Beschreibung
Speicher-Leseverstärker
Die Erfindung betrifft einen Speicher- Leseverstärker zur
Verstärkung eines aus einer Speicherzellenmatrix ausgelesenen Datensignals .
Halbleiterspeicher sind binäre Datenspeicher mit einer Halb- leiter-Speicherzellenmatrix, bei der die einzelnen Speicherzellen matrixförmig angeordnet sind und aus Halbleiterbauelementen bestehen. Die einzelnen Speicherzellen sind dabei an Wortleitungen und an senkrecht dazu verlaufenden Bitleitungen angeschlossen. Die Adressierung, d.h. die Auswahl einer Spei- cherzelle bzw. eines Speicherwortes erfolgt durch die Aktivierung der Wortleitungen und im Falle einer Bitauswahl durch Auswahl einer der Bitleitungen BL. Die Adressierung erfolgt über einen Adressendekoder, der in Abhängigkeit von einem an einem Adressenbus anliegenden Adressensignal Auswahlsignale zur Wortleitungs- bzw. Bitleitungsauswahl erzeugt. Die ausgelesenen Datensignale werden über einen Leseverstärker ausgelesen, der das ausgelesene Datensignal verstärkt.
Figur 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines Halbleiterspei- chers mit einer Speicherzellenmatrix, die über eine Adressen- dekodierungsschaltung adressiert wird und die ausgelesene Datensignale an einen in dem Halbleiterspeicher integrierten Leseverstärker abgibt. Der Leseverstärker besteht aus mehreren Leseverstärker-Einheiten, die jeweils ein an einer Bit- leitung BL anliegendes Datensignal verstärken.
Figur 2 zeigt eine Leseverstärkereinheit nach dem Stand der Technik.
Im Lese-Betriebsmodus wird die an der Bitleitung BL und der dazu komplementären Bitleitung BL anliegende Spannung, die das aus dem Speicher ausgelesene Datensignal bildet, durch
eine Differenzverstärkerschaltung verstärkt und am Signalausgang AUS abgegeben. Der Differenzverstärker ist dabei symmetrisch aufgebaut und besteht aus zwei PMOS-Transistoren Pl, P2 sowie zwei NMOS-Transistoren N2 , N3. Die Aktivierung des Differenzverstärkers erfolgt durch Anlegen eines Steuersignals S, das den NMOS-Transistor N4 durchschaltet.
Nach dem Lesevorgang müssen die Bitleitungen BL und BL wider gleichmäßig aufgeladen werden. Dies geschieht durch die bei- den NMOS-Transistoren NO, Nl, wobei der dazu parallel geschaltete PMOS-Transistor PO durchgeschaltet ist und das an den Bitleitungen BL, BL jeweils aufgebaute Spannungspotential ausgleicht.
Die Spannung V , auf die die Bitleitungen über die beiden NMOS-Transistoren NO und Nl aufgeladen werden, beträgt:
wobei VDD die Versorgungsspannung und
VTHN die Schwellenwertspannung der NMOS-Transistoren NO, Nl bei einer Source-Substrat-Spannung von 0 Volt ist.
Aufgrund des Substrateffekts bzw. Bodyeffekts hängt die SchwellenwertSpannung eines MOSFET-Transistors von der Sour- ce-Substratspannung ab.
*TH = * TH0 ' P * SB ' ^ '
wobei ß eine technologieabhängige Konstante ist und
VSB die Spannung zwischen dem Source- und dem Substratan- schluss (Bulk) darstellt.
Der Ladestrom I hängt von der Spannungsdifferenz zwischen der Gate-Sourcespannung Vgs und der Schwellenwertspannung VTH ab.
I = K *(Vgs -Vw ) (3)
wobei K eine von der Herstellungstechnologie und den Abmessungen des MOSFET-Transistors abhängige Konstante darstellt.
