DE893345C - Bodenverbesserungsmittel - Google Patents

Bodenverbesserungsmittel

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DE893345C
DE893345C DEM8770A DEM0008770A DE893345C DE 893345 C DE893345 C DE 893345C DE M8770 A DEM8770 A DE M8770A DE M0008770 A DEM0008770 A DE M0008770A DE 893345 C DE893345 C DE 893345C
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DE
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polymer
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water
polymers
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DEM8770A
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Ross M Hedrick
David T Mowry
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Monsanto Chemicals Ltd
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Monsanto Chemicals Ltd
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    • E01CONSTRUCTION OF ROADS, RAILWAYS, OR BRIDGES
    • E01CCONSTRUCTION OF, OR SURFACES FOR, ROADS, SPORTS GROUNDS, OR THE LIKE; MACHINES OR AUXILIARY TOOLS FOR CONSTRUCTION OR REPAIR
    • E01C11/00Details of pavings
    • E01C11/24Methods or arrangements for preventing slipperiness or protecting against influences of the weather

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  • Civil Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Soil Conditioners And Soil-Stabilizing Materials (AREA)

Description

  • Bodenverbesserungsmittel Die Erfindung betrifft Bodenverbesserungsmittel zur Steigerung der Ernteerträge und zur Verhinderung der natürlichen Erosion. Diese Mittel sind :Wischpolymere eines Maleinsäurederivats mit einem anderen polymerisierb-aren, monoolefinischen Polymer und werden dem Boden in Mengen von o.o.oi bis 2 Gewichtsprozent zugefügt.
  • Die Brauchbarkeit und die günstigen Eigenschaften der Bodenschichten der Ackerkrume und des Untergrundes hängen wesentlich von der physikalischen Struktur des betreffenden Bodens ab. Obgleich die meisten. Böden eine feine Verteilung aufweisen, wie sie für das Pflanzenwachstum erforderlich ist, so fehlt es doch bei vielen an den physikalischen Eigenschaften, die das Pflanzenwachstum ermöglichen und die für die Ausübung der verschiedenen Pflanzenfunktionen geeignet sind. Zusätzlich zu den Pflanzennährstoffen muß ein Boden auch eine kontinuierliche Zufuhr sowohl an Luft als auch an Feuchtigkeit erhalten. Böden von schlechter Struktur können während der feuchten Jahreszeit an Wasserüberfluß leiden, so daß der Luftzutritt, der für das optimale Wachstum und die Entwicklung der Pflanze notwendig ist, abgeschnitten wird. Böden schlechter Struktur können durch Verdampfung von Wasser an der Oberfläche infolge übermäßiger Kapillarwirkung Feuchtigkeit verlieren. Den darin wachsenden Pflanzen fehlt dann die erforderliche kontinuierliche und reichliche Versorgung mit Feuchtigkeit. Die letztere Wirkung tritt auch übermäßig ein bei stark verfestigten Böden, in denen auch das Wachstum der Wurzeln und Stengel infolge der ungünstigen Wachstumsbedingungen verzögert wird. In Böden von schlechter Struktur wird häufig ein geringes Keimvermögen der darin ausgesäten Samen beobachtet, das auf den Mangel sowohl an Luft als auch an Feuchtigkeit zurückzuführen ist, die für ein normales Keimen erforderlich sind.
  • Es ist auch bekannt, daß Böden. schlechter Struktur einer Erosion ausgesetzt sein können, weil sie, wenn es stark regnet, bald mit Wasser gesättigt werden und der Überschuß an Feuchtigkeit dann über die Oberfläche des Bodens oder in Bächen abfließt. Dieses Oberflächenwasser wäscht die feinen Bodenteilchen aus, und es werden hierdurch große Mengen wertvollen Bodens fortgespült. Die Menge des Oberflächenwassers wird sowohl durch die Unfähigkeit des Bodens, Oberflächenwasser zu absorbieren, erlhöht als auch durch die Unfähigkeit des Bodens, die Weiterleitung des Wassers zu den darunterliegenden Bodenschichten oder zu den natürlichen Wassermengen herbeizuführen.
  • Das Problem der Verbesserung der Anbaufähigkeit der Böden und das Problem der Verhinderung der Erosion kann gelöst werden oder bestehende Nachteile können erheblich vermindert werden, wenn man Mittel anwendet, die die physikalische Struktur des Bodens verbessern. Wenn der Boden gepflügt und geeggt wird, kann man eine lockere Struktur herstellen, die die Feuchtigkeit besser zurückhält und auch zur Förderung des Pflanzenwuchses ausreichend Luft enthält. Diese Verbesserung der Bodenstruktur durch die Bodenbearbeitung :dauert nicht lange an, und der Einfluß von Regen und Sonne wird bald bewirken, daß der Böden zusammenfällt und austrocknet und dabei . seine Eigenschaften verliert. Wenn ein Boden eine Anzahl von Jahren kultiviert worden ist und besonders wenn regelmäßig organische Düngemittel zugeführt werden, kann der Boden allmählich eine bleibend gute Struktur erhalten. Man glaubt, daß diese Verbesserung der Struktur auf die verschiedenen Humusstoffe zurückzuführen ist, einschließlich der Polysaccfiaride, die durch die Bodenbakterien gebildet werden, die die organischen Bestandteile zersetzen. Die verbesserte Bodenstruktur ermöglicht es, daß größere Mengen Luft zugegen sind und gestattet die Aufrechterhaltung einer gleichmäßigeren Wasserzufuhr zu dem Boden, wodurch auch ein geeigneteres Medium für die Kultur der Bodenbakterien hergestellt wird. Bei diesem Verfahren wird die Bodenstruktur durch einen Anhäufungsprozeß verbessert, da Ton- und schwere Lehmböden viele Jahre benötigen; um zu einer brauchbaren Struktur zu gelangen, ist es erwünscht, Mittel herzustellen, die die Bildung fruchtbarer Böden beschleunigen. Die Entwicklung einer guten Struktur durch intensive mechanische Kultivierung ist nicht nur kurzlebig, sondern auch häufig für den Pflanzenwuchs nachteilig infolge der Abtrennung der flachstehenden Nährwurzeln. Wenn man eine dauernd verbesserte Struktur erhalten könnte, ohne daß man die Oberflächenschichten mechanisch aufbricht, so könnten das Wachstum und die Ernteergebnisse verbessert werden.
  • Böden von bleibend guter Struktur zeigen feine Bodenpartikelchen, die zu größeren Klumpen oder Krumen zusammengebacken sind, die der Luft einen leichten Zutritt zu ihren Zwischenräumen gestatten und die zur gleichen Zeit Wasserdampf innerhalb der Krumen zurückhalten. Ein Boden einer derartigen Struktur verliert nicht übermäßig Feuchtigkeit durch Verdunstung infolge der isolierenden Wirkung der Zwischenräume oder nichtkapillaren Poren, die Luft von hohem Feuchtigkeitsgehalt enthalten, die eine übermäßige kapillare Wirkung verhindert. Ein derartiger Boden schrumpft beim Trocknen nicht zusammen und bildet .auch keine Spalten und Risse und besitzt eine natürliche Oberflächendecke, weiche die @erdunsturng vermindert. Auf diese Weise kann ein optimaler Feuchtigkeits- und Luftgehalt lange Zeit hindurch gehalten werden.
