Die Erfindung betrifft einen Müllbehälter mit einem kragenförmigen
Aufnahmebereich am Rand der oberen Einfüllöffnung, der von einem
Aufnahmekamm, insbesondere einem geraden Aufnahmekamm einer
Aufnahmevorrichtung untergreifbar ist. Die Erfindung betrifft weiterhin eine
Aufnahmevorrichtung.
Im Stand der Technik ist es bekannt, dass Müllbehälter der beschriebenen
gattungsgemäßen Art einen am oberen Rand der Einfüllöffnung umlaufenden
Kragen aufweisen, wobei insbesondere der vordere, einer Schüttung eines
Müllfahrzeugs zugewandte Bereich dieses Kragens als Aufnahmebereich für
einen Aufnahmekamm ausgebildet ist, so dass ein Müllbehälter der üblichen Art
mit im Wesentlichen rechteckigen oder quadratischen Querschnitt von einem
solchen Kamm einer Aufnahmevorrichtung untergriffen werden kann, um diesen
Müllbehälter anzuheben.
Hierbei kann ergänzend der obere Kragenbereich des Müllbehälters beim
Aufnehmen von einer Verriegelung überdeckt werden, um zu gewährleisten, dass
ein Müllbehälter in der Überkopfposition während des Entleerungsvorgangs nicht
von dem Aufnahmekamm heruntergleitet.
Bislang ist es weiterhin im Stand der Technik bekannt, dass die
gattungsgemäßen Müllbehälter durch Bedienungspersonal vor den
Aufnahmevorrichtungen der Schüttung eines Müllfahrzeugs, insbesondere eines
Heckladers positioniert werden, damit ein reibungsloses Entleeren möglich ist.
Hierbei wird gegebenenfalls der Müllbehälter direkt auf den Aufnahmekamm
aufgesetzt, der im Stand der Technik geradlinig ausgebildet ist.
Mittlerweile kommen vermehrt Müllfahrzeuge zum Einsatz, die als Seitenlader
bezeichnet werden und bei denen ein Müllbehälter seitlich des Fahrzeugs mit
einer Aufnahmevorrichtung vollautomatisch, d.h. ohne Einsatz von weiterem
Bedienungspersonal, aufgenommen und entleert werden soll. Hierbei besteht
bislang die Voraussetzung, dass die Müllbehälter von ihren Besitzern
genauestens an der Straße positioniert werden, damit ein Seitenlader-Müllfahrzeug
einen derart genau positionierten Müllbehälter mit dem bisherigen
geradlinigen Aufnahmekamm ergreifen und entleeren kann.
Steht ein Müllbehälter nicht ausreichend gut positioniert am Straßenrand, so kann
es vorkommen, dass ein Müllbehälter nicht ordnungsgemäß ergriffen wird, aus
der Aufnahmevorrichtung herausfällt und Schaden nimmt bzw. der Inhalt des
Behälters auf die Straße ausgekippt wird oder dass der Fahrer aussteigen muss,
um den Müllbehälter richtig auszurichten.
Aufgabe der Erfindung ist es eine Aufnahmevorrichtung und Müllbehälter bereit
zu stellen, die größere Ausrichtungstoleranzen ermöglichen, so dass derartige
Behälter einfacher, insbesondere durch die neuartigen Seitenladerfahrzeuge
automatisch aufgenommen und entleert werden können.
In einem ersten Aspekt der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass
bei einem Müllbehälter mit einem kragenförmigen Rand als Aufnahmebereich an
der oberen Einfüllöffnung, die insbesondere von einem geraden Aufnahmekamm
einer Aufnahmevorrichtung untergreifbar ist, die vordere Kante des
kragenförmigen Aufnahmebereichs gegenüber der vorderen Wand des
Müllbehälters derart weit vorgezogen ist, dass der kleinste Abstand zwischen
vorderer Kante und vorderer Wand des Müllbehälters 10 - 30%, bevorzugt 10-15%
der Breite des Müllbehälters entspricht.
