DER0000651MA - Herstellung von hochwertigem, trocken gelöschtem Kalk - Google Patents
Herstellung von hochwertigem, trocken gelöschtem KalkInfo
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Description
Ein aus dem Kalkofen kommender Kalk besteht selbst bei sorgfältigster Ofenführung nicht 100%-ig aus gleichmäßig zu löschendem Kalziumoxyd. Er enthält unerwünschte stoffremde Beimengungen und ungaren, also nicht löschfähigen Kalk (Kalkstein). Das verbleibende Kalziumoxyd ist teilweise gar, teilweise mehr oder weniger überbrannt. Das Gare wird relativ schnell und gleichzeitig gelöscht, während die Löschdauer der überbrannten Teile weit länger dauert und vom Grad des Ueberbrennens abhängt. Je schärfer der Kalk gebrannt is,t umsomehr Zeit wird beansprucht, bis der Löschprozeß einsetzt.
Wenn man, was wirtschaftlich erwünscht und mit Rücksicht auf die gefürchteten Treiberscheinungen des Hydrates notwendig ist, den gesamten oder wenigstens den größten Teil der überbrannten Kalziumoxydteile zum Hydrat-Zerfall bringen will, so muß man folgendes in Kauf nehmen:
a) Beim Silo-Löschverfahren muß der Siloraum so groß bemessen werden, daß der gesamte benetzte Kalk, der z.T. während der Mischung mit Wasser schon zu Hydrat aufgehen kann, so lange lagern kann, bis auch die überbrannten, langsam zu löschenden Teile zu Hydrat zerfallen sind. Man muß also z.B. 70% fertig abgelöschtes Hydrat unnütz mit dem z.B. 30% betragenden schwer zu löschenden Teil so lange lagern, bis auch diese schwer löschenden Teile zerfallen sind. Die Siloräume werden daher groß und teuer, da zuweilen Lagerzeiten von mehreren Wochen und mehr erforderlich sind, um die langsam zu löschenden Teile aufzuschließen.
b) Beim Schnell-Löschverfahen wird der zu löschende Kalk in der Löschmaschine gelöscht und an-
schliessend oder nach verhältnismäßig kurzer Bunkerung von einigen Stunden, die mehr als eine Vorratshaltung für die nachfolgende Sichtung angesprochen werden kann, gesichtet. Dabei werden außer den stoffremden und ungaren Teilen auch alle die Kalziumoxydteile ausgeschieden, die wegen ihres Ueberbrandes noch nicht in der kurzen, bis zur Sichtung zur Verfügung stehenden Zeit ablöschen konnten. Das ist ein Verlust und ist unerwünscht.
Diese Nachteile werden erfindungsgemäß dadurch beseitigt, daß der Kalk nach erfolgter trockener Löschung z.B. in neuzeitlichen maschinellen Löschvorrichtungen oder nach vergleichsweise kurzer Bunkerung (von wenigen Stunden), die beispielsweise dann in Frage kommen kann, wenn ein Sichter ausfällt oder der Abtransport des behandelten Gutes stockt, gesichtet und der im Schnell-Löschprozeß erzeugte Hauptanteil des Hydrates aus gut löschfähigen, d.h. normal gebranntem Kalk, als fertiges Verkaufsprodukt abgeschieden wird. Die bei möglichst hoher Feineinstellung des Sichters ausgeschiedenen schwer zu löschenden Kalkteile werden danach zusammen mit den ausgeschiedenen stoffremden Beimengungen und ungaren Teilen erneut mit Wasser benetzt und einem wirkungsvollen Silo-Löschverfahren unterworfen. Je nach der Dauer dieses Löschprozesses zerfallen die langsam zu löschenden überbrannten Teile während der Silolagerung mehr oder weniger zu Hydrat. Das Gut aus den Löschsilos wird wieder einer Sichtung unterworfen, wobei das Hydrat von den wertlosen stoffremden und ungaren Bestandteilen getrennt wird. Das Hydrat des Silo-Löschverfahrens kann entweder mit dem Hydrat der ersten Stufe (des Schnell-Löschverfahrens) vermischt oder als Sonderprodukt, z.B. bestimmter Farbtönung, für sich verwertet werden.
Es ist einzusehen, daß das neue kombinierte Verfahren die Nachteile der bekannten Verfahren vermeidet und sich nur ihre Vorzüge zunutze macht, als da sind:
1.) Möglichkeit der Erzeugung des Hauptanteiles an Hydrat im Schnell-Löschverfahren mit neuzeitlichen Löschmaschinen ohne Bunkerung.
2.) Anwendung des für langsam zu löschenden Kalk wirksamen Silo-
Löschverfahrens ausschließlich für diese langsam zu löschenden Anteile des Kalkes, was gleichbedeutend damit ist, daß bei Erreichung des gleichen Effektes mit einem Bruchteil des Siloraumes auszukommen ist, der bei dem bekannten Lösch-Siloverfahren unnützer Weise für das gesamte Löschgut bemessen werden müßte.
Das neue Lösch-Verfahren kann zum Zwecke der weiteren Einsparung von Silo-Ablagerungsraum oder zur Verlängerung der Ablagerungsmöglichkeit der schwer zu löschenden Teile nach der Seite des Silolöschens hin mehrmals unterteilt werden.
Nachdem das schnell löschende, also normal gebrannte Kalziumoxyd, mit Hilfe des Schnell-Löschverfahrens in kürzester Zeit zu Hydroxyd umgewandelt und zu Fertiggut gesichtet ist, wird in analoger Weise von dem verbleibenden Löschgut wiederum das Hydroxyd aus dem mäßig überbrannten Kalziumoxyd erzeugt und zuletzt das Hydrat aus den am langsamsten zu löschenden Anteilen des Restgutes. Diese Unterteilung nach der Löschdauer der verschiedenartig gebrannten Kalziumoxydteile kann natürlich nach Belieben mehrmals erfolgen.
Damit wird also erreicht, daß jede Lösch-Silogruppe neben den stoffremden Beimengungen nur unaufgeschlossenes Kalziumoxyd erhält. Es wird kein Siloraum unnütz beansprucht, um bereits fertig gelöschtes Gut zu lagern. Der dadurch eingesparte Siloraum kann entweder einer verlängerten Lagerungs- bzw. Löschzeit der schwer löschenden Teile zugute kommen oder es kann, wenn auf eine längere Lagerzeit verzichtet wird, Siloraum eingespart werden.
Claims (2)
1.) Verfahren zur Herstellung hochwertigen Löschkalks, dadurch gekennzeichnet, daß der trocken gelöschte, gebrannte Kalk unmittelbar an den Löschvorgang anschließend oder nch vergleichsweise kurzer Bunkerung (von wenigen Stunden) gesichtet wird, während das Restgut erneut mit Wasser benetzt in einem Löschsilo einige Zeit gelagert und darauf einer Sichtung unterzogen wird, bei der das Kalkhydrat von den stoffremden und ungaren Bestandteilen getrennt wird.
2.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das nach der zweiten oder jeder folgenden Sichtung verbleibende Restgut erneut angefeuchtet und einem Löschsilo zur erneuten Ablagerung übergeben wird und nach dessen Verlassen von neuem gesichtet wird.
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