  • Die erfindungsgemäßen Bodenverbesserungsmittel können in verschiedenster Weise zur schnellen Verbesserung der Struktur von Garten-und landlWirtsch.aftlichen Kulturböden verwendet werden, insbesondere dort, wo unfruchtbare Unterschichten des Badens freigelegt worden sind.
  • Sie sind auch zur Verbesserung durchschnittlicher Böden brauchbar, insbesondere in Gegenden, in denen organische Düngemittel nicht zur Hand sind. Sie sind ferner auch brauchbar, um 'das Wachstum von Wurzelfrüchten in Gegenden zu ermöglichen, in denen dichter Tonboden die normale Entwicklung solcher Feldfrüchte verhindert. Sie sind auch weiterhin in dürren Gegenden, wo die Zurückhaltung der Bodenfeuchtigkeit und die Verminderung von Verdunstung durch die Sonne erwünscht sind, nützlich. Diese ist auch brauchbar beim Anpflanzen von Grünflächen auf Wegrändern, bei aufgefüllten Böden und bei begradigten Ufern, wo eine Bekämpfung der Erosionsgefahren notwendig ist, bis solche Anpflanzungen fest verwurzelt sind. überdies ist die Erfindung bei der Verhinderung der Erosion in Gegenden brauchbar, in denen die Oberflächenvegetation durch Naturereignisse oder durch den Mißbrauch des Bodens zerstört worden ist.
  • Es wurde gefunden, daß Böden, insbesondere Ton und Schlamm, sowie Lehmböden schlechter Struktur, durch' die Zugabe von Spuren wasserlöslicher Mischpolymerer von Maleinsäurederivaten sehr verbessert werden können. Geeignete Mischpolymere werden durch die folgenden Strukturformeln dargestellt: In dieser Formel sind X und Y die gleichen oder verschiedene Radikale der Gruppe, d iie besteht aus -OK, ONa, -01/2Ca, -ONH4, -ONRH3, -ONR2H2, -ONR3H, -ONR4, -OH, -NH2, -OCH,, -NR2, -OCH, -CH2 NR -0R, -N -C2H4 -NR2,-NHR, und N R2, wobei nicht mehr als ein X und Y -O Rist und in. der Z, Z', Z", Z"' Radikale der Gruppe bedeuten, die aus C 0:O R besteht, vorwiegend handelt es sich bei Z, Z', Z", Z"' um Wasserstoff und nicht mehr als ein der mit Z, Z'', Z", Z"' bezeichneten Bestandteile gehört zur Gruppe -O C O C H3, -OH, -C6 H., -O C O H, -O R, -C O O R und -C O O H, und alle Radikale der Gruppe Cl und CH, befinden sich an demselben Kohlenstoffatom. R ist in obiger Formel ein aliphatisches Kohlenwasserstoffradikal, das i bis 4 Kohlenstoffatome enthält, und ia ist eine ganze Zahl, die den Grad der Mischpolymerisation anzeigt.
  • Geeignete Maleinsäurederivate, die zur praktischen Verwendung als Bodenverbesserungsmittel geeignet sind, sind Maleinsäure, VIaleinsäureanhydrid, Amidomaleinsäure, Maleinsäureamid, die Maleinsäuresalze der Alkalien und der alkalischen Erden und des Ammoniums, die Di-(ßaminoäthyl) - maleate, Di - (methylaminoäthyl) -maleate, Di-(N, N-dimethyl-ß-aminoäthyl)-maleate und die verschiedenen Salze, Amide und; Aminoalkylester der Alkylhalbester der Maleinsäure. Von besonderem Wert sind die Derivate, bei denen die Alkylradiikale bis zu 4 Kohlenstoffatome enthalten. Gleiche Derivate ,der Chlormaleinsäure und der Methylmaleinsäure können auch angewandt werden.
  • Geeignete Monomere, die unter die Erfindung fallen, wie sie im vorhergehenden Abschnitt angeführt werden, sind Styrol, Vinylchlorid, Vinylacetat, Äthylen, Viny1formiat, Vinyl.alkylester, Alkylacrylate, Alkylmethacrylate, Isobutylen, Vinylidenchlorid und besonders die Derivate, in denen das Alkylrad ikal bis zu 4 Kohlenstoffatome enthält. Man kann ein oder mehrere dieser Monomere anwenden.
  • Im allgemeinen fördern die Maleinsäurederivate den hydrophilen Charakter und die Wasserlöslichkeit der Mischpolymere, und das Mischmonomere ist nur eine wirksame olefinische Verbindung, die erforderlich ist, um eine Polymerisation der Maleinsäurederivate zu bewirken. Gewöhnlich. ist das Mischmonomere wasserabweisend, aber Acrylsäure und Methacrylsäure können zur Wasserlöslichkeit der Mischpolymeren beitragen. Ester, z. B. Alkylacrylate, Alkylmethacrylate, Vi.nylcarboxylate und Allylcarboxylate, können nach der Polymerisation hydrolysiert werden, und es werden Acrylsäure und Methacrylsäurepolymere oder Vinyl- und Allylall;oliolpolymere gebildet.
  • Derartige Polymere tragen also mit ihren Säure- oder Alkoholgruppen dazu bei, daß die Maleinsäuremischpolymere erwünschte hydrophile Eigenschaften aufweisen. Die Mischpolyinere können Maleinsäurederivate in Form von Maleinsäureanhydrid enthalten, das sich zum Teil oder völlig mit Wasser umsetzen kann, wenn man ein wäßriges Medium benutzt, wobei Maleinsäure gebildet wird. Obgleich vielfach verzweigte Polymere brauchbar sind, so ergeben doch Polymere mit geraden Ketten im allgemeinen eine- bessere Wirkung.
  • Die Polymere von Maleinsäurederivaten werden dem Boden in Mengen von o,ooi bis zu 2 Gewichts-. prozent der zu bebauenden Bodenfläche zugegeben, optimale Ergebnisse erhält man jedoch bei Anwendung von o,oi bis o,2%.
  • Wenn man die bevorzugten Polymere mit geraden Ketten benutzt, so hat es den Anschein, daß Molekulargewichte, die 5ooo übersteigen, erwünscht sind und daß Molekulargewichte von etwa 15 ooo besonders vorteilhaft sind. Bei einigen Polymeren kommt man maximal auf 30 ooo bis ioo ooo. Geht man darüber hinaus, so wird das Polymer dadurch nicht verbessert, obwohl auch ein merklicher Rückschritt nicht in Erfahrung gebracht wird. Es ist mithin ersichtlich, daß für die Erzielung günstiger Wirkungen das Molekulargewicht des Polymers von Bedeutung ist.
  • Falls erwünscht, können die Polymere den Böden unmittelbar zugeführt werden, gewöhnlich ist es aber zweckmäßiger, die Polymere mit einem Verdünnungsmittel oder einem Trägerstoff zu vermischen, der ein Lösungsmittel sein kann oder ein fester Trägerstoff, z. B. Torfmull, Kalkstein, Sand, mineralische oder organische Düngemittel oder Bodenverbesserungsmittel. Wenn man gleichzeitig einen Pflanzennährstoff zugibt, so erzielt man auf dem damit behandelten Boden zusätzlich günstige Ergebnisse bei der Ernte. Die Böden, die durch Düngemittel verbessert worden sind, diie diePolymere enthalten, ermöglichen ein schnelleres und stärkeres Wachstum als das, das man durch die Verwendung des Düngemittels allein erzielt: Die Nutzbarmachung bekannter Düngemittel durch die Pflanzen, z. B. von Stickstoff-, Phospliorsäure- und Kaliverbindungen, sowie auch von Spurenelementen, wie Bor, Mangan, Magnesium, Molybdän, Kobalt und Eisen, kann durch die Zugabe der obigen strukturverbessernden Polymere verbessert werden.
