DEF0000554MA - Verfahren und Einrichtung zum Gießen von Magnesium oder Magnesiumlegierungen - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zum Gießen von Magnesium oder Magnesiumlegierungen

Info

Publication number
DEF0000554MA
DEF0000554MA DEF0000554MA DE F0000554M A DEF0000554M A DE F0000554MA DE F0000554M A DEF0000554M A DE F0000554MA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
pouring
settling
melt
crucible
magnesium
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Wilhelm Meinerzhagen Rosenkranz (Westf.)
Original Assignee
Otto Fuchs KG, Meinerzhagen (Westf.)
Publication date

Links

Description

Es ist ein Verfahren zum ununterbrochenen Gießen (Stranggießen) von durch Walzen oder Pressen weiterzuverarbeitenden Barren oder Blöcken aus Leichtmetallegierungen bekannt, bei welchem das flüssige Metall in eine stehende, durch Flüssigkeit gekühlte Kokille mit einem kolbenartig ausgebildeten, beweglichen Boden eingegossen wird und wobei der Boden in dem Maße des Eingießens flüssiger Schmelze allmählich abwärts bewegt wird, sodaß schließlich aus dem unteren Ende der Kokille der erstarrte Gußblock heraustritt, während von oben her noch weiter zugegossen wird. Dieses üblicherweise als Wasserguß bezeichnete Verfahren fährt aber bei der Herstellung von Barren oder Blöcken aus Magnesium und Magnesiumlegierungen zu qualitativen Nachteilen. Das Magnesium besitzt nämlich von allen Gebrauchsmetallen die größte Affinität zu den Hauptbestandteilen (Stickstoff und Sauerstoff) der atmosphärischen Luft. Es müssen daher beim Schmelzen und Gießen des Magnesiums und seiner Legierungen weitgehende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um der Verbindung des Magnesiums mit Sauerstoff und Stickstoff zu begegnen. Dieses geschieht in bekannter Weise dadurch, dass die Schmelze während und nach dem Einschmelzen mit Salzgemischen behandelt wird, die aus Alkali- und Erdalkalichloriden mit Zusätzen von Fluoriden und Oxyden bestehen. Die Salze haben die Eigenschaft, die in der Schmelze befindlichen Oxyde, Nitride und die von der Gewinnung des Magnesiums herrührenden Chloride in sich aufzunehmen und die Schmelze auf diese Weise zu reinigen. Sie werden sowohl zum "Durchwaschen" als auch zum Abdecken der Schmelze benutzt, um den Zutritt der Luft zu dem flüssigen Metall zu verhindern.
Da aber die spezifischen Gewichte der Schmelze und der Verunreinigungen (Oxyde, Nitride und Chloride des Magnesiums) nur sehr wenig verschieden sind, setzen sich die letzteren nur zögernd in der ruhenden Schmelze ab. Es besteht daher die Gefahr, daß die Verunreinigungen bei nicht genügend langem Abstehen in der Schmelze schwebend verharren oder, soweit sie sich abgesetzt haben, beim Kippen des Gießtiegels oder sonstigen Bewegungen der Schmelze vom Boden aufgewirbelt werden. Auch Salzreste von der Tiegelwand und von der Gießschnauze lösen sich leicht ab und gelangen beim üblichen Gießverfahren in das Gußstück, wo sie durch ihre hydroskopischen Eigenschaften zu Korrosionen Anlaß geben.
