Katalysator zur Oxidation von Methanol zu Formaldehyd
Die vorliegende Erfindung betrifft einen geträgerten Katalysator insbesondere zur Oxidation von Methanol zu Formaldehyd, umfassend einen Trägerformkörper auf dem eine Schicht aus ei- nem nicht reduzierbaren Metalloxid eines Hauptgruppenmetalls, eines frühen Übergangsmetalls oder eines Lanthanoids angeordnet ist und wobei auf der Schicht oder auf den die Schicht bildenden einzelnen Partikeln mindestens eine einer Monolage entsprechende Oberflächendichte einer Molybdän und/oder Vana- dium und Eisen enthaltenden oxidischen Zusammensetzung vorliegt .
Heterogen katalysierte Oxidationsreaktionen sind von besonderer Bedeutung für die chemische Industrie, da sie zur groß- technischen, selektiven Herstellung zahlreicher Endprodukte aus preiswerten und in großen Mengen verfügbaren Grundstoffen (z.B. Alkoholen) dienen.
Ein Vertreter dieser Reaktionsklasse ist die partielle Oxida- tion von Methanol zu Formaldehyd. Neben der gekoppelten Dehydrierung und Oxidation an Silberkontakten ist zur großtechnischen Herstellung die partielle Oxidation mit überschüssiger Luft an porösen Vollkatalysatoren aus Eisenmolybdat gebräuchlich. Als Nebenreaktionen treten die „Totaloxidation" des Me- thanols zu CO, sowie die säurekatalysierte Bildung von Dimethylether auf .
In der Industrie werden heutzutage üblicherweise Eisenmolybdatvollkatalysatoren eingesetzt, welche jedoch im
Verhältnis zu ihrer Aktivmasse nur eine geringe aktive Oberfläche aufweisen.
Weiter sind auch Molybdän-Vanadium-Eisen bzw. Vanadium-Eisen Katalysatoren zur partiellen Oxidation von Methanol zu Formaldehyd bekannt .
Die Atomverhältnisse zwischen Molybdän bzw. Vanadium und Eisen variieren bei den aus dem Stand der Technik bekannten Kataly- satoren beträchtlich. Ein Teil der aktiven Komponenten kann weiter teilweise durch sog. Promotoren wie Titan, Antimon, Zinn, Nickel, Chrom, Cer, Aluminium, Calcium, Magnesium, Niob, Silber und/oder Mangan in metallischer Form bzw. in Form von Verbindungen ersetzt sein.
Typischerweise werden in der sog. heterogenen Katalyse zwei Arten von (Feststoff) Katalysatoren unterschieden (J. Weitkamp und R. Gläser in: Winnacker/Küchler „Chemische Technik: Prozesse und Produkte", Band 1, Kap. 5, Wiley-VCH, 2004) :
Zum einen gibt es sogenannte „geträgerte Katalysatoren", auch Coat- oder Beschichtungskatalysatoren genannt, unter denen man Feststoff-Katalysatoren versteht, die durch Beschichten eines (typischerweise nicht porösen) Trägerkörpers mit einer porösen Schicht enthaltend die eigentlich katalytisch aktive Spezies hergestellt werden.
Im Unterschied dazu wird bei den sog. „Trägerkatalysatoren" durch Imprägnierverfahren die katalytisch aktive Spezies (z.B. Edelmetalle, wie Pd, Pt, Au, Ag etc., oder Übergangsmetalle, wie z.B. Ni, Co, Cu, Fe, etc.) als Lösung einer Verbindung dieser Spezies dispers auf einen porösen Träger, wie z.B. SiO2, Al2O3, TiO2, ZrO2, etc.) aufgebracht. Bei den durch das Imprägnierverfahren hergestellten Trägerkatalysatoren bestehen
zumeist chemisch-physikalische Wechselwirkungen zwischen Träger und aktiven Spezies, die entscheidenden Einfluss auf das katalytische Geschehen nehmen.
Bei den geträgerten Katalysatoren dient der Trägerkörper lediglich der Formgebung ( "structural support"). Im Gegensatz zu Trägerkatalysatoren, bei denen die aktiven Elemente dispers in dem porösen Träger - gegebenenfalls auch in einer auf dem Träger angeordneten äußeren Schale (= Schalenkatalysator) - ver- teilt sind, ist beim geträgerten Katalysator der typischerweise nicht poröse Trägerkörper von einer die aktive Spezies enthaltenden Schicht umhüllt.
In dem US 3,975,302 wird ein nach dem Imprägnierverfahren her- gestellter Fe/Mo-Katalysator für die Oxidation von Methanol zu Formaldehyd (ganz allgemein als Formox Verfahren bezeichnet) beschrieben. Demnach werden Eisen und Molybdän als MoO4 2" und Fe3+ Salze in einem Lösungsmittel wie z.B. Wasser gelöst und dann auf einen porösen Träger mit einer BET-Oberflache von 1 bis 20 m2/g aufgebracht. Auch in dem US 4,181,629 wird ein Katalysator für die Oxidation von Methanol zu Formaldehyd beschrieben, der durch Imprägnieren im Fließbettverfahren hergestellt wird.
In dem US 5,217,936 wird ein Katalysator für die Herstellung von Aldehyden aus den entsprechenden Alkoholen, insbesondere von Formaldehyd aus Methanol beschrieben, wobei die kataly- tisch aktive Masse auf einen monolithischen Träger aufgetragen wird. Die aktive Spezies kann neben Molybdänoxid noch Oxide von Chrom, Vanadium, Aluminium, Eisen, Wolfram, Mangan sowie deren Mischungen enthalten. Um die Bindung der aktiven Masse zum monolithischen Träger zu verbessern, kann die aktive Spezies ein Bindemittel enthalten. Als geeignetes Bindemittel werden Siliziumdioxid sowie Titandioxid angegeben.
In der DE 10 2004 014 918 wird ein Katalysator mit einer SiI- ber-Vanadiumoxidphase und einer Promotorphase auf Basis von Titandioxid und Vanadiumpentoxid beschrieben, welcher für die Herstellung von Aldehyden, Carbonsäuren und Carbonsäureanhydriden aus aromatischen oder heteroaromatischen Kohlenwasserstoffen durch Gasphasenoxidation geeignet ist. Der Katalysator ist bevorzugt als Schalenkatalysator ausgebildet, wobei die beiden Phasen als konzentrische Schalen auf einem inerten Trä- ger angeordnet sind.
In der WO 2005/037427 wird eine Katalysatorschüttung aus einer physikalischen Mischung von katalytisch aktiven und kataly- tisch inaktiven Formkörpern beschrieben, wobei die katalytisch inaktiven Formkörper an den äußeren Reibungsflächen abgerundete Kanten aufweisen. Wird die Katalysatorschüttung für die Oxidation von Methanol zu Formaldehyd eingesetzt, können als katalytisch aktive Spezies beispielsweise Eisenmolybdate eingesetzt werden.
