DEF0016904MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 24. Februar 1955 Bekanntgemacht am 3. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Das 2-Chlor-m-xylol dient als Grundstoff für Zwischenprodukte, aus denen, besonders nuancierte
echte Farbstoffe gewonnen werden können, die aber, auf Grund des hohen Preises für 2-Chlor-m-xylol
bisher technisch nicht hergestellt werden konnten,
Es ist bekannt, 2-Chlor-m-xylol herzustellen, indem m-Xylol-4-sulfonsäure· mit Natriumhypochlorit
zu 2-Chlor-m-xylol-4-sulfonsäure chloriert, das Natriumsalz umkristallisiert und die Sulfogruppe
anschließend abgespalten wird, Die Ausbeute ist bei dieser Methode jedoch nur sehr gering,
so daß das Verfahren in der Technik nicht ausgewertet
wurde. Die eingehende Nacharbeitung dieses Verfahrens hat ergeben, daß bei der Chlorierung
ein Gemisch aus isomeren Chlorxylolen entsteht, welches-aus etwa 55% 4-Chlor- und etwa 45%
2-Chlor-m-xylol besteht. Durch Umkristallisieren der isomeren ChloTxylolsulfonsäuren. können bestenfalls
etwa 55% des im Gemisch vorhandenen 2-Chlor-m-xylols erhalten werden.
Es ist ferner bekannt, 2-Chlor-m-xylo'l herzustellen,
indem man in vic. m-Xylidin die Amino-
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gruppe mittels der Sandmeyer-Reaktion durch Clor ersetzt. Hierbei wird jedoch, ein sehr hoher Prozentsatz
an vic. m-Xylenol gebildet, so daß diese Methode
nur eine etwa 55°/oige Ausbeute an 2-Chlorm-xylol
ergibt, weshalb sein Einsatz als Farbstoffzwischenprodukt
nicht möglich ist. ■
Es wurde nun gefunden, daß man die Ausbeute an 2-Chlor-m-xylol beim Arbeiten nach der, Sandmeyer-Methode
wesentlich erhöhen kann, wenn man
ίο die Diazotierung des vic. m-Xylidins bei Tempera-■
türen von etwa '■— 5 bis — 25Ol, vorzugsweise aber
zwischen — 10 und ·— 150, vornimmt, wobei die
Anfangskonzentration der Salzsäure mindestens 15%, vorzugsweise zwischen 20 und 30%, beträgt.
Das Natriumnitrit wird zweckmäßig in, möglichst konzentrierter Form zugegeben, besonders vorteil-
' baft aber in fester feingemahlener Form. Durch die Anwendung dieser Maßnahmen wird die beim
üblichen Arbeiten eintretende Zersetzung der Diazo^ niumsalzlö'sung weitgehend vermieden.
Es wurde weiter gefunden, daß es zur Erzielung hoher Ausbeuten von 2-Chlor-m-xylol notwendig
ist, die Bildung des Diazonium-Kupferkomplexes bei einer Temperatur vorzunehmen, die zweckmäßig
nicht über + 200 und vorteilhaft im Bereich zwischen +10 und — 20° liegt und die Komplexlösung
anschließend in alkoholische Salzsäure einzutragen, die mindestens etwa 30%, vorzugsweise
mindestens 40 °/», Chlorwasserstoff enthält. Das Volumen
des chlorwasserstoffhaltigen Alkohols, vorzugsweise Methanols,, in das die Diazoniumsalzlösunig
eingetragen wird, soll dabei'mindestens 8ο°/ο>,
vorzugsweise mehr als 100%, des Volumens der
Diazoniumsalzlösung betragen. In dieser -Lösung wird der Komplex durch Erwärmen auf Temperaturen
zwischen etwa 10 und 35°, vorzugsweise zu Anfang der Reaktion zwischen etwa 10 und 25°,
zersetzt. Dabei ist es in. keiner Weise notwendig, nach der Bildung des Diazonium-Kupfer-Komplexes
etwa noch vorhandenes Kupfer-I-Chlorid abzutrennen. Es ist vielmehr vorteilhaft, diese Arbeitsstufe
zu sparen und die Zersetzung des Komplexes in einer Suspension, von Kupfer-I-Chlorid vorzunehmen oder denDiazonium-Kupfer-Komplex schon
in; derselben Lösung zu bilden, in der et zersetzt werden soll. Durch diese Maßnahmen wird die Bildung von vic. Xylenol so>
gut wie vollständig unterdrückt.
