-
Gerät zur Ermittlung der Grundgebühr für den Elektrizitätsverbraudh
Die
übliche Berechnung der Grundgebühr für den Elektrizitätsverbrauch durch Zugrundelegung
delr Zimmerzahl ist unbefriedigend, weil die Zimmerzahl keine physikalische Größe
ist und daher auch kein einwandfreier Maßstab für die Grundgebühr sein kann. Diese
Methode führt bei spielsweise dazu, daß eine Zweizimmerwohnung, in der elektrische
Energie lediglich zu BeleucS tungszwecken verwendet wird, teurer ist als eine Einzimmerwohnung,
die verschwenderisch mit elektrischen Geräten aller Art ausgerüstet ist.
-
Einen wesentlich gerechteren Maßs,tabl bildet die mittlere Höchstlast
oder eine damit verwandte Größe, beispielsweise der mittlere Strom.
-
Die bekannten Geräte, die zur Ermittlung der Grundgebühr herangezogen
werden können, weisen umfangreiche Einrichtungen auf, deren Aufwand das Gerät nicht
nur verteuert, sondern in der An wendung auch umständlich macht Wenn beispielsweise
zur registrierenden Erfassung des Verbrauchs Schleppzeiger benutzt werden, so muß
der Ableser nach jeder Ablesung diesen. Schleppzeiger auf Null zurückstellen. Um
Betrugsmöghchkeiten auszuschalten, sind dann wieder Kontrolleinrichtungen hinsichtlich
der Zahl der Rückstellung und auch der Weite der Rückstellung erforderlich. Die
bekannten Geräte, bei denen mittels eines sich in Abhängigkeit vom Stromdurchfluß
bewegenden, auf eine Anzeigevorrichtung einwirkenden Bimetallstreifens die mittlere
Hazhstlast innerhalb einer Ableseperiode ermittelt wird, sind zwar vorteilhafter,
weil sie nur geringen Aufwand, erfordern und deshalb in ihrer Herstellung sehr billig
sind, sie haben jedoch den Nachteil, daß sie nur
die Zahl der ttberschreitungen
einer bestimmten vereinbarten Höchstlast anzeigen.. Soll die vereinharte Höchstlast
geändert werden, so ist bei den bekannten Geräten eine umständliche Verstellung
oder gar eine Umeichung erforderlich.
-
Die Erfindung, die sich auf ein Gerät zur Ermittlung der Grundgebühr
für den Elektrizitätsverbrauch bezieht, bei dem e!in sich in Abhängigkeit von der
Belastung bewegender, auf eine Anr zeigevorrichtung einwirkender Bimetallstreifen
vorgesehen ist, beseitigt diesen Nachteil dadurch, daß der Bimetallstreifen eine
Welle betätigt, die mehrere so gegeneinander versetzte, zum mittelbaren Antrieb
mehrerer -Zählwerke dienende Zahnsegmentscheiben trägt, daß bei Verdrehung der Welle
um einen bestimmten Winkel die Anzeige von einem. Zählwerk auf ein anderes übergeht
und daß die Zählwerke in an sich bekannter Weise bei Rückdrehung der Welle arretiert
sind. Durch die Verwendung des. als Bimetallspirale ausgebildeten Bimetallstreifens.
läßt s.ich eine große Zeitkonstante, beispielsweise von t/4 Stunde, in die Meßeinrichtung
einbringen. Bei kurzz,eitigen Stromüberschreitungen. spricht dann noch kein Zählwerk
an..
-
Die durch die Verdrehung der Welle bewirkte Ausschwenkung der Zahnsegmente
wird beispiels weise über ein Zahnrad mit einer Klinkeneiinrichr tung auf jeweils
ein arm Zählwerk angeordnetes Klinkenrad übertragen. Diese an den Zhhlwerken angeordneten
Klinkenrädeßr erhalten vorzugsweise je zehn Zähne, so daß beim Vorschub um einen
ganzen Zahn sich die letzte Zahlenrolle um eine ganze Ziffer weiterdreht.
-
Um beispielsweise den. quadratischen Skalen. verlauf des Bimetallstrommessers
zu. berücksiclhr tigen, sind zwischen den Zahnsegmenten und den Zahnrädern zum Antrieb
der verschiedenen Zäblwerke verschiedene Übersetzungen vorgesehen.
-
Die Bimetallstreifen sind direkt ode;r/und inF direkt beheizt. Dadurch
läßt sich die Anwendung des Gerätes auch bei Dreileiteranlagen erreichen.
-
Die Erfindung wird an Hand eines in. d Weich, nung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels erläutert.
-
Fig. I zeigt das Gerät nach der Erfindung in Seitenansicht; Fig.
2 stellt die Anordnung der Übertragungsteile von der Welle auf das. Zählwerk dar.
-
Durch die Bimetallspirale I wird die Achse 2 sowie ein nicht unbedingt
erforderlicher Zeiger 3 gedreht Die Achse trägt die Zahnräder 4, 5 und 6, die jedoch
gemäß Fig. 2 nur als Teilsegmente ausgeführt und gegeneinander um einen bestimmten
Winkel versetzt sind. Dadurch wird bei einer Drehung der Achse um den Winkel a nur
das.
-
Zahnrad 7, bei Drehung um 2 a das Zahnrad 8 und bei 3 a das Zahnrad
g um einen entsprechenden Winkel gedreht. Am Zahnrad 7 ist ein Klinkhebexl 10 befestigt,
welcher in ein Klinkrad 11 eingreift.
