Verfahren sowie Etikettiermaschine zum Etikettieren von Behältern
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß Oberbegriff Patentanspruch 1 und damit speziell auf ein Verfahren zum Etikettieren von Behältern nach dem sog. Heißleim- oder Hot-Melt-Etikettierverfahren (nachstehend auch HM- Etikettierverfahren) sowie auf eine Etikettiermaschine zum Durchführen dieses Verfahrens entsprechend dem Oberbegriff Patentanspruch 13.
Etikettiermaschinen zum Etikettieren von Flaschen oder dgl. Behältern mit in einem Etikettenmagazin als Etikettenstapel bereitgestellten Einzeletiketten nach dem HM- Etikettierverfahren sind bekannt (DE 87 03630 U1 , DE 35 15324 A1). Die zu etikettierenden Behälter werden dabei über einen Behältereinlauf jeweils an eine Behandlungsposition der Etikettiermaschine übergeben, die zusammen mit weiteren Behandlungspositionen an einem umlaufenden Transportelement, beispielsweise Rotor gebildet ist. Jeder dann zwischen einem Behältereinspannelement,
beispielsweise Stempel, und einem Behälterträger, beispielsweise Drehteller, an der betreffenden Behandlungsposition gehaltene Behälter wird mit dem Rotor an einer Beleimungseinrichtung zum Aufbringen eines Leimauftrags vorbeibewegt und gelangt anschließend an das Etikettenmagazin, an dem mit dem Leimauftrag das dort im Etikettenstapel bereitstehende erste Etikett erfasst und unter Drehen des Behälters um seine vertikale Behälterachse an diesen durch Anrollen angelegt wird. Durch einen weiteren Leimauftrag wird das beim Anrollen nachgeführte oder rückwärtige Etikettenende am Behälter fixiert, beispielsweise durch Verkleben des Überlappungsbereichs bei Rundum-Etiketten.
Nachteilig bei bekannten, nach dem HM-Etikettierverfahren arbeitenden Verfahren ist, dass bei der Entnahme der Etiketten ein gleitfreies Abrollen der Behälters am Etikettenstapel nicht durchgängig gewährleistet ist und hierdurch bei der Entnahme Zugkräfte auf die Etiketten einwirken, die insbesondere bei Verarbeitung von sehr dünnen Etiketten aus Papier zu deren Beschädigung und/oder bei Etiketten aus Kunststoff zu einer die Qualität der Etikettierung beeinträchtigenden elektrostatischen Aufladung führen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren aufzuzeigen, welches diese Nachteile vermeidet. Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Verfahren zum Etikettieren von
Behältern nach dem HM-Etikettierverfahren entsprechend dem Patentanspruch 1 ausgebildet. Eine Etikettiermaschine ist Gegenstand des Patentanspruchs 13.
Eine Besonderheit der Erfindung besteht darin, dass sich der erste Leimauftrag beim gesamten Abrollen des jeweiligen Behälters auf dem im Etikettenmagazin
bereitgestellten Etikettenstapel ausschließlich auf einer Bewegungsbahn bewegt, der einer gewöhnlichen Zykloide entspricht und sich diese Bewegungsbahn über die gesamte Etikettenlänge oder im Wesentlichen über die gesamte Etikettenlänge erstreckt, die die Etiketten in der Ebene senkrecht zur Achse des sich am
Etikettenstapel abwälzenden Behälters aufweisen, und zwar eventuell abzüglich einer kleinen Teillänge der Gesamtetikettenlänge, die (Teillänge) dem
Überlappungsbereich oder im Wesentlichen dem Überlappungsbereich von Rundum- Etiketten entspricht.
Eine Besonderheit des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht weiterhin darin, dass sich die Behälter gleitfrei am Etikettenstapel abrollen und sich dabei die Achsen der Behälter auf einer Äquidistanten zum Etikettenstapel bewegen.
