleiterschicht-Module zugeordnet sind.
Das Türblatt kann weiter eine Bedieneinheit, insbesondere eine Bedieneinheit in Form
einer Ruferfassungseinheit zum Eingeben eines Stockwerkrufs, umfassen. Mit der Kombination von Stockwerksanzeige und Bedieneinheit in demselben Türblatt kann die Benutzerführung nochmals optimiert und intuitiv gestaltet werden. Bei einer solchen Anordnung müssen keine Bedieneinheiten auf den Türrahmen, separaten Bedienterminals oder Gebäudewänden in den Stockwerken vorgesehen werden, was sich positiv auf die Installationszeit und -aufwand der Aufzugsanlage auswirkt. Diese Variante ist weiterhin kostengünstig.
Vorteilhaft sind die Bedieneinheit einerseits und die Stockwerksanzeige andererseits in voneinander beabstandeten Bereichen im Türblatt platziert. Der Anzeigebereich für die Stockwerksanzeige kann in einem oberen Bereich des Türblattes angeordnet sein; der der Bedieneinheit zugeordnete Bedienbereich kann in einem mittigen Bereich des Türblattes angeordnet sein. Das in der Vorderansicht rechteckige Türblatt kann zwei Längsseiten und die Längsseiten miteinander verbindende Querseiten aufweisen, wobei, wenn das Türblatt in der Aufzugsanlage installiert ist, die Querseiten horizontal und die Längsseiten vertikal verlaufen. Zum Beispiel kann der Anzeigebereich für die Stockwerksanzeige in einem oberen, einer äusseren Längsseite des Türblattes zugewandten Eckbereich angeordnet sein; während der der Bedieneinheit zugeordnete Bedienbereich etwa auf mittlerer Höhe im Bereich einer der äusseren Längsseite gegenüberliegenden inneren Längsseite angeordnet ist.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft schliesslich ein Türblatt für eine Schachttür der vorgängig beschriebenen Aufzugsanlage. Die Anordnung umfassend Wandelement mit mikroperforierten Anzeigesektor und im Bereich des mikroperforierten Anzeigesektors hinter dem Wandelement angeordneten wenigstens einen ansteuerbaren Lichtquelle ist jedoch nicht nur für Türblätter, sondern auch für andere Anwendungszwecke in einer Aufzugsanlage vorteilhaft. Alternativ zum vorgängig beschriebenen Türblatt der Schachttür kann diese Anordnung somit auch in anderen Anwendungsorten einer Aufzugsanlage 1 eingesetzt werden. Die Anordnung kann als Wandplatte mit Stockwerksanzeige ausgestaltet sein, die ein Wandelement einer Aufzugskabine bildet. Eine solche oder ähnliche Wandplatte könnte aber auch als Kabinendecke eingesetzt werden. Anstelle einer Stockwerksanzeige sind auch andere visuellen Anzeigen denkbar. Mit der in der Wandplatte integrierten Anzeige könnten zum Beispiel dem Aufzugsnutzer Informationen zum Zeitvertreib während einer Kabinenfahrt vermittelt werden oder
spezielle variierende Lichtmuster für einen optimalen Fahrkomfort für den Nutzer angezeigt werden.
Unter den Begriff einer «Wandplatte für eine Aufzugsanlage» sollen im Rahmen der vorliegenden Beschreibung Platten für verschiedene Begrenzungen von
Aufzugsschächten und Aufzugskabinen verstanden werden, also nicht nur Platten für seitliche Wände, sondern auch für Böden, Decken, Türen bzw. Türflügel und Fenster. Die als Wandplatten bezeichneten Bauteile müssen hierbei nicht geometrisch exakt, sondern nur annähernd plattenförmig sein.
