DE98396C - - Google Patents
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63H—MARINE PROPULSION OR STEERING
- B63H16/00—Marine propulsion by muscle power
- B63H16/08—Other apparatus for converting muscle power into propulsive effort
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Combustion & Propulsion (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Ocean & Marine Engineering (AREA)
- Toys (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Antriebsvorrichtung für Schiffe, bei welcher eine oder
mehrere Reihen von Rudern mittelst Kugeln in der Schiffswand gelagert und mittelst Zug-
und Schubstangen vor- und rückwärts bewegt werden, wobei die Ruderblätter vor Beginn
der Kraftwirkung aufgerichtet und vor Beginn der Rückwärtsbewegung umgelegt werden.
Diese Vorrichtung hat den Zweck, die Schiffsschraube durch einen Antrieb zu ersetzen, welcher
einen günstigen Kohlenverbrauch mit leichter Manöverirfä'higkeit verbindet, das Schiff
aufserdem noch von dem etwaigen Bruch einzelner Theile unabhängiger macht und die
schädlichen Erschütterungen des Schiffskörpers vermindert.
Der Erfindung liegt die Idee zu Grunde, gewissermafsen die Fortbewegung der Fische
mittelst der Flossen nachzuahmen, welche bei verhältnifsmäfsig geringer Gröfse eine ganz
aufserordentliche Fortbewegungsgeschwindigkeit ermöglichen. Da der Antrieb der Ruder vom
Innenraum des Schiffes aus erfolgen mufs und die Ruder zweckmäfsig so tief unter Wasser
angeordnet werden, dafs sie niemals frei liegen können, so werden die Ruder mittelst einer
auf der Ruderstange befestigten Kugel wasserdicht gelagert. Hierbei müssen die halbkugelförmigen
Lagerschalen mit geeigneten Schlitzen versehen sein, damit auch die Vor- und Rückwärtsbewegung
der Ruder ermöglicht ist.
Das Wesen der Erfindung besteht hauptsächlich darin, den Ruderblättern vor Beginn
der Kraftwirkung eine senkrechte und vor Beginn der Rückwärtsbewegung eine waagrechte
Lage zu geben.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
dargestellt.
Fig. ι zeigt ein Ausführungsbeispiel in einfachster Ausführung vom Innenraum des
Schiffes aus gesehen.
Fig. 2 zeigt den zugehörigen Grundrifs.
Die Fig. 3 bis 5 veranschaulichen Einzelheiten des zur Lagerung des Ruders in der
Schiffswand verwendeten Kugellagers.
Die Fig. 6 bis 10 veranschaulichen in schematischer Darstellung die Bewegung des
Ruders beim Rückwärtsführen und bei der Kraftwirkung in den verschiedenen Stellungen.
Fig. 11 zeigt ein für diese Bethätigung geeignetes Kreuzgelenk mit Kugellagerung.
Das Ruder α wird mittelst einer auf der Ruderstange b befestigten Kugel c in zwei
Halbkugelschalen d1 und d2 gelagert, welche
in der Schiffswand e befestigt sind. Die halbkugelförmigen Lagerschalen sind in der aus
den Fig. 3 bis 5 ersichtlichen Weise ausgeschnitten, so dafs die für die Vor- und Rückwärtsbewegung
des Ruders erforderlichen Horizontalschlitze f entstehen.
Die in die Lagerschalen d1 d2 gut eingepafste
Kugel c gestattet einerseits die für das Umlegen und Wiederaufrichten des Ruders α erforderliche
Drehung und sichert aufserdem einen guten Abschlufs des Wassers vom Schiffsinnern.
Das Umlegen und Wiederaufrichten des Ruders α geschieht bei dem in Fig. ι und 2
veranschaulichten Ausführungsbeispiel in folgender Weise.
Auf dem freien Ende der Ruderstange b ist ein kurzer Arm h befestigt, welcher, von einem
Schlitten g gestützt, zwei um 90° gegen einander versetzte Stellungen einnehmen kann.
