DEP0012749DA - Beschleunigung des Abbindens hydraulischer Stoffe - Google Patents
Beschleunigung des Abbindens hydraulischer StoffeInfo
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Description
Beschleunigung des Abbindens hydraulischer Stoffe,
Es ist bekannt, das Abbinden hydraulischer Stoffe .damit hergestellter Gegenstände durch Wärmezufuhr zu beschleunigen»
Diese Wärmezufuhr erfolgt iη der Regel von außen. Es wurde auch schon vorgeschlagen, die Wärmezufuhr von innen zu
bewirken und zwar dadurch, daß durch den Gegenstand Wechselstrom hindurchgeleitet wurde. Das Verfahren, Wärme von außen zuzufüJ-ren,
hat sich in der Praxis nur in geringem Umfange einführen können,da die Durchführung dieses Verfahrens naturgemäß auf
große Schwierigkeiten stößt. Hinzu kommt noch, daß sich der Temperaturabfall von der Oberfläche zum Kern des Gegenstandes
nachteilig auf die Erhärtung insofern auswirkt, als die oberflächennahen Schichten wesentlich früher atibinden und auch austrocknen
als der Kern und durch diesen Umstand den weiteren Wärmezufluß zur Mitte hemmen, insbesondere, wenn Füllstoffe in dem
Gegenstand vorhanden sind,die wärmedämmend wirken. Diese Verhältnisse bedingen, daß keine wesentliche Temperaturzunahme
im Kern festgestellt werden kann, auch wenn die gesteigerten Oberfl äclientemperat Liren längere Zeit aufrecht erhalten werden·
Außerdem wirken die hohen Temperaturen in den oberflnchennahen Schichten infolge der Verdampfung der Abbindeflüssigkeit schädlich,
da diese Schichten mangels ausreichender Abbindeflüssigkeit nicht genügend erhärten, abplatzen oder hart, spröde und
brüchig werden, während der Abbindeprozeß im Jnnern noch nicht beendet ist oder sogar erst begonnen hat. Auch die Erwartungen,
die an eine Beschleunigung des Abbindens durch Hmdurchleiten von Wechselstrom geknüpft wurden, hsben sich nicht erfüllt
und bislang nicht zu befriedigenden Ergebnissen geführt. Das nicht befriedigende Ergebnis ist via? allem darin zu suchen, daß
beim Erwärmen über 75 G die Verdampfung des Wassers der Anmach·1 flüssigkeit in die abbindenden Massen schädigendem Maße erfolgt
und bei zu großem Anwnrmungsfortsoh-ritt poröse oder sogar rissige
Kunststeinkörper zur Folge hat» Andererseits ist vorgeschlagen worden,die Anwärmung bis 50 0 24 Stunden hinzuziehen und die
Stromdurohleitung durch etliche Tage bei Einhaltung von Temperaturen unter 5O0C weiterzuführen. Diese Verfahren sind außerordentlich
unwirtschaftliche Es ist auch s chon vorgeschlagen worden, aus Zement hergestellte poröse Leichtsteine bei einer erhöhten,
aber unterhalb von 100 G liegenden Temperatur einer Feuchtbehandlung zuiunterziehen und dann zu trocknen. Aber auch dieses
Verfahren, das in der Praxis abgetetndelt und auf nicht poröse Betonkörper angewendet wurde,hat sich ni-cht durchsetzen kSnnens
insbesondere deshalb nicht, weil diese Verfahren viel zu raum- und zeitraubend sind»
Ausgedehnte Versuche haben nun zu dem überraschenden Ergebnis geführt,6&S, es in einfacher und sicherer Weise möglich
ist,eine in jeder Beziehung befriedigende und technisch einfach durchzuführende Abbindebeschleunigung mit Hilfe der
Durchleitung von elektrischem Strom zu erzielen, ?;enn erfindungs — gemäß der elektrische Strom in begrenzter Zeitdauer und in solcher
Stärke diirchgeleitet wird,daß im Innern des Gegenstandes TeniperSrfttfeBi(*von60 bis 75 0 nicht wesentlich überschritten
werden.
So ergaben sich z.B. bei Kunst st einmischungen, die im Volumenverhältnis 1 '. 4 zusammengesetzt waren,nach dreistündiger
Durchleitung von Wechselstrom, unter Einhaltung des vorstehend angegebenen Temperaturbereiches, Abbinde- und Erhartungseigenschaften
nach weiteren drei Tagen Lagerung an der Luft mit Festigkeiten,wie sie bei üblicher Abbindung erst nach 21 bis 28
Tagen festzustellen sind.
