„Verfahren zur Reinigung von Kaffee verarbeitenden Anlagen"
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Reinigungsverfahren für Anlagen der lebensmittelverarbeitenden Industrie und bezieht sich insbesondere auf Anlagen zur Verarbeitung von Kaffee. Ein besonders bevorzugtes Einsatzgebiet ist die Reinigung von Anlagen, in denen wasserlösliches Kaffeepulver aus geröstetem Kaffee hergestellt wird.
Zur Herstellung von wasserlöslichem Kaffeepulver, auch als Instantkaffee bezeichnet, werden üblicherweise frisch geröstete, grob gemahlene Kaffeebohnen in geschlossenen Extraktionsbehältern mit Wasser zum Teil unter Druck bei erhöhten Temperaturen zwischen etwa 100 °C und etwa 180 °C extrahiert. Dabei werden üblicherweise mehrere Extraktionsbehälter im Wechsel hintereinander geschaltet, so daß die bereits am stärksten extrahierten Kaffeeanteile immer mit dem heißesten Wasser behandelt werden, während die frisch gefüllten Extraktionsbehälter am Ende der Extraktionskette eingefügt werden und dort mit der ablaufenden Extraktionslösung zunächst bei niedrigen Temperaturen behandelt werden. Je nach Kapazität der Anlage können die einzelnen Extraktionsbehälter, auch Perkolatoren genannt, ein Fassungsvermögen zwischen wenigen Kilogramm bis hin zu einer Tonne Röstkaffee aufweisen. Sie sind normalerweise aus rostfreiem Stahl gefertigt und besitzen zylindrische oder konische Formen. Der aus dem letzten Extraktionsbehälter austretende wäßrige Kaffeextrakt wird anschließend unter möglichst schonenden Bedingungen entwässert. Während früher die Sprühtrocknung in erhitztem Gasstrom in geeigneten Trockentürmen zu einem pulverförmigen Produkt führte, wird heute das Eindampfen des Extrakts vorzugsweise im Vakuumverfahren bei niedrigen Temperaturen durchgeführt. Hierbei resultiert ein körnigeres Produkt.
Während des Betriebs bilden sich auf den Oberflächen, die mit dem Kaffeextrakt in Berührung kommen, insbesondere in den Extraktionsbehältern und in den Rohrleitungen, Ablagerungen, die außerordentlich fest haften und den Ablauf des Verfahrens allmählich beeinträchtigen. Die Anlagen werden deshalb nach 1 bis 3 Wochen Betriebszeit abgeschaltet, entleert und in einem aufwendigen Verfahren von diesen Ablagerungen befreit. Bis heute üblich ist eine Reinigung der Produktionsanlagen im ClP-Verfahren. Dazu verwendet man Natronlauge unter Druck bei 130 bis 140 °C und leitet diese Lauge mehrere Stunden bei dieser Temperatur durch die Anlage. Durch dieses Verfahren werden keine zufriedenstellenden Reinigungsresultate erzielt, so daß manuelle, zeitaufwendige Nachreinigungsarbeiten durchgeführt werden müssen, z.B. in den Extraktionsbehältern. An schwer zugänglichen Stellen verbleiben zwangsläufig Ablagerungen, die den weiteren Produktionsprozeß negativ beeinflussen, z.B. Systemverblockung.
Es war Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Verbesserung und Vereinfachung des heute üblichen Reinigungsverfahrens zu entwickeln.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Reinigung von Kaffee verarbeitenden Anlagen, bei dem die inneren Oberflächen der Anlagen, die mit dem Kaffee in Verbindung gestanden haben, mit einer wäßrigen alkalischen Lösung, die wenigstens eine peroxidische Verbindung enthält, behandelt werden.
Das neue Verfahren erlaubt es, bei geringeren Konzentrationen an Alkali und niedrigeren Temperaturen eine hervorragende Reinigung in kürzeren Zeiten als bisher zu erreichen. Eine zusätzliche manuelle Reinigung kann in der Regel entfallen.
