Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zugentlastungsvorrichtung für flexible
Flachleiter.
In Steckverbindern sind in der Regel Einrichtungen zur Zugentlastung
vorgesehen, die dazu dienen, einen mit Kontaktelementen in dem Steckverbinder
verbundenen Leiter an dem Gehäuse des Steckverbinders zu
befestigen, so daß ein auf den Leiter ausgeübter Zug von dem Gehäuse
des Steckverbinders aufgenommen und dadurch eine mechanische Belastung
der Kontaktelemente mit möglichem Kontaktverlust vermieden wird.
Nach dem Stand der Technik erfolgt die Zugentlastung bei Steckverbindern
für flexible Flachleiter dadurch, daß in den flexiblen Flachleiter Löcher
gestanzt werden, durch die entsprechende Zapfen eines mit dem flexiblen
Flachleiter verbundenen Steckverbinders greifen, so daß auf den
flexiblen Flachleiter ausgeübte Zugkräfte über die Ränder der Stanzlöcher
auf die Zapfen in dem Steckergehäuse übertragen werden.
Diese Art der Zugentlastung hat jedoch den Nachteil, daß in einem zusätzlichen
Arbeitsschritt entsprechende Löcher in den flexiblen Flachleiter
zu stanzen sind.
Darüber hinaus besteht die Gefahr, daß bei hoher Zugbelastung der flexible
Flachleiter durch die in seine Löcher greifenden Zapfen der Zugentlastungsvorrichtung
bzw. des Steckverbinders eingerissen und damit
so beschädigt wird, daß er insgesamt auszutauschen ist.
Die genannten Nachteile bestehen für alle Arten von flexiblen Flachleitern,
insbesondere auch für FPC-Flachleiter (flexible printed circuits) oder FFC-Flachleiter
(flexible flat circuits).
Darüber hinaus ist es oft auch sinnvoll, Zugentlastungseinrichtungen unabhängig
von Steckverbindern einzusetzen, um Zugbelastungen bei langen
Leitern aufzufangen. Bei Verwendung der geschilderten Zugentlastung
nach dem Stand der Technik treten auch hier die gleichen Nachteile auf.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Zugentlastungsvorrichtung
für einen flexiblen Flachleiter, insbesondere auch einen FPCoder
FFC-Flachleiter, bereitzustellen, bei dessen Verwendung eine Zugentlastung
des Flachleiters ohne zusätzliche Arbeitsschritte erreicht wird
und die Gefahr des Einreißens bei hoher Zugbelastung stark herabgesetzt
wird.
Die Aufgabe wird gelöst durch eine Zugentlastungsvorrichtung mit den
Merkmalen des Anspruchs 1.
Eine erfindungsgemäße Zugentlastungsvorrichtung ist zur Zugentlastung
eines darin gehaltenen gegebenen flexiblen Flachleiters vorgesehen, der
eine Trägerfolie und darin eine gegebene Verteilung von Leiterbahnen aufweist.
Bei dem flexiblen Flachleiter kann es sich insbesondere um FPC-
und/oder FFC-Flachleiter handeln, die sich unter anderem dadurch un-
terscheiden, daß die Dicke der Leiterbahnen bei FPC-Flachleitern wesentlich
geringer als bei FFC-Flachleitern ist.
Die Zugentlastungsvorrichtung weist ein erstes Halteelement und ein
zweites Halteelement auf, die zur Befestigung eines Flachleiters zwischen
einer offenen Position zum Einlegen des Flachleiters und einer Halteposition
bewegbar und in der Halteposition gegeneinander arretierbar sind,
wobei ein Abschnitt des flexiblen Flachleiters zwischen den beiden Halteelementen
einschließbar ist. Die Halteelemente können hierbei in der
offenen Position bereits miteinander verbunden sein oder als zwei getrennte,
zusammenzufügende Elemente vorliegen. Weiterhin können zur
Arretierung entsprechende Einrichtungen, zum Beispiel Schnappelemente,
vorgesehen sein, die jedoch nicht notwendig an den Halteelementen
selbst angebracht sein müssen.
