DE930759C - Bodenverbesserungsmittel - Google Patents

Bodenverbesserungsmittel

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DE930759C
DE930759C DEM13495A DEM0013495A DE930759C DE 930759 C DE930759 C DE 930759C DE M13495 A DEM13495 A DE M13495A DE M0013495 A DEM0013495 A DE M0013495A DE 930759 C DE930759 C DE 930759C
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Germany
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soil
polymer
water
polymers
soil improver
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DEM13495A
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Ross M Hedrick
David T Mowry
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Monsanto Chemicals Ltd
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Monsanto Chemicals Ltd
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    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E01CONSTRUCTION OF ROADS, RAILWAYS, OR BRIDGES
    • E01CCONSTRUCTION OF, OR SURFACES FOR, ROADS, SPORTS GROUNDS, OR THE LIKE; MACHINES OR AUXILIARY TOOLS FOR CONSTRUCTION OR REPAIR
    • E01C11/00Details of pavings
    • E01C11/24Methods or arrangements for preventing slipperiness or protecting against influences of the weather

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Architecture (AREA)
  • Civil Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Soil Conditioners And Soil-Stabilizing Materials (AREA)

Description

  • Bodenverbesserungsmittel Die Erfindung betrifft Mittel zur Verbesserung der physikalischen Struktur von Böden, die insbesondere der Steigerung der Ernteerträge von Kulturpflanzen und der Verhinderung der natürlichen Erosion des Kulturbodens dienen.
  • Diese Mittel sind polymere wasserlösliche Polyelektrolyte mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von wenigstens ioooo, das sich aus der Polymerisation einer ungesättigten Gruppe herleitet, wobei der Polyelektrolyt ein Vinylmischpolymerisat von Itaconsäurederivaten, ein Polymerisat von ungesättigten sulfonierten Kohlenwasserstoff en, ein Polymerisat von N-Vinylamiden, ein Polymerisat von ungesättigten Aminen oder das Poly merisat von Phthalsäuremonovinylester ist.
  • Die Brauchbarkeit und die günstigen Eigenschaften der Bodenschichten der Ackerkrume und des Untergrundes hängen wesentlich von der physikalischen Struktur des betreffenden Bodens ab. Obgleich die meisten Böden eine feine Verteilung aufweisen, wie sie für das Pflanzenwachstum erforderlich ist, fehlen doch bei vielen Böden andere physikalische Eigenschaften, die das eigentliche Wachstum und die Ausübung der verschiedenen Pflanzenfunktionen ermöglichen. Außer mit Pflanzennährstoffen muß ein Boden auch fortlaufend mit Luft und Feuchtigkeit versorgt werden. Böden von schlechter Struktur können während der feuchten Jahreszeit an Wasserüberfluß leiden, so daß der für das optimale Wachstum und die Entwicklung der Pflanze notwendige Luftzutritt unterbunden wird. Böden von schlechter Struktur können infolge übermäßiger Kapillarwirkung durch Verdunstung von Wasser an der Oberfläche zu schnell Feuchtigkeit verlieren. Den darin wachsenden Pflanzen fehlt dann die erforderliche fortlaufende und reichliche 'Versorgung mit Feuchtigkeit. Das wirkt sich besonders stark aus bei sehr verfestigten Böden, in denen auch das Wachstum der Wurzeln und Stengel infolge der ungünstigen Wachstumsbedingungen verzögert wird, Böden von schlechter Struktur unterliegen der Schrumpfung, die eine unerwünschte Verkrustung der Oberfläche hervorruft und Spalte und Risse erzeugt, die die Übertragung der Feuchtigkeit vom Boden in die Atmosphäre verstärken. Ferner wird in Böden von schlechter Struktur häufig ein geringes Keimvermögen der darin ausgesäten Samen beobachtet, das auf den Mangel sowohl an Luft als auch an Feuchtigkeit zurückzuführen ist, die für ein normales Keimen erforderlich sind.
  • Es ist auch bekannt, daß Böden von schlechter Struktur einer Erosion ausgesetzt sein können, weil sie, wenn es stark regnet, bald mit Wasser gesättigt werden und die überschüssige Feuchtigkeit sich dann über die Oberfläche des Bodens oder in Rinnsalen ergießt. Dieses Oberflächenwasser wäscht die feinen Bodenteilchen aus, wodurch große Mengen wertvollen Bodens fortgespült werden. Viel Schaden an Böden schlechter Struktur ist direkt der Einwirkung der Regentropfen zuzuschreiben, die bestehende Bodenaggregate in kleinere und leichter zu entfernende Bruchstücke verwandeln. Die Menge des Oberflächenwassers wird sowohl durch die Unfähigkeit des Bodens, Oberflächenwasser zu absorbieren, als auch durch seine Unfähigkeit, die Weiterleitung des Wassers zu darunterliegenden Bodenschichten oder zu natürlichen Wasserwegen herbeizuführen, erhöht.