Als Wirkstoffe enthält die Reinigungslösung im einfachsten Fall lediglich Alkali und wenigstens eine peroxidische Verbindung. Vorzugsweise sind darin aber weitere Wirk- und Hilfsstoffe aus der Gruppe Tenside, Sequestriermittel, Peroxidstabilisatoren und gegebenenfalls weiteren Hilfsstoffen enthalten.
Als Alkalien werden vorzugsweise Alkalihydroxide verwendet, insbesondere Natrium- und / oder Kaliumhydroxid, doch ist es auch möglich, weniger alkalische Verbindungen, beispielsweise die Alkalicarbonate, insbesondere Natriumcarbonat und / oder Kaliumcarbonat zu verwenden. Weitere geeignete Alkalien sind Natrium- und Kaliumsilikate sowie Natrium- und Kaliumphosphate.
Es können auch mehrere alkalische Wirkstoffe nebeneinander in der Reinigungslösung verwendet werden. Besonders bevorzugt werden Alkalien aus der Gruppe der Alkalihydroxide verwendet.
Die Mengen an Alkalien beträgt in der Reinigungslösung vorzugsweise 0,5 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere 1 Gew.-% bis 3 Gew.-%, bezogen auf die angewandte Reinigungslösung als Ganzes. Der pH-Wert der Lösung in ihrer Anwendungskonzentration liegt je nach verwendetem Alkali vorzugsweise zwischen etwa 10 und etwa 14, gemessen bei Raumtemperatur.
Als peroxidische Verbindung kommen sowohl anorganische als auch organische peroxidische Verbindungen in Betracht. Beispiele geeigneter anorganischer Peroxide sind Wasserstoffperoxid, Perborate, insbesondere Natriumperborat, Salze der Monoperoxoschwefelsäure, insbesondere Kaliummonopersulfat und Addukte von Wasserstoffperoxid an anorganische Verbindungen, insbesondere das als Natrium- percarbonat bezeichnete Addukt an Natriumcarbonat, sowie Addukte an Natriumphosphate. Als organische Peroxyverbindungen sind in erster Linie die Peroxycar- bonsäuren zu nennen, beispielsweise Peroxyessigsäure, Peroxypropionsäure und Monoperoxyphthalsäure. Besonders bevorzugt werden im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens Wasserstoffperoxid, Wasserstoffperoxid abspaltende Verbindungen, insbesondere Natriumperborat, Natriumcarbonat, sowie organische Persäuren. Es können auch Mischungen mehrere peroxidischer Verbindungen verwendet werden. Die peroxidischen Verbindungen werden in solchen Mengen in der Reinigungslösung eingesetzt, daß über einen längeren Zeitraum, vorzugsweise wenigstens 10 ppm Aktivsauerstoff, insbesondere wenigstens 50 ppm Aktivsauerstoff in der Lösung vorhanden sind, um eine befriedigende Lösung innerhalb vertretbarer
Zeiten zu erreichen. Mit höheren Aktivsauerstoffgehalten wird in der Regel eine schnellere Reinigung erzielt. Aus ökonomischen Gründen werden im Mittel meist nicht mehr als 15000 ppm Aktivsauerstoff, insbesondere nicht mehr als 5000 ppm Aktivsauerstoff verwendet. Es versteht sich von selbst, daß wegen der Zersetzung der peroxidischen Verbindung in der erhitzten alkalischen Lösung die Aktivsauerstoffkonzentration in der Lösung niemals für längere Zeit konstant sein kann. Die obengenannten Konzentrationsangaben verstehen sich deshalb nur als Richtgrößen, die während der überwiegenden Zeit des Reinigungsvorganges eingehalten werden sollten. In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der in der Anlage befindlichen erhitzten alkalischen Reinigungslösung ein oder mehrmals erneut peroxidische Verbindung zugesetzt, um den Konzentrationsabfall an Aktivsauerstoff durch die Zersetzung auszugleichen.
