DE95183C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C13—SUGAR INDUSTRY
- C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
- C13B30/00—Crystallisation; Crystallising apparatus; Separating crystals from mother liquors ; Evaporating or boiling sugar juice
- C13B30/02—Crystallisation; Crystallising apparatus
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
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- Crystals, And After-Treatments Of Crystals (AREA)
Description
Carl Arndt
Patentanwalt
KAISERLICHES
PATENTAM
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Gewinnung organischer und unorganischer
krystallisirbarer Stoffe aus Lösungen in Form von losen Krystallen und bezweckt die Erzeugung
der Krystaile in grofsen, wohl ausgebildeten Individuen im Grofsbetriebe.
Die Erfindung gründet sich auf das bekannte Verfahren der Krystallisation in Bewegung,
gemäfs welcher die Bildung der Krystall-Individuen hervorgerufen wird durch beständige
Lagenveränderung zwischen Krystallen und einer Lösung, welche denselben Substanz zuführt.
Die bisherigen Ausführungsformen dieses Verfahrens haben bei der Anwendung im Grofsbetriebe nicht für alle Producte befriedigende
Ergebnisse zu liefern vermocht. Der hauptsächlichste Grund hierfür ist die ungeeignete
Art des Eingreifenlassens der Bewegung bezw. der Lagenveränderung. Erfolgt diese derart, dafs man in der mit den Krystallen
versehenen Lösung ein Rührwerk arbeiten läfst, so finden sich die wachsenden Krystaile während
des Vorganges ihres Wachsthums mechanischen Angriffen ausgesetzt, welche zur Zerdrückung,
Zersplitterung und Zerreibung führen, so dafs wegen ungleichmäfsigen· und gestörten
Wachsthums weder wohlausgebildete noch grofse Krystaile sich bilden können. Dieser
Uebelstand wird namentlich dann empfunden, wenn der Unterschied im specifischen Gewichte
der Krystaile und der concentrirten Lösung ziemlich bedeutend ist, da in diesem Falle die Krystaile immer rasch auf den Boden
des Gefäfses fallen, insbesondere wenn sie aus gröfseren Individuen bestehen. Aehnliche Beeinträchtigungen
ergeben sich bei der zweiten Ausführungsform, gemäfs welcher die Krystallisation
in einem um. seine Achse sich drehenden gröfseren Gefäfs vorgenommen wird; hier
findet sich ein beträchtlicher Theil der wachsenden Krystaile infolge der Drehung des Gefäfses
beständig bis über den Fallwinkel hinausgehoben, infolge dessen ein beständiges Uebereinanderstürzen
von Krystallen stattfindet. Das dritte, als sogen. Unterleitung bekannte Verfahren
aber, gemäfs welchem man die Lösung von unten her eine hohe Schicht von Krystallen
durchdringen läfst, führt dadurch, dafs die Krystaile sich durch die Schwere nach unten
hin immer enger zusammen gedrängt finden, zum Zusammenwachsen zu Krusten und anderen
Aggregaten mit reichlichem Einschlufs von Lösung oder Mutterlauge.
Die dargelegten Uebelstände werden nun durch folgende Arbeitsweise, welche die Erfindung
ausmacht, in Fortfall gebracht.
Die Krystaile werden in einer langgedehnten Krystallisationsstrecke in dünner Schicht angeordnet.
Diese Strecke ist waagerecht oder mit schwacher Neigung gelagert, z.B. in Gestalt
eines rinnen- oder röhrenförmigen Gefäfses. Die die Substanz zuführende Lösung (»Nährlösung«)
läfst man quer zur Schichthöhe der Krystalle durch die Strecke hindurchfliefsen,
und zwar mit langsamer Bewegung. Während des Durchflusses wird die Strecke in schaukelnde
oder drehende Bewegung quer zur Durchflufsn richtung versetzt und der durchfliefsenden Nährlösung
nur allmälige Abkühlung gestattet. Die Nährlösung windet sich j in ungemein dünne,
flächenartige Strömchen zertheilt, zwischen den Krystallen hindurch; diese Zertheilung in Verbindung
mit der Allmäligkeit der Abkühlung läfst die Flächenanziehung der Krystalle voll
zur Wirkung kommen, aber an jedem Punkt die Abscheidung nur in kleinster Menge, sowie
in jedem Querschnitt der Strecke gleichförmig erfolgen; es kommt ferner eine bespülende
Berührung zwischen der Nährlösung und den Krystallen zu Stande,. wodurch, die Ausscheidung
in ausgeglichenen dünnsten Schichten sich vollzieht, während die beständige Lagenveränderung
zwischen den Krystallen und der Nährlösung in Verbindung mit dem gleichmäfsigen
Nachdringen der letzteren ein Zusammenwachsen verhindert. Infolge dieses Zusammenwirkens
ergiebt sich ein ungemein ruhiges, gleichmäfsiges Wachsthum der Krystall-Individuen
ohne jede Bildung von Aggregaten und Einschliefsung von Flüssigkeit.