Üblicherweise beträgt die Substratspannung VB sowie die Sour- cespannung Vs null Volt, so dass die DifferenzSpannung VSB ebenfalls null Volt ist und der Substrateffekt nicht in Erscheinung tritt. Sobald eine von null abweichende Spannungsdifferenz zwischen dem Source und dem Substratanschluss VSB auftritt erhöht sich die Schwellenwertspannung VTH und der Ladestrom I nimmt ab. Gleichzeitig sinkt die an der Bitleitung angelegte Ladespannung VB .
VBl = VDD -VTH0 - ß *VSB (4)
Erreicht die an den Sourceanschlüssen der beiden NMOS- Transistoren NO, Nl anliegende Spannung Vs dem Aufladespan- nungswert VB = VDD-VTH beträgt der durch den NMOS-Transistor fließende Strom annähernd:
I = KX(VDD -Vm -Vs)2 (5)
Die negativen Auswirkungen des Substrateffekts verstärken sich je höher der Miniaturisierungsgrad der Herstellungstech- nologie ist. Insbesondere bei Herstellungstechnologien mit Abmessungen weit unter 1 μ , d.h. 0,25 μm, 0,18 μm und weniger nimmt die Schwellenwertspannungsabweichung stark zu. Da die technologiebedingte Konstante ß nicht genau eingestellt werden kann, schwankt die an der Bitleitung BL auftretende Vorladespannung VBι_ ebenfalls stark. Es ist daher nicht möglich eine vordefinierte Vorladespannung an den Bitleitungen zu gewährleisten.
Ein weiterer Nachteil der aus den NMOS-Transistoren NO, Nl bestehenden Vorladeschaltungen zum Aufladen der Bitleitungen BL, BL der in Figur 2 dargestellten herkömmlichen Speicher- Leseverstärkereinheit besteht darin, dass die Aufladezeit,
die zum Aufladen der Bitleitungen benötigt wird, aufgrund des Substrateffekts relativ hoch ist. Da zwischen jeder Lesebzw. Schreiboperation zum Auslesen von Daten aus dem Speicher bzw. zum Einschreiben von Daten in den Speicher ein Auflade- Vorgang der Bitleitungen BL, BL notwendig ist, erhöht sich hierdurch insgesamt die Speicherzugriffszeit erheblich.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Speicher-Leseverstärkereinheit zu schaffen, die eine minimale Aufladezeit zum Aufladen der Bitleitungen auf ein bestimmtes Spannungspotential gewährleistet .
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Speicher- Leseverstärkereinheit mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
Die Erfindung schafft eine Speicher- Leseverstärkereinheit zur Verstärkung eines aus einem Speicher über Bitleitungen ausgelesenen Datensignals mit einer aus PMOS-Transistoren bestehenden Vorladeschaltung zum schnellen Vorladen der Bitleitungen auf das Versorgungsspannungspotential der Speicher- Leseverstärkereinheit, einer ersten aus rückgekoppelten NMOS-Transistoren bestehenden Verstärkerstufe zur Spannungspegelverschiebung und zur Verstärkung des an den Bitleitungen anliegenden Datensignals, und mit einer zweiten Verstärkerstufe zur weiteren Verstärkung des durch die erste Verstarkerstufe abgegebenen Signals, wobei die erste Verstärkerstufe (43) auf das Versorgungsspannungspotential (VDD) und die zweite Verstärkerstufe (43) auf Erdpotential (VSs) initialisierbar ist.
Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Speicher-Leseverstärkereinheit besteht darin, dass sie den Substrateffekt kompensiert. Die erfindungsgemäße Speicher-Leseverstärkereinheit eignet sich somit insbesondere für Herstellungstechnologien mit Strukturabmessungen unter 1 μm.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Speicher- Leseverstärkereinheit besteht darin, dass sie auch bei einer relativ niedrigen VersorgungsSpannung funktioniert.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Speicher- Leseverstärkereinheit schaltet die Vorladeschaltung in Abhängigkeit eines an den Gateanschlüssen der PMOS-Tran- sistoren anliegenden ersten Betriebsmodus-Steuersignals das Versorgungsspannungspotential direkt ohne Spannungsabfall an die Bitleitungen durch.