Die Mitverwendung von Tensiden in der Reinigungslösung dient in erster Linie der schnelleren Benetzung der Oberflächen und dem schnelleren Eindringen der Reinigungsmittelkomponente in die Verschmutzung. Prinzipiell eignen sich Tenside aus allen bekannten Tensidklassen, also anionische Tenside, nichtionische Tenside, kationische Tenside und amphotere Tenside, wobei allerdings für das erfindungsgemäße Verfahren nur äußerst schaumarme Tenside in Frage kommen, wenn nicht die Mitverwendung von Schauminhibitoren erforderlich werden soll. Besonders bevorzugt werden daher nichtionische Tenside, wobei das nichtionische Tensid vorzugsweise ausgewählt ist aus der Gruppe alkoxylierter Fettalkohole, die gegebenenfalls endgruppenverschlossen sind und/oder der Alkylpolyglycoside und/oder alkoxylierter Fettamine.
Als alkoxylierte Fettalkohole kommen beispielsweise C8-Cι8-
Alkylpolyethylenglykolpolypropylenglykolether mit jeweils bis zu 8 Mol Ethylenoxid (= EO)- und Propylenoxid (= PO)-Einheiten im Molekül, in Frage. Außerdem hat der Zusatz von mit 30 EO-Gruppen ethoxyliertem Talgalkohol sowie der Zusatz von mit 5 EO-Gruppen ethoxyliertem Oleyl-Cetylalkohol positiven Einfluß auf das Reinigungsergebnis gezeigt. Man kann aber auch andere bekannte nichtionische Tenside
verwenden, wie z.B. C-ι2-Cι8-Alkylpolyethylenglykolpolybutylenglykolether mit jeweils bis zu 8 Mol Ethylenoxid- und Butylenoxideinheiten im Molekül sowie endgruppen- verschlossene Alkylpolyalkylenglykolmischether. Als alkoxylierte Fett-amine kommen beispielsweise mit 8 - 16 EO-Gruppen ethoxylierte C8-C18-Alkylamine in Betracht.
Als Sequestriermittel werden im erfindungsgemäßen Verfahren solche Substanzen verstanden, die geeignet sind, die störenden Auswirkungen der Wasserhärte aufzuheben, unabhängig davon, ob sie für diesen Zweck in stöchiometrischen Mengen eingesetzt werden müssen oder ob unterstöchiometrische Mengen genügen. Beispiele derartiger Sequestriermittel sind polymere Phosphate, insbesondere Penta- natriumtriphosphat, Polycarbonsäuren, Hydroxypolycarbonsäuren, insbesondere Glukonsäure und Zitronensäure, und Phosphonocarbonsäuren, beispielsweise 2- Phosphonobutan-1 ,2,4-tricarbonsäure, und deren wasserlösliche Salze, insbesondere die Alkalisalze.
Als peroxidstabilisierende Verbindungen kommen für das erfindungsgemäße Verfahren in erster Linie Schwermetall komplexierende Verbindungen in Betracht. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, eine unkontrollierte Zersetzung der peroxidischen Verbindungen durch gegebenenfalls anwesende Schwermetallspuren zu verhindern. Beispiele derartiger Komplexbildner sind Aminopolycarbonsäuren, wie Ethylendia- mintetraessigsäure, und insbesondere Polyphosphonsäuren und Aminopolyphos- phonsäuren, wie Hydroxyethan-1 ,1-diphosphonsäure, Ethylendiamintetramethylen- phosphonsäure und Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure sowie die wasserlöslichen Salze dieser komplexbildenden Säuren, insbesondere die Alkalisalze. Die Menge an Peroxidstabilisatoren hängt von ihrer Wirksamkeit ab und liegt im allgemeinen nicht über 0,5 Gew.-%, insbesondere nicht über etwa 0,1 Gew.-%, bezogen auf die Reinigungslösung als Ganzes.