Zur Zugentlastung sind an dem ersten Halteelement ein Vorsprung und
an dem zweiten Halteelement eine korrespondierende Vertiefung so ausgebildet,
daß bei Einschließen des flexiblen Flachleiters zwischen das erste
und das zweite Halteelement und bei Bewegung derselben in die Halteposition
und gegenseitiger Arretierung ein Bereich der Trägerfolie, der keine
Leiterbahnen oder nur Randbereiche von Leiterbahnen aufweist, zur Zugentlastung
von dem Vorsprung in die Vertiefung preßbar und an deren
Rand festklemmbar ist. Die Halteelemente werden bei bzw. nach der Verbindung
mit dem flexiblen Flachleiter zur Ausübung der notwendigen
Klemmkraft gegeneinander arretiert bzw. miteinander verbunden, wozu an
den Halteelementen entsprechende Einrichtungen zur Arretierung bzw.
Verbindung vorgesehen sein können. Da das Einklemmen in leiterbahnfreien
Bereichen oder nur Randbereichen von Leiterbahnen erfolgt, wird
sich der Vorsprung in aller Regel nicht über die gesamte Breite des flexiblen
Flachleiters erstrecken.
Der Vorsprung an dem ersten Halteelement und die korrespondierende
Vertiefung an dem zweiten Halteelement müssen in Abhängigkeit von der
Dicke der Trägerfolie des flexiblen Flachleiters so dimensioniert sein, daß
an dem Rand eine entsprechende Klemmwirkung auftritt. Dadurch, daß
gegebenenfalls nur Randbereiche von Leiterbahnen am Rand der Vertiefung
miteingeklemmt werden und diese in der Regel aus einem relativ
leicht verformbaren Metall wie z.B. Kupfer bestehen, spielt für die
Klemmwirkung im wesentlichen nur die Dicke der Trägerfolie eine wesentliche
Rolle, während die Dicke der Leiterbahnen unerheblich ist.
Durch das Einklemmen am Rand der Vertiefung wird durch die vergleichsweise
kleine Klemmfläche ein hoher Klemmdruck und damit eine
gute Zugentlastung erzielt, die darüber hinaus von der Dicke der Leiterbahnen
weitgehend unabhängig ist. Daher eignen sich erfindungsgemäße
Zugentlastungsvorrichtungen insbesondere auch für flexible Flachleiter,
die zwar Trägerfolien gleicher Dicke aber Leiterbahnen unterschiedlicher
Dicke aufweisen, insbesondere auch für FPC- und FFC-Flachleiter.
Ein zusätzlicher Beitrag zur Zugentlastung kann durch die Reibung zwischen
dem Vorsprung und die an ihm anliegende Trägerfolie entstehen.
Da die Zugentlastung allein durch Bewegung des ersten und des zweiten
Halteelements bei eingelegtem Flachleiter in die Halteposition und Arretierung
bzw. Zusammenfügen erzielt wird, sind zur Ausbildung der Zugentlastung
keine zusätzlichen Arbeitsschritte notwendig, so daß eine sehr
einfache aber doch zuverlässige Montage möglich ist.
Darüber hinaus ist die Gefahr eines Einreißens bei hoher Zugbelastung
stark reduziert, da Zugkräfte über den gesamten Rand der Vertiefung, an
dem die Folie eingeklemmt ist, aufgenommen werden.
Die erfindungsgemäßen Zugentlastungsvorrichtungen sind darüber hinaus
aus Kunststoff, z.B. durch Spritzguß, sehr einfach und kostengünstig
herstellbar.
Weiterbildungen und bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind
in der Beschreibung, der Zeichnung und den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Bevorzugt sind der Vorsprung und die Vertiefung so ausgebildet, daß die
Trägerfolie des flexiblen Flachleiters bei Einklemmen desselben durch den
Rand der Vertiefung eingekerbt wird. Die Einkerbung entsteht hierbei
durch plastische Verformung der Trägerfolie des Flachleiters, die gewöhnlich
aus Kunststoff bzw. Kunststofflaminaten, enthaltend z.B. Polyester
oder Polyimide, gebildet ist. Durch das Eingreifen des Randes der Vertiefung
in die Einkerbung kann die Zugentlastung der erfindungsgemäßen
Zugentlastungsvorrichtung besonders hohe Zugkräfte aufnehmen.
Für eine besonders gute Klemmwirkung ist der Rand der Vertiefung bevorzugt
kantenförmig ausgebildet, wobei besonders bevorzugt der Winkel,
der von den die Kante bildenden Flächen eingeschlossen wird, etwa 90°
beträgt. Durch die kantenförmige Ausbildung des Randes erfolgt das Einklemmen
über eine vergleichsweise kleine Fläche, wodurch nicht nur die
besonders gute Klemmwirkung bewirkt wird, sondern auch die Ausbildung
einer kerbartigen Verformung in der Trägerfolie begünstigt wird.
