DE975222C - Lautsprecheranordnung mit Richtwirkung - Google Patents
Lautsprecheranordnung mit RichtwirkungInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 5. OKTOBER 1961
p 40064 VIIIa/2ia2D
sind als Erfinder genannt worden
Die Erfindung betrifft eine Lautsprecheranordnung mit Richtwirkung für Sprach- oder Musikübertragung
unter Verwendung von Richtgruppen, von denen jede aus einer Vielzahl von in einer vertikalen
oder nahezu vertikalen Reihe liegenden gleichphasig erregten Lautsprechern besteht. Derartige
Anordnungen sind bekannt. Es ist ferner bekannt, zur Beschallung großer Räume oder
Flächen im Freien, z. B. Kirchen, Theater, Versammlungshallen, Sportplätze u. dgl., dezentralisierte
Lautsprecheranlagen zu verwenden, doch befriedigen diese in raumakustischer Beziehung nicht
vollkommen, insbesondere wenn sich das Besprechungsmikrophon im gleichen Raum befindet.
Es ist ferner bekannt, Unterwassermikrophone auf den Flächen eines senkrechten prismatischen Körpers
in Reihen untereinander anzuordnen und auch für Luftschall zu verwenden.
Für Sprach- oder Musikübertragung sind auch bereits sogenannte Richtgruppen bekannt, die aus
einer Vielzahl von in einer Reihe liegenden gleichphasig erregten Lautsprechern bestehen. So wurde
eine Anordnung vorgeschlagen zur zentralen breitbandigen Schallversorgung eines Luftraumes mittels
eines gebündelten Schallfeldes unter Verwendung einer Mehrzahl von in einer Geraden auf einer
Schallwand angeordneten trichterlosen, elektrodynamischen Lautsprechern, deren Achsen praktisch
senkrecht auf der Schallwand stehen und einen gegenseitigen Abstand von etwa dem größten
Durchmesser der Lautsprecher haben, wobei das hauptsächlichste Merkmal darin besteht, daß die
Breite der Schallwand nur etwa gleich dem Durchmesser der Lautsprecher ist, derart, daß für die
tiefen Frequenzen sich um die Längskanten herum praktisch ein Kurzschluß ergibt. Diese Laut-
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Sprecheranordnungen hat man bisher in einer Kirche senkrecht an einer Raumwand aufgehängt.
Dabei waren die Schallwände leicht nach unten geneigt. Zwei dieser Anordnungen waren dabei auch
in großem Abstand voneinander vorgesehen, um die Beschallung des verhältnismäßig breiten Kirchenraumes
gleichmäßiger zu gestalten. Es wurde auch bereits vorgeschlagen, zwei Gruppen von Lautsprechersystemen
vorzusehen, deren Hauptstrahlrichtungen etwa senkrecht aufeinander stehen. Ferner wurde vorgeschlagen, die Schallwände der
beiden Gruppen derart anzuordnen, daß sie sich längs einer Begrenzungslinie berühren. Weiterhin
ist vorgeschlagen, zur Erzielung eines gedrängten Aufbaus mit schmalen Schallwänden die Lautsprechersysteme
jeder einzelnen Gruppe auf solchen Abständen voneinander zu setzen, daß jeweils zwischen
zwei Lautsprechersysteme einer Gruppe ein Lautsprechersystem der anderen Gruppe gesetzt ist.
Auch die Aufstellung der Lautsprecher anordnung etwa im Mittelpunkt der gesamten Zuhörerfläche
ist vorgeschlagen worden. Schließlich wurde vorgeschlagen, zwecks Erzielung einer kardioidenförmigen
Strahlungscharakteristik einzelne innerhalb der Gruppe zweckmäßig verteilte Systeme
durch Gehäuse nach rückwärts abzuschließen.
Bei den bekannten bzw. vorgeschlagenen Lautsprecheranordnungen wirkt jede Richtgruppe nach
Art einer sogenannten geraden Strahlergruppe, die bei senkrechter bzw. etwas geneigter Anordnung
eine starke Schallbündelung in der Vertikalen ergibt. Die Strahlungsenergie wird dadurch in Nutzrichtung
vergrößert, Reflexionen an Decken und Flächen sind dagegen weitestgehend vermieden. In
der Horizontalen ist die Bündelung geringer, so daß der Schall sich in einer bestimmten Breite
gleichmäßig verteilt. Bei gewissen raumakustischen Aufgaben, z. B. bei sehr breiten Räumen bzw.
großen freien Plätzen, genügt die Strahlbreite einer solchen Gruppe aber nicht zur völligen Erfassung
aller Zuhörer. Insbesondere trifft dies zu auf die für die Sprachverständlichkeit wichtigen hohen
Frequenzen, die sich nur in einem schmalen Bereich senkrecht vor der Lautsprecherebene ausbreiten
und an den Seiten nicht hörbar sind. Bisher versuchte man, diese Mängel durch einfache Lautsprechersäulen
zu vermeiden, bei denen Einzellautsprecher auf einer Zylindermantelfläche, allseitig
nach außen strahlend, angeordnet sind. Auch zwei Reihen von solchen nach außen strahlenden Lautsprechern
übereinander hat man bereits angewendet. Die vorteilhafte Bündelungswirkung der erwähnten
bekannten bzw. vorgeschlagenen Richtgruppen kann dabei jedoch nicht erreicht werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Lautsprecheranordnung zu schaffen, deren Abstrahlcharakteristik
durch einfaches Umschalten verändert und den gegebenen Umständen angepaßt werden kann.