Hierbei wird in der Terminologie der vorliegenden Anmeldung unter der vorderen
Wand eines Müllbehälters bzw. der vorderen Kante am vorderen Kragen des
Aufnahmebereichs diejenige Seite des Müllbehälters verstanden, die der
Schüttung, d.h. der Hub-/Kippvorrichtung am Müllfahrzeug für den
Entleerungsprozess zugewandt ist.
Gemäß dem Stand der Technik ist der vordere kragenförmige Aufnahmebereich
an der Einfüllöffnung gegenüber der vorderen Wand nur soweit vorgezogen, dass
ein gradliniger Aufnahmekamm, insbesondere ein DIN- bzw. Standardkamm, bei
den derzeit verwendeten Normmüllbehältern nur eine Abweichung zur
Positionierung der vorderen Kante am Aufnahmebereich des Behälters von etwa
1 Grad aufweisen darf. Dies war bislang ausreichend, da üblicherweise der
Müllbehälter von Hand durch Bedienpersonal auf den Aufnahmekamm aufgesetzt
wurde oder zumindest genau vor diesem positioniert wurde. Wird diese Toleranz
der Ausrichtung zwischen dem Aufnahmekamm und der vorderen Kante des
Müllbehälters überschritten, so kann ein sicheres Untergreifen dieses
Aufnahmebereichs durch den Aufnahmekamm z.B. eines Seitenladers nicht mehr
sicher gestellt werden.
Durch das Vorziehen der vorderen Kante des kragenförmigen Aufnahmebereichs
am Rand der oberen Einfüllöffnung gegenüber der vorderen Wand des
Müllbehälters auf einen Abstand von etwa 10 - 30%, bevorzugt 10 - 15% der
Müllbehälterbreite, kann erfindungsgemäß erreicht werden, dass eine
Fehlpositionierung dieser vorderen Kante des Müllbehälters gegenüber dem
Aufnahmekamm der üblichen Art von etwa 1 - 6 Grad erreicht werden kann. Dies
entspricht etwa einer Versechsfachung der bisherigen Toleranz, so dass
insbesondere bei automatisch tätigen Seitenladerfahrzeugen ein sichereres
Aufnehmen der Müllbehälter gewährleistet werden kann. Es bedarf
dementsprechend gegenüber dem Stand der Technik nicht mehr einer besonders
akribischen Positionierung durch die Besitzer der Müllbehälter, die diese zum
Entleeren an die Straße stellen.
Wesentlich für den erfindungsgemäßen Gedanken ist es hierbei, dass die
vordere Kante gegenüber der vorderen Wand um einen Wert von wenigstens
10% der Müllbehälterbreite vorgezogen wird, um eine ausreichende Toleranz zu
erreichen. Dies kann jedoch nicht beliebig fortgeführt werden, da sich durch die
Verlängerung des vorderen Kantenbereichs andererseits wiederum Instabilitäten
ergeben, so dass ein Vorziehen bis auf etwa 30% der Müllbehälterbreite
praktikabel erscheint und ein Vorziehen bis auf 15-20% bevorzugt ist.
Ergänzend kann es hierbei vorgesehen werden, die obere umlaufende Kante am
Einfüllrand des Müllbehälters zumindest in dessen vorderen Bereich zu
verstärken, beispielsweise durch eine wabenförmige Stegstruktur an der
Unterseite eines kragenförmigen Aufnahmebereichs, durch eine Iso-Grid-Struktur
auf der Unterseite eines derartigen kragenförmigen Bereichs, durch zumindest
bereichsweise vertikal verlaufende Stege, die sich von der Unterseite erstrecken
und auf einer Behälterwand abstützen oder gegebenenfalls auch durch eine
Hohlprofilierung der oberen Aufnahmekante, wobei diese Hohlprofilierung
zumindest im vorderen Bereich, aber auch um die Behälteröffnung umlaufend
ausgebildet sein kann, insbesondere dadurch, dass die obere Kragenwand
doppelwandig ausgeführt wird. Sämtliche vorgenannten
Verstärkungsmaßnahmen können beliebig miteinander kombiniert werden oder
alleinig zum Einsatz kommen.