Darüber hinaus ergibt sich ein besonders wirksamer Formschluß zwischen
dem kantenförmig ausgebildeten Rand und der kerbartigen Verformung
der Trägerfolie.
Der Vorsprung und die Vertiefung sollen jedoch bevorzugt so ausgebildet
sein, daß bei Einklemmen des flexiblen Flachleiters dessen Trägerfolie nur
eingekerbt und/oder gedehnt wird, wobei es sich bei der Dehnung um eine
wenigstens teilweise irreversible Verformung der Trägerfolie handeln
kann. Der Vorsprung und die Vertiefung sollen aber vorzugsweise nicht so
ausgebildet sein, daß bei Einklemmen des Flachleiters Löcher oder Risse
in der Trägerfolie entstehen, was z.B. bei einem zu engen Spalt zwischen
Vorsprung und Rand der Vertiefung oder einem in einer Spitze auslaufenden
Vorsprung vorkommen könnte. Hierdurch treten bei Zugbelastungen
weniger leicht Beschädigungen in der Trägerfolie auf.
Bevorzugt ist der Vorsprung kuppelförmig ausgebildet, so daß eine Beschädigung
der Trägerfolie des flexiblen Flachleiters weitestgehend ausgeschlossen
ist. Bei einer solchen Formgebung kann die Trägerfolie eines
eingelegten flexiblen Flachleiters auch über eine große Fläche an dem Vorsprung
anliegen, wodurch ein zusätzlicher Beitrag zur Zugentlastung
durch die Reibung zwischen Vorsprung und anliegender Trägerfolie erreicht
wird.
Weiterhin kann der Vorsprung bevorzugt in Form eines Kegelstumpfs ausgebildet
sein, wobei besonders bevorzugt der Kegelstumpf an seinem
schmalen, freien Ende stark abgerundete Kanten aufweist. Durch die
Verjüngung des Kegelstumpfs wird eine besonders gute Klemmwirkung
am Rand der Vertiefung erzielt, auch wenn die Dicke der Trägerfolie um
ihren Mittelwert stärker schwankt.
Bevorzugt sind in Richtung eines zu erwartenden Zugs, d.h. in der Regel
in Richtung der Längsausdehnung des Flachleiters, jeweils mindestens
drei Vorsprünge und drei entsprechende Vertiefungen vorgesehen. Dabei
müssen nicht alle Vorsprünge am ersten Halteelement ausgebildete sein,
vielmehr können einzelne Vorsprünge auch an dem zweiten Halteelement
und die entsprechenden Vertiefungen in dem ersten Halteelement ausgebildet
sein. Hierdurch kann die Zugentlastung durch die erfindungsgemäße
Zugentlastungsvorrichtung höhere Zugkräfte aufnehmen, da die Kräfte
über drei Randbereiche verteilt werden. Darüber hinaus können die Vorsprünge
auch Drehmomente aufnehmen, so daß bei nicht zu breiten
Flachleitern auch eine Sicherung gegen Verdrehen das Flachleiters in der
Zugentlastungsvorrichtung erzielt wird.
Weiterhin werden im wesentlichen quer zur Richtung eines zu erwartenden
Zuges bevorzugt mindestens zwei Vorsprünge und entsprechende
Vertiefungen in den Halteelementen vorgesehen, wobei auch hier wieder
nicht alle Vorsprünge im ersten Halteelement und alle Vertiefungen im
zweiten Halteelement angeordnet sein müssen. Durch diese Anordnung
der Vorsprünge und Vertiefungen wird eine Drehung eines flexiblen
Flachleiters in der Zugentlastungsvorrichtung auch bei großer Breite des
Flachleiters vermieden.
Da die Zugentlastung bei einer erfindungsgemäßen Zugentlastungsvorrichtung
über Bereiche der Trägerfolie erfolgt, die keine Leiterbahn oder
nur Randbereiche von Leiterbahnen aufweisen, wird bevorzugt der Abstand
zwischen dem ersten und dem zweiten Halteelement im Bereich der
Aufnahme des flexiblen Flachleiters außer an dem Vorsprung größer als
die Dicke des flexiblen Flachleiters, das heißt der Trägerfolie einschließlich
der Leiterbahnen, gewählt. Eine solche Zugentlastungsvorrichtung kann
daher auch für andere flexible Flachleiter mit einer Trägerfolie gleicher
Dicke, jedoch anderer Leiterbahndicke eingesetzt werden.