  • Die Mischpolymere können chemisch aktive Gruppen haben, z. B. Säureanhydrid, Carboxyl, Hydroxyl- oder andere Gruppen, die sich mit den verschiedenen sauren oder basischen Komponenten, die zugefügt werden, vereinigen können. So können z. B. die Metallsalze oder der Kalk der Düngemittel mit den, sauren polymeren Gruppen reagieren. In gleicher Weise können sich die Hydroxyl- oder Am-inoradikale der Polymere mit den sauren Radikalen der Düngemittel vereinigen. Polymere, die entsprechend! diesen Reaktionen modifiziert worden sind, sind als Teil vorliegender Erfindung anzusehen.
  • Eine optimale Verbesserung der Bodenstruktur wird schnell erreicht, wenn das Polymer durch Umgraben. Eggen, durch Bearbeiten mit dem Kultivator, dem Scheibenpflug oder andere Verfahren, die üblicherweise in der Landwirtschaft ausgeübt werden, untergebracht wird, doch kann man wünschenswerte Verbesserungen auch durch einfaches Auftragen der polymeren Verbindungen in wäßriger Lösung oder als Trockenpulver mit oder ohne Verdünnungsmittel oder Trägerstoffe auf die Oberfläche des Bodens erreichen. In letzterem Falle wird die polymere Substanz langsam durch natürlichen Kreislauf von Befeuchten und Trocknen, Frieren und Auftauen. mit dem Boden vermischt.
  • Der Zutritt von Sauerstoff zu den Pflanzenwurzeln im Boden in Gegenwart verschieden großer Wassermengen wird üblicherweise nach der Technik von Webley Quastel und Mitarbeitern gemessen, im einzelnen beschrieben im Journal Agr. Sci. 37, 257 (r947). Hierbei wird ein Mikroorganismus, z. B. Hefe, an Stelle der Pflanzenwurzeln benutzt, und der Verbrauch des Sauerstoffs durch die in einer Glukoselösung suspendierte Hefe wird in einem Warburg-Apparat volumetrisch gemesseli. Das Kohlendioxyd, das bei dem Umwandlungsprozeß entwickelt wird, wird durch Kaliumhydroxyd in einem Absorptionsgefäß absorbiert, so daß die- Veränderung im Gasvolumen auf den Sauerstoff der von der Hefe und den Bodenorganismen verbraucht worden ist, zurückzuführen ist. Die Sauerstoffaufnahme durch die gleiche Menge an Hefe unter optimalen. Bedingungen wird durch eine gut durchgeschüttelte Suspension in Abwesenheit von Bodenkrümeln ermittelt. Obgleich der Sauerstoffverbrauch natürlich vorkommender Bodenorganismen niedrig ist, verglichen mit der relativ hohen Menge an angewandter Hefe, wird er durch die Absorption von Sauerstoff in einem Warburg-Kolben, der Boden und Glukoselösun:g enthielt, aber keine Hefe, ermittelt.
  • Böden im guten Kulturzustantde behalten ihre poröse krümlige Struktur in Gegenwart großer Mengen von Wasser bei. Die Hefesuspension im Wasser wird daher über eine große Oberfläche ausgebreitet, und Sauerstoff kann durch die verhältnismäßig dünnenWasserschichten diffundieren. Bei dieser Art von. Boden erzielt man eine hohe Sauerstoffaufnahme durch Hefe; Böden schlechter Struktur fallen zu einem Schlamm zusammen, wenn man die Wassermenge erhöht, und es kann dann weniger Sauerstoff durch die dicken Wasserschichten diffundieren. Somit ist die Sauerstoffaufnahme durch Hefe bei dieser Bodenart sehr viel geringer. Mit dieser Technik kann daher die Wirkung der zugegebenen Materialien durch Messung der Hefeatmung in Berührung mit Bodenkrümeln unier beobachteten Bedingungen festgestellt werden. Das Maß der Atmung wird als Belüftungsfaktor bezeichnet und entspricht
    Belüftungsfaktor - Maß der Sauerstoffaufnahme durch Hefe auf Bodenkrümeln X zoo
    aufgenommene Menge Sauerstoff durch Hefe in einer geschüttelten Glukoselösung
    Böden von guter Struktur geben hohe Werte für die jeweiligen Belüftungsfaktoren, während Böden mit schlechter Struktur niedrige Belüftungswerte ergeben. Genauere Messungen der Beständigkeit eines Aggregats von Böden sind bei Anwendung einer Siebungstechnik in feuchtem Zustand möglich, wie in den Beispielen beschrieben. Bodenaggregate müssen. eine ausreichende Beständigkeit haben, wenn sie Regenfällen, Kulturmaßnahmen, dem Durchströmen von Wasser und dem Druck der darüber lagernden. Bodenmassen ausgesetzt sind. Die Messung der Aggregatbeständigkeit wurde daher von Bodenphysikern als ein Mittel benutzt, um die Bodenstruktur zu bewerten.
  • Wasserbeständige Aggregate enthalten eine Kombination von kapillaren und nichtkapillaren Poren, wobei ein Boden schlechter Struktur nur wenige nichtkapillare Poren hat. Die Lockerheit und Po:rosität eines Bodens, der sich aus stabilen Aggregaten zusämmensetzt, gestattet die rasche Aufnahme von Wasser und das rasche Ablaufen überschüssigen Wassers durch den Boden hindurch. Der Boden gewinnt die optimale Struktur bald nachdem der Regenfall aufgehört hat.
  • Der Feuchtigkeitsgehalt des Bodens nach Abzug des Wassers unter dem Einfluß der Schwere, bei dem überschüssiges Wasser in den nichtkapillaren Poren entfernt worden ist, wird als Feldkapazität bezeichnet und nähert sich eng dem Feuchtigkeitsäquivalent, das in einfacher Weise im Laboratorium bestimmt werden kann. Die Behandlung des Bodens mit hydrophilen Polymeren erhöht das Feuchtigkeitsäquivalent sichtlich und infolgedessen hält der behandelte Boden einen größeren Prozentsatz Wasser zurück, das durch ihn nach einem Regenfall hindurchsickert. Daß dieses Mehr an Wasser nicht auf Kosten der Belüftung festgehalten wird, wurde oben an dem Belüftungsfaktor gezeigt.
  • Der Ausdörrungspunkt, d. h. der Feuchtigkeitsgehalt des Bodens, bei dem -die Pflanze nicht weiter in der Lage ist, dem Boden ausreichende Mengen Wasser zu entziehen, bezeichnet die untere Grenze, bei der noch Wasser für den. Pflanzenwuchs zur Verfügung steht. Hydrophile Polymere erhöhen den Wert des Ausdörrungspunktes des Bodens in einfacher Weise. Da die Erhöhung des Feuchtigkeitsäquivalenten viel größer ist als das Ansteigen des Ausdörrungspunktes, so ergibt sich bei der Behandlung :des Bodens mit dem Polymer eine wesentliche Erhöhung der Wassermenge, die von dem Boden zurückgehalten wird und, die für die Pflanzen zur Verfügung steht.
