DEP0054794DA - Netzanschlußgerät für Wechselstrom - Google Patents
Netzanschlußgerät für WechselstromInfo
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Description
In der Technik der Elektronenröhrenschaltungen ist es allgemein üblich, die Anodenspannung aus einem Netzanschlußgerät zu beziehen, das aus dem üblichen Wechselstromnetz, gegebenenfalls über einen Transformator durch Gleichrichtung die Gleichspannung erzeugt. Nun haben derartige Geräte, sofern sie indirekt geheizte Elektronenröhren verwenden, häufig den Nachteil, daß kurz nach dem Einschalten eine hohe Gleichspannung entsteht, die erst dann abklingt, wenn die indirekt geheizten Röhren ihre Betriebstemperatur erreicht haben und der Anodenstrom zu fliessen beginnt. Die bedeutet eine sehr erhebliche Überbeanspruchung der Siebmittel, die infolgedessen für eine höhere Spannung ausgelegt werden müssen. Dieser unerwünschte Effekt tritt besonders dann auf, wenn eine direkt geheizte Gleichrichterröhre verwendet wird, da deren Aufheizung sehr viel schneller erfolgt, als die der indirekt geheizten Röhren und infolgedessen die Spannungsspitze besonders lange andauert. Aber auch bei indirekt geheizten Gleichrichterröhren, wie die beispielsweise in sogenannten Allstromgeräten üblich sind, wird häufig der Falle eintreten, daß die Gleichrichterröhre eher aufgeheizt ist, als die angeschlossenen Elektronenröhren.
Die Erfindung hat nun eine Verbesserung derartiger Netzanschlußgeräte für Wechselstrom mit Gleichrichter und Siebmitteln für Elektronenröhrenschaltungen mit indirekt geheizten Röhren zum Ziel und ist dadurch gekennzeichnet, daß die Siebwiderstandsanordnung einen negativen Temperaturkoeffizienten aufweist.
Die Verwendung von Widerständen mit negativem Temperaturkoeffizienten ist in der Elektronenröhrentechnik an sich bekannt, doch erfolgte ihre Verwendung bisher nur zum Schutz von Beleuchtungslampen, die in Serien mit den Heizfäden der Röhren liegen, wie dies bei Allstromgeräten, d.h. für wählbaren Anschluß an Gleich- oder Wechselstromnetze üblich ist.
Anhand der beigegebenen Schaltskizzen und der nachstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele soll nun der Erfindungsgegenstand näher erläutert werden.
In Figur 1 ist an die Gleichrichterröhre 1 des Netzanschlußgerätes für Wechselstrom in üblicher Weise eine aus dem Ladekondensator 2, dem Siebwiderstand 4 und dem Siebkondensator 3 bestehende Siebschaltung angeschlossen, um die Gleichspannung möglichst von der überlagerten Wechselspannung zu befreien. Die Wechselspannung wird in dem Ausführungsbeispiel dem Gleichrichter 1 über den Transformator 6 zugeführt. Gemäß der Erfindung wird nun der Siebwiderstand 4 so ausgebildet, daß er einen negativen Temperaturkoeffizienten geeigneter Größe aufweist, um die Spannungsspitze nach dem Einschalten zu beseitigen. Hierzu ist es weiter erforderlich, daß ein Belastungswiderstand 5 parallel zum Siebkondensator 3 vorhanden ist, so daß für die Gleichspannung ein Spannungsteiler aus den Widerständen 4 und 5 gebildet wird. Der Widerstand 5 kann z.B. durch einen in der angeschlossenen Elektronenröhrenschaltung vorhandenen Widerstand gebildet werden, wie es z.B. zur Herstellung einer negativen Gittervorspannung bei Rundfunkempfangsgeräten durch Einschaltung eines besonderen Spannungsteilers üblich ist. Im letzteren Fall sei beispielsweise der Widerstand 5 von der Größe 20 kSt. Es ist alsdann zweckmässig, dem Siebwiderstand 4 eine solche Bemessung zu geben, der im im kalten Zustand einen Widerstand von ca. 10 k(Ohm) aufweist, dagegen im warmen Zustand nur ca. 1000 - 2000 Ohm, d.h. dass er bei Erwärmung auf eine Größe abfällt, die durch die geforderte Siebung bedingt ist.