Weiterhin ist bevorzugt eine Einrichtung zur Befestigung der Zugentlastungsvorrichtung,
insbesondere an einer Karosserie, vorgesehen. Hierbei
kann es sich um Klebestreifen, oder Teile einer Klettbefestigung handeln.
Es können jedoch auch Befestigungsöffnungen zum Beispiel für Niet-,
Schraub- oder Schnappbefestigungen vorgesehen sein. Darüberhinaus
können Schnappelemente an der Zugentlastungseinrichtung zum Einsatz
kommen. Insbesondere lösbare Verbindungen, zum Beispiel Schraub-,
Klett- und zum Teil Schnappbefestigungen, erlauben dabei eine einfache
spätere Demontage des Flachleiters zusammen mit der Zugentlastung.
Weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Zugentlastungsvorrichtung
mit einem damit gehaltenen flexiblen Flachleiter, insbesondere einem
FPC- und/oder FFC-Flachleiter, wobei die Zugentlastungsvorrichtung
nach einer der oben genannten Ausführungsformen oder einer Kombination
davon ausgebildet sein kann.
Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Steckverbinder mit einer erfindungsgemäßen
Zugentlastungsvorrichtung, insbesondere nach den bevorzugten
Ausführungsformen.
Ein erfindungsgemäßer Steckverbinder, bei dem es sich um einen Stecker
oder eine Kupplung handeln kann, ist zur Befestigung an einem gegebenen
flexiblen Flachleiter vorgesehen.
Die Verbindung von in dem Steckverbinder vorgesehenen Kontaktelementen
mit Leiterbahnen des flexiblen Flachleiters kann durch übliche Verfahren
wie z.B. Crimp-Verfahren, Druckkontaktierung oder auch Lötverfahren
erfolgen.
Bei dem erfindungsgemäßen Steckverbinder kann insbesondere die Zugentlastungsvorrichtung
mit dessen Gehäuse verbunden sein, so daß Zugentlastungsvorrichtung
und Gehäuse aus Kunststoff, z.B. durch Spritzguß,
sehr einfach und kostengünstig herstellbar sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Steckverbinder zwei zusammenfügbare
und miteinander verbindbare Gehäuseteile auf, zwischen
denen ein Flachleiter einschließbar ist. Jeweils eines der Gehäuseteile
weist dann eines der Halteelemente auf, wobei die Arretierung der Halteelemente
gegeneinander zusammen mit der Verbindung der Gehäuseteile
erfolgt. Entsprechende Arretierungseinrichtungen an den Gehäuseteilen
sind in diesem Zusammenhang als Teil der Zugentlastungseinrichtung
anzusehen. Durch Zusammenfügen und Verbinden der Gehäuseteile nach
Einlegen eines Flachleiters, was gleichzeitig eine Bewegung der Halteteile
in die Halteposition und eine gegenseitige Arretierung bewirkt, kann somit
in einem Arbeitsschritt das Steckverbindergehäuse hergestellt und die Zugentlastung
bewirkt werden.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im folgenden beispielhaft
anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittansicht eines Steckverbinders mit flexiblen
Flachleiter nach einer ersten bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung
- Fig. 2
- eine teilweise, schematische Schnittansicht durch den Steckverbinder
mit flexiblem Flachleiter in Fig. 1 entlang der Linie A-A
und
- Fig. 3
- eine schematische perspektivische Ansicht einer Zugentlastungsvorrichtung
mit flexiblem Flachleiter nach einer zweiten
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.
Die Fig. 1 zeigt schematisch einen Steckverbinder nach einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung mit einem ersten Gehäuseteil 10 und einem
zweiten Gehäuseteil 12. Das erste Gehäuseteil 10 und das zweite Gehäuseteil
12 sind zusammengefügt und schließen einen FPC-Flachleiter
14 zwischen sich ein. Die Gehäuseteile im Bereich des Flachleiters sind
als Halteelemente 11 bzw. 13 (in der Zeichnung schematisch durch gestrichelte
Linien angedeutet) ausgebildet.
Der FPC-Flachleiter 14 umfaßt eine Trägerfolie 16 mit zwei darin eingeschlossenen
Kupferleiterbahnen 18a und 18b. Die Trägerfolie 16 ist hier
nur schematisch dargestellt. Sie ist in an sich bekannter Weise aus mindestens
zwei aufeinanderlaminierten Kunststoffolien aufgebaut, die in an
sich bekannter Weise die Kupferleiterbahnen 18a und 18b umschließen.