Gemäß einem anderen Aspekt der Erfindung, der alternativ oder kumulativ zu der
vorherigen Ausführung zum Tragen kommen kann, kann eine höhere
Ausrichtungstoleranz bei einem Müllbehälter mit einem kragenförmigen
Aufnahmebereich am Rand der oberen Einfüllöffnung auch dadurch erreicht
werden, dass wenigstens eine Behälterwand, zumindest im oberen Bereich, und
der daran oben angrenzende kragenförmige Aufnahmebereich wenigstens
abschnittsweise einen kreisbogenförmigen Verlauf aufweisen, der von einem
wenigstens abschnittsweise kreisbogenförmigen Aufnahmekamm einer
Aufnahmevorrichtung untergreifbar ist.
Gemäß diesem Aspekt der Erfindung kann ein Aufnahmekamm gegenüber dem
Stand der Technik nicht nur geradlinig, sondern insbesondere auch zumindest
teilweise kreisbogenförmig ausgebildet sein, so dass sich hierdurch beim
Heranfahren des Aufnahmekamms an einen ebenso kreisbogenförmigen
Aufnahmebereich automatisch eine Selbstzentrierung ergibt, so dass schon
hierdurch größere Toleranzen erreicht werden.
Darüber hinaus kann es hierbei insbesondere vorgesehen sein, dass der
kragenförmige Aufnahmebereich der gemäß der Erfindung kreisbogenförmig
verläuft, einen größeren Kreisbogen beschreibt als der des Aufnahmekammes,
insbesondere dass sich der Aufnahmebereich im Wesentlichen von der einen
Seitenwand des Müllbehälters bis zur anderen Seitenwand des Müllbehälters,
d.h. hier über einen Winkel von 180 Grad erstreckt.
Ist nun der kreisbogenförmige Aufnahmekamm einer korrespondierenden
Aufnahmevorrichtung derart ausgeführt, dass er sich nur über einen geringeren
Winkel als 180 Grad erstreckt, so entspricht die Aufnahmetoleranz beim Ergreifen
des Müllbehälters der Größe der Differenz zwischen diesen beiden Winkeln.
Ist beispielsweise der Aufnahmekamm in seinem Kreisbogen nur etwa über einen
Winkel von bevorzugten 120 Grad ausgebildet, so kann ein Müllbehälter mit
einem kreisbogenförmigen Aufnahmebereich von bis zu 180 Grad in einem
Winkelbereich von +- 30 Grad gegenüber der Schüttung bzw. der
Aufnahmevorrichtung eines Müllfahrzeuges fehlpositioniert sein, wobei dennoch
ein sicheres Aufnehmen durch die Aufnahmevorrichtung erreicht wird.
Hierbei kann es gegebenenfalls vorgesehen sein, dass der Deckel an dem
Müllbehälter derart beweglich angeschlagen ist, dass er bei jeder der möglichen
Positionierungen während des Schüttvorganges nicht hinderlich ist.
Gemäß der Erfindung kann es somit vorgesehen sein, dass in der
Aufnahmevorrichtung der kreisbogenförmige Aufnahmekamm sich über einen
Winkel von insbesondere 80 -140 Grad, bevorzugt von 120 Grad
kreisbogenförmig erstreckt, um hier eine große Toleranz bei der Ausrichtung des
Müllbehälters zu gewährleisten.
In einer Weiterbildung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass an einem
Müllbehälter neben einem bekannten geradlinig ausgeformten Aufnahmebereich,
insbesondere der vorbeschriebenen oder der bekannten Art, ein weiterer
Aufnahmebereich befindet, der für einen kreisbogenförmig ausgebildeten
Aufnahmekamm vorgesehen ist.
Hierbei kann die Positionierung dieser beiden unterschiedlichen
Aufnahmebereiche derart sein, dass einem kreisbogenförmigen
Aufnahmebereich ein gradliniger Aufnahmebereich zum Untergreifen mittels
einem geradlinigen Aufnahmekamm gegenüberliegt. Die beiden
Aufnahmebereiche für kreisbogenförmigen und geradlinigen Aufnahmekamm
sind dementsprechend an einem erfindungsgemäßen Müllbehälter auf zwei
gegenüberliegenden Seiten angeordnet, so dass diese Müllbehälter unabhängig
von einem einzusetzenden Müllfahrzeug für den einen oder anderen
Aufnahmekamm eingesetzt werden können.