  • Die vermehrte Aufnahme und das vermehrte Durchsickern von Wasser, das Böden zeigen, die aus wasserbeständigen Aggregaten zusammengesetzt sind, ergibt ein vermindertes Ausspülen während eines Regenfalles und daher eine verminderte Erosion durch Wasser. Die Aggregate, die infolge ihrer Größe und ihres Gewichtes weniger leicht durch Wasser fortgespült werden können, sind daher auch gegenüber der zerstörenden Einwirkung von Regentropfen beständiger.
  • Die Menge des von der Oberfläche verdunsteten Wassers wird durch die Bodenstruktur und auch durch die Gegenwart organischer Kolloide im Boden beeinflußt. Ein Boden von guter Struktur, wie man ihn durch die besondere Behandlung eines Bodens mit einem hydrophilen Polymer gemäß der Erfindung erhält und der aus wasserbeständigen Aggregaten besteht, besitzt zusätzlich zu den kapillaren Poren noch eine große Zahl nichtkapillarer Poren. Die Wirkung dieser nichtkapillaren Poren besteht darin, daß die Kontinuität der kapillaren Poren unterbrochen wird. und somit die Bewegung der Feuchtigkeit durch Kapillareinwirkung herabgesetzt wird. Die Übertragung von Kapillarwasser auf die Oberfläche des Bodens wird verlangsamt und mithin der Verlust von Feuchtigkeit durch Verdampfung an der Oberfläche herabgesetzt.
  • Die Bearbeitungseigenschaften oder die Konsistenz eines Bodens werden durch den Zusammenhalt des Bodens beeinflußt. Boden von schlechter Struktur, den man mit einem, hydrophilen Polymer behandelt hat, verliert seine Klebrigkeit unid wird lose und krümlig und bei einem höheren Wassergehalt plastisch, und: verglichen mit unbehandeltem Boden ist sein allgemeines Verhalten so, als ob er einen niedrigeren Wassergehalt hätte.
  • Um zu zeigen, d@aß die Polymere selbst den Bodenorganismen nicht schädlich sind und daß ein verbessertes Verhältnis zwischen Feuchtig keitsgehalt und, Belüftung behandelter Böden. herbeigeführt wird, wurde ein Versuch ausgeführt, um den Umfang der Nitrifizierung im behandelten und unbehandelten Boden festzustellen. Da dieser Versuch wasserbeständige Krümel erforderte, wurde er mit einem Waldboden ausgezeichneter Struktur ausgeführt, jedoch selbst mit einem Boden von guter Struktur wurde eine Vermehrung der Nitrifizierung mit dem erfindungsgemäß behandelten Boden beobachtet. Die Steigerung der mikrobiologischen Aktivität des Bodens durch Behandlung mit Polymeren zur Verbesserung der Struktur könnte auf Verfahren, ausgedehnt werden, z. B. auf die Stickstoffixierung und auf die Zersetzung organischer Substanz unter Freiwerden von Nährstoffen.
  • Die Bodenverbesserungsmittel gemäß der Erfindung werden noch durch folgende Beispiele näher erläutert Beispiel i 2o/oige wäßr.ige Lösungen von Maleinsäuremischpolymeren wurden wie folgt hergestellt: i. Vinylacetat-Mononatriummaleat. 2 g eines Mischpolymers von Vinylacetat-Maleinsäureanhydrid mit einer spezifischen Viskosität von 2,i (i °/o in Cyclohexanon) wurden in ioo ml Lösung gelöst, die 0,43 g Hydroxyd zwecks Lösung enthielt.
  • 2. Vinylacetat-Diammoniummaleat. 2 g eines Mischpolymers von Vinylacetat-Maleinsäureanhydrid mit einer spezifischen Viskosität von 2,1 (i °/o in Cyclohexanon) wurden in i oo ml einer Lösung gelöst, die 1,45 ml einer 28o/oigen Ammoniaklösung enthielt.
  • 3. Vinylacetat-Maleinsäuretriätlianolaminsalz. 2 g eines Mischpolymers von Vinylacetat-Malein:säureanhydrid mit einer spezifischen Viskosität von 2,1 (i °/o in Cyclohexanon) wurden in iooml einer Lösung gelöst, die i,6g Triäthanolamin enthielt.
  • 4. Vinylacetat-Malein:säured.imethylaminoäthylhalbester. Vinylacetat-JVIaleinsäureanbydridmischpolymer mit einer Viskosität von 2,1 (11/0 in Cyclohexanon) wurde mit einem überschuß an f-Dimethylaminoäthanol erwärmt. Man erhielt den Halbester als ein kautschukartiges Produkt, das, wenn man es von ß-Dimethylaminoäthanol befreite, einen körnigen Feststoff darstellt. 2 g dieses Produktes wurden in ioo ml Wasser gelöst.
  • 5. Vinylacetat-Ammoni-ummaleat. Ein Vinylacetat - M.aleinsäureanhydridmischpolymer wurde in wasserfreiem Dioxan gelöst. Wasserfreies Ammoniak wurde in die Lösung geleitet und die Fällung abgetrennt. Das Dioxan wurde dekantiert und die Fällung mit absolutem Äther gewaschen. 2 g dieses Polymers wurden in ioo ml Wasser gelöst.
  • 6. Vinylacetat-N-butylamidomaleinsäurebutylaminosalz. 2 g Vinylacetat-N-butylmaleinsäurebutylaminsalz wurden in gleicher Weise aus Vinylacetat-Maleinsäureanhydrid hergestellt. Das Mischpolymer wurde in ioo ml Wasser gelöst.
  • 7. Vinylalkohol - Natriummaleat. Ein Vinylformiat - Maleinsäureanhydridmischpolymer wurde in heißem Wasser gelöst zu einer 5o/oigen Lösung und, eine Spur Salzsäure zugefügt. Das Lacton des Vinylalkoholmaleinsäuremischpolymers trennte sich äls kautschukartiges Material ab. Das Lacton wurde in Natriumhydroxydlösung zu einer 2o/aigen Lösung von Vinylalkoho@l-Natr,iummaleat ,gelöst.
  • B. Vinylmethyläther-Diammoniummaleat. 2 g eines Mischp.olymers von Vinylmethyläther-Maleinsäureanhydrid der spezifischen. Viskosität von 11,8 (i o/o in Cyclohexanon) wurden in ioo ml einer Lösung gelöst, die 1,7 ml konzentrierte Ammoniaklösung enthielt.
  • g. Vinyläthyläther-Diammoniummaleat. 2geines Mischpolymers von Vinyläthyläther-Maleinsäureanhydrid der spezifischen Viskosität von 2,1 (1°/o in Cyclohexanon) wurden in ioo ml einer Lösung, die 1,5 ml einer konzentrierten Ammo.niaklösung enthielt, gelöst.
  • io. Isobutylen Diammoniummaleat. :2g eines Mischpolymers , aus Isobuthylen-Maleinsäureanhydrid der spezifischen Viskosität von 0,83 (o,2 % in Dimethylformamid) wurden in ioo ml einer Lösung gelöst, die 1,7 ml konzentrierter Ammoniaklösung enthielt.