Bei den in den Fig. 1 und 2 angenommenen Stellungen liegt das Ruder für seine Rückwärtsführung
flach, so dafs es also bei der anderen Stellung für seine Kraftwirkung senkrecht stehen
wird.
Der Schlitten g gleitet auf einer geeigneten, an der Schiffswand befestigten Bahn i. Zwecks
Führung der Ruderstange b ist aufserdem noch ein Bügel k vorgesehen, der ebenfalls an der
Schiffswand befestigt ist.
Der Arm h ist nun durch eine an ihren beiden Enden in geeigneter Weise construirte
Verbindungsstange / an einen auf der hin- und hergehenden Stange m befestigten Arm η angeschlossen
; mit Hülfe der Stange m wird sowohl die Vor- und Rückwärtsbewegung als auch die Umstellung der Ruderblätter bewirkt.
Bei der in den Fig. 1 und 2 gezeichneten Stellung der arbeitenden Theile befindet sich
das Ruder α in der Mitte seiner Rückwärtsbewegung. Nach vollendeter Bewegung der
Stange m in der Richtung des Pfeiles tritt die entgegengesetzte Bewegung ein. Infolge dessen
zieht die Verbindungsstange / den Arm h zunächst in eine solche Stellung, dafs das Ruder a
senkrecht steht. Alsdann wird das Ruder zur Entfaltung seiner Kraftwirkung in der Richtung
des Pfeiles bewegt, bis die Bewegung der Stange m von Neuem umkehrt. Sofort kehrt
auch der Arm h in die Stellung der Fig. 1 zurück, worauf die Rückwärtsführung des
Ruders von Neuem beginnt, welches Spiel sich dann stets wiederholt.
In den Fig. 6 bis 11 ist eine andere Bewegungsart des Ruders dargestellt, weiche
gleichzeitig die Einzelbewegungen besser erkennen läfst.
Auf der Ruderstange b ist der Arm hl befestigt,
an dessen oberem Ende die Verbindungsstange Z1 nach Art eines Kreuzgelenks angreift;
letzteres ist in Fig. 11 in vergröfsertem Mafsstabe besonders dargestellt. Mit einem ebensolchen
Kreuzgelenk ist auch die Verbindungsstange Z1 an die Stange m1 angeschlossen, und
es ist ohne Weiteres klar, dafs die Verbindung der einzelnen Organe sich sowohl der Kreisbewegung
der Ruderstange als auch der schwingenden Bewegung des Armes h1 selbstthätig
anpassen wird. Man hat bei dieser Anordnung den Vorzug, dafs während der Kraftwirkung
der nach den Fig. 1 und 2 vorhandene Winkel zwischen Arm und Verbindungsstange
in der einen Richtung ganz vermieden und in der anderen auf ein unschädliches Mafs herabgedrückt
wird.
An der Verbindungsstange Z1 ist ein gebogener
Arm bezw. Anschlag 0 vorgesehen, dessen freies Ende gegabelt und ausgerundet
ist, so dafs dasselbe in der aus den Fig. 6 und 10 ersichtlichen Weise, um den Arm /21
herumgreifend, einen beweglichen Stützpunkt bildet, um das Ruder bei der Rückwärtsführung
in horizontaler Stellung zu halten. Aufserdem hat der Arm ο noch den Zweck, mittelst eines
geeigneten festen Punktes oder eines Anschlagsteges ρ das Umlegen des Ruders zu veranlassen.
Die Wirkungsweise der in den Fig. 6 bis 11 dargestellten Organe ist folgende:
Bei der in Fig. 6 gezeichneten Stellung greift der Arm ο um den Arm Zi1 herum und
ermöglicht so das Zurückführen des Ruders mittelst der von der Stange m1 bewegten Verbindungsstange.
Je mehr man den Angriffspunkt von 0 der Ruderstange b nähert, desto besser wird natürlich das Rückwärtsführen des
Ruders vor sich gehen.
