DEM0019554MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 31. Juli 1953 Bekanntgemacht am 21. Juni 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Alkylzinnverbindungen, das im wesentlichen zu einem einheitlichen Produkt von hoher
Reinheit in guter Ausbeute führt und in den üblichen Anlagen gut durchgeführt werden kann.
Organozinnverbindungen wurden, bisher hauptsächlich unter Verwendung von Alkylhalogeniden,
eines Zinntetrahalogenids und von metallischem Natrium oder unter Verwendung von Magnesium
in Form einer Grignardverbindung hergestellt. Im letzteren Falle setzt man Magnesium mit einem
Alkylhalogenid in Gegenwart von Äther um und läßt das derart gebildete Grignardsche Reagenz mit
einem Zinntetrahalogenid reagieren. Das Natriumverfahren weist den Nachteil auf, daß Natrium ein
im Großbetrieb schwierig zu handhabendes Metall, ist und die Ausbeuten bei diesem Verfahren verhältnismäßig
gering sind. Beim Grignardschen Verfahren gelangt zwar kein Metall, wie Natrium, als
Aktivierungsmittel zur Anwendung, und auch' die Ausbeuten sind bei einem derartigen Verfahren
etwas besser, jedoch liegt die Gefahr hier in der Verwendung von Äther, wodurch bei der Ausführung
in großtechnischem Maßstäbe Brände und
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Explosionen verursacht werden können. Das Verfahren nach der Erfindung besitzt den Vorteil, daß
-...-.höhere-Ausbeuten als bei den bisher bekannten
Verfahren erhalten werden und seine Durch-
■..5 ■ führung nicht'mit Gefahren, verbunden ist.
Bei der Durchführung des Verfahrens wird ein Teil des umzusetzenden Alkylhalogenids und Magnesium
in an sich bekannter Weise aktiviert und die Umsetzung dann in Gegenwart eines inerten
ίο aromatischen oder gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffs,
wie Toluol, Benzol, Xylol, Hexan, Heptan, Oktan oder Decan, zwischen 65 und i8o°,
vorzugsweise zwischen 85 und 95°, in Abwesenheit von Äther oder in Gegenwart von nur katalytisch
wirkenden Mengen Äther durchgeführt. ■"
Als Hauptprodukt; des; erfmdungsgemäßen Ver-:
fahrens erhält man entweder ein Monoalkylzinntrihalogenid,
ein Dialkylzinndihalogenid, ein Trialkylzinnhalogenid oder ein Zinntetraalkyl.
Bei der bekannten Herstellung: von Alkylzinnverb indungen aus Zinntetrachlorid und Alkyl-Grignard-Reagenzien
in Äther erhält man eine .zähflüssige Reaktionsmischung und infolgedessen mur
geringe Ausbeuten. Beim Arbeiten mit den erfindungsgemäß vorgeschlagenen inerten Lösungsmitteln
in Abwesenheit von Äther oder in Gegenwart nur katalytisch wirkender Mengen Äther bilden
sich hingegen Reaktionsmischungen, die nicht zähflüssig sind, sich gut verarbeiten lassen, auf höhere
Temperaturen erhitzt werden können und daher höhere Ausbeuten liefern.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Teil des Alkylhalogenids und des
Magnesiums in Gegenwart eines inerten aromatisehen
oder gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffs in üblicher Weise aktiviert. Sobald die Aktivierung
eingetreten ist, wird der Rest des Alkyl-, halogenids und das Zinntetrahalogenid mit solcher
Geschwindigkeit zugegeben, daß die Umsetzung weiterläuft.
Die Reaktionstemperatur liegt zwischen 65 und etwa i8o°, vorzugsweise zwischen 85 und
95°. Die höhere Temperatur wird bevorzugt, da sie einen höheren Umsetzungsgrad gewährleistet.
Die Zugabe von Zinntetrahalogenid zusammen mit dem Alkylhalogenid ist günstig, weil dadurch das
aktive Magnesiumreagenz ebenso, schnell entfernt wird, wie es sich bildet, wodurch die Nebenreaktionen
verringert werden. Abgesehen davon erhält man mit Alkylchloriden und Zinntetrachlorid gleich
gute Ausbeuten wie bei Verwendung der weitaus kostspieligeren Bromide. Das Magnesium wird in
der zur Umsetzung mit dem Alkylhalogenid erforderlichen Menge angewandt. Das Verhältnis von
Alkylhalogenid zu Zinntetrahalogenid richtet sich nach der Art des gewünschten Endproduktes. Es
wunde jedoch gefunden, daß in allen Fällen optimale Ausbeuten an Organozinnhalogenid bei Anwendung eines hohen Verhältnisses von Alkylhalogenid
zu Zinntetrahalogenid erhalten werden, wo-
fjo bei überwiegend Zinntetraalkyle und Trialkylzinnhalogenide
entstehen. Will man ein Produkt mit weniger Alkylgruppen herstellen, so bringt man
diese Mischung mit weiterem Zinntetrahalogenid ins Gleichgewicht, so daß man überwiegend'dasi\ge- .' ,.;'
wünschte Produkt erhält.