Wie in Fig. 1 erkennbar, weist der FPC-Flachleiter 14 daher in den Bereichen,
die die Kupferleiterbahnen 18a und 18b aufweisen, eine größere
Dicke auf als in den Bereichen ohne Leiterbahnen. Dabei entsteht im Bereich
des Randes der Kupferleiterbahnen 18a und 18b ein kontinuierlicher
Übergang von der großen Dicke im Bereich der Kupferleiterbahn zu der
geringeren Dicke in den Bereichen ohne Leiterbahn.
Das in das erste Gehäuseteil 10 an seiner Unterseite integrierte Halteelement
11 weist eine Ausnehmung 20 auf, deren Breite gerade der Breite
des FPC-Flachleiters 14 entspricht und die sich in Richtung des Flachleiters,
wie in Fig. 2 erkennbar, erstreckt. In der Mitte der Ausnehmung 20
sind drei Vorsprünge 22a, 22b und 22c ausgebildet, die in Richtung der
Leiterbahn 18a und 18b des FPC-Flachleiters 14 zwischen den Kupferleiterbahnen
18a und 18b angeordnet sind.
Das in das zweite Gehäuseteil 12 integrierte Halteelement 13 weist ebenfalls
eine Ausnehmung 24 auf, die in Breite und Längsausdehnung der
Ausnehmung 20 in dem ersten Gehäuseteil 10 entspricht. In der Mitte
dieser Ausnehmung 24 sind drei Vertiefungen ausgebildet, die so angeordnet
sind, daß die Vorsprünge 22a, 22b und 22c bei Zusammenfügen
des ersten und des zweiten Gehäuseteils und damit der Bewegung der
Halteelemente 11 und 13 in ihre Halteposition in diese Vertiefungen eingreifen
können. In Fig. 1 ist nur die im Vorsprung 22a entsprechende
Vertiefung 26 sichtbar. Die Ränder der Vertiefung sind kantenförmig ausgebildet,
wobei die beiden, die Kanten bildenden Flächen einen Winkel von
90° einschließen. Die Vertiefung ist weiterhin so tief ausgebildet, daß bei
zusammengefügtem ersten Gehäuseteil 10 und zweitem Gehäuseteil 12,
d.h. wenn die Halteelemente 11 und 13 in ihrer Halteposition sind, die
Vorsprünge 22a, 22b und 22c mit der darunter angeordneten Trägerfolie
16 nicht den Boden der Vertiefung berühren.
Die Vorsprünge 22a, 22b und 22c und die entsprechenden Vertiefungen
sind so geformt, daß der FPC-Flachleiter 14 zwischen dem Vorsprung und
den Kanten eingeklemmt wird. Wie in Fig. 1 am Beispiel der Vertiefung 26
erkennbar, kerbt die Kante 28 die Trägerfolie 16 ein, wodurch es zu einem
zusätzlichen Formschluß zwischen der Kante und der Trägerfolie 16
kommt, der es erlaubt, daß von den Halteelementen 11 und 13 und damit
dem Steckverbinder höhere Zugkräfte aufgenommen werden können. Die
Vorsprünge 22a, 22b und 22c weisen, wie in Fig. 2 erkennbar, einen
kreisförmigen Querschnitt auf und sind kuppelförmig in Richtung des
zweiten Gehäuseteils gewölbt. Hierdurch wird zum einen erreicht, daß
beim Einklemmen des FPC-Flachleiters 14 die Trägerfolie 16 nicht durchlöchert
oder eingerissen wird. Zum anderen liegt die Trägerfolie 16 flächig
an den Vorsprüngen 22a, 22b und 22c an, so daß durch die Reibung zwischen
den entsprechenden Bereichen der Vorsprünge 22a, 22b und 22c
und der Trägerfolie 16 eine zusätzliche zugentlastende Wirkung entsteht.
Wie in Fig. 1 erkennbar, wird der FPC-Flachleiter 14 nur in einem Bereich,
der keine Kupferleiterbahnen aufweist, von den Vorsprüngen 22a, 22b
und 22c in die entsprechenden Vertiefungen gepreßt und an deren Rändern
eingeklemmt. Die anderen Bereiche des FPC-Flachleiters 14, insbesondere
auch die Bereiche mit den Kupferleiterbahnen 18a und 18b, liegen
lose in dem von den Ausnehmungen 20 und 24 gebildeten Raum. Es
können daher auch andere flexible Flachleiter, z.B. FFC-Flachleiter mit
gleicher Dicke der Trägerfolie aber größerer Dicke der Kupferleiterbahnen,
mit dem gleichen Steckverbinder verwendet werden, da der durch die
Ausnehmung 20 und 24 gebildete Raum im Bereich der Halteelemente 11
und 13 der Zugentlastungsvorrichtung genug Platz auch für die Bereiche
eines FFC-Flachleiters mit dickeren Kupferleiterbahnen bietet und zum
anderen die Klemmwirkung und damit Zugentlastung nur in Bereichen
der Trägerfolie ohne Leiterbahnen erzielt wird.
