Injektionsspritze
Die Erfindung betrifft eine Injektionsspritze, die als Einmal-, Mehrfach- oder Spezialspritze ausgebildet sein kann. Derartige Injektionsspritzen können verwendet werden, um einem Körper Blut oder andere Flüssigkeiten zu entnehmen oder um in einem Körper Medikamente oder dergleichen einzuspritzen.
Die Eigenart neuerer, noch nicht oder schwer behandelbarer, Infektionskrankheiten, wie z. B. Aids, bei denen die Infektion über Blut, Körpersekrete oder Gewebeteile vom Patienten auch auf den behandelnden Arzt oder ärztliches Hilfs- und Pflegepersonal übertragen werden kann, macht bei diesen Patienten den Umgang mit medizinischen Instrumenten, insbesondere mit Injektionsspritzen, sehr gefährlich. Dieser Gefahrenherd ist auch dann vorhanden, ωenn Substanzen, die als solche gefährlich sind, mittels einer Injektionsspritze oder Injektionskanüle zu verbringen sind. Dies ist immer dort der Fall, wo bei Laborarbeiten oder im industriellen Bereich mit gesundheitsgefährdenden oder sonst gefährlichen Substanzen, wie z. B. radioaktivem Material, umgegangen wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde eine Injektionsspritze zu schaffen, die einen optimalen Schutz ermöglicht.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die technische Lehre des Patentanspruchs 1 gelöst.
Durch die Erfindung wird eine Schutzummantelung für Injektionsspritzen geschaffen, die jeweils so geformt und gefertigt werden kann, daß sie bei handelsüblichen Spritzen verschiedener Typen und Größen von vornherein vorgesehen oder nachträglich angebracht werden können. Als Material kann für diese Schutzummantelung eine Ummantelung aus einem Kunststoff-, Glas und/oder Metallmaterial vorgesehen werden.
Bei einer vorteilhaften und einfachen Ausführungsform ist die Schutzummantelung ein auf der Kanülennadel verschiebbarer Schutzschlauch, insbesondere aus Kunststoff, der bei der Herstellung an der Injektionsspritze befestigt oder als Baumodul gesondert geliefert und bei Bedarf angebracht wird. Mit besonderem Vorteil kann der Schutzschlauch balgenartig zusammendrückbar oder bereits balgenartig zusammengedrückt sein.
Dieser Schutzschlauch kann vor Gebrauch der Spritze über die Kanülennadel gezogen und mittels eines Befestigungsstückes am Kanülenansatzstück arretierbar sein. Beim Gebrauch der Kanülennadel wird dieser Schutzschlauch, aus elastischem Material, beim Ansetzen auf den Injektionsort und beim Einstich in das Gewebe bzw. in eine Blutader balgenartig zusammengedrückt. Nach Beendigung der Injektion und Herausziehen der Kanülennadel aus der
Blutader und dem Gewebe kann sich der Schutzschlauch aufgrund seiner Eigenelastizität wieder derart ausdehnen, daß der Spitzenbereich der Kanülennadel schützend umhüllt wird. Der Benutzer kann aber auch beim Herausziehen der Kanülennadel aus dem Injektionsort einen Finger auf die zusammengedrückte Schutzummantelung setzen und diese dann in Richtung der Kanülenspitze schieben, so daß nach vollständigem Zurückziehen der Kanülennadel aus dem Gewebe die Kanülenspitze abgedeckt ist.
Mit besonderem Vorteil kann die Schutzummantelung ein, im ausgefahrenen Zustand vor der Spitze der Kanülennadel liegendes Widerlager aufweisen. Dieses Widerlager ist an der Innenwandung der Schutzummantelung bzw. des SchutzSchlauches befestigt. Vor dem Injektionsvorgang kann durch eine geringe Abwinkelung der Ummantelung der Kanülenspitze der Durchtritt ermöglicht werden. Nach dem Injektionsvorgang schützt dieses Widerlager vor einem Wiederaustreten der Kanülenspitze aus der Schutzummantelung.