Mit Hülfe des beschriebenen Verfahrens ist es bei Anpassung der Arbeitsbedingungen (Anfangs-Sättigung,
Länge der Strecke u. s. w.) an ■die Besonderheiten der auszukrystallisirenden
Substanz gelungen, nicht nur Kandis, sondern auch weiche Substanzen, wie Fuchsin, Borax,
und spröde Substanzen, wie Alaun, Kupfervitriol, Citronensäure, in grofsen, einschlufsfreien
Krystall- Individuen von schönster Ausbildung im Grofsbetriebe zu erzielen. Auch
für sehr weiche sowohl wie sehr spröde Krystalle läfst sich das Verfahren mit bewegter Strecke
ausführen, indem man die letztere mit einem weichen, dabei indifferenten und undurchlässigen
Futter, wie Asbest, Filz, insbesondere Gummi, auskleidet, weil sonst schon durch
die harte Wandung der Strecke eine Beschädigung der Krystalle stattfinden kann.
Da die zurückbleibende Lösung die Strecke mit einer der Ablauftemperatur entsprechenden
Concentration verläfst, so wird sie vortheilhaft als Träger für die der Strecke weiterhin zuzuführenden
Substanzmengen benutzt, indem man sie durch Auflösen der letzteren unter Erwärmung auf die Eintrittstemperatur oder
durch Verdampfung oder Verdunstung wieder auf die Anfangssättigung bringt und in die
Strecke zurückfliefsen läfst. Das Lösungsmittel kann sich also im Kreislauf bewegen, und es
ist, um den Betrieb continuirlich (stetig) zu gestalten, nur erforderlich, neben dem Ersatz
der entnommenen Krystalle durch frische Einsaat oder durch Neubildung von Krystallen
die Verluste an Lösungsmittel zu ergänzen.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Apparates mit 'schaukelnder
Bewegung der Krystallisationsstrecke und unter Voraussetzung des continuirlichen Betriebes
schematisch veranschaulicht.
α ist die Krystallisationsstrecke in Gestalt einer Rinne von rundlichem Querschnitt, welche
zweckmäfsig durch an einander stofsende Deckelplatten α1 bedeckt wird, welche eine örtliche
Beobachtung gestatten. Die Rinne ist mit Einlauf b und Auslauf c versehen, welche beide
regelbar eingerichtet sein können. Zur Ertheilung der Schaukelbewegung ist die Rinne
beiderseits durch Gelenkstangen α2 an die
Arme a3 einer oberhalb im Lager a5 drehbaren,
liegenden Welle α4 befestigt, welche durch Arm αβ in üblicher Weise mit der
Stange a' des Excenters as der Welle <z9 gekuppelt
ist, deren Drehung somit die Welle α4 in oscillirende Bewegung versetzt.
Der Ablaufe ist durch ein biegsames Rohre1
an eine Pumpe ρ geschlossen, welche den Ablauf durch das Druckrohr ρ1 nach dem mit
Heizvorrichtung h versehenen Löseapparat / fördert.. Der Auslauf I1 des letzteren ist durch
ein biegsames Rohr b1 mit dem Einlauf b der
Krystallisationsstrecke in Verbindung.
Der Querschnitt Fig. 2 zeigt die Rinne mit dem weichen Futter f versehen.
Will man das Verfahren in einer Krystallisationsstrecke mit langsamer Drehbewegung
ausführen, so gestaltet man die Strecke röhrenartig und ordnet einen Zu- und Ablauf durch
die hierzu hohl gestalteten Drehzapfen an, sowie einen Schneckenantrieb, wie derartige Vorrichtungen
in vielerlei Ausführungsformen für andere Zweige der Technik bekannt sind.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Verfahren zur Gewinnung grofser, gut ausgebildeter Krystalle aus Lösungen, insbesondere für Kandis, organische und anorganische Salze, darin bestehend, dafss man durch in dünner Schicht in schaukelnder oder drehender Bewegung befindliche Krystalle quer zur Schichthöhe eine Lösung derselben Substanz langsam hindurchfliefsen läfst, welche Lösung bei der jeweiligen Eintrittstemperatur gesättigt ist und sich auf ihrem Wege durch die Krystalle allmälig abkühlt.
- 2. Die Ausführung des in Anspruch 1 gekennzeichneten Verfahrens in einer waagerecht oder schwach geneigt gelagerten Rinne oder Röhre, die quer zur Längsrichtung inschaukelnde oder drehende Bewegung versetzt ist.Bei dem durch die Ansprüche ι und 2 geschützten Verfahren die Wiedersättigung der abfliefsenden Lösung oder Lauge für die Einlauftemperatur und die Zurückführung zu den bewegten Krystallen, so dafs ein Kreislauf der Lösung entsteht.
Bei den durch die Ansprüche 1 bis 3 ge-' kennzeichneten Verfahren die Ausfütterung der Durchflufsvorrichtung mit weichem Material, wie Gummi, Asbest.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT4787D AT4787B (de) | 1896-11-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE95183C true DE95183C (de) |
Family
ID=366453
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE189695183D Expired - Lifetime DE95183C (de) | 1896-11-28 | 1896-11-28 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE95183C (de) |
-
1896
- 1896-11-28 DE DE189695183D patent/DE95183C/de not_active Expired - Lifetime
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