Es ist aber nicht unbedingt erforderlich, den gesamten Widerstand 4 als Widerstand mit negativem Temperaturkoeffizienten auszubilden, vielmehr kann auch dieser Widerstand mit negativem Temperaturkoeffizienten als Vorwiderstand vor einen festen Siebwiderstand, z.B. eine Siebdrossel, gelegt werden, wie diese in Figur 2 dargestellt ist. Die Siebdrossel 7 in Figur 2 braucht alsdann nicht von der üblichen Bemessung abweichend gewählt zu werden, sofern man dem vorgeschalteten Widerstand 8 mit dem negativen Temperaturkoeffizienten eine entsprechende Dimensionierung gibt.
Um bei dem obengenannten Beispiel zu bleiben, würde es sich jetzt empfehlen, den Widerstand 8 so zu bemessen, daß er im kalten Zustand wiederum 10 kSt., im warmen Zustand dagegen nur 200 Ohm aufweist. Dieser Widerstand kann in üblicher Weise als Uran-Heißleiter oder sogenannter Kapillarheißleiter ausgebildet werden und wird zweckmässig räumlich mit der Siebdrossel zu einer baulichen Einheit vereinigt. Insbesondere wird es zweckmässig sein, die vorhandenen Anschlußlötösen der Siebdrossel so anzuordnen, daß unmittelbar der Heißleiter daran gelötet werden kann.
Als Beispiel für den durch die Anwendung der Erfindung bedingten Gewinn sei ein Rundfunkempfangsgerät mit drei indirekt geheizten Röhren und einer Abstimmanzeigeröhre, ebenfalls mit indirekter Heizung, gewählt, die von einer besondere Heizwicklung des Transformators 6 gespeist wird. Hier beträgt bei einer normalen Betriebsgleichspannung von 250 Volt die Spannung kurz nach dem Einschalten etwa 420 Volt. Wird dagegen erfindungsgemäß ein temperaturabhängiger Widerstand benutzt, so tritt praktisch keine nennenswerte Spannungserhöhung ein und die Kondensatoren des Siebgliedes brauchen nicht für eine höhere Prüfspannung dimensioniert zu werden. Das gleiche gilt auch für sonstige in dem Empfangsgerät noch vorhandene Abblockungskondensatoren, die ebenfalls im ersten Augenblick bei der üblichen Schaltung einer höheren Spannung ausgesetzt sind.
Wenn im Vorstehenden von Rundfunkempfangsgeräten gesprochen ist, so ist der Erfindungsgegenstand doch keineswegs hierauf beschränkt, vielmehr ist er ebenso wichtig bei anderen Elektronenröhrenschaltungen, z.B. bei Oszillographen oder anderen Röhrenmeßschaltungen, ferner bei Kraftverstärkern, Sendeverstärkern, elektrischen Prüfeinrichtungen und ähnlichen.
Claims (6)
1. Netzanschlußgerät für Wechselstrom mit Gleichrichter und Siebmitteln für Elektronenröhrenschaltungen mit indirekt geheizten Röhren, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebwiderstandsanordnung einen negativen Temperaturkoeffizienten aufweist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Siebwiderstand selbst einen negativen Temperaturkoeffizienten hat.
3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Siebwiderstand, der insbesondere durch eine Siebdrossel gebildet wird, ein Widerstand mit negativem Temperaturkoeffizienten vorgeschaltet ist.
4. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerstand mit dem negativen Temperaturkoeffizienten so bemessen ist, daß der im kalten Zustand ca. 10 kSt., im warmen Zustand dagegen 1000 - 2000 Ohm aufweist, wenn der Widerstand parallel zum Siebkondensator ca. 20 kSt. beträgt.
5. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerstand mit dem negativen Temperaturkoeffizienten so bemessen ist, daß er im kalten Zustand ca. 10 kSt., im warmen Zustand dagegen nur 200 Ohm beträgt, wenn der Widerstand parallel zum Siebkondensator ca. 20 kSt. beträgt.
6. Anordnung nach Anspruch 3 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerstand mit dem negativen Temperaturkoeffizienten baulich mit dem Siebwiderstand, insbesondere der Siebdrossel, zu einer räumlichen Einheit verbunden ist.
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