  • Das Problem der Verbesserung der Anbaufähigkeit der Böden und das Problem der Verhinderung der Bodenerosion können gelöst oder bestehende Nachteile erheblich vermindert werden, wenn es gelingt, die physikalische Struktur des Bodens zu verbessern. Wenn der Boden gepflügt und geeggt wird, kann man eine lockere Struktur desselben herstellen, die die Feuchtigkeit besser zurückhält und genügend Luft zur Förderung des Pflanzenwuchses enthält. Diese Verbesserung der Bodenstruktur durch Bearbeitung dauert nicht lange an, und Regen und Sonne bewirken bald, daß der Boden unter Bildung einer harten, undurchlässigen Kruste zusammenfällt und dabei seine erwünschten Eigenschaften verliert. Wenn ein Boden jahrelang kultiviert worden ist und besonders, wenn regelmäßig organische Düngemittel zugeführt werden, kann der Boden allmählich eine beständigere gute Struktur erhalten. Es wird angenommen, daß diese Verbesserung der Struktur auf die verschiedenen Humusstoffe, einschließlich der Polysaccharide, zurückzuführen ist, die durch die Bodenbakterien gebildet werden, die die zugeführten organischen Bestandteile zersetzen. Die verbesserte Bodenstruktur ermöglicht es, daß größere Mengen Luft zugegen sind, und gestattet die Aufrechterhaltung einer gleichmäßigeren Wasserzufuhr zum Boden, wodurch auch ein geeigneteres Medium für die weitere Entwicklung der Bodenbakterien hergestellt wird, Bei diesem Verfahren wird die Bodenstruktur durch einen Anhäufungsprozeß (Krümelung) verbessert. Da Ton- und schwere Lehmböden viele Jahre benötigen, um eine brauchbare Struktur zu entwickeln, ist es erwünscht, Mittel herzustellen, die die Bildung fruchtbarer Böden beschleunigen. Die Entwicklung einer guten Struktur durch intensive mechanische Bearbeitung des Bodens ist nicht nur kurzlebig, sondern auch häufig infolge Abtrennung der flachliegenden Nährwurzeln für den Pflanzenwuchs nachteilig. Wenn eine dauernd verbesserte Struktur ohne das mechanische Aufbrechen der Oberflächenschicht erreicht werden könnte, könnten Wachstumsgeschwindigkeit und Ernteerträge der Kulturpflanzen weiter verbessert werden.
  • Böden von bleibend guter Struktur weisen feine Bodenpartikel auf, die zu größeren Klümpchen oder Krumen zusammengebacken sind, die der Luft leichter Zutritt zu ihren Zwischenräumen gestatten und die zur gleichen Zeit Wasserdampf innerhalb der Krumen zurückhalten. Ein Boden mit einer derartigen Struktur verliert infolge der isolierenden Wirkung der Zwischenräume oder der nicht kapillaren Poren, die Luft von hohem Feuchtigkeitsgehalt enthalten, die eine übermäßige kapillare Wirkung verhindert, nicht übermäßig Feuchtigkeit durchVerdunstung. Ein derartiger Boden schrumpft beim Trocknen nicht ein und bildet keine Spalten und Risse, und er behält eine natürliche Oberflächendecke bei, die die Verdunstung herabsetzt. Auf diese Weise kann ein optimaler Feuchtigkeits-und Luftgehalt im Boden lange Zeit hindurch beibehalten werden.