Die erste Verstärkerstufe verschiebt vorzugsweise das an den Bitleitungen anliegende Spannungspotential um einen konstanten Spannungswert .
Die erste Verstärkerstufe besteht vorzugsweise aus vier rückgekoppelten NMOS-Transistoren.
Die zweite Verstärkerstufe ist vorzugsweise eine aus zwei PMOS-Transistoren und aus zwei NMOS-Transistoren bestehende Differenzverstärkerstufe.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die erfindungsgemäße Leseverstärkereinheit durch zwei Betriebsmodus- Steuersignale zwischen einem Vorlade-Betriebsmodus, einem
Schreib-Betriebsmodus und einem Lese-Betriebsmodus umschaltbar.
Dabei wird vorzugsweise im Vorlade-Betriebsmodus die Lesever- Stärkereinheit für einen anschließenden Lese-/Schreibvorgang initialisiert .
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Leseverstärkereinheit ist die zweite Verstärkerstufe mittels eines NMOS-Transistors an Masse schaltbar, der durch ein zweites Betriebsmodus-Steuersignal angesteuert wird.
Dieser NMOS-Transistor wird zur Aktivierung und Deaktivierung der zweiten Verstärkerstufe verwendet, damit der Energieverbrauch ausserhalb der Leseoperation vermindert wird.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Leseverstärkereinheit sind die Gateanschlüsse der beiden PMOS-Transistoren der zweiten Verstärke stufe mittels Pull-down-Transistoren an ein Massepotential schaltbar, die durch das invertierte zweite Betriebsmodus-Steuersignal angesteuert werden.
Die VersorgungsSpannung wird vorzugsweise mittels eines PMOS- Transistors an die erste Verstärkerstufe geschaltet, wobei der PMOS-Transistor durch das invertierte zweite Betriebsmo- dus-Steuersignal angesteuert wird.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Speicher- Leseverstärkereinheit in CMOS-Technologie aufgebaut.
Im weiteren wird eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Speicher- Leseverstärkereinheit unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren zur Erläuterung erfindungswesentlicher Merkmale beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 den prinzipiellen Aufbau eines Halbleiterspeichers mit einem Lese-Verstärker zum Auslesen der in dem Speicher abgespeicherten Daten nach dem Stand der Technik;
Fig. 2 eine Speicher- Leseverstärkereinheit zum Verstärken eines aus dem Halbleiterspeicher ausgelesenen Datensignals nach dem Stand der Technik;
Fig. 3 eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Speicher-Leseverstärkereinheit .
In Figur 3 ist eine besonders bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Speicher-Leseverstärkereinheit zur Verstärkung eines aus einem Halbleiterspeicher über Bitleitungen ausgelesenen Datensignals .
Die erfindungsgemäße Speicher- Leseverstärkereinheit 1 ist über Bitleitungen 2, 3 mit dem Halbleiterspeicher verbunden. An der Bitleitung 2 liegt das zu verstärkende Datensignal und an der Bitleitung 3 das dazu invertierte Datensignal an. Ei- ne Vorladeschaltung 4, die aus zwei PMOS-Transistören 5,6 besteht, ist über Leitungen 7, 8 an Knoten 9, 10 mit den Bitleitungen 2, 3 verbunden. Die Gateanschlüsse 11,12 der beiden PMOS-Transistoren 5, 6 sind über Steuerleitungen 13, 14 mit einer Steuersignalanschlussleitung 15 zum Anlegen eines er- sten Betriebsmodus-Steuersignals verbunden. Die Vorladeschaltung 4 liegt über einen Versorgungsspannungsanschluss 16 der Versorgungsspannung VDD der Speicher-Leseverstärkereinheit 1 an.
