DE944744C - Multivibratorschaltung - Google Patents

Multivibratorschaltung

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DE944744C DEE2004A DEE0002004A DE944744C DE 944744 C DE944744 C DE 944744C DE E2004 A DEE2004 A DE E2004A DE E0002004 A DEE0002004 A DE E0002004A DE 944744 C DE944744 C DE 944744C
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tubes
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Eric Lawrence Casling White
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    • H03KPULSE TECHNIQUE
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Description

Die Erfindung betrifft eine Multivibratorschaltung zur Kippschwingungserzeugung mit zwei Verstärkerröhren, die sich über zwei Kopplungsglieder abwechselnd entdämpfen.
Eine typische Schaltung ist die in Fig. ι der Zeichnung dargestellte bekannte Multivibratorschaltumg von Abraham und 1Bloch. Bei dieser bekannten Schaltung werden zwei Verstärkerröhren ι und 2 über zwei Belastungswiderstände T1 und r2 von einer Anodenspannungsbatterie V gespeist. Die Anode der Röhre ι ist mit dem Steuergitter der Röhre 2 über eine Kapazität C1 und die Anode der Röhre 2 mit dem Steuergitter der Röhre ι über eine Kapazität C2 verbunden. Die' Steuergitter der Röhren ι und 2 sind mit den Kathoden dieser Röhren über die Widerstände R1 bzw. R2 verbunden.
Die Wirkungsweise einer derartigen Multivibratorschaltumg bei der Erzeugung von Kippschwingungen darf als bekannt vorausgesetzt werden.
In Fig. ι a der Zeichnung ist für diese bekannte Schaltung der Verlauf der Spannung des Steuergitters der Röhre ι in bezug auf die Kathode dargestellt. Der Ablauf der Periode der erzeugten Kippschwingungen wird durch die vier Zeitkonstanten
C1 C1
T1 + Rt), T1 + Rg2),
C2 (r2 + R1), C2 (V2 + Rg1)
bestimmt. Die Bedeutung der Größen C1, C2, R1, R2, T1 :und r2 geht aus Fig. 1 hervor. Rgl und Rg2 sind der Gitterkathodenwiderstand der Röhre 1 bzw. 2, wenn das Gitter positiv ist, parallel mit R1 bzw. R2. Die Periode eines Schwingungsvorganges wird auch gesteuert durch die angelegten Potentiale und die Röhrenkennlinien, da die an die Röhren ange-
legten Vorspannungspotentiale die Größen festlegen, .bis auf welche die verschiedenen Ladungen abgeklungen sein müssen, bevor die entsprechenden Änderungen im Stromkreis stattfinden, und da die Röhrenkennlinien die Größen der entwickelten Ladungen bestimmen.
Fig. ib zeigt den Verlauf des Anodenpotentials der Röhre ι im Verhältnis zur positiven Anodenbatteriespannung bei Änderung des Gitterpotentials ίο der Röhre ι nach Fig. ι a. Man ersieht aus der in Fig. ib dargestellten Wellenform, daß sie wesentlich von rechteckigen Wellenformen abweicht, wie sie für viele Zwecke erwünscht ist. Diese Abweichung, die besonders stark bei höheren Frequenzen auftritt, betrifft zwei Punkte, nämlich die negative Spannungsspitze bei H, wenn das Gitter der Röhre ι plötzlich positiv wird, und die merkliche Rundung / der Wellenstirn beim Nichtleitendwerden der Röhre ι. Die negative Spannungsspitze H hat keine große Bedeutung und kann leicht durch einen nachfolgenden Verstärker mit Anodenstrombegrenzung beseitigt werden, während es wesentlich schwieriger ist, die runde Wellenstirn / zu, beseitigen. Ein weiterer Nachteil der in Fig. ι därgestellten Anordnung tritt dann auf, wenn die Anordnung bei hohen Frequenzen arbeiten soll. Wenn die Anordnung nämlich exakt arbeiten soll, müssen die Zeitkonstanten C1 (r± + R2) und C2 (f2 + R1) wesentlich größer sein als die Zeitkonstanten C1 (V1 + Rg2) und C2 (r2 + Rg1). Diese Tatsache ist dadurch bedingt, daß jede Röhre sicherer arr beitet, wenn die Röhre vom nichtleitenden zum leitenden Ziuistand überwechselt, als wenn der Strom in der Röhre sich ändert durch einen Gitterspannungsabfall,. so daß es wünschenswert ist, die Schwingungsperiode durch die Zeit, während der eine Röhre nichtleitend bleibt, festzulegen als durch die Zeit, die das Gitterpotential braucht, um auf Null abzufallen. So ist es wünschenswert, daß die Schwingiungsdauer hauptsächlich durch die zwei ersterwähnten Zeitkonstanten festgelegt wird.