Weitere Einzelmerkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Zeichnungen. Es zeigen:
Figur 1 eine vereinfachte Darstellung einer Aufzugsanlage in einer Seitenansicht,
Figur 2 eine vereinfachte perspektivische Ansicht auf eine Schachttür mit einem Türblatt mit aktivierter Stockwerksanzeige der erfmdungsgemässen Aufzugsanlage,
Figur 3 die Schachttür mit dem Türblatt mit deaktivierter Stockwerksanzeige, Figur 4 ein Türblatt mit deaktivierter Stockwerksanzeige,
Figur 5 das Türblatt mit aktivierter Stockwerksanzeige,
Figur 6 das Türblatt aus Fig. 5 mit einer aktivierten Stockwerksanzeige, wobei die Stockwerksanzeige eine alternative Stockwerkinformation ausgibt,
Figur 7 eine stark vergrösserte Detaildarstellung eines Anzeigesektors des Türblatts aus Figur 6 (Detail D aus Figur 6) mit Lichtdurchtrittsöffhungen in Lochsieb- Struktur für die Stockwerksanzeige,
Figur 8 eine alternative Ausgestaltung von Lichtdurchtrittsöffhungen in Lochsieb- Struktur für die Stockwerksanzeige,
Figur 9 eine perspektivische Explosionsdarstellung eines Türblatts für die erfindungsgemässe Aufzugsanlage,
Figur 10 ein Variante des Türblatts von Fig. 9,
Figur 11 eine vereinfachte Schnittdarstellung einer in einem Türblatt integrierten Stockwerksanzeige,
Fig. 1 zeigt eine mit 1 bezeichnete Aufzugsanlage für ein mehrstöckiges Gebäude. Das Gebäude verfügt über einen Aufzugsschacht 3 oder je nach Bedarf mehrere Aufzugsschächte. Die hier gezeigte Aufzugsanlage 1 enthält eine im Aufzugsschacht 3 vertikal auf und ab bewegbare Aufzugskabine 2 zum Transport von Personen oder Gütern zu einzelnen Stockwerken. Die Aufzugskabine 2 weist eine Kabinentüre 16 auf. Jedem Stockwerk 4 ist jeweils eine Schachttür 8 zugeordnet. Die Aufzugsanlage 1 weist ein mit der Aufzugskabine 2 über Tragmittel (z.B. Riemen, Stahlseile) verbundenes Gegengewicht 5 auf. Zum Bewegen der Aufzugskabine 2 und des Gegengewicht 5 ist eine Antriebseinheit 6 vorgesehen, die von einer Aufzugssteuereinheit 6 angesteuert wird. Die Antriebseinheit 6 (z.B. ein Treibscheibenantrieb) treibt das oder die Tragmittel an und bewegt damit die Kabine 2 und das Gegengewicht 5 gegengleich.
Die Schachttür 8 ist als Stockwerktür der Aufzuganlage 3 ausgebildet, verschliesst den Aufzugschacht 3 und bildet den Zugang vom Stockwerk 4 in die Aufzuganlage 3. Möchte die Person, die sich auf dem Stockwerk 4 befindet, den Aufzug benützen, betätigt sie beispielsweise durch Drücken einer Taste eine mit 17 bezeichnete Bedieneinheit. Die Bedieneinheit 17 ist vorliegend als Ruferfassungseinheit zum Eingeben eines Stockwerkrufs ausgestaltet. Nach dem Stockwerkruf fährt die Aufzugskabine 2 zum Stockwerk, auf dem die Person den Stockwerkruf gemacht hat. Zum Informieren der auf die Aufzugskabine 2 wartenden Person weist die Schachttür 8 eine Stockwerksanzeige 10 auf. Die Stockwerksanzeige 10 dient zum Anzeigen von Informationen zur Lage der Aufzugskabine, wie etwa auf welchem Stockwerk sich die Aufzugskabine gerade befindet. Anstatt oder zusätzlich zu dieser in der Regel zahlenmässigen Anzeige kann die Stockwerksanzeige 10 als Richtungsanzeige ausgestaltet sein. Die Richtungsanzeige gibt
an, in welche Richtung sich die Aufzugskabine momentan bewegt. Die Stockwerksanzeige 10 könnte auch angeben, dass eine Ankunft einer Aufzugskabine kurz bevorsteht, ob hinter der Schachttür aktuell eine Aufzugkabine wartet, ob die Aufzugkabine leer oder bereits voll besetzt ist, wohin die Aufzugkabine als nächstes fahrt, etc.