  • i i. Styrol-Di.ammoniummaleat. 2 g Styröl-Maleinsäureanhyd-ridmischpolymer wurden in ioo ml einer Lösung gelöst, die 1,3 ml konzentrierter Ammoniaklösung enthielt.
  • 12. Styrol-Maleinsäure, -Dimethylaminoäthylhalbester. Das Mischpolymer von Styrol-Maleinsäureanhydri-d wurde mit einem Überschuß an ß-Dimethylaminoäthanol erwärmt. Eine schwammige Masse wurde gebildet, aus der überschüssiger Alkohol durch ,Ausquetschen und Waschen mit absolutem Äther entfernt wurde.. :2g luftgetrocknetes Polymer wurden. in ioo ml Wasser gelöst.
  • 13. Äthylacrylat-Diammoniumm.aleat. 2 g eines Mischpolymers von Äthylacrylatmalein.säureanhy-,d'ri.d wurden in ioo ml Lösung gelöst, diie 1,3 ml konzentrierte Ammoniaklösung enthielt.
  • 14. Vinylacetat-Maleinsäure - 1/z Caleiumsalz. 2 g eines Mischpolymers von Maleinsäureanhydrid und Vinylacetat und 0,49 Calciumhydroxyd wunden zu ioo ml Wasser zugegeben und bewegt, bis die Lösung vollständig war.
  • 15. Vinylacetat-Diammoniummaleat. 2 g eines Mischpolymers von Vinylacetat-Maleinsäureanhydrid mit einer spezifischen Viskosität von 3,1 (i o/o in Cyclohexanon) wurden in ioo ml Lösung gelöst, die 445 ml 28o/oiger Ammoniaklösung enthielt.
  • 16. Vinylacetat-Diammoniummaleat. 2 g eines Mischpolymers von Vinylacetat - Maleinsäureanhydrid mit einer spezifischen Viskosität von 4,75 (i °/o in Cyclohexanon) wurden in i,oo ml einer Lösung gelöst, die 1,45 ml 28o/oiger Ammoniaklösung enthielt.
  • 17. Vinylmethyläther - Diammoniummaleat. 2 g eines Mischpolymers von Vinylmethyläther-Maleinsäureanhydrid der spezifischen; Viskosität von. 13,8 (i o/o in Cyclohexanon) wurden in ioo ml einer Lösung gelöst, die 1,7 ml 28o/oiger Ammoniaklösung enthielt.
  • 18. Vinyläthyläther - Diammoniummaleat. 2 g eines Mischpolymers von Vinyläthyläther-Maleinsäureanhydrid von der spezifischen Viskosität 17,5 (i o/o in Cyclohexanon) würden in ioo ml einer Lösung gelöst, die z,55 ml 28°/oiger Ammoniaklösung enthielt.
  • i9. Isopropenylacetat-Diammoniummaleat. 2 g eines Mischpolymers von Isopropenyl,acetat-Maleinsäureanhydri@d mit einer spezifischen Viskosität von 19,3 (i °/o in Cyclohexanon) wurden in ioo ml einer Lösung gelöst, die 1,35 ml einer 28o/oigen Ammoni,aklösung enthielt.
  • 2o. Vinylisopropyläther-Diammoniummaleat. 2 g eines Mischpolymers von Vinylisopropyläther-Maleinsäureanhydrid mit einer spezifischen Viskosität von 1,98 (i o/o in Cyclohexanon) wurden in ioo ml einer Lösung gelöst, die 1,45 ml einer 2o/oigen .Ammoniaklösung enthielt. 21. Vinyl-nrbutyläther-Diammoniummaleat. 2 g des Mischpolymers von Vinyl-n-butyläther-Maleinsäureanhydrid mit einer spezifischen. Viskosität von 3,07 (i °/o in Cyclohexanon) wurden in ioo ml einer Lösung gelöst, @drie - 1,4 ml 28 o/oiger Ammoniaklösung enthielt.
  • 22. Vinylchlorid-Diammoniummaleat. 2 g eines Mischpolymers von. Vinylchlorid - Maleinsäureanhydrid mit einer spezifischen Viskosität von o,95 (i °/o in Cyclohexanon) wurden in ioo@ ml einer Lösung gelöst, die %i,16 ml 28o/oiger Ammonia'klösung .enthielt.
  • z3. Vinylchloracetat-Diiammoniummaleat. 2geines Mischpolymers von Vinylchloracetat-Maleinsäureanhyd'rid mit einer spezifischen Viskosität von 16,2 (i o/o in Cyclohexanon) wurden in ioo ml einer Lösung gelöst, die 1,3 ml einer 28o/oigen Ammoniaklösung enthielt.
  • 24. Vinylacetat - Maleinsäurepartialmethylesterammoni.ums:al2. 2 g eines Terpolymers von Vinylacetat (i Mol), Monomethylmaleat (o,o8 Mol) und Maleinsäureanhydrid (o,92 Mol) mit einer spezifischen Viskosität von 10,3 (i °/o in Cyclohexanon) wurden .in ioo ml einer Lösung gelöst, die 1,25 Mol einer 28o/oigen Ammoniaklösung enthielt.
  • 25. Vinylme #thyläther-Maleinsäure-'/2 Calciumsalz. 2.g .eines Mischpolymers von.. Vinylmethyläther-Maleinsäureanhydrid mit einer spezifischen Viskosität von ii,ß (i °/o in Cyclohexanon), 0,3 ml Wasser und 0,4 g Calciumhydroxyd wurden innig miteinander vermischt. Das Produkt war wasserlöslich und enthielt 74'/o Polymer. Beispiel e Ackerboden wurde an der Luft getrocknet, pulverisiert und durch ein Sieb von i mm Maschenweite gesiebt. Zu je @ioog Anteilen des Bodens wurden 30 ml einer Lösung zugegeben, die bekannte Mengen verschiedener Polymeren enthielt und dann die Masse gut durchgemischt. Dieses Lösungsvolumen an weniger wirksamen Polymeren "genügte, um den Boden klebrig zu machen. Einige der Polymeren ergaben eine ausgesprochene Verbesserung der physikalischen Eigenschaften, so daß bis zu io ml mehr Wasser erforderlich waren, um den - Boden klebrig zu machen. Der Boden wurde zerkleinert, an der Luft trocknen gelassen und dann weiter zerkleinert, um durch ein 4-mm-Sieb hindurchzugehen. Man sammelte die Krümel von 2, bis 4 mm Größe. 4 g von diesen Krümeln wurden in Kolben der Warburg-Apparatur eingefüllt, gemäß der Arbeitsweise von W e b 1 e y O u a s t e 1 und Mitarbeitern, Journal Agricultural Science 37 (i947) 257= wobei eine i,5o/oige Suspension. von Fleischmanns Trockenhefe an Stelle der von ihnen benutzten Organismen angewandt wurde. Die Ergebnisse mit einem alluvialen sandigen Lehm oder Miami-Schlammlehm werden in der Tabelle I angeführt; die Wirkung von Kompost, Natriumalginat und Methylcellulose werden zum Vergleich angeführt.
