DE957779C - Anlage zur kontinuierlichen Kühlung von Waschseife - Google Patents
Anlage zur kontinuierlichen Kühlung von WaschseifeInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 7. FEBRUAR 1957
P 9230 IVa/23 f
In der letzten Stufe der Herstellung von Waschseife wird die flüssige und warme Seifenmasse
durch Kühlung unter Druck zum Erstarren gebracht und dabei in feste und dichte Seifenstücke
verwandelt.
Die hierfür verwendeten Maschinen arbeiten entweder nicht kontinuierlich und erfordern die Einrichtung
großer Kühlanlagen, oder sie arbeiten kontinuierlich in einem komplizierten und kostspieligen
Fließverfahren.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer Anlage, die durch rasche Kühlung unter Druck die
fortlaufende Herstellung von Waschseife in Strängen beliebigen Querschnitts nach einem Fließverfahren
ermöglicht.
Da die Seife in Strangform gekühlt und gepreßt wird, erfolgt die Kühlung auf vier statt nur zwei
Seitenflächen, und die einzelnen Seifenstücke werden beim Austritt aus der Maschine mit einem
einzigen Schnitt in gewünschter Größe erhalten.
Durch eine solche Maschinenanlage werden Zeit, Arbeitskosten und Kraft' im Vergleich zu den bisher
üblichen Verfahren gespart.
Die Anlage nach der Erfindung weist mindestens einen drehbaren Scheibenkörper auf, der an seinem
Umfang eine offene kreisförmige Rinne vom Querschnitt des gewünschten Stranges trägt, die
von einem mit Zu- und Ableitungen zum Umlauf einer Kühlflüssigkeit versehenen Kühlraum, umgeben
und auf der Außenseite von einem dünnen endlosen biegsamen Stahlband geschlossen ist,
welches um einen Teil des Umfanges der Rinne und um eine am freien Ende der tragenden Welle gelagerte
Vorgelegescheibe läuft. Auf der Außenseite
des Bandes ist ein aus Gummi oder ähnlichem Material bestehender Hohlkörper vorgesehen, der
einen durch für den ganzen Umlauf des Bandes genügend lange Schläuche mit den Zu- und Ableitungen
der Kühlflüssigkeit verbundenen Kühlraum bildet. Dabei ist ein aus biegsamem und
elastischem Material bestehendes Mundstück zur Einführung der flüssigen Seife in jede der umlaufenden
Rinnen einerseits an die vom Kessel oder ίο den Behältern herkommenden festen Leitungen angeschlossen
und berührt andererseits die Innenflächen der von einem biegsamen Band geschlossenen
Rinne unter Druck.
Die Zu- und Abflußleitungen der Kühlflüssigkeit können als Bohrungen in der die rotierenden Scheibenkörper
tragenden Welle ausgebildet sein, während die die Bohrungen in der Welle mit den Kühlräumen
verbindenden Leitungen aus Gummi oder Kunststoff bestehen können.
I-n den Zeichnungen sind einige Ausführungsrformen
der Anlage nach der Erfindung schematisch und beispielsweise dargestellt.
Abb. ι ist eine Seitenansicht eines Kühlkörpers;
Abb. 2 ist ein Schnitt nach Linie A-A der Abb. 1; Abb. 3 ist ein Querschnitt in vergrößertem Maßstab
durch die Kühlrinne nach Linie B-B der Abb. ι;
Abb. 4 ist die Ansicht eines Mundstückes für die Zufuhr der flüssigen Seife in die Kühlrinne;
Abb. 5 ist ein Schnitt durch das Mundstück nach Linie C-C der Abb. 4.
Der in den Abb. 1 bis 5 dargestellte Kühlkörper besteht aus einer festen Zuleitung 6" mit einem
Mundstück oder einer Düse 1 für die Zufuhr der flüssigen und warmen Seife in die Kühlrinne 8 der
umlaufenden Scheibe 2, die einen mit dieser Kühlrinne 8 versehenen Kranz trägt (Abb. 1). Die
Scheibe 2 wird von einem Motor über ein stufenloses Getriebe 4 und die Zahnräder 3 angetrieben
(Abb. 2). Die Umlaufgeschwindigkeit richtet sich nach der zur Erstarrung notwendigen Zeit, die vom
jeweiligen Querschnitt des Seifenstranges abhängt. Die die Rinne 8 tragende Scheibe 2 ist auf eine
Welle 5 aufgekeilt, an deren Enden Stutzen 6 und 7 für den Ein- und Austritt der Kühlflüssigkeit vorgesehen
sind.