Die Schutzummantelung kann auch ein an der Kanülennadel axial verschiebbarer Rohrabschnitt sein. Es kann beispielsweise ein Metall- oder Glasrohrabschnitt vorgesehen sein, der unter Zwischenschaltung einer axialen Druckfeder auf die Kanülennadel vor der Injektion aufgeschoben werden kann.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann der Schutz
schlauch im balgenartig zusammengedrückten Zustand am Kanülenansatzstück unter Verwendung einer entriegelbaren Halterung montierbar sein. Bei einer derartigen Ausführungsform kann der Schutzschlauch von vornherein an der Injektionsspritze montiert sein oder erst beim Gebrauch montiert werden. Bei Auslösung oder Entriegelung kann der balgenartig zusammengedrückte Schutzschlauch durch Einwirken seiner Eigenfederung an der Kanülennadel verschiebbar sein. Eine Verschiebung des balgenartig zusammengedrückten Schutzschlauches kann auch durch Einwirkung eines Druckgases erfolgen, oder der zusammengedrückte Schutzschlauch kann von einer die Kanülennadel umgebenden Druckfeder beaufschlagt sein.
Vor und während einer Injektion ist der Schutzschlauch zusammengefaltet, und wird am Kanülenansatzstück durch eine Arretierung solange im zusammengefalteten Zustand gehalten, bis nach Abschluß des Injektionsvorgangs bzw. nach Abschluß der Blut- oder Flüssigkeits- bzw. Materialentnahme die Arretierung durch Fingerdruck gelöst wird. Die auslösbare Halterung kann eine aufspreizbare Federhülse sein, die spreizbare Federbacken aufweist.
Der Schutzschlauch kann auch doppelwandig und einseitig abgeschlossen ausgebildet sein. Es kann ein Preßgasbehälter eingebaut sein, der den zusammengefalteten Schutzschlauch nach Zerbrechen oder öffnen des Preßgasbehälters durch Fingerdruck aufbläht und nach vorne über die Kanülennadel schiebt.
Die Vortriebsfeder oder Vortriebseinrichtung für den Schutzschlauch kann für einen mehrmaligen Gebrauch in der Nadelhalterung fest eingearbeitet sein. In diesem Fall wird jeweils der nach einem Harmonikabalgenprinzip zusammengefaltete Schutzschlauch über die Kanülennadel nach hinten geschoben und mit der Nadelhalterung fest verbunden. Zum Vortrieb des Schutzschlauches wird eine in der Nadelhalterung eingearbeitete und zusammengepreßte Vortriebsfeder durch Lösung einer Arretierung mittels Fingerdruck freigegeben.
Insbesondere kann die Spitze des Schutzschlauches an ihrer Innenseite so gestaltet sein, daß nach dem Vorbeigleiten des Schutzschlauches über die Kanülenspitze hinaus flexible Verjüngungen und/oder flexible Abschlußteile des Schutzschlauches derart herausklappen, daß die Schutzschlauchöffnung gegen ein erneutes Herausgleiten der Kanülenspitze verschlossen wird.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, den Spritzenzylinder und die Kanülennadel axial relativ zueinander verschiebbar derart auszubilden, daß nach der Injektion durch eine Relativbewegung beider Teile der Spritzenzylinder den Bereich der Spitze der Kanülennadel als Schutzummantelung umschließt. Mit besonderem Vorteil können die Kanülennadel und/oder die Kanülenbaugruppe derart ausgebildet sein, daß sie im Spritzenzylinder gleitbar gelagert ist. Das im Spritzenzylinder angeordnete Ende der Kanülennadel oder der Kanülenbaugruppe kann an den
Spritzenkolben ankoppelbar sein. Wenn die Kanülennadel zusammen mit der Kanulenhalterung beweglich aber abgedichtet, im Vorderteil des Spritzenzylinders gelagert ist, kann beispielsweise nach Beendigung des Injektionsvorgangs durch Ankoppelung an den Spritzenkolben mittels an sich bekannter Verbindungselemente beim Zurückziehen des Spritzenkolbens eine derartige Relativbewegung erzeugt werden, daß die Kanülennadel in den Spritzenzylinder zurückgezogen wird, so daß dieser die Kanülennadel als eine Schutzummantelung umgibt.
Zur Ankoppelung kann auch ein Unterdruck ausgenutzt werden. Ein Absperrorgan kann für den Kanal der Kanülennadel vorgesehen sein, mit dem nach Durchführung einer Injektion die Spritze hermetisch abgedichtet wird. Beim Zurückziehen des Kolbens entsteht ein Vakuum zwischen der Kanulenhalterung und dem Kolben, so daß die Kanulenhalterung zusammen mit dem Kolben zurückgezogen werden kann. Mit besonderem Vorteil kann eine Rastnase an der Kanulenhalterung am Ende des Rückzughubes in einer Rastnut im Spritzenzylinder einrasten, so daß eine erhöhte Sicherheit gewährleistet wird.