Technische Formaldehydkatalysatoren für den Formox-Prozess (auch unter dem Namen Perstorp-Reichhold Formox Prozess bekannt) leiden unter der Tatsache ihrer sehr schnellen Desakti- vierung. So sind technische Standzeiten von nur ca. einem Jahr üblich und führen zu erheblichen Kosten durch den nötigen Katalysatorwechsel. Diese Desaktivierung, die vor allem durch den thermischen Austrag der Mo-Komponente verursacht wird, führt zu mechanischer Instabilität des Katalysators und zu einem starken Druckanstieg im Reaktor und somit letztendlich zu einem Katalysatorwechsel.
Es besteht deshalb ein Bedarf an weiteren, verbesserten Katalysatoren für die Oxidation von Methanol zu Formaldehyd, die
eine gute Aktivität und gleichzeitig Selektivität für Formaldehyd aufweisen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, verbesserte Katalysatoren, insbesondere zur Oxidation von Methanol zu Formaldehyd bereitzustellen, die eine besonders hohe Abriebfestigkeit aufweisen und eine gute Aktivität und gleichzeitig Selektivität für Formaldehyd aufweisen und eine Totaloxidation von Methanol vermeiden.
Diese Aufgabe wird gelöst durch einen geträgerten Katalysator, insbesondere zur Oxidation von Methanol zu Formaldehyd, umfassend einen inerten Trägerkörper auf dem eine aus einzelnen Partikeln aufgebaute Trägerschicht aus einem insbesondere nicht oder nur kaum reduzierbaren Metalloxid eines Hauptgruppenmetalls, eines frühen Übergangsmetalls oder eines Lantha- noids angeordnet ist und wobei sich auf der Schicht oder auf den die Schicht bildenden einzelnen Partikeln als Aktivkomponente eine Molybdän und/oder Vanadium und Eisen enthaltende oxidische Zusammensetzung befindet, deren Oberflächendichte mindestens einer Monolage entspricht.
Es wurde gefunden, dass die am meisten bevorzugten, erfindungsgemäßen Katalysatoren eine Oberflächendichte der Aktiv- komponente von wenigsten einer Monolage auf den einzelnen Partikeln der Trägerschicht oder auf der Trägerschicht selbst aufweisen in bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung von sogar wenigstens 2 Monolagen.
Der Ausdruck „Monolage", wie er vorliegend verwendet wird, bezieht sich auf die Oberflächendichte der Aktivkomponente.
Die Oberflächendichte im Sinne der Erfindung ergibt sich dabei aus der experimentell bestimmten BET-Oberflache (DIN 66131) und des theoretischen Flächenbedarfs der Aktivkomponenten.
Die erfindungsgemäße Oberflächendichte hängt insbesondere von der Art der ausgewählten Aktivkomponente ab.
Beispielsweise beträgt für reines Molybdänoxid (MoO3) die Mono- lagen-Oberflächendichte 5 Mo-Atome / nm2 (siehe Adv. Catal 37,1 (1990)). Für Vanadiumoxid (V2O5) beträgt dieser Wert ungefähr
4,5 V-Atome / nm2 (I.E. Wachs, Cat . Today, 27 (1996) 437.). Für gemischte Fe/Mo bzw. Fe/V und Fe/V/Mo Oxide werden analoge Werte angegeben. Als allgemeine Regel für alle Aktivkomponenten im Rahmen der vorliegenden Erfindung gilt, dass die Mono- lagenoberflächendichte typischerweise im Bereich von 4 bis 5 Metallatomen/nm2 beträgt.
Die Oberflächendichte der Aktivkomponente, das heißt des eigentlichen Katalysators, beeinflusst in hohem Ausmaß die Wirk- samkeit des Katalysators. Im Extremfall sind Katalysatoren des Eisenmolybdat- , Molybdänoxid- bzw. Vanadiumoxidtyps relativ isolierte Oxidspezies, beispielsweise Monomolybdat- oder Monovanadatspezies die relativ wenig aktive Stellen an der Trägeroberfläche aufweisen. Daher tendieren diese Katalysato- ren dazu, ihren Sauerstoff zurück zu halten und haben daher relativ niedrige Reaktionsgeschwindigkeiten bei der Oxidation von Methanol zur Formaldehyd.
Falls der Katalysator über eine Monolage an sowohl Molybdän- als auch Vanadiumoxid enthält, kann eine Spezies in Form beispielsweise von oligomerisierten Eisenmolybdat bzw. Eisenvanadat auf dem Träger bzw. auf den Teilchen vorliegen und möglicherweise eine zweite derartige Spezies als zweite Lage auf der ersten Monolage.
Der Begriff „Methanol" bezieht sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung sowohl auf reine Methanolströme, Papiermühlenabgas- ströme die Methanol enthalten, andere Abgasströme die Methanol enthalten, Methylmercaptan und/oder Mischungen davon.
Der hier verwendete Begriff „Selektivität" wird bestimmt, indem die Anzahl der Mole Formaldehyd die durch die Anzahl der Mole verbrauchten Methanols gebildet werden (ausgehend vom Zu- fuhrstrom in dem Reaktor) dividiert und mit 100 multipliziert wird. Demzufolge wird die Selektivität in Prozent ausgedrückt. Die Selektivität zeigt daher den Prozentsatz des gebildeten Formaldehyds verglichen in Bezug auf den Prozentsatz an Nicht- Formaldehyd-Oxidationsprodukten von Methanol an, wie z. B. Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, etc.
Der hier verwendete Begriff „Konversion" bzw. „Umsatz" wird bestimmt, indem die Differenz zwischen der Anzahl an Mol Methanol, die in den Reaktor eingebracht werden abzüglich der Anzahl der Mol des Methanols das den Reaktor verlässt, durch die Gesamtanzahl der Mol des in den Reaktor zugeführten Methanols dividiert und mit 100 multipliziert wird.
Demzufolge ist auch die Konversion in Prozent angegeben. Die Konversion gibt daher die Prozentzahl der Mol Methanol an, die zu Formaldehyd oxidiert wurden und alle anderen nicht Formal- dehyd-Oxidationsprodukte von Methanol. Das heißt also, wenn zwei Mol Methanol in den Reaktor eingeführt wurden und den Reaktor je ein Mol Formaldehyd und ein Mol Methanol verlassen, ergibt sich eine Selektivität von 100 %, jedoch eine Konversion von 50 %.
Weitere Vorteile des erfindungsgemäßen Katalysators bei der Oxidation von Formaldehyd zu Methanol ist insbesondere seine
höhere Aktivität verglichen mit herkömmlichen Vollkatalysatoren, wobei auch bei sehr geringen Temperaturen hohe Selektivitäten erreicht werden können (vide infra) .
