DEN0006522MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 19. Dezember 1952 Bekanntgemacht am 12. April 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Abtrennung von einer oder mehreren festen Substanzen,
wie festen Kohlenwasserstoffen oder komplexen Kohlenwasserstoffverbindungen aus ihren
Gemischen (z. B. einer Suspension) mit Öl, insbesondere zum Entparaffinieren paraffmhaltiger Öle
oder zum Entfernen von Öl aus ölhaltigem Paraffin.
Es ist bereits früher vorgeschlagen worden (s. Patentanmeldung N 4890 IVc/23 b und Patentanmeldung
N 6521 IVc/23 b der gleichen Anmelderin),
feste Substanzen aus ihrem Gemisch mit öl, gegebenenfalls unter Anwendung eines Lösungsmittels
zur Abtrennung des Öles, dadurch abzuschneiden, daß man das Gemisch mit einer Hilfsphase
in Berührung bringt, die kaum oder gar nicht mit dem Öl mischbar ist, und zwar unter solchen
Umständen, daß die feste Substanz in die Hilfsphase übergeht oder daß zumindest die Hilfsphase
die Ölphase von der festen Substanz abdrängt. Die Ölphase wird dann abgetrennt und der gegebenenfalls
verflüssigte feste Stoff aus zum mindesten einem Teil der Hilfsphase abgeschieden. Der feste
Stoff wird dabei gewöhnlich zunächst von einem Überschuß an Hilfsphase befreit und anschließend
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N 6522 IVc/23 b
■ zusammen mit dem Rest der Hilfsphase erwärmt, bis der feste Stoff schmilzt, worauf die beiden
- flüssigen Phasen, z. B. durch Dekantieren, voneinander getrennt werueh.
:-5:: Die Durchführung dieses Verfahrens erfordert
jedoch im allgemeinen einen beträchtlichen Aufwand für das Erwärmen und Kühlen; unter gewissen
Umständen tritt dabei ein bemerkenswerter Lösungsmittelverlust ein.
ίο Das Verfahren nach der Erfindung ermöglicht es
nun, die Kosten für das Kühlen und Erwärmen und bzw. oder den Verlust an Öllösungsmittel (falls
ein solches angewandt wird) auf einem möglichst niedrigen Stand zu halten.
Gemäß dem Verfahren, nach der Erfindung kann dies dadurch erreicht werden, daß man zum mindesten einen Teil der benutzten Hilfsphase mit dem
zu behandelnden Öl oder dem Gemisch von öl und Feststoff in Berührung bringt, und zwar vorzugsweise
im Gegenstrom.
Soll eine während der Durchführung des Verfahrens erwärmte wäßrige Hilfsphase im Gegenstrom
für das Verfahren benutzt werden (wobei diese Phase beispielsweise anfällt, wenn der feste
Stoff durch Erwärmen des Gemisches Feststoff und Hilfsphase verflüssigt und dann von der Hilfsphase
abgetrennt wird), so wird es sich oftmals als vorteilhaft erweisen, die Hilfsphase zuvor in einem
Kühlturm zu kühlen.
In den erwähnten älteren Patentschriften findet sich eine ausführliche Beschreibung der Art und
Weise, wie der' feste Stoff in die Hilfsphase übergeführt oder zum mindesten wie die Ölphase durch
die Hilfsphase ersetzt.1 werden kann. Dort ist auch eine genauere Darstellung des Prinzips, auf
welchem diese Arbeitsweise beruht, gegeben, wobei den Beschreibungen; zu diesen Patentschriften verschiedene
technische Einzelheiten zu entnehmen sind.
Bei der Durchführung der in den genannten Patentschriften niedergelegten Verfahren wird zum
Schluß eine gewisse Menge gebrauchter, gegebenenfalls erwärmter Hilfsphasen erhalten. Es dürfte im
allgemeinen wünschenswert erscheinen, diese Hilfsphase in das Verfahren zurückzuführen, um dadurch
oberflächenaktive Stoffe und möglicherweise andere ebenfalls in dieser Phase anwesende Stoffe,
wie Demulgierungsmittel und Alkalilösung, einzusparen; manchmal jedoch erscheint es vorteilhafter,
stets frische Hilfsphase zu verwenden.
Gewöhnlich wird der größere Teil der Hilfsphase in den Prozeß zurückgeführt und ein Teil der Hilfsphase
aus dem- Kreislauf entweder kontinuierlich oder in Teilmengen abgezogen. Die Hilfsphase wird
sich nämlich allmählich mit unerwünschten Stoffen, wie Naphthensäuren, Phenolaten usw., anreichern;
um die Konzentration dieser Verunreinigungen niederzuhalten, kanö ein Teil der Hilfsphase abge-
'■■-'" zogen und entweder in Teilmengen oder kontinuierlieh
durch frische Hilfsphase ersetzt werden.
Wenn bei dem Verfahren ein Lösungsmittel für das öl benutzt wird, wird sich das Lösungsmittel
fast immer bis zu-einem gewissen Grad in der Hilfsphase^ lösen bzw. darin, in Form einer Emulsion
erscheinen.
Wird die Hilfsphase im Verlauf des Verfahrens, beispielsweise um die nachfolgende Abtrennung des
(verflüssigten) festen Stoffes zu unterstützen, erwärmt, so verbraucht diese Erwärmung eine beträchtliche
Energiemenge, wobei dann das Kühlen, dem die Hilfsphase vor ihrer Zurückführung in den
Prozeß unterworfen werden muß, weitere Energie kostet. . .
Um die Kosten für das Kühlen zu verringern, könnte man einen Kühlturm anwenden, worin das
Kühlen durch teilweise Verdampfung der Hilfsflüssigkeit infolge eines daran entlang geführten
■'Lüftstromes·. durchgeführt wird. Die Anwendung
eines solchen Kühlturmes kann praktisch natürlich nur in solchen Fällen in Betracht kommen, wo eine
wäßrige Hilfsphase verwendet wird. Wird jedoch in diesem Fall ein Lösungsmittel verwendet, das
einen dem Dampfdruck des Wassers gleichen oder einen höheren Dampfdruck aufweist, was praktisch
bei jedem Lösungsmittel der Fall ist, so verdampft der größere Teil des in der Hilfsphase anwesenden
Lösungsmittels im Kühlturm.
Durch Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung läßt sich nun eine beträchtliche Einsparung
an Energie oder Lösungsmittel bzw. an beiden gleichzeitig erreichen.
Dies geschieht dadurch, daß der aus dem Verfahren abzuziehende Anteil an Hilfsphase auf geeignete
Weise mit Öl (bzw. einem Öl-Feststoff-Gemisch) in Berührung gebracht wird, das noch nicht
behandelt ist, wobei die in der Hilfsphase vorhandene Menge Lösungsmittel beinahe quantitativ in
das Öl übergeht.
■ Das Kühlen der Hilfsphase erfolgt dadurch, daß man erwärmte Hilfsphase mit noch zu behandelndem
Öl bzw. Ausgangsgemisch in Berührung bringt. Dadurch wird zugleich das Ausgangsgemisch erwärmt,
was beispielsweise bei der Entparaffinierung von öl von Vorteil ist, da das ursprüngliche
Öl-Paraffin-Gemisch, insbesondere bei Abwesenheit eines Lösungsmittels, in der Regel bis zur Bildung
einer einzigen flüssigen Phase erwärmt und erst später gekühlt wird.
Wenn ein Kühlturm der oben angegebenen Art benutzt wird, läßt sich auf Grund der als erstes
darin durchgeführten Berührung mit dem Öl ein Lösungsmittelverlust während des Kühlens der
Hilfsphase vermeiden.
Soll das Lösungsmittel aus der Hilfsphase in das noch zu behandelnde öl übergehen, so wird das Öl
vorzugsweise zunächst mit der gebrauchten Hilfsphase in Berührung gebracht, während das Lösungsmittel
dem zu behandelnden Öl erst später zugemischt wird. Es ist jedoch manchmal, beispielsweise
bei der Behandlung von zähflüssigen ölen, angebracht,
schon vorher wenigstens einen Teil des Lösungsmittels zuzufügen.
Besonders günstige Ergebnisse werden erhalten, wenn Öl.bei ungefähr Zimmertemperatur entparaffiniert
wird, wie sich aus der später zu erörternden Durchführungsform des Verfahrens ergibt. Wird
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das Verfahren bei niedrigerer Temperatur durchgeführt, so kann man zum Vorkühlen einen Kühlturm
benutzen und dann die Hilfsphase in einer Kühlanlage bis zu der gewünschten Temperatur
weiter herunterkühlen.
Darüber hinaus, kann man den Wärmeaustausch :
zwischen der Hilfsphase und dem Ausgangsgemisch auch mittels' indirekten Austausches
durchführen. . ■ ·■
Die Hilfsphase wird häufig nicht mit der ganzen Menge des zu behandelnden Öls, sondern nur mit
einem Teil des Gesamtdurchflusses in Berührung gebracht.
Zwecks Abtrennung von festem Paraffin aus paraffinhaltigem Öl wird das auf die Entparaffinierungstemperatur
(z. B. 300) gekühlte Gemisch aus Ausgangsmaterial und Lösungsmittel (z. B. Dichloräthan)
in ein Mischgefäß 1 aufgegeben, dem über Leitung 11 außerdem eine wasserhaltige Hilfsflüssigkeit
zugeführt wird. Die wäßrige Hilfsflüssigkeit enthält einen oberflächenaktiven Stoff und einen
Demulgator. Nach dem Mischen, wobei vorübergehend eine Öl-in-Wasser-Emulsion gebildet wird,
läßt man die Emulsion in einem Absitzgefäß 2 zu einer öl und Lösungsmittel enthaltenden Phase
einerseits und eine Wasser und festes Paraffin enthaltenden Phase andererseits absitzen. Die Ölphase
wird über Leitung 12 abgezogen und daraus das Lösungsmittel von dem entparaffinieren Öl durch
Destillation getrennt.
Die das Paraffin mitführende wäßrige Phase wird in einen Separator 3 übergeführt, worin das feste
Paraffin soweit als möglich daraus abgeschieden wird. Dies kann beispielsweise durch Dekantieren
oder Filtrieren geschehen. Die wäßrige Phase wird über Leitung 13 urimittelbar in den Prozeß zurückgeführt.
Die soerhaltene schwammige, wasserhaltige Paraffinphase wird in einer Heizvorrichtung 4 auf
etwa 8o° erwärmt,' wobei sich zwei flüssige Schichten
bilden, die sich in einem Absitzgefäß 5 leicht voneinander trennen lassen. Das flüssige Paraffin
wird über Leitung 14 zur weiteren Behandlung
4-5 zwecks Erzeugung von festem Paraffin abgezogen.
Die heiße wäßrige Hilfsphase aus dem Absitzgefäß 5, in welcher während der Durchführung des
Verfahrens eine gewisse Menge Dichloräthan gelöst bzw. emulgiert wurde, wird nun, gemäß dem Verfahren
der Erfindung,, über Leitung 15 in eine Kolonne 6 geleitet, wo sie mit dem ursprünglichen Öl,
d. h. praktisch mit einem Gemisch aus Öl und festem Paraffin, in Berührung gebracht wird. Das
verhältnismäßig kalte Öl wird dabei über Leitung 16 zugeführt und bewegt sich im Gegenstrom mit
der heißen Hilfsphase. Dies bewirkt, daß das in der Hilfsphase gelöste Lösungsmittel (Dichloräthan)
beinahe vollständig in das Öl übergeht, darüber hinaus wird das Öl gleichzeitig in gewissem Umfang·
vorgewärmt.
Wenn in der Kolonne 6 Paraffin in die wäßrige Phase übergeht, was allerdings im allgemeinen nicht
vorkommt, ist es ratsam, das Paraffin zunächst der wäßrigen Phase zu entziehen; es kann in die Heizvorrichtung
4 übergeführt werden. . -■"·..
Die wäßrige Hilfsphase wird über Leitung 17 in
einen Kühlturm 9 aufgegeben, wo sie durch Verdampfung mittels daran entlang geführter Luft
auf die notwendige. Temperatur (300) gekühlt wird.
, Der betreffende Anteil der Hilfsphase wird über Leitung 18 in das Verfahren zurückgeführt. Über
Leitung 19 wird eine zusätzliche Menge Wasser bzw. wäßrige Hilfsphase eingeführt, um den Verlust
auszugleichen. ,
Wäre das Dichloräthan nicht in Kolonne 6 extrahiert worden, so wäre es zum größten Teil im Kühlturm
durch Verdampfung verlorengegangen. Dieser Verlust wird durch die oben beschriebenen Maßnahmen
vermieden.
Das Öl aus Kolonne 6 wird in Vorrichtung 7 mit über Leitung 20 zugeführtem Dichloräthan vermischt
und bis zur Bildung einer einheitlichen flüssigen Phase erwärmt, worauf es in der Kühl
vorrichtung 8 langsam auf 300 heruntergekühlt wird, so daß sich festes Paraffin aus der ölphase
abscheidet. Der so erhaltene Schlamm aus Öl und festem Paraffin wird ■ in das Mischgefäß 1 übergeführt.
·
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE:ι. Verfahren zum Abtrennen eines oder mehrerer fester Stoffe, wie Kohlenwasserstoffe oder komplexe Kohlenwasserstoffverbindungen, aus ihren Gemischen, z. B. einer Suspension in Öl, gegebenenfalls unter Anwendung eines Lösungsmittels für das Öl, insbesondere zum Entparaffinieren paraffinhaltigen Öls oder zur Entfernung von Öl aus ölhaltigem Paraffin, wobei die Mischung mit einer wenig oder gar nicht mit dem Öl mischbaren Hilfsphase derart in Berührung gebracht wird, daß der feste Stoff in die Hilfsphase übergeht oder daß zum mindesten die Hilfsphase das Öl von dem festen Stoff verdrängt, und wobei die Ölphase abgetrennt und der feste Stoff, gegebenenfalls im verflüssigten Zustand, aus wenigstens einem Teil der Hilfsphase abgeschieden wird, dadurch gekennzeichnet, daß man die bereits gebrauchte Hilfsphase ganz oder teilweise, vorzugsweise im Gegenstrom, mit noch zu behandelndem öl bzw. Öl-Feststoff-Gemisch in Berührung bringt. ^
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei eine erwärmte wäßrige, wieder in das Verfahren zurückzuführende Hilfsphase gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, daß man die wäßrige Hilfsphase vor ihrer Zurückführung in das Verfahren in einem Kühlturm kühlt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei ein Lösungsmittel für das Öl angewandt wird, dadurch gekennzeichnet, daß man das Lösungsmittel dem ursprünglichen Gemisch erst beifügt,509 704/340N6522 IVc 123bnachdem dieses mit der gebrauchten Hilfsphase in Berührung gebracht worden ist.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3, wobei ein Teil der gebrauchten Hilfsphase aus dem Verfahren entweder kontinuierlich oder in einzelnen Teilmengen entnommen wird, dadurch gekennzeichnet, daß man diesen Teil der Hilfsphase mit dem Ausgangsgemisch in Berührung bringt.Angezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 523 500; USA.-Patentschrift Nr. 2 538 870.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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