Es wurde bereits vorgeschlagen, Lautsprecher bzw. Richtgruppen zu verwenden, die eine einseitige
Richtwirkung besitzen, um den nach rückwärts gehenden Schall, der zu störenden Reflexionen an
Flächen und Wänden führen kann, zu unterdrücken. Dies erfolgte mit Hilfe von auf den Schall von der
einen Membranseite wirkenden akustischen Laufzeitgliedern.
Die Erfindung besteht darin, daß vier rechtwinklig zueinander angeordnete Richtgruppen vorgesehen
sind, deren Abstand klein ist gegenüber der Schallwellenlänge im mittleren Übertragungsbereich und deren Ausstrahlung nach rückwärts
durch akustische Laufzeitglieder unterdrückt ist, und daß Mittel zur Änderung der Phasenlage der
Richtgruppen zueinander vorgesehen sind, derart, daß wahlweise angenähert eine kreisförmige, nierenförmige
oder achtförmige horizontale Richtcharakteristik entsteht. Die Schallwände bilden zweckmäßig
eine säulenartige Einheit, z.B. mit allseitiger Abstrahlung, die an zentraler Stelle im Raum bzw.
Zuhörerfeld aufgestellt wird. Es kommt auch der Zusammenbau in Form einer ampelartigen Einheit
in Betracht, die aufgehängt oder auf einem Mast befestigt wird.
Die Erfindung und weitere Einzelheiten sind an Hand der Abb. 1 bis 7 beispielsweise erläutert.
In Abb. ι ist der Grundriß einer aus vier Richtgruppen
bestehenden Säule dargestellt, bei der einseitig gerichtete Lautsprechergruppen mit akustischen
Laufzeitgliedern verwendet sind. Hierbei ergibt sich eine raumakustisch besonders günstige
Schallverteilung. Die Anordnung besteht aus z. B. vier vertikalen Schallwänden 2 mit je einer vertikalen
Reihe von Lautsprechern 3. Auf der Rückseite derselben sind die Packungen 9 aus Filz,
Watte oder ähnlichem Dämpfungsmaterial angebracht, die zusammen mit den zwischen Lautsprechermembran
und durchbrochenem Membrankorb liegenden Lufträumen ein akustisches Laufzeitglied
mit Reibungsdämpfung bilden. Hierdurch wird der Schall von der Rückseite der Membranen
in der Phase gegenüber dem von der Membranvorderseite ausgehenden Schall so weit geändert,
daß nach vorn Verstärkung und nach hinten Auslöschung eintritt. Zwischen oder in den Schallwänden
2 sind öffnungen in Form von Schlitzen u. dgl. vorgesehen, um den von den Membranrückseiten
kommenden Schall, der die einseitige Richtcharakteristik bildet, nach vorn hindurchzulassen.
Die öffnungen sind gegebenenfalls durch schalldurchlässigen Stoff 10 verkleidet.
An Hand der Abb. 2 bis 7 ist die Bildung von unterschiedlichen horizontalen Richtcharakteristiken
durch verschiedenphasige Erregung der einzelnen Richtgruppen erläutert, angewendet bei einer
Säule bzw. Ampel mit vier unter 900 stehenden Schallwänden 2 mit Richtgruppen, die eine einseitige
Richtwirkung wie bei Abb. 1 besitzen. In Abb. 2 sind die Lautsprecher aller vier Richtgruppen
gleichphasig erregt; die Phase der Erregerspannung jeder Richtgruppe ist durch die daneben
eingezeichneten Pfeile 11 gekennzeichnet. Es entsteht dabei die kreisförmige horizontale Richtcharakteristik
12. In Abb. 3 sind die diagonal gegenüberliegenden Richtgruppenpaare 13, 14 und
15, 16 mit entgegengesetzter Phase gespeist. Es
ergibt sich dabei die achtförmige Horizontalcharakteristik xj. In Abb. 4 sind die drei Richtgruppen
13, 14 und 16 gleichphasig und die vierte
Richtgruppe 15 gegenphasig erregt. Es entsteht dabei die nierenförmige Richtcharakteristik 18. Bei
Abb. 5 sind die Gruppen 13, 14 und 15 gleichphasig,
die Gruppe 16 gegenphasig erregt. Die Richtcharakteristik 18 liegt dann um 900 verdreht.