Wenn die Anordnung jedoch bei hohen Frequenzen arbeiten soll, können die Größen der Kapazitäten C1 und C2 nicht niedriger gemacht werden als 4-5 die 'Größen der Kapazitäten zwischen den Elektroden, da sonst eine kapazitive Spannungsteilerwirkung durch die Kapazitäten C1 und C2 und die zugehörigen Kapazitäten zwischen den Elektroden auftritt, so daß die Verstärkung des Kreises so weit verringert wird, daß die Schwingung auf hört. So-ist es nötig, wenn die Anordnung bei sehr hohen Frequenzen zufriedenstellend arbeiten soll, die Größe der Widerstände R1 und R2 so weit zu erniedrigen, daß im Grenzfall der gekrümmte Teil / in Fig. ι b auf keinen Fall in weniger als einer Halbschwingung vorüber ist und bei etwas höheren Frequenzen die Schwingung völlig ungestört ist.
Es ist ferner eine Multivibratorschaltaung bekanntgeworden, bei der das eine Kopplungsglied zwischen der Anode der einen Röhre und dem Gitter der anderen Röhre liegt und bei der das zweite Kopplungsglied durch einen beiden Röhren ' gemeinsamen Kathodenkreis gebildet wird. Bei dieser bekannten Schaltung wird ein Kondensator (an dem eine Sägezahnspannung entstehen soll) 6s über den Anodenwiderstand der einen Multivibratorröhre aufgeladen, wenn diese Röhre gesperrt ist, und über die gleiche Röhre wieder entladen, sobald sie durch die Wirkung der anderen Multivibratorröhre geöffnet wird. Bei öffnung der erstgenannten Multivibratorröhre zur Entladung des Kondensators fließt diutrch diese Röhre im ersten Augenblick ein starker Strom, der jedoch gleich durch den ebenfalls fließenden (erforderlichen) Gitterstrom verringert wird, so· daß die Entladüngsgeschwindigkeit des Kondensators verringert wird. Würde eine solche Schaltung beispielsweise zur Erzeugung von Rechteckschwingungen hoher Frequenzen mit steilen Flanken verwendet werden, so beistünde die Gefahr, daß das Gitter durch den starken Gitterstrom überlastet würde, weil in diesem Fall ein relativ kleiner Anodenwiderstand erforderlich wäre.
Der Zweck der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Multivibrators oder eines Zweiröhrenoszillatorkreises, bei dem unerwünschte Spitzen und Verzerrungen der vom Oszillator erzeugten Wellenform wesentlich vermindert werden, so daß steile, im wesentlichen rechteckige Impulse bei Frequenzen bis zu 10 MHz herauf aus dem Oszillator erzauigt werden können.
Erfindungsgemäß ist eine Multivibratorschaltung mit zwei Verstärkerröhren, die sich 'über zwei Kopplungsglieder abwechselnd gegenseitig entdämpfen und bei der das eine Kopplungsglied zwisehen der Anode der einen Röhre und dem Gitter der anderen Röhre liegt und das zweite Kopplungsglied durch einen beiden Röhren gemeinsamen Kathodenkreis gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuergitter beider Röhren positiv vorgespannt sind und daß der gemeinsame Kathodenkreis eine Impedanz oder Impedanzen enthält, die so angeordnet und bemessen sind, daß in keiner der Röhren Gitterstrom zwischen Kathode wind Steuergitter fließt.