Man kann einen ständigen Austausch von Alkylgruppen gegen Halogen nach jeder'der folgenden
Reaktionsgleichungen durchführenf-r' .
R4 Sn + Sn Cl4^ R3 SnCl + R Sn Cl3 (1)
R4SnH-RSnCl3-^R3SnClH-R2SnCl2 (2)
R4 Sn + R2 Sn Cl2^s R3*Sn Cl . ... ■,■ '»:($)
R, Sn Cl H- SnCL^R51SnCL + RSnCL
R4 Sn + R2 Sn Cl2^s R3*Sn Cl . ... ■,■ '»:($)
R, Sn Cl H- SnCL^R51SnCL + RSnCL
3 4
2 R2 Sn Cl2
SCL
SCL
(4)
R2 Sn Cl2 + Sn Cl4 ^>
2 R S"n Cl3 " (6)
Durch entsprechende Zusammensetzung der Mischungen der Organozinnverbindungen und des
Zinntetrachlorids ist ,es ,mpglich, die Umsetzung .,
:(3)> (5) öder (6)'jeweils· fair Hauptreaktion zu
machen.
,24g (r'MoI)' Magnesiumspäne wurden in einen
mit Rührer, Rückflußkühler, Thermometer und Tropftrichter versehenen 1 -Liter-Dreihälskolben
eingegeben. Das Magnesium wurde mit einem Jodkristall, ι ecm Äthylbromid und 10 ecm absolutem'
Äthyläther versetzt. Sobald die Reaktion begonnen hatte, was an der Wärmeentwicklung zu erkennen
war, wurden 100 ecm Toluol zugegeben und der
Ansatz auf 80 bis 85 ° erwärmt. Dann wurde eine Mischung aus 92,5 g (.1 Mol) Butylchlorid und
65,2 g (0,25 Mol) Zinntetrachlorid in 200 ecm Toluol tropfenweise unter Rühren zugesetzt. Die Umsetzung
begann sofort, was durch Schlammbildung und verstärkten Rückfluß angezeigt wurde. Es
wurde nicht weitererhitzt, da'die Reaktionswärme zur Aufrechterhaltung der Temperatur genügte.
Die Mischung wurde so schnell wie möglich zugegeben, ohne den Kühler zu überlasten. Nach be-.
endeter Zugabe wurde noch Va bis 1 Stunde lang unter Rühren am Rückflusskühler erhitzt. Dann
wurde der Ansatz gekühlt und filtriert oder mit angesäuertem Wasser extrahiert und aus der Toluollösung
das Lösungsmittel abdestilliert. Die Organozinnverbindungen wurden im Vakuum fraktioniert.
Es wurde eine Ausbeute von etwa 85 °/o, berechnet auf den Butylrest, und 90°/», berechnet auf Zinn,
erhalten. Das Produkt bestand in der Hauptsache aus (C4H9)4Sn und (C4 H9)3Sn Cl mit einer geringen
Menge an (C4Hg)2SnCl2.
24 g (1 Mol) Magnesiumspäne wurden in einen mit Rührer, Rückflußkühler, Thermometer und
Tropftrichter versehenen i-Liter-Dreihalskolben
eingegeben. Es wurden 2,5 g Butylchlorid in 80 ecm Toluol zugesetzt, und die Mischung wurde
erwärmt, bis der Beginn der Umsetzung zu erkennen war. Dann wurde eine Mischung von 90 g
Butylchlorid und 65,2 g Zinntetrachlorid in 200 ecm Toluol tropfenweise unter Rühren zugegeben. Sobald
die Umsetzung exotherm wurde, wurde mit dem Erwärmen aufgehört, bis die Reaktion nachließ.
Nachdem die Zugabe der Reaktionsteilnehmer beendet war, wurde das Reaktionsgemisch noch
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ι Stunde weiter unter Rühren am Rückflußkühler
erhitzt. Dann wurde die Reaktionsmasse langsam in die doppelte Volumenmenge Wasser eingegeben,
das ι % Salzsäure oder Schwefelsäure enthielt. Nachdem alles nicht umgesetzte Magnesium zersetzt
und das gesamte Magnesiumchlorid gelöst war, wurde die Toluolschicht entfernt und das Lösungsmittel
abdestilliert. Die erhaltenen Produkte waren praktisch die gleichen wie nach Beispiel i.
Man erzielt gute Ergebnisse, wenn man die Grignardreaktion in Äther durchführt und dann
den Äther vor der Zugabe des Zinntetrachlorids durch Toluol oder ein ähnliches Lösungsmittel ersetzt.