Die an den Bitleitungen 2, 3 anliegenden Knoten 9, 10 sind über interne Leitungen 17, 18 an Gateanschlüsse 19, 20 von NMOS-Transistoren 21, 22 angeschlossen. Der NMOS-Transistor 21 ist über eine Leitung 23 mit einem weiteren NMOS- Transistor 24 in Reihe geschaltet. Der NMOS-Transistor 22 ist über eine Leitung 25 ebenfalls mit einem weiteren NMOS- Transistor 26 in Reihe geschaltet. Der Gateanschluss 27 des NMOS-Transistors 24 ist über eine Rückkoppelleitung 28 mit der Leitung 25 verbunden und der Gateanschluss 29 des NMOS- Transistors 26 ist über eine Rückkoppelleitung 30 mit der Leitung 23 verbunden.
Die NMOS-Transistoren 24, 26 sind über Leitungen 31, 32 mit einem Knoten 33 zum Anschluss an ein Referenzpotential verbunden. Bei dem Referenzpotential handelt es sich vorzugswei- se um das Massepotential. Die NMOS-Transistoren 21, 22 sind über Leitungen 34, 35 mit einem Knoten 36 verbunden, an dem über eine Leitung 37 ein PMOS-Transistor 38 angeschlossen
ist, über den mittels einer Leitung 39 die VersorgungsSpannung VDD, die an dem Versorgungsspannungsanschluss 16 anliegt, an die Leitung 37 durchschaltbar ist. Der Schalt-PMOS- Transistor 38 weist ein Steuergate 40 auf, das über eine Steuerleitung 41 an einem Knoten 42 anliegt.
Die NMOS-Transistoren 21, 22, 24, 26 bilden die erste Verstärkerstufe 43 des Speicher-Leseverstärkers 1. Die erste Verstärkerstufe 43 weist zwei Eingangsanschlüsse 44, 45 auf, die über die Leitungen 17, 18 mit den Bitleitungen 2, 3 verbunden sind, sowie zwei Ausgangsanschlüsse 46, 47 zur Abgabe des verstärkten Differenzsignals.
Die Ausgangsanschlüsse 46, 47 der ersten Verstärkerstufe 43 sind über Leitungen 48, 49 mit Gateanschlüssen 50, 51 von zwei PMOS-Transistoren 52, 53 verbunden. Die beiden PMOS- Transistoren sind jeweils über Leitungen 54, 55 an Versorgungsspannungsanschlusse 56, 57 angeschlossen. Die PMOS- Transistoren 52, 53 sind ferner über Leitungen 58, 59 in Rei- he zu NMOS-Transistoren 60, 61 geschaltet. Die Gateanschlüsse 62, 63 der beiden NMOS-Transistoren 60, 61 sind über eine Leitung 64 miteinander kurzgeschlossen. Die Leitung 64 ist über eine Leitung 65 direkt an die Leitung 59 geschaltet.
Die beiden PMOS-Transistoren 52, 53 sowie die dazu in Reihe geschalteten NMOS-Transistoren 60, 61 bilden eine symmetrisch aufgebaute zweite Verstärkerstufe 66 zur weiteren Verstärkung des durch die erste Verstärkerstufe 43 abgegebenen Signals. Die zweite Verstärkerstufe 66 ist eine Differenzverstärker- stufe zur Verstärkung der Spannungsdifferenz zwischen den
Ausgangsanschlüssen 46, 47 der ersten Differenzverstärkerstufe 43. Die zweite Verstärkerstufe 66 gibt das verstärkte Signal über einen Signalausgang 67 der Speicher-Leseverstärkereinheit 1 ab. Die NMOS-Transistoren 60, 61 der zweiten Ver- stärkerstufe 66 sind über Leitungen 68, 69 mit einem Knoten 70 verbunden, der über eine Leitung 71 mit einem NMOS- Transistor 72 verbunden ist, dessen Gateanschluss 73 an ei-
ner Betriebsmodus-Steuersignalleitung 74 anliegt. Der NMOS- Transistor 72 ist dabei über eine Leitung 75 an ein Referenzpotential, bei dem es sich vorzugsweise um ein Massepotential handelt, angeschlossen. Der NMOS-Transistor 72 dient zum Schalten der zweiten Verstärkerstufe 66.
