DEG0000691MA - Verfahren und Vorrichtung zum Auffahren eines Tunnels, einer Grubenstrecke o. dgl. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Auffahren eines Tunnels, einer Grubenstrecke o. dgl.

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DEG0000691MA
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DE
Germany
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Expired
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English (en)
Inventor
Wilhelm Löbbe
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Gewerkschaft Eisenhutte Westfalia GmbH
Original Assignee
Gewerkschaft Eisenhutte Westfalia GmbH
Publication date

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Description

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Auffahren eines Tunnels, einer Grubenstrecke oder dgl., durch welches die Auffahrzeit und damit die Herstellungskosten erheblich verringert werden. Dabei finden 2 Förderer Anwendung, von denen der eine in den anderen austrägt.
Erfindungsgemäss verlaufen die beiden Förderer auf einem Teil ihrer Länge parallel zueinander. Der erste Förderer wird unabhängig von dem zweiten dem Vortrieb entsprechend vorgerückt; der zweite Förderer dagegen, der seinerseits das Fördergut z.B. in Förderwagen austrägt, wird in grösseren Zeitabständen jeweils auf entsprechend längerer Wegstrecke nachgerückt oder verlängert. Der erste Förderer wird zweckmässig in der Mitte der Strecke verlegt. Er nimmt das vor Ort aufgenommene Fördergut auf und trägt es etwa zur Seite hin auf den zweiten Förderer, der näher zu einem Stoss liegt, aus. Der erste Förderer wird vorteilhaft so ausgebildet, dass er durch die Sprengungen vor Ort nicht beschädigt wird. Er liegt auf der Streckensohle und wird vor dem Sprengen eines Abschlages durch Platten abgedeckt, die den Umlauf des Kratzbandes nicht beeinträchtigen. Nach erfolgter Sprengung werden diese Platten dann eine nach der anderen fortgenommen, so dass das ganze Haufwerk nach und nach in einem möglichst gleichbleibenden Strom in den Förderer gleitet. Nur an den beiden Stössen bleiben schräg abgeböschte Wälle liegen. Hat sich der Förderer freigearbeitet, so wird auf den ruhenden Seitenprofilen desselben als Führungsgeleise zunächst ein Bohrgerät bis vor Ort vorgeschoben, nachdem zuvor gegebenenfalls Verlängerungsschienen entsprechend der Abschlagtiefe vorgesetzt wurden. Das Bohrgerüst wird gegen das Gebirge verspannt und es kann dann unverzüglich mit dem Bohren für den nächsten Abschlag begonnen werden. Während dieser Zeit wird ein auf den Seitenprofilen des Förderers geführter Querräumer nachgerückt, der beiderseits mit an Auslegern geführten Räumketten versehen ist, die mit regelbarem Vorschub in das an den Stössen lagernde Haufwerk eindringen und dieses in den Förderer schaffen. Der Förderer selbst ist so lang ausgebildet, dass der Querräumer und auch das Bohrgerät aus dem Bereich der Sprengwirkung zurückgefahren werden können. Vor der Sprengung des nächsten Abschlages wird der Förderer bis vor die Ortsbrust vorgeschoben. Das geschieht in einfacher Weise durch eine oder mehrere Seilwinden, wobei die eine Flasche z.B. an Spreizdübeln in der Ortsbrust eingehängt ist, während die zweite Flasche an der Umkehrstation des Förderers befestigt ist und das Kraftseil an dem Kratzband des Förderers angeschlagen wird. Die Seilwinden können aber auch seitlich am Förderer angreifen.
Der zweite Förderer, der, wie schon erwähnt, auf einem Teil seiner Länge mit dem ersten Förderer parallel läuft, liegt so weit zurück, dass er durch die Sprengungen vor Ort in keiner Weise gefährdet wird. Er kann daher ohne weiteres als Gurtband-Förderer ausgebildet sein. Während der erste Förderer nach jedem Abschlag vorgerückt wird, genügt es im allgemeinen, dass der zweite Förderer etwa täglich einmal um ein entsprechendes Stück verlängert wird. Er wird zweckmässig so lang ausgebildet, dass auf einem seitlich neben dem Förderer geführtes Geleise ein Zug von ausreichender Länge aufgestellt werden kann, der das Haufwerk eines ganzen Abschlages aufzunehmen vermag.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung nach der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 das vordere Ende der Strecke kurz nach der Sprengung eines Abschlages,
Fig. 2 das anschliessende Streckenende und
Fig. 3 das vordere Ende der Strecke nach Beseitigung des Haufwerkes.
Erfindungsgemäss werden beim Auffahren eines Tunnels oder einer Grubenstrecke zwei Förderer 10 und 11 eingesetzt, die auf einem Teil ihrer Länge parallel zueinander verlaufen. Der erste Förderer 10 ist als Kratzförderer ausgebildet, der mit ruhenden Seitenprofilen 10a und einem dazwischen angeordneten Förderboden versehen ist. Die Förderung wird bewirkt durch ein umlaufendes Förderband, welches aus zwei Ketten und dazwischen angeordneten Mitnehmern 10b besteht. Das Mitnehmerband läuft auf der offenen Oberseite in der Pfeilrichtung 10c um und bewegt sich unterhalb des Förderbodens wieder zurück. Der Antrieb 10d liegt an dem rückwärtigen Ende des Förderers.