-
Sobald das Rad 7 tim ein Stück vorwärts geschoben wird, dreht sich
das. Klinkrad um den gleichen Winkel und schiebt dabei das. Zählwerk I um eine Ziffer
weiter. Geht nun der Strom. auf Null zurück, so geht auch das Rad 7 in seine Anr
fangsstellung zurück. Das Klinkrad, mit dem daran hängenden Zählwerk dagegen bleibt
in seiner Stellung stehen, weil es durch eine oder mehrere Rücklauf-Hemmfedern I3
am Rücklauf gehindert wird.
-
Gleichartige Einrichtungen. mit den Zählwerken II und III werden
auch durch die Zahnräder 5 und 6 betätigt Während aber Zählwerk I anzeigt, wenn.
ein Strom von beispielsweise 5 A überschritten wird, zeigt Zählwerk II z. B. die
Überschreitung von IoA und Zählwerk III die Überschreitung von 15 A an.
-
Es können beliebig viele Zählwerke auf der Welle 2 angeordnet werden,
entweder um einen vorgegebenen Bereich sehr fein zu unterteilen oder um den Bereich,
der überwacht werden. soll, beliebig groß zu machen.
-
Das Gerät zeigt um so mehr an, je häufiger der Strom zwischen den
Grenzen hin- und hergeschwenkt ist; nicht angezeigt wird dagegen die Dauer der Belastungen
Beides ist aber für die Bildung der Grundgebühr nur wenig interessant.
-
Wesentlich ist, ganz ähnlich wie beim Masimumtarif, wie groß der Strom
im Mittel während einer einzigen Viertelstunde überhaupt gewesen ist und wenn dieser
Wert auch nur ein einziges. Mal erreicht wurde. Es bleibt jedem Elektriziitäts-Versorgungsunternehmen
unbenommen, auch die Häufigkeit der Überschreitungen zu berücksichtigen.
-
Für die Berechnung der Grundgebühr interessiert nur das. oberste
Zählwerk, dessen Stand. sich geändert hat. Das gezeichnete Ausführungsbeispiel gibt
die Grundlage für eine Abrebhnung nach einem D reizonen-Grundgebüh rentarif. Das
Erreichen jeder höheren Zone sieht eine höhere Grundgebühr vor.
-
Durch das Gerät nach der Erfindung ergeben sich gegenüber den bekannten
Zählern folgende Vorteile: Eine Rückstellung wird nicht benötigt, so daß willkürliche
Beeinflussungen von außen nicht möglich sind. Darüber hinaus ist eine gewisse Kontrollmöglichkeit
gegeben,. wenn, wie es denkbar wäre, ein Ablese absichtlich einen niedrigeren Wert
aufschreibt als dem Stand der Zählwerke entsprechen hat und dafür bei der nächsten
Ablesung einen um so höheren Wert angibt. Der falsche Wert kann noch bis zu einigen
Tagen nachkontrolliert werden, denn das Grundgebührengerät dürfte seinen. Stand
innerhalb kurzer Zeit kaum völlig verändern.
-
Bei einem Gerät mit einem Schleppzeiger wird durch. die Verstellung
des Schleppzeigers eine Abr leseperiode abgeschlossen, während das Grund gebührengerät
nach der Erfindung bei der Anzeige des weiteren Verbrauchs von den vorangegangenen
Anzeigen ausgeht und diese fortführt.
-
Wenn bei einem Gerät mit Schleppzeiger dieser Zeiger bei der Ablesung
auf der Grenze zur nächsthöheren Zone steht, ist es in die Willkür des Abr lesers
gestellt, günstig oder ungünstig für den Verbraucher abzulesen. Bei dem Grundgebührengerät
nach
der Erfindung ist dagegen die Ablesung einr deutig, wenn man festlegt, daß nur das
Zählwerk zur Berechnung herangezogen wird, das um mehr als eine Ziffer weitergéschaltet
wird.
-
Infolge des Versatzes. der Antriebsteile für die einzelnen. Zählwerke
um je einen Winkel gegen einander ist immer nur ein einzelnes Zählwerk mit der von
der Bimetallspirale angetriebenen Welle gekuppelt. Eine Verfälschung der Anzeige
durch eine mögliche Überlastung der Bimetallspirale scheidet daher aus. Darüber
hinaus ist die vorgeschlagene Form konstruktiv einfach, in der Herstellung außerordentlich
wirtschaftlich und läßt sich den Abmessungen eines Zählergehäuses ohne weiteres.
anpassen.
-
PA'rENTANSPRUCHE: I. Gerät zur Ermittlung der Grundgebühr für den
Elektrizitätsverbrauch, bei dem ein sich in Abhängigkeit von der Belastung bewegender,
auf eine Anzeigevorrichtung einwirkender Bimetallstreifen vorgesehen ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Bimetallstreifen eine Welle betätigt, die mehrere so gegeneinander
versetzte, zum mittelbaren Antrieb mehrerer Zählwerke dienende Zahnsegmentscheiben
trägt, daß bei Verdrehung der Welle um einen be stimmten Winkel die Anzeige von
einem Zählwerk auf ein anderes übergeht und daß die Zählwerke in an sich bekannter
Weise bei Rückdrehung der Welle arretiert sind.