Die Erfindung betrifft eine Diebstahlssicherung für Banknotenkassetten,
die in einem automatischen Kassentresor, einem
Geldausgabe-/Geldeingabeautomaten einsetzbar sind.
Für das Nachfüllen derartiger Banknotentresore bestimmte
Banknotenkassetten werden von den Sicherheitsdiensten üblicherweise
in einem Sicherheitskoffer transportiert, der
durch einen Zerstörungsmechanismus gegen Manipulationen
durch Unbefugte gesichert ist. Ein solcher Zerstörungsmechanismus
enthält beispielsweise einen Farbstoffbehälter
und einen Sprengsatz, der bei dem Versuch Unbefugter, den
Sicherheitskoffer auf irgendeine Weise zu öffnen, ausgelöst
wird und den nicht abwaschbaren Farbstoff in die Kassetten
treibt, so daß sämtliche in den Kassetten aufbewahrten
Banknoten unbrauchbar sind. Damit sind die Banknotenkassetten
während des Transportes in dem Sicherheitskoffer geschützt.
Eine Sicherheitslücke kann allerdings zu dem Zeitpunkt entstehen,
wenn die Banknotenkassetten aus dem Sicherheitskoffer
entnommen und in den zu diesem Zweck geöffneten Tresor
eingeschoben werden sollen. Hierzu muß der Zerstörungsmechanismus
deaktiviert werden, so daß der Sicherheitskoffer
geöffnet werden kann. Es besteht die Gefahr, daß Räuber
diesen Augenblick abwarten, um das Sicherheitspersonal mit
Waffengewalt zu zwingen, die Banknotenkassetten nach dem
Öffnen des Tresors und des Sicherheitskoffers herauszugeben.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Diebstahlssicherung
der eingangs genannten Art anzugeben, mit der die
vorstehend genannte Sicherheitslücke geschlossen wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Banknotenkassetten jeweils einen gezielt auslösbaren Zerstörungsmechanismus
enthalten, um die Banknoten unbrauchbar
zu machen, daß dem Tresor ein Sender zugeordnet ist, der
ein Signal mit begrenzter Reichweite abstrahlen kann und
durch das Öffnen des Tresors aktivierbar ist und daß jede
Banknotenkassette einen für den Empfang des Sendersignals
bestimmten Empfänger hat, der mit dem Auslöser des Zerstörungsmechanismus
verbunden und derart ausgebildet ist, daß
er ein den Auslöser aktivierendes Signal abgibt, wenn der
Pegel des empfangenen Sendersignals unter einen vorgegebenen
Schwellwert sinkt.
Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird verhindert, daß sich
eine unbefugte Person mit dem Banknotenbehälter aus der unmittelbaren
Umgebung des Tresors entfernen kann. Solange
der Banknotenbehälter sich in unmittelbarer Nähe zum Tresor
oder auch in diesem befindet, empfängt der Empfänger ein
Sendersignal mit einem ausreichenden Pegel, so daß der Auslöser
des Zerstörungsmechanismus nicht aktiviert wird. Wird
die Banknotenkassette dagegen aus der Reichweite des Senders
entfernt, kann der Empfänger das Sendersignal nicht
mehr oder nicht mit ausreichender Stärke empfangen, so daß
der Zerstörungsmechanismus aktiviert wird. Gegenüber einer
Lösung, bei welcher die Kassette selbst zwar einen Zerstörungsmechanismus
enthält, der aber nur in herkömmlicher
Weise bei Manipulationen an der Kassette ausgelöst wird,
hat die erfindungsgemäße Lösung den Vorteil, daß die unbefugte
Person nicht in aller Ruhe und mit geeigneten Hilfsmitteln
versuchen kann, den Auslöser des Zerstörungsmechanismus
außer Kraft zu setzten oder zu umgehen, um doch an
das unbeschädigte Geld zu gelangen. Diese Möglichkeit ist
im allgemeinen am Tatort nicht vorhanden. Ferner muß man zu
keinem Zeitpunkt, zumindest solange die Tresortür geöffnet
ist, den Zerstörungsmechanismus innerhalb der Kassette deaktivieren,
so daß die Kassette stets geschützt ist, solange
noch ein Zugriff auf die Kassette möglich wäre.
Vorzugsweise ist die Reichweite des Senders einstellbar,
wobei ein zweckmäßiger Radius 3 bis 6 m um den Tresor beträgt.
Sind mehrere Tresore nebeneinander angeordnet, so
kann es zweckmäßig sein, wenn der jeweilige Sender zur Abgabe
eines codierten Sendersignales ausgebildet ist, wobei
dann die Empfänger natürlich auch auf das jeweilige codierte
Sendesignal eingestellt sein müssen. Die Codierung erschwert
auch das Nachahmen des Sendersignals.
Der Sender kann mit dem Schloßmechanismus der Tresortür gekoppelt
und durch Überführen des Schloßmechanismus in seine
Öffnungsstellung aktivierbar sein. Eine andere Möglichkeit
zur Aktivierung des Senders besteht darin, daß der Sender
durch Verstellen der Tresortür in ihre Offenstellung aktiviert
wird. Der Sender kann direkt in der Tresortür oder
auch an einer der Innenwände des Tresors angeordnet sein.
Die folgende Beschreibung erläutert in Verbindung mit den
beigefügten Figuren die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels.
Es zeigen:
- Fig. 1 und 2
- schematische Schaubilder zur Erläuterung
der Wirkungsweise der erfindungsgemäßen
Vorrichtung und
- Fig. 3
- einen schematischen Längsschnitt durch eine
entsprechend der Erfindung modifizierte
Banknotenkassette.
