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Trockenapparat zum Trocknen von Papier- und Papphülsen Die Erfindung
bezieht sich auf einen Trockenapparat zum Trocknen von Papier- und Papphülsen, bei
dem die Hülsen mittels einer endlosen umlaufenden Kette durch Heißluft hindurchgeführt
werden. Nach Patent 839 444 sind im wesentlichen zwei oder mehr mit .einer oder
mehreren öffnungen zur Aufnahme der Hülse versehene Hülsenträger Bestandteil der
Kettenglieder.
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Gemäß der Erfindung wird der Trockenapparat wesentlich dadurch vereinfacht,
daß die Aufnahmeöffnungen für die zu trocknenden Hülsen in Form von seitlich offenen,
starr begrenzten Schlitzen ausgebildet sind. Diese Schlitze, die praktisch nichts
anderes darstellen als seitliche Öffnungen der im Hauptpatent verwendeten Löcher
des Hülsenträgers, bieten den besonderen Vorteil, d.aß die zu trocknenden Hülsen
von der Seite her, d. h. senkrecht zu ihrer Längsachse, .in die Aufnahmeöffnungen
eingelegt bzw. aus ihnen entnommen werden können, wodurch unter anderem das Einlegen
und Entnehmen wesentlich vereinfacht wird. Die als Hülsenträger ausgebildeten Glieder
der Transportkette können dabei so wie die bisher verwendeten plattenförmigen Hülsenträger
zur Aufnahme mehrerer Hülsen eingerichtet sein, indem sie z. B. einen oder mehrere
in Laufrichtung der Kette hintereinander an dem Träger ausgebildete Schlitze aufweisen,
von denen jeder mehrere, beispielsweise
drei Hülsen nebeneinänder
aufzunehmen vermag, oder der Träger kann einen einzigen kurzen Schlitz für eine
einzige Hülse aufweisen.
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Die den Schlitz begrenzenden Tragglieder oder -arme zweier miteinander
in gleicher Höhe zusammenwirkender Kettenlaschen können durch mindestens zwei Ouerstäbe
miteinander verbunden werden, auf die dOann eine oder mehrere Hülsen in ihrer Längsrichtung
gelegt werden.
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Im Interesse einer guten Trocknung der Hülsen ist vielfach ein langer
Trockenweg erwünscht. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung können nun zwei
oder mehr Transportketten der angegebenen Art nebeneinander in einem Trockenapparat
angeordnet und die Hülsen jeweils von einer Kette auf die andere übergeschoben werden.
Dabei wird vorteilhaft jede Kette in einem praktisch abgeschlossenen Raum angeordnet,
so daß die Hülsen nach jeder Verschiebung in einem mit wärmerer und trockner Luft
angefüllten Raum kommen.
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Das überschieben geht infolge der Schlitzform der Aufnahmeöffnung
des Hülsenträgers außerordentlich einfach vor sich und kann bei entsprechender Anordnung
mehrerer Ketten ohne weiteres mittels eines für alle Ketten gemeinsamen Schiebers
erfolgen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen schematisch
dargestellt. Es zeigt Fig. i einen Trockenapparat mit mehreren zusammenwirkenden
Transportketten, teilweise im Schnitt, Fig. 2 die Draufsicht auf je einen Hülsenträger
zweier Ketten, die nebeneinander für Ouerüberschiebung angeordnet sind, Fig. 3 die
Seitenansicht zweier Kettenglieder mit Schlitzen für Einzelhülsen, Fig. q. die Seitenansicht
eines Kettengliedes mit drei schlitzförmigen Ausnehmungen für je drei Hülsen, Fig.
5 die Draufsicht auf je einen Hülsenträger zweier Ketten, die für Längsüberschiebung
nebeneinander angeordnet sind, Fig. 6 die Seitenansicht einer Kette mit Tragaufsatz
für die Hülsen, Fig. 7 eine Draufsicht auf einen Hülsenträger, dessen Tragarme durch
Querstäbe verbunden sind und Fig.8 eine Schalteinrichtung für den Antrieb des Trockenapparates.
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Die in feuchtem Zustand von einer beispielsweise automatischen Hülsenwickelmaschine
kommenden Hülsen werden zum Trocknen in einen Trockenapparat eingeführt, in welchem
sie an Traggliedern einer umlaufenden Kette durch einen Trockenluftstrom hindurchgeführt
werden.
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Die Tragglieder haben oder bilden seitlich offene, schlitzförmige
Aufnahmeöffnungen für die Hülsen. Gemäß Fig. q. ist ein Kettenglied i als Hülsenträger
ausgebildet, indem durch Anordnung dreier schlitzförmiger Ausnehmungen 2 in einer
zur Kette senkrechten Platte etwa stab- oder stiftförmige Tragarme 3 gebildet werden,
auf welche die zu trocknenden Hülsen q. quer zu ihrer Längsachse aufgelegt werden,
wie das aus Fig. 2 ersichtlich ist. In Fig. q. sind die Tragarme 3 so lang, daß
z. B. drei Hülsen nebeneinander in einen Schlitz 2 eingelegt werden können, so daß
ein Hülsenträger nach dieser Figur neun Hülsen mit dem dargestellten Durchmesser
aufzunehmen vermag.