Vor der Sprengung wird das vordere Ende des Förderers 10 durch Stahlplatten 12 abgedeckt. Die Sprengung wird sodann so durchgeführt, dass der grösste Teil des Haufwerkes 13 in Streckenrichtung rückwärts geschleudert wird. Das Haufwerk überdeckt daher zunächst das vordere Ende des Förderers 10, soweit dieser durch die Platten 12 abgedeckt ist. Wird alsdann der Antrieb 10d eingeschaltet, so können die Platten 12 nacheinander entfernt werden. Bei der Fortnahme einer jeden Platte 12 rollt sich sodann von drei Seiten aus das Haufwerk in die Förderrinne. Hat sich der Förderer bis zu seiner Umkehrstation 10f freigearbeitet, bleibt nur noch an den Stössen ein Rest des Haufwerkes liegen, der mit einem gewissen Böschungswinkel zum Förderer hin abfällt.
Nunmehr wird ein Bohrgerät, beispielsweise ein Bohrschlitten 14 auf den Seitenprofilen 10a des Förderer vorgeschoben. Um diese Bohrvorrichtung 14 bis möglichst nahe an die Ortsbrust 15 heranbringen zu können, werden zweckmässig vorher noch Verlängerungsschienen 16 eingebaut. Nachdem das Bohrgerät in der erforderlichen Weise gegenüber dem Gebirge verspannt ist, kann mit dem Bohren des nächsten Abschlages begonnen werden. Das Vorholen des Bohrgerätes 14 wird zweckmässig durch ein Seil bewirkt, welches über eine an der Umkehrstation 10f angehängte Umkehrrolle geführt ist und dessen zweites Ende an einem Mitnehmer 10b des Förderers angeschlagen wird. Mit dem Bohrgerät 14 kann zugleich der Querräumer 17 ein Stück vorgeholt werden, wenn dieser durch eine Kette mit dem Bohrgerät 14 verbunden wird. Der Querräumer trägt zwei seitliche Ausleger 17a, die mit umlaufenden Mitnehmerketten 18 versehen sind. Sobald der Querräumer 17 in den Bereich des Haufwerkes 13 kommt, wird der weitere Vorschub durch ein (nicht dargestelltes) regelbares Klinkenwerk bewirkt. Durch die Räumketten, die im übrigen in der Höhe und auch in der Auslegerbreite verstellbar sind, wird das erfasste Haufwerk von den Seiten her in die Förderrinne 10 geschafft, so dass schliesslich die ganze Strecke bis zur Ober- kante des Förderers 10 völlig frei von Haufwerk ist. Der verbleibende Rest stört die weiteren Arbeiten zunächst nicht.
Nachdem die Bohrlöcher fertiggestellt sind, werden der Querräumer 17 und das Bohrgerät 14 soweit zurückgefahren, dass sie durch die Sprengung nicht beschädigt werden können. Auch die Vorbauschienen 16 werden entfernt. Sodann wird entsprechend Fig. 3 der Zeichnung der Förderer 10 bis vor die Ortsbrust 15 vorgeholt. Das geschieht mit Hilfe von zwei Seilwinden, deren Rollen 19 an den Spreizdübeln 20 angehängt sind, die in Bohrlöchern befestigt sind. Die anderen Rollen 21 sind an der Umkehrstation 10f des Förderers 10 eingehängt. Die freien Enden der Kraftseile 22 werden an einem Mitnehmer 10b des Förderers angeschlagen. Auf diese Weise wird der Förderer auf seiner ganzen Länge ohne zusätzliche Antriebsmaschinen in kürzester Zeit vorgezogen. Die Seilwinden können gegebenenfalls aber auch seitlich an dem Förderer angreifen, so dass sie bei hinreichender Länge der Seile 22 jeweils erst nach mehreren Abschlägen umgehängt zu werden brauchen.
Alsdann werden die Platten aufgelegt. Mit der Sprengung des nächsten Abschlages beginnt die geschilderte Arbeitsweise von neuem.
Die Druckluftleitung 23 und die Wasserleitung 24 werden entlang den Seitenprofilen 10a des Förderers verlegt, so dass ihre Beschädigung bei der Sprengung nicht zu befürchten ist. Die hinteren Teile dieser Leitungen können durch Schläuche mit den an den Stössen verlegten Leitungen verbunden sein, die dann in entsprechend grösseren Zeitabständen nachgebaut werden.
Der erste Förderer 10 trägt das Fördergut über einen Querförderer 25 auf das Förderband 11 aus, welches in der Pfeilrichtung 11a umläuft und nahe dem einen Streckenstoss verlegt ist.
Parallel zu diesem Förderer 11 verläuft ein Geleise 26. Der Förderer 11 ist so lang, dass zwischen seiner Abwurfstelle 11b und dem Querläufer 25 ein Zug von Förderwagen 27 Aufstellung finden kann, der das Haufwerk des ganzen Abschlages aufzunehmen vermag. Das Fördergut gelangt über die Querrinne 11b durch einen Übergabetrichter 28 in die Förderwagen 27.
Der Förderer 11, der auf einer grösseren Länge parallel zu dem ersten Förderer 10 verläuft, wird etwa täglich einmal um ein Stück verlängert, welches dem Gesamtvortrieb des Tages entspricht. In noch grösseren Zeiträumen, beispielsweise wöchentlich einmal, wird der Förderer an seinem Abwerfende 11b verkürzt. Gleichzeitig wird das Geleise 26 entsprechend verlängert. Diese Sonderarbeiten können ebenso wie das Nachbauen der Wetterlutten und der Druckluft- und Wasserleitungen 23 und 24 in einer förderfreien Nachtschicht bzw. in einer Sonntagsschicht bewirkt werden, so dass die eigentlichen Vortriebsarbeiten in zwei oder drei Schichten pro Tag ohne Unterbrechung durchgeführt werden können.