„Behälter" sind im Sinne der Erfindung insbesondere Dosen, Flaschen, jeweils aus Metall, Glas und/oder Kunststoff, soweit sie für das HM-Etikettierverfahren von ihrer Behälterform her geeignet sind.
Der Ausdruck„im Wesentlichen" bzw.„etwa" bzw.„ca." bedeutet im Sinne der Erfindung Abweichungen vom jeweils exakten Wert um +/- 10%, bevorzugt um +/- 5% und/oder Abweichungen in Form von für die Funktion unbedeutenden
Änderungen.
In Weiterbildung der Erfindung ist das Verfahren beispielsweise so ausgebildet, dass sich die der gewöhnlichen Zykloide entsprechende Bahn über die gesamte Etikettenlänge erstreckt, die die im Magazin bereitstehenden Etiketten in einer Ebene senkrecht zur Drehachse der Behälter beim Abrollen aufweisen,
und/oder
dass zur Erzeugung einer Rundum-Etikettierung das jeweilige Etikett derart an dem Behälter angerollt wird, dass ein nacheilendes Etikettenende das vorauseilende Etikettenende mit einem Überlappungsbereich überlappt und dort mit einem zweiten Leimauftrag fixiert oder verklebt ist,
und/oder
dass sich die der gewöhnlichen Zykloide entsprechende Bahn von dem ersten Etikettenende der im Magazin bereitstehenden Etiketten bis an den
Überlappungsbereich oder im Wesentlichen bis an den Überlappungsbereich erstreckt,
und/oder
dass die Behälter oder deren Behälterachsen während des gesamten Anrollens oder Anlegens des jeweiligen Etiketts oder im Wesentlichen während des gesamten Anrollens oder Anlegens des jeweiligen Etiketts auf einer eine Äquidistante zum Etikettenmagazin bzw. zu einer ersten Ebene des Etikettenmagazins bildenden Bewegungsbahn bewegt werden, in der das bereitstehenden jeweils ersten Etikett angeordnet ist,
und/oder
dass der maximale Abstand der einer gewöhnlichen Zykloide entsprechenden Bahn des ersten Leimauftrags gleich oder im Wesentlichen gleich dem Durchmesser ist, den die Behälter an ihrem zu etikettierenden Bereich aufweisen,
und/oder
dass das bereitstehende jeweils erste Etikett in einer ersten Ebene des
Etikettenmagazins angeordnet ist, dass die der gewöhnlichen Zykloide
entsprechende Bahn des ersten Leimauftrags spiegelsymmetrisch zu einer zweiten Ebene ausgebildet ist,
und/oder
dass die zweite Ebene senkrecht zur ersten Ebene orientiert ist, und/oder dass die zweite Ebene die im Etikettenmagazin bereitstehenden Etiketten in der Mitte ihrer maximal verarbeiteten Etikettenlänge schneidet,
und/oder
dass die Behälter für das Abrollen auf dem ersten im Etikettenmagazin
bereitstehenden Etikett oder auf der ersten Ebene mit einem um wenigstens eine vertikale Maschinenachse umlaufenden Transportelement oder Rotor am
Etikettenmagazin vorbeibewegt und hierbei um ihre parallel oder im Wesentlichen parallel zu der wenigstens einen Maschinenachse orientierte Behälterachse gegensinnig zu einer Umlaufrichtung des Transportelementes gedreht und zugleich auch radial zu der wenigstens einen Maschinenachse oder Umlaufrichtung (A) des Transportelementes derart gesteuert bewegt werden, dass sich der erste
Leimauftrag auf der der gewöhnlichen Zykloide entsprechenden Bahn und/oder die Behälter oder deren Achsen auf der die Äquidistante bildenden Bewegungsbahn bewegen,
und/oder
dass das Abrollen der Behälter an dem Etikettenstapel oder an der ersten Ebene durch eine gleitfreie Abrollbewegung, d.h. ohne eine Gleitbewegung zwischen dem Behälter und dem Etikettenstapel erfolgt,
und/oder
dass ein zweiter Leimauftrag für die Verklebung des Überlappungsbereichs auf das jeweilige Etikett dann erfolgt, wenn sich der erste Leimauftrag an einem
Symmetriepunkt oder Maximum oder etwa an dem Symmetriepunkt oder dem
Maximum seiner der Zykloide entsprechenden Bahn befindet,
wobei die vorgenannten Merkmale jeweils einzeln oder in beliebiger Kombination verwendet sein können.
Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Figuren. Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren
Rückbeziehung. Auch wird der Inhalt der Ansprüche zu einem Bestandteil der Beschreibung gemacht.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren an Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 in Seitenansicht einen als Flasche ausgebildeten Behälter mit einer Rundum- Etikettierung;
2 in schematischer Darstellung und in Draufsicht eine Etikettiermaschine zum Aufbringen der Rundum-Etiketten mit dem HM-Etikettierverfahren auf
Behälter;
3 in schematischer Darstellung und in Seitenansicht eine Behandlungsposition;
4 in schematischer Darstellung und in Draufsicht die Etikettiermaschine der Figur 2 in einem Arbeitsmodus zum Aufbringen von Schild-Etiketten mit dem HM- Etikettierverfahren auf Behälter.
Die Fig. 1 zeigt einen Behälter 1 in Form einer Flasche, die mit einem Etikett 2, welches als Rundum-Etikett den Behälter 1 an der Außenfläche seines Rumpfes vollständig umschließt und mit einem beim Etikettieren vorauseilenden Etikettenende 2.1 durch wenigstens einen ersten Leimauftrag auf der Außenfläche des Behälters fixiert ist und dessen beim Etikettieren nacheilendes Etikettenende 2.2 durch einen zweiten Leimauftrag das erste Etikettenende 2.1 mit einem Überlappungsbereich 2.3 überlappend mit der Vorderseite des Etiketts 2 verklebt ist.
Die Fig. 2 zeigt eine zum Etikettieren der Behälter 1 geeignete Etikettiermaschine 3. Diese umfasst u.a. einen um eine vertikale Maschinenachse MA umlaufend
antreibbaren Rotor 4 (Pfeil A), an dessen Umfang in gleichmäßigen Winkelabständen um die Maschinenachse MA verteilt mehrere Behandlungspositionen 5 vorgesehen sind, und zwar zur Aufnahme jeweils eines Behälters 1 , der mit seiner Behälterachse parallel oder im Wesentlichen parallel zur Maschinenachse MA angeordnet ist.
Entsprechend der Fig. 3 umfassen die Behandlungspositionen 5 bei der dargestellten konventionellen Ausführungsform jeweils einen Drehteller 6, auf dem der jeweilige Behälter 1 mit seinem Behälterboden aufsteht. Jede Behandlungsposition 5 umfasst weiterhin auch einen Stempel, der oben gegen den Behälter 1 im Bereich der verschlossenen Behälteröffnung anliegt, so dass der Behälter 1 zwischen diesem Stempel 8 und dem Drehteller 6 eingespannt ist. Der Drehteller 6 ist in der
nachstehend noch näher beschriebenen Weise durch geeignete Steuermittel oder einen geeigneten Antrieb, beispielsweise durch einen eigenen steuerbaren
elektrischen Servoantrieb 7 um eine parallel zur Maschinenachse MA orientierte Mittelachse BA des Drehtellers 6 bzw. der Behandlungsposition 5 gesteuert drehbar (Pfeil B). Weiterhin sind der Drehteller 6 und der zugehörige Stempel 8 jeder
Behandlungsposition 5 durch weitere Steuermittel oder durch einen weiteren Antrieb für eine radiale Bewegung radial zur Maschinenachse MA gesteuert bewegbar (Doppelpfeil C). Nicht dargestellt ist eine Ausführungsform, die bei sehr leichten Behältern, z.B.
