DE954508C - Verfahren zur Herstellung hochfester Staehle mit hohem Arbeits- und -Fliessvermoegen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung hochfester Staehle mit hohem Arbeits- und -Fliessvermoegen

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DE954508C
DE954508C DEP1741D DEP0001741D DE954508C DE 954508 C DE954508 C DE 954508C DE P1741 D DEP1741 D DE P1741D DE P0001741 D DEP0001741 D DE P0001741D DE 954508 C DE954508 C DE 954508C
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Germany
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aluminum
steel
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strength steels
deoxidation
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DEP1741D
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English (en)
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Thomas Pawelczyk
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C7/00Treating molten ferrous alloys, e.g. steel, not covered by groups C21C1/00 - C21C5/00
    • C21C7/04Removing impurities by adding a treating agent
    • C21C7/06Deoxidising, e.g. killing

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment Of Steel In Its Molten State (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung hochfester Stähle mit hohem Arbeits- und Fließvermögen Unter hohem Aribeitsvermögen eines: Stahles versteht man den Widerstand, :den .der Stahl der Trennung seiner Kristalle entgegensetzt; es drückt sich in einer hohen Festigkeit und in einer sm Verhältnis zur Festigkeit hohen Streckgrenze aus. Wird die Streckgrenze durch Überbeanspruchung überschritten, dann darf kein plötzlicher Bruch im Werkstoff eintreten, höchstens eine Deformation. Dazu ist es erforderlich, daß der Stahl ein hohes Fließvermögen hat, das sich durch hohe Einschnürung, hohe Dehnung und vor allen Dingen hohe Kerbschlagzähigkeit des Stahles kennzeichnet. Um diese Eigenschaften der Stähle zu erzielen, werden sie heute im allgemeinen mit teuren Legierungsmetallen, beispielsweise mit Chrom, Nickel, Molybdän, Vanadium u.. a. legiert.
  • Es ist bekannt, daß die Eigenschaften der Stähle in weitem Maße von dem Aufbau ihres Gefüges abhängen und,daß ihr Arbeits- und Fließvermögen dann besonders hoch ist, wenn das Gefüge der Stähle sehr feinkörnig ist. Um :das zu erreichen., wurde schon vorgeschlagen, dem Stahl nach der Desoxydation Kristallisati,onskeime bildende Mittel zuzusetzen oder ihn mit Stoen zu desoxydieren, die eine solche Kristall.isationskeimbildung bewirken. Bekannte Des-oxydationsmittel dieser Art sind Aluminium, Titan und auch eine an sich bekannte Legierung, bestehend aus Aluminium, Kalzium und Silizium.
  • Durch Untersuchungen wurde nun gefunden, daß die Kristallisationskeimbildung bei Anwendung obiger Desoxydationsmittel vom Stickstoffgehalt des Bades abhängig ist und daß sie dann in besonderem Umfange einsetzt und damit ein feinkörniges und besonders homogenes Gefüge erzielt wird, wenn bei der Herstellung des Stahles und der Desoxydation auf eine solche Aluminium-und Stickstoffmenge im fertigen Stahl hingearbeitet wird, daß mindestens o,oi°/o und höchstens o,30°/0 Aluminiumnitrid entstehen können. Das Alumi= niumnitrid nämlich, so wurde erkannt, ist die Ursache der Kristallisationskeimbildung, :die aber auch lviederum nur dann einsetzt, wenn eine genügende Menge :dieser Verbindung im Stahlbad vorhanden ist.
  • Die Bereitstellung der für die Bildung des Aluminiumnitrids erforderlichen Aluminiummenge im Stahl kann an sich durch die Desoxydation des Stahls mit Aluminiummetall geschehen. Es zeigte sich jedoch, da.ß in diesem Falle die mit der Erfindung angestrebte Wirkung nicht voll eintritt, was darauf zurückzuführen ist, daß sich bei der Desoxydation der Stähle mit Aluminium. Tonerde bildet, die beim Erstarren als Schlackensuspension an :den Korngrenzen zurückbleibt und hier die Festigkeitseigenschaften des Werkstoffs ungünstig beeinflußt.
  • Deshalb wird nach der Erfindung vorgeschlagen, die Desoxydation der Stähle mit der Dreistoff-Legierung Aluminium-Silizium-Kalzium in Verbindung mit Aluminiummetall durchzuführen und dann solche Mengen dieser Stoffe .dem Stahlbad zuzusetzen, daß aus der analytisch feststellbaren Stickstoffmenge -des Bades und dem Zusatz der Desoxydationsmetalle ein Gehalt von o,oi bis 0,3,°/o Aluminiumnitrid entstehen kann.