So kann eine derartige Mülltonne klassisch mit einem Hecklader und geradem
Aufnahmekamm entleert werden sowie ebenso von einem Seitenlader mit
kreisbogenförmigem Aufnahmekamm zur Erreichung einer größeren Toleranz.
Auch bei einem kreisbogenförmigen Kragen als Aufnahmebereich am oberen
Rand kann dieser gegenüber der ebenso kreisbogenförmig ausgeformten
angrenzenden Wand des Müllbehälters vorgezogen sein, wobei die Unterseite
des Kragens derart ausgeformt sein kann, dass der Aufnahmekamm automatisch
beim Untergreifen in die richtige Position geführt wird, was beispielsweise durch
Keilform oder Trichterform der Unterseite bzw. der korrespondierenden Elemente
am Aufnahmekamm gewährleistet werden kann, so dass sich hierdurch eine
Selbstzentrierung ergibt.
Bei einem Müllbehälter mit an gegenüberliegenden Seiten unterschiedlichen
Aufnahmebereichen kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass der
kreisbogenförmige Aufnahmebereich an der Seite des Müllbehälters mit den
Rädern angeordnet ist. Die Anordnung kann ebenso umgekehrt erfolgen.
Auch bei den Aufnahmebereichen für kreisförmige Aufnahmekämme kann es wie
bei den geraden Aufnahmekämmen vorgesehen sein, die dort erwähnten
Verstärkungsmaßnahmen und/oder auch dann z.B. kreisbogenförmige
Verriegelungen einzusetzen.
Eine derartige kreisbogenförmige Verriegelung kann von oben her den
kreisbogenförmigen Aufnahmekragen am Müllbehälter überdecken und so für
eine sichere Verklemmung des Müllbehälters in der Aufnahmevorrichtung sorgen.
Hierbei kann die kreisbogenförmige Verriegelung sich bevorzugt über
dengleichen Winkelbereich gebogen erstrecken, wie der darunter angeordnete
Aufnahmekamm. Ebenso kann der Winkel größer gewählt werden. Bei einer
gebogenen Verriegelung ergibt sich weiterhin der Vorteil, dass der Müllbehälter
über seinen oberen Rand bzw. Aufnahmekragen in der Überkopfposition beim
Leeren auch noch in angrenzenden seitlichen Bereichen abgestützt wird, so dass
geringere Knickbeanspruchungen im Aufnahmekragen entstehen.
Gemäß einer weiteren alternativen oder kumulativ zu den vorherigen
Ausführungen vorgesehenen Konstruktion kann auf einer Seite eines
Müllbehälters gleichzeitig sowohl ein Aufnahmebereich für einen geraden als
auch für einen kreisbogenförmigen Aufnahmekamm vorgesehen sein. Auf dieser
Seite wird die Behälterwand bevorzugt ebenso einen kreisbogenförmigen Verlauf
aufweisen, da nur in diesem Fall die Kompatibilität mit beiden
Aufnahmekammarten gewährleistet ist. Hierbei ist jedoch die vordere Kante des
Kragens geradlinig ausgebildet.
Eine derartige Konstruktion hat ebenso den Vorteil, dass ein solcher Müllbehälter
unabhängig von der gewählten Art des Müllfahrzeugs bzw. der daran
angeordneten Vorrichtung mit einem geraden oder einem bogenförmigen
Aufnahmekamm geleert werden kann.
Gegenüber der vorbeschriebenen Ausführung hat die gleichzeitige Anordnung
beider Aufnahmebereiche an derselben Seite eines Müllbehälters weiterhin den
Vorteil, dass der Müllbehälter nicht in Abhängigkeit von der Aufnahmevorrichtung
an der Straße positioniert werden kann, da beide Aufnahmevorrichtungen an
derselben Seite des Müllbehälters angreifen. Hierbei können die beiden
Aufnahmebereiche bevorzugt an der Seite eines Müllbehälters angeordnet sein,
die den Rädern des Müllbehälters gegenüberliegt.