Es wurde weiter gefunden, dass bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Katalysators keine Kalzinierung bei hohen Temperaturen von mehr als 500 0C nach dem Auftragen der Beschich- tung notwendig ist, wie es im Stand der Technik erforderlich ist. Vielmehr reicht überraschenderweise Tempern bei Tempera- turen < 500 0C aus, um den erfindungsgemäßen Katalysator zu erhalten. Der Begriff „Tempern" findet somit im Gegensatz zu dem Begriff „Kalzinieren" vorliegend Verwendung für eine Temperaturbehandlung von 500 0C.
Daher tritt beim erfindungsgemäßen Katalysator kein thermisch induzierter Verlust an aktiven Mo-Spezies bzw. Fe-Mo und Fe-V Spezies im Betrieb auf. Insbesondere führt dies zu einer längeren Standzeit des erfindungsgemäßen Katalysators im Reaktor, als dies vergleichbare Katalysatoren des Standes der Technik aufweisen. Der Verzicht auf die Hochtemperatur-Kalzinierung erhöht weiter die mechanische Stabilität insbesondere während des Transports und beim Befüllen eines Reaktors mit dem erfindungsgemäßen Katalysator. Es tritt dabei daher auch keine Staubentwicklung beim Befüllen auf, so dass es zum einen nicht zu einer möglichen Gesundheitsgefährdung der mit dem Einfüllen betrauten Person kommt und weiter keine Aktivmasseverluste auftreten.
Die Trägerschicht aus einem bevorzugt nicht oder nur schwer reduzierbaren Metalloxid eines Hauptgruppenmetalls, eines frühen Übergangsmetalls oder eines Lanthanoids kann beispielsweise aus SiO2-SoI oder dessen Vorläufern, Al2O3-SoI oder dessen Vorläufern, ZrO2-SoI oder dessen Vorläufern, TiO2- SoI, CeO2- SoI oder dessen Vorläufern, Wasserglas, MgO, etc hergestellt
werden. Die Trägerschicht weist insbesondere eine BET-Ober- flache von > 15 m2/g ganz besonders bevorzugt von > 20 m2/g und
> 50 m2/g auf.
Es wurde überraschend gefunden, dass ein erfindungsgemäßer, geträgerter Katalysator, bei dem die BeschichtungsZusammensetzung des Trägerformkörpers, wie vorstehend definiert ausgebildet ist, eine besonders hohe Abriebfestigkeit zeigt. Dabei wurde unerwarteterweise gefunden, dass schon die nicht getem- perten geträgerten Katalysatoren besonders abriebfest sind, was nach dem Tempern der erfindungsgemäßen Katalysatoren noch verstärkt wird.
Erfindungsgemäß umfasst der geträgerte Katalysator zunächst einen (katalytisch) inerten Trägerformkörper. Hier können grundsätzlich alle dem Fachmann geläufigen inerten Trägerformkörper verwendet werden. Vorzugsweise sollten die Trägerformkörper jedoch im Wesentlichen unporös sein. Im Wesentlichen unporös bedeutet, dass die im Rahmen der vorliegenden Erfin- düng eingesetzten Trägerformkörper eine BET-Oberflache (bestimmt nach DIN 66131) von weniger als etwa 1 m2/g aufweisen. Das Porenvolumen des inerten, im Wesentlichen unporösen Trägerformkörpers liegt vorzugsweise bei weniger als 0,1 ml/g, bestimmt gemäß DIN 66133. Die Materialdichte des Trägerform- körpers liegt vorzugsweise im Bereich von 2,0 bis 4,5 g/cm3, insbesondere bevorzugt im Bereich von 2,3 bis 3,5 g/cm3.
Nicht einschränkende Beispiele für erfindungsgemäß geeignete Materialien für Trägerformkörper sind Magnesiumsilikat (Stea- tit) , Quarz (SiO2) , Porzellan, Magnesiumoxid, Zinndioxid,
Siliziumcarbid, Rutil, Tonerde (Al2O3) , Zirkoniumsilikat, Aluminiumsilikat, Cersilicat oder Mischungen davon sowie Metalle bzw. Legierungen wie z.B. Edelstahl. Besonders bevorzugt sind Trägerkörper aus Steatit.
In einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform werden als inerte Trägerformkörper dem Fachmann an sich bekannte Hohlzylinder oder Ringe eingesetzt, die einen der Reaktion an- gepassten Durchfluss im Reaktor ermöglichen. Derartige Formkörper sind beispielsweise in der WO2007/059974 , der EP 1 127 618 Al oder der WO 2005/037427 Al beschrieben, auf deren Offenbarungsgehalt hier vollumfänglich Bezug genommen wird.
Die erfindungsgemäß bevorzugten Formkörper bilden beim Beladen des Reaktors weniger leicht lokal geordnete dichte Packungen, sondern sind eher unregelmäßig angeordnet, wobei im Gasstrom durch das Katalysatorbett mehr Turbulenzen entstehen, welche einer leicht einsetzenden Überhitzung (Bildung von sogenannten „hot-spots") insbesondere bei der Oxidation von Methanol zu
Formaldehyd sowohl im Formkörper wie auch im Reaktor entgegenwirken wie es z.B. bei Monolithen, etwa gemäß dem US 5,217,936 typischerweise auftritt. Die Verringerung der Überhitzung führt auch zu einer Verlängerung der Lebensdauer des Katalysa- tors.
Auf den inerten Trägerkörper ist mindestens eine Trägerschicht bestehend aus Partikeln eines Metalloxids eines Hauptgruppenmetalls, eines frühen Übergangsmetalls oder eines Lanthanoids aufgebracht. Diese können, wie vorstehend schon erwähnt, entweder in Form ihrer Pulver (als Suspension) und/oder auch als Sole aufgebracht werden.
Je nach SoI liegt der Feststoffgehalt zwischen 10 und 50 Gew.- %, beispielsweise sind SiO2-SoIe mit 20 - 40 Gew.-%, ZrO2-SoIe mit 10 - 20 Gew.-%, CeO2-SoIe mit 15 - 25 Gew.-% Feststoffgehalt und TiO2-SoIe mit 10 - 20 Gew. -% Feststoffgehalt bevorzugt. TiO2- Sole bzw. TiO2 Pulver sind im Rahmen der Erfindung ganz besonders bevorzugt. Besonders bevorzugt ist eine Her-
Stellung unter Verwendung einer Pulversuspension des Trägeroxids mit einem Feststoffanteil von 1 bis 60 Gew.% plus einem Anteil von 0,05 Gew.-% bis 5 Gew. -% eines SoIs desselben Trägeroxids .
In einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform liegt das integrale Porenvolumen (bestimmt mit Hg-Porosimetrie, DIN 66133) der Trägerschicht zwischen etwa 100 - 800 mm3/g, bevorzugt zwischen etwa 200 und 700 mm3/g besonders bevorzugt zwi- sehen etwa 250 und 600 mm3/g. Der nach dieser Methode ermittelte mittlere Porenradius liegt vorzugsweise zwischen etwa 50 und 1000 nm, bevorzugt zwischen etwa 100 und 700 nm, besonders bevorzugt zwischen etwa 150 und 500 nm.
Nach einer ganz besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform weist das SoI eine Partikelgröße von 1 bis 100 nm, vorzugsweise von 2 bis 50 nm, besonders bevorzugt < 40 nm auf . Die Bestimmung dieser Partikelgrößen erfolgte nach ASTM B822-97. Alternativ kann auch ISO 13320-1 verwendet werden.
Bevorzugte, als Träger im Rahmen der vorliegenden Erfindung eingesetzte Oxide sind durch folgende Korngrößenverteilung charakterisiert :
Di0: 0.1 bis 2.5, D50: 0.1 bis 19, D90: 0.5 bis 40, ganz besonders bevorzugt sind die Korngrößenverteilungen von Di0: 0.1 bis 0.5, D50: 0.1 bis 0.9, D90: 0.5 bis 2.5.
Als Aktivkomponente werden bevorzugt Oxide von Molybdän und/oder Vanadium sowie Eisen und/oder deren Mischoxide (wie Fe2 (MoO4) 3) oder Verbindungen, die in die entsprechenden Oxide bzw. Mischoxide überführt werden können, wie beispielsweise Acetate, Oxalate, Acetylacetonate, Citrate, Nitrate, Chloride,
Phosphate, Sulfate oder Ammoniumverbindungen des Eisens bzw. Molybdäns und Vanadiums, eingesetzt.
In einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungs- form ist die Aktivkomponente ein nicht-stöchiometrisches Eisen-Molybdän-Mischoxid, das nicht die Zusammensetzung (Fe2 (MoO4) 3 hat . Bevorzugt sind Mo/Fe-Verhältnisse von 0,5 bis 20. Besonders bevorzugt sind Mo/Fe-Verhältnisse von 2 bis 15.
Weitere optionale Verbindungen, die in der Aktivkomponente enthalten sein können, sind metallische bzw. metalloxidische Komponenten oder Verbindungen, die in die entsprechenden Oxide bzw. Mischoxide überführt werden können, und die dem Fachmann im Hinblick auf die Verwendung des Katalysators zur Oxidation von Methanol zu Formaldehyd als sogenannte „Promotoren" geläufig sind. Nicht beschränkende Beispiele sind dabei Verbindungen des Titans, Antimons, Zinns, Nickels, Cers, Aluminiums, Calciums, Magnesiums, Chroms, Niobs, Silbers und/oder Mangans, die Fe, V und Mo teilweise ersetzen können.
Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Beschich- tungskatalysators, insbesondere zur Oxidation von Methanol zu Formaldehyd .
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird es bevorzugt, dass die bereitgestellte wässrige Suspension der Trägerschicht mittels eines Fließbettverfahrens auf den inerten Trägerkörper aufgebracht wird. Dabei wird die Verwendung eines Fließbettcoaters bevorzugt, wie er beispielsweise in der DE-A- 12 80 756, der DE-A-197 09 589, der DE 40 06 935 Al, der DE 103 44 845 Al oder der WO 2005/030388 beschrieben ist. Es hat sich gezeigt, dass die wässrige Suspension mit der Beschich- tungszusammensetzung mittels eines Fließbettverfahrens, wie
vorstehend ausgeführt, besonders gleichmäßig und gut haftend sowie mit unerwartet geringen Sprühverlusten auf den unporösen Trägerformkörper aufgebracht werden kann.
Weiterhin hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, dass der pH-Wert der Suspension angepasst wird. Es hat sich gezeigt, dass hierzu allgemein ein pH-Wert der auf die Trägerkörper aufzubringenden Suspension zwischen etwa 1 und 5 von Vorteil ist. Es hat sich insbesondere gezeigt, dass ein pH-Wert von etwa 3 - 5 im Falle der Verwendung eines ZrO2-SoIs, insbesondere eines acetatstabilisierten ZrO2-SoIs, ein pH-Wert zwischen 1 und 5, vorzugsweise zwischen 1 und 3 im Falle der Verwendung eines TiO2-SoIs, insbesondere eines mit Salpetersäure stabilisierten TiO2-SoIs, von Vorteil ist. Im Falle eines mit Essig- säure stabilisierten CeO2- SoIs ist ein pH Wert von 2 - 4 besonders vorteilhaft.
In einer weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform wird die wässrige Suspension auf die inerten Trägerkörper im Fließbettverfahren bei einer Temperatur von weniger als 100 0C, insbesondere bei weniger als 80° C aufgebracht.
Bevorzugt weisen die Teilchen der in der wässrigen Suspension einen D90-Wert der Teilchengröße von weniger als 5 μm, bevor- zugt weniger als 3 μm auf. Die Einhaltung dieser Teilchengröße trägt zu einer besonders gleichmäßigen und abriebfesten Be- schichtung auf den inerten Trägerkörpern bei und führt zu geringen Sprühverlusten während des Beschichtungsvorgangs .
Die vorstehende Teilchengröße kann durch herkömmliches Mahlen bzw. Zerkleinern vor, während oder nach der Herstellung der wässrigen Suspension eingestellt werden.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird nach dem Aufbringen der Beschichtungszusammensetzung auf den inerten Trägerkörper durch Temperatur der beschichtete Trägerkörper thermisch behandelt. Allgemein kann jede dem Fachmann geläufi- ge Temperatur und Zeitdauer zum Tempern verwendet werden. Erfindungsgemäß ist eine Temperatur zwischen 200 und 500° C bevorzugt. Dahingegen bedeutet „Kalzinieren" im Rahmen der vorliegenden Erfindung, dass Temperaturen von mehr als 500 0C angewandt werden.
Die Dauer des Temperns beträgt vorzugsweise zwischen 0,5 und 20 h, insbesondere zwischen 1 und 15 h.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der beschichtete Trägerkörper in einen geeigneten Wärmeschrank gegeben, z.B. einen Hordenofen mit Blechen, der den beschichteten Trägerkörper als Partikelschüttung mit einer bevorzugten Schüttungshöhe von 1 bis 5 cm, besonders bevorzugt von 1 bis 3 cm enthält. Der Wärmeschrank wird dann be- vorzugt mit konstanter Rate über einem Zeitraum von 1 h bis 20 h, bevorzugt 5 h bis 15 h von Raumtemperatur auf eine Temperatur Tl von bevorzugt zwischen 130° bis 350°, insbesondere bevorzugt 200 bis 300° erhitzt.
