DEF0016158MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 16. November 1954 Bekanntgemacht am 30. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, daß Metalloxyde mit Hilfe Von Erdalkalihydriden reduziert werden können. Hierbei
entstehen in Abhängigkeit von der Temperatur und dem im System herrschenden Wasserstoffdruck
aus den primären Reaktionsprodukten, Wasserstoff und Metall, Metall-Wasserstoff-Verbindungen von
bestimmtem Wasserstoffgehalt und mehr oder weniger ausgeprägter Kristallstruktur. So entstehen
z. B. imFall der Reduktion von Titandioxyd mit Calciumhydrid neben wasserstoffhaltigem
et- und /?-Titan Titan-Wasserstoff-Verbindungen im
Bereich von TiH0001 bis TiH185, von denen nur
die Verbindung Ti H183 röntgenographisch eine
ausgeprägte Metallhydridstruktur besitzt. ·
Es wurde nun gefunden, daß die Eigenschaften der so entstehenden Metall-Wasserstoff-Verbindungen
von ihrem Wasserstoffgehalt und ihrer Kristallstruktur abhängen. Allgemein kann gesagt
werden, daß diejenige Metall-Wasserstoff-Verbindung,
die röntgenographisch die ausgeprägteste Metallhydridstruktur zeigt, optimale Eigenschaften, :
wie z. B. geringe Oxydationsempfindlichkeit und Unlöslichkeit in Mineralsäuren, für ihre Weiterverarbeitung
besitzt. Diese Metall-Wasserstoff-
609 528/474
F 16158 VI/40a
Verbindungen mit besonders ausgeprägter Metallhydridstruktur sind allgemein diejenigen Metall-Wasserstoff-Verbindungen,
die bei Zimmertempe-
■■: ■ · · rätur mit Wasserstoff von Normaldruck im Gleich-.
5 gewicht,stehen. .
" Ferner wurde gefunden, daß aus den bei der Reduktion von Metalloxyden mit Hilfe von Erdalkalihydriden
gebildeten Metall-Wasserstoff-Verbindungen schwankender Zusammensetzung und
ίο -wechselnder Kristallstruktur Metall-Wasserstoff-Verbindungen
definierter Zusammensetzung und röntgenographisch ausgeprägter Metallhydridstruktur
erhalten werden können, wenn man die primär entstehenden Reaktionsgemische einige Zeit
bei erhöhter Temperatur einer Wasserstoffatmosphäre aussetzt. Allgemein gilt, daß der'Übergang
der Metall-Wasserstoff-Verbindungen schwankender Zusammensetzung und wechselnder Kristallstruktur
in definierte Metall-Wasserstoff-Verbindüngen mit ausgeprägter Metallhydridstruktur um
so schneller erfolgt, je höher die Temperatur ist. Doch andererseits nimmt der für diesen Übergang
erforderliche Wasserstoff druck mit steigender TemL
peratur zu. So kann man beispielsweise die durch Reduktion von Titandioxyd mit Calciumhydrid er-
' - hältlichen Reaktionsgemische in Gemische aus CaI-ciumoxyd
und Titanhydrid von reproduzierbarer Zusammensetzung und. exaktem Kristallaufbau
umwandeln, wenn man sie einer der folgenden Kombinationen von Bedingungen unterwirft::
Diese Befunde bilden die Grundlage für das vorliegende
Verfahren, nach dem, die bei der Um-
Setzung von Metalloxyden mit Efdalkaiihydriden
entstehenden Reaktionsgemische vor ihrer Weiterverarbeitung auf Metall einige Zeit bei erhöhter
Temperatur einer Wasserstoffatmosphäre ausgesetzt werden, das hierbei entstehende Gemisch
aus Erdalkalioxyd und Metall-Wasserstoff-Verbindung von reproduzierbarer Zusammensetzung
und ausgeprägter Kristallstruktur mit wäßriger Säure zerlegt und die zurückbleibende Metall-Wasserstoff-Verbindung
wie üblich durch Erhitzen auf höhere Temperatur in Metall und Wasserstoff gespalten wird.