Bei dieser Anordnung können ebenso Verriegelungen zum Einsatz kommen, die
sowohl gebogen als auch geradlinig ausgeführt sein können, da der obere
Kragenbereich eine vordere gerade Kante aufweist.
Insbesondere um zu erreichen, dass der geöffnete Deckel eines Müllbehälters
bei den vorbeschriebenen Ausführungen während des Entleerungsvorganges
nicht störend wirkt, kann dieser Deckel an einem senkrecht zum
Aufnahmebereich für einen gradlinigen Aufnahmekamm angeordneten Bereich
des oberen Randes des Müllbehälters drehbeweglich angeschlagen sein. Bei
dieser Ausführung öffnet sich der Deckel gegenüber dem Stand der Technik nicht
nach hinten, so dass sich eine bedienende Person über die Öffnung lehnen muss
beim Öffnen des Deckels, sondern seitlich mit Bezug zur Positionierung des
Müllbehälters gegenüber der Aufnahmevorrichtung an der Schüttung eines
Müllfahrzeuges.
Ausführungen der Erfindung sind in den folgenden Zeichnungen dargestellt. Es
zeigen
- Figur 1
- einen üblichen Müllbehälter mit vorgezogenem Kragen
- Figur 2
- einen Müllbehälter mit kreisbogenförmiger Aufnahme
- Figur 3
- einen Müllbehälter mit zwei Bereichen für eine gerade und
kreisbogenförmige Aufnahme
- Figur 4
- die Darstellung eines Müllbehälters gemäß Figur 3 in mehreren
Ansichten
- Figur 5
- einen Müllbehälter mit beiden Aufnahmearten an einer Seite
- Figur 6
- die Ansicht eines Müllbehälters gemäß Figur 5 in Aufsicht
Figur 1 zeigt in der linken Darstellung einen erfindungsgemäßen Müllbehälter
gegenüber einem solchen gemäß dem Stand der Technik in der rechten
Darstellung, der in Aufsicht auf den unteren Bereich einen um die Öffnung des
Müllbehälters umlaufenden Kragen 4 aufweist, dessen vorderer Bereich 4a einen
Hinterschnitt aufweist, der von einem geradlinigen Aufnahmekamm 2 untergriffen
werden kann. Dieser Aufnahmekamm kann mehrere zahnartige Vorsprünge
aufweisen, die in den beiden Darstellungen gemäß der Figur 1 flächig schwarz
dargestellt sind.
Bei der rechten Darstellung gemäß der Figur 1 zeigt sich, dass die vordere Kante
5 des vorderen Aufnahmebereichs bzw. vorderen Kragens 4a gegenüber der
vorderen Wand 6 des Müllbehälters 1 nur soweit vorgezogen ist, dass durch den
gegebenen Abstand der Aufnahmekamm 2 mit einer Winkelabweichung von
höchstens 1 Grad positioniert werden muss, um ein sicheres Untergreifen des
Aufnahmebereichs 4a zu ermöglichen.
Demgegenüber zeigt die linke Darstellung in der Figur 1, dass die vordere Kante
5 des kragenförmigen Aufnahmebereichs 4a gegenüber der vorderen Wand 6
des Müllbehälters 1 derart weit vorgezogen ist, dass der Aufnahmekamm 2
gegenüber der vorderen Kante 5 eine Winkelabweichung von bis zu 6 Grad
aufweisen kann, wobei in dem Winkelbereich von 0 - 6 Grad ein sicheres
Untergreifen und somit Aufnehmen des Müllbehälters 1 gewährleistet ist.
Dies kann dadurch erreicht werden, dass der Abstand zwischen der vorderen
Kante 5 und der vorderen Wand 6 des Müllbehälters etwa 10 - 30% bevorzugt
10-15% der Breite B des Müllbehälters aufweist. Statt der Breite B des
Müllbehälters kann hier auch etwa die Breite des Aufnahmekamms 2 als
Bezugsmaß herangezogen werden.