Wider Erwarten treten in der methylalkoholischein
Suspension aber auch nicht die-zu erwartenden Reaktionen, nämlich der Ersatz der Diazogruppe
durch Wasserstoff oder die Bildung des Xylenolmethyläthers ein, sondern es bildet sich in
sehr hoher Ausbeute 2-Chlor-m-xylol. Das anfallende Rohprodukt enthält nur etwa 1,5%
vic. m-XylenO'l, etwa 1,3% vic. m-Xylenölmethyläther
und etwa 2% Dipheny!verbindungen; diese
Nebenprodukte können sehr leicht durch fraktionierte Destillation entfernt werden, wodurch man
2-Chlor-m-xylol in' guter technischer Reinheit erhält. Gemäß dem vorliegenden Verfahren erhält
man das 2-ChloT-m-xylol in einer Ausbeute von
85 bis 9.0%, bezogen auf das eingesetzte m-Xylidin.
Da durch das vorliegende Herstellungsverfahren das 2-Chlor-m-xylol sehr leicht zugänglich geworden
ist, bedeutet dieses einen wertvollen technischen Fortschritt.
In einer Mischung aus 340 g etwa 3o%iger Salzsäure und etwa 75 ecm Wasser wird durch Eintropfen
von ι Mol reinem vic. m-Xylidin bei 70 bis 75° das Hydfochiorid der Base gebildet, das nach
Kaltrühren in sehr feiner Verteilung ausfällt. Dann werden bei etwa — 150' in etwa 3 Stunden etwa
70 g feinistgemahlenes Natriumnitrit in kleinen Portionen eingetragen. Die auf diese Weise erhaltene
Diazoniumsalzlösung ist klar und schwach rötlich gefärbt. Sie wird anschließend bei Temperatüren
von ο bis —io° in eine Suspension von etwa 80 g Kupfer-I-chlorid in 650 ecm bei o° mit
Salzsäuregas gesättigtem Methanol in kleinen Portionen gegeben. Nach Vzstündigem Nachrühren
wird das gesamte Reaktionsgemisch zunächst 2V2 Stunden auf 10 bis 150, anschließend Va bis
3Ji Stunde auf 15 bis 250' und hoch kurze Zeit auf
25 bis 35° erhitzt, wobei eine kontinuierliche Entwicklung von Stickstoff stattfindet. Die Zersetzung
des Kupfer-Diazonium-Komplexes kann auch im kontinuierlichen Verfahren erfolgen. Das gebildete
2-Chlor-m-xylol wird nach Verdünnen mit Wasser abgeschieden und zunächst sauer und anschließend
alkalisch mit Wasserdampf abdestilliert.
Es sammelt sich in der Vorlage als ganz schwach gefärbtes öl in einer Ausbeute von etwa 90 bis
95% der Theorie an Rohprodukt, das nach Trocknen im Vakuum und fraktionierter Destillation
technisch reines 2-Chlor-m-xylol in etwa ao°/oiger
Ausbeute ergibt.
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung von 2-Chlorm-xylol
aus vic. m-Xylidin nach dem Sandmeyer-Verfahren, dadurch gekennzeichnet, daß die Diazonium - Kupfer - Komplex - Lösung in
alkoholische, vorzugsweise methanolische, Salzsäure eingetragen wird, die mindestens etwa 11Ό
30.%, vorzugsweise mindestens 40°/o Chlorwasserstoff
enthält, wobei das Volumen des ehlorwasserstoffhaltigen Alkohols, in das die
Diazoniumsalzlösung eingetragen wird, mindestens 80%, vorzugsweise mehr als 100%, des
Volumens der Diazoniumsalzlösung beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zersetzung des Diazonium-Kupfer-Komplexes : bei einer Temperatur
"zwischen 10 und 35°, vorzugsweise zu Anfang
der Reaktion zwischen m und 25°, vorgenommen
wird.
3.-Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Diazonium-Kupfer-Komplex in derselben methanolischen
Lösung gebildet wird, in der er zersetzt wird.
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4· Verfahren nach Anspruch ι bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zersetzung des Diazonium-Kupfer-Komplexes
in einer Chlorwasserstoff enthaltenden Lösung vorgenommen wird, in der Ktupfer-I-Chlorid suspendiert ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Diazonium-Kupfer-Komplex
weise 'zwischen1
unterhalb + 200, vorzugs-10 und —20°, gebildet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Diazotierung bei
■—5 bis —25°, vorzugsweise —10 bis
■—1150, vornimmt, wobei die Anfangskonzentration
der Salzsäure mindestens etwa 15%, vorzugsweise 20 biis 30%, beträgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Natriumnitrit in fester
feingemahlener Form zugesetzt wird.
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