    Tabelle I
    Konzentration Belüftungsfaktor
    Bodenart Polymer des Polymers Betrag an zugesetztem Wasser
    ' 0/0 25 % 375 % 50 % I 62,5 0%0
    Alluvialer sandiger Lehm ... Nichts o 83 55 - -
    Miami schlammiger Lehm . . Nichts o 105 go 35 -
    desgl. .. Nr.2 o,1 io6 86 45 14
    desgl. .. Nr.2 0,02 1o2 ioo 57 -
    desgl. .. Nr.3 0,1 iig 113 81 42
    desgl. .. Nr.4 0,1 IM 104 78 46
    desgl. . . Nr. 5 0,1 116 111 63 -
    Alluvialer sandiger Lehm ... Nr. 6 1,0 66 64 42 30
    desgl. .. Nr.7 1,0 108 97 47 23
    lliami schlammiger Lehm .. Nr. 8 o,i iig IM 69 41
    desgl. . . Nr. g 0,1 iig 98 50 -
    desgl. . . Nr. io 0,1 120 104 36 -
    desgl. .. Nr.11 0,1 ioi 79 72 81
    desgl. . . Nr. 12 0,1 115 99 65 36
    desgl. .. Nr.13 0,1 117 8o 30 -
    Allm ialer sandiger Lehm ... Natrium-
    alginat o,1 118 85 28 -
    3iiami schlammiger Lehm .. Cellulose-
    methylester 0,1 116 96 65 -
    desgl. .. desgl. o,i 126 102 61 -
    desgl. .. Kompost 3,0 99 85 34 -
    desgl. .. desgl. 1,0 82 79 20 -
    Natriumalginat und handelsüblicher Cellulosemethylester ergaben bei der Untersuchung nach W a r b u r g eine mäßige zeitweilige Verbesserung der iKrümelstrul:tur. Wenn man jedoch die Krümel einer kontinuierlichen langsamen Perkolation mit Wasser unterwarf, so zerfielen diese Bodenkrümel innerhalb von 3 bis 15 Tagen. Böden, die mit den Polymeren i und 2 behandelt worden waren, zeigten in 18 Monaten keine Krümelzerstörung. Eine Anzahl verschiedener Böden wurde mit einem dieser Mischpolymere behandelt, um zu zeigen, daß die Wirkung nicht auf die in Tabelle 1 dargestellten Bodenarten beschränkt ist. Die Wirkung des Polymers Nr. 2 auf den Belüftungsfaktor einer Anzahl von Böden wird in Tabelle II angeführt.
    Tabelle II
    Konzentration Betrag an zugefügtem Wasser
    Bodenart des Polymers
    0/0 -5 % 1 3 7 ,5 % I 5001. I 62,5 0@0
    Alluvialer sandiger Lehm (Ohio) . . . .. .. . . 0 83 55 - -
    desgl. . . . . _ . . o, i 128 92 66 40
    Miami schlammiger Lehm (Ohio) ......... o - 105 go 35 -
    desgl. . ........ 0,1 io6 86 45 14
    Gumbo Boden (Illinois) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0 103 8o 44 -
    desgl. .................. o,1 123 113 66 32
    Paulding Ton (Ohio) ...... .. . . . .. . . . . . . . o 94 92 64 -
    desgl. .................... 0, 1: . 105 102 85 57
    Grenada schlammiger Lehm (Tenn.) ...... 0 83 69 46 -
    desgl. ...... 0,1 99 103 99 _ 76
    lZemphis schlammiger Lehm (Tenn.) ..... o 92 So 56 -
    desgl. ..... 0,1 104 ioo 82 51
    Der Belüftungsfaktor, mit der Warburg-Apparatur gemessen, soll bei maximalem Wassergehalt so hoch wie möglich sein. Alle Böden saugen sich mit Wasser voll, wenn genügend Wasser zugeführt wird und unbehandelte Böden, welchen 62,5'/o Wasser zugeführt worden ist, sättigen sich mit Wasser, das den Zutritt der Luft verhindert. In diesem Zustand kann der Belüftungsfaktor des Bodens nicht gemessen werden, was in der Tabelle durch einen Fehlstrich dargestellt ist. Einige Böden sind bei 5o% zugefügtem Wasser gesättigt. Wenn der Wassergehalt der Böden sich erhöht, so fällt der Belüftungsfaktor allmählich ab, bis der Boden mit Wasser vollgesogen ist und ein weiteres Wachstum der Hefe aufhört.
  • Beispiel 3 Die Wirkung der Polymere auf den Wasseranteil der beständigen Aggregate wurde nach folgendem Verfahren bestimmt. Zu ioo g Miami-Schlammlehm, der so pulverisiert wurde, daß er durch ein o,25-mm-Sieb hindurchging, wurden 30 ml Wasser zugegeben, das die geeignete Menge an Polymeren enthielt. Der Boden wurde gut gemischt und durch ein 4-mm-Sieb hindurchgedrückt. Nach dem Trocknen während wenigstens 2 Tagen in einem warmen Raum bei niedriger Feuchtigkeit wurde Luft von 50° über den Boden io Minuten lang geblasen, um das Trocknen zu vervollständigen. 4,o-Gramm-Proben wurden auf das oberste Sieb eines Satzes von drei Sieben mit Maschenweiten von 0,84 mm, 0,42 mm und o,25 mm aufgegeben. Die Siebe sind so angeordnet, daß die Maschenweite abnimmt. Die Siebe wurden 30 Minuten lang in Wasser auf und. ab bewegt, und zwar über eine Entfernung von 3,9 cm mit einer Geschwin(digkeit von 3-o Aufundabbewegu,ngen in der Minute. Nach Ablauf dieser Zeit wurden die Siebe herausgenommen. Man ließ sie ablaufen und trocknete den Boden bei 8o°, worauf gewogen wurde. Die Ergebnisse sind; in Tabelle III angeführt, in der der Prozentsatz an wasserbeständigen Aggregaten, die größer als 0,25 mm sind, angeführt ist. Miami-Schlammlehm ohne Zugabe von Polymeren ergab fast kein wasserbeständiges Aggregat.