Der PMOS-Transistor 38 zum Zuschalten der Versorgungsspannung VDD an die erste Verstärkerstufe 43 ist über die Leitung 41 und den Knoten 42 mit einer Steuersignalleitung 76 verbunden, die an einem Betriebs odus-Steuersignalanschluss 77 anliegt.
Die Steuersignalleitung 76 liegt zwischen den Gateanschlüssen 78, 79 zweier Pull-Down-NMOS-Transistoren 80, 81. Die Pull- Down-NMOS-Transistoren 80, 81 liegen über Leitungen 82, 83 an den Verbindungsleitungen 48, 49 zwischen der ersten Verstärkerstufe 43 und der zweiten Verstärkerstufe 66 an. Die Pull- Down-NMOS-Transistoren 80, 81 sind über Leitungen 84, 85 mit dem Referenzpotential verbunden. Das Referenzpotential ist dabei vorzugsweise das Massepotential.
Die Leseverstärkereinheit 1 ist über die Betriebsmodus-Steueranschlüsse 15, 74, 77 zwischen einem Vorlade-Betriebsmodus, einem Schreib-Betriebsmodus und einem Lese-Betriebsmodus umschaltbar. Hierzu wird an den Steueranschluss 74 ein Lese- Freischaltsignal RE (read enable) , an den Steueranschluss 77 das dazu invertierte Steuersignal RE und an den Steueranschluss 15 ein Bitline- Ausgleichssignal BLΕQ (bitli- ne egualization) angelegt.
Die Auswahl der drei verschiedenen Betriebsarten erfolgt wie folgt :
Tabelle 1
Im Vorlade-Betriebsmodus befindet sich der Bitline-Aus- gleichssteueranschluss 15 sowie der Lese-Freischaltsteuer- anschluss 74 auf Massepotential und der Steueranschluss 77 auf Versorgungsspannungspotential VDD- Das Steuersignal BLEQ schaltet die Transistoren 5, 6 der Vorladeschaltung 4 durch, so dass die Bitleitungen 2, 3 auf das an den Anschluss 16 anliegende Versorgungsspannungspotential VDD aufgeladen werden. Das an den Steuersignalanschluss 77 anliegende hochpeglige Steuersignal RE schaltet den PMOS-Transistor 38 aus und schaltet gleichzeitig die Pul1-down-NMOS-Transistören 80, 81 durch. Wegen der Sperrung des PMOS-Transistors 38 erhält die erste Verstärkerstufe 43 während des Aufladevorgangs keine Versorgungsspannung VDD. Die durchgeschalteten Pull-Down- NMOS-Transistoren 80, 81 ziehen die Ausgangsanschlüsse 46, 47 der ersten Verstärkerstufe 43 auf Masse, so dass am Ausgang der ersten Verstärkerstufe 43 keine DifferenzSpannung anliegt, die durch die zweite Verstärkerstufe 66 verstärkt werden kann.
Das Steuersignal RΕ an dem Steuersignalanschluss 74 ist bei dem Vorlade-Betriebsmodus niedrigpeglig, so dass der NMOS- Transistor 72 sperrt. Hierdurch wird der Strompfad von der zweiten Verstärkerstufe 66 zu dem Masseanschluss unterbrochen. Da die Ausgangsanschlüsse 46, 47 der ersten Verstärkerstufe 43 durch die NMOS-Pull-Down-Transistoren 80, 81 auf Masse gezogen sind, werden die PMOS-Transistoren 52, 53 der zweiten Verstärkerstufe 66 durchgeschaltet, so dass die an den Versorgungsspannungsanschlüssen 56, 57 anliegende Versorgungsspannung auf die Leitungen 58, 59 durchgeschaltet wird. Somit wird an dem Ausgangsanschluss 67 der Leseverstärkerein-
heit 1 während des Vorladevorgangs der Bitleitungen 2, 3 ein hohes Spannungspotential VDD abgegeben. Der Vorlade-Betriebsmodus hat eine Doppelfunktion.
