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Vorrichtung zum Anfeuchten von Flächen Die Erfindung bezieht sich
auf eine Vorrichtung zum Anfeuchten von Flächen, insbesondere der gummierten Flächen
von Briefumschlägen, Briefmarken u. dgl., bei der eine Verschlußkappe eines als
Handhabe benutzbaren. Flüssigkeitsbehälter an der Außenseite ihres für den Flüssigkeitsdurchtritt
durchbrochenen Bodens eine einstückige saugfähige Auflage trägt.
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Bei bekannten Vorrichtungen dieser Art ist die saugfähige Auflage
entweder auf den Kappenboden mit einem wasserunlöslichen Klebstoff aufgeklebt oder
in eine über dem Kappenboden: ausgebildete Fassung eingesetzt. Beides ist nachteilig.
Durch das Aufkleben wird die Saugfähigkeit der Auflage vermindert. Wird die Auflage
1edigl:ich in eine Fassung eingesetzt, so ist entweder ihr Halt ungenügend oder
sie wird in der Fassung derart zusammengepreßt, daß ihre Saugfähigkeit in dem dem
Kappenboden zugekehrten Teil stark herabgesetzt ist.
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Ferner ist es bekannt, die saugfähige Auflage in Gestalt eines hygroskopischen
Gewebestückes mit einem Randteil durch eine auf die Verschlußkappe aufschiebbare
Klemmhülse festzulegen. Hierbei ist jedoch die saugfähige Auflage verhältnismäßig
dünn und somit bei geringem Speichervermögen für Flüssigkeit wenig nachgiebig.
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Bei einer anderen bekannten Ausführungsform werden eine kreisrunde
Scheibe eines saugfähigen Schwammstoffes und eine gelochte starre Scheibe
mit
Hilfe einer Überwurfmutter auf dem Behälterrand festgelegt. Hierbei wird ein erheblicher
Randteil der Auflage von dem Kragen der Überwurfmutter zusammengepreßt. Der den
Kragen der Überwurfmutter durchsetzende ungepreßte Mittelteil der Schwammstoffscheibe
hat einen erheblich kleineren Durchmesser als die StirnflächederÜberwurfmutter.
Hierdurch ist die Nutzfläche der saugfähigen Auflage viel kleiner als die Stirnfläche
des Auftragkopfes, und beim Gebrauch macht sich der in radialer Richtung über den
saugfähigen Mittelteil herausragende Rand der Überwurfmutter störend bemerkbar,
weil er dazu zwingt, die Vorrichtung in mindestens annähernd lotrechter Stellung
zu benutzen.
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Gemäß der Erfindung ist bei Anwendung eines auf die Versch.lußkappe
aufschiebbaren Klemmringes die saugfähige Auflage durch eine kreisrunde Scheibe
eines Schwammstoffes, vorzugsweise eines Schwammgummis, gebildet, deren Dicke mehrfach
größer ist als die Breite des Spaltes zwischen der Klemmhülse und der Kappenwand,
so daß ihr in radialer Richtung über die Kappe vorstehender Randteil beim Aufziehen
der Klemmhülse unter starkem Zusammenpressen über den Kappenrand heruntergezogen
wird und ihr Mittelteil über der ganzen Fläche des Kappenbodens eine etwa halbkugelförmig
nach außen gewölbte Kuppe bildet. Vorzugsweise wird die Dicke der Schwammstoff-Scheibe
etwa so groß gewählt wie der Halbmesser der Verschlußkappe. Dann nimmt der Schwammstoff
die Gestalt. einer Halbkugel an, deren Durchmesser etwa so groß ist wie der Durchmesser
des Kappenbodens.
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Nunmehr wird, ohne ein verhältnismäßig teures Formstück des Schwammstoffes
benutzen zu müssen, aus einer billig durch Ausstanzen. aus einer Platte herstellbaren
Schwammstoffscheibe ein kuppenförmiger Auftragkopf erzielt, der sich über die ganze
Stirnfläche seines Halters erstreckt, also die größtmögliche Nutzfläche besitzt,
ferner einen einwandfreien Halt hat und in seinem gegen den Kappenboden anliegenden
Teil seine volle Saugfähigkeit beibehält. Der weiche, elastische, saugfähige, gewölbte
Kopf gestattet es, je nach Andrückkraft schmale oder breitere Flächen zu benetzen,
und zwar bei jeder beliebigen Schräglage des Behälters, da Randteile des starren
Halters nicht störend im Wege stehen.
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Die Erfindung wird nachstehend an Hand von in der Zeichnung dargestellten
Beispielen erläutert. Es zeigt Fig. i die Verschlußkappe auf einem Behälter in schaubildlicher
Darstellung, Fig. 2 einen Achsschnitt der Verschlußkappe, Fig. 3 einen gleichen
Achsschnitt für eine andere Ausführungsform, Fig. 4 die Einzelteile des Verschlußstückes.
