DE9930C - Verfahren zum Enthärten des Glases - Google Patents

Verfahren zum Enthärten des Glases

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DE9930C
DE9930C DE18799930D DE9930DD DE9930C DE 9930 C DE9930 C DE 9930C DE 18799930 D DE18799930 D DE 18799930D DE 9930D D DE9930D D DE 9930DD DE 9930 C DE9930 C DE 9930C
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J. M. A. DEHERRYPON in Paris
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03BMANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
    • C03B25/00Annealing glass products
    • C03B25/02Annealing glass products in a discontinuous way

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Glass Compositions (AREA)

Description

1879.
Klasse 32.
JOSEPHE MARTIAL AUGUSTE DEHERRYPON in PARIS. Verfahren zum Enthärten des Glases.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. September 1879 ab.
Nach dem hier vorliegenden Verfahren wird durch schnelles Abkühlen in Luft oder einem passenden Medium gehärtetes Glas dadurch enthärtet, dafs man es wieder bis zum Anfang des Rothglühens erhitzt und dann langsam abkühlen läfst.
Die zu enthärtenden Gegenstände werden in einem kreisförmigen oder rechteckigen Ofen derart geschichtet, dafs möglichst aller Raum ausgenutzt wird. Um eine Deformation der Gegenstände bei der schliefslich angewendeten starken Hitze, bei welcher das Glas fast weich wird, . zu vermeiden, wendet man feuerfeste Kapseln oder Etageren an, welche in den Ofen eingebaut werden.
Dieser Ofen wird durch eine oder noch besser zwei einander gegenüberliegende Feuerungen geheizt, deren Gröfse proportional der des Ofens und der zu erzielenden Temperatur ist. Diese Feuerungen werden mit Koks oder einem anderen nicht rauchenden Brennmaterial durch eine mit hermetischem Verschlufs versehene Füllvorrichtung beschickt. Der Aschenraum ist durch eine bewegliche Thür ebenfalls hermetisch verschlossen. Die zur Verbrennung und zur Gasbildung erforderliche Luft wird unter den Rost bei einer Spannung von ca. 0,2 Atmosphären geleitet.
Eine Kammeir, welche analog den Siemens'-schen Regeneratoren mit gitterförmig aufgestellten Steinen angefüllt ist, trennt den Ofenraum von jeder Feuerung. Die Gase passiren vor ihrem Eintritt in den Ofen diese Steine und erwärmen zunächst letztere, so dafs das Erwärmen und auch das Abkühlen der in dem Ofen enthaltenen Gegenstände sehr langsam geschieht. Diese Kammern sind demnach Wärme-Ansammler (Accumulatoren) und Wärmeregulatoren.
Der Ofenraum, die Vorkammern, sowie die Feuerungen sind äufserlich durch Ummantelungen aus Blech oder Gufseisen hermetisch abgedichtet.
In der Seitenwand des Ofens sind unten Oeffhungen vorhanden, welche mittelst konischer Pfropfen, Hähne oder Veritile geschlossen werden und dazu bestimmt sind, den unter Druck stehenden Gasen einen Ausweg zu gestatten. Der Ofen ist ferner mit einer Arbeitsöffnung zum Ein- und Ausfahren der zu enthärtenden Waare versehen.
Nachdem der Ofen gefüllt ist, zündet man zunächst auf den Rosten Feuer an und arbeitet im Anfange mit wenig gespanntem Wind, so dafs nur die zum Anbrennen des Koks und progressiver Erwärmung der Feuerung nothwendige Hitze erzeugt wird. Die Hitze theilt sich zunächst den Steinen der Accumulatoren mit, so dafs die Feuerungsgase zuerst nur noch wenig heifs in den Ofen gelangen. Nach und nach erwärmen sich die Accumulatoren stärker und der Ofen erhält heifsere Gase. Ungefähr eine Stunde nach dem Anheizen verstärkt man die Windpressung etwas und fährt mit dem Verstärken zunächst soweit fort, bis die dem Ofen zunächst gelegene Reihe der Steine im Accumulator eine der dunkeln Rothglühhitze entsprechende Temperatür angenommen hat, und die Gase bei ihrem Austritt aus dem Ofen eine Temperatur von ca. 400 ° zeigen. Die Windpressung in dem Ofen beträgt dann ca. 0,2 Atmosphären. Nach einiger Zeit vergröfsert man die Spannung und Menge des unter dem Rost eingeblasenen Windes, so dafs. die aus dem Ofen tretenden Gase eine Temperatur von 525° zeigen, bei welcher Temperatur die Gegenstände im Ofen schwach rothglühend zu werden beginnen. Man erhält diese Hitze eine zeitlang, beschickt den Rost zum letzten mal und fährt nun fort bei verminderter Pressung Luft einzublasen. Nachdem das Brennmaterial verbrannt ist, wird die eingeblasene Luft als solche in den Ofen eintreten. Sie erwärmt sich an den Wänden der Feuerung und an den Steinen der Accumulatorkammern, welche sich nun sehr langsam abkühlen. Die in dem Ofen aufgeschichteten Gegenstände kühlen sich in fast unmerklicher Weise bis auf die Temperatur der eingeblasenen Luft ab und sind dann enthärtet.
Das angegebene Verfahren läfst sich auch zum Härten des Glases benutzen, indem man die Operationen in umgekehrter Reihenfolge vornimmt.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. An einem Ofen zum Enthärten von Glas die Anwendung von Wärme-Accumulatoren, welche zwischen Feuerung und Ofenraum eingeschaltet sind, wesentlich wie beschrieben.
2. Die Verwendung von erwärmter und geprefster Luft zum Enthärten des" Glases.
DE18799930D 1879-09-23 1879-09-23 Verfahren zum Enthärten des Glases Expired DE9930C (de)

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