Bei einer weiteren Ausführungsform wird der Spritzenzylinder von einem Schutzzylinder ummantelt. Dabei kann der Spritzenzylinder vor und/oder während der Injektion oder während des Ansaugens von Blut, Körperflüssigkeiten oder anderen Laborflüssigkeiten durch eine flexible Gegenhalterung am Schutzzylinder festgehalten werden. Nach Beendigung der Injektion oder nach Beendigung des
Ansaugvorganges durch ein kräftiges Zurückziehen des Spritzenkolbens bis zur Rückwand des Spritzenzylinders kann diese Gegenhalterung überwunden werden. Der Spritzenzylinder tritt aus dem Schutzzylinder heraus. Dabei wird die Kanülennadel durch die vordere Öffnung des Schutzzylinders in dessen Innenraum geführt. Die Kanülennadel kann mittels eines Kanülenansatzes am Spritzenzylinder auswechselbar sein. An der kanülenseitigen Öffnung des Schutzzylinders können sich Einrichtungen befinden, die sich nach dem Herausziehen des Spritzenzylinders aus dem Schutzzylinder flüssigkeitsdicht schließen. Es können Vorkehrungen getroffen werden, um nach dem Einziehen der Kanülennadel Lösungen aufzubringen, um eine Sterilisierung und/oder Unschädlichmachung von Schadstoffen durchzuführen.
Der Schutzzylinder kann eine in den Spritzenzylinder eingreifende Rastnase aufweisen, die in den Bewegungshub des Kolbens hineinragt. Wenn der Kolben zurückgezogen wird, wird diese Rastnase ausgelöst, und eine Relativbewegung zwischen Spritzenzylinder und Schutzzylinder ermöglicht. Dabei kann der Spritzenzylinder weitere Raststellen für die Rastnase des Schutzzylinders, insbesondere an seinem vorderen Ende, haben.
Es kann auch ein Schutzzylinder axial gleitbar auf einen Spritzenzylinder einer vorgefertigten Injektionsspritze aufgesteckt und nach der Injektion in eine Stellung gebracht werden, in der dieser die Spitze der Kanülennadel abdeckt. Dieser Schutzzylinder wird gesondert von
der eigentlichen Spritze hergestellt und geliefert. Dieser Schutzzylinder kann eine Raste aufweisen, die diesen im aufgesteckten Zustand am Spritzenzylinder hält. Am Ende kann der Schutzzylinder eine Sperre aufweisen, die diesen Schutzzylinder nach der Injektion in der ausgefahrenen Schutzstellung arretiert. Hierdurch wird die Verletzungsgefahr praktisch ausgeschlossen. Bei einer einfachen Ausführungsform kann die Sperre ein zusammen mit dem Schutzzylinder auf den Spritzenzylinder aufsetzbarer Rastring sein.
Die Schutzummantelung am Spritzenzylinder kann derart gestaltet sein, daß zwei Halbschalen eines längs geschnittenen Schutzzylinders in Rinnen am Spritzenzylinder gelagert sind. Diese Halbschalen können aus dieser Stellung über Gelenke unter Einwirkung von Kippfedern am kanülenseitigen Ende des Spritzenzylinders um 180 in eine Stellung geklappt werden, in der die Kanülennadel einschließlich ihrer Spitze abgedeckt ist. Die Rinnen können so ausgebi ldet se in , daß d i e Lagerung der Halbscha len der Schutzummantelung in einer solchen Weise erfolgt, daß eine Handhabung der Spritze ohne Kantenberührung der Halbschalen in der Ruhestellung erfolgen kann.
Es ist ferner möglich, die Schutzummantelung so auszubilden, daß zwei Halbschalen am Spritzenzylinder axial verschiebbar gelagert sind. Diese Halbschalen können von Federringen zusammengehalten werden oder mittels Federelementen miteinander verbunden sein.
Die Schutzummantelung kann auch aus zwei, unter Einwirkung von Kippfedern um 180 verschwenkbaren Schutzstreifen bestehen, die am Spritzenzylinder derart gelagert sind, daß sie aus einer Stellung, in der sie den Spritzenzylinder flankieren, in eine Stellung verschwenkbar sind, in der sie die Kanülennadel als Schutzummantelung abdecken.