In Einzelfällen kann die Reinigungslösung weitere Hilfs- und Zusatzstoffe enthalten, wenn dies aus bestimmten Gründen zweckmäßig erscheint. Beispiele derartiger
Hilfs- und Zusatzstoffe sind Schauminhibitoren und Lösungsvermittler. Ihre Konzentration richtet sich nach dem Verwendungszweck.
Im erfindungsgemäßen Verfahren soll die alkalische Reinigungslösung auf die zu reinigenden Innenflächen der Anlagen einwirken. Vorzugsweise werden Temperaturen oberhalb von 50 °C angewandt. Äußerst vorteilhaft ist, daß beim erfindungsgemäßen Verfahren nur in seltenen Fällen Temperaturen oberhalb von etwa 100 °C für eine schnelle Reinigung benötigt werden, so daß üblicherweise drucklos gearbeitet werden kann. Besonders bevorzugt werden Einwirkungstemperaturen zwischen 50 und etwa 95 °C. Selbstverständlich hängt die benötigte Zeit für die vollständige Reinigung von der gewählten Reinigungstemperatur, aber auch in sehr starkem Maß von der Zusammensetzung der Reinigungslösung ab. In nahezu allen Fällen ist es aber möglich, eine für derartige Anlagen voll befriedigende Reinigung innerhalb eines Zeitraums von etwa 2 Stunden bis etwa 10 Stunden zu erreichen.
Die Behandlung der Oberflächen mit der alkalischen peroxidischen Reinigungslösung kann im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens auf verschiedene Art und Weise erfolgen. So können beispielsweise die Innenwandungen größere Behälter von innen mit der Reinigungslösung besprüht und gewünschtenfalls auch manuell mit der Reinigungslösung bearbeitet werden. Bevorzugt ist es jedoch, die Reinigungslösung durch die Anlage unter mehr oder weniger vollständiger Befüllung sämtlicher Rohrleitungen und Behälter hindurchzuführen, wobei eine Kreislaufführung der Reinigungslösung besonders bevorzugt wird. Diese Verfahrensweise wird generell auch als cleaning-in-place (CIP)-Methode bezeichnet. Zur Aufheizung der Reinigungslösung können gegebenenfalls die Heizvorrichtungen der Anlage selbst benützt werden. Bei größeren Anlagen kann es zweckmäßig sein, um die Menge der Reinigungslösung in Grenzen zu halten, die Anlage abschnittsweise mit der Reinigungslösung zu behandeln.
In der Praxis des Kaffee herstellenden Betriebs sind üblicherweise die Ansprüche an die Reinigung in den Extraktionszellen am höchsten. Da in aller Regel 6 bis 8 Ex-
traktionszellen vorhanden sind, bieten sich mannigfaltige Variationsmöglichkeiten an. Beispielhaft sind folgende Abläufe möglich:
1. Gleichzeitig Reinigung alier Zellen in einem Reinigungsvorgang
Die alkalische Reinigungskomponente wird über einen ClP-Vorratstank, in dem die zur Reinigung notwendige Konzentration bereits eingestellt wurde, in das System gepumpt. Der Reinigungsmittelstrom kann dabei variabel gesteuert werden, so daß die Zellen, z.B. in Abhängigkeit vom Verschmutzungsgrad, hintereinander gereinigt werden können. Wird z.B. Zelle 1 zuerst durchströmt, sollte sich vorzugsweise die Dosage der Peroxid-Komponente möglichst in Nähe und vor Zelle 1 befinden, jedoch ist, je nach Reinigungsanforderung und Anlagendesign, eine Dosierung auch an anderen Stellen möglich, z.B. direkt in den Zellen.
Die Durchströmung der Zellen erfolgt von unten nach oben. Im Anschluß an Zelle 1 werden nacheinander in beliebiger Reihenfolge die übrigen Zellen durchströmt. Nach Durchströmen der letzten Zelle kann die Reinigungsmittellösung in Zelle 1 zurückgeführt werden. Die Reinigungslösung kann über die entsprechenden Reinigungszeiten, je nach Verunreinigung, im Kreislauf zirkulieren. Die Dosage der Peroxid-Komponente erfolgt periodisch oder kontinuierlich.