Auf der Welle 5 können je nach der gewünschten stündlichen Leistung eine oder mehrere Scheiben
2 angebracht werden.
Die Rinne 8, in welcher die Seife gepreßt und gekühlt wird, ist auf drei Seiten ihres Querschnittes
von einem von der Kühlflüssigkeit durchströmten Hohlraum 9 umgeben (Abb. 2 und 3).
Die vierte Seite der Rinne 8 ist durch das Stahlband
10 dicht verschlossen; eine ebenfalls von Kühlflüssigkeit durchströmte Gummirinne 13 ist
auf das Stahlband zusammen mit der aus Kunststoff bestehenden Unterlage 12 aufgenietet.
Das Band umschlingt die Rinne 8 längs eines bestimmten Bogenteiles und wird so gegen die
Rinne 8 angedrückt, daß eine gedichtete Leitung entsteht, in welche die zu kühlende Seife eingeführt
wird. Um den erforderlichen Druck gegen die Rinne zu erzielen, ist das Stahlband endlos ausgebildet
und läuft um die Riemenscheibe 17 (Abb. 1). Die Spannung des Stahlbandes läßt sich
durch Verstellung des Lagers 15 und der Scheibe 17 mittels der Schraube 16 regeln.
Die Scheibe 17 ist auf dem frei tragenden Ende eines am Lager 15 angebrachten Zapfens drehbar,
um den Durchgang der zum Kreislauf der Kühlflüssigkeit in den Kühlräumen dienenden Gummischläuche
21, 22, 23 und des Rohres 24 zu ermöglichen.
Wie aus den Abbildungen, insbesondere Abb. 2, ersichtlich, strömt die Kühlflüssigkeit, in Pfeilrichtung
von der Zufuhrleitung 6 kommend, durch die an einem Ende der Welle 5 befindliche axiale Sacklochbohrung
20, an deren Boden der zur Verbindung mit dem Kühlraum 9 dienende Schlauch 21
angeschlossen ist. An einer geeigneten Stelle des Kühlraumes 9 ist der Schlauch-22 angeschlossen,
der mit einem an der äußeren Fläche 13' des Kühlraumes
13 befindlichen Stutzen verbunden ist. Von einer anderen geeigneten Stelle der äußeren Fläche
13' ausgehend, stellt der Schlauch 23 die Verbindung mit dem auf der Welle 5 befestigten Rohr 24
her, das seinerseits mit der an dem anderen Ende der Welle 5 befindlichen Sacklochbohrung 25 und
dadurch mit dem Auslaß 7 in Verbindung steht.
Die Kühlflüssigkeit durchströmt also während des Betriebes die Leitungen 20 und 21, den Kühlraum
9, den Schlauch 22, den Kühlraum 13, den Schlauch 23, das Rohr 24 und die Ausbohrung 25,
um schließlich zum Auslaß 7 zu gelangen. Die durch die Schläuche zwischen den Kühlräumen und
den festen Leitungen hergestellte Verbindung ermöglicht den gewünschten Kreislauf, ohne daß die
Schläuche schädliche Verdrehungen erleiden, die zu Störungen des Betriebes führen könnten, weil die
Scheibe 17 an dem freien Ende ihres Tragzapfens gelagert ist und die Drehbewegung der Scheibe 2
und des Stahlbandes 10 dadurch nicht behindert wird.
Aus Abb. 2 ist auch ersichtlich, in welcher Weise die Rinne 8 durch das Stahlband 10 abgedichtet
wird, indem das die äußere Umfangsfläche der Rinne 8 umschlingende Band auch an die seitlichen
Außenflächen der Rinne durcli eine geeignete Spannung angepreßt wird. Die Einstellung dieser no
Spannung geschieht durch Verstellung des Stützlagers 15.
Abb. 4 und 5 stellen das für die Einführung der Seife in die Rinne 8 und gleichzeitig zur dichten
Verbindung mit der festen Zuleitung S dienende Mundstück 1 dar. Dieses in Gestalt eines Pyramidenstumpfes
ausgebildete und aus einem biegsamen und elastischen Werkstoff bestehende Mundstück
ι wird vom Druck der zuströmenden flüssigen Seife so weit gedehnt, daß die Berührungs- 12c
flächen des Mundstückes mit den Innenwänden der Rinne 8 und des Bandes 10 sicher abgedichtet
werden.