  • Die erfindungsgemäßen Bodenverbesserungsmittel können in verschiedenster Weise zur schnellen Verbesserung der Struktur von Garten- und landwirtschaftlichen Kulturböden verwendet werden, insbesondere dort, wo unfruchtbare Untergrundschichten des Bodens freigelegt worden sind. Sie sind auch bei der Verbesserung durchschnittlicher Böden zu verwenden, insbesondere in Gegenden, in denen organische Düngemittel nicht zur Hand sind. Sie sind ferner brauchbar, um das Wachstum von Wurzelfrüchten in Gegenden zu ermöglichen, in denen dichter * Tonboden die normale Entwicklung solcher.Feldfrüchte verhindert. Sie sind weiterhin in dürren Gegenden nützlich, wo die Zurückhaltung der Bodenfeuchtigkeit und die Verminderung der Verdunstung durch die Sonne erwünscht sind. Sie sind außerdem bei der Anlage von Grünflächen an Wegrändern, bei aufgefüllten Bodensenkungen und begradigten Böschungen anwendbar, wo eine Erosionsbekämpfung notwendig ist, bis solche Anpflanzungen fest verwurzelt sind. Überdies ist die Erfindung bei der Verhinderung der Erosion in Gebieten anwendbar, in denen die Oberflächenvegetation durch Naturereignisse oder durch Mißbrauch des Bodens zerstört worden ist.
  • Es wurde bereits gefunden (vgl. die Patentschriften 893 345 und 897 8q.7), daß Böden, insbesondere Ton- und Schlammböden mit schlechter Struktur, .durch die Zugabe von Spuren von wasserlöslichen Mischpolymeren von Maleinsäurederivaten bzw. von wasserlöslichen Polymeren von Acrylsäure- und Methacrylsäurederivaten sehr verbessert werden können. Jetzt wurde gefunden, daß man das gleiche Ziel auch mit polymeren, wasserlöslichen Polyelektrolyten erreicht, die ein Molekulargewicht von wenigstens ioooo haben und eine im wesentlichen lineare, fortlaufende Kohlenstoffkette enthalten, die sich von der Polymerisation einer aliphatischen ungesättigten Gruppe herleitet. Geeignete Polyelektrolyte dieser Art sind die sulfonierten Kohlenwasserstoffderivate, z. B. das Natriumsalz des sulfonierten Polystyrols, die Polymeren von ungesättigten Aminen, z. B. Polyvinylpyridin, und die Aminsalze von Polyvinylamin, und die Polymeren von ungesättigten Amiden, z. B. Poly-N-vinylacetamid und Polyvinylpyrrolidon.
  • Die verschiedenen Polyelektrolyte der vorstehend beschriebenen Arten sind Äthylenpolymere, die-, längs eines im wesentlichen linaeren, fortlaufenden Kohlenstoffmoleküls verteilte Seitenketten besitzen. Die Seitenketten können Kohlenwasserstoffgruppen, Carbonsäuregruppen oder deren Derivate, Sulfonsäuregruppen oder deren Derivate, Phosphonsäuregruppen oder deren Derivate, heterocyclische Stickstoffgruppen, Aminoalkylgruppen, Alkoxy und andere organische Gruppen sein, deren Zahl und relative Anteile an hydrophilen und hydrophoben Gruppen derart sein muß, daß eine wasserlösliche polymere Verbindung entsteht, die eine im wesentlichen große Zahl an ionisierbaren Gruppen aufweist. Die fortlaufende Kohlenstoffkette muß so lang sein, daß Verbindungen mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von wenigstens ioooo entstehen.
  • Der hier angewandte Ausdruck »wasserlösliche Polymere« umfaßt die Polymere, die mit Wasser homogene Mischungen bilden, die schwierig löslichen Polymere, die sich in Gegenwart von Wasser ausdehnen und wenigstens bis zu einem gewissen Grade lösen, und sogar einige, die in destilliertem Wasser anscheinend unlöslich sind, sich aber im Bodenwasser zu lösen scheinen. Die Löslichkeit ermöglicht die Bewegung der Moleküle in der Bodenmasse mit Hilfe der Bodenfeuchtigkeit.
  • Obwohl die meisten der oben beschriebenen Polyelektrolyte hydrophiler Natur sind und den Boden nicht wasserabweisend machen, gibt es doch einige Polymere, die, obwohl sie wasserlöslich sind, den Boden wasserabweisend machen, wenn sie in übermäßigen Mengen angewendet werden. Es sind dies jene Polymere, die auf Grund der Kettenlänge ein verhältnismäßig hohes Molekulargewicht und eine Mindestzahl an ionisierbaren Gruppen haben. Obwohl Verbindungen dieser Art von beiläufigem Interesse sind, sind sie bei der Herstellung einer verbesserten Bodenstruktur durchaus wirksam. Und wenn man sie in sorgfältig abgemessenen Anteilen hinzufügt, kann die unangenehme wasserabweisende Eigenschaft des behandelten Bodens vermieden werden.
  • Die beschriebenen Polymeren werden dem Boden in Mengen von o,ooi bis 2 Gewichtsprozent der bebaubaren Oberfläche zugeführt. Optimale Ergebnisse erhält man jedoch bei Anwendung von o,oi bis o,2 %.