Kunststoff- oder PET-Behältern Anwendung findet und vielfach als„Neck-Handlung" bezeichnet wird. Hierbei weist jede Behandlungsposition 5 anstelle des Drehtellers 6 und des Stempels 8 eine Halte- und Drehvorrichtung auf, die den jeweiligen Behälter 1 nur im Bereich seiner verschlossenen Behälteröffnung und/oder an einem dortigen Behälterflansch oder Neckring greift und beim Etikettieren mit dem Drehantrieb 7 gesteuert um seine Behälterachse dreht.
In Drehrichtung A des Rotors 4 auf einen von einem Transportstern 9.1 gebildeten Behältereinlauf, an dem die zugeführten, zu etikettierenden Behälter 1 jeweils einzeln an eine Behandlungsposition 5 übergeben werden, folgt zunächst eine stationäre, d.h. mit dem Rotor 4 nicht umlaufende Beleimungseinrichtung 10 zum Aufbringen des ersten Leimauftrags 10.1 , und zwar auf einen bezogen auf die Maschinenachse MA dort radial außen liegenden Bereich der Außenfläche des Behälters 1. In
Drehrichtung A des Rotors 4 auf die erste Beleimungseinrichtung 10 folgend ist an der Bewegungsbahn der Behandlungspositionen 5 ein Etikettenmagazin 1
vorgesehen, in welchem die Etiketten 2 als Einzeletiketten in einem Etikettenstapel bereitgestellt werden. Das mit dem Rotor 4 ebenfalls nicht mitbewegte
Etikettenmagazin 11 befindet sich bezogen auf die Maschinenachse MA radial außerhalb der Bewegungsbahn der Behandlungspositionen 5 und der auf diesen angeordneten Behälter 1. Im Bereich des Etikettenmagazins 11 , aber bezogen auf die Maschinenachse MA radial innerhalb der Bewegungsbahn der
Behandlungspositionen 5 bzw. der dort angeordneten Behälter 1 befindet sich eine zweite Beleimungseinrichtung 12 zum Aufbringen des zweiten Leimauftrags. In Drehrichtung A des Rotors 4 auf das Etikettenmagazin 11 folgend ist eine
Anbürststrecke 13 mit wenigstens einem mit dem Rotor 4 ebenfalls nicht
mitbewegten Bürstenelement 14 vorgesehen. Auf die Anbürststrecke 13 folgt in Drehrichtung A des Rotors 4 ein von einem Transportstern 9.2 gebildeter
Behälterauslauf, an dem die etikettierten Behälter 1 den Behandlungspositionen 5
entnommen und in nicht näher dargestellter Weise über einen äußeren Transporteur einer weiteren Verwendung zugeführt werden.
Die Beleimungseinrichtungen 10 und 12 sind vorzugsweise für die Verarbeitung von Heißleim (Schmelzkleber) ausgebildet und umfassen hierfür jeweils wenigstens eine Düse, bevorzugt aber mehrere in vertikaler Richtung gegeneinander versetzte Düsen zum Ausbringen des Heißleims. Zumindest für das Aufbringen des ersten
Leimauftrags 10.1 kann auch eine Beleimungseinrichtung 10 mit Leimwalze eingesetzt werden.