Die Ausführung gemäß der linken Darstellung in der Figur 1 zeigt weiterhin, dass
die Unterseite des kragenförmigen Aufnahmebereichs 4a durch eine
wabenförmige Stegstruktur verstärkt ist, um hier die Materialbeanspruchung zu
verringern, wenn der Müllbehälter mittels des Aufnahmekamms in der Schüttung
angehoben und entleert wird.
Die Figur 2 zeigt eine andere Möglichkeit eine größere Toleranz bei der
Positionierung eines Müllbehälters bezüglich der Aufnahmevorrichtung, z. B.
eines Seitenladers, zu erreichen. Es ist dargestellt, dass die vordere Wandung 6
eines Müllbehälters 1 zumindest im vorderen Bereich kreisbogenförmig verläuft,
d.h. der Wandbereich 6 weist bei dem dargestellten Müllbehälter 1 im
Wesentlichen zumindest abschnittsweise eine zylinderförmige oder kegelförmige
(wenn sich der Behälter nach unten verjüngt) Außenform auf. Hierdurch ergibt
sich am oberen Rand der Einfüllöffnung 3 des Müllbehälters ein ebenso
kreisbogenförmig verlaufender vorderer Kragen 4a, der sich etwa über einen
Winkelbereich von 180 Grad erstreckt. Dieser Kragenbereich ist hier
beispielsweise auf der Seite angeordnet, die den Rädern des Müllbehälters
gegenüberliegt.
Gemäß der Erfindung kann es vorgesehen sein, den kreisbogenförmig
ausgebildeten vorstehenden vorderen Kragen 4a mit einem Aufnahmekamm 7 zu
untergreifen, der ebenfalls zumindest bereichsweise kreisbogenförmig, zumindest
über einen Bereich von hier etwa β = 120 Grad ausgebildet ist. Durch die
kreisbogenförmige Ausbildung des Aufnahmebereichs über etwa 180 Grad und
die kreisbogenförmige Ausbildung des Aufnahmekamms 7 über lediglich etwa
120 Grad ergibt sich eine Winkeltoleranz bei der Positionierung des Behälters
gegenüber der Aufnahmevorrichtung einer Schüttung, z.B. einesSeitenladers von
bis zu +- 30 Grad.
Da hier bei Ausnutzung der extremen Toleranz die Öffnung des Müllbehälters
und gegebenenfalls der Deckel nicht korrekt zur Schüttung des Müllfahrzeugs
positioniert sein kann, kann es ergänzend gemäß der Erfindung vorgesehen sein,
dass ein automatisches Drehen des Müllbehälters in der Aufnahmevorrichtung
bzw. der Schüttung vorgenommen wird, welches beispielsweise anhand von
Markierungen an der Schüttung und am Müllbehälter durchgeführt wird.
Die Figur 3 zeigt eine weitere alternative Ausführung eines Müllbehälters 1, die
beide Formen von Aufnahmen aufweist, wobei hier der vordere Bereich des
Müllbehälters 1 als derjenige definiert ist, der zur Aufnahme eines gradlinigen
Aufnahmekamms 2 vorgesehen ist. An diesem vorderen Bereich kann der
kragenförmige Aufnahmebereich derart ausgebildet sein, wie es bereits zu den
vorherigen Ausführungen beschrieben ist.
Die Figur 3 zeigt weiterhin, dass dem geraden Aufnahmebereich
gegenüberliegend ein kreisbogenförmiger Aufnahmebereich angeordnet ist, an
dem der kragenförmige Aufnahmebereich 4b über einen Winkel von etwa 180
Grad kreisbogenförmig ausgestaltet ist. An diesen Bereich kann ein ebenso
kreisbogenförmiger Aufnahmekamm der hier dargestellten Art mit einem Bogen
über einen Winkelbereich von etwa 120 Grad angreifen und den Müllbehälter 1
anheben.