Während im Vorlade-Betriebsmodus werden die Bitleitungen 2, 3 auf die Versorgungsspannung VDD gleichmäßig aufgeladen und gleichzeitig werden alle Knotenspannungen in der Leseverstärkereinheit 1 für den nächsten Lesevorgang reinitialisiert. Dabei wird die erste Verstärkerstufe 43 auf die Versorgungs- Spannung VDD und die zweite Verstärkerstufe 66 auf Erdspan- nungspotential Vss initialisiert. Das Aufladen der Bitleitungen 2, 3 erfolgt durch die PMOS-Transistoren 5, 6 der Vorladeschaltung 4 auf die Versorgungsspannung VDD- Wenn die Drainspannung VD an den beiden PMOS-Transistoren 5, 6 nahezu gleich der Vorladespannung ist, beträgt der Strom durch den jeweiligen PMOS-Transistor 5, 6 gleich:
I = K2(VDD -VD) (6)
Das Aufladen der Bitleitungen 2, 3 auf die VersorgungsSpannung VDD erfolgt im Vergleich zu NMOS-Transistoren wesentlich schneller. Bei Verwendung von NMOS-Transistoren innerhalb der Vorladeschaltung werden die Bitleitungen auf eine Aufladespannung
* BL ~ ' DD * THN * ' )
aufgeladen und die Aufladespannung bei Verwendung der PMOS- Transistoren 5, 6 beträgt :
VBL = VDD - (8)
Hierdurch wird die Spannungsdifferenz während eines Lesevor-, gangs erhöht. PMOS-Transistoren sind zur Aufladung einer Bit- leitung auf die Versorgungsspannung besser als NMOS- Transistoren geeignet, wenn der Bitleitungswert sich im Bereich des idealen Voraufladewertes befindet, d.h. VDD bei
PMOS-Voraufladung und VDD - VTHN bei NMOS-Voraufladung. Der Grund hierfür ist der Betriebsbereich, in dem sich der Aufladetransistor befindet. Die PMOS-Transistoren befinden sich im oh schen Betriebsbereich (siehe Gleichung (6)) wohingegen sich die NMOS-Transistoren in einem gesättigten Betriebsbereich (siehe Gleichung (5)) befinden, der zum Aufladen uneffektiv ist.
Bei einem Aufladen der Bitleitungen 2, 3 auf die Versorgungs- Spannung VDD ist der Strom der in der Speichermatrix befindlichen Speicherzelle höher als bei einem Aufladen der Bitleitungen auf VDD-VTHN- Hierdurch wird die Leseoperation für den Leseverstärker erleichtert.
Im Schreib-Betriebsmodus wird an den Bitleitungs- Ausgleichs- steueranschluss 15 ein hohes Spannungspotential VDD angelegt, während an den Lese-Freischaltsteueranschluss 74 ein logisch niedriges angelegt wird. Durch das hochpeglige Bitleitungs- ausgangssignal am Steueranschluss 15 werden die beiden PMOS- Transistoren 5, 6 der Vorladeschaltung 4 gesperrt. Im
Schreib-Betriebsmodus werden die Bitleitungen 2,3 in einem Schreibvorgang aus einem innerhalb des Halbleiterspeichers integrierten Schreibpuffer beschrieben, ohne dass es zu einer Wechselwirkung mit der Speicher-Leseverstärkereinheit 1 kommt .
Im Lese-Betriebsmodus wird an den Bitleitungs-Ausgleichs- steueranschluss 15 und an den Lese-Freischaltsteueranschluss 74 jeweils ein logisch hochpegliges Steuersignal VDD angelegt. An den Steueranschluss 77 wird das invertierte Lese-Freischaltsteuersignal RE angelegt. Das hochpeglige Bitleitungsausgleichssteuersignal BLΕQ sperrt die beiden PMOS-Transistoren 5, 6 der VorladeSchaltung 4. In Abhängigkeit von dem in der adressierten Speicherzelle abge- speicherten Datensignal versucht nun die adressierte Speicherzelle die Bitleitung 2 auf Masse zu ziehen und die Bitleitung 3 auf Versorgungsspannungspotential VDD zu belassen
oder umgekehrt die Bitleitung 3 auf Masse zu ziehen und die Bitleitung 2 auf Versorgungsspannungspotential VDD ZU belassen. Da die Kapazität der Bitleitungen 2, 3 im Vergleich zu der Treiberfähigkeit der adressierten Speicherzelle relativ groß sein kann, ist die Spannungsdifferenz zwischen den beiden Bitleitungen 2, 3 am Ende des Lesevorgangs relativ niedrig und beträgt beispielsweise 100 mV.