Besonders bevorzugt ist die Durchführung des Temperns direkt in situ in einem Formox-Reaktor während des ersten Aufheizens des Reaktors nach Austausch des Katalysators, insbesondere wenn bereits Methanol über den Katalysator geleitet wird.
Die Imprägnierung der Teilchen der Trägerschicht bzw. der fertigen Trägerschicht mit der aktiven Komponente, beispielsweise der Eisen-Molybdat- oder Eisen-Vanadat-Aktivkomponente kann entweder durch an sich bekannte Methoden wie der incipient wetness Methode bzw. durch Spreitung (Festkörperbenetzung)
etc., wie in den Beispielen weiter unten beschrieben ist, erfolgen. Dabei können entweder die Titandioxidteilchen vor ihrer Aufschlämmung imprägniert werden oder in noch weiter bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung zuerst beispielsweise ausgehend von Solen oder Suspensionen die Trägerschicht auf den Trägerkörper aufgebracht werden und anschließend die ggf . getemperte Trägerschicht mit der Aktivkomponente imprägniert werden, so dass eine Monolage Aktivkomponente auf der Oberfläche der Trägerschicht entsteht.
In noch einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden das Pulver der Trägerschicht und die Pulver der Aktivkomponenten innig physikalisch vermischt und der Katalysator bei 200 bis 500 0C in Luft oder Wasser- bzw. Methanoldampf-haltiger Luft für 2 bis 72 h zu getempert.
Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft die Verwendung des erfindungsgemäßen Katalysators zur Oxidation von Methanol zu Formaldehyd, insbesondere in einem Festbett- verfahren. Ein geeignetes Verfahren ist beispielsweise aus der DE 103 61 517, dem EP 0 001 570 und dem US 3,852,361 bekannt. Jedoch sind grundsätzlich auch andere Anwendungen des Katalysators, insbesondere bei partiellen (Gasphasen) -Oxidationen von Kohlenwasserstoffen möglich.
Die Gasphasenoxidation wird an sich in den für diese Reaktion bekannten Reaktoren bei üblichen Bedingungen durchgeführt. Bevorzugt sind Röhrenreaktoren, wobei die Röhren zur Wärmeabfuhr beispielsweise mit einem Salzbad oder einem temperaturbestän- digen Öl gekühlt werden. Die Röhren haben bevorzugt einen
Durchmesser im Bereich von 15 bis 30 mm, besonders bevorzugt von 20 bis 25 mm, und eine Länge im Bereich von bevorzugt 80 bis 200 cm. In die Röhren wird der erfindungsgemäße Katalysator eingefüllt.
Erfindungsgemäß wurden folgende physikalischen Bestimmungsmethoden zur Charakterisierung des Katalysators verwendet:
1. Test zur Bestimmung der Haftfähigkeit der aktiven Masse (Abriebstest) :
Die Haftfähigkeit der aktiven Masse wurde in einem Gerät der Fa. ERWEKA, Typ TAR 10 untersucht. Dazu wurde eine Menge von 50 g Katalysator bei einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 75 Umdrehungen / min insgesamt 10-mal rotiert (= 10 Umdrehungen der Trommel) . Es wurde danach der Abrieb als Verhältnis der losen, nicht mehr auf dem Trägerkörper gebunden Beschichtung zur insgesamt aufgetragenen Beschichtung bestimmt .
2. BET-Oberflache:
Die Bestimmung erfolgt nach der BET-Methode gemäß DIN 66131; eine Veröffentlichung der BET-Methode findet sich auch in J. Am. Chem. Soc . 60, 309 (1938) .
3. Porenradienverteilung:
Die Bestimmung der Porenradienverteilung erfolgte mittels Quecksilberporosimetrie gemäß DIN 66133; maximaler Druck:
2.000 bar, Porosimeter 4000 (Firma Porotec, DE), nach Angaben des Herstellers.
4. Bestimmung der Teilchengrößen (Partikelgrößen):
Die Bestimmung der Partikelgrößen erfolgte nach der Laserbeugungsmethode mit einem Fritsch Particle Sizer Analysette 22 Economy (Fa. Fritsch, DE) nach den Angaben des Herstellers, auch bezüglich der Probenvorbehandlung: Die Probe wird in
deionisiertem Wasser ohne Zusatz von Hilfsmitteln homogenisiert und 5 Minuten mit Ultraschall behandelt. Die angegebenen D-Werte sind auf das Probenvolumen bezogen.
Die Erfindung wird nun anhand der nachstehenden nicht als einschränkend zu verstehenden Beispiele und anhand der Figuren näher erläutert .
Es zeigen:
Fig. 1 Aktivitätskonstanten erster Ordnung erfindungsgemäßer Katalysatoren gegen die Oberflächenbedeckung,
Fig. 2 die Auftragung der Formaldehydselektivität erfin- dungsgemäßer Katalysatoren mit unterschiedlichen Bedeckungen und einem Mo/Fe-Verhältnis von 1,5 bei 95 % Methanolumsatz,
Fig. 3 die Formaldehydausbeuten der erfindungsgemäßen Mono- lagenkatalysatoren gegen das Mo/Fe-Atomverhältnis,
Fig. 4 die Formaldehydausbeute während eines Langzeit- Stresstests bei 100% Methanolumsatz.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1
Herstellung der Aktivkomponente
Allgemeines :
Ammoniumheptamolybdat und Eisen (III) nitrat wurden von der Firma Merck KGAa, Darmstadt, Eisenmolybdat von der Firma Süd- Chemie Catalysts Italia bezogen. Handelsübliche Titandioxide kamen zum Einsatz. Die BET Oberflächen der Titandioxide lagen im Bereich von 21 m2/g bis 101 m2/g, die pH-Werte, die sich beim Aufschlämmen der Suspensionen einstellten lagen im Bereich von 3,89 bis 7,62.
Die pH Werte der Titandioxid-Suspensionen wurden mit einer Glaselektrode bestimmt, indem 9 g des jeweiligen Oxids in 400 ml destilliertem Wasser bei Raumtemperatur aufgeschlemmt und 12 Stunden gerührt wurden.
Imprägnierung der Titandioxide
Die Imprägnierung erfolgte mittels unterschiedlicher Verfahren:
1. Incipient-wetness Methode („trockene Imprägnierung^)
Typischerweise wurden Eisen (III) nitrat und Ammoniumheptamolybdat als Vorläuferverbindungen verwendet. Als Lösungsmittel diente destilliertes Wasser. Zur Herstellung der Eisen (III) nitratlösung wurde das Wasser mit Salpetersäure auf pH
0 - 1 eingestellt, um das Volumen bei jeder Imprägnierung stets konstant zu halten, Das Lösungsvolumen wurde daher speziell für die jeweiligen Titandioxide angeglichen um den Bedingungen der incipient wetness Methode zu genügen.