  • Zur Erzielung der günstigsten Wirkung ist das Molekulargewicht des Polymers von Bedeutung. Es scheint, daß Molekulargewichte über ioooo günstig sind, daß aber Molekulargewichte über etwa 15 ooo besonders vorteilhaft wirken. Bei einigen Polymeren erreicht die Wirkung ein Maximum bei 30 ooo bis ioo ooo. Geht man darüber hinaus, so wird das Polymere dadurch nicht verbessert, obwohl auch keine ernstliche Verminderung in der Aktivität erkennbar ist. Polymere mit verzweigten Ketten sind brauchbar, Polymere mit geraden Ketten werden aber bevorzugt.
  • Falls erwünscht, können die Polymeren den Böden unmittelbar zugesetzt werden, gewöhnlich ist es aber zweckmäßiger, die Polymeren mit einem Verdünnungs- oder Trägermittel zuzusetzen, das ein Lösungsmittel, z. B. Wasser, oder eine feste Substanz, z. B. Torfmull, Kalkstein, Sand, Ton oder ein anderer Bodenbestandteil, Mineraldüngemittel, Futtermittelsilagemasse oder ein anderes Dünge- oder Bodenverbesserungsmittel, sein kann. Wenn man gleichzeitig einen Pflanzennährstoff zugibt, erzielt man auf dem damit behandelten Boden zusätzlich günstige Ergebnisse hinsichtlich der Wachstumsgeschwindigkeit der Kulturpflanzen. Die Böden, die durch Düngemittel verbessert worden sind, die die Polymeren enthalten, ermöglichen ein schnelleres und stärkeres Wachstum der Kulturpflanzen als das, das man durch das Ausstreuen des Düngemittels allein erzielt. Die Ausnutzung jedes bekannten, Grundnährstoffe enthaltenden Düngemittels durch die Pflanzen, z. B. Stickstoff, Phosphorsäure und Kalium, sowie auch von Spurenelementen, wie Bor, Mangan, Magnesium, Molybdän, Kobalt und Eisen, kann durch den Zusatz der obigen strukturverbessernden Polymere verbessert werden.
  • Die Mischpolymere können chemisch aktive Gruppen besitzen, z. B. Säureanhydrid-, Carboxyl-, Hydroxyl- oder andere Gruppen, die sich mit den verschiedenen sauren oder basischen Bestandteilen, die dazugefügt werden, vereinigen können. So können z. B. die Metallsalze oder der Kalkgehalt der Düngemittel mit den sauren polymeren Gruppen reagieren; ähnlich können sich die Hydroxyl- oder Aminogruppen der Polymeren mit den sauren Gruppen der Düngemittel vereinigen. Durch diese Nebenreaktionen veränderte Polymere sind als Teil der Erfindung anzusehen.
  • Erfindungsgemäß werden Böden, und besonders Böden mit schlechter Struktur, durch innige Verteilung des Polymers im Boden verbessert, was durch Zusetzen des Polymers und Mischen durch Umgraben, Häufeln, Pflügen, Eggen od. dgl. erreicht werden kann. Die Polymere scheinen mittels des Bodenwassers zu reagieren; zur wirksamen Einverleibung ist genügend Feuchtigkeit vorhanden, ehe der Boden trocken wird. Oft ist es vorteilhaft, sich zusätzlicher Feuchtigkeit zu bedienen, die durch natürlichen Regen oder durch künstliches Besprühen oder Bewässern geliefert wird. Wenn man sich zusätzlicher Feuchtigkeit bedient, ist es erwünscht, daß die Polymere vor dem Benetzen dem Boden gründlich eingemischt werden. Nach der Verteilung des Polymers im Boden ist es zuweilen vorteilhaft, den Boden durchzuarbeiten, um feste Aggregate der gewünschten Größe zu bilden. Die der Bodenoberfläche zugesetzten Polymere werden schließlich im Boden verteilt, wodurch dessen Struktur verbessert wird; zur wirksamen Verbesserung ist aber eine längere Zeit erforderlich. In letzterem Fall wird die polymere Substanz langsam durch den natürlichen Kreislauf von Befeuchten und Trocknen, Frieren und Auftauen mit dem Boden vermischt.