Claims (9)

1.) Verfahren zum Auffahren eines Tunnels, einer Grubenstrecke oder dgl. unter Verwendung von zwei Förderern, von denen der eine in den anderen austrägt, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Förderer (10, 11) auf einem Teil ihrer Länge parallel nebeneinander laufen, wobei der erste Förderer (10) unabhängig von dem zweiten (11) dem Vortrieb entsprechend vorgerückt wird, während der zweite Förderer (11), der seinerseits das Fördergut z.B. in Förderwagen (27) austrägt, in grösseren Zeitabständen jeweils auf entsprechend längerer Wegstrecke nachgerückt oder verlängert wird.
2.) Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen etwa in der Mitte der Strecken liegenden Förderer (10), der das vor Ort aufgenommene Fördergut (13) etwa zur Seite hin auf den näher zu einem Stoss liegenden zweiten Förderer (11) austrägt.
3.) Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der bis vor Ort (15) vorgezogene erste Förderer (10) auf der Streckensohle liegt und auf seiner beim Sprengen gefährdeten Länge durch Platten (12) abgedeckt ist, die bei der Förderung des Haufwerkes (13) nach und nach entfernt werden.
4.) Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der bis vor Ort (15) vorgezogene erste Förderer (10) mit ruhenden Seitenprofilen (10a) versehen ist, die als Führungsgeleise für ein Bohrgerät (14), einen Querräumer (17) oder dgl. dienen können und zugleich in Verbindung mit den Abdeckplatten (12) einen wirksamen Schutz gegen nachteilige Einwirkungen der Sprengungen vor Ort (15) bilden.
5.) Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Förderer (10) so lang gehalten ist, dass die auf demselben fahrenden Hilfseinrichtungen, wie Bohrgerät (14), Querräumer (17) und dgl. aus dem Bereich der Sprengwirkung zurückgefahren werden können.
6.) Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Querräumer (17) zu beiden Seiten des Förderers (10) Räumwerkzeuge (18) trägt, die mit regelbarem Vorschub in das an den Stössen lagernde Haufwerk (13) eindringen und dieses in den Förderer (10) schaffen.
7.) Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass parallel zu dem zweiten Förderer (11) Schienen (26) für den Förderwagen (27) verlegt sind und der zweite Förderer (11) so lang ist, dass auf den danebenliegenden Schienen (27) ein Förderwagenzug von einer solchen Länge aufgestellt werden kann, dass er das gesamte Haufwerk (13) eines Abschlages aufzunehmen vermag.
8.) Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das durch die Seitenprofile (10a) des ersten Förderers (10) gebildete Geleise nach Sprengung des Abschlages durch vorgesetzte Schienen (16) bis nahe an die Ortsbrust (15) verlängerbar ist, die als Geleise für den Bohrschlitten (14) dienen, der im übrigen durch Verspannung gegen das Gebirge in seiner Lage gesichert ist.
9.) Vorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine Seilwinde zum Vorziehen des ersten Förderers (10), wobei die eine Flasche (19) z.B. an Spreizdübeln (20) in der Ortsbrust (15) angehängt ist, während die zweite Flasche (21) an der Umkehrstation (10f) des ersten Förderers (10) befestigt ist und das Kraftseil (22) an dem Kratzband (10b) des Förderers (10) angeschlagen wird.

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