Diese Schutzummantelung kann sowohl an der Kanülenbaugruppe als auch am Zylinder angeordnet sein.
Es besteht ferner die Möglichkeit, die Schutzummantelung als Schirm auszubilden, der eine flexible, aber perforationsfeste Spannung aufweist und aus der zugeklappten Ruhestellung um bis zu 180 aufgeklappt werden kann und in dieser Stellung die Kanülenspitze abdeckt.
Die Kanülenschutzummantelung, die hüllenartig ausgebildet ist, kann mit einem Bedienungsgriff versehen sein, der beim Handhaben der Schutzhülle ein Manipulieren in einem sicheren Abstand von der scharfen Nadelspitze gewährleistet.
Die Schutzhülle oder Ummantelung der Kanülennadel kann eine asymmetrisch angeformte Öffnung oder eine zur Perforation präparierte Stelle aufweisen, neben der ein Kissen vorgesehen ist. Vor Gebrauch wird die Ummantelung oder Schutzhülle zusammengedrückt und die Kanülenspitze tritt aus der Öffnung aus. Nach Gebrauch wird die
Schutzhülle ausgedehnt. Das Kissen des Endes kommt dabei vor der Kanülenspitze zu liegen. Durch eine leichte Rückfederung kann dann die Kanülenspitze in das Kissen eintreten und wird dadurch perforationsfest geschlossen. Dieser Kissenverschluß bildet einen zusätzlichen Schutz gegen den Austritt von Flüssigkeit.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sollen in der folgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die Fig. der Zeichnung erläutert werden.
Es zeigen:
Fig. 1 - 5 Schnittansichten von Ausführungsbeispielen, in denen die Schutzummantelung ein balgenartiger zusammendrück- und verschiebbarer Schutzschlauch ist,
Fig. 6 - 17 schematische Darstellungen weiterer Ausführungsbeispiele, bei denen die Schutzummantelung durch Zylinderelemente gebildet wird,
Fig. 18 - 21 Ausführungsbeispiele spezieller weiterer
Ausführungsformen von Schutzummantelungen,
Fig. 22 - 26 Ausführungsbeispiele spezieller Ausbildungen des Schutzschlauches.
In Fig. 1 ist ein Schnitt einer Kanülennadel 3 mit ihrem Kanülenansatzstück 2 dargestellt. Wie Fig. 2 zeigt, wird nach der Injektion die Kanülennadel 3 von einem Schutzschlauch 6 derart umgeben, daß deren Spitze 4 vollständig abgedeckt ist.
Bei der Darstellung in Fig. 1 ist der Schutzschlauch 6 balgenartig zusammengedrückt und wird in diesem zusammengedrückten Zustand von einer lösbaren Halterung 10 gehalten. Nach der Injektion kann auf diese Halterung 10 ein Druck ausgeübt werden und der Schutzschlauch 6 wird freigegeben. Wenn der Schutzschlauch 6 aus einem elastischen, selbstfedernden Material besteht, wird der Schutzschlauch 6 nach der Öffnung der Halterung 10 selbsttätig in die in Fig. 2 dargestellte Lage gebracht. Am vorderen Ende 15 des Schutzschlauches 6 sind zusätzliche Verschlußelemente vorgesehen, die sich nach Vorbeigleiten des Schutzschlauches 6 an der Spitze 4 schließen und einen sicheren Abschluß der Spitze 4 gewährleisten.
Zum Ausfahren des Schutzschlauches 6 kann auch eine Druckfeder vorgesehen sein.
Die Halterung 10 kann eine Spreizfederhülse sein, deren Spreizarme dadurch auseinandergedrückt werden, daß auf das hintere Ende der Federhülse gedrückt wird.
Es besteht auch die Möglichkeit, diesen Schutzschlauch 6
als doppelwandigen, sackartigen Schlauch auszubilden, der von einem Druckgas beaufschlagt wird, wobei diese Druckgasbeaufschlagung durch einen Fingerdruck ausgelöst werden kann.
Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform handelt es sich um einen Schutzschlauch 6, der nachträglich über die Kanülennadel 3, d. h. also kurz vor Verwendung der Injektionsspritze angebracht wird.
Der Schutzschlauch 6 weist ein Befestigungsendstück 7 auf. Mit diesem Befestigungsendstück 7 wird der Schutzschlauch 6 am Kanülenansatzstück 2 arretiert.