Am Ende der Rückwärtsführung kehrt die Bewegung der Stange m1 um. Infolge dessen
wird sich zuerst der Arm hl und mit ihm das Ruder α um go° umlegen, und darauf wird
das Ruder mit voller Kraft durchgezogen, wobei die Mittelstellung durch Fig. 7 veranschaulicht
ist.
Kurz vor dem Ende der Rückwärtsbewegung (Fig. 8) trifft der Arm 0 gegen den festen Punkt p.
Infolgedessen wird die Verbindungsstange ll
etwas gehoben (Fig. 9), so dafs bei der nun erfolgenden Umkehr der Stange m ' die ' vollständige.
Umlegung des Armes Zi1 bezw. des Ruders α erfolgen mufs, bevor die Rückwärtsführung
selbst beginnen kann (Fig. 10).
Selbstverständlich ordnet man die Verbindungsstange ll und die Zug- und Schubstange
Ot1 derart an, dafs die infolge der Kreisbewegung
des Endes der Ruderstange auftretenden Verschiebungen in möglichst geringen Grenzen gehalten werden. Wie die Anordnung
des in Fig. 11 gezeichneten Kreuzgelenks klar erkennen läfst, handelt es sich dabei überhaupt
nur um ganz geringe Verschiebungen, die infolge der Kugelzapfen keine irgendwie erhebliche
Beeinträchtigung der Kraftübertragung bedeuten können.
Selbstverständlich sind die in den Zeichnungen veranschaulichten Mechanismen nur als
Ausführungsbeispiele zu betrachten, um den eigentlichen Erfindungsgedanken klar zu legen.
Die Einzelausführungen können in der mannigfachsten Weise getroffen werden. Es kommt
eben nur darauf an, einerseits das Ruder in geeigneter Weise mittelst einer Kugel in der
Schiffswand so zu lagern, dafs sowohl die
Vorwärts- und Rückwärtsbewegung als auch das Umlegen des Ruders ermöglicht ist, und
andererseits eine selbstthätige Umstellung des Ruders für die Kraftwirkung und für das
Rückwärtsführen herbeizuführen.
Die Ausführung der beschriebenen Antriebsvorrichtung ist in der Weise gedacht, dafs das
Schiff anstatt einer grofsen Maschine vier kleinere Maschinen besitzt und dafs von jeder
Maschine zwei Pleuelstangen nach vorn und zwei nach hinten gehen. Die Pleuelstangen
sind bei der in Fig. ι und 2 gezeichneten Ausführungsform mit einer Anzahl von Armen
versehen, welche je ein Ruder bewegen. Selbstverständlich könnte man auch jedes einzelne
Ruder durch einen geeigneten Motor bethätigen, der durch Dampf, Elektricität, Druckluft oder
dergl. getrieben wird.
' Mit einem nach vorliegender Erfindung ausgestatteten Schiff kann man trotz geringeren Kohlenverbrauchs eine grofse Geschwindigkeit erreichen.
' Mit einem nach vorliegender Erfindung ausgestatteten Schiff kann man trotz geringeren Kohlenverbrauchs eine grofse Geschwindigkeit erreichen.
Durch Anordnung von in Reihen über einander und hinter einander angeordneten Rudern,
deren Bewegung abwechselnd in entsprechenden Zeiträumen erfolgt, kann man eine ganz
gleichmäfsige Fortbewegung des Schiffes erzielen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Antriebsvorrichtung für Schiffe mit zwei oder mehreren Reihen von unter Wasser mittelst Kugeln in der Schiffswand gelagerten Rudern, welche mittelst Zug- und Schubstangen vor- und rückwärts bewegt werden, wobei vor Beginn der Kraftwirkung das Aufrichten und vor Beginn der Rückwärtsbewegung das Umlegen der Ruder selbstthätig erfolgt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE98396C true DE98396C (de) |
Family
ID=369365
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT98396D Active DE98396C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE98396C (de) |
-
0
- DE DENDAT98396D patent/DE98396C/de active Active
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