Das niederpegelige invertierte Freischaltsteuersignal RE am Steueranschluss 77 sperrt die beiden Pull-Down-NMOS- Transistoren 80, 81 und schaltet gleichzeitig den PMOS- Transistor 38 über die Steuerleitung 41 durch. Hierdurch steigt das Spannungspotential an dem Knoten 36 auf das an dem Knoten 16 anliegende Versorgungsspannungspotential VDD. Hier- durch werden die NMOS-Transistoren 21, 22, 24, 26 der ersten Verstärkerstufe 43 in den gesättigten Arbeitsbereich überführt. Wenn beispielsweise die Bitleitung 3 auf dem Versorgungsspannungspotential VDD verbleibt und das Spannungspotential der Bitleitung 2 auf Grund des ausgelesenen Datensignals auf eine niedrigere Spannung VDD - ΔV absinkt, bleibt der durch den NMOS-Transistor 24 fließende Strom konstant, da dieser lediglich von dem Spannungspotential an dem Knoten 46 abhängt. Auf diese Weise bleibt der durch den NMOS-Transistor 21 fließende Strom während des Spannungsabfalls an der Bit- leitung 2 konstant. Die Schwellwertspannung VTH-2I des NMOS- Transistors 21 hängt auf Grund des Substrateffektes von der Sourcespannung des NMOS-Transistors 21 ab. Diese Abhängigkeit kann für die beiden NMOS-Transistoren 21, 22 durch folgende Gleichungen annähernd angegeben werden:
VTH-2i = V HN + ßV 7 ( 9a)
wobei ß eine technologieabhängige Konstante und V 6, V 7 das Spannungspotential an den Knoten 46 , 47 ist .
Der durch den NMOS-Transistor 21 fließende Strom kann mit folgender Gleichung annährend angegeben werden:
W
I21 = KN • -2- [V2 - ( l+ß) V47 - VTHN ] 2 ( 10 )
L2l wobei
W2ι die Breite des NMOS-Transistors 21, und L2ι die Länge des NMOS-Transistors 21, V2 die Spannung an der Bitleitung 2, V die Spannung an dem Potentialknoten 47 und KN eine Konstante ist.
Dieser Strom I2ι bleibt konstant, so dass die an dem Potentialknoten 47 anliegende Spannung von einem ursprünglichen Spannungspotential V47o auf ein Spannungspotential V70 - ΔV/(l+ß) abfällt. Da die Spannung V47 an dem Potentialknoten 47 auch die Gate-/Sourcespannung des NMOS-Transistors 26 ist, fällt der Strom durch den NMOS-Transistor ebenfalls ab. Hierdurch kommt es zu einer Fehlanpassung zwischen dem durch den NMOS-Transistor 22 und den durch den NMOS- Transistor 26 fließenden Strom, wobei diese Fehlanpassung durch einen Anstieg der Spannung an dem Potentialknoten 46 ausgeglichen wird. Da durch den NMOS-Transistor 22 und den NMOS-Transistor 26 nach erfolgtem Spannungsanstieg an dem Potentialknoten 46 der gleiche Strom fließt, gilt:
[V3- ( l+ ß ) V46-VTHN ] : ( 11)
Mit:
W26 /L α '26 (12)
1 W22 /L22
bedeutet dies, dass ein Spannungsabfall von ΔV/ (1+ß) der Spannung V47 zu einem Spannungsanstieg von ΔV * α/(l+ß)2 der Spannung V6 führt. Dieser Anstieg der Spannung V46 an dem Potentialknoten 46 führt seinerseits zu einem Spannungsabfall ΔV * α2 /(1+ß)3 an dem Potentialknoten 47, der seinerseits einen Spannungsanstieg an dem Knoten 46 hervorruft. Dies setzt sich prinzipiell unendlich fort.