    Tabelle III
    Prozentsatz an wasserbeständigen Aggregaten,
    die größer sind als o,25 mm, in Miami-Schlammlehm
    nach Behandlung mit Polymeren
    Prozentsatz Prozentsatz
    Polymer an Polymeren an Aggregaten
    im Boden als
    0,25 mm
    Kein Polymer zugegeben o 1,0
    Polymer Nr. - . . . . . . . . . 0,1 9515
    desgl. ........ 0,05 90,7
    desgl. ........ 0,02 45,0
    desgl. ........ o,oi 7,8
    desgl. ....... 0,005 3,0
    Polymer Nr. 3 ........ 0,1 93,8
    desgl. ........ 0,0i 7,3
    Polymer Nr. 4 ........ 0,1 79,3
    desgl. ........ o,oi 2,8
    Polymer Nr. 5 ........ 0,1 90,5
    desgl. ........ o,oi 4,0
    Polymer Nr. 6 ......... o,i 89,8
    desgl. ........ o,oi i,5
    Polymer Nr. 7 ........ 0,1 41,2
    desgl. ........ o,oi o,8
    Prozentsatz Prozentsatz
    Polymer an Polymeren an Aggregaten
    im Boden größer als
    0,25 mm
    Polymer Nr. 8 ......... 0,1 95,1
    desgl. ........ o,oi 38,5
    desgl. ........ 0,005 5,6
    Polymer Nr. 9 ........ 0,1 93,8
    desgl. ........ 0,01 15,8
    Polymer Nr. io .. . . . . .. 0,1 9i,8
    desgl. ....... o,oi 13,3
    Polymer Nr. ii . . . .... . 0,1 96,2
    desgl. ....... o,oi 8,7
    Polymer Nr. 12 . . . . . . . . 0,i 78,o
    desgl. ....... o,oi 3,7
    Polymer Nr. 13 . . . . . . . 0,1 95,7
    desgl. ....... o,oi i,0
    Polymer Nr. 14 . . . . . . . o,i 93,7
    desgl. ....... o,oi 26,5
    Polymer Nr. 15 ... . . .. 0,1 94,0
    desgl. ....... o,oi 24,8
    Polymer Nr. 16 . . . . ... . 0,i g8,o
    desgl. ....... o,oi 31,8
    Polymer Nr. 17 . . . . . . . 0,i 9o,8
    desgl. ....... 0,01 44,8
    Polymer Nr. 18 . . .. . . . . o,i 97,3
    desgl. ....... o,oi 42,8
    Polymer Nr. i9 .. . . . . . 0,1 99,8
    desgl. ....... o,oi 40,8
    Polymer Nr. 2o . . . . ... 0,1 96,8
    desgl. ....... o,oi 3,3
    Polymer Nr. 21 . . . . . . .. 0,1 97,0
    desgl. ....... o,oi i9,8
    Polymer Nr. 22 ........ 0,1 63,3
    desgl. . . . . _ . . o,oi 3,8
    Polymer Nr. 23 ....... 0,1 94,5
    desgl. ....... o,oi 13,8
    Polymer Nr. 24 ....... 0,1 95,0
    desgl. ....... o,oi 30,3
    Polymer Nr. 25 ....... 0,1 96,6
    desgl. ....... o,oi 5,3
    Polyäthylenoxyd ....... 0,1 0,3
    desgl. ...... 0,01 0,3
    Polyvinylmethyläther ... 0,1 0,3
    desgl. .. 0,01 0,3
    Harnstoff . . . . . . . . . . . , o,i 0,4
    desgl......... ..... o,oi 0,3
    Cellulosemethylester .... 0,1 15,5
    desgl. " ... o,oi 0,5
    desgl. ... o,i 13,3
    desgl. ... o,oi 0,5
    Natriumalginat ....... 0,1 413
    desgl. ....... 0,01 0,3
    Beispiel 4 Das Feuchtigkeitsäquivalent wurde nach der Methode von B o u y o u c o s bestimmt, beschrieben in Soil Sience 40 (1g,35), S. 165 bis 17i. Proben der Böden, die mit verschiedenen Polymeren behandelt worden waren, wurden im trockenen Zustand durch ein 2 - mm - Sieb gesiebt. Buchner-Trichter von 5 -cm Durchmesser und 2,5 cm Höhe wurden bis oben, hin mit Boden gefüllt und, in einen Becher Wasser gesetzt, um 24 Stunden lang auszulaugen. Der Trichter wurde dann in eine Saugflasche gesetzt, die mit einem Sauger verbunden war, und es wurde 15 Minuten lang, nachdem das freie Wasser von der Oberfläche des Bodens verschwunden war, abgesaugt. Der feuchte Boden wurde in ein tariertes Wi-°gefläschchen gebracht und der Feuchtigkeitsgehalt durch Bestimmung des Gewichtverlustes durch Erhitzen auf io5° bestimmt. Alle Feuchtigkeitsäquivalentbestimmungen wurden doppelt ausgeführt. Die Verdorrungspunkte der Böden, die mit verschiedenen Polymeren behandelt worden waren, wurden nach der Methode von B r e a -z e a 1 e und M c G e o r g e, veröffentlicht in Soil Sience 68 (r949), S. 371 bis 374, bestimmt. 2o bis 30 g Boden wurden mittels eines Glasrohrs von 3 cm Durchmesser und 5 cm Länge um den Stengel einer Tomatenpflanze angehäuft. Die Enden wurden mit halben Korken abgedichtet und mit einer Bienenwachsparaffinmischung versiegelt. Nach einigen Wochen erschienen Wurzeln in. dem eingeschlossenen Boden. Die Bodenproben ließ man, um den Verdorrungspunkt zu erreichen, 6 bis 8 Wochen länger eingeschlossen, und dann entfernte man sie und bestimmte ,den Feuchtigkeitsgehalt. Alle Bestimmungen wurden, doppelt ausgeführt.
    Tabelle IV
    Wirkung verschiedener Polymere auf das Feuchtigkeitsäquivalent, den Verdorrungs-
    punkt und die Feuchtigkeit, die für Pflanzen verfügbar ist, bei Miami-Schlammlehm
    Polymer Feuchtig- o/oige Erhöhung
    Behandlung im Boden keits- Verdorrungs- der Feuchtigkeit
    °/o äquivalent Punkt gegenüber dem
    Vergleichsboden
    Vergleichsversuch . .. . . ... .. 0 24,2 7,6 -
    Polymer Nr. 2 . . . . . . . . . . . . . 0,1 27,6 7,8 19,3
    ' desgl. ............. 0,05 27,6 - -
    desgl. ............. 0,02 24,0 - -
    Polymer Nr. 8............. o,i 29,0 8,3 24,7
    desgl. ............. 0,05 26,7 - -
    desgl. ............. 0,02 26,2 - -
    Polymer Nr. 15............ o,1 27,5 8,6 13,9
    desgl. ............ 0,05 26,5 - -
    desgl. ............ 0,02 25,1 - -
    Polymer Nr. ig ....... , .... 0,1 29,4 8,6 25,3
    desgl. ............ 0,05 29,7 - -
    desgl. ............ 0,02 26,9 - -
    Beispiels Miami-Schlammlehm wurde mit verschiedenen Materialien behandelt, der Feuchtigkeitsgehalt einer jeden Probe auf etwa 23% eingestellt und etwa i,8 kg von jedem in einem 2-Liter-Becher untergebracht. Diese Becher wurden in ein Gewächshaus gestellt und jeder i oder 2 Tage darin aufbewahrt, um das Maß der Verdunstung des Wassers von der Oberfläche zu verfolgen. Die Ergebnisse wenden in Tabelle V angeführt.
    Tabelle V
    Wirkung verschiedener Materialien auf die Bodenfeuchtigkeit, die durch Oberflächen-
    verdunstung innerhalb von 15 Tagen verlorengeht
    Prozentsatz Prozentsatz Prozentsatz der
    an Polymeren, an ursprünglich Verdunstung
    Behandlung der dem Boden vorhandener Feuch- gegenüber dem
    zugeführt wird tigkeit, der in 15 Ta- Vergleichsversuch
    gen verlorengeht
    Vergleichsversuch ... . . .... . 0 40,7 0
    Polymer Nr. i . . . . . . . . . . . . . o,oi 27,1 33,4
    desgl. ............. 0,05 35,4 13,0
    Polymer Nr. 2............. 0,1 26,7 34,4
    desgl. ............. 0,05 33,0 17,4
    Mischung zu gleichen Teilen
    von Cellulosemethylester .. 0,1 35,7 ?2,3
    Beispiel 6 Die Wirkung der Behandlung eines Waldbodens von guter Struktur mit o, i % Vinylmethyläther-Natriummaleat wurde wie folgt bestimmt: 30 g Bodenkrümel wurden in einen Perkolationsapparat gefüllt, der dem von L e e s und O u a s t e 1 , Biochemical Journal 40 (19q.6), S. 8oa3 bis 815, beschriebenen bis auf einige Abänderungen gleicht, worauf man eine Lösung von M/3o Ammoniumsulfat im Kreislauf durch den Boden führt, so daß dieser feucht bleibt. Von Zeit zu Zeit wird eine Probe der Lösung entfernt und der Nitratgehalt kolorimetris:ch bestimmt. Die Tabelle VI führt die Nitratkonzentration nach verschiexi@nen Zeiträumen an.
