DE954149C - Verfahren zur Rueckgewinnung von Ammoniak aus den Mutterlaugen der Ammoniaksodafabrikation - Google Patents
Verfahren zur Rueckgewinnung von Ammoniak aus den Mutterlaugen der AmmoniaksodafabrikationInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
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Description
Nach dem Verfahren des Hauptpatents wird das für die Rückgewinnung des Ammoniaks aus den
Mutterlaugen der Ammoniaksodafabrikation erforderliche Kalkhydrat in Form einer Paste zur Anwendung
gebracht. Mit Hilfe dieses Verfahrens ist es möglich, die bei Anwendung von Kalkmilch mit dem suspendierten
Kalkhydrat in den Prozeß eingeführte Wassermenge auf 25 bis 20% zu reduzieren.
Die Herstellung der Kalkhydratpaste erfordert aber immer noch eine- gewisse, zusätzliche Wassermenge
zur Verknetung des trockenen Hydratpulvers. Man kann zwar diese Wassermenge weitgehend herabsetzen
und eine sehr steife Paste herstellen, muß aber diesen Vorteil mit einem stark ansteigenden Kraftbedarf
der Förder- bzw. Knetpumpen bezahlen. Andererseits wird bei einem höheren Wasserzusatz
3war der Kraftbedarf niedriger, man hat aber den Nachteil, daß durch die erhöhte Wassereinfuhr eine
Herabsetzung der Ammoniakkonzentration der Mutterlauge erfolgt. . Man hat auch schon vorgeschlagen, unreinen Ätzkalk
— (in besonderen, an einer zur Abtreibung des
Ammoniaks aus den Mutterlaugen der Ammoniaksodafabrikation
benutzten zweiteiligen Destillierkolonne angebrachten Behältern) — mit entcarbonisierter,
am Ende des ersten Teils der Kolonne anfallender Mutterlauge zu tränken und diese mit Kalk
gesättigte Lauge zur weiteren Behandlung der Hauptmenge der Mutterlauge im zweiten Teil der Destillationskolonne
zuzusetzen. Doch hat sich dieses Verfahren aus irgendwelchen Gründen nicht durchsetzen
ίο können.
Die Anmelderin hat nun demgegenüber gefunden, daß es vorteilhaft ist, die gemäß Hauptpatent hergestellte
Kalkhydratpaste zunächst in einem Vormischer mit einem Teil der aus einer DestiUationskolonne
entnommenen entcarbonisierten Mutterlauge zu gut flüssiger Kalkmilch zu verdünnen und dann
zur Abtreibung des gebundenen Ammoniaks, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung geeigneter Vorrichtungen
in die Destillationshauptkolonne zu schicken.
Eine andere Arbeitsmöglichkeit besteht darin, die Kalkhydratpaste durch direktes Vermischen des
Kalkhydratpulvers mit der im Vormischer gewonnenen Kalkmilch, z. B. in einer Mischschnecke oder Knetpumpe,
herzustellen und dann wieder in den Vormischer hineinzudrücken, worauf sie dann in Form
von gut flüssiger Kalkmilch, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung eines Stapelgefäßes und eines
Hauptmischers, in die Hauptkolonne gedrückt wird. Auf diese Weise wird ein glattes und störungsfreies
Arbeiten der benötigten Pumpen erreicht und trotzdem die Menge des eingeführten Wassers auf ein
Mindestmaß beschränkt bzw. die Wasserzufuhr überhaupt vermieden, was wiederum eine wesentliche
Ersparnis an Wärmezufuhr zur Destillationskolonne zur Folge hat.
Die Abbildung zeigt beispielsweise eine.zur Durchführung
des obigen Verfahrens geeignete Apparatur. Diese besteht aus einer Vorkolonne a, einer Hauptkolonne
b, einem Vormischer C1 gegebenenfalls mit
Stapelgefäß d und Hauptmischer e, einer Kalkmilchpumpe f, einer weiteren Kalkmilchpumpe h mit Entspannungsraum
und Dephlegmator I zürn Auffangen von etwa frei werdendem Ammoniak sowie einer Mischschnecke
oder Knetpumpe g, einem Kalkhydratbunker i nebst Zubringerschnecke k.
Im einzelnen haben die vorerwähnten Apparate folgende Aufgabe: Der Vormischer soll einen Teil
der entcarbonisierten Mutterlauge mit der entsprechenden Menge Kalkpaste zu einer Kalkmilch
von einer solchen Konzentration verarbeiten, daß sie durch Pumpen und Rohrleitungen ohne Schwierigkeiten
befördert werden kann. Da beim Zusammentreffen der Kalkpaste mit der entcarbonisierten Lauge
Ammoniakgas in Freiheit gesetzt wird, muß der Vormischer mit derjenigen Abteilung der Destillationsvorkolonne
durch eine Rohrleitung im Druckausgleich stehen, aus der die entcarbonisierte Lauge stetig
entnommen wird. Der Vormischer steht also unter dem gleichen Druck wie der entsprechende Boden der
Destillationskolonne.
Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die aus dem Vormischer durch einen Überlauf abfließende Kalkmilch
einem größeren Stapelgefäß d zuzuführen, das die Aufgabe hat, die Schwankungen im Verbrauch
an Kalkmilch auszugleichen.