Es ist hierbei von besonderem Vorteil, daß die nach der vorliegenden Erfindung entstehenden Me-
._■ tall-Wasserstoff-Verbindungen ,von ausgeprägter
Metallhydridstruktur nicht nur.schwachen, sondern auch in starken Säuren, wie z.B. Salzsäure, unlöslich
sind. Es können also zur. Abtrennung des
Erdalkalioxyds äußer den bisher benutzten
:.-: schwachen Säuren auch starke. Säuren verwendet werden. Das bei dieser Säurebehandlung zurückr
bleibende Metällhydrid zeichnet sich außer durch
| Temperatur: | H2-DrUcK: | Zeit: |
| 550° | I atm | 8 Stunden |
| 6oo° ,. | ;.- 2 atm,,., ■ | , 3 Stunden |
| 700° | 4 atm | 60 Minuten |
| 8oo° | 16 atm | 10 Minuten |
geringe OxydatiorisempfindlicHkeit auch nöch.dürch i.;,
eine besonders gute Filtrierbarkeit aus, so daß seine Abtrennung von der wäßrigen Erdalkalisalzlösung
mit Leichtigkeit erfolgen kann. Das so gewonnene Metallhydrid wird dann' in bekannter
Weise durch Erhitzen auf hohe Temperatur vom Wasserstoff befreit und zu duktilem Metall eingeschmolzen.
- ,. ,. ■ ,..· -., ...
Durch Reduktion mittels Calciumhydrid wird nach bekanntem Verfahren Titanmetall hergestellt,
welches auf Grund seiner Oxydationsfreudigkeit erfahrungsgemäß mühevoll von Calcium enthaltenden
Begleitbestandteilen abtrennbar ist. Die Reaktionsmischung, die laut Rechnung 144 g Titanmetäir
und 366 g "Calciümoxyd sowie die im Calciumhydrid vorher vorhandenen Verunreinigungen
enthält, wird nach dem Aufheizen unter Sauerstoffauss.chlu.ß
.innerhalb von 3 Stunden von 900 auf 500° abgekühlt, wobei während der ganzen Zeit
ein Wasserstoffdruck von 1 Atm. aufrechterhalten wird. Die Trennung der Titan-Wasserstoff-\^erbindungen
von den übrigen Bestandteilen wird durch Auswaschen mit io°/oiger Salzsäure vor- *
genommen. Die Verbindung ist 'nicht nur chemisch '"
resistenter, sondern auf Grund ihrer kristallinen Beschaffenheit auch bedeutend besser filtrierbar als \f
nach dem oben angegebenen Verfahren hergestellte, aber nicht mit Wasserstoff nachbehandelte Metallpulver.
.-,Die. .Röntgenuntersuchung des Ausgangsproduktes
und des mit Wasserstoff nächbehandelten" '
Pulvers ergibt, daß bei letzterem mehr als zwanzig vollkommen scharfe Ti H2-Linien auftreten, während
im Ausgangsprodukt nur zwei äußerst diffuse Linien nachweisbar sind.
Claims (2)
- Patentansprüche:• - i. Verfahren, zur Herstellung von. Metallen durch Reduktion von Metalloxyden mit Hilfe von Erdalkalihydriden, dadurch gekennzeichnet, daß die bei der Umsetzung von Metalloxyden mit Erdalkalihydriden entstehenden Reaktions- ■ gemische vor ihrer Weiterverarbeitung auf Metall einige Zeit bei erhöhter Temperatur einer Wasserstoff atmosphäre ausgesetzt werden, das hierbei entstehende Gemisch aus Erdalkalioxyd und Metall-Wasserstoff-Verbindung von reproduzierbarer Zusammensetzung und ausgeprägter Kristallstruktur mit wäßriger Säure zerlegt und die zurückbleibende Metall-Wasser-. · . stoff-Verbindung .wie üblich durch Erhitzen auf ; höhere Temperatur in. Metall und Wasserstoff gespalten wird., : · . : ...
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerlegung des Gemisches '■., aus Erdalkalioxyd und " Metall-Wasserstoff-Verbindung von · reproduzierbarer Zusammensetzung und ausgeprägter.Kristallstruktur mit:·· ■ einer Mineralsäure/z. B. Salzsäure, vocgenomr men wird. . ·..'..·■.' .: ■"; :i"· <.···
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