DEP0044312DA - Verfahren zum Schlichten von Garnen - Google Patents

Verfahren zum Schlichten von Garnen

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DEP0044312DA
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Authority
DE
Germany
Prior art keywords
phosphoric acid
salts
sizing
stiffening
sizing yarn
Prior art date
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Joseph Dr. Frankfurt/Main Nüsslein
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
GEA Group AG
Original Assignee
Metallgesellschaft AG
Publication date

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Description

Das Schlichten von Garnen hat die Erleichterung des Webevorganges zum Ziele. In der Regel bedient man sich verklebender und steifender Mittel, z.B. Leim, Stärke, Dextrin, Pflanzenschleime u.ä. oder auch synthetischer Stoffe mit ähnlicher Wirkung, z.B. wasserlöslicher Polyvinyl- oder Polyacrylderivate. Neben der steifenden Wirkung sind es vor allem die verklebenden Effekte, die in einem Faden die einzelnen Fasern zusammenhalten sollen, sodass beim Durchgang durch Weblitze und Riet die Fäden nicht beschädigt werden können. Glättende und weichmachende Zusätze in Form von emulgierten Oelen, Wachsen usw. sind üblich.
Es wurde nun gefunden, dass man zu ausgezeichneten Schlichteffekten kommt, wenn man Garne aus Baumwolle oder Kunstseide, - gleichgültig, ob aus Langfaser oder Stapelfaser -, Wolle oder gemischten Materialien an Stelle der oben genannten steifenden und verklebenden natürlichen oder auch synthetisch hergestellten Stoffe mit Lösungen behandelt, die Ester der Phosphorsäure mit hydroxylhaltigen oberflächenaktiven Verbindungen in Form ihrer Estersäuren oder Salze enthalten. Die freien Estersäuren und ihre Salze lassen sich in Wasser lösen bzw. in Wasser kolloidal verteilen und geben beim Trocknen auf der Faser seifenartige Gele von grosser innerer Zähigkeit. Dies äussert sich in einer steifenden und verklebenden Wirkung, wie sie beim Leim, löslicher Stärke oder Polyvinylalkohol bekannt ist.
Der Zusatz von fettenden und glättenden Mitteln, wie Öl- oder
Talgemulsionen ist technisch zwar nicht nötig, aber aus wirtschaftlichen Gründen oft empfehlenswert. Wenn die Mitverwendung von wasserunlöslichen Oelen, Fetten oder Wachsen beabsichtigt ist, kann die Emulsion durch die Phosphorsäureester selbst bewerkstelligt werden.
Da die einzelnen Individuen dieser Körperklasse in ihren verfestigenden, glättenden und verklebenden Eigenschaften recht beachtliche Unterschiede aufweisen können, kann man durch geeignete Auswahl oder durch Mischung mehrerer Produkte recht vielfältige Effekte erzielen.
Statt der üblichen Alkalisalze kann man auch Erdalkali- oder Schwermetallsalze verwenden; solche sind besonders dann von Wert, wenn man wasserunlösliche Faserüberzüge, die in der Ware verbleiben sollen, erzielen will.
Die genannten Phosphorsäureester bzw. ihre Salze können auch in Kombination mit den hierfür üblichen steifenden, verklebenden oder weichmachenden Mitteln wie Stärke, Leim, Dextrin u.dgl. angewendet werden.
Besondere Vorteile der Verwendung der Phosphorsäureester bzw. ihrer Salze bestehen in der vorzüglichen Durchdringung der Garne in Folge der ausgezeichneten <Nicht lesbar> sodass man sogar Spulen oder Kettbäume so schlichten kann, so wie der leichten Auswaschbarkeit, die die Anwendung besonderer Entschlichtungsmittel überflüssig macht. Nur bei der Entwicklung wasserunlöslicher Produkte, z.B. Aluminium-, Kalzium-, oder Eisensalze, muss die Entschlichtung durch besondere Massnahmen, z.B. durch die Verwendung von Dis- pergiermitteln, Spaltung der Salze durch Säure, Anwendung von Komplexbildnern, z.B. iminotriessigsaures Natrium usw. herbeigeführt werden.
Als Phosphorsäureester, die im Sinne der Erfindung in Betracht kommen, sind folgende Ester der Orthophosphorsäure zu betrachten:
a) solche, die durch direkte Phosphatierung oberflächenaktiver Verbindungen, die eine oder mehrere OH-Gruppen tragen, entstehen, wobei primäre und sekundäre Estersäuren gebildet werden können.
b) solche, die die oberflächenaktiven Komponenten über ein Zwischenglied, z.B. einen Glykol-, Glycerin-, Polyglykol- oder Zuckerrest mit dem Phosphorsäurerest gebunden enthalten.
Beispiel 1) Feines Baumwollgarn wird in Form eines Kettbaumes durch die Lösung von 2 g/l des Natriumsalzes des primären Phosphorsäureesters aus Oleylglykol geführt, getrocknet und verwebt.
Beispiel 2) Kupferkunstseide wird in Kett- oder Strangform mit einer Lösung von 1,5 g des Natriumsalzes des sekundären Phosphorsäureesters, der durch Umsetzung von 2 Mol Oktadecylalkohol mit 1 Mol Phosphoroxychlorid in bekannter Weise erhalten wird, imprägniert und getrocknet. Es resultiert sein sehr guter Fadenschluß mit guter Verwebbarkeit.
Beispiel 3) Zu der Lösung von 10 g/l Stärke wird ein g/l des Natriumsalzes des sekundären Phosphorsäureesters aus Dibutylphenol-Polyäthylenglykol (5 Äthylenoxydreste) hinzugesetzt und damit eine Kette aus Viskosekunstseide geschlichtet. Fadenschluß und Verwebbarkeit sind sehr gut.
Beispiel 4) Eine Wollkette wird bei pH = 6 mit einer Lösung von 4 g/l des teilweise neutralisierten sekundären Phosphorsäureesters mit Cetylalkohol + 3 Glykolresten geschlichtet. Trotz saurer Reaktion, die der Haltbarkeit der Wollfaser sehr günstig ist, wird ein guter Schlichteffekt erzielt.

Claims (2)

1. Verfahren zum Schlichten von Garnen, gekennzeichnet durch die Verwendung von Lösungen der primären oder sekundären Phosphorsäureester hydroxylhaltiger oberflächenaktiver Verbindungen der Form ihrer Estersäuren oder Salze.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Mitverwendung der bekannten steifenden, verklebenden oder weichmachenden Mittel.

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