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Zylinderschnellpresse mit beheizter Prägeform für die Heißprägung
Es ist bekannt, bei Prägearbeiten bzw. Prägedruckarbeiten zur Verhinderung des Brechens
des zu prägenden Papiers bzw. zur Erreichung besonders tiefer Prägung und zur Erhöhung
des Glanzes beim Prägedruck mit Prägeformen zu arbeiten, die durch geeignete Vorrichtungen
auf höhere Temperatur von in der Regel 7o bis 8o° erwärmt werden. Diese Erwärmung
der Prägeformen und ihrer Unterlagen erfolgt hierbei entweder durch unmittelbare
Beheizung der Prägeformen bzw. ihrer Unterlagen selbst oder durch Beheizung des
die Prägeform tragenden Fundamentes. Es dienen hierzu elektrische Heizeinrichtungen
mit in die Fundamentplatte oder die Prägeformen isoliert eingebauten Widerstandsheizdrähten.
Bei Verwendung von Zylinderschnellpressen für Prägearbeiten bedingt diese unmittelbare
elektrische Heizung der Prägeformen - ebenso wie eine etwaige Beheizung des Druckfundamentes
durch eingebaute elektrische Heizkörper - infolge der hin und her gehenden Bewegung
des Satzbettes den AnschlüB der Heizeinrichtungen über ein der Länge .der Satzbettbahn
entsprechendes Kabel, das mit dem Satzbett über die gesamte Satzbettbahn hin und
her gezogen wird. Abgesehen von der ständigen mechanischen Beanspruchung des Kabels,
die dessen Lebensdauer stark beeinträchtigt und zu häufigen Störungen AnlaB gibt,
wird dadurch die Arbeit an der Schnellpresse
nicht unwesentlich
behindert. Dazu kommt, daß diese Art der Beheizung einen besonderen Kostenaufwand
verursacht, da ja die mit- der Arbeit ständig wechselnden Prägeformen immer wieder
von neuem mit Heizeinrichtungen versehen werden müssen.
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Zur Vermeidung dieser Nachteile der bekannten Verfahren und Einrichtungen
zum Beheizen von Prägeformen wird erfindungsgemäß bei einer Zylinderschnellpresse
mit beheizter Prägeform-für die Heißprägung eine Heizvorrichtung mit Wärmestrahlern
über den Prägeformen in der Umkehrstellung des Satzbettes angeordnet, von der die
Form vor Beginn der Prägearbeit aufgeheizt wird und während der Arbeit bei der Umkehrbewegung
Wärme aufnimmt. Nach beendeter Aufheizung, die bis zur Erreichung der Arbeitstemperatur
der Prägeformen durchgeführt wird, erfolgt die Weiterheizung durch Wärmeaufnahme
aus der ruhenden Heizvorrichtung während des Laufes der Prägeformen unter der Heizvorrichtung
während der Dauer der Umkehrbewegung des Satzbettes. Als Heizvorrichtung können
dabei Widerstandsheizkörper, Ultrarotstrahler od. dgl. dienen. Die Aufheizung der
Prägeformen in ihrer Ruhestellung vor Arbeitsbeginn erfolgt zweckmäßig mit voller
oder jedenfalls erhöhter Heizleistung als die Weiterheizung während der Arbeit,
die nur noch der Aufrechterhaltung der Temperatur der Prägeformen zu dienen hat.
Die für diese Aufrechterhaltung natwendige Heizleistung richtet sich-weitgehend
nach der Arbeitsgeschwindigkeit der Maschine. Die Heizvorrichtung ist, dabei die
Satzbettbahn überbrückend, auf das Maschinengestell aufgesetzt und entweder fest
mit diesem verbunden oder abnehmbar ausgebildet. Sie besteht vorteilhaft aus einem
die Satzbettbahn überbrückenden Rahmen, der die eigentlichen Heizkörper und elektrische
Anschluß- und gegebenenfalls Schaltmittel trägt und der mit einer die Heizkörper
nach oben abdeckenden Wärmeisolation versehen ist. Bei abnehmbarer Ausbildung dieser
Heizeinrichtung ist der Rahmen zweckmäßig an seinen Längsseiten bzw. Auflageseiten
mit Stellschrauben versehen, über welche die Abstützung auf das Maschinengestell
bzw. die Zahnstangenschutze -erfolgt und durch welche der Abstand der Heizvorrichtung
von der Prägeform eingestellt werden kann. Um das Fundament, welches die Prägeform
trägt, und die darunterliegenden Maschinenteile gegen die Wärmewirkung der Heizkörper
zu schützen, ist dieses durch eine wärmeisolierende Schicht abgedeckt. Mittels Stufenschalter,
die vorzugsweise auf der Heizvorrichtung angeordnet sind, können die Heizkörper,
einzeln oder gruppenweise zu- und abgeschaltet werden, wobei die Schaltstufen zweckmäßig
mit Angaben über die ihnen entsprechende Druckgeschwindigkeit bei der Weiterheizung
während der Prägearbeit versehen sind. Zur Kontrolle der wirksamen Temperatur ist
die Heizvorrichtung mit einem Anzeigethermometer ausgerüstet.
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Die neue Heizvorrichtung ist somit ruhend angeordnet, so daß die Siromzuführunz
nicht der Satzbettbewegung zu folgen braucht, sondern- auf einfachste Weise mittels
fester Anschlüsse erfolgen kann. Damit entfallen die sich aus der sonst üblichen
Kabelbewegung ergebenden Betriebsschwierigkeiten. Die Prägeformen, die in üblicher
Weise für Kaltprägung benutzt werden, können nunmehr auch ohne weiteres für Heißprägung
Verwendung finden, so daß also die besondere jeweils von Fall zu Fall in die Prägeform
einzubauende Heizvorrichtung sich erübrigt und wesentliche Kosten erspart werden.