Die Spannungspotentiale an dem Potentialknoten 46 und dem Potentialknoten 47 lassen sich daher als unendliche Summen ma- thematisch wie folgt darstellen:
Für a < 1+ ß ist die Verstärkung der ersten Verstärkerstufe 43 endlich und kann durch folgende Gleichung ausgedrückte werden:
Für ß < a < 1+ß ist die Verstärkung der ersten Verstärkerstufe 43 somit größer 1. Die Rückkopplungsstufe der NMOS- Transistoren 21, 22, 24, 26 über die Rückkoppelleitungen 28, 30 bewirkt somit, dass die Spannungsverstärkung der ersten Verstärkerstufe größer 1 ist und somit der an den NMOS- Transistoren auftretenden Substrateffektes ausgeglichen wird.
Das Lese-Freischaltsteuersignal RE an dem Steueranschluss 74 wird im Lese-Betriebsmodus an ein logisch hohes Potential VDD angelegt und somit der NMOS-Transistor 73 durchgeschaltet. Nimmt man an, dass die Spannung an der Bitleitung 3 auf dem ursprünglichen Spannungspotential VDD verbleibt, während die Spannung an der Bitleitung 2 abfällt, fällt das Spannungspotential an dem Knoten 47 ab, wodurch die Gate-/Sourcespannung an dem PMOS-Transistor 51 sich erhöht. Dies führt zum Anstieg des durch den PMOS-Transistor 53 fließenden Stromes, wobei dieser Stromanstieg durch die aus dem NMOS-Transistoren 60, 61 bestehende Strom-Spiegel-Schaltung gespiegelt wird. Das Spannungspotential an dem Ausgangsanschluss 67 fällt demzufolge ab, damit der durch die MOSFET-Transistoren 52, 60 fließende Strom gleich groß ist. Der Spannungsabfall an dem Ausgangsanschluss 67 hängt von der Größe der PMOS-Transistoren 52, 53 und der NMOS-Transistoren 60, 61 ab. Die zweite Verstärkerstufe 66 verstärkt die zwischen den Potentialknoten 46, 47 anliegende Spannungsdifferenz und gibt die verstärkte Spannungsdifferenz an dem Ausgangsanschluss 67 der Lesever- Stärkereinheit 1 ab.
Die erfindungsgemäße Leseverstärkereinheit 1 eignet sich insbesondere für eine CMOS-Technologie aufgebaute SRAM-Speicher (SRAM: Static random access memory) .
Insbesondere bei besonders kleinen Bauteilabmessungen, die unterhalb 1 μm liegen werden durch die erfindungsgemäße Speicher-Leseverstärkungseinheit 1 parasitäre Effekte insbesondere der Substrateffekt, die mit abnehmender Stromversorgungs- Spannung VDD und kürzerwerdenden MOSFET-Kanallängen immer stärker werden, ausgeglichen.
Die erfindungsgemäße Leseverstärkereinheit 1 zeichnet sich darüber hinaus durch eine hohe Robustheit gegenüber Schwan- kungen bei Steuersignalzeitabläufen, Temperatur, Herstellungsprozessbedingungen sowie der Spannungsversorgung aus.
Da die Schaltungskomplexität der erfindungsgemäßen Leseverstärkereinheit 1 und die Anzahl der darin enthaltenen MOSFET- Transistoren gering ist, ist der Flächenbedarf der erfindungsgemäßen Leseverstärkungseinheit 1 bei Integration auf einem Halbleiterchip gering. Hierdurch ist es möglich den Leseverstärker 1 aus einer Vielzahl von erfindungsgemäßen Leseverstärkereinheiten 1 kostengünstig aufzubauen.