Die Arbeitsweise der beschriebenen Maschine ist folgende: In die von der Rinne 8 und vom Band 10
■ gebildete geschlossene Leitung wird die vom Koch-
kessel oder von sonstigen Behältern zufließende, flüssige und warme Seife unter Druck mittels einer
Pumpe oder der im Kessel verdichteten Luft eingeführt. Gleichzeitig wird die Scheibe 2 gedreht, um
die Rinne 8 zu füllen. Da die Kühlräume 9 und 13 von kaltem Wasser oder von Kühlsole durchströmt
werden, wird die in die Rinne 8 eingeführte Seife rasch und stark auf allen vier Seiten gekühlt, so
daß sie unter Druck erstarrt.
Um zu verhindern, daß noch nicht erstarrte Seife aus der Rinne ausfließt, wenn sie die höchste Stelle
der Rinne überschreitet, wird bei der. Inbetriebsetzung der Maschine die Ausmündung der Rinne
mit einem hölzernen Stopfen od. dgl. verschlossen.
Auf diese Weise wird die Seife während der für die Erstarrung notwendigen Zeit in der Rinne zurückgehalten.
Wenn die von der Scheibe 2 mitgenommene Seife eine Dreiviertelumdrehung zurückgelegt hat, wird
sie zumeist genügend abgekühlt sein. Sollte das nicht der Fall sein, wird die Scheibe zum Stillstand
gebracht und solange stehengelassen, bis die in der Rinne 8 befindliche Seife erstarrt ist. Danach löst
sich die noch im plastischen Zustand befindliche, jedoch genügend feste Seife durch ihr Eigengewicht
von der Rinne 8 ab, von der sich auch das Band 10 schon gelöst hat. Die Seife gelangt dann
zu einer bogenförmigen und mit waagerecht hin- und hergehender Bewegung arbeitenden Schneidvorrichtung
18, mittels deren einzelne Stücke vom Strange abgeschnitten werden.
Sobald die der Rinne 8 zuerst zugeführte Seifenmenge abgekühlt und erstarrt ist, wird selbstverständlich
der hölzerne Stopfen entfernt. Während des weiteren Betriebes der Maschine wird er dann
nicht mehr notwendig sein, weil die aus der Rinne 8 austretende feste Seifenmasse selbststopfend
gegen die weiter in die Rinne 8 eingeführte flüssige Seife wirkt.
Die geschnittenen Stücke fallen auf ein Förderband 19, welches sie der Weiterverarbeitung, d. h.
Stempelung, Trocknung und Verpackung, zuführt. Die mit der beschriebenen Anlage erzielten Vorteile
sind erheblich, weil das Fließverfahren eine wesentliche Herabsetzung der Betriebskosten und
die Erzeugung dichter Seifenstücke gleichförmiger Struktur ohne Ausschuß ermöglicht.
Claims (2)
1. Anlage zur kontinuierlichen Herstellung von Waschseife in Strängen beliebigen Querschnittes
durch Kühlung unter Druck, gekennzeichnet durch mindestens einen drehbaren Scheibenkörper (2), der an seinem Umfang
eine offene kreisförmige Rinne (8) vom Querschnitt des gewünschten Stranges trägt, die von
einem mit Zu- und Ableitungen zum Umlauf einer Kühlflüssigkeit versehenen Kühlraum (9)
umgeben und auf der Außenseite von einem dünnen endlosen biegsamen Stahlband (10) geschlossen
ist, welches um einen Teil des Umfanges der Rinne (8) und um eine am freien Ende der tragenden Welle gelagerte Vorgelegescheibe
(17) läuft, während auf der Außenseite des Bandes ein aus Gummi oder ähnlichem
Material bestehender Hohlkörper (13) vorgesehen ist, der einen durch für den ganzen Umlauf
des Bandes genügend lange Schläuche (22, 23) mit den Zu- und Ableitungen (6, 7) der
Kühlflüssigkeit verbundenen Kühlraum bildet, wobei ein aus biegsamem und elastischem Material
bestehendes Mundstück (.1) zur Einführung der flüssigen Seife in jede der umlaufenden
Rinnen einerseits an die vom Kessel oder den Behältern herkommenden festen Leitungen
angeschlossen ist und andererseits die Innenflächen der von einem biegsamen Band (10) geschlossenen
Rinne (8) unter Druck berührt.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zu- und Abflußleitungen der
Kühlflüssigkeit als Bohrungen (20, 25) in der die rotierenden Scheibenkörper (2) tragenden
Welle (5) ausgebildet sind und die die Bohrunrungen in der Welle mit den Kühlräumen verbindenden
Leitungen aus Gummi oder Kunststoff bestehen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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