DEP0021327DA - Verfahren zur Herstellung eines hochwertigen Halbhydratgipses - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines hochwertigen HalbhydratgipsesInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines hochwertigen Halbhydratgipses. Erfindungsgemäß findet das sogenannte Mahltrocknungsverfahren Anwendung. Bei der Mahltrocknung wird das zu trocknende bzw. zu entwässernde Gut in einer Mühle fein vermahlen. Während der Mahlung wird die Mühle von einem entsprechend hoch erhitzten Luftstrom durchzogen, der die fein genug gemahlenen Teilchen des Mahlgutes in vertikal nach oben gerichtetem Strom mit fortführt, hierbei trocknet bzw. entwässert und Teile des Mahlgutes, die nicht hinreichend genug gefeint sind, in die Mühle zurückfallen läßt.
Es ist auch bereits versucht worden, das gleiche Prinzip bzw. die gleiche Vorrichtung für die Herstellung eines abbindefähigen Gipses aus Gipsgestein zu verwenden. Die entsprechenden Versuche haben jedoch kein befriedigendes Ergebnis gehabt. Es entstand stets ein Gipserzeugnis, das neben beschränkten Mengen Halbhydratgips beträchtliche Anteile an totgebranntem Gips einerseits, nicht entwässertem Doppelhydrat andererseits enthielt.
Die vorliegende Erfindung zeigt nun die Möglichkeit, nach dem Mahltrocknungsprinzip Halbhydratgips herzustellen, der in seinen Eigenschaften normalem Stuckgips, Modellgips, Baugips (Kocher- und Ofengipse) überlegen ist. Das Erzeugnis gemäß dem Verfahren der Erfindung besteht praktisch ausschließlich aus Halbhydrat. Bemerkenswert ist weiter, daß nach dem neuen Verfahren sowohl Gipsgestein als auch Doppelhydrat-Abfallgips verarbeitet werden kann.
Erfindungsgemäß wird als Erhitzungs- und Entwässerungsmittel überhitzter Wasserdampf benutzt, der mit einer Temperatur von 150-200° in die Mühle eingeleitet wird. Die Temperatur des Dampfes und die Menge bzw. die Strömungsgeschwindigkeit sind dabei so einzustellen, daß der aus dem Cyklon nach Abscheidung der Gipsteilchen entweichende Dampf noch eine Temperatur von mehr als 110°C aufweist. Es ist zur Verhinderung eines unerwünschten Temperatur-Abfalls zweckmäßig, die Mühle und alle Leitungen bzw. sonstigen Apparaturteile mit Wärmeschutzmitteln, z.B. mit Schlackenwolle, Glaswolle, Kieselgur u.dgl. gut zu isolieren.
Bei Benutzung von überhitztem Wasserdampf gibt allein Gewähr für die Erzeugung eines hochwertigen Gipsproduktes. Nur mit Hilfe von Wasserdampf ist es möglich, die zur Entwässerung erforderlichen, recht beträchtlichen Mengen an Wärme an die Mühle bzw. das Mahlgut heranzubringen, ohne zu übermäßig hohen Temperaturen greifen zu müssen. Außerdem wird bei Wasserdampfverwendung nicht wie bei der Stuckgipsherstellung im Kocher o.dgl. eine Entwässerung herbeigeführt, sondern eine Umkristallisation des Doppelhydrates in Halbhydrat unter Freilegung von 1 1/2 Mol Wasser je Mol CaSO(sub)2 mal 2H(sub)2O bewirkt. Das freigelegte Wasser muß dann verdampft werden. Unter dem Mikroskop sind die Unterschiede der verschiedenen Gipse deutlich erkennbar. Während Kochergips im wesentlichen die Struktur des Doppelhydrates erkennen läßt, zeigt der mit Wasserdampf behandelte Gips praktisch ausschließlich Nadel- bzw. Leistenform, d.h. läßt die Natur des Ausgangsgutes nicht mehr erkennen. Deshalb ist es beim Verfahren gemäß der Erfindung möglich (nach den älteren Arbeitsweisen nicht), auch von Doppelhydrat-Abfallgipsen, also alten Gipsformen usw. auszugehen.
Es möge schließlich noch erwähnt werden, daß es zweckmäßig ist, der Mühle, in der die Feinmahlung vorgenommen wird, ein Rohmaterial aufzugeben, das in einer vorgeschalteten Mahl- bzw. Brecheinrichtung vorgebrochen bzw. vorgeschrotet ist.
Claims (1)
- Verfahren zur Herstellung eines hochwertigen Halbhydratgipses nach dem Prinzip der Mahltrocknung, wobei Wasserentzug und Abführung des Mahlgutes hinreichender Feinheit gleichzeitig mit der Vermahlung bzw. in unmittelbaren Anschluß daran bewirkt wird, dadurch gekennzeichnet, daß als Erhitzungs-, Entwässerungs- und Fördermittel überhitzter Wasserdampf mit einer Temperatur von 150 - 200°C benutzt wird.
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