Wie Fig. 3 zeigt, wird bei der Injektion der Schutzschlauch 6 balgenartig zusammengedrückt und beim Herausziehen der Kanülennadel 3 kann sich dieser Schutzschlauch 6 wieder nach vorn über die Spitze 4 der Kanülennadel 3 hinweg ausdehnen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, daß der Benutzer den zusammengezogenen Schutzschlauch 6 - bei etwas geringerer Eigenelastizität - mit den Fingern nach vorn in die Schutzstellung schiebt.
Wie Fig. 4 zeigt, kann die Schutzummantelung auch die Form eines Rohrabschnittes 9 haben. Dieser Rohrabschnitt 9 kann ein Stück Glasrohr, ein Metallrohr oder ein Kunststoffrohr sein. Mittels einer Feder 11 kann der Rohrabschnitt 9 in die Schutzstellung gedrückt werden.
Wie die Fig. 5 zeigt, ist innerhalb der Schutzummantelung ein nach innen ragendes Widerlager 8 vorgesehen, welches so angeordnet ist, daß dieses Widerlager 8 bei ausgefahrener Schutzummantelung vor der Spitze 4 der Kanülennadel 3 zu liegen kommt. Dabei kann durch ein Abknicken die Spitze 4 an dem Widerlager 8 vorbeigeschoben werden. Nach der Injektion verhindert dieses Widerlager 8 ein Austreten der Spitze 4 aus der Schutzummantelung.
Bei der in den Fig. 6 - 8 dargestellten Ausführungsform ist die Kanülennadel 3 mit dem Kanülenansatzstück 2 beweglich, aber abgedichtet im Vorderteil des Spritzenzylinders 1 gelagert. Nach Beendigung des Injektionsvorgangs erfolgt eine Ankopplung des Spritzenkolbens 16 an das Kanülenansatzstück 2. Für diese Ankoppelung können an sich bekannte Mittel vorgesehen sein, wie beispielsweise eine Nut- und Federverbindung, eine Rastverbindung oder eine Bajonettverbindung.
Bei der dargestellten Ausführungsform ist ein Sperrorgan 17 im Kanülenansatzstück 2 angeordnet. Wenn nach der Durchführung einer Injektion der Spritzenkolben 16 am Kanülensansatzstück 2 anliegt, wird das Sperrorgan 17 geschlossen. Wird auf den Spritzenkolben 16 ein Zug ausgeübt, so nimmt wegen des entstehenden Unterdruckes zwischen dem Spritzenkolben 16 und dem Kanülenansatzstück 2 der Spritzenkolben 16 das Kanülenansatzstück 2 mit, so daß, wie Fig. 7 zeigt, die Kanülennadel 3 vollständig vom Spritzenzylinder 1 umschlossen wird, der
in diesem Fall die Funktion der Schutzummantelung übernimmt.
Wie die Fig. 7 und 8 zeigen, ist in der Endstellung der Kanülennadel 3 im Spritzenzylinder 1 aus Sicherheitsgründen eine Verriegelung vorgesehen. Am Kanülenansatzstück 2 befindet sich ein Rastorgan 18, welches beispielsweise als elastischer Ring ausgebildet ist. Beim Zurückziehen des Kanülenansatzstückes 2 kann dieses elastische Rastorgan 18 in eine Rastnut 19 einrasten, die im Spritzenzylinder 1 ausgebildet ist, so daß die Kanülennadel 3 in ihrer geschützten Stellung sicher gehalten werden kann.
In den Fig. 9 und 10 sind schematisch Kopplungselemente 26 u. 27, die am Kanülenansatzstück 2 und am Spritzenkolben 16 angeordnet oder ausgebildet sind, dargestellt. Die Kopplungselementen 26 u. 27 sind an sich bekannte Kopplungselemente, die durch eine axiale Bewegung, eine Drehbewegung oder durch eine Kombination beider Bewegungen miteinander derart in Eingriff bringbar sind, daß das Kanülenansatzstück 2 nach der Kopplung zwangsläufig aus der in Fig. 9 dargestellten Stellung in die in Fig. 10 dargestellte Stellung gebracht werden kann. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel kann für die EndStellung des Kanülenansatzstückes 2 eine Verriegelung vorgesehen sein.