Das eisenimprägnierte Titandioxid wurde mit einer Heizrate von 1 0C / min bei 150 0C für 4 Stunden getrocknet. Anschließend wurde Ammoniumheptamolybdat aufgetragen. Das verwendete Wasser für die Ammoniumheptamolybdatlösung wurde mit Ammoniak auf ei- nen pH 8 eingestellt.
2. Modifizierte Imprägnierung
Die Menge an Eisen (III) nitrat und anschließend Ammonium- heptamolybdat zur Bedeckung der Trägeroberfläche mit einer
Monolage Eisenmolybdat wurde in der 1,3 fachen Menge an Wasser im Vergleich zur incipient wetness Methode gelöst und auf das Titandioxid aufgebracht. Die Trocknung wurde bei 50 0C und 42 mbar über Nacht im Rotationsverdampfer durchgeführt. Das ge- trocknete Pulver wurde erneut mit einem 1,3 fachen Überschuss an Wasser im Vergleich zur incipient wetness Methode versetzt und getrocknet. Dieser Vorgang wurde zweimal wiederholt. Vor der Imprägnierung mit Ammoniumheptamolybdat wurde das eisennitratimprägnierte Titandioxid bei 1200C und 300 mbar für 12 Stunden behandelt. Das so getrennt imprägnierte Titandioxid wurde mit einer Heizrate von 1 0C / min bei 150 0C für 2 Stunden getrocknet und sofort mit einer Heizrate von 3 0C / min bei 500 0C für 6 Stunden getempert.
3. Spreitungsmethode (Festkörperbenetzung)
Eine weitere Möglichkeit zum Aufbringen einer Monolage Eisenmolybdat auf beispielsweise einen Titandioxidträger per Spreitungs-Methode stellt die Erhitzung eines Eisenmolybdat-
Titanoxid-Gemisches bei der Tammann- (1/2 Schmelzpunkt) oder bevorzugt bei der Hüttig-Temperatur (1/3 Schmelzpunkt) dar .
Bei dieser Methode wird davon ausgegangen, dass die frei wer- dende Enthalpie der gleichmäßigen Verteilung des
Eisenmolybdats auf der Oberfläche des Titandioxids größer ist als die Enthalpie der Clusterbildung (Verringerung der freien Oberflächenenergie) . Je höher die Temperatur ist, desto größer ist die Gefahr des Sinterns, das schon weit unterhalb der Schmelztemperatur der Aktivkomponente einsetzen kann. Typischerweise kann die Oberflächendiffusion von Metallatomen bereits bei der Hüttig-Temperatur (THüttig = 0,3 TSchmeiz) und die von Metallagglomeraten bei der Tammann-Temperatur (TTammann =0,5 Tschmeiz ) eingesetzt werden.
Die Temperung bei der Tammann-Temperatur wurde für 14, 36 und 48 Stunden wiederholt. Unmittelbar nach der letzten Behandlung wurde eine 24 h andauernde Temperung bei 297 0C (THüttig) durchgeführt, um die noch verbleibenden Fehlstellen in der Monolage zu beheben. Zwischen den Temperungen wurde das Gemisch in einer Reibschale gemörsert, um eine möglichst gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten. Vor jeder erneuten Temperung wurde eine Probe zur Analyse entnommen, um die Ausbildung der Monolage zu kontrollieren.
Die für eine Monolage berechnete Menge an Eisenmolybdat wurde mit dem jeweiligen Titandioxidpulver vermengt. Besonders bevorzugt weist das eingesetzte TiO2 eine BET Oberfläche von > 20 m2/g und < 50 m2/g auf. Daher wurden zur Imprägnierung von 250 g TiO2 und 40,68 g Eisenmolybdat benötigt. Das Gemisch wurde mit einer Heizrate von 4 0C bei 495 0C (TSchmeiztemperatur = 990 0C) getempert. Die Temperung wurde für 14, 36 und 48 h wiederholt. Nach der letzten Temperung wurde sofort eine 24 h andauernde Temper bei 297 0C (THüttig) durchgeführt.
Die so erhaltene Beschichtungszusammensetzung wurde in Form dünner Schichten bei einer Temperatur zwischen 60 bis 800C auf die Steatitkörper im Fließbett aufgebracht. Die Schichtdicke des katalytisch aktiven Materials betrug bis zu 300 μm. Gleiches gilt natürlich auch für eine nachträgliche Imprägnierung einer zuvor auf den Trägerformkörper aufgebrachten TiO2 Schicht.
Nach der Imprägnierung mit Ammoniumheptamolybdat und der Kalzinierung wiesen die Titandioxide eine auf Eisenmolybdat Fe2 (MoO4) 3 hinweisende gelbe Farbe auf.
Beispiel 2
1. Herstellung des Monolagenkatalysators
TiO2 Pulver wurde mit einer theoretischen Monolage Eisenmolybdat nach der „ incipient wetness" Methode imprägniert (1,4 % bezogen auf den gesamten Steatitträger) .
Der TiO2-Träger wurde wie in Beispiel 1 mit Eisennitrat imprägniert, getrocknet und anschließend mit Ammoniumheptamolybdat imprägniert und wieder getrocknet. Das Verhältnis von Fe: Mo wurde auf 1:1 gesetzt. Das imprägnierte TiO2 Pulver wurde bei 500 0C über 6 Stunden getempert, anschließend bei 297 0C (Hüttig Temperatur) über 24 Stunden getempert.
Die Beschichtung wurde unter den folgenden Bedingungen vorge- nommen :
1 % handelsübliches TiO2-SoI (81 g) als anorganischer Binder wurde bei einem pH-Wert von 2,5 und (84 g) organischem Binder, z.B. einem Vinylacetat-Ethylen Copolymer-Binder, wie er z.B.
in Fliesenklebern eingesetzt wird, zu der Suspension des FeMo/Ti02-Pulvers (184,2 g in 1000 ml H2O) zugegeben. Anschließend wurde die Suspension unter Rühren bei 10000 min"1 über 3 Minuten bei 70 0C homogenisiert und dann auf 5 x 5 x 2,5 mm Steatitringe aufgebracht.
2. Herstellung des Monolagenkatalysators (Beispiel 3)
Zur Herstellung des Monolagenkatalysators (Beispiel 3) wurde TiO2 Pulver (175 g) physikalisch mit Eisenmolybdatpulver (FAMAX®, Süd-Chemie Catalysts Italia) (9,2 g) gemischt.
Beispiel 3 Herstellung des Vollkatalysators
Der Vollkatalysator FAMAX® wurde eingesetzt wie von Süd-Chemie Catalysts Italia bezogen.
Beispiel 4
Die nachfolgend aufgeführten Katalysetests wurden in einem Rohrreaktor mit 21 mm Innendurchmesser und ein Länge von 100 mm bei 330, 250, 290 0C mittlerer Katalysatortemperatur und unter den GHSVs von 5, 10, 15 und 20 durchgeführt.