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In Fig. 3 sind die einzelnen Kettenglieder 5 als Träger je einer Hülse
4 derart ausgebildet, daß nur ein einziger unten und oben von je einem Tragarm 7
begrenzter Schlitz 6 in dem entsprechend kurzen Kettenglied 5 vorgesehen ist. Die
beiden benachbarten als Hülsenträger dienenden Kettenglieder 5 sind an .einem gemeinsamen
Kettenbolzen so angelenkt, daß der untere Arm 7 des oberen Gliedes 5 den oberen
Arm 7 des unteren Gliedes 5 verdeckt.
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Die Tragarme 3 oder 7 auf gleicher Höhe zusammenwirkender Tragglieder
können in geringem Abstand voneinander angeordnet sein, so daß sie die Hülsen, wie
in Fig. 2 und 5, im wesentlichen in der Mitte unterstützen. Statt dessen kann ihr
Abstand auch, wie in Fig.7 angedeutet, so groß gewählt werden, daß sie eine lange
Hülse in der Nähe ihrer Enden unterfassen. Um auch in diesem Fall kurze Hülsen trocknen
zu können, «-erden solche Tragarme 13 (Fig.7) durch mindestens zwei Querstäbe 14
miteinander verbunden, auf welche die kurzen Hülsen 15- in Richtung ihrer Länge
hintereinander aufgelegt werden. Unter Umständen können statt durchlaufender Stäbe
14 nur Teile solcher Stäbe, praktisch also Querstifte, an den beiden Tragarmen 13
vorgesehen sein.
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Unter Anwendung solcher Querstäbe nach Fig. 7 kann zum Trocknen von
Hülsen mit kleinerem Durchmesser an einer geeigneten Stelle des Hülsenträgers ein
in Form eines liegenden U ausgebildeter Aufsatz 29 aufgesetzt und vorzugsweise lösbar
befestigt werden, wobei die Schenkel des U den Hülsenaufnahmeschlitz unten und oben
begrenzen (Fig. 6).
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Die geschilderten Ausführungsformen der Hülsenträger gewährleisten
eine Punkt- oder höchstens Linienberührung zwischen dem Auflageglied und der Hülse,
so daß diese praktisch auf ihrer ganzen Fläche von der Trockenluft umspült wird.
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Wie bereits eingangs ausgeführt, gestatten diese schlitzförmigen Aufnahmeöffnungen
der Hülsenträger ein außerordentlich einfaches Einführen und Entnehmen der Hülsen
und ermöglichen so die Ausbildung eines Trockenapparates mit mehreren zusammenwirkenden
Transportketten, bei denen die Hülsen, von denen in diesem Fall in jedem Hülsenträger
nur eine vorzugsweise nach Fig. 2 und 3 angeordnet ist, zur Verlängerung des Trokkenweges
nach jedem Umlauf von einer Kette in die nächste übergeschoben werden.
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In Fig. i ist ein solcher Trockenapparat veranschaulicht, der vier
ständig oder mit Unterbrechungen umlaufende Ketten 17, 18, 19 und 2o enthält. Das
Gehäuse 21 des Trockenapparates ist durch Zwischenwände 22, 23, 24 so unterteilt,
daß jede dieser Ketten in einem eigenen schachtartigen
Raum läuft,
wobei diese Räume so untereinander verbunden sind, daß sie von der im Gegenstrom
zum Durchgang der Hülsen bei 25 zugeführten heißen Trockenluft nacheinander durchströmt
werden. Sämtliche Transportketten 17, 18, i9 und 20 bzw. ihre Hülsenträger sind
in der gleichen Weise ausgebildet, und dieKetten sind räumlich so in bezug aufeinander
angeordnet und auf Gleichlauf geschaltet, daß in jedem Zeitpunkt mindestens einem
Hülsenträger der einen Kette ein Hülsenträger der anderen Kette gegenüberliegt,
so daß an einem hierfür bestimmten Punkt 26, das ist vorzugsweise am unteren Ende
des ablaufenden geraden Teiles der vorangehenden Kette und dem unteren Ende des
anlaufenden geraden Teiles der nachfolgenden Kette, ein Überschieben der Hülse von
der einen auf die andere Kette erfolgen kann.
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Gemäß Fig. i erfolgt dieses Überschieben der Hülsen quer zu ihrer
Längsachse, wie das in Fig. 2 in der Draufsicht klarer zum Ausdruck kommt.