Die neue Heizeinrichtung ermöglicht im' Bedarfsfalle die Beheizung jeder Art von
Prägeformen und erfordert bei abnehmbarer Ausgestaltung keine bauliche Veränderungen
der Schnellpresse. Die Erfindung -ist nachstehend an Hand des in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigt Fig. i eine teilweise Seitenansicht einer
Zylinderschnellpresse mit dem Schriftfundament in der Umkehrstellung vor dem Farbwerk
und über dem Fundament angeordneter Heizeinrichtung und Fig. 2 eine Draufsicht auf
die Heizeinrichtung. Das Grundgestell n einer Schnellpresse- trägt in bekannter
Weise den, Druckzylinder q und das schematisch dargestellte Farbwerk p. Auf dem
im Grundgestelln beweglich- gelagerten Rollenwägenm läuft in bekannter Weise das
Fundament 1, welches die in dem Schließrahmen k zusammengeschlossenen Prägeformen
i mit ihren Unterlagen trägt. Zwischen dem Fundamentl und dem Schließrahmenk mit
den Prägeformen i ist eine das Fundament und die darunterliegenden Maschinenteile
abdeckende Isolierschickt il angeordnet. Über den Prägeformen i ist im Abstand von
deren Oberseite ein Rahmen a angeordnet, der sich durch von Winkeln h getragene
Stellschrauben k1 auf dem Zahnstangenschutz o abstützt und durch welche der Abstand
der Heizvorrichtung von den Prägeformen i nach Bedarf eingestellt werden kann. Auf
seiner Oberseite trägt der Rahmen eine Abdeckplatte e aus wärmeisolierendem Material,
wie Isolierpreßstoff; Glimmer od. dgl. In diesem Rahmen a sind Heizstäbe b angeordnet,
die über ein Anschlußkabel und eine Steckverbindung f und Stufenschalter c an eine
Steckdose g angeschlossen sind. Die Steckdose g ist in dem Ausführungsbeispiel an
dem Maschinengestell angeordnet; zum Anschluß kann selbstverständlich auch eine
an beliebiger Stelle außerhalb der Maschine vorhandene Steckdose benutzt werden.
In dem Ausführungsbeispiel sind sechs Heizelemente b dargestellt, die durch die
Stufenschalter c nach Bedarf zu- und abgeschaltet werden können. Mit Hilfe eines
Thermometers d kann die von der Heizvorrichtung entwickelte Temperatur gemessen
werden.
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Vor Beginn der Prägearbeit wird zum Anheizen der Prägeformen
i die Heizvorrichtung a auf den Zahnstangenschutz o der -Maschine
so aufgesetzt, daß sie das Fundament l mit den Prägeformen i in seiner
Endstellung überbrückt. Mit Hilfe der Stellschrauben h wird der Abstand der Heizvorrichtung
von den Prägeformen i eingestellt und die Heizeinrichtung mittels des Kabels f mit
einer Steckdose
verbunden. Zum-Anheizen der unter der Heizvorrichtung
in Ruhestellung befindlichen Prägeformen werden in der Regel sämtliche vorhandenen
Heizkörper mittels der Stufenschalter c eingeschaltet, um durch Ausnutzung der vollen
Heizleistung eine möglichst kurze Aufheizzeit zu erreichen. Wenn die Prägeformen
die für die Heißprägung erforderliche Temperatur erreicht haben, wird die Maschine
in Betrieb gesetzt, wobei sich das Fundament l mit den Prägeformen i in bekannter
Weise unter dem Druckzylinder q hinwegbewegt und bei seiner Hinundherbewegung in
von der Druckgeschwindigkeit abhängigen Zeitabständen unter die Heizvorrichtung
zurück- und aus dieser wieder herausläuft. DieEin-und Auslaufzeit der Prägeformen
in bzw. aus der Heizvorrichtung und damit die zur Ergänzung der Wärmeverluste verfügbare
Zeit zur Wärmeaufnahme hängt von der jeweiligen Druckgeschwindigkeit ab. Je höher
die Druckgeschwindigkeit ist, um so kürzer wird die zur Wärmeaufnahme verfügbare
Zeit, so daß bei geringer Druckgeschwindigkeit eine geringere, bei höherer Druckgeschwindigkeit
eine höhere Heizleistung zur Aufrechterhaltung der Temperatur der Prägeformen während
der Prägearbeiten erforderlich ist. Nach Aufnahme der Prägearbeit wird also mit
Hilfe der Stufenschalter die Heizleistung entsprechend der jeweiligen Druckgeschwindigkeit
mehr oder weniger verringert. Bei geringen Druckgeschwindigkeiten wird die Einschaltung
von ein bis zwei Heizkörpern für die Aufrechterhaltung der Temperatur genügen, während
bei . höherer Druckgeschwindigkeit weitere Heizkörper hinzugeschaltet werden müssen,
um einen Temperaturabfall zu vermeiden. Zweckmäßig sind die Stufenschalter bzw.
die einzelnen Stufen von vornherein mit Angaben über die der jeweiligen Schaltstufe
entsprechende Druckgeschwindigkeit versehen. Die Temperatur kann auch durch an sich
bekannte Thermostatsteuerungen überwacht werden.