Dadurch wird erreicht, daß die Schaltung gegenüber den bekannten Schaltungen bei größerer Frequenzstabilität zur Erzeugung von Rechteckschwingungen höherer Frequenz geeignet ist und daß die erzeugten Schwingungsformen frei von unerwünschten Spannungsspitzen und Abr-undungen sind, die bei den bekannten Schaltungen, besonders bei hohen Frequenzen, auftreten. Durch die Unterdrückung des Güterstromes "wird dabei eine Überlastung des Gitters vermieden.
Bei einer Ausfübrangsform der Erfindung mit den oben angegebenen Merkmalen enthält das zweite Kopplungsglied eine einzige Widerstandskomponente, die gemeinsam für die Kathodenkreise beider Röhren ist.
Bei einer bevorzugten Ausführuingsform der Erfindung mit den zuvor erwähnten Merkmalen ist das Steuergitter ,über einen Widerstand mit einer Vorspannungsquelle verbunden, wobei der Widerstand und die Kapazität C1 in dem Kreis enthalten sind, dessen Zeitkonstante die Dauer eines jeden
Periodenteiles festlegt. Bei dieser Anordnung ist es vorteilhaft, einen Punkt dieses Widerstandes mit der Anode der zweiten Röhre in solcher Weise zu koppeln, daß bei Betrieb die Lade- und Entlademenge der Kapazität durch das Anodenpotential solchermaßen geändert wird, daß die Frequenzstabilität der Anordnung verbessert wird. Zum Beispiel kann dieser Punkt über einen Kondensator, dessen Kapazität groß gegenüber der genannten in ίο Reihe zum ersten Kopplungsglied liegenden Kapazität ist, mit der Anode gekoppelt sein.
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist ein Kippschwingungserzeuger nach dem Multivibratorprinzip mit zwei Verstärkerröhren vorgesehen, von denen jede eine Kathode, ein Steiuergitter, eine Ausgangselektrode und Kopplungsglieder mit Zeitkonstanten hat, die so aufeinander rückwirkend gekoppelt sind, daß die Verstärker sich in jeder Periode wechselweise einmal gegenseitig entdämpfen und ein erstes Kopplungsglied zwischen der Ausgangselektrode der ersten Röhre und dem Steuergitter der zweiten Röhre und ein zweites Kopplungsglied zwischen den Kathoden der Röhren angeordnet, wobei erfindungsgemäß die Zeitdauer der Periodenteile nicht durch die Zeitkonstante einer Anordnung mit Kapazität in der ersten Schaltung, sondern durch die Zeitkonstante einer Schaltung mit Wirkwiderstand in der Kathodenleitung der ersten Röhre und eine Kapazität zwischen den Kathoden bestimmt wird.
Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung mit diesem weiteren Merkmal wird ferner die Zeitkonstante von Kopplungskondensator C1 und Ableitwiderstand R2 groß gegenüber der Dauer eines jeden der Periodenteile genommen.
Die Erfindung wird nun an Hand der Zeichnung mit den Fig. 2, 2a, 2b, 2c, 2d und 3 als Beispiel ausführlich beschrieben.
Fig. 2 zeigt eine allgemeine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Stromkreisanordnung;
Fig. 2 a bis 2d sind Diagramme zur Erläuterung des Betriebes der in Fig. 2 dargestellten Anordnung;
Fig. 3 zeigt eine abgeänderte Auisführungsform der in Fig. 2 dargestellten Anordnung.