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Bei entsprechender Anordnung der Ketten hintereinander kann das Überschieben
auch gemäß Fig. 5 in Richtung der Hülsenachse erfolgen.
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Infolge des Gleichlaufes der Ketten kann das Überschieben an allen
Ketten gleichzeitig und mittels eines gemeinsam betätigten Schiebers 27 erfolgen,
der vorteilhaft mit der Vorrichtung 28 zum Einführen der nassen Hülsen in den Trockenäpparat
gekoppelt wird und vorzugsweise selbsttätig arbeitet.
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Am Austragende des Trockenapparates erfolgt die Entnahme der getrockneten
Hülsen an einem Leitblech 3o, das in geeigneter Weise unter die Hülse greift und
diese bei der Vorwärtsbewegung der Transportkette vom Hülsenträger abhebt und wegführt.
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Im einzelnen kann die Einlegevorrichtung, die Schieberanordnung und
-betätigung sowie die Entnahmevorrichtung in irgendeiner geeigneten, an sich bekannten
Weise ausgebildet sein, ohne aus dem Rahmen der Erfindung zu fallen.
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Der Antrieb des Trockenapparates ist -vorteilhaft mit dem Antrieb
der zugehörigen Wickelmaschine gekuppelt. Um zu erreichen, daß der mit Hülsen gefüllte
Trockenapparat auch nach dem Abstellen der Wickelmaschine weiterläuft, z. B. so
lange bis alle Hülsen aus dem Trockner entnommen worden sind, ist zwischen den gemeinsamen
Antrieb der Wickelmaschine und des Trockners einerseits und der Hauptantriebswelle
des Trockners andererseits eine Zwischenwelle eingeschaltet, die die wahlweise Kupplung
der Trocknerwelle mit dem Antrieb allein oder zugleich mit der Wickelmaschine gestattet.
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In Fig. 8 ist 31 die Hauptantriebswelle des Trockners, 32 ist eine
von dem nicht dargestellten Motor über eine Scheibe 33 angetriebene Vorlegewelle,
die mittels einer ausrückbaren Kupplung 34 mit der Antriebswelle 35 der Wickelmaschine
verbunden werden kann. Auf den Wellen 32 und 35 ist je ein Antriebs-, z. B. Kettenrad
36 bzw. 37 befestigt. Die mittels eines Schalthebels 38 betätigte Kupplungsmuffe
39 läuft mit der Antriebswelle 32. Auf einer Zwischenwelle 40, die mittels eines
Riemens oder einer Kette 41 dauernd mit der Trocknerwelle 31 in Antriebsverbindung
steht, sitzen lose Antriebsscheiben 42 und 43, die mit den Scheiben 36 bzw. 37 verbunden
sind. Diese beiden Scheiben 42 und 43 bilden Teile einer Wechselkupplung, deren
von einer Schaltstange 44 betätigte Kupplungsmuffe 45 mit der Zwischenwelle 4o auf
Drehung verbunden ist und im wesentlichen drei Schaltstellungen einnehmen kann.
In der einen Stellung verbindet sie z. B. die Scheibe 43 und damit die Wickelmasch'inenwelle
35 mit der Zwischenwelle 40, so daß bei ausgerückter Kupplung 34, 39 Wickelmaschine
und Trockner stillstehen bzw. gleichzeitig von Hand verstellt werden können, während
bei eingerückter Kupplung der Antrieb der Wickelmaschine und des Trockners gleichzeitig
erfolgt. Um dabei den für eine richtige Beschikkung des Trockners notwendigen Gleichtakt
der beiden Maschinen zu sichern, ist der Teil 43, 45 der Wechselkupplung als Klauenkupplung
ausgebildet, deren Klauen so angeordnet sind, daß sie nur in der richtigen gegenseitigen
Stellung der beiden Maschinen kuppeln.
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In der Mittelstellung der Schaltstange 44 ist die Wechselkupplung
vollkommen außer Eingriff, und der Trockner kann allein für sich von Hand verstellt
werden. Bei gleichzeitig ausgerückter Kupplung 34, 39 kann auch die Wickelmaschine
allein für sich verstellt werden. In der dritten Stellung der Schaltstange 44 ist
die Scheibe 42 und damit die Motorantriebswelle 32 mit der Zwischenwelle 4o verbunden,
so daß bei ausgerückter Kupplung 34, 39 der Trockner allein, z. B. nach dem Abstellen
der Wickelmaschine, angetrieben wird.
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Unter Umständen können die beiden Schaltstangen miteinander geeignet
gekoppelt werden, so daß die wichtigsten Schaltstellungen durch Betätigung eines
einzigen Schaltgliedes erzielt -erden.
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Selbstverständlich kann auch diese Antriebsverbindung i'm einzelnen
weitgehend abgeändert werden, sofern nur eine selbständige Antriebsmöglichkeit des
Trockners gewährleistet ist.