Mit E1 ist eine vertikale Ebene der Vorderseite des Etiketten magazins bezeichnet, in der auch das jeweils erste Etikett 2 zum Aufbringen auf einen Behälter 1 bereitsteht. Mit E2 ist eine vertikale Ebene bezeichnet, die senkrecht zur Ebene E1 orientiert ist und in der auch die Maschinenachse MA angeordnet ist. Mit x1 ist der Abstand bezeichnet, den eine in Drehrichtung A des Rotors 4 auf die Beleimungseinrichtung 10 folgende Seite 1 1.1 des Etikettenmagazins 1 1 von der Ebene E2 in einer
Achsrichtung senkrecht zu dieser Ebene aufweist. Mit x2 ist der entsprechende Abstand der gegenüberliegenden vertikalen Seite 1 1 .2 von der Ebene E2
bezeichnet, wobei der Abstand x2 gleich der Summe aus x1 und der Länge des Überlappungsbereichs 2.3 ist. Mit L2 ist die Gesamtlänge der Etiketten 2 bezeichnet, die diese in der Ebene senkrecht zur Achse der Behälter 1 aufweisen. L2 ist zugleich auch die maximale Etiketten länge der mit der mit der Etikettiermaschine zu
verarbeitenden Etiketten bzw. die maximale Breite, die der die Etiketten 2
aufnehmende Innenraum des Etikettenmagazins 1 1 aufweist.
Grundsätzlich erfolgt die Etikettierung der mit ihren Achse auf einer Bewegungsbahn 15 bewegten Behälter 1 derart, dass jeder über den Transportstern 9.1 an eine Behandlungsposition 5 übergebene und dort durch Absenken des Stempels 8 zwischen diesem und dem Drehteller 6 eingespannte Behälter 1 an seinem zu etikettierenden Behälterbereich zunächst an der Beleimungseinrichtung 10 mit dem ersten Leimauftrag 10.1 versehen wird. Bei Erreichen des Etikettenmagazins 1 1 bzw. der Seite 11.1 kommt dieser Leimauftrag 10.1 mit der Rückseite des ersten, im Etikettenmagazin 1 1 bereitstehenden Etiketts in Berührung, und zwar im Bereich des Etikettenendes 2.1. Bei weiterhin mit dem Rotor 4 in Drehrichtung A mitbewegtem
Behälter 1 und bei gesteuertem Drehen des Behälters 1 mit dem Drehteller 6 um seine vertikale, achsgleich mit der Achse BA angeordnete Behälterachse in Richtung des Pfeils B wird dieses Etikett 2 zunehmend an den Behälter 1 angerollt und dabei vom Etikettenmagazin abgezogen. Die Drehrichtung B ist hierfür gegensinnig zur Drehrichtung A des Rotors 4. Sobald die entsprechende Behandlungsposition 5 mit dem Behälter 1 etwa die Mitte des Etikettenmagazins erreicht hat, erfolgt mit der Beleimungseinrichtung 12 auf die Vorderseite des Etiketts im Bereich des
Etikettenendes 2.1 der zweite Leimauftrag. Bei weiterem Umlauf des Rotors 4 und gleichzeitigem Drehen des Drehtellers 6 und des Behälters 1 um die Achse BA erfolgt dann ein vollständiges Entnehmen des Etiketts aus dem Etikettenmagazin sowie ein vollständiges Anrollen dieses Etiketts 2 an den Behälter 1 , so dass schließlich das Etikettenende 2.2 das Etikettenende 2.1 mit dem Überlappungsbereich 2.3 überlappt und dieser mit dem zweiten Leimauftrag verklebt ist. An der An bürststrecke 13 erfolgt bei weiterhin rotierendem Drehteller 6 und Behälter 1 ein vollständiges Andrücken und Anbürsten des
Überlappungsbereichs 2.3.