Bei allen Figuren der Zeichnung haben entsprechende Schaltelemente gleiche Bezugszeichen. Die Schaltungsanordnung gemäß Fig. 2 enthält zwei Röhren 1 und 2, von denen jede eine Kathode, ein Steuergitter und eine Anode hat. Die Röhren 1 und 2 sind aufeinander rückwirkend über ein Kopplungsglied zwischen der Anode der Röhre 1 und dem Steuergitter der Röhre 2, welches atuis einem Reihenkondensator C1 mit einem Anodcnwiderstand Y1 und einem parallel geschalteten Gitterableitwiderstand R2 besteht, miteinander gekoppelt. Ein weiteres Kopplungsglied für die Röhren 1 und 2 liegt zwischen den Kathoden der Röhren und besteht aus den Widerständen R3 und R1 in den Kathodenleitungen der Röhren, wobei ein Widerstand R und ein parallel geschalteter Kondensator C zwischen den Kathoden der Röhren liegen. Die unteren Enden der Widerstände R3 und R1 sind miteinander verbunden und an den negativen Pol der Spannungsquelle V gelegt. Die verbleibenden Schaltelemente in Fig. 2 entsprechen den in Fig. 1 erwähnten Elementen. Man ersieht, daß in der Schaltungsanordnung gemäß Fig. 2 keine Verbindung zwischen der Anode der Röhre 2 und dem Steuergitter der "Röhre 1 vorgesehen ist, da die Kapazität C2 fortgelassen wurde. Es versteht sich, daß das π-Glied mit den Elementen R3 und R4 durch ein gleichwertiges T-Glied ersetzt werden kann und daß in einigen Fällen des Kopplungsglied nur ein einziges Impedanzglied, wie z. B. den Widerstand R5 in Fig. 3, enthalten kann.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, werden die Vorspannungen für die Gitter der Röhren 1 und 2 an zweckentsprechenden Anzapfungen der Spannungsquelle V abgegriffen. Bei der Schaltungsanordnung gemäß Fig. 2 kann das Steuergitter der Röhre 1 erforderlichenfalls als Eingangselektrode für Synchronisiersignale verwendet werden, wobei die Anode der Röhre 2 als Ausgangselektrode dient.
Die Größen der Widerstände R3 und i?4 der Fig. 2 sind ausreichend groß gewählt, so daß, wenn die anderen Elemente des Stromkreises, inbesondere die Röhrenkennlinien und die Größen der Anodenwiderstände Y1 und r2, zweckmäßig gewählt sind, in den Röhren kein Gitterstrom fließen kann. Zum Beispiel können dte Widerstände R3 und R4 gegenüber den Kehrwerten der Röhrensteilheiten der Röhren 1 und 2 groß gemacht werden, so daß bei Betrieb der Röhren die Potentialänderungen an ihrer Kathode denen ihrer Steuergitter nachfolgen.
Die Schaltungsanordnung gemäß Fig. 2 läßt sich auf verschiedene Arten in Betrieb setzen, wobei zwei Betriebsarten besonders wichtig sind.
Die erste Betriebsart wird dann erreicht, wenn die Kapazität C gleich Null ist und der Widerstand R gleich Null oder möglicherweise klein und von gleicher Größenordnuing wie der Kehrwert der Steilheiten der Röhren ist und die Größen der Widerstände R3 und Ri groß gemacht werden gegenüber dem Kehrwert der Steilheiten der Röhren, so daß bei Betrieb der Röhren die Potential änderungen an ihrer Kathode denen ihrer Steuergitter nachfolgen. Die Arbeitsweise dieser Schaltungsanordnung für diesen Fall ist ersichtlich aus den Diagrammen der Fig. 2 a und 2 b, von denen 2 a die Potential änderungen am Steuergitter der Röhre 2 gegenüber denen am Steuergitter der Röhre 1 und Fig. 2 b die Potentialänderungen an der Anode der Röhre 2 gegenüber dem positiven Pol der Spannungsquelle V darstellen. Die punktierten Linien B1 und B2 stellen die Potentiale am Gitter der Röhre 2 dar, wenn die Röhren 1 bzw. 2 sperren, wobei die Lage dieser Linien festgelegt ist dtarch die an die Steuergitter der Röhren angelegten Vorspanmungspotentiale.
Die Intervalle, während denen die Röhren 1 . und 2 leitend bzw. nichtleitend sind, werden festgelegt durch die Zeitkonstante des Steuergitterkreises der Röhre 2.