  • Die nach der Erfindung durchgeführte Desoxydation der Stähle mit der Dreistofflegierung Aluminium-Silizium-Kalzium .der Verbindung mit Aluminiummetall als Desoxydationsmittel hat die Wirkung, daß durch den Dreistoff Aluminium-Silizium-Kalzium mit den oxydisehen Einschlüssen des Bades zusammen besonders leichtflüssige Schlacken gebildet werden, die ihrerseits geeignet sind, die durch das Aluminium in der Schmelze zurückgelassenen Tonerdeeinschlüsse aufzunehmen und auszuwaschen, dabei aber auch gleichzeitig die restlose und vollkommene Desoxydation des Bades bis auf den erforderlichen Stickstoffgehalt übernehmen. Vorteilhaft verwendet man dabei mit dem Aluminiummetall zusammen eine an sich bekannte Desoxydati0ns.l.egierung, bestehend aus io bis 25°/o Aluminium, 4o bis 6o0/0 Silizium und 2o bis 25% Kalzium.
  • Als Beispiel für die Wirkung des Verfahrens nach der Erfindung seien nachstehend die Eiflnschaften eines aus pshosphor- und schwefelreichem Roheisen im Thomaskonverter hergestellten und nach, der Erfindung behandelten Thomasstahles mit denjenigen eines im Induktionsofen erzeugten Chrom-Nickel-Stahles verglichen:
    Zusammensetzung C Mn Si P S Cr Ni AIN
    Thömasstahl C . .. .. ....... 0,o6 0155 0,17 o,028 0,o26 0,0 0,0 ,,o64
    Elektrostahl D ............ o,16 0,46 0,15 o,oig 01035 0,31 2,60 0,00
    Eigenschaften Thomas- Elektro-
    stahl C stahl D
    Streckgrenze, kg/mm2 . . . . . 33,2 35,0
    Festigkeit, kg/mm2 . . . . . . . . 42,8 45,3
    Dehnung, d1,0/0 ........... 26,8 21,9
    Dehnung, d50/0 . . . . . . . . . . . . 34,5 29,4
    Einschnürung, % ....... . 67,0 69,2
    Streckgrenzenverhältnis, °/o 77,0 79,8
    Kerbschlagzähigkeit
    (normal geglüht), mkg/em2 25,4 26,7
    Kerbschlagzähigkeit
    (gealtert), mkg/cm2 ....... 16,8 fehlt
    Wie man aus diesem Beispiel sieht, ist der nach der Erfindung behandelte T.homasstahl in seinen Eigenschaften -dem Chrom-Nickel-Elektrostahl gleichwertig, seine Dehnung jedoch um 5% höher. Das bei der Desoxydation gebildete Aluminiumnitrid wirkt offenbar wie der Einfluß von o,io°/o Kohlenstoff, 0,31°/o Chrom und 2,6°/o Nickel.
  • Um die für die Bildung von o,oi bis o,30°/0 Aluminiumnitri-d erforderliche Stickstoffmenge im Bade bereitzustellen, muß dem Bad entweder zusätzlich Stickstoff zugegeben werden oder die Charge so geführt werden, daß bereits beim Frischen der notwendige Stickstoffgehalt eingebracht wird, was im basischen Windfrischverfahren durch Überblasen .der Charge geschehen kann. Natürlich kann der Stickstoff auch in Form von Stickstoffverbindungen zusätzlich aufgegeben werden. Wichtig ist in jedem Falle, und daran bemißt sich die erfindungsgemäße, daß der im Bad insgesamt analytisch bestimmbare Aluminiumgehalt und der im Stahl analytisch bestimmbare Stickstoffgehalt genügen, in Mengen von o,oz bis o,3o% die Verbindung Aluminiumnitri:d zu bilden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Herstellen hochfester Stähle mit hohem Ar'beits- und Fließvermögen durch Desoxydation mit Aluminium oder einer Aluminium-Silizium-Kalzium-Legierung, dadurch gekennzeichnet, daß das Stahlbad mit metallischem Aluminium und einer Aluminium-Silizium-Kalzium-Legierung desoxydiert wird, wobei auf einen solchen Aluminium- und: Stickstoffgehalt im fertigen Stahl hingearbeitet wird, daß aus der analytisch bestimmbaren Stickstoffmenge mindestens o,or und höchstens 0,3o0/9 Aluminiumnitrid ,entstehen können.
DEP1741D 1941-02-05 1941-02-05 Verfahren zur Herstellung hochfester Staehle mit hohem Arbeits- und -Fliessvermoegen Expired DE954508C (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1103951B (de) * 1953-01-08 1961-04-06 Phoenix Rheinrohr Ag Verfahren zum Herstellen von Transformatoren- und Dynamostahl
DE1229122B (de) * 1962-05-11 1966-11-24 Ishikawajima Harima Heavy Ind Verfahren zum Aufsticken von Stahlschmelzen
DE2628848A1 (de) * 1976-06-26 1977-12-29 Krupp Gmbh Verfahren zur aufstickung von hochlegierten staehlen beim elektroschlackeumschmelzen

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