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Das auf den Hals des Flüssigkeitsbehälters i aufsetzbare Verschlußs.tück
ist bei den Ausführungsbeispielen als Schraubkappe :2 ausgebildet. Die Kappe 2,
die auch eine Steckkappe sein kann, ist vorzugsweise als Preß- oder Spritzteil aus
einem Kunststoff hergestellt. Der Boden, der Kappe ist mit einer Durchtrittsöffnung
3 versehen. Als saugfähige Auflage ist eine zylindrische Scheibe .I eines Schwammstoffes,
vorzugsweise eine: Schwammgummis, verwendet, die in einfacher Weise durch Ausstanzen
aus einer Platte des Werkstoffes erzeugt werden kann. Der Durchmesser der Scheibe
4 ist etwas größer als der Außendurchmesser der Verschlußkappe 2 (Fig. 4.). Zum
Festlegen der Schwammstoffscheibe 4. auf der Verschlußkappe 2 dient eine Klemmhülse
5. Der Innendurchmesser der vorzugsweise aus Metall bestehenden Klemmhülse 5 ist
etwas größer als der Außendurchmesser der Verschlußkappe 2, jedoch nur um so viel,
daß die Breite b (Fig. 2) des zwischen ihr und der Wand der Verschlußkappe befindlichen
Spaltraumes nur einen Bruchteil der Dickes der Schwammstoffscheibe 4 beträgt.
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Die Klemmhülse 5 wird, nachdem in einer geeigneten Vorrichtung die
Schwammstoffscheibe 4 zentrisch auf den Böden der Verschlußkappe 2 aufgelegt worden
ist, von der Bodenseite her auf die Kappe aufgeschoben. Hierbei wird der in radialer
Richtung über den Rand des Kappenbodens vorstehende Randteil der Schwammstoffscheibe
4. unter erheblichem Zusammenpressen über den Rand des Kappenbodens nach unten gezogen.
Bei dieser Verformung nimmt der Mittelteil der Sch.vvammstoffscheibe 4 über dem
Kappenboden die Gestalt einer nach außen gewölbten Kuppe an (Fig. i bis 3), welche
die ganze Stirnfläche des Kappenbodens überspannt und sogar an dem vorzugsweise
zugeschärften Rand 6 der Klemmhülse 5 noch etwas nach außen quillt. In der Mitte
bleibt als Scheitelhöhe der Kuppe die ursprüngliche Dicke s der Schwammstofplatte
4 in etwa erhalten. Wenn wie bei den Ausführungsbeispielen die Scheibendicke s etwa
dem Halbmesser der Verschlußkappe 2 entspricht, entsteht eine etwa halbkugelförmige
Kuppe. Das. Aufschieben der Klemmhülse 5 ist zweckmäßig durch einen Bund 7 der Kappe
2 begrenzt. Die Höhe der Klemmhülse ist zweckmäßig so bemessen, daß ihr Rand 6 noch
etwas gegenüber der Stirnfläche des Kappenbodens zurücksteht (Fig. 2 und 3).
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Der so zusammengefügte Verschlußkörper wird auf den Flüssigkeitsbehälter
in der aus Fig. i ersichtlichen Weise aufgebracht. Beim Neigen des Behälters mit
seiner Ausflußöffnung nach unten saugt sich die Schwammstoffkuppe mit durch. die
Öffnung 3 durchlaufender Flüssigkeit voll. Die Kapillarwirkung des Schwammstoffes
verhindert jedoch, daß Flüssigkeit in Tropfenform austreten kann. Die Schwammstoffkuppe
gibt nur dann Flüssigkeit ab, wenn sie auf die zu benetzenden Flächen aufgedrückt
wird. Bei leichtem Andrücken benetzt sie nur so schmale Flächen, wie es beispielsweise
für das Benetzen des Klebrandes eines Briefumschlages notwendig ist. Wird auf die
Schwammstoffkappe eine stärkere Druckkraft ausgeübt, so gibt sie eine größere Berührungsfläche
her, die sogar erheblich größer werden kann als die Stirnfläche des Kappenbodens
(s. strichpunktiert angedeutete Verformung in Fig.2). Infolge der Elastizität des
Schwammstoffes nimmt die Kappe
nach Wegfall der Druckkraft sofort
wieder ihre ursprüngliche Gestalt an.
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Bei der Ausführungsform Fig. 3 ist der Boden der Verschlußkappe 2
an seiner äußeren Stirnfläche mit einer vorzugsweise konkav gewölbten Vertiefung
8 versehen. Hierdurch entsteht zwischen dem Kappenboden und dem Schwammstoffkörper
.1 ein Hohlraum, der einen Teil des sich unter einer Druckkraft verformenden Schwammstoffes
aufnehmen kann.