  • Eine andere Methode der Anwendung der Polymere besteht in der Herstellung wäßriger Lösungen, die den Böden in dieser Form zugesetzt werden. Dieses Verfahren ist besonders vorteilhaft bei der Behandlung von Feldern, auf denen Pflanzen neu ausgepflanzt oder die eben mit Saatgut besät worden sind. Bei der Behandlung der Bodenflächen, auf denen die Pflanzen stehen oder die besät worden sind, kann man sich leicht auf die entscheidenden Flächen beschränken, ohne Polymere auf den unproduktiven Flächen zu verschwenden. Es wurde festgestellt, daß Polymerlösungen normalerweise unbeständige Aggregate allein durch Zusatz dieser wäßrigen Lösungen zu den behandelten Böden stabilisieren und daß kein weiteres Mischen oder Häufeln erforderlich ist.
  • Weitere Einzelheiten der Erfindung gehen aus den folgenden speziellen Beispielen hervor. Beispiel A Wasserlösliche Polymere gemäß der Erfindung und ihre Lösungen wurden wie folgt hergestellt: i. Polyvinylhydrophthalat. Polyvinylhydrophthalat wurde in verdünntem, wäßrigem Ammoniak zu einer Lösung des Ammoniumsalzes dieses Polymers gelöst. Diese Lösung wurde für Bödenverbesserungsversuche verwendet.
  • 2. Polyvinylpyrrolidon. Polyv inylpyrrolidon wurde durch Polymerisation von N-Vinylpyrrolidon in wäßriger Lösung hergestellt. Das gebildete Polymer wurde durch Partialfällung einer Methanollösung mit Äther fraktioniert. Die Fraktion mit dem höheren Molekulargewicht wurde nach Zusatz zum Boden geprüft.
  • 3. Styrol-Itaconsäureanhydrid-Mischpolymer. Ein Styrol-Itaconsäureanhydrid-Mischpolymer wurde in Äthylendichlorid unter Verwendung von 2, 4-Dichlorbenzoylperoxyd als Katalysator hergestellt. Es wurde durch Lösen in verdünntem, wäßrigem Ammoniak in das Ammoniumsalz übergeführt. Diese Lösung wurde für Aggregationsversuche im Boden verwendet.
  • 4. Sulfoniertes Polystyrol. Polystyrol mit einem Molekulargewicht von etwa 65 000 wurde in Äthylendichloridlösung sulfoniert, wobei als Sulfonierungsmittel ein 2 : i-Komplex von Bis-ß-chloräthyläther und Schwefeltrioxyd verwendet wurde. Nach der Isolierung ergab das sulfonierte Polystyrol eine Neutralisationszahl von 22o, was einem Mittel von 0,75 Sulfonsäuregruppen je Phenylgruppe entsprach. Dieses Polymer wurde zur Anwendung als Bodenverbesserungsmittel in das Natriumsalz übergeführt.
  • 5. Polyvinylpiperidon. Piperidon wurde mit Acetylen zu N-Vinylpiperidon vinyli.ert. Dieses wurde zu einem wasserlöslichen Polymer polymerisiert.
  • 6. Vinylacetat-Itaconsäureanhydrid-Mischpolymer. Vinylacetat und Itaconsäureanhydrid wurden unter Benutzung von Äthylendichlorid als Lösungsmittel durch eine »Lösungsmittel-Nichtlösungsmittel«-Polymerisation mischpolymerisiert. Vinylacetat und Itaconsäureanhydrid wurden im Gewichtsverhältnis von 0,77 : i angewendet. Das sich ergebende Polymer zeigte auf Grund der Analyse, daß es etwa 37"/o Vinylacetateinheiten enthielt. Das Polymer wurde den Böden in Form seines Ammoniumsalzes zugesetzt.