Je nach der Größe der zu behandelnden Werkstücke ist die Anvnrmezeit dem Temperaturfortschritt weitgehendet anzupassen,
um spannungsfreie Körper zu erhalten,wobei die anzuwendende Stromdichte und auch die Stromspannung den Erfordernissen des
Abbindevorganges entsprechend anzupassen ist.So v;urde z.B.ein Hohlkörper von der Größe 30 χ 35 x 33 cm,der aus einer Mischung
von 12 kg Hochofenzement und BC kg Kalksteinsand Tas^. Splitt
O - 8 mm hergestellt wurde, and der im Innern hei Beginn der Stromdurchleitung eine Temperatur von 23 C aufwies, mit 10 C
je 10 Liinuten Temperaturanstieg angewärmt und dann 2 Stunden auf Temperaturen von 60 bis 75 C durch Herabminderung der Stromdichte
gehalteneJedenfalls ergibt sich erfindungsgemäß, daß die Stromdichten und Stromspannungen - je nach Fortschritt des
Abbinde- und Brhartungsvorganges - so zu wählen sind, daß die Temperatur der abbindenden Masse 60 bis 75 G betragt T5ÄwCnicht
wesentlich übersteigt „Ein besonderer "Vorteil des Verfahrens · nach der Erfindung ergibt sich gegenüber allen bekannten Verfahren
dadurch, daß es infolge der vollständig gleichmäßigen Durchwärmung der Masse nicht erforderlich istybesondere Massnahmen*
wie Luftabschluß, zur Verhinderung der Austrocknung der abbindenden Masse zu treffen»Ee ist lediglich zur Vermeidung von W-Hrmeverlusten
zweckmäßig,wärmedämmende idassnahmen vorzusehen, um die Abstrahlung der Wärme nach aussen zu verhindern. Hierdurch ergibt
sich eine Stromersparnis .Es hat sich, hierbei als besonders vorteilhaft erwiesen,die erwärmten Körper nach -Beendigung der
Stromdurchleitung etwa bis zu 10 Stunden in der wärmedjammenden Umhüllung zu belassenoHiersu können die Formlinge te«.Gegenstände
in Kanälen mit wärmed-'-immenden Wandungen belassen w erden» auch kann in diesem Zusammenhange nachdem Fließverfahren gearbeitet
vtferden.
Die Zeichnung zeigt in Fig. 1 bis 4 einige Ausführungsbeispiele für das Verfahren nach der Erfindung«
Jn Fig.l und 2 sind solche 'wärmedämmenden Ivüaßnahmen für das
Fließverfahren und
in .Fig.,3 und 4 für die Einzelanfertigguag von Betonkörpern dargestellt.
in .Fig.,3 und 4 für die Einzelanfertigguag von Betonkörpern dargestellt.
Jn Fig.l ist der Betonkörper f zwischen owei Blechelektroden c gebracht,wobei die untere Elektrode auf einem mit Laufrollen b
versehenen Vägelchen montiert ist,das auf Schienen a fortbewegt wird »Die Stromübertragung erfolgt von den. Schienen d mittels der
Stromabnehmer e auf die Elektrodenplatten0Die jeweils geformten und ent schal ten Gegenstände werden nun auf dem V/;· gelchen in den
-kanal von Pall zu Pall eingeschoben und in ihm vorwärts bewegt. Der Kanal,der aus Ziegeln? hergestellt ist and am Eingangsund
Austragsende mit einer Falltür ausgestattet ist, ist mit einer Schicht wärmedämmender Stoffe h umgeben., Diese trägt wiedff
eine Ummantelung i aus üblichem Zementputz o.dgl*
Nach Pig.3 und 4 werden einzeln hergestellte und entformte Betonkörper k zwischen zwei Elektroden i aus Blech der
Abbindung überlassen. Dabei besteht die wärmedämmende Umhüllung aus einem lasten ohne Boden und Deckel* Die Umhüllung stellt
einen doppelwandigen Kasten aus HolzTdar, dessen Zwischenräume mit wärmedämmenden Stoffen m, wie Holzwolleleichtbauplatten,
Schlackende«*!. Glaswolle o.dgl. ausgefüllt ist» Die Stromzuführung zu den ü'ormkörpern k, die durch die Blechelektroden i
erfolgt, ist mit η gekennzeichnet. Der entschalte Betonkörper bleibt während des Durehleitens des elektrischen Stromes und
auch zur Nacherhärtung etwa 10 Stunden in -dieser Umhüllung» Die Anwendung der Erfindung ermöglicht die Herstellung von Körpern
und Gegenständen unter Benutzung hydraulisch er Stoffe, wie Zement, Kalk, Dolomit, letzterer auch im nicht vollständig entsäuertem
Zustande, u.dgl.., die innerhalb ganz kurz er Zeit praktisch verwendungsS hig und spannungsfrei sind.
Claims (7)
1.) Verfahren aar Beschleunigung des Abbindens hydraulischer Stoffe, wie Zement, Kalk, Magnesit, Dolomit, letztere
auch in nicht vollständig entsäuertem Zustande^ o.dgl.>ew.damit hergestellter Gegenstände unter Durchleitung von elektrischem
Strom,dadurch gekennzeichnet, daß Stromstärke und Spannung so gewählt ks*.aufrecht erhalten werden, daß die Temperatur der
Massen oder Gegenstände 60 bis 75 G nicht wesentlich überschrei tet.
2.) Verfahren nach Anspruch I1 dadurchg ekennzeichnet, daß die Stromdurchleitung·, die sich nach d er Größe der au behandelnden
Masse richtet, nur kurze Zeit, z.B. einige Stunden, aufrqcht erhalten wird.
3·) Verfahren nach Anspruch 1 oder 2. dadurchgekennzeichnet, daß das Aufwärmen auf 60 G allmählich erfolgt.
4.).Verfah ren nach Anspruch 3» dadurch gekennzeichnet, daß der Temperaturanstieg wahrend der Anwärmseit 1 G je Min.
nicht "!"bersteigt.
5.) Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4,dadurch gekennzeichnet, daß die zu behandelnden Massen oder Gegenstände währen
der Durchleitung des elektrischen Stromes mit wärmedämmenden Umhüllungen versehen werden.
6.) Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Abbinde- und firhärtungsvorgang der Gegenstände
in Kanälen mit wärmed=mmenden Wa.ndi.mgen, gegebenenfalls im Fließ verfahren, erfolgt,
7.) Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6,dadurch cekennzeichnet, daß die. Massen te*w.Gegenstände nach Aufhören der
otr.omdurchleitung längere Zeit,zweckmäßig in 7 bis 10 Stunden, vor Wärmeabstrahlung geschützt werden.
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