  • Beispiel Die Verbesserung der Bodenstruktur, die im Laboratorium festgestellt wurde, wurde durch die Verbesserung der Keimung von Samen und ein gesteigertes Pflanzenwachstum in mit wasserlöslichen Mischpolymeren von Maleinsäurederivaten behandelten Böden bestätigt. i8-cm-Tontöpfe wurden mit Boden gefüllt, der mit verschiedenen polymeren Präparaten behandelt worden war und diese in ein Gewächshaus gestellt. Die
    Tabelle VI
    Nitrifizierung eines Waldbodens von guter Struktur,
    bewirkt durch o,1 °/o Vinylmethyläther-
    Natriummaleat
    Konzentration von NO, in verschiedenen
    Zeitzwischenräumen
    Boden I o Tage I 2 Tage I 5 Tage I 9 Tage I 13 Tage
    Waldboden
    Vergleichsversuch 3 5 8 25 6o
    Waldboden
    behandelt ...... 3 5 8 26 62
    Tabelle VII führt die bei der Keimung erzielten Ergebnisse in Prozenten an und enthält auch Angaben über die Ertragssteigerung und' d.ie Größe des Verbesserungsfaktors, für Rettichsamen in Töpfen, in denen der Boden, wie angegeben, behandelt worden war. Die Ertragssteigerung wird aus der Gesamternte der Töpfe berechnet und so Differenzen bei der Keimung und bei der Rettichgröße ausgeglichen. Der Größenverbesserungsfaktor wird aus dem Durchschnittsgewicht der Rettiche berechnet. Angaben über Karotten, die entsprechend kultiviert werden, enthält die Tabelle VIII.
    Tabelle VII
    Wachstum von Rettichen in Miami-Schlammlehm,
    der verschiedene polymere Präparate enthält
    Polymere Keimung Verbesserung Verbesserung
    Behandlung der der Größe
    % Ausbeute
    Vergleichsversuch .......... 0 71 - -
    Polymer Nr. i ............ o,1 83 2,6 2,2
    desgl. . . . . . . . . . . . . 0,02 88 2,7 --,2
    Polymer Nr. 2 ............ 0,1 88 4,8 3,8
    desgl. ............ 0,02 92 2,2 1,6
    Tabelle VIII
    Wachstum von Karotten in Miami-Schlammlehm,
    der verschiedene polymere Verbindungen enthält
    Polymere Keimung Ertrags- Größenver-
    Behandlung steigerungs- besserungs-
    % faktor faktor
    Vergleichsversuch .......... 0 33 - -
    Polymer Nr. i ............ 0,1 67 8,0 3,9
    desgl. ............ 0,02 21 5,0 7,8
    Polymer Nr. 2 ............ o,1 _ 46 8,1 5,8
    desgl. ............ 0,02 58 6,6 3,7
    Die sichtbare Wirkung der verbesserten Bodenstruktur auf den Prozentsatz der Samenkeimung geht aus den Angaben in der Tabelle VII und VIII hervor. Zusätzliche Beispiele, die diesen. Effekt erläutern, werden in Tabelle EX angeführt.
    Tabelle IX
    Wirkung der Bodenbehandlung auf den Prozentsatz 'der
    Keimung von Karotten und Bohnen in Miami-Schlammlehm
    Polymere Art der Zahl der Keimung
    Behandlung Frucht bepflanzten
    o/o Häufchen °/o
    Vergleichsversuch ....... o Karotten 120 32
    Polymer Nr. i . . . . . . . .. 0,05 - 88 63
    Vergleichsversuch ....... o - Nierenbohnen 6o 25
    Polymer Nr. i ......... 0,i - 6o 48
    desgl. ......... 0,02 - 6o 47
    Beispiel 8 Es wurden Wachstumsversuche unter einheitlichen Bedingungen angestellt und dabei Natriumalginat und Methylcellulose verwendet, die man früher als Polymere zur Verbesserung der Bodenstruktur benutzte. Die folgende Tabelle zeigt die Wirkung der Zusätze auf die Ernte.
    Tabelle X
    Ertrags- Durchschnitts- Gewichts-
    Behandlung Gesamtertrag verbesserungs- gewicht der verbesserungs-
    faktor Rettiche faktor
    g g
    Nichts . ...... .... . .. .... . . 31 - 0,53
    Natriumalginat ............ ig o,6 0,30 o,6
    Methylcellulose ............ 34 1,1 o,6o i,i
    Diese Angaben sowie die der Tabellen VII und: VIII zeigen deutlich, daß die polymeren Maleinsäurederivate eine ganz andere Wirkung auf die Bodenstruktur haben, als sie bei Natriumalginat und Methylcellulose beobachtet wird, die nur eine unbedeutende Verbesserung des Pflanzenwachstums bewirken.
  • Die Anwendung von Mischpolymeren der Maleinsäurederivate in Verbindung mit Pflanzennährstoffen ergibt eine sich gegenseitig steigernde Wirkung. Die Anwesenheit der Mischpolymere im Boden bewirkt, daß die Pflanzen die Nährstoffe im Boden wirksamer ausnutzen. Da man Düngemittel üblicherweise periodisch anwendet, um stets eine Fruchtbarkeit aufrechtzuerhalten, ermöglicht die Anwendung der Mischpolymere der Maleinsäurederivate in Verbindung rnit Düngemitteln eine gleichmäßige Ernte bei weniger häufiger Anwendung oder bei geringeren Gaben. Die Anteile an Maleinsäuremischpolymeren und Düngemitteln in dem kombinierten Behandlungsmittel hängen in großem Umfang von den Erfordernissen der zu erwartenden Ernte ab, sowie von dem Nährstoffgehalt und der Struktur des Bodens vor der Behandlung. Im allgemeinen kann ein zuvor unbehandelter Boden die Zugabe zusätzlicher Nährstoffe und auch die von Maleinsäuremischpolymeren in entsprechenden Mengen. erfordern, z. B. können Gemische, die für verschiedene Zwecke brauchbar sind, 1o bis goo/o mineralische Pflanzennährstoffe und 1o bis goo/o Maleinsäuremischpolymere enthalten. Gemische mit höheren als auch mit niederen ,Anteilen einer jeden Komponente können für spezielle Zwecke angewandt werden, z. B. kann ein. bereits vorher behandelter Boden nur die Verwendung eines Gemisches erfordern, das 1 bis ioo/o Polymere und go bis 99% Nährstoffe enthält, wobei der geringe Prozentsatz an Polymere dazu verwendet wird, die geringen Mengen zu ersetzen, die durch Auslaugen, durch