So hat unter der Annahme, daß die Schaltungsanordnung im Betrieb ist und daß im Augenblick A
der Fig. 2 a die Röhre 1 gerade nichtleitend geworden ist, das Steuergitter der Röhre 2 zu diesem Zeitpunkt gerade über den Kondensator C1 aus der Anode der Röhre 1 einen positiven Impuls erhalten S und befindet sich auf maximalem positivem Potential. Der Kondensator C1 lädt sich dann über die Widerstände T1 und R2 so auf, daß das positive Potential am Gitter der Röhre 2 nach und nach kleiner wird. Da in der Röhre 2 kein Gitterstrom fließt, wird die Potentialabnahme am Gitter dieser Röhre durch eine Zeitkonstante C1 (R2 + T1) bestimmt. Wie zuvor erwähnt, sind die Größen der Widerstände R3 und R1 solchermaßen gewählt, daß, wenn eine der Röhren leitend ist, das Potential ihrer Kathode dem ihres Steuergitters nachfolgt. Infolgedessen wird die Kathode der Röhre 2 positiv, wenn das Steiuergitter positiv wird, und das Kathodenpotential fällt mit fallendem Steuergitterpotential. Weiterhin folgt, wenn die Röhre 1 nichtleitend und ihre Kathode mit der Kathode der Röhre 2 über einen Widerstand R verbunden ist, das Kathodenpotential der Röhre 1 dem Kathodenpotential der Röhre 2. So wird, während das Potential des Steuergitters der Röhre 2 auf den Wert B1 fällt, auch das Kathodenpotential der Röhre 1 fallen, bis ein Punkt erreicht ist, an dem die Röhre 1 leitend wird. Hierdurch wird verursacht, daß das Anodenpotential der Röhre 1 infolge des Stromflusses durch den Widerstand Y1 fällt und daß somit das Gitterpotential der Röhre 2 weiter vermindert wird, da die Rohres aufhört zu leiten, wobei die Verminderung des Kathodenpotentials der Röhre 2 und demzufolge des der Röhre 1 andauert, bis die Röhre 2 sperrt usnd die Röhre 1 völlig leitend wird. Auf diese Weise wechselt der Kreis praktisch augenblicklich über in die Bedingung, bei der die Röhre 1 völlig leitend und die Röhre 2 nichtleitend ist.
Sowie die Röhre 1 völlig leitend und das Steuergitter der Röhre 2 ganz negativ geworden ist, beginnt der Kondensator C1 sieh über die Widerstände R2 und T1 zn laden, und das Gitterpotential der Röhre 2 steigt wieder mit der Zeitkonstanten C1 (R2 + T1) an. Die Zeitkonstante C1 (R2 + ^1) bestimmte die Neigung des positiven Potentials, während die genannte Röhre leitend war. Schließlich wird die Röhre 2 wieder leitend, -worauf das Kathodenpotential der Röhre 2 sich wieder selbst auf das Gitterpotential einregelt. Hierdurch wird die. Kathode der Röhre 1 positiver, so daß sich der Strom in der Röhre 1 vermindert. Das Anodenpotential der Röhre 1 steigt dann an, und der Stromkreis wechselt- wieder über in die Bedingung, bei der die Beschreibung des SchwingungsVorganges begonnen wurde, wobei die Röhre 1 nichtleitend und die Röhre 2 leitend war.
Die Form der an der Anode der Röhre 2 erzielten Impulse ist in Fig. 2 b dargestellt. Die Verbesserung gegenüber der Fig. 1 b ist offensichtlich. Aus Fig. 2 a ist weiterhin ersichtlich, daß durch Einführung eines Unterschiedes zwischen den Gittervorspannungen der Röhren 1 und 2 die Lage der Linien B1 und B2 der Fig. 2 a, welche die Potentiale angeben, bei denen die entsprechenden Röhren, gesperrt werden, sich anheben oder senken lassen1, so daß die 2 Teile der Schwingungsperiode durch Änderung der Voxspannungsdiff erenz gesteuert werden können.
Die Frequenzstabilität des in Fig. 2 dargestellten Kreises läßt sich, wenn der Kreis entsprechend der obigen Beschreibung arbeitet, durch Ankopplung der Anode der Röhre 2 an eine Anzapfung des Gitterableitwiderstandes R2 über einen Kondensator C3 verbessern, wie es in Fig. 3 dargestellt ist. Der Kondensator C3 sollte gegenüber den Widerstandsteilen R2 und R2" des Widerstandes R2 bed Betriebsfrequenz eine kleine Impedanz haben.