Aus dem Stapelgefäß wird nun mit Hilfe einer Pumpe f die Kalkmilch entnommen und über eine
Rohrleitung dem zur Aufnahme des Hauptteiles der entcarbonisierten Lauge bestimmten Hauptmischer e,
in welchem die Umsetzung zwischen dem Kalkhydrat und dem gebundenen Ammoniak stattfindet, zugeführt.
An das Stapelgefäß wird eine weitere Dosierpumpe h angeschlossen, die gegebenenfalls einen Teil
der Kalkmilch in die Mischschnecke oder Knetpumpe g führt und die Herstellung der Paste aus
trockenem Hydratpulver und der Kalkmilch aus dem Vormischer ermöglicht. Hierbei müssen Maßnahmen
getroffen werden, um Ammoniakverluste, die bei der Druckentlastung dieser Kalkmilch auftreten könnten,
zu vermeiden.
Die gegenüber dem Verfahren des Hauptpatents erzielten weiteren Verbesserungen werden am besten
durch folgende Überlegungen erläutert:
Das Verfahren nach dem - Hauptpatent 929185
verwendet an Stelle von Kalkmilch zum Zerlegen des in den Mutterlaugen des Ammoniaksodaprozesses
enthaltenen Chlorammoniums nach folgender Gleichung
2 NH4Cl + Ca(OH)2 = 2 NH3 + CaCl2 + 2 H2O
eine hochprozentige Kalkpaste. Während Kalkmilch etwa 20 Gewichtsprozent CaO enthält, kann die
Paste mit 42 bis 46°/,, CaO hergestellt werden.
Da auf ι Mol Na2CO3 auch 1 Mol CaO erforderlich
ist, vgl. folgende summarische Formel
2 (NaCl + CaCO3 ->■ Na2CO3 + CaCl2),
so sind je Tonne gewonnene Soda — 530kg
gebrannter CaO aufzuwenden.
Bei Benutzung einer 2O°/0igen Kalkmilch werden
demnach - = 21001 Wasser zusätzlich in den *°5
20
Prozeß eingeführt, bei einer 440Z0IgGn Paste dagegen
nur ^fL = 675 kg.
44 no
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann man nun sogar die zum Anteigen der Kalkpaste erforderliche
Wasserzufuhr vermeiden, indem man die zur Herstellung der Kalkpaste bzw. zum Anrühren der
Kalkmilch aus der vorgefertigten Kalkpaste erforderliehe Flüssigkeit nicht von außen zuführt, sondern
aus dem Prozeß selbst entnimmt, z. B. durch Benutzung entcarbonierter Mutterlauge an Stelle von Wasser.
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Rückgewinnung von Ammoniak aus den Mutterlaugen der Ammoniaksodafabrikation (Zusatz zu Patent 929 185), dadurch gekennzeichnet, daß das für die Zersetzung des in der Mutterlauge enthaltenen Chlorammonsbenötigte Kalkhydrat in Form einer Paste mit entcarbonisierter Mutterlauge zu gut flüssiger Kalkmilch verrührt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß diese Verrührung in einem Vormischer (c) stattfindet, dem gegebenenfalls ein Stapelgefäß (d) nachgeschaltet ist, von dem die Lauge einem Hauptmischer (e) oder direkt der Hauptkolonne (k) zugeführt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kalkhydratpaste durch direktes Vermischen von Kalkhydratpulver mit der nach Anspruch 1 gewonnenen Kalkmilch hergestellt und dann dem Vormischer (c) wieder zugeführt wird.
- 4. Vorrichtung zur Rückgewinnung von Ammoniak nach den Ansprüchen 1 bis 3, bestehend aus einer Vor- und einer HauptdestÜlationskolonne, gekennzeichnet durch einen zwischengeschalteten Vormischer (c), gegebenenfalls mit Stapelgefäß (d) und Hauptmischer (e) sowie einer Mischschnecke oder Knetpumpe (g).Hierzu 1 Blatt Zeichnungen@ 509 657/31 1.56 (609 705 12.56)
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK16568A DE954149C (de) | 1951-06-13 | 1952-12-21 | Verfahren zur Rueckgewinnung von Ammoniak aus den Mutterlaugen der Ammoniaksodafabrikation |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE1058296X | 1951-06-13 | ||
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE954149C true DE954149C (de) | 1956-12-13 |
Family
ID=25982932
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK16568A Expired DE954149C (de) | 1951-06-13 | 1952-12-21 | Verfahren zur Rueckgewinnung von Ammoniak aus den Mutterlaugen der Ammoniaksodafabrikation |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE954149C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2351913A1 (fr) * | 1976-05-17 | 1977-12-16 | Sidmar | Procede de desorption de composes volatils dissous dans une phase liquide |
| DE3545189A1 (de) * | 1985-12-20 | 1987-06-25 | Kalk Chemische Fabrik Gmbh | Destillative abtrennung von ammoniak aus der soda-endlauge |
-
1952
- 1952-12-21 DE DEK16568A patent/DE954149C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2351913A1 (fr) * | 1976-05-17 | 1977-12-16 | Sidmar | Procede de desorption de composes volatils dissous dans une phase liquide |
| DE3545189A1 (de) * | 1985-12-20 | 1987-06-25 | Kalk Chemische Fabrik Gmbh | Destillative abtrennung von ammoniak aus der soda-endlauge |
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