Die Gehäuseteile 10 und 12 mit den integrierten Halteelementen 11 und
13 können kostengünstig im Spritzgußverfahren aus Kunststoff hergestellt
werden. Dabei müssen sie nicht, wie in diesem Ausführungsbeispiel, als
Vollkörper ausgebildet sein, sondern können noch Hohlräume enthalten,
soweit eine ausreichende Stabilität gewährleistet ist.
Zur Montage wird zunächst der FPC-Flachleiter 14 in die Ausnehmung 24
des zweiten Gehäuseunterteils 12 eingelegt. Daraufhin wird das erste Gehäuseteil
über dem zweiten Gehäuseteil positioniert, die beiden Gehäuseteile
10 und 12 werden zusammengedrückt und durch eine in den Figuren
nicht gezeigte Einrichtung miteinander verbunden. Durch das Zusammendrücken
wird die Trägerfolie 16 im Bereich der Vorsprünge 22a, 22b
und 22c zum einen etwas gedehnt, was in den schematischen Darstellungen
in den Fig. 1 und 2 nicht dargestellt ist, und zum anderen an den
Kanten der Vertiefungen unter Ausbildung einer Einkerbung eine Trägerfolie
16 eingeklemmt. Die zum Klemmen notwendigen Kräfte werden dabei
durch die in den Figuren nicht gezeigte Einrichtung zur Verbindung und
Arretierung der beiden Gehäuseteile aufgenommen. Durch die teilweise
irreversible Dehnung kommt es zur Ausbildung von napfförmigen Ausbuchtungen
in der Trägerfolie im Bereich des Vorsprungs.
Fig. 3 zeigt eine Zugentlastungsvorrichtung nach einer zweiten bevorzugten
Ausführungsform mit einem ersten Halteelement 30 und einem zweiten
Halteelement 32 in einer offenen Position mit einem eingelegten FPC-Flachleiter
34 mit Leiterbahnen 38a und 38b.
Die Zugentlastungsvorrichtung ist einstückig aus einem hinreichend steifen
Kunststoff ausgebildet, wobei die Halteelemente 30 und 32 an einer
ersten Schmalseite seitlich des FPC-Flachleiters in offener Position miteinander
verbunden sind. Die Halteelemente sind in den dem FPC-Flachleiter
zugewandten Bereichen ebenso ausgebildet wie die Halteelemente 11 und
13 im ersten Ausführungsbeispiel.
Zur Arretierung der Halteelemente 30 und 32 in der Halteposition sind an
der zweiten Schmalseite des ersten Halteelements 30 an der Stirnfläche 40
ein Steg 42 und an der zweiten Schmalseite des zweiten Halteelements 32
an der Stirnfläche 44 ein federnder Bügel 46 vorgesehen, der über den
Steg 42 schnappt, wenn das zweite Halteelement 32 gegen das erste Halteelement
34 gedrückt wird.
Zur Befestigung der Zugentlastungsvorrichtung ist eine Durchgangsöffnung
48 vorgesehen, die eine Befestigung zum Beispiel an einem Karosserieteil
mittels Schrauben oder Nieten ermöglicht.
Bezugszeichenliste
- 10
- erster Gehäuseteil
- 11
- erstes Halteelement
- 12
- zweiter Gehäuseteil
- 13
- zweites Halteelement
- 14
- FPC-Flachleiter
- 16
- Trägerfolie
- 18a, 18b
- Kupferleiterbahnen
- 20
- Ausnehmung
- 22a, 22b, 22c
- Vorsprung
- 24
- Ausnehmung
- 26
- Vertiefung
- 28
- Kante
- 30
- erstes Halteelement
- 32
- zweites Halteelement
- 34
- FPC-Flachleiter
- 36
- Trägerfolie
- 38a, 38b
- Kupferleiterbahnen
- 40
- Stirnfläche
- 42
- Steg
- 44
- Stirnfläche
- 46
- Bügel
- 48
- Durchgangsöffnung