DEV0003535MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 5. Juli 1951 Bekanntgemacht am 3. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Bei der Herstellung von Kunstseidefäden im fortlaufenden Arbeitsgang in Gestalt von Fadenscharen
werden . die frischgesponnenen und gesammelten Fäden durch Bäder geführt, in welchen
das Waschen und Nachbehandeln vorgekommen wird. Dabei ist es unerläßlich, daß die parallel gerichteten Fäden in einem gewissen Abstand, ohne
sich zu berühren, durch die Behandlungsbäder geführt werden. Will man bei dieser - Arbeitsweise
die Leistung der Spinnmaschine steigern, dann kann man das nur durch Erhöhung der Abzugsgeschwindigkeit und/oder Vermehrung der Spinnstellen
erreichen, womit zwangläufig — will man eine wesentliche Vergrößerung der Badwanne vermeiden
— eine Verminderung des Fadenabstandes notwendig wird.
Bei gesteigertem Abzug und vermindertem Abstand der Fäden hat sich nun der Übelstand ergeben,
daß bei der Führung der Fadenschar über Leitwalzen von dem einen in das andere Bad die
mitgeschleppte Flüssigkeit zwei oder mehr Fäden umhüllt. Diese gemeinsame Flüssigkeitshülle führt
die beiden Fäden zusammen und zwingt zu ihrer Trennung durch Fadenführungsorgane, z. B. Kimmenstäbe.
Alle Maßnahmen zur Trennung solcher zusammengelaufener Fäden bewirken Einzelfadenbrüche
und damit Spinnfehler bzw. Behinderung des störungsfreien Betriebes der Maschine.
605 508/304
V 3535 VH129 a
Es wurde nun gefunden, daß dieser Übelstand dadurch beseitigt werden kann, daß benachbarte
Fäden der Fadenschar beim Austritt aus den Nachbehandlungsbädern aus der gemeinsamen
Ebene heraus im Winkel über Kimmenwalzen oder -stäbe mit Rillen verschiedenen Niveaus geführt
werden. Daraus ergibt sich, daß jeder der zwei benachbarten Fäden in verschiedenem Winkel aufsteigt,
und zwar so, daß die Faden abwechselnd in
ίο verschiedenen Ebenen zu liegen kommen. Dabei
wird der Abstand in den Bädern nicht geändert, wohl aber der Winkel, unter welchem zwei benachbarte
Fäden das Bad verlassen. Dadurch wird erreicht, daß die mitgeschleppte Badflüssigkeit nur
bis zu einer gewissen Höhe aufsteigt, und zwar nicht höher als bis zur zwischengeschalteten Kimmenwalze.
Diese Kimmenwalze bzw. Kimmenstab ist erfmdungsgemäß so eingerichtet, daß die Kimmen,
in welchen die einzelnen Fäden zu laufen haben, verschieden tief liegen, und zwar liegt die
erste Kimme verhältnismäßig an der Oberfläche, die zweite in einem kleineren Walzendurchmesser,
die dritte wieder nahe der Oberfläche, die vierte wieder so tief wie die zweite und abwechselnd so
fort über die ganze Kimmenwalze.
Derselbe Effekt, der mit der Kinimemwalze bzw.
dem Kimmenstab erreicht wird, kann auch dadurch erzielt werden, daß man statt einer Kimmenwalze
oder Kimmenstab eine glatte Walze anordnet und dabei den einen von zwei benachbarten Fäden vor
dieser Walze vorbeiführt, den anderen aber hinter der Walze. Auf diese Weise erreicht man ebenfalls,
daß zwei benachbarte Fäden in verschiedenem Winkel aufsteigen. Auch durch ein Kimmenbrett
kann eine Kimmenwalze oder Kimmenstab ersetzt werden. Dieses Kimmenbrett weist Aussparungen
auf, welche verschieden tief liegen, und zwar dergestalt, daß eine Kimme abwechselnd auf einer
anderen Aussparung liegt als die nächste Kimme.
Man kann das Kimmenbrett entweder fest anordnen,, oder es kann an einer Walze unter Benutzung
eines Hebelarmes pendelnd angebracht werden. Auch bei Anordnung von zwei gegenüberliegenden
Kimmenbrettern werden die Fäden in der gewünschten Weise geführt.
Es sind bereits Verfahren zum Teilen von Fadenscharen
bekanntgeworden. Bei diesen Verfahren handelt es sich jedoch um Fadenscharen, bei denen
die Fäden infolge des Schliohtvorganges zusammenkleben. Sie werden zu diesem Zweck nacheinander
über zwei versetzt angeordnete Walzen geführt und alsdann über einen Stab, welcher die Teilung
der Fadenschar vornimmt. Diese Ausführungsform ist jedoch für die Nachbehandlung von Kunstseidefäden
im fortlaufenden Arbeitsgang in Gestalt von Fadenscharen nicht geeignet, da diese Fäden durch
die glatte Teilungswalze eine ungenügende Führung erhalten. Dies gilt in verstärktem Maße dann,
wenn mit hohen Abzugsgeschwindigkeiten gearbeitet
wird. ,.
An Hand der Abb. 1 bis 6 soll das Verfahren
nach der Erfindung näher erläutert werden.
Abb. ι zeigt eine Ausführungsform zur Durchführung
des Verfahrens, bei welcher die Fadenschar um die Walze 1 geleitet und nachher über
die stillstehende Kimmenwalze 2 zur LeitwaLze 3 weitergeführt wird. Durch die Ausbildung der
Kimmenwalze 2 tritt eine Teilung der Fäden in dem Sinn ein, daß jeder zweite Faden in einem
anderen Winkel aufsteigt.
In Abb. 2 ist ein Schnitt der Kimmenwalze dargestellt. Aus diesem ist zu erkennen, daß die Walze
verschieden tiefe Rillen 4 und 5 aufweist.
Eine weitere Vorrichtung zur. Ausführung des Verfahrens zeigt die Abb. 3. Dabei werden die
Fäden nicht durch eine Kimmenwalze zu einem •verschieden aufsteigenden Winkel gezwungen, sondern
es wird mit Hilfe des Stabes 6, welcher die Fäden wechselnd auf der einen oder anderen Seite
des Stabes leitet; dieser Zweck erreicht.
In Abb. 4 ist eine Ausführungsform in Gestalt eines Kimmenbrettes 7 dargestellt, welches an
einem Hebel 8 befestigt ist, der im Stab 9 schwenk- ..... bar gelagert ist. Durch Einschwenken des Brettes
steigt jeder zweite Faden steiler auf, während die übrigen Fäden einen weniger, steilen Aufstiegswinkel aufweisen.
Die Lage der Schlitze dieses Kimmenbrettes ist in Abb. 5 dargestellt.
In Abb. 6 werden die Fäden mit Hilfe von zwei Kimmenbrettern 10 und 11 herausgedrückt.
Claims (3)
1. Verfahren zur Verhinderung des Mitreißens von Flüssigkeit innerhalb von Kunstseidefadenscharen
bei der Herstellung von Künstseidefäden im fortlaufenden Arbeitsgang,
dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Fäden der Fadenschar beim Austritt aus den
Nachbehandlungsbädern aus der gemeinsamen Ebene heraus im Winkel über Kimmenwalzen
oder -stäbe mit Rillen verschiedenen Niveaus geführt werden.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kimmenwalze bzw. der Kimmenstab benachbarte Nuten verschiedener Tiefe aufweist.
3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Kimmenwalzen bzw. -stäbe räumlich
getrennt angeordnet sind.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 574 448.
Deutsche Patentschrift Nr. 574 448.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 609 508/304 4.56
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