Um diesen Unzutäglichkeiten so weit wie möglich zu steuern, hat man ein Verfahren vorgeschlagen, bei welchem das Absitzen der Schmelze in der Kokille erfolgt, also in dem gleichen Gefäß, in welcher nachher die Erstarrung vor sich geht (sogenannten Tütengußverfahren). Die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in die Schmelze gelangenden Verunreinigungen und etwas ebenfalls vorhandene Salzreste sinken innerhalb einer Arbeitszeit von etwa 30-40 Minuten zu Boden und bilden dort einen Bodensatz, der mit der Schmelze erstarrt und sich als scharf abgegrenzte Schicht am Boden erstarrten Blockes zeigt. Diese Schicht wird dann abgeschnitten und es gelingt auf diese Weise, der weiteren Verarbeitung einen Block zuzuführen, der von Verunreinigungen (Oxyden, Chloriden, Nitriden, Salzresten), praktisch frei ist. Diesem qualitativen Vorteil des Tütengußverfahrens steht der wirtschaftliche Nachteil eines diskontinuierlichen Betriebes gegenüber.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, ein Verfahren zum Gießen von Magnesium und seiner Legierungen zu schaffen, welches die Vorteile der beiden erwähnten Gießverfahren besitzt, ohne mit deren Nachteilen beheftet zu sein. Das Verfahren besteht gemäß der Erfindung darin, daß die Schmelze aus dem Gießtiegel vorzugsweise durch Kippen desselben zunächst in einen Absitztiegel gegossen wird, und daß sie anschließend, nach Absetzen der Verunreinigungen im Absitztiegel, aus diesem in die Kokille weitervergossen wird. Besonders vorteilhaft für die Durchführung des Verfahrens ist dabei, wenn der Absitztiegel in Ruhe bleibt und das Ausgießen aus demselben durch Überlaufen infolge Zufließens neuer Schmelze erfolgt. Der Absitztiegel wird dabei zweckmäßig in einem Warmhalteofen untergebracht, um unerwünschte Abkühlung der Schmelze zu vermeiden. Bei Durchführung dieses Verfahrens kann als Kokille eine solche mit Wasserkühlung und absenkbarem Boden verwendet werden.
Gegenstand der Erfindung ist weiterhin die besondere Ausgestaltung des Absitztiegels. An einer vom Einguß möglichst weit entfernten Stelle desselben wird der Überlauf- oder mehrere Überläufe zum gleichzeitigen Gießen in mehrere Kokillen angeordnet. An den Ein- und Ausgußstellen werden vorteilhaft Abschirmungen vorgesehen, die über Spiegel der Schmelze hinausragen und die soweit in die Schmelze eintauchen, daß eine sanfte, den Absitzeffekt nicht beeinträchtigende Strömung in dem Gefäß zustande kommt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt.
Die in dem Gießtiegel 1 enthaltene Schmelze gelangt durch Kippen des Gießtiegels 1 in einen Absitztiegel 2, der in einem Warmhalteofen 3 untergebracht ist. Am Absitztiegel 2 ist ein Überlauf 4 vorgesehen, aus welchem die Schmelze, sobald ihr Spiegel im Absitztiegel 2 genügend hoch gestiegen ist, austritt und in eine Rinne 5 gelangt. Die Rinne 5 mündet an der Eingußstelle einer mit Flüssigkeitskühlung 7 versehenen Kokille 6. Zu Beginn des Gießvorganges wird die Bodenöffnung der Kokille 6 mittels eines Verschlußstopfens 8 abgedichtet, der auf einem heb- und senkbaren Kolben 9 aufruht und mit dem Kolben 9 gehoben oder gesenkt werden kann. Kokille 6, Verschlußstopfen 8 und Kolben 9 sind in einem mit Flüssigkeit gefüllten Behälter 10 untergebracht, an dessen Wand eine Führung 11 für einen den Kolben 9 erfassenden Führungskörper 12 festgelegt ist.
Die im Absitztiegel 2 sich befindende Schmelze wird in üblicher Weise mit Salzgemischen abgedeckt. Um zu vermeiden, daß Teile der Abdeckschicht beim Eingießen in den Absitztiegel 2 oder beim Ausgießen aus demselben in die Schmelze gelangen, sind an der Ein- und Ausgangsstelle vorzugsweise aus Blech bestehende Abschirmungen 13, 14 vorgesehen, die mit ihrem einen Ende aus der Schmelze herausragen, um die Salzabdeckschicht von der Einguß- und Ausgußstelle fernzuhalten und die mit ihrem anderen Ende so weit in die Schmelze eintauchen, daß im Absitztiegel 2 eine sehr sanfte, den Absitzeffekt nicht beeinträchtigende Strömung zustande kommt.

