DEP0049017DA - Verfahren zur Titration chemischer Lösungen - Google Patents
Verfahren zur Titration chemischer LösungenInfo
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Description
2. Ausfertigung.
Dr. Gerd Laves,
(23) Bremen 11,
Osterdeich 198.
(23) Bremen 11,
Osterdeich 198.
Anmeldung vom 14.7.49.
45
Eingegangen am 15.7.49, 8 Uhr.
Aktenzeichen: ρ 49 017 IXb/4-2 1 13.
Aktenzeichen: ρ 49 017 IXb/4-2 1 13.
Viele bekannte chemische Titrationsverfahren beruhen darauf, daß man zunächst der zu titrierenden Lösung einen Indikator zusetzt,
der anzeigen soll, wann beim Titrieren mit einer eingestellten Normallösung eine Reaktion einen bestimmten Wert (z.B.
den Neutralpunkt) erreicht hat. Als Beispiele seien einmal die Titration einer alkalischen Lösung mit einer eingestellten Lösung
einer Säure oder umgekehrt nach Zusatz von Phenolphthalein oder Methylorange als Indikator, zum anderen die Titration einer
Jodlösung mit einer eingestellten Natriurathiosulfatlösung nach Zusatz von fStärkelösung als Indikator angegeben.
Die Erfindung betrifft demgegenüber ein vereinfachtes Verfahren zur Titration chemischer Lösungen. Das Wesen der Erfindung ist
darin zu erblicken, daß die Indikatoren nicht mehr gesondert zugegeben werden, sondern^- daß die Indikatoren in passender Menge,
gegebenenfalls unter Zusatz eines Lösungsmittels, bereits vorher in den eingestellten Lösungen, mit denen titriert werden
soll, enthalten sind. Als Beispiele seien unter anderen genannt: Eingestellte Lösungen von Säuren mit einem Gehalt an Phenolphthalein
zur Titration von Laugen oder eingestellte Lösungen von Alkali mit einem Gehalt an Methylorange zur Titration von Säuren
(Alkalimetrie), oder eingestellte Lösungen von Natriumthiosulfat mit einem Gehalt an Stärke oder Indigocarmin zur Titration von
Jod u. dergl. (Jodometrie bzw. Oxydimetrie). Auch in der volumetrische Pällungsanalyse sowie bei Rücktitrationen läßt sich das
neue Verfahren anwenden.
Nachstehend soll aus der Vielzahl der möglichen Anwendungen der indikatorhaltigen Normallösungen in der Praxis nur 1 Spezialfall
für die Untersuchung von Kesselwasser als Beispiel herausgegriffen werden.
Zum Schutze von Dampfkesseln gegen Korrosionen soll das Kesselwasser stets eine in gewissen Grenzen liegende Alkalität haben.
Diese soll, um erstere zu vermeiden, einmal nicht zu niedrig, zum anderen aber auch nicht zu hoch sein. Um stets einen praktischen
Vergleich zu haben, wurde die sogenannte Alkalitatszahl eingeführt, die für die verschiedenen Arten von Kesseln verschieden
hoch liegt und ständig gemessen werden soll.
Nach den bisher bekannten Verfahren wurde nun, um die Alkalität von Kesselwasser zu messen, im allgemeinen eine bestimmte Menge,
meist 100 ecm, nach Zusatz von Phenolphthalein-LÖsung als Indikator mit einer eingestellten Säurelösung, meist VlO normaler
Salzsäure, titriert und aus der Anzahl der verbrauchten ecm an Säure der sogenannte P-Wert ermittelt. Aus diesem ergab sich
durch Multiplikation mit 40 die Alkalitätszahl.
Dr. Gerd Laves,
(23) Breraen 11,
Osterdeich 198.
(23) Breraen 11,
Osterdeich 198.
Anmeldung vom 14.7.49.
Eingegangen am 15-7.49, 845 Uhr.
Aktenzeichen: ρ 49 017 IXb/42 1 D.
Diese Titration läßt sich nun einfacher nach dem neuen Verfahren durchführen, indem man das Kesselwasser direkt mit der eingestellten,
indikatorhaltigen Säurelösung titriert, wobei die ersten Tropfen der zugegebenen Säurelösung infolge ihres Gehaltes
an Indikator (z.B. Phenolphthalein) durch das noch überschüssig vorhandene Alkali des Zesselwassers bereits eine Färbung (im
Falle des Phenolphthaleins eine Rosa- bzw. Kotfärbung) hervorrufen, die erst dann verschwindet bzw. einen Umschlag zeigt,
wenn das Alkali durch mehr zugegebene Säure verbraucht ist.
Dies ist nur ein Beispiel aus der Vielzahl der möglichen Anwendungen der eingestellten, indikatorhaltigen Uormal-lösungen,
wobei die "Indikatoren" nicht nur ein oder mehrere Farbstoffe sein können, sondern auch andere Stoffe wie z.B. Stärke oder
Metallsalze u.s.w.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Titration chemischer Lösungen, dadurch gekennzeichnet, daß eingestellte Lösungen benutzt werden, die bereits mit einem oder mehreren Indikatoren versetzt sind.
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