Die Figuren 2 und 3 zeigen die Schachttür 8 von vome vom Stockwerk 4 aus. Die Schachttür 8 verfügt über zwei Türblätter, welche in entgegengesetzte Richtungen bewegt werden können, um zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen Position verfahren zu werden. Das mit 9 bezeichnete Türblatt, das in Fig. 2 des vorliegenden Ausführungsbeispiel rechts hegt, ist mit einer Stockwerksanzeige 10 ausgerüstet. Selbstverständlich könnte alternativ das linke, mit 9’ bezeichnete Türblatt mit einer Stockwerksanzeige 10 ausgerüstet sein. Es wäre sogar denkbar, beide Türblätter 9, 9’ mit Stockwerksanzeigen 10 auszurüsten. Beispielsweise könnte dann die eine Stockwerksanzeige 10 eine Zahl für das Stockwerk, auf welchem sich die Aufzugskabine gerade befindet, und die andere (hier nicht gezeigte) Stockwerksanzeige eine Richtungsanzeige visuell angeben.
In Fig. 2 ist die Stockwerksanzeige 10 aktiviert. Die Aktivierung der Stockwerksanzeige 10 erfolgt über die Aufzugssteuereinheit (6), die die entsprechenden Signale an die Stockwerksanzeige 10 abgibt (vgl. Fig. 1). Die Aufzugssteuereinheit und die Stockwerksanzeige 10 können über eine Drahtverbindung oder drahtlos miteinander kommunizieren. Der Kabinenruf durch Drücken eines Knopfes der Bedieneinheit 17 wird in der Aufzugssteuereinheit registriert, worauf die Aufzugskabine die Kabinenfahrt startet. Die Stockwerksanzeige 10 zeigt nun an, auf welchem Stockwerk sich die Aufzugskabine momentan befindet. In Fig. 2 ist die Zahl «4» angezeigt, die Aufzugskabine befindet sich folglich im vierten Stockwerk. Die entsprechenden Signale für die Stockwerksinformation erhält die Stockwerksanzeige 10 von der Aufzugssteuereinheit. Im Türblatt 9 ist in einem mit gestrichelten Rechteck 14 angedeuteten mikroperforierten Anzeigesektor wenigstens eine ansteuerbare (hier nicht dargestellte) Lichtquelle eingebaut. Durch die Mikroperforation des Wandelements entstehen Lichtdurchtrittsöffhungen mit kleinen Abmessungen. Zur Aktivierung der Stockwerksanzeige 10 wird die wenigstens eine Lichtquelle in einen aktivierten Zustand gebracht, in der die wenigstens eine Lichtquelle leuchtet. Das von der wenigstens einen
Lichtquelle abgestrahlte Licht tritt über Lichtdurchtrittsöffhungen des mikroperforierten Anzeigesektors 14 eines Wandelements des Türblatts 9 schliesslich als Stockwerkinformation auf die nachfolgend im Detail beschriebene Art und Weise aus und signalisiert der im Stockwerks sich aufhaltenden Person, auf welchem Stockwerk sich die Aufzugskabine gerade befindet. In den Figuren 2 und 3 ist die Bedieneinheit 17 im Schachttürrahmen angeordnet. Es ist aber auch vorstellbar, eine Bedieneinheit 17 vorzusehen, die im Türblatt 9 integriert ist.
Eine Besonderheit der hier vorgestellten im Türblatt 9 integrierten Stockwerksanzeige 10 besteht darin, dass sie im Ruhezustand, also wenn sie nicht aktiviert ist, von aussen - wenigstens von weiter weg betrachtet - praktisch nicht als solche erkennbar ist. Dieser Zustand ist in Fig. 3 gezeigt. Wenn die wenigstens eine Lichtquelle deaktiviert ist, sind die Lichtdurchtrittsöffhungen wegen ihrer Kleinheit für den Aufzugbenutzer kaum erkennbar, so dass der Person auf dem Stockwerk der Eindruck eines nahezu gewöhnlichen Türblattes vermittelt wird.
Fig. 5 zeigt das Türblatt 9 in einer Vorderansicht. Das Türblatt 9 weist ein Wandelement 11 auf, das die Vorderseite des Türblatts bildet. Das Wandelement 11 ist aus einem Metallblech gefertigt und gibt die Tragstruktur des Türblatts vor. Diese Tragstruktur trägt die hinter dem Wandelement 11 angeordneten Lichtquellen zum Erzeugen der Stockwerkinformation. Diese Lichtquellen sind im Anzeigesektor 14 im oberen, rechten Eckbereich des Wandpanels angeordnet. Im Anzeigesektor 14 weist das Wandelement zum Schaffen eines mikroperforierten Anzeigesektors eine Vielzahl von sehr kleinen Löchern zum Bilden der Lichtdurchtrittsöffhungen 12 auf. Der mikroperforierte Anzeigesektor 14 hat ersichtlicherweise Lichtdurchtrittsöffnungen 12 in einer Lochsieb- Struktur. Die Lichtdurchtrittsöffhungen 12 in Lochsieb-Struktur stellen sicher, dass beliebige Zahlen, Schrift- und Wortzeichen und Symbole mit der Stockwerksanzeige 10 signalisierbar sind.