Diutrch den obenerwähnten Anschluß ist es möglich, die an den Kondensator C1 angelegte Ladespannung durch die Anodenspannung der Röhre 2 zu steuern. Auf diese Weise ändert sich der Aufladevorgang des Kondensators C1 in gleicher Weise wie die Amplitude der Schwingutagen, so daß die Dauer eines jeden Schwingungsteiles weniger abhängig von den Betriebsbedingungen wird und sich die Frequenzstabilität des Oszillators verbessert.
Wenn C und R gleich Null sind1, können die Widerstände R3 ,und Ri durch einen einzigen Widerstand R5, wie es auch in der Fig. 3 der Zeichnung dargestellt ist, ersetzt werden, wobei die Größe des Widerstandes R5 ebenfalls groß gegenüber dem Kehrwert ,der Steilheiten der Röhren 1 und 2 ist.
Die zweite Betriebsart der Stromkreisanordnung gemäß Fig. 2 wird erreicht, wenn der Widerstand R groß gemacht oder vollkommen.fortgelassen wird, d. h. daß er ersetzt wird durch einen offenen Kreis, wobei dann die Kapazität C zusammen mit den Kathodenwiderständen R3 und i?4 die Dauer der zwei Halbschwingungen bestimmen, denen gegenüber die Zeitkonstante C1 R2 groß gemacht ist.
Die Anordnung arbeitet dann wie folgt: Es sei angenommen, daß die Röhre 1 gerade vom leitenden zum nichtleitenden Zustand übergewechselt hat und daß die Kathode der Röhre 1 auf relativ hohem positivem Potential ist, wie es später erläutert wird. i°5 Die Röhre 2 ist gerade leitend geworden, iuind durch die Anwesenheit des Widerstandes i?4 in der Kathodenleitung der Röhre folgt das Kathodenpotential dem des Gitters nach, wodurch das Kathodenpotential der Röhre ein Potential in der Nähe von dem des S-teuiergitters annehmen und beibehalten wird. Das Kathodenpotential der Röhre 1 fällt dann mit einer Zeitkonstanten ab, die bestimmt ist durch i?3, C und die Kathodenimpedanz der Röhre 2 (deren Einwirkung jedoch, da das Kathodenpotential dem Gitterpotential nachfolgt, relativ klein ist). Das Kathodenpotential der Röhre 1 kann dann gegebenenfalls auf ein Potential abfallen, bei dem die ' Röhre wieder leiten kann, worauif das Kathodenpotential infolge der Kathodenpotentialnachfolgewirkung, welche durch den Widerstand R3 in der Kathodenleitung bewirkt wird, plötzlich auf einen Wert stabilisiert wird, der dicht bei dem Potential des Steuergitters liegt, iumd zu gleicher Zeit wird das Gitterpotential der Röhre 2 infolge der Kopplung zwischen der Anode der Röhre 1 und dem
Steuiergitter der Röhre 2 plötzlich auf einen Wert herabgemindert, welcher tief unter dem liegt, an welchem die Röhre 2 aufhört zu leiten. Das Kathodenpotential der Röhre 2 beginnt dann mit einer Zeitkonstanten, die im wesentlichen diuirch i?4 und C bestimmt ist, auf das neiue Gitterpotential der Röhre 2 abzufallen. Dieser Abfall dauert an, bis die Röhre 2 leitend wird, worauf dieser Potentialabfall aufhört und der Kreis wieder umwechselt.
ίο Bei diesem Wechsel steigt das Anodenpotential der Röhre ι an und erhöht das Gitterpotential der Röhre 2 uind somit auch, durch die Kathodenpotentialnachfolgewirkung, das Kathodenpotential der Röhre 2. Auf diese Weise steigt auch infolge der Kopplung zwischen den Kathoden der Röhren das Kathodenpotential der Röhre 1 auf einen sehr großen positiven Wert an und sperrt den Strom in der Röhre 1. Von diesem Punkt aius beginnt der Schwingungsvorgang von vorn. Die erzielten WeI-lenformen sind in Fig. 2 c und 2d dargestellt. Fig. 2 c stellt das Kathodenpotential der Röhre 1 gegenüber dem Vorspannungspotential seines Gitters dar, wobei das Vorspannungspotential des Gitters durch die punktierte Linie O-X angegeben wird. In Fig. 2 d stellt die voll aulsgezogene Linie H die Änderungen des Kathodenpotentials der Röhre 2 und die punktierte Linie / die Änderungen seines Steuergitters dar.
