DER0013644MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldimg: 24. Februar 1954 Bekanntgemacht am 6. Oktober 1955
Es ist bekannt, daß Blausäure, und zwar sowohl flüssige als auch in Wasser gelöste Blausäure, unter
dem Einfluß alkalisch wirkender Substanzen, z. B. Natronlauge, Alkalicyanid, Ammoniak, Calciumhydro-χ
yd oder -carbonat, polymerisiert bzw. sich zu braunen bis schwarzen, anscheinend amorphen Produkten umse
tzt. Vermutlich verläuft die Umsetzung über niedrigmolekulare Produkte, z. B. über trimere und
tettamere Blausäure, wobei noch keine Klarheit darüber
besteht, ob diese Zwischenprodukte die weitere Umsetzung katalytisch beeinflussen. Obwohl der Ablauf
dieser Reaktion noch nicht eindeutig geklärt ist, soll der in der Literatur übliche Sprachgebrauch beibehalten
und der Vorgang als »Polymerisation« bezeichnet werden.
Die erhaltenen Produkte sind in Wasser unlöslich und in starken Laugen, z. B. in 30°/Oiger Natronlauge,
löslich. Der Stickstoffgehalt schwankt zwischen 40 bis 45 °/o> während der des Sauerstoffes bei etwa 10 °/0
liegt. Sie sind ohne Zersetzung nicht schmelzbar. Beim Erhitzen auf eine Temperatur von i5o°und höher
spalten sie Ammoniak und Blausäure ab.
Die Polymerisation der Blausäure in wäßriger Lösung in Gegenwart von alkalisch reagierenden
Salzen der Alkali- und Erdalkalimetalle und Ammoniak ist Gegenstand der deutschen Patentschrift
509 565/49
R 13644 IVc/12ρ
()ί)2 3 JiS und der britischen Patentschrift 456 151.
Diesen Patentschriften ist zu entnehmen, daß die Polymerisation in Ciegenwart von Alkalien, z. B.
Natronlauge, n'.scln r verläuft als unter dem Einfluß
von Ammonia!;. Diesem Vorteil stehen auch Nachteile gegenübe, ; deshalb wird in den genannten
Patentschriften lediglich Ammoniak als Polymerisationskatalysator empfohlen. Die hierbei angewendete
Ammonia !{konzentrat ion
vorzugsweise (>%, be-
zogen auf zu polymerisierende Blausäure, das sind etwa 0,1 Mol Ammoniak je Mol Blausäure, läßt die
Umsetzung verhältnismäßig langsam verlaufen. Im Sinne der genannten Patentschriften ist diese lange
(iesamtumsetzungsdauer durch einen verhältnismäßig
langsamen Keaktionsanstieg zu erklären. Der Polymerisat
ionsvorgang ist durch zwei Größen gekennzeichnet, nämlich durch die Geschwindigkeit, mit der
die Polymerisation erfolgt, und durch den Umsetzungsgrad. JCs wurde bestätigt gefunden, daß die UmSetzungsgeschwindigkeit
durch Erhöhung der Katalysatoi konzentrat ion verbessert werden kann. Führt
man im Sinne des Verfahrens der deutschen Patentschrift (>()2 3jS in Ciegenwart steigender Katalysatonnengen
eine Blausäurepolymerisation durch, so zeigt sich zwar, daß die in der genannten Patentschrift
benötigte Zeit zum Anspringen der Umsetzung verkürzt wird, daß jedoch dieser Vorteil aufgehoben j
oder gar übertrolfen wird durch einen Abfall des Um- j
Setzungsgrades. Diese Abhängigkeit zwischen Umsetzungsgeschwindigkeit
und Uinsetzimgsgrad tritt bei der Verwendung von Alkalien als Polymerisationskatalysatoren
besonders in Erscheinung.
Nach einem älteren Vorschlag bat es sich weiterhin als vorteilhaft erwiesen, die Polymerisation von Blausäure,
zumal im technischen Maßstabe, so zu leiten, daß Blausäure in ein in Umsetzung befindliches
wasserhaltiges Blausäuie-Katalysator-Lösungsmittel-Gemisch
eingeführt wird, und zwar zweckmäüigerweise etwa im selben Maße, wie Blausäure durch die
Umsetzung verbraucht wird.
ICs wurde nun gefunden, daß die bisher vorgeschlagenen
alkalischen Stoffe in ihrer Wirksamkeit als Katalysatoren für die Polymerisation von Blausäure
bei weitern durch die in wäßriger Lösung alkalisch J reagierenden Salze der Cyansäure übertroffen werden.
Die Überlegenheit der Cyanate gegenüber dem nach dem Verfahren der deutschen Patentschrift (10233s
am günstigsten wirkenden Ammoniak sei durch folgenden Vergleichsversuch belegt:
500 g einer 3o%igen wäßrigen Blausäurelösung wurden mit
<j g Ammoniak alkalisch gemacht und auf dem Wasserbad auf 35 bis 40° erwärmt. Nach dem
Einsetzen der Polymerisation, erkenntlich am Temperaturanstieg im Umsetzungsgemisch, wurde die
zusätzliche Erwärmung unterbrochen.
