DEP0054789DA - Bildbetrachter, insbesondere für Kleinbildnegative - Google Patents
Bildbetrachter, insbesondere für KleinbildnegativeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Bildbetrachter für fotografische Negative. Bei derartigen Geräten wird das Negativ durch eine Lupe betrachtet, um die Bildschärfe beurteilen und eine Auswahl treffen zu können. Insbesondere bei der Kleinbildfotografie ist es üblich, mehrere Aufnahmen vom gleichen Objekt zu machen und dann nur die schärfste und am besten getroffene Aufnahme weiterzuverarbeiten, d.h. zu vergrößern oder zu kopieren. Es ist eine bekannte Tatsache, dass man nach einem Negativ den Gesichtsausdruck einer aufgenommenen Person kaum richtig beurteilen kann. Bei der Auswahl im Negativbildbetrachter wird man deshalb sehr häufig Fehlgriffe tun und Negative vergrössern lassen, die im Positiv einen ungünstigen Bildeindruck hinterlassen, weil z.B. der Gesichtsausdruck unnatürlich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde im Bildbetrachter von dem Negativ einen, wenn auch unvollkommenen, aber für die Zwecke der Auswahl durchaus ausreichenden positiven Bildeindruck zu vermitteln. Ein solcher entsteht, wenn man das Negativ in einer in der Mikroskopie bekannten Dunkelfeldbeleuchtung betrachtet. Es wird dabei die meist recht geringe Reflexionsfähigkeit des Silberkorns ausgenutzt, sodass die geschwärzten Bildteile je nach der Beleuchtungsstärke mehr oder weniger hell, d.h. grau, aussehen, während die klaren Negativstellen vor dem Dunkelfeld schwarz erscheinen. Das Dunkelfeld kann z.B. auch mittels Durchlicht und Auflicht von komplementärer Farbigkeit erzeugt werden. Es ist jedoch wesentlich, dass das Negativ von der Schichtseite her betrachtet wird, wodurch zwar ein seitenverkehrtes Bild entsteht, das man aber durch Einschalten eines Betrachtungsspiegels umkehren kann. Bei Auflicht-Dunkelfeld-Beleuchtung kommt es darauf an, dass Blickrichtung und Lichteinfall im richtigen Winkel zueinander liegen. Es hat sich gezeigt, dass der günstigste Positiveindruck erzielt wird, wenn der Winkel
zwischen Blickrichtung und Lichteinfallsrichtung zwischen 45° und 55° beträgt. Es ist ferner von Vorteil, wenn die Blickrichtung ausserhalb der Lichteinfallsebene liegt.
Zweckmässigerweise kann man den Bildbetrachter so ausbilden, dass eine Umschaltung von Dunkelfeldbeleuchtung auf Hellfeldbeleuchtung bzw. Durchlicht möglich ist. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden anhand einer schematischen Abbildung näher erläutert.
In einem Gehäuse 1 das eine schräge Einblicköffnung mit einer Betrachtungslupe 2 aufweist ist bei 3 ein Träger 4 schwenkbar gelagert. Der Träger 4 besitzt einen Ausschnitt 5 mit Führungsschienen 6 in die das Filmnegativ so eingeschoben wird, dass die Schichtseite innen liegt. In Ausbuchtungen 7, 7' der Seitenwände 8, 8' des Trägers 4 sind kleine Röhrenglühlampen 9, 9' untergebracht, die etwa unter einem Winkel von 45 - 55° die Schichtseite des Filmnegatives beleuchten. Unterhalb der Lampen 9, 9' ist auf dem Träger 4 ein Betrachtungsspiegel 10 angebracht, der den im Ausschnitt 5 liegenden Film durch die Linse 2 zu betrachten gestattet. Das Negativ erscheint dadurch, obwohl es von der Schichtseite her angesehen wird, seitenrichtig. Hinter dem Ausschnitt 5 bildet das Gehäuse 1 einen Dunkelraum 11. Am Boden des Gehäuses 1 ist eine mattweisse Fläche 12 vorgesehen. Betrachtet man das Negativ bei der gezeichneten Stellung des Trägers 4, so erscheint es in Dunkelfeldbeleuchtung als Positiv. Durch die glasklaren Stellen des Negativs sieht man in den Dunkelraum 11, während die gedeckten Stellen des Negativs das Licht der Lampen 9, 9' mehr oder weniger reflektieren, also gegenüber den klaren Stellen hell erscheinen. Der Effekt ist am besten bei feinkörnigen schwach gedeckten Negativen, wie sie in der Kleinbildfotografie wegen der guten Vergrösserungsfähigkeit bevorzugt werden. Bekanntlich ist die Farbe des entwickelten Silberkorns bei
manchen Entwicklern nicht rein schwarz, sondern dunkel silbergrau. Negative, die in solchen Entwicklern behandelt worden sind, ergeben auch bei stärkerer Deckung im Dunkelfeld einen guten Positiveindruck.
Schwenkt man den Träger 4 in die gestrichelte Lage, so kann man durch die Linse 2 das Negativ von der unbeschichteten Seite betrachten. Im Spiegel 10 ist hinter dem Bild die weisse Fläche 12 sichtbar, sodass ein normaler Negativeindruck entsteht.
Claims (7)
1. Bildbetrachter für fotografische Negative, dadurch gekennzeichnet, dass er mit einer bei Mikroskopen bekannten Einrichtungen zur Dunkelfeldbeleuchtung ausgestattet ist.
2. Bildbetrachter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dunkelfeld mittels Durchlicht und Auflicht von komplementärer Farbigkeit erzeugt wird.
3. Bildbetrachter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtseite des Negatives dem Auge zugekehrt und zur Erzielung eines seitenrichtigen Bildeindruckes zwischen Schicht und Auge ein Betrachtungsspiegel (10) eingeschaltet ist.
4. Bildbetrachter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Einfallswinkel des Auflichtes (9, 9') so gewählt ist, dass es mit der Blickrichtung Winkel zwischen 45° und 55° bildet.
5. Bildbetrachter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Blickrichtung ausserhalb der Lichteinfallsebene liegt.
6. Bildbetrachter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Umschaltvorrichtung vorgesehen ist, die eine wahlweise Einschaltung des Dunkelfeldes und eines Hellfeldes gestattet.
7. Bildbetrachter nach Anspruch 3 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Negativhalter (5, 6), der Betrachtungsspiegel (10) und eine Beleuchtungslampe (9, 9') auf einem gemeinsamen, schwenkbar gelagerten Träger (4) angebracht sind.
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