Formaldehyd, Methanol, Dimethylether und Wasser wurden gaschromatographisch bestimmt, CO und CO2 mittels IR-Messungen.
Die erfindungsgemäßen geträgerten Fe-Mo-O Katalysatoren mit einem Mo/Fe-Verhältnis von 0,25 bis 4 und einer Oberflächenbe- ladung von 0,5 bis 2 Monolagen wurden in Bezug auf die Beurteilung ihrer Aktivität und Selektivität in der Oxidation von Methanol zu Formaldehyd getestet und mit dem kommerziell erhältlichen Vollkatalysator verglichen.
Die folgende Tabelle 1 fasst die experimentellen Ergebnisse der Katalysetests zusammen.
Tabelle 1: Ergebnisse katalytischer Test
Vergleichsbei- spiel 1
Vergleichsbeispiel 2
Vergleichsbeispiel 3 erfindungs- gemäßes Beispiel 1
Vergleichsbeispiel 4
Vergleichsbeispiel 5
Vergleichsbeispiel 6 erfindunga- gemäßes Beispiel 2 erfindungs- gemäßes Beispiel 3
Vergleichsbeispiel 7
erfindungs- gemäßes Beispiel 4
Unterschiedliche Mo/Fe-Verhältnisse erfindungsgemäßer Katalysatoren:
1 Monolage Aktivkomponente
Zunächst wurden Fe-Mo-O Katalysatoren, die eine Monolage der Aktivkomponente aufwiesen mit verschiedenen Mo/Fe- Verhältnissen getestet. Aus Tabelle 1 ist ersichtlich, dass der Katalysator mit Fe-Überschuss (Mo/Fe-Verhältnis = 0,25) eine wesentlich geringere Aktivität besitzt, als die restlichen getesteten Katalysatoren. Der Katalysator, dessen Oberfläche aus reinem MoO3 (Mo/Fe-Verhältnis = ∞) besteht, ist zwar aktiver als bei hohem Fe-Anteil, aber deutlich weniger aktiv, als die Katalysatoren mit gleichem Fe- und Mo-Anteil (Mo/Fe = 1) bzw. mit Mo-Überschuss (Mo:Fe = 4).
Um einen Umsatz von 85 % zu erreichen, war bei dem Katalysator mit Mo/Fe-Verhältnis von 0,25 eine Temperatur von 3300C erforderlich. Ein vergleichbarer Umsatz wurde bei einem Mo/Fe- Verhältnis von 1 bereits bei 2900C erreicht. Bei einem dreifachen Mo-Überschuss waren sogar nur noch 2500C nötig, um ca. 70% Umsatz zu erreichen. Ein höherer Umsatz wird demnach nur mit einem Katalysator erreicht, dessen Mo-Anteil mindestens dem des Fe entspricht. Umsätze von größer als 95% wurden bei gleichem Fe- und Mo-Anteil, sowie bei reinem MoO3 bei einer Temperatur von 3300C erreicht. Bei Mo-Überschuss war dagegen nur eine Temperatur von 2900C erforderlich.
Der Katalysator mit reinem MoO3 wies keine höhere Aktivität als sie der Katalysator mit einem Verhältnis Mo: Fe = 4 auf, was den Schluss nahelegt, dass die Aktivität nicht nur auf den Mo- Anteil zurückzuführen ist.
Beim Vergleich der Selektivitäten für Formaldehyd in Tabelle 1 ist ersichtlich, dass sich die Katalysatoren mit Mo/Fe = 1 und Mo: Fe = 4 nicht wesentlich voneinander unterscheiden. Bei vollständigem Umsatz besitzt der Katalysator mit gleichem Fe- und Mo-Anteil (Mo/Fe = 1) eine höhere Formaldehydselektivität (<85%) als der mit Mo-Überschuss (Mo:Fe = 4) (ca.80%).
Der Katalysator mit Fe-Überschuss (Mo/Fe = 0,25) wies eine sehr niedrige Selektivität in Bezug auf Formaldehyd auf. Schon bei vergleichsweise kleinen Umsätzen sinkt die Formaldehydselektivität stark ab und hat auch eine höhere COx-Selektivität zur Folge .
Auch der Katalysator ohne Eisen besitzt eine niedrige Formaldehydselektivität . Aus der etwas besseren Aktivität als bei dem Katalysator mit Fe-Überschuss folgt allerdings, dass diese niedrige Selektivität erst bei höheren Umsätzen als bei dem Katalysator mit Fe-Überschuss zum Ausdruck kommt. Bei tech- nisch nicht relevanten Umsätzen unter 50% ist allerdings die Selektivität von MoO3 auf einem ähnlich guten Niveau wie bei einem Mo/Fe-Verhältnis von 1 oder 4.
Diese Ergebnisse erlauben daher den Schluss, dass eine hohe Formaldehydselektivität nicht nur auf einen hohen Mo03-Anteil zurückzuführen ist, da die Formaldehydselektivitäten nicht mit dem Mo-Anteil steigen, sondern ab einem gewissen Mo-Überschuss wieder absinken.
Allerdings zeigen die Ergebnisse, dass reines MoO3 nicht noch selektiver ist, als die Fe/Mo-Mischoxide .
Die Dimethyletherselektivitäten waren bei den getesteten Katalysatoren und höheren Umsätzen generell sehr niedrig (Tabelle.
1) . Bei nahezu quantitativem Umsatz fielen sie meist sogar auf Null ab. Bei gleichem Fe- und Mo- Anteil geht die Dimethyletherselektivität bei ca.80% Umsatz durch ein Maximum, das allerdings sehr tief bei ca. 0,3 % liegt.
Zusammenfassend kann also für Katalysatoren mit einer Monolage aktiver Komponente die Aussage getroffen werden, dass sich ein Eisenüberschuss negativ auf die Aktivität, sowie auf die Formaldehydselektivität auswirkt. Allerdings wirkt sich das Feh- len von Eisen ebenfalls negativ auf die Aktivität und Selektivität aus. Katalysatoren, die jedoch keinen Überschuss an Eisen besitzen bzw. sogar mehr Mo als Fe enthalten, verhalten sich in erster Näherung ähnlich.
2 Monolagen Aktivkomponente
Ähnliche Ergebnisse wie bei einer Monolage Aktivkomponente ergaben sich, wenn Katalysatoren mit zwei Monolagen Aktivkomponente und unterschiedlichen Mo/Fe-Verhältnisse untersucht wurden. Im Vergleich untereinander verhalten sie sich ähnlich den Katalysatoren mit nur einer Monolage Aktivkomponente. Der Katalysator mit reinem MoO3 war mit 2 Monolage Aktivkomponente allerdings im Vergleich zu einer Monolage Aktivkomponente etwas aktiver und erreicht fast die Aktivität des Katalysators mit einem Mo/Fe-Verhältnis von 4 (Tabelle 1) .