Der gleiche Ansatz wurde durchgeführt, jedoch wurden an Stelle von 9 g Ammoniak 9 g Ammoniumcyanat
als Katalysator zugesetzt. Die Konzentration an Katalysator betrug also in beiden Fällen 6Gewichtsprozent,
bezogen auf die zu polymerisierende Blausäure. Ausgedrückt im Molverhältnis kommen im
ersten Falle rund 0,1 Mol Ammoniak auf 1 Mol Blausäure,
während an Cyanat nur 0,025 Mol Blausäure verwendet wurden. Errechnet man die nach der
genannten deutschen Patentschrift 662 338 benötigte günstigste Katalysatormenge unter Befolgung
der dort angegebenen Vorschrift, so käme man im Falle des Kaliumcyanats zu einer Menge von 32,7 g
NH4CNO, also zum fast vierfachen der von uns verwendeten
Menge von 9 g NH1CNO.
Während die Umsetzung mit Ammoniak in 5 Stunden zu 95,5% erfolgt war, wurde praktisch das gleiche
Verhältnis mit der gleichen Gewichtsmenge Cyanat bereits in 2 Stunden und 40 Minuten erzielt. Der Verlauf
der Umsetzung in beiden Fällen ist der beigefügten graphischen Darstellung zu entnehmen.
Als besonders überraschend wurde gefunden, daß die katalytische Wirksamkeit des Cyanats durch Zusatz
anderer alkalischer Stoffe, die für sich allein bereits als wirksame Beschleuniger bei der Blausäurcpolymerisation
sich erwiesen haben, erheblich gesteigert wird. Die Zunahme der Wirksamkeit kann mit der höheren
Konzentration an alkalischem Katalysator allein nicht erklärt werden. Vergleicht man beispielsweise den
Ablauf der Polymerisation von Blausäure unter sonst gleichen Bedingungen einmal bei einem Zusatz von
6% Ca(OH), und zum anderen von 12% Ca(OH)3,
so verkürzt sich die Umsetzungsdauer lediglich von iuo
51Z2 auf 4 Stunden. Verwendet man hingegen ein
Gemisch von 6% Kaliumcyanat und 6% Calciumhydroxyd, so ist (lie Umsetzung bereits nach 1 Stunde
und 20 Minuten beendet; demgegenüber beträgt die Umsetzungszeit in Anwesenheit von 6% Kaliumcyanat
allein 3 Stunden und 20 Minuten.
Beschleunigt man die Polymerisation durch Zusatz von 6% Ammoniak und 6% Kaliumcyanat, so verkürzt
sich bei praktisch gleicher Ausbeute die Reaktionszeit auf 2 Stunden und 30 Minuten. no
Stellt man die bei Anwendung der verschiedenen Katalysatoren geltenden Vcrsuchsergebnissc einander
gegenüber, so ergibt sich folgendes Bild:
| Nr. | K;italys:it orkonzfntr.it ion, lirzogfii auf HCN |
Reaktionszeit | Gesamtausbeute an Polymerisat, bezogen auf eingesetzte Blausäure |
| I 3 •1 5 d |
6% Ta(OH), (>% Ammoniak ()% KCNO 12% Ca(OH), 6% Ca(OH) ()% KCNO 12% KCNO |
51Z2 Stunden 5 Stunden 3 Stunden, 20 Minuten 4 Stunden ■ ι Stunde, 20 Minuten ι Stunde, 20 Minuten |
96,4% 95,5% 96,7% 94,o% 96,4% 96,6% |
90
95
120
5OD 565/40
R 13644 IVc/12p
Nach vorstehenden Zahlenangaben scheint die Wirksamkeit von Cyanat nicht größer zu sein als die eines
Gemisches aus Cyanat und z. B. Kalk; die Umsetzungsdauer im Falle 5 (6% Ca(OH)2 und 6%
KCNO) ist bei absatzweiser Arbeitsweise praktisch gleich lang wie im Falle 6 (12% KCNO).
Die Überlegenheit des Mischkatalysators gegenüber dem reinen Cyanatkatalysator zeigt sich jedoch bei
der kontinuierlichen Durchführung der Polymerisation
ίο nach dem Verfahren der Patentanmeldung R10590 12 p,
nach dem Blausäure fortlaufend in ein in Umsetzung befindliches Blausäure-Katalysator-Lösungsmittel-Gemisch
eingetragen wird. Bei dieser Arbeitsweise nämlich verläuft die mit Kalk und Cyanat katalysierte
Polymerisation sehr viel rascher als jene, die in Gegenwart von Cyanat allein abläuft.
Die nach dem vorliegenden Verfahren- hergestellten Produkte können, wie in der deutschen Patentschrift
911018 näher erläutert ist, als stickstoffhaltiges
Düngemittel Verwendung finden.