Die Fig. 11 und 12 zeigen eine Ausführungsform, bei der der Spritzenzylinder 1 von einem Schutzzylinder 20 um
mantelt ist. Dieser Schutzzylinder 20 kann aus Metall, Glas oder Kunststoff bestehen. Der Schutzzylinder 20 kann zusammen mit der Injektionsspritze, d. h. bereits montiert, geliefert werden. Er kann aber auch später, beispielsweise kurz vor der Injektion aufgezogen werden. Dieser Schutzzylinder 20 umgibt den Spritzenzylinder 1 vor und/oder während der Injektion, während des Ansaugens von Blut oder anderen Körper- oder Laborflüssigkeiten. Der Schutzzylinder 20 umfaßt das hintere Ende des Spritzenzylinders 1 mittels einer elastischen Gegenhalterung 21. Diese Gegenhalterung 21 gibt einen festen Halt, bis nach Ende der Injektion oder nach dem Ende des Ansaugvorganges durch ein kräftiges Zurückziehen des Spritzenkolbens 16 die Haltekraft dieser elastischen Gegenhalterung 21 überwunden wird. Dabei wird die Kanülennadel 3 in die in Fig. 12 dargestellte Schutzstellung gebracht, in der sich die Spitze 4 der Kanülennadel 3 innerhalb des Schutzzylinders 20 befindet. In dieser Stellung kann der Schutzzylinder 20 bei 28 einrasten, so daß eine Sicherung gegeben ist.
Bei dem in den Fig. 13, 14 dargestellten Ausführungsbeispiel weist der Schutzzylinder 20 eine Rastnase 22 auf. Diese Rastnase 22 greift durch eine Nut 23 im Spritzenzylinder 1 hindurch und erstreckt sich in den Bewegungshub des Spritzenkolbens 16 hinein.
Wenn beispielsweise mit dieser Spritze Flüssigkeit entnommen wird, kann bei Erreichen der in Fig. 14 dargestellten Stellung, der Spritzenkolben 16 die Rastnasen
22 aus der Nut 23 herausdrücken und so eine Rastverbindung zwischen dem Spritzenzylinder 1 und dem Schutzzylinder 20 lösen, so daß der Schutzzylinder 20 in die in Fig. 14 dargestellte Stellung bringbar ist. Eine zwischen dem Spritzenzylinder 1 und dem Schutzzylinder 20 angeordnete Zugfeder 24, die in Fig. 13 im gespannten Zustand gezeigt ist, kann den Schutzzylinder 20 automatisch in die in Fig. 14 gezeigte Stellung bringen.
Wie die Fig. 13 und 14 zeigen, können noch weitere Nuten
23 im Spritzenzylinder 1 vorgesehen sein, so daß eine sichere Verriegelung nach dem Zurückziehen der Kanülennadel 3 erfolgen kann.
Die Fig. 15 - 17 zeigen ein Ausführungsbeispiel, bei dem der in Fig. 15 dargestellte zusätzliche Schutzzylinder 30 nachträglich auf den in Fig. 15 dargestellten Spritzenzylinder 1 aufgeschoben werden kann. Der Schutzzylinder 30 weist eine ringförmige Sperre 32 am vorderen Ende und eine Arretierung 31 am hinteren Ende auf, die beim dargestellten Ausführungsbeispiel als Haken ausgebildet ist.
In der in Fig. 15 dargestellten Betriebsstellung ist die Spritze betriebsbereit und nach der Injektion kann die ringförmige Sperre 32 gelöst werden und der Spritzenzylinder 1 kann, wie Fig. 16 zeigt, aus dem Schutzzylinder 30 herausgezogen werden. In der Endstellung rastet die Arretierung 31 in die Sperre 32 ein, so daß die Endstellung der Spitze 4 der Kanülennadel 3 ge
sichert wird.
Das Material des in Fig. 17 dargestellten Schutzzylinders 30 kann elastisch-plastische Eigenschaften bekannter Kunststoffe besitzen. Die Ummantelung der Kanülennadel 3 kann dadurch erfolgen, daß der Benutzer beim Herausziehen der Kanülennadel 3 aus dem Injektionsort einen Finger auf den Schutzzylinder 30 setzt und diesen derart in Richtung der Spitze 4 schiebt, so daß nach dem vollständigem Zurückziehen der Kanülennadel 3 deren Spitze 4 abgedeckt ist.