Diese Verfahren sind aus wirtschaftlichen Gründen bei kleinen Anlagen mit kleinen ClP-Volumen (bis ca. 5 m3) besonders bevorzugt.
2. Reinigung aller Zellen nacheinander mit variabler Peroxid-Zudosierung
Der Reinigungsprozeß verläuft ähnlich wie unter 1. beschrieben, jedoch mit variabler Zudosierung der Peroxid-Komponente. a) Dosierung von Peroxid ausschließlich an einer Stelle, vorzugsweise dort wo starke Verschmutzungen vorhanden sind. b) Die Dosierung variiert je nach Reihenfolge der zu reinigenden Zellen, mit dem Ziel, daß jede Zelle für eine bestimmte Zeit mit „frischer" Peroxid-Komponente beschickt wird. Beispielsweise ist folgender Ablauf denkbar:
Die Reinigungslösung durchströmt zuerst Zelle 1 , somit erfolgt die Dosierung von Peroxid vor Zelle 1. Anschließend wird Zelle 2 durchströmt und die weiteren Zellen. Dabei wird die Sauerstofferzeugung und somit die oxidierende Wirkung von Zelle zu Zelle schwächer. Nach einer bestimmten Zeit wird der Produktstrom so umgestellt, daß zuerst Zelle 2 von der Reinigungslösung durchströmt wird, dann Zelle 3 und anschließend die weiteren Zellen. Zelle 1 stellt dann das Ende des Reinigungskreislaufes dar. Die Dosierung von Peroxid erfolgt in diesem Fall vor Zelle 2, anschließend tritt Zelle 3 an den Beginn des Reinigungskreislaufes (Dosierung von Peroxid vor Zelle 3), so daß die Zelle 3 mit frischem Peroxid beschickt wird, c) Der unter b) beschriebene Effekt (=frische Peroxidlösung für alle Zellen) läßt sich ebenfalls realisieren, indem Dosierstellen vor jeder Zelle angebracht werden.
3. Zeitlich versetzte Reinigungsvorgänge der Zellen
Insbesondere bei großen Anlagevolumen (>5 m3) empfiehlt sich die abschnittsweise Reinigung der Zellen. Es bestehen folgende Möglichkeiten: a) Jeweils nur eine Zelle wird gereinigt.
Beispiel: Zelle 1 wird gereinigt. Nach Abschluß der Reinigung wird die Lösung in Zelle 2 gepumpt oder beispielsweise mit Hilfe von Dampf oder Gas z.B. in Zelle 2 befördert. b) Jeweils zwei Zellen werden gleichzeitig gereinigt.
Beispiel: Zelle 1 wird von der Reinigungslösung durchströmt. Von hier gelangt die Lösung in Zelle 2, anschließend zurück in Zelle 1 (Peroxid-Zugabe vor Zelle 1). Nach einer gewissen Zeit, wird die Reinigungsmittellösung von Zelle 1 in Zelle 3 befördert. Zelle 2 stellt nun den Anfang des Kreislaufes dar (Peroxid-Zugabe vor Zelle 2). Dieser Ablauf wird so lange fortgeführt, bis alle Zellen gereinigt sind.
Analog kann gereinigt werden, wenn jeweils drei oder mehrere Zellen gleichzeitig gereinigt werden. Bei geschickter Planung hat dieses Verfahren den Vorteil, daß es so eingestellt werden kann, daß der Kaffee-Extraktionsvorgang in den nicht mit Reinigungslösung durchströmten Zellen fortgeführt werden kann und kein Produktionsstillstand zur Reinigung erforderlich ist.