Um eine sanfte Entnahme der Etiketten 2 aus dem Etikettenmagazin 1 1 sowie ein sanftes und schonendes Anrollen dieser Etiketten an die Behälter 1 zu erreichen und hierdurch u.a. auch die Verarbeitung von dünnen Etiketten mit reduzierter Festigkeit und/oder aus Kunststoff zu ermöglichen, erfolgt zusätzlich zu der gesteuerten Drehbewegung der Drehteller 6 auch die bereits erwähnte gesteuerte radiale
Bewegung der Drehteller 6 und Stempel 8 entsprechend dem Doppelpfeil C in Bezug auf die Maschinenachse MA. Diese gesteuerte radiale Bewegung wird durch einen Stell- oder Steuerantrieb 16 erreicht, der beispielsweise von einer Steuerkurve 17.1 und einem Rollenhebel 17.2 gebildet ist. In jedem Fall ist die radiale Bewegung der Drehteller 6 und Stempel 8 in Abhängigkeit von der Drehstellung des Rotors 4 so gesteuert, dass sich die Behandlungspositionen 5 bzw. deren Achsen BA und damit auch die Behälter im Bereich des Etikettenmagazins 1 1 auf einem Teilabschnitt 15.1 der Bewegungsbahn 15 bewegen, der eine Äquidistante zum Etikettenmagazin 1 1 bzw. zu der vertikalen Ebene E1 des ersten, dort bereitstehenden Etiketts 2 bildet, wobei sich dieser Teilabschnitt 15.1 bei der dargestellten Ausführungsform über die gesamte Breite des Etikettenmagazins 1 1 erstreckt und einen Abstand von dem
Etikettenstapel bzw. der Ebene E1 aufweist, der gleich oder im Wesentlichen gleich dem halben Durchmesser ist, den die Behälter 1 an ihrem zu etikettierenden Bereich aufweisen. Weiterhin ist auch die Drehbewegung der Drehteller 6 so gesteuert, dass sich der erste Leimauftrag 10.1 dann, wenn die Behandlungsposition 5 bzw. deren Achse BA die Mitte oder etwa die Mitte des Etikettenmagazins 1 bzw. die Ebene E2 erreicht hat, an der dem Etikettenmagazin abgewandten Seite des betreffenden Behälters 1 befindet, und dass der erste Leimauftrag 10.1 anschließend wieder die Ebene E1 erreicht, und zwar in einem geringen Abstand von der anderen Seite 11.2 des Etikettenmagazins 11 , der (Abstand) dem Überlappungsbereich 2.3 entspricht.
Der erste Leimauftrag 10.1 bewegt sich somit bei der für die Fig. 2 gewählten
Darstellung auf einer Bewegungsbahn, die einer gewöhnlichen Zykloide 18 entspricht und deren maximaler Abstand von der Ebene E1 gleich dem Durchmesser ist, den die Behälter 1 an ihrem zu etikettierenden Bereich aufweisen. Die Länge der
Zykloide 18 ist in der Ebene E1 gleich der Länge, die die Etiketten 2 zwischen ihren Enden 2.1 und 2.2 aufweisen, und zwar abzüglich des Überlappungsbereichs 2.3. Nach dem Passieren des Etikettenmagazins verläuft der Teilabschnitt 15.1 der Bewegungsbahn weiterhin so, dass der Leimauftrag 10.1 zumindest anfänglich auf einer weiteren Zykloide 19 bewegt wird.
In Drehrichtung A des Rotors 4 zwischen der An bürststrecke 13 und der ersten Beleimungseinrichtung 10 weist die Bewegungsbahn 5 im Teilabschnitt 15.2 einen kreisbogenförmigen Verlauf auf. Bei der dargestellten Ausführungsform hat der Teilabschnitt 15.1 in der Ebene der Figur 2 einen Verlauf mit drei Abschnitten, die im Winkel an einander anschließen und über Bereiche in einander übergehen, die jeweils an ihrer der Maschinenachse MA zugewandten Seite um wenigstens eine Achse konkav gekrümmt sind. Weiterhin schließt der Teilabschnitt 15.1 jeweils tangential an den Teilabschnitt 15.2 an. Die Figur 4 zeigt die Etikettiermaschine 3 in einem Betriebszustand zur Verarbeitung sogenannter„Schild-Etiketten", d.h. zum Verarbeiten von Etiketten 2a, die nach dem Aufbringen auf den Behälter 1 diesen nur auf einem Teilbereich ihres Umfangs abdecken. Die Etiketten 2a besitzen wiederum das beim Etikettieren vorauseilende Etikettenende 2.1 und das beim Etikettieren nacheilende Etikettenende 2.2, deren
Abstand allerdings der im Vergleich zu den Etiketten 2 kürzeren Länge L2a entspricht. Die Seite 11.2 des Etikettenmagazins 11 ist auf die Seite 11.1 derart zugestellt, dass die Seiten 1 .1 und 11.2 des Etikettenmagazins einen im Vergleich zur Figur 2 reduzierten Abstand voneinander aufweisen, der der Länge L2a der Etiketten 2a entspricht.