Bei Abb. 6 sind die Gruppen 14, 15, 16 gleichphasig
und 13 gegenphasig erregt. Die Richtcharakteristik 18 ist um weitere 900 gedreht. Bei Abb. J
sind die Gruppen 13, 15 und 16 gleichphasig und
die Gruppe 14 gegenphasig gespeist; die Richtcharakteristik 18 ist dabei um weitere 900 gedreht.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung wird zweckmäßig ein Umschalter vorgesehen, mit Hilfe
dessen man wahlweise die Lage der Richtcharakteristiken gemäß Abb. 2 bis 7 einstellen kann. Man
kann hiermit wahlweise bestimmte Teilgebiete eines Raumes oder eines freien Platzes bevorzugt mit
Schall versorgen, z. B. auf Sportplätzen entweder das Publikum auf den Tribünen oder die Spieler
auf dem Spielfeld. Der Umschalter wird gegebenenfalls ferngesteuert, z. B. vom Sprecher am Mikrophon
aus. Dieser kann dann beliebig die Richtwirkung der Lautsprecheranordnung verändern. Sofern
eine von den vier Richtgruppen abgeschaltet wird, bei gleichphasiger Erregung der anderen drei, ergibt
sich eine nierenförmige Charakteristik mit unscharfem Minimum.
Die Lautsprechanordnungen der Erfindung werden zweckmäßig in Verbindung mit einer Verstärkeranordnung
verwendet, bei der die hohen Frequenzen gegenüber den tiefen und mittleren Frequenzen des Übertragungsbereiches bevorzugt
sind. Hierdurch wird eine annähernd gleichmäßige Verteilung aller Frequenzen in der Breite des
Wiedergaberaumes erzielt. Die hohen Frequenzen werden nämlich durch die Schallwände etwas stärker
gerichtet als die mittleren und tiefen Frequenzen, die in der Breite annähernd gleichmäßig abgestrahlt
werden. Es kann somit vorkommen, daß die für die Sprachverständigung wichtigen hohen
Frequenzen in bestimmten Teilen des Raumes schwächer gehört werden. Durch die Höhenanhebung
in der Verstärkerapparatur wird dies erfindungsgemäß ausgeglichen.
Claims (6)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Lautsprecheranordnung mit Richtwirkung für Sprach- oder Musikübertragung unter Verwendung von Richtgruppen, von denen jede aus einer Vielzahl von in einer vertikalen oder nahezu vertikalen Reihe liegenden gleichphasig erregten Lautsprechern besteht, dadurch gekenn zeichnet, daß vier rechtwinklig zueinander angeordnete Richtgruppen vorgesehen sind, deren Abstand klein ist gegenüber der Schallwellenlänge im mittleren Übertragungsbereich und deren Ausstrahlung nach rückwärts durch akustische Laufzeitglieder unterdrückt ist, und daß Mittel zur Änderung der Phasenlage der Richtgruppen zueinander vorgesehen sind, derart, daß wahlweise angenähert eine kreisförmige, nierenförmige oder achtförmige horizontale Richtcharakteristik entsteht.
- 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung einer nierenförmigen Richtcharakteristik drei Richtgruppen mit gleicher und die vierte mit entgegengesetzter Phase erregt sind.
- 3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung einer achtförmigen Richtcharakteristik die gegenüberliegenden Richtgruppen jeweils mit entgegengesetzter Phase erregt sind.
- 4. Anordnung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Richtgruppen gegen die Vertikale schwenkbar sind.
- 5.. Anordnung nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine derartige Ausbildung, daß sie wahlweise als säulenartige oder als ampelartige Einheit benutzbar ist.
- 6. Anordnung nach Anspruch 1 bis 5, gekennzeichnet durch Verwendung in Verbindung mit einer Verstärkeranordnung, bei der die hohen Frequenzen gegenüber den tiefen und mittleren Frequenzen des Übertragungsbereiches bevorzugt sind.In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 704 243, 712 580, 134;USA.-Patentschriften Nr. 985 524, 989 250,ι 874733, ι 985 251, 2 127 110, 2 174 163, 2305598;britische Patentschrift Nr. 492 098;Firmenschrift Atlas Werke, Bremen, Nr. 256, 1934;Fischer und Lichte: »Tonfilm, Aufnahme und Wiedergabe nach dem Klangfilmverfahren«, 1931, S. 174;Umbehr und Wollenberg: »Der Tonfilm«, 1930, S. 210, 211, 216;Wien-Harms: »Handbuch der Experimentalphysik«, Bd. XVII, 2. Teil, »Technische Akustik«, I, 1934, S. 357;Zeitschrift »Radio Mentor«, n/1948, S. 470 bis 472; uoZeitschrift »Akustische Zeitschrift«, 6/1941, S. 107 und 108;Zeitschrift »Elektrische Nachrichtentechnik (E.N.T.)«, 6/1927, S. 239 bis 253; 5/1929, S. 169, 170, 172; Zeitschrift »Funk-Technik«, 12/1948, S. 289; Zeitschrift »Wireless World«, 1937, S. 123;Zeitschrift »Journal of the Acoustical Society of America«, 1930, S. 201 bis 241.In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsche Patente Nr. 934 353, 945 768.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 109 675/12 9.61
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