4. Reinigung der Zellen im Sprühverfahren
Durch zusätzliches Anbringen mechanischer Hilfsmittel, wie beispielsweise durch Einbau von Sprühdüsen/-köpfen in den Zellen und Behältern, kann die Reinigungsleistung noch weiter verbessert werden. Der Strom der Reinigungslösung wird in diesem Fall von oben nach unten geführt.
Neben den Extraktionszellen werden im Kaffee herstellenden Betrieb Behälter, Verdampfer und sonstige Anlagenteile nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gereinigt. Eine Besonderheit stellt die Reinigung von Verdampfersystemen dar. Hier kann neben der gewöhnlichen Flüssigkeitsförderung mittels Kreiselpumpe, auch eine Förderung der Reinigungschemie mittels Vakuum erfolgen. Hierbei ist es erforderlich, die Dosierung der Peroxid-Komponente so einzustellen, daß der Unterdruck aufrechterhalten wird (Entstehung von Sauerstoff < Kapazität Vakuumpumpe). Vorzugsweise erfolgt die Dosierung der Peroxid-Komponente unmittelbar vor oder direkt in den Verdampfern.
Gleiches gilt auch für andere Anlagenteile, bei denen Vakuumpumpen zur Förderung der Reinigungslösung eingesetzt werden.
Zur Herstellung der Reinigungslösung können sämtliche Wirksubstanzen einer entsprechenden Wassermenge vor oder nach dem Aufheizen einzeln zugesetzt werden. Im allgemeinen ist es aber zweckmäßiger, zur Herstellung der Reinigungslösung von zwei getrennten wäßrigen Konzentraten auszugehen, von denen das eine die Alkalikomponenten und das andere die peroxidischen Verbindungen jeweils gegebenenfalls zusammen mit weiteren Wirk- und Hilfsstoffen, in den notwendigen
Mengen enthält. Die Verwendung zweier getrennter flüssiger Konzentrate erlaubt die automatische Dosierung und sorgt gleichzeitig durch die Trennung von Alkalien und peroxidischen Verbindungen für eine hohe Lagerstabilität der Konzentrate vor Gebrauch. Als weitere Hilfs- und Zusatzstoffe kommen für das Alkali enthaltende Konzentrat insbesondere Tenside und Sequestriermittel in Betracht, während in dem zweiten, peroxidische Verbindungen enthaltenden Konzentrat vorzugsweise Wirk- und Hilfsstoffe aus der Gruppe Tenside und Peroxidstabilisatoren enthalten sind.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die zu reinigenden Anlagenteile zunächst mit einer alkalischen Reinigungslösung gefüllt, die noch keine peroxidischen Verbindungen enthält und diese Reinigungslösung in der Anlage zirkuliert, bis die gewünschte Reinigungstemperatur erreicht ist. Erst zu diesem Zeitpunkt werden dann die peroxidischen Verbindungen, vorzugsweise in Form des oben erwähnten Konzentrats, der Reinigungslösung zugesetzt, wobei es besonders bevorzugt ist, diesen Zusatz unmittelbar vor den besonders stark verschmutzten Anlagenteilen vorzunehmen, um an diesen Stellen eine besonders hohe Konzentration an Aktivsauerstoff zu erzielen. Nötigenfalls kann die Zudosierung von peroxidischen Verbindungen kontinuierlich oder mehrmals im Verlauf des gesamten Reinigungsverfahrens erfolgen, insbesondere dann, wenn die Zusammensetzung der Reinigungsflotte gezielt auf eine schnelle Zersetzung der peroxidischen Verbindungen abgestellt ist.
