DE97207C - - Google Patents

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DE97207C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C381/00Compounds containing carbon and sulfur and having functional groups not covered by groups C07C301/00 - C07C337/00
    • C07C381/12Sulfonium compounds

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
oder deren Salzen.
Es wurde die überraschende Beobachtung gemacht, dafs. das bisher als ein vollständig indifferenter Körper geltende Jodoform befähigt ist, mit quaternären Schwefelverbindungen, insbesondere mit Sulfoniumbasen und deren Salzen unter Bildung von Additionsproducten zu reagiren. Die so . entstehenden Körper sind vermöge ihres gleichzeitigen Gehaltes an Schwefel und Jodoform von grofser therapeutischer Bedeutung. Zu den ebenfalls zu Jodoformadditionsproducten führenden Verfahren der Patente Nr. 87812 und Nr. 89243 steht das vorliegende Verfahren in keiner Beziehung; denn in jenen Verfahren wird Hexamethylentetramin — ein Körper, der bekanntlich von einer ganz eminenten Reactionsfähigkeit ist — mit Jodoform zur Einwirkung gebracht, nach vorliegendem Verfahren hingegen wird Jodoform mit wesentlich indifferenteren und ihrer chemischen Natur nach vom Hexamethylentetramin durchaus verschiedenen Körpern in Wechselwirkung treten gelassen.
Die genannten quaternären Schwefelverbindungen entstehen durch Einwirkung von Halogenalkylen auf; Sulfide, Disulfide und verwandte Verbindungen, wie z. B. Mercaptole, und treten mit Jodoform in der Weise in Reaction, dafs sich stets ein Molecül Jodoform an ein quaternäres Schwefelatom anlagert. Die hierbei entstehenden Additionsproducte bilden sämmtlich hell- bis dunkelgelbe, gut krystallisirende Verbindungen, die in den gebräuchlichen Lösungsmitteln in der Kälte unlöslich, in heifsem Alkohol löslich sind, durch kaltes Wasser nicht, durch heifses Wasser, Säuren und Alkalien allmählich in ihre Componenten zerlegt werden. Aus letzteren bilden sie ' sich mit grofser Leichtigkeit beim Vermischen ihrer Lösungen oder durch inniges Verreiben der fein gepulverten Substanzen selbst unter Zusatz geringer Mengen eines Lösungsmittels.
Die gleichen Verbindungen entstehen auch, wenn man nicht die Sulfoniumhaloide selbst mit Jodoform zur Reaction bringt, sondern letzteres mit oder ohne Zuhülfenahme eines Lösungsmittels mit den Sulfiden oder verwandten Schwefelverbindungen vermischt und Halogenalkyle in molecularem Verhältnifs zusetzt.
Das Verfahren sei durch folgende Beispiele erläutert.
Beispiel I.
246 g Triäthylsulfoniumjodid werden in ϊ 1 Alkohol gelöst und in die heifse Lösung von 394 g Jodoform in 4 1 Alkohol eingetragen. Es beginnt dann sofort die Ausscheidung des Jodoform -Triäthylsulfoniumjodids in Form von citronengelben verfilzten Nädelchen. Aus Alkohol umkrystallisirt wird der Körper in Form von glänzenden Blättchen vom Schmelzpunkt 1420 erhalten, die nach Farbe und Aussehen dem Jodoform täuschend ähnlich sind.
Beispiel II.
136 g Triäthylsulfoniumhydroxyd werden in Y2 1 Alkohol gelöst und mit der heifsen Lösung
von 394 g Jodoform in 4 1 Alkohol versetzt. Nach dem Erkalten krystallisirt das Jodoformadditionsproduct in glänzenden Blättchen vom Schmelzpunkt 1260 aus. Es giebt in Alkohol, in dem es leicht löslich ist, gelöst und mit alkoholischer Salzsäure versetzt das Jodoform-Triäthylsulfoniumchlorid vom Schmelzpunkt 96°, mit Bromwasserstoffsäure das entsprechende Bromid, welches auch aus Bromäthylä'thylsulfid und Jodoform entsteht.. und weifsgelbe prismatische Säulen vom Schmelzpunkt 1240 bildet.
Beispiel III.
394 g Jodoform werden feingepulvert mit 204 g Trimethylsulfoniumjodid gemischt, mit absolutem Alkohol angefeuchtet und längere Zeit verrieben. Das gebildete Jodoform-Trimethylsulfoniumjodid wird aus heifsem Alkohol umkrystallisirt in hellgelben Nadeln erhalten, die bei 1620 schmelzen und schwerer löslich sind wie die entsprechende Aethylverbindung.
Beispiel IV.
394 g Jodoform werden in einem Ueberschufs von Methylsulöd gelöst und in der Kälte 156 g Jodäthyl zugegeben. Es tritt alsbald eine lebhafte Temperatursteigerung ein und das Gemisch erstarrt zu einem Krystallbrei von Jodoform-Dimethyläthylsulfoniumjodid vom Schmelzpunkt 1360. Das entsprechende Bromid schmilzt bei 125°.
Als weiterer Repräsentant dieser neuen Körperklasse sei dann z. B. noch die Jodoformverbindung des Jodäthyl-Aethyldisulfids der Formel
(C2HJ2 = S-
J J
erwähnt. Die Jodoformverbindung dieses Körpers entsteht z. B., wenn man eine alkoholische Lösung von Aethyldisulfid, Jodäthyl und Jodoform in molecularea Verhältnissen einige Stunden am Rückflufskühler erhitzt. Sie bildet harte Täfelchen vom Schmelzpunkt 1230.
Ferner sei die Jodoformverbindung des Jodäthyl-Diäthylsulfidmethans vom Schmelzpunkt 125 ° genannt, welcher die Formel
C^(C2 H)2 -CHJ3
HJ2 -CHJ3
zukommt und die aus Jodoform und dem Einwirkungsproduct von Jodäthyl auf das durch Condensation von Mercaptan und Formaldehyd vermittelst Salzsäure erhaltene, bei 180 bis 185 ° siedende Diäthylsulfidmethan der Formel
CH2<:S £§
entsteht.
In gleicher Weise entsteht durch Einwirkung von Jodoform auf Jodäthylallylsulfid (aus Allyisulfid und Jodäthyl) ein bei 980 schmelzendes, auf Aethylsulfidisopropyljodid ein bei 1290 schmelzendes, auf Jodmethyl-Mercaptol ein bei 1300 schmelzendes und auf Jodmethyl-Perbrommethyltrisulfid (Ber. d. d. ehem. Ges. XV, S. 275) ein bei 120° schmelzendes Jodoformadditionsproduct.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von Additionsproducten aus Jodoform und quaternären Schwefelbasen oder deren Salzen, darin bestehend , dafs man Jodoform und quaternäre Schwefelverbindungen unter Zuhülfenahme eines Lösungsmittels auf einander einwirken läfst oder Jodoform bei Gegenwart eines Halogenalkyls mit zur Bildung quaternärer Verbindungen geeigneten Schwefelverbindungen zur Reaction bringt.
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