Der erste Leimauftrag 10.1 bewegt sich beim Abrollen jedes Behälters 1 auf dem ersten im Etikettenmagazin 11 bereitstehenden Etikett 2a bzw. auf der Ebene E1 wiederum auf der einer gewöhnlichen Zykloide 18 entsprechende Bewegungsbahn, die an der bezogen auf die Drehrichtung A des Rotors 4 vorderen Seite 11.1 des Etikettenmagazins 11 bzw. am dortigen Etikettenende 2.1 beginnt und über den Bereich mit maximalem Abstand von der Ebene E1 , der gleich oder im Wesentlichen gleich dem Durchmesser der Behälter 1 ist, zurück an die Ebene E1 verläuft, diese allerdings erst in Drehrichtung A des Rotors 4 auf die Seite 11.2 des
Etikettenmagazins 11 folgend berührt.
Die zweite Beleimungseinrichtung 12 ist so angeordnet, dass der zweite Leimauftrag auf dem jeweiligen Behälter 1 in einem Bereich erfolgt, der dem Etikettenende 2.2 der Etiketten 2a entspricht.
Die Steuerung der Drehantriebe 7 und der Stellantriebe 16 erfolgt in jedem Fall so, dass eine korrekte gleitfreie Abrollung der Behälter 1 auf dem Etikettenstapel im Etikettenmagazin 11 auf der Gesamtlänge L2 bzw. L2a der Etiketten 2 bzw. 2a erreicht ist, so dass insbesondere auch sehr dünne Etiketten 2 bzw. 2a und/oder aus Kunststoff bestehende Etiketten 2 bzw. 2a verarbeitet werden können, ohne dass es zu einer Beschädigung der Etiketten 2 bzw. 2a und/oder zu einer elektro-statischen Aufladung der Etiketten bei der Entnahme aus dem Etiketten magazin kommt, so dass bei Kunststoffetiketten auf eine zusätzliche Antistatik-Beschichtung oder ähnliche Vorkehrungen zur Verhinderung der elektro-statischen Aufladung verzichtet werden kann. Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist somit eine drastische
Reduzierung der Kosten für das Etikettenmaterial erreichbar, insbesondere auch bei Etiketten aus Kunststoff, bei denen die Kosten mit der Erfindung nahezu auf Papier- Niveau reduziert werden können.
Bezugszeichenliste
1 Behälter
2, 2a Etikett
2.1 , 2.2 Etikettenende
2.3 Überlappungsbereich
3 Etikettiermaschine
4 Rotor
5 Behandlungsposition
6 Drehteller
7 Antrieb für Drehteller 6
8 Stempel
9 Einlaufstern
10 Beleimungseinrichtung
10.1 erster Leimauftrag
11 Etikettenmagazin
11.1 , 11.2 Seiten des Etikettienmagazin
12 Beleimungseinrichtung
13 Anbürststrecke
14 Bürstenelement
15 Bewegungsbahn der Achsen der Behandlungspositionen
15.1 , 15.2 Abschnitt der Bewegungsbahn 15
16 Steuerantrieb
17.1 Steuerkurve
17.2 Rollenstößel
18, 19 Zykloide
E1 , E2 vertikale Ebene
A Drehrichtung des Rotors 4
B Drehrichtung der Drehteller 6
C radiale Verstellbewegung der Drehteller 6
x1 , x2 Abstand
BA Achse der Behandlungspositionen 5 und Drehteller 6