In Fig. 1 erkennt man einen allgemein mit 10 bezeichneten
Banknotentresor, dessen Tür 12 von einer befugten Person
14, beispielsweise einem Bankangestellten oder einem Angehörigen
eines Geldtransportdienstes geöffnet wird. Auf einem
Tisch 16 neben dem Tresor 10 liegt ein noch geschlossener
Sicherheitskoffer 18, der gefüllte Banknotenkassetten
20 (Fig. 2 und Fig. 3) enthält. Der Schlüssel für den Sicherheitskoffer
ist an dem Ort, an dem der Sicherheitskoffer
beladen wurde, zurückgeblieben. Der Sicherheitskoffer
ist in an sich bekannter Weise durch einen Zerstörungsmechanismus
gesichert, der bei unbefugten Manipulationen am
Sicherheitskoffer den Inhalt desselben unbrauchbar macht,
indem beispielsweise ein nicht abwaschbarer Farbstoff mittels
eines Sprengsatzes so fein verteilt wird, daß er alle
in dem Koffer aufbewahrten Banknoten erreicht.
Nach dem Öffnen des Tresors 12 entnimmt die Person 14 den
Schlüssel zum Öffnen des Sicherheitskoffers 18 aus dem Tresor
und öffnet den Sicherheitskoffer 18 unter Ausschalten
des zum Sicherheitskoffer 18 gehörenden Zerstörungsmechanismus
öffnen. In diesem Augenblick besteht die Möglichkeit,
daß ein Dieb 21 die nicht geschützten Kassetten 20
ergreift und damit zu entkommen versucht, wie dies in Fig.
2 dargestellt ist.
Um dies zu verhindern, ist an der Innenseite der Tür 12 ein
Funksender 22 angeordnet, der auch an einer anderen Stelle
innerhalb des Tresors 10 untergebracht sein kann und der
ein Signal aussendet, das eine begrenzte Reichweite hat,
wie dies durch die elipsenförmige Linie 24 angedeutet ist.
Beispielsweise kann die Reichweite 3 bis 6 m betragen, so
daß die Person 14 einen ausreichenden Arbeitsspielraum innerhalb
der Reichweite des Senders 22 hat.
In der Kassette 20, die in an sich herkömmlicher Weise ausgebildet
sein kann und einen mittels einer Andruckvorrichtung
26 gehaltenen Banknotenstapel 28 enthält, ist ein Empfänger
30 angeordnet, der auf den Empfang des von dem Sender
22 ausgesandten Signals eingestellt ist. Der Empfänger
30 enthält beispielsweise einen Schwellwertdetektor, der
ein Signal abgibt, wenn der Pegel des empfangenen Sendersignals
unter einen vorgegebenen Schwellwert sinkt. Dies
ist gleichbedeutend damit, daß die Banknotenkassette 20 aus
dem eingestellten Sendebereich des Senders 22, d.h. aus dem
durch die Linie 24 gekennzeichneten Raum transportiert
wird. Der Empfänger 30 ist über eine Leitung 32 mit einem
in der Banknotenkassette 20 oberhalb des Banknotenstapels
28 angeordneten Zerstörungsmechanismus 34 verbunden, der
einen Farbstoffbehälter 36 und einen Sprengsatz 38 umfaßt.
Der Sprengsatz 38 kann durch das Ausgangssignal des Empfängers
30 gezündet werden, wodurch der Inhalt des Farbstoffbehälters
36 innerhalb der Kassette 20 verteilt und vor allem
auf die Banknoten des Banknotenstapels 28 gesprüht
wird. Der nicht abwaschbare Farbstoff macht die Banknoten
kenntlich und damit für die weitere Verwendung unbrauchbar.
Wenn also der Dieb 21 gemäß der Darstellung in Fig. 2 versucht,
mit den Banknotenkassetten 20 zu flüchten und dabei
den durch die Linie 24 bezeichneten Raum verläßt, erhält
der in der jeweiligen Banknotenkassette 20 enthaltene Empfänger
30 kein oder kein ausreichendes Sendesignal mehr.
Die Zerstörungseinrichtung 34 wird ausgelöst, wie dies in
Fig. 2 angedeutet ist. Der Dieb hat somit keine Möglichkeit,
die Kassetten mitzunehmen und in einer Werkstatt unter
Verwendung geeigneter Hilfsmittel zu öffnen.
Um zu verhindern, daß der Empfänger den Zerstörungsmechanismus
auslöst, wenn die Banknotenkassette
sich geschützt im Tresor oder Sicherheitskoffer befindet
und kein Sendersignal empfangen kann, sind im Tresor und im
Sicherheitskoffer geeignete Mittel vorgesehen, die den Empfänger
deaktivieren oder das Auslösesignal verhindern, solange
sich die Banknotenkassette in geschützter Umgebung
befindet.
Wenn man die Codierung der Sendersignale und die entsprechende
Einstellung der Empfänger in den Banknotenkassetten
vermeiden will, andererseits aber erreichen will, daß mehrere
nahe beieinander angeordnete Tresore sich beim Kassettenwechsel
nicht behindern, muß sichergestellt werden, daß
immer nur einer der Tresore zur gleichen Zeit geöffnet
wird. Damit das sichergestellt ist, kann jeder Automat neben
dem Sender auch einen Empfänger besitzen, der horcht,
ob nicht vielleicht der Sender des Nachbarautomaten in Betrieb
ist. Ist das der Fall, so kann die Tresortüre nicht
geöffnet werden. Erst wenn das Sendersignal des Nachbarautomaten
verschwunden ist, kann am anderen Automaten der
Kassettenwechsel vorgenommen werden.