DEP0010909DA - Elektrokrampfgerät - Google Patents
ElektrokrampfgerätInfo
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Description
Bei der Behandlung mit Elektrokrampfgeräten wird kurzzeitig durch den Schädel des Patienten ein Wechselstromstoß geschickt, der bei richtiger Dosierung zunächst ein schlagartiges Zusammenzucken des Körpers und dann nach einer gewissen Latenzzeit einen epileptischen Krampfanfall auslöst. Sowohl die Stärke des ersten Zusammenzuckens als auch die Latenzzeit sind zwar abhängig von der Stromdosis, aber darüber hinaus bisher ungeklärten Schwankungen unterworfen, die insofern höchst unerwünscht sind, als sie zu Frakturen führen können, wenn nämlich die Anfangszuckung zu hart ist oder unmittelbar mit einem überstürzten Krampfanfall ohne Latenzzeit zusammenfällt.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß diese Schwankungen auf Veränderungen der Impulsform durch die Ein- und Ausschaltvorgänge zurückzuführen sind. Bei den bisher bekannten Behandlungsverfahren wurde immer eine Wechselspannung für eine gewisse Zeit an den Schädel des Patienten gelegt, wobei die Momente des Einschaltens und Abschaltens ganz zufällig in irgendeine Phase der Wechselspannung hineinfielen, so daß in dem einen Extremfalle die Behandlung mit einem hohen Spannungssprung, in dem anderen mit einem sinusförmigen Anstieg begann.
Nun ist aus der Elektrophysiologie die besonders starke Nervenreizung steiler Spannungssprünge bekannt, die darauf beruht, daß die Polarisation der Veränderung der Spannung nicht sofort zu folgen vermag, so daß kurzzeitig ein hoher Strom fließen kann. Deshalb müssen Wechselstromimpulse mit verschiedener Steilheit der Anfangs- und Endflanken auch in ihrer Wirkung auf das Zentralnervensystem unterschiedlich sein und zu verschiedenen Erscheinungsformen bei der Behandlung führen.
Zur Ausschaltung der beschriebenen Ungleichmäßigkeiten ist das Elektrokrampfgerät erfindungsgemäß so ausgebildet, daß der Behandlungsimpuls insbesondere stets die gleiche oder nahezu gleiche Einsatzflanke beim Einschalten aufweist. Zu diesem Zweck
kann man der Behandlungsspannung eine solche Form, insbesondere Rechtecksform geben, daß eine Veränderung der Einsatz-, womöglich auch der Endflanke, durch das Ein- und ausschalten von vorherein ausgeschlossen ist. Durch eine solche Impulsform wird möglicherweise die Reizwirkung so gesteigert, daß mit kleineren Behandlungsdosen auszukommen ist.
Weiter kann man Schwankungen der Impulsform durch die Schaltvorgänge dadurch vermeiden, daß man durch an sich bekannte schaltungstechnische Maßnahmen dafür sorgt, daß der Behandlungsimpuls in einer ganz bestimmten Phase der Spannung beginnt und endet.
Schließlich kann man auch durch Einschaltung eines Tiefpasses, insbesondere einer einfachen Drossel, eine Formbeeinflussung erreichen, die unabhängig von der Phasenlage des Ein- und Ausschaltmomentes stets die gleiche oder nahezu gleiche Einsatz- und Endflanke des Behandlungsstromes herbeiführt. Diese Lösung hat den Vorzug einer flachen Einsatzflanke und damit eines weichen Einsatzes der Reizung.
Auf der Zeichnung ist die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
Der Patient, dargestellt durch den Widerstand Rpat, ist in den Sekundärkreis eines Transformators 1 eingeschaltet, der primärseitig an das Wechselspannungsnetz angeschlossen ist. Im Behandlungsstromkreis liegt eine Drossel 2, ferner ein veränderlicher Vorwiderstand 3 zum Regeln der Behandlungsstromstärke und ein Kontakt 4 zum Ein- und Ausschalten des Behandlungsstromes. Die Drossel 2 bewirkt, daß der Behandlungsstrom, unabhängig vom Einschalt- und Ausschaltmoment, stets eine flache Anfangs- und Endflanke aufweist, wie aus Fig. 1b ersichtlich ist. Praktisch wirkt das so, als ob der Einschalt- und Ausschaltmoment in einen Nulldurchgang der Spannung gelegt wäre. Man kann letzteres auch unmittelbar durch geeignete Schaltmaßnahmen, z. B. mit Hilfe gitter-
gesteuerter Gasentladungsröhren, erreichen. Die Verwendung einer einfachen Drossel ist jedoch für den vorliegenden Zweck wegen der baulichen Einfachheit und Betriebssicherheit komplizierten Röhrenschaltern vorzuziehen.
Claims (4)
1.) Elektrokrampfgerät, gekennzeichnet durch die Verwendung an sich bekannter Schaltanordnungen, die, unabhängig vom Ein- bzw. Abschaltaugenblick der Patiententaste, stets Stromimpulse mit derselben oder nahezu derselben Einsatzflanke, vorzugsweise auch derselben Endflanke, erzeugen.
2.) Gerät nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Verwendung einer Schaltanordnung zur Erzeugung von Wechselstromimpulsen mit steiler Einsatzflanke, z. B. von Rechtecksimpulsen.
3.) Gerät nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Verwendung eines an sich bekannten Röhrenschalters, der nach Drücken der Patiententaste den Patientenstromkreis erst nach Erreichen einer bestimmten Phasenlage der Behandlungsspannung einschaltet.
4.) Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Behandlungskreis ein Tiefpaß oder eine einfache Drossel eingeschaltet ist, die unabhängig von der Phasenlage des Ein- bzw. Ausschaltmomentes eine flache Anfangs- und -Endflanke des Behandlungsstroms erzeugt.
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