Eine Mischung aus 1,50 kg Blausäure, 0,09 kg Ammoniumcyanat
und 2,97 kg Wasser wird unter mäßigem Rühren auf 400 erwärmt. Die sofort eintretende
Polymerisation ist an der Verfärbung des Gemisches zu erkennen. Die Heizung wird nach
15 Minuten ausgeschaltet; nach weiteren 2 Stunden und 25 Minuten ist die Umsetzung beendet. Das
Reaktionsgemisch wird filtriert, der Filterrückstand getrocknet und das aus dem Filtrat durch Verdampfen
gewonnene Festprodukt ebenfalls getrocknet.
Es werden an wasserunlöslichem schwarzen Produkt 1,38 kg und an wasserlöslichem schwarzbraunen Produkt
0,09 kg erhalten.
Gleicherweise wie im Beispiel 1 wird eine Mischung aus 1,50 kg Blausäure, 0,09 kg Kaliumcyanat, 0,09 kg
Calciumhydroxyd und 3,32 kg Wasser erwärmt. Es tritt sofort Braunfärbung ein. Nach 5 Minuten, bei
Erreichung einer Temperatur von 360, wird die Heizung entfernt; nach weiteren 75 Minuten ist die Umsetzung
beendet. Die Temperatur der Mischung steigt während der Umsetzung auf 93° an. Nach der Aufarbeitung
des Reaktionsgemisches wie im Beispiel 1 werden 1,44 kg wasserunlösliches schwarzes Produkt und
0,07 kg wasserlösliches Produkt erhalten.
Eine Mischung aus 0,450 kg Blausäure, 0,027 kg
Kaliumcyanat, 0,027 kg Calciumhydroxyd und 0,996 kg Wasser wird unter Rühren erwärmt. Es setzt sogleich
Polymerisation ein. Nach 15 Minuten, bei Erreichung einer Temperatur von 360, wird die Heizung entfernt
und nach weiteren 40 Minuten bei einer Reaktionstemperatur von 480 mit dem Zulauf wäßriger 3O°/0iger
Blausäure begonnen. Zu diesem Zeitpunkt sind von dem am Reaktionsbeginn vorgelegten Reaktionsgemisch 54 °/0 Blausäure umgesetzt. Durch die Zulauf-
geschwindigkeit wird die Reaktionstemperatur bei 55 bis 580 gehalten. Auf diese Weise werden in 3 Stunden
10,0 kg der wäßrigen 30°/Oigen Blausäurelösung
eingeführt. Nach Beendigung der Blausäurezuführung steigt die Temperatur der Reaktionsmischung sogleich
weiter an und erreicht unter Kühlung des Behälters nach 45 Minuten 950. Das Gemisch wird nach dem
Abkühlen auf Zimmertemperatur filtriert und ergibt 3690 g trockenes schwarzes Produkt und einen wasserlöslichen
Anteil aus dem Filtrat von 115 g. Bei kontinuierlichem
Arbeiten, z. B. durch laufende Entfernung des sich bildenden Umsetzungsproduktes, kann die
Blausäurezuführung unbegrenzt, beispielsweise in konzentrierter Form, vorgenommen werden.
Ein Gasgemisch, wie es beispielsweise bei der Blausäuresynthese aus Methan oder Kohlenoxyd und
Ammoniak am Platinnetz erhalten wird, das etwa 7 Volumprozent Blausäure enthält, wird mit einer
Strömungsgeschwindigkeit von etwa 60 cbm je Stunde bei 50 bis 6o° durch mehrere Reaktionsbehälter geleitet,
in denen sich die wäßrige Lösung von 5°/0 Kaliumcyanat und 5 % Calciumhydroxyd befindet.
Der Blausäureanteil des Gasgemisches wird hierbei zu 75 bis 80% umgesetzt. Auf diese Weise weiden
nach 24 Stunden rund 94 kg festes schwarzes Produkt und 6,5 kg wasserlösliches schwarzbraunes Produkt
erhalten.
Die im Beispiel 3 beschriebene Arbeitsweise wird beibehalten, jedoch wird als Katalysator ein Gemisch,
bestehend aus 0,027 kg Kaliumcyanat, 0,014 kg Calciumhydroxyd
und 0,021 kg Kaliumhydroxyd verwendet. Die erhaltene Ausbeute beträgt 3810 g
trockenes Polymerisationsprodukt.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von festen Polymerisationsprodukten
der Blausäure in Gegenwart von Wasser und alkalisch reagierenden Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, daß man wäßrige
Lösungen von alkalisch reagierenden Salzen der Cyansäure als Katalysatoren auch in Mischung
mit einem oder mehreren anderen alkalisch reagierenden Katalysatoren verwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man einen Mischkatalysator zur kontinuierlichen Durchführung der Blausäurepolymerisation
verwendet.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 662 338;
britische Patentschrift Nr. 456 151.
Deutsche Patentschrift Nr. 662 338;
britische Patentschrift Nr. 456 151.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 509565/49 9.55
Family
ID=
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