Da hier an beiden Bereichen, d.h. am vorderen Bereich 4a und am hinteren
Bereich 4b des um die Öffnung 3 des Müllbehälters umlaufenden Kragens 4,
Aufnahmebereiche vorgesehen sind, wird gemäß der Erfindung weiterhin
vorgeschlagen, den Deckel 10 des Behälters seitlich anzuschlagen, d.h. dass die
Drehachse des Scharniers 11 dieses Deckels etwa senkrecht zur Achse der
Räder des Müllbehälters 1 ausgerichtet ist. Gleichsam ist diese Drehachse 11
etwa senkrecht zum geradlinigen Aufnahmebereich im vorderen Bereich der
Kante 4a ausgerichtet.
Die Figur 4 zeigt die Behälterform gemäß der Figur 3 aus mehreren Ansichten.
Hier ist die Kante 5 des vorderen Kragens 4a gegenüber der vorderen Wandung
des Müllbehälters 1 vorgezogen, wie es gemäß der Ausführung nach Figur 1
beschrieben ist. Eine derart vorgezogene Ausführung ist jedoch hier vorliegend
nicht zwingend.
Der hintere kreisbogenförmige Kragenbereich 4b weist eine Verstärkung in Form
einer Wabenstruktur auf, wobei weiterhin an diesem Kragenbereich 4b ein Griff
13 angeordnet ist. Die Figur 4 zeigt weiterhin, dass der obere Wandbereich der
Wandung 9 in Anpassung an den geraden Verlauf des Aufnahmekamms 2
gradlinig ausgeführt ist, wohingegen der hintere Wandbereich des Müllbehälters
1 in Anpassung an den kreisbogenförmigen Aufnahmekamm ebenso kreisförmig
gebogen ausgeführt ist.
Die Figur 4 zeigt in der geöffneten Stellung den seitlich aufgeklappten Deckel 10
des Müllbehälters 1, der in der aufgeklappten Position weder ein Entleeren über
einen gebogenen Aufnahmekamm über den Aufnahmekragen 4b noch über
einen geraden Aufnahmekamm über den Aufnahmekragen 4a behindert.
Die Figuren 5 und 6 zeigen unterschiedliche Ansichten (Figur 5 von unten, Figur
6 von oben) eines Behälters 1 mit einem vorderen Aufnahmekragen 4a, dessen
vordere Kante 5 gradlinig verläuft, der jedoch an einer kreisbogenförmig
ausgestalteten rund gebogenen vorderen Wandung 6 eines Müllbehälters
angeordnet ist, so dass unmittelbar angrenzend an den oberen Bereich der
Wandung 6 sowohl ein gebogener Aufnahmebereich als auch ein gerader
Aufnahmebereich zur Aufnahme eines gebogenen bzw. eines gradlinigen
Aufnahmekamms ausgebildet ist.
Die jeweiligen Aufnahmebereiche können hier in der Unterseite des
vorstehenden Kragens 4a durch entsprechende Anpassung der unteren
Stegstruktur 14 ausgebildet sein, so dass sich für beide verschiedenen
Aufnahmekämme 2 bzw. 7 ein automatischer Selbstzentrierungseffekt ergeben
kann. Hierfür können in den stegförmigen Strukturen 14 an die jeweiligen Kämme
angepasste Vertiefungen vorgesehen sein.
Insbesondere diese Ausführung, wie sie in den Figuren 5 und 6 dargestellt ist,
bieten den Vorteil, dass ein derartig ausgebildeter Müllbehälter immer nur mit
einer Ausrichtung an die Straße gestellt werden kann, unabhängig davon, mit
welcher Aufnahmevorrichtung die Schüttung eines Müllfahrzeugs ausgestattet ist.
Ein derartiger Müllbehälter kann dementsprechend die im Stand der Technik
ansonsten bekannte Formgestaltung aufweisen, wobei lediglich die der
Aufnahmevorrichtung zugewiesene vordere Wandung des Müllbehälters 6
zumindest in ihrem oberen Bereich eine kreisbogenförmige Form aufweist.
Ansonsten kann in bekannter Weise der Deckel hier an der hinteren Kante 4c
oder auch, wie es die Erfindung vorschlägt, an einer seitlichen Kante 4d
angeschlagen sein.