Der mikroperforierte Anzeigesektor 14 belegt eine begrenzte Fläche auf der Vorderseite des Wandelements 11 bzw. des Türblatts 9. Vorteilhaft belegt die dem mikroperforierten Anzeigesektor 14 zugeordnete Fläche höchstens 20 % der Gesamtfläche der Vorderseite des Türblatts 9. Zum Beispiel kann der mikroperforierte Anzeigesektor 14 wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel rechteckig ausgestaltet sein.
Damit unterschiedliche Informationen mit der Stockwerksanzeige 10 angezeigt werden können, werden als Lichtquellen LEDs verwendet. Diese LEDs sind hinter dem Wandelement 11 angeordnet und daher hier nicht dargestellt. Die LEDs können einen ebenen LED-Array bilden. Anstatt des LED-Arrays könnten auch OLED-Folien vorgesehen werden. Die LEDs sind einzeln aktivierbar und deaktivierbar oder können je nach Anwendungsfall gruppenweise aktivierbar und deaktivierbar sein.
In Fig. 4 sind die LEDs der Stockwerksanzeige 10 deaktiviert. In den Figuren 5 und 6 sind die LEDs der Stockwerksanzeige 10 jeweils aktiviert. In Fig. 5 zeigt die Stockwerksanzeige 10 eine «4» als Beispiel für eine zahlenmässige Anzeige der Stockwerkinformation an. Wie Fig. 6 beispielhaft zeigt, kann die Stockwerksanzeige 10 auch zur Richtungsanzeige verwendet werden. Die Richtungsanzeige könnte anstelle des Dreiecks auch die Form eines Pfeils oder «V» aufweisen.
Aus Fig. 7 ist entnehmbar, dass die Lichtdurchtrittsöffhungen 12 eine Lochsieb-Struktur bilden. Eine Lochsieb-Struktur zeichnet sich durch eine grosse Zahl von mehr oder weniger auf einer Fläche gleichmässig verteilten Löchern aus. Die Lichtdurchtrittsöffhungen 12 sind vorliegend als rechteckige Löcher im Wandelement 11 ausgestaltet. Die jeweilige Lichtdurchtrittsöffhung 12 kann, wie aus Fig. 8 entnehmbar, auch ein kreisrundes Loch im Wandelement 11 sein. Die Lichtdurchtrittsöffhung 12 der Lochsieb-Struktur kann dabei jeweils eine Seitenlänge oder einen Durchmesser von 0.5 mm bis 1 mm haben. Es sind aber auch noch kleinere Löcher vorstellbar.
Anhand Fig. 9 können weitere Details zum Aufbau eines Türblatts 9 mit integrierter Stockwerksanzeige 10 entnommen werden. Eine (nicht dargestellte) Dekorationsschicht 13 kann - bis auf die Lichtdurchtrittsöffhungen -die freie bzw. sichtbare Vorderseite des Wandelements 11 im Wesentlichen vollständig abdecken. Der Einfachheit nicht gezeigt sind vorliegend oben an das Wandelement 11 anschliessende nicht sichtbare Bereiche des Wandelements 11, die, wenn das Türblatt zum Bilden beispielsweise einer als Schiebetür ausgestalteten Schachtür in der Auszugsanlage installiert ist, in einem Kämpfer oder einer Türzarge auch im offenen Zustand aufgenommen sind.
Der mikroperforierte Anzeigesektor 14 mit den eine Lochsieb-Struktur bildenden Lichtdurchtrittsöffnungen 12 ist in einem Eckbereich des Türblatts 9 bzw. des Wandelements 11 angeordnet. Wenn das in der Vorderansicht rechteckige Türblatt 9 zwei vertikale Längsseiten und diese miteinander verbindende Querseiten aufweist, kann der mikroperforierte Anzeigesektor 14 wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel im Eckbereich bei der oberen Querseite und der vertikalen äusseren Längsseite angeordnet sein.