Bei der in den Fig. 18 und 19 dargestellten Ausführungsform sind im Spritzenzylinder 1 Rinnen 33 vorgesehen. In diesen Rinnen sind Halbschalen 29 gelagert. Diese Halbschalen 29 sind bei 25, beispielsweise am Befestigungsendstück 7, verschwenkbar gelagert und stehen unter der Einwirkung von Kippfedern 14. Diese Halbschalen 29 bilden, wenn sie um den Drehpunkt 25 um 180 geklappt werden, eine Schutzummantelung, die die Kanülennadel 3 umgibt. Die Lagerung der Halbschalen 29 in den Rinnen 33 erfolgt derart, daß bei der normalen Handhabung der Spritze die Ränder dieser Halbschalen 29 nicht berührt werden.
Bei der in den Fig. 20 und 21 dargestellten Ausführungsform wird die Schutzummantelung von zwei Halbschalen 34 gebildet, die am Spritzenzylinder 1 axial verschiebbar sind. Diese Halbschalen 34 können durch Federringe, die um deren Umfange gespannt sind, zusammengehalten werden.
Es ist aber auch möglich, wie bei 35 dargestellt, Halterungsfedern vorzusehen, so daß beim Ausfahren der Halbschalen 34 in die in Fig. 21 gezeigte Stellung die Halbschalen zusammengezogen werden, um eine Schutzummantelung für die Kanülennadel 3 zu bilden.
In Fig. 22 ist ein Spritzenzylinder dargestellt, bei dem um den Drehpunkt 25 herum zwei Schutzstreifen 36 verschwenkbar gelagert sind, die unter der Einwirkung von Kippfedern 37 stehen. Diese Schutzstreifen 36 können am Ende Rastorgane 38 aufweisen. Im umgeklappten Zustand dieser Schutzstreifen 36 umgeben diese nach Art einer offenen Schutzummantelung die Kanülennadel 3, wobei die Rastorgane 38 derart einschnappen, daß die Schutzummantelung vorn abgeschlossen ist.
Die Fig. 23 und 24 zeig.en ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Schutzummantelung als Schirm 39 ausgebildet ist. Dieser Schirm 39 weist eine flexible, aber perforationsfeste Bespannung auf. Aus der in Fig. 23 dargestellten Ruhestellung kann der Schirm 39 bis zu 180 umgeklappt werden und die in Fig. 24 schematisch veranschaulichte Stellung einnehmen, in der dieser Schirm 39 die Spitze der Kanülennadel 3 umschließt.
Wie schematisch in Fig. 25 gezeigt, können die beschriebenen Kanülenschutzhüllen 5 so gestaltet sein, daß sie mit einem Bedienungsgriff 40 verbunden oder ausgerüstet werden können. Mit diesem Bedienungsgriff 40 ist beim Handhaben der Kanülenschutzhülle 5 ein Festhalten in
einem sicheren Abstand von der scharfen Spitze der Kanülennadel 3 möglich.
In Fig. 26 sind zwei Betriebsphasen eines weiteren Ausführungsbeispiels einer Kanülenschutzhülle 5 dargestellt. Diese Kanülenschutzhülle 5 kann in einem Abschnitt nach dem Balgenprinzip sowohl zusammendrückbar als auch ausdehnbar sein und kann eine hohe Eigenelastizität aufweisen. Diese Kanülenschutzhülle 5 weist eine asymmetrisch angeordnete Öffnung 41 oder an dieser Stelle eine zur Perforation präparierte Fläche auf. Neben der Öffnung 41 oder neben der präparierten Fläche ist ein Kissen 42 vorgesehen. Bei der Anlieferung kann die Kanülenschutzhülle 5 derart abgewinkelt sein, daß die scharfe Spitze 4 der Kanülennadel 3 gegenüber einem perforationsfesten Teil der Hülle liegt.
Vor Gebrauch der Kanülennadel 3 wird die Kanülenschutzhülle 5 zunächst zusammengedrückt und die Kanülenspitze tritt aus der Öffnung 41 aus. Nach Gebrauch wird die Kanülenschutzhülle 5 auseinandergezogen und das Kissen 42 wird, wie im unteren Teil der Fig. 26 dargestellt, über die Spitze gebracht. Durch die Eigenelastizität tritt dann die Kanülenspitze in das Kissen 42 ein. Es erfolgt ein perforationsfester Verschluß. Dieser Kissenverschluß ist eine zusätzliche Abdichtung gegen Austritt von Flüssigkeit.