Claims (6)

1) Verfahren zum Gießen von Magnesium und Magnesiumlegierungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelze aus dem Schmelz- bzw. Gießtiegel, vorzugsweise durch Kippen desselben, zunächst in ein Zwischengefäß (Absitztiegel) gegossen wird und daß sie anschliessend, nach Absetzen der Verunreinigungen im Absitztiegel, aus diesem in die Kokille weiter vergossen wird.
2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgießen aus dem nicht bewegten, zweckmäßig in einem Warmhalteofen untergebrachten Absitztiegel durch Überlaufen infolge Zufließens neuer Schmelze erfolgt.
3) Verfahren nach Anspr. 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Kokille eine solche mit Wasserkühlung und absenkbarem Boden verwendet wird.
4) Einrichtung zur Durchführung des Verfahrend nach Anspruch 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß an einer vom Einguß möglichst weit entfernten Stelle des Absitztiegels (2) ein oder mehrere Überläufe zum gleichzeitigen Gießen in mehrere Kokillen (6) angeordnet sind.
5) Einrichtung nach Anspr. 4, dadurch gekennzeichnet, daß an den Ein- und Ausgußstellen Abschirmungen (13, 14) zum Fernhalten der den Flüssigkeitsspiegel im Absitztiegel (2) bedeckenden Salzgemischschicht angeordnet sind.
6) Einrichtung nach Anspr. 5, dadurch gekennzeichnet, daß die vorzugsweise aus Blech bestehenden Abschirmungen (13, 14) so weit in die Schmelze eintauchen, daß eine den Absitzeffekt nicht beeinträchtigende Strömung geringer Geschwindigkeit im Absitztiegel (2) zustande kommt.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1483638A1 (de) Verfahren und Maschine zum Stranggiessen von Metallen
DE3850464T2 (de) Giessverfahren für eine Stranggiessvorrichtung mit reduzierter Bauhöhe und entsprechender Tauchausguss.
DE102016100544A1 (de) Metallgiessverfahren für den Formgussprozess
DE102006058142A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Kippgießen von Bauteilen aus Leichtmetall
DE2707774A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum kontinuierlichen giessen einer metallschmelze in giessformen
DE1931694A1 (de) Verfahren zum Verhindern eines Verstopfens der Verteilerduesen beim Stranggiessen
DEF0000554MA (de) Verfahren und Einrichtung zum Gießen von Magnesium oder Magnesiumlegierungen
DE322169C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Barren oder Bloecken aus Metall und Metallegierungen
DE830387C (de) Verfahren und Vorrichtung zum stetigen Giessen eines Metallstranges
DE678534C (de) Giessvorrichtung zum ununterbrochenen Giessen von Bloecken und aehnlichen Werkstuecken aus Leichtmetall oder Leichtmetallegierungen
DE553551C (de) Verfahren und Kokille zur Herstellung von Formgussstuecken aus hochschmelzenden Metallen, insbesondere aus Kupferlegierungen
DE597271C (de) Giessvorrichtung fuer Metall
DE892230C (de) Verfahren zum Stranggiessen metallischer Werkstoffe
DE705902C (de) Stranggiesskokille
DE746211C (de) Zwischengefaess fuer das Giessen von metallischen Straengen in Rohrform
DE2251522A1 (de) Stahlstrangguss mit innenkuehlung
DE704091C (de) in tiefe Giessformen
DE866235C (de) Verfahren zum Giessen von hohlen Straengen insbesondere aus Leichtmetall
DE3322542C2 (de)
DE358542C (de) Verfahren zur Herstellung von Metallegierungen und zum Raffinieren von Metallen und Legierungen
WO2018215020A1 (de) VERFAHREN ZUM KIPPGIEßEN UND KIPPGIEßVORRICHTUNG
DE877656C (de) Verfahren und Vorrichtung zum ununterbrochenen Giessen von Straengen aus Stahl
DE974454C (de) Verfahren zum Giessen von Metallbloecken
DE1965784A1 (de) Verfahren zum Aufbringen von Giesspulver beim Stranggiessen
DE1508967A1 (de) Verfahren zur Abkuehlung der Schmelze beim Stranggiessen