Nach der Behandlung der Anlagen mit der alkalischen, peroxidischen Reinigungslösung werden die Anlagen vorzugsweise mit Trinkwasser gespült (Temperatur 20 bis 60 °C, Zeit 1 bis 2 Stunden)
Die Reinigungslösung kann gegebenenfalls bis zu nächsten Reinigung gestapelt werden, wobei vorzugsweise ein möglicher Abbau des Gehalts an peroxidischen Komponenten vor Durchführung weiterer Reinigungsaufgaben durch Zugabe von frischem Peroxid ausgeglichen wird. Um die organische Belastung, die in erster Linie aus der abgereinigten Verschmutzung stammt, zu reduzieren und damit die Reini-
gungsleistung weitestgehend aufrechtzuerhalten, wird die Reinigungslösung vorzugsweise mittels Zentrifugen, Filter oder anderen Abscheidevorrichtungen von Partikeln befreit. Dies kann sowohl während als auch im Anschluß an die Reinigung geschehen. Je nach Wasserhärte kann ein saurer Reinigungsschritt in regelmäßigen Abständen (alle 3 bis 6 Monate) notwendig sein.
B e i s p i e l e
1. Zusammensetzung der Wirkstoffkonzentrate
In den folgenden Tabellen 1 und 2 sind die Zusammensetzung von 10 alkalischen Wirkstoffkonzentraten (A1 bis A10) und 7 Konzentraten mit peroxidischen Wirkstoffen (B1 bis B7) angegeben, die für die Zubereitung der Reinigungslösung in den im folgenden beschriebenen Versuchen verwendet wurden.
Tabelle 1 Wirkstoffkonzentrat 1 (alkalisch)
(Zusammensetzung in Gew.-%)
einer Butylgruppe und B mit einer Methylgruppe verschlossen ist.
Tabelle 2 Wirkstoffkonzentrat 2 (peroxidhaltig)
(Zusammensetzung in Gew.-%)
2. Die Prüfung des Reinigungsverfahrens erfolgte im Labor an Edelstahlblechen (2 x 50 x 100 mm), auf denen im Ofen bei 200 °C Kaffeepulver (ca. 1 g) über 10 Stunden eingebrannt wurde. Die Beurteilung der Reinigungsleistung erfolgte gravime- trisch durch Auswiegen der getrockneten Bleche vor und nach der Reinigungsbehandlung unter Bezug auf das Gewicht der sauberen Bleche. Zur Reinigung wurden die Bleche jeweils für 10 Minuten in die auf 70 °C temperierte Reinigungslösung eingetaucht, die während des Reinigungsvorgangs nicht gerührt wurde. Zur Herstellung der Reinigungslösung wurden jeweils 2,5 Volumenprozent der alkalischen Konzentrate A1 bis A10 und 0,7 Volumenprozent der peroxidischen Konzentrate B1 bis B7 verwendet, wobei die peroxidischen Konzentrate erst nach Aufheizen der alkalischen Lösung zugesetzt wurden. Zum Vergleich wurden unter den selben Bedingungen Wasser, 10 %ige Natronlauge, 7,5 %ige Phosphorsäure, das Alkalikonzentrat A1 in 10 %iger Verdünnung und das peroxidische Konzentrat B2 in 10 %iger Verdünnung zur Reinigung jeweils allein eingesetzt. Nach der Behandlung wurden die Bleche in Wasser getaucht und anschließend im Wärmeschrank bei 80 °C 8 Stunden getrocknet. Die Auswertung erfolgte gravi-
metrisch sowie visuell. In der folgenden Tabelle 3 sind die gefundenen Reinigungsergebnisse in Prozent angegeben, wobei 100 % eine vollständige Entfernung der Anschmutzung bedeutet. Die mit diesem einfachen Laborverfahren gefundenen hervorragenden Reinigungsergebnisse konnten im ClP-Verfahren an einer Pilotanlage zur Kaffeextraktion vollauf bestätigt werden.
Tab eile 3
Formulierung Reinigungsleistung %
Wasser 42
NaOH 50
H3PO4 40
A1 57
B2 49
A1 + B1 100
A1 + B2 95
A1 + B3 90
A1 + B4 96
A1 + B5 98
A1 + B6 90
A1 + B7 91
A2 + B1 93
A2 + B2 92
A2 + B3 89
A2 + B4 98
A2 + B5 98
A2 + B6 99
A2 + B7 92
A3 + B1 98
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