Auch beim Vergleich der Formaldehyd-Selektivitäten ist zu erkennen (Tabelle 1) , dass 2 Monolagen reines MoO3 deutlich bessere Ergebnisse liefert, als dies bei einer Monolage der Fall ist.
Ein etwas unterschiedliches Bild im Vergleich mit einer Monolage Aktivkomponente ergibt sich, wenn man die Dimethyletherselektivitäten in Tabelle 1 vergleicht. Anders
als bei einer Monolage sinken die Selektivitäten bei zwei Mo- nolagen mit steigendem Umsatz, ohne ein deutliches Maximum zu durchlaufen.
Zusammengefasst ergibt sich zusätzlich zu den Ergebnissen mit Katalysatoren mit einer Monolage, dass sich ein Fehlen von Fe- Anteil bei reinem MoO3 weniger negativ auf die Aktivität, sowie auf die Selektivität auswirkt.
Unterschiedliche Mo/Fe-Verhältnisse der Aktivkomponente und Korrelation mit der Schichtdicke der Aktivkomponente:
Mo/Fe = 0,25
Vergleicht man Katalysatoren mit dem gleichen Mo/Fe-Verhältnis von 0,25 und unterschiedlicher Beladung der Aktivkomponente, so fällt auf, dass der Katalysator mit 2 Monolagen der aktivere von beiden ist (Tabelle 1) . Allerdings sinkt gleichzeitig die Formaldehydselektivität mit steigendem Umsatz unter 50% ab.
Mo: Fe = 6/1 und 3/1
Im Gegensatz dazu ist bei einem Mo/Fe-Verhältnis von 6/1 und 3/1 der Katalysator mit einer Monolage Äktivkomponente etwas aktiver (Tabelle 1) , als der Katalysator mit 2 Monolagen. Dies äußert sich unter anderem durch größere Umsätze bei gleicher Reaktionstemperatur. Wie zu erwarten, sind die Formaldehydselektivitäten bei beiden Katalysatoren (1 und 2 Monolagen) mit diesem Mo/Fe-Verhältnis deutlich besser als für die Katalysatoren mit einem dreifachen Eisenüberschuss . Es wurde festge- stellt, dass die Formaldehyd-Selektivität des Katalysators mit einer Monolage Aktivkomponente bei gleichen Reaktionsbedingungen etwas höher ist, als bei dem Katalysator mit zwei Monolagen. Bei vollständigem Umsatz allerdings ist der Katalysator
mit zwei Monolagen Aktivkomponente etwas besser, als der mit nur einer Monolage .
Die Dimethyletherselektivitäten fallen bei beiden Katalysato- ren mit steigendem Umsatz ab, bis sie bei Umsätzen < 95 % annähernd den Wert Null erreichen.
Mo/Fe = 1/1
Bei gleichem Mo-und Fe-Anteil ist wiederum der Katalysator mit zwei Monolagen Aktivkomponente aktiver als der mit nur einer. Dieser zwei Monolagenkatalysator zeichnet sich aber durch eine etwas niedrigere Formaldehyd-Selektivität bei geringen Methanolumsätzen aus (Tabelle 1) .
Mo/Fe = 1/0
Vergleicht man die Katalysatoren ohne Eisenanteil in der Ak- tivkomponente, so zeigt sich (Tabelle 1) , dass der Katalysator mit zwei Monolagen Aktivkomponente erheblich besser abschnei- det. Neben einer ca. doppelt so hohen Aktivität besitzt er auch eine wesentlich höhere Formaldehydselektivität bei industriell relevanten hohen Umsätzen.
Zusammengefasst sind die Katalysatoren aktiver, die zwei Mono- lagen Aktivkomponente besitzen. Nur bei einem großen Mo- Überschuss (Mo: Fe = 6) ist der Katalysator mit nur einer Monolage etwas aktiver.
Bei den Formaldehydselektivitäten zeigt sich ein anderes Bild: Je größer der Mo-Anteil in der Aktivkomponente ist, desto höher sind bei den Katalysatoren mit zwei Monolagen die Formaldehydselektivitäten im Vergleich zu den Katalysatoren mit einer Monolage .
Zusammenfassung der Ergebnisse:
Betrachtet man nur die Aktivitäten, so erwies sich bei einer und zwei Monolagen, dass die Katalysatoren mit einem hohen Verhältnis Mo/Fe von 3-6 die aktivsten (Figur 3) sind. Am inaktivsten sind die Katalysatoren mit hohem Eisengehalt (Mo/Fe = 0,25) .
Betrachtet man die absoluten Aktivitäten anhand der Aktivitätskonstante (Tabelle 1, Figur 1) , zeigt sich, dass die 2- Monolagen-Katalysatoren eine bis zu 1,5-fache Aktivität im Vergleich zu den 1-Monolagen-Katalysatoren bzw. zu den Refe- renzkatalysatoren besitzen.
Bei den Formaldehydselektivitäten ist der Katalysator mit einer Monolage und einem Mo/Fe-Verhältnis von 1,5 am selektivsten (Figur 2) . An zweiter Stelle folgt dann der - aktivere - Katalysator mit Mo-Überschuss (Mo: Fe = 3 und 6) .
Bei Katalysatoren mit zwei Monolagen Aktivkomponente ist der Katalysator mit gleichen Fe- und Mo- Anteilen der selektivste, gefolgt von dem mit Mo: Fe = 3 und 6.
Mo/Fe-Verhältnisse zwischen 1 und 6 haben somit die größten Vorteile in Bezug auf Aktivität und Selektivität auf der Methanoloxidation zu Formaldehyd.
Figur 4 zeigt die Ausbeute an Formaldehyd über 2400 h Reaktionszeit durchgeführt gemäß Beispiel 4 mit einem erfindungsgemäßen Katalysator (2 Monolagen, Verhältnis Mo:Fe= 6). Die Formaldehydausbeute blieb über die gesamte Reaktionsdauer konstant .
Vergleich erfindungsgemäßer Katalysatoren mit Vollkatalysatoren
In Tabelle 1 sind die Aktivitätskonstanten erster Ordnung für verschiedene Katalysatoren aufgeführt.
Die Aktivitätskonstanten der Katalysatoren nehmen bei 330 0C Salzbadtemperatur in folgender Reihenfolge zu:
1) Vollkörperkatalysator, 2) imprägnierter Monolagen- Katalysator und 3) gespreiteter Monolagen-Katalysator . Die Differenz in der Aktivität bei 330 0C zwischen dem imprägnierten und dem gespreiteten Monolagen-Katalysatoren war unbedeu- tend und zeigt, dass beide Herstellungsverfahren zu aktiven FeO Monolagen auf dem Trägeroxid führen.