Das Verhältnis der Dauer der 2 Teile A K und KG der Perioden, welche in den Fig. 2 c und 2d dargestellt sind, ist im wesentlichen von dem Verhältnis R3 : Ri abhängig. Da der Kathodenpotentialabfall an den Röhren sehr schnell vonstatten geht (s. Teil K G der Kurve H in Fig. 2d), ist die Frequenzstabilität der in Fig. 2 dargestellten Anordnung, wenn sie in der mit Bezug auf Fig. 2 c und 2 d beschriebenen Art arbeitet, besonders gult und besonders nützlich, wenn ein großes Verhältnis zwischen der Dauer der 2 Schwingungsteile gefordert wird. Die mit Bezug auf Fig. 2 c und 2 d beschriebene Betriebsart läßt sich bei höherer Frequenz anwenden als die mit Bezug auf Fig. 2 a und 2 b beschriebene Betriebsart.
Bei jeder der beschriebenen Anordnung läßt sich der Stromkreis symmetrisch ausführen, indem die Anode der Röhre 2 mit einem Kondensator an das Gitter der Röhre 1 angekoppelt wird, wobei dieser Kondensator und der Ableitwiderstand R1 ähnliche Größen haben wie C1 und R2. Die Betriebsart ist von der in Fig. 1 dargestellten Anordnung verschieden, da kein Gitterstrom fließen kann.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    i. Multivibratorschaltung mit zwei Verstärkerröhren, die sich über zwei Koppluingsglieder abwechselnd gegenseitig entdämpfen und bei der das eine Kopplungsglied zwischen der Anode der einen Röhre und dem Gitter der anderen Röhre liegt und das zweite Kopplungsglied durch einen beiden Röhren gemeinsamen Kathodenkreis gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuergitter beider Röhren positiv vorgespannt sind und daß der gemeinsame Kathodenkreis eine Impedanz oder Impedanzen enthält, die so angeordnet und bemessen sind, daß in keiner der Röhren Gitterstrom zwischen Kathode und Steuergitter fließt.
  2. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Koppliungsglied eine einzige Widerstandskomponente enthält, die für die Kathodenkreise beider Röhren gemeinsam ist.
  3. 3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuiergitter über einen Widerstand (R2) mit einer Vorspanmungsquelle verbunden ist, wobei dieser Widerstand zusammen mit der Kapazität in dem Kreis enthalten sind, dessen Zeitkonstante die Dauer einer Schwingungsperiode bestimmt.
  4. 4. Anordnung nach Ansprach 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Punkt des Widerstandes (R2) an die Anode der zweiten Röhre in solcher Weise angekoppelt ist, daß bei Betrieb die Lade- und Entlademenge der Kapazität (C1) durch das Anodenpotential derart geändert wird, daß sich die Frequenzstabilität der Anordnung verbessert.
  5. 5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Punkt des Widerstandes go (R2) über einen Kondensator (C3) an die Anode (2) angekoppelt ist, wobei die Kapazität des Kondensators (C3) groß ist gegenüber der in Reihe geschalteten Kapazität (C1) im ersten Kopplungsglied.
  6. 6. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitdauer der Periodenteile nicht durch die Zeitkonstante einer Anordnung mit Kapazität in der ersten Schaltung, sondern durch die Zeitkonstante einer Schaltung mit Wirkwiderstand in der Kathodenleitung der ersten Röhre und eine Kapazität zwischen den Kathoden bestimmt wird.
  7. 7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitkonstante von Kopplungskondensator (C1) und Ableitwiderstand (R2) groß ist gegenüber der Dauer eines jeden der Periodenteile.
    Angezogene Druckschriften:
    »Proc. of the IRE«, Bd. 26, 1938, Nr. 6, S. 713 bis 719.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
    © 609533 6.56
DEE2004A 1939-10-03 1950-08-26 Multivibratorschaltung Expired DE944744C (de)

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