  • Alle diese Polymere sind erfindungsgemäß als Bodenverbesserungsmittel anwendbar, und alle sind Polyelektrolyte, die in wäßrigen Dispersionen ionisieren. In Berührung mit Wasser lösen sich einige leicht unter Bildung klarer, viskoser Lösungen auf. Andere sind nicht vollständig löslich, dehnen sich aber mit Wasser aus, wobei Bruchstücke in genügendem Ausmaß kolloidal oder molekular im Wasser verteilt werden, um Aggregation im Boden zu veranlassen. Einige der wasserlöslichen Polymere werden anscheinend von destilliertem Wasser nicht gelöst; Bodenwasser mit seinen sauren und basischen Lösungsbestandteilen ist aber ein für die wirksame erfindungsgemäße Verwendung der Mittel als Bodenverbesserungsmittel hinreichendes Lösungsmittel. Wo die Löslichkeit außerordentlich klein ist, kann eine längere Zeit zur vollständigen Aggregation des Bodens erforderlich sein. Beispiel B Die Wirkung der Polymere auf den prozentualen Anteil an wasserbeständigen Aggregaten wurde nach folgendem Verfahren bestimmt: Zu ioo g Miami-Schlammlehm, der so pulverisiert wurde, daß er durch ein o,25-mm-Sieb hindurchging, wurden 30 ccm destillierten Wassers zugegeben, das die angemessene Menge Polymer enthielt. Der Boden wurde gut durchgemischt und durch ein 4-mm-Sieb gedrückt. Nach wenigstens :2tägigem Trocknen in einem warmen Raum bei niedriger Feuchtigkeit wurde Luft von 5o° io Minuten lang über den Boden geblasen, um das Trocknen zu vervollständigen. 40-9-Proben wurden auf das oberste Sieb eines Satzes von drei Sieben mit Maschenweiten von 0,84 mm, 0,42 mm und o,25 mm, die nach abnehmender Maschengröße angeordnet waren, aufgegeben. Die Siebe wurden 3o Minuten lang in Wasser auf und ab bewegt, und zwar über eine Entfernung von etwa 3,8 cm mit einer Geschwindigkeit von 3o Aufundabbewegungen in der Minute. Nach Ablauf dieser Zeit wurden die Siebe herausgenommen, ablaufen gelassen, und der Boden wurde bei 8o° getrocknet und gewogen. Die Ergebnisse sind in Tabelle i angegeben, wobei der Prozentgehalt an wasserbeständigen Aggregaten, die größer als o,25 mm sind, angeführt ist. Miami-Schlammlehm ohne Zusatz von Polymer ergab fast keine wasserbeständigen Aggregate.
    Tabelle I
    Prozentsatz an wasserbeständigen Aggregaten, die
    größer als o,25 mm sind, in Miami-Schlammlehm
    nach Behandlung mit Polymeren.
    Polymer-Nr. Prozentsatz an
    Polymer im Boden o,r
    Kontrollversuch z,o ..... -
    Nr. i .................. 75
    Nr. 2 .................. 58
    Nr. 3 ................. 88
    Nr. 4 .................. 62
    Nr. 5 .................. 33
    Nr. 6 .................. 75.5

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Bodenverbesserungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem polymeren wasserlöslichen Polyelektrolyt besteht, der ein durchschnittliches Molekulargewicht von wenigstens ioooo hat, das sich aus der Polymerisation einer ungesättigten Gruppe herleitet, wobei der Polyelektrolyt ein Vinylmischpolymerisat von Itaconsäurederivaten, ein Polymerisat von ungesättigten sulfonierten Kohlenwasserstoffen, ein Polymerisat von N-Vinylamiden, ein Polymerisat von ungesättigten Aminen oder das Polymerisat von Phthalsäuremonovinylester ist. z. Bodenverbesserungsmittel nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Polyelektrolyt ein Salz eines Mischpolymerisats aus Vinylacetat und Itaconsäureanhydrid oder ein Salz eines Polymerisats sulfonierter Kohlenwasser-Stoffe ist. 3. Bodenverbesserungsmittel nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es mit einem Pflanzennährstoff vermischt ist. 4. Bodenverbesserungsmittel nach Anspruch. i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es mit einem Verdünnungsmittel oder Streckmittel vermischt ist. 5. Bodenverbesserungsmittel nach Anspruch., dadurch gekennzeichnet, daß das Verdünnungsmittel oder Streckmittel ein Lösungsmittel, z. B. Wasser, ist. 6. Bodenverbesserungsmittel nach Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdünnungsmittel oder Streckmittel ein fester Trägerstoff, und zwar Torfmoos, Kalkstein, Sand, mineralische Düngemittel oder Futtermittelsilagemasse, ist. Angezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 893 3-15 und 897847-
DEM13495A 1952-02-12 1952-03-27 Bodenverbesserungsmittel Expired DE930759C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1119891B (de) * 1955-11-30 1961-12-21 Roehm & Haas Gmbh Verwendung von Polyelektrolyten zur Verhinderung von Frostaufbruechen bei Strassen
DE2361085A1 (de) * 1972-12-07 1974-06-27 Novex Rt Bodenverbesserungsmittel

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE893345C (de) * 1950-03-08 1953-10-15 Monsanto Chemicals Bodenverbesserungsmittel
DE897847C (de) * 1950-03-08 1953-11-26 Monsanto Chemicals Bodenverbesserungsmittel

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