Wie Fig. 9 zeigt, kann der mikroperforierte Anzeigesektor 14 auch eine Vielzahl von durch Schlitze gebildete Lichtdurchtrittsöffhungen 23 aufweisen. Dieser Anzeigesektor 14 weist im Wandelement 11 parallel zueinander verlaufende Schlitzen 23, wobei die Schlitzbreite der Schlitze 23 kleiner als 1 mm ist.
In das Türblatt 9 kann eine (nicht dargestellte) Bedieneinheit beispielsweise in Form einer Ruferfassungseinheit zum Eingeben eines Stockwerkrufs integriert sein. Bei einer solchen Anordnung müssen keine Bedieneinheiten auf den Türrahmen, separaten Bedienterminals oder Gebäudewänden in den Stockwerken vorgesehen werden. Der der Bedieneinheit zugeordnete Bedienbereich ist bevorzugt etwa auf mittlerer Höhe im Bereich einer der äusseren Längsseite gegenüberliegenden inneren Längsseite angeordnet.
Unterhalb des Wandelements 11 ist im Anzeigesektor 14 ein mit 21 bezeichneter LED- Array angeordnet. Der lediglich nur schematisch dargestellte LED-Array 21 weist eine Vielzahl von LEDs als Lichtquellen zum Betreiben der Stockwerksanzeige 10 auf. Der LED-Array 21 kann flächig aufliegend oder in einem Abstand am Wandelement 11 fixiert sein.
Weitere Einzelheiten zu möglichen Ausgestaltungen der Stockwerksanzeige 10 für die Schachttüre ist aus Figur 11 entnehmbar. Die Stockwerksanzeige 10 gemäss Fig. 11 entspricht in etwa der in Fig. 9 gezeigten Stockwerksanzeige, wobei hier zusätzlich eine Dekorationsschicht 13 vorgesehen ist. Der LED-Array 21 umfasst eine die LEDs 15 aufnehmende Platine 22. Die LEDs sind beispielhaft direkt hinter den Lichtdurchtrittsöffhungen 12 positioniert. Die Dekorationsschicht 13 kann eine Kunststofffolie, ein Echtholzfümier oder eine Lack- oder Farbschicht sein. Die Dekorationsschicht 13 kann auch ein Laminat sein. Als Material für die Kunststofffolie
eignet sich beispielsweise PE, PP oder PVC. Die Kunststofffolie kann je nach Materialwahl beispielsweise eine Folienstärke von 0.05 bis 0.3 mm haben. Die Kunststofffolie kann eine bedruckte Folie sein. Zum Beispiel kann als Dekorationsschicht 13 eine Kunststofffolie mit Holzoptik gewählt werden.
Es muss nicht unbedingt jeder Fichtdurchtrittsöffhung 12 eine FED 15 zugeordnet sein. Mittels Fichtleiterschicht-Modulen kann sichergestellt werden, dass nach entsprechender Aktivierung trotzdem Ficht von den FEDs 15 über die Fichtdurchtrittsöffhungen 12 nach aussen gelangt.
Alternativ zum vorgängig beschriebenen Türblatt 9 einer Schachttür kann die Anordnung umfassend Wandelement 11 mit mikroperforierten Anzeigesektor 14 und im Bereich des mikroperforierten Anzeigesektors 14 hinter dem Wandelement 11 angeordneten ansteuerbaren Fichtquellen 15 auch in anderen Anwendungsorten einer Aufzugsanlage 1 eingesetzt werden. Die Anordnung kann als Wandplatte mit Stockwerksanzeige ausgestaltet sein, die ein Wandelement einer Aufzugskabine bildet. Eine solche oder ähnliche Wandplatte könnte aber auch als Kabinendecke eingesetzt werden. Anstelle einer Stockwerksanzeige sind auch andere visuellen Anzeigen denkbar. Mit der in der Wandplatte integrierten Anzeige könnten zum Beispiel dem Aufzugsnutzer Informationen zum Zeitvertreib während einer Kabinenfahrt vermittelt werden oder spezielle variierende Fichtmuster für einen optimalen Fahrkomfort für den Nutzer angezeigt werden.