24 g (1 Mol) Magnesiumspäne wurden in einen mit Rührer, Rückflußkühler und graduiertem
Tropf trichter ausgestatteten Dreihalskolben eingegeben. Es wurde eine Mischung von Butylchlorid
und Äthyläther (10 ecm Butylchlorid auf einen Gesamtansatz
von 92,5 g [= ι Mol], gelöst in 100 ecm absolutem Äther) mit einem Jodkristall
zugegeben. Die Reaktion wurde durch schwaches Erwärmen in Gang gebracht. Sodann wurden
100 ecm Äther zugesetzt, und der Rest der Butylchlorid-Äther-Mischung
wurde so schnell wie möglich zugegeben, um einen schnellen Rückfluß aufrechtzuerhalten.
Darauf wurde die Mischung unter schwachem Rückfluß V2 bis 1 Stunde auf 360 er-
wärmt. .
Es wurden dann 100 ecm absolutes Toluol zugesetzt
und das Gemisch weitererhitzt, bis die Temperatur von 36 auf iio° gestiegen und der Äther
abdestilliert war. Dann wurden schnell 27,2 ecm (0,235 Mol) Zinntetrachlorid in 100 ecm absolutes
Toluol zugegeben und die Temperatur gesteigert. Nach 2 bis 3 Stunden langem Erhitzen, als die
Temperatur der übergehenden Dämpfe iio° erreicht hatte, wurde die Mischung gekühlt, filtriert
und der Filterkuchen mit Toluol gewaschen. Die ■Waschwässer und das Filtrat wurden durch Abstreifer
von Toluol befreit und die Organozinnverbindungen
fraktioniert. Das Produkt bestand in der Hauptsache aus (C4Hg)4Sn mit geringen Mengen
an (C4 H9)3 Sn Cl und (C4Hg)2SnCl2. Die theoretische
Ausbeute betrug 81,5 g (34,3 Vo Sn-Gehalt,
0% Cl): Die tatsächliche Ausbeute betrug 94,6%
der theoretischen, berechnet auf das zur Verfügung stehende Zinn, und 89%, berechnet auf die verfügbaren
Butylgruppen. Die mittlere Zinn- und Butylausbeute lag zwischen 88 und 950Ah
Die obigen Beispiele betreffen die Herstellung vonZinntetraalkylen-Trialkylzinnmonohalogeniden.
Man kann zwar auf diese Weise auch Dialkylzinndihalogenide und andere Alkylzinnhalogenide als
Hauptprodukte herstellen, indem man die Menge Alkylhalogenid entsprechend bemißt; es ist jedoch
meist Vorteilhafter, zunächst eine Verbindung nach den vorhergehenden Beispielen herzustellen und
diese dann durch Umsetzung mit weiterem Zinntetrahalogenid in das gewünschte Produkt überzuführen.
Herstellung von Dibutylzinndichlorid. Ein Produkt, hergestellt nach Beispiel 1, welches 75 Molprozent
Zinntetrabutyl und 25 Molprozent Tributylzinnchlorid
enthielt, wurde mit 87,5 Molprozent Zinntetrachlorid durch einstündiges Erhitzen
auf 1750, den Siedepunkt der Mischung, umgesetzt.
Das Reaktionsprodukt wurde im Vakuum destilliert, wobei als erste Fraktion 1 °/o Monobutylzinntrichlorid
und als zweite Fraktion 971Vo Dibutylzinndichlorid erhalten würde, während der
Rückstand aus 2% Tributylzinnmonochlorid bestand.
Will man andere Alkylzinnverbindungen herstellen, so berechnet man das Verhältnis der Alkylgruppen
zu den Zinngruppen in dem Ausgangsmaterial und setzt die erforderliche Menge Zinntetrachlorid
zu, um das gewünschte Verhältnis von Alkylgruppen zu Zinngruppen im Produkt zu erreichen.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Alkylzinn- bzw. Alkylzinnhalogenvefbindungen durch Umsetzung
von Alkyl-Magnesiumhalogeniden mit
einem Zinntetrahalogenid oder einem Zinnalkylhalogenid, dadurch gekennzeichnet, daß
man die Umsetzung in Gegenwart eines inerten aromatischen oder gesättigten- aliphatischen
Kohlenwasserstoffs zwischen 65 und i8o°, vorzugsweise zwischen 85 und 95°, in Abwesenheit
von Äther oder in Gegenwart von nur katalytisch wirkenden Mengen Äther ausführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man ein in ätherischer Lösung bei einer Temperatur in der Nähe des Siedepunktes des Äthers aktiviertes Alkyl-Magnesiumhalogenid
verwendet, dem der inerte Kohlenwasserstoff zugesetzt ist, wobei der Äther vor Zugabe der Zinnverbindung abde-
, stilliert worden ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man.dieUmsetzungsprodukte mit Zinntetrahalogenid oder einem
Alkylzinnhalogenid weiter umsetzt.
Angezogene Druckschriften:
USA.-Patentschrift Nr. 2 560 042.
USA.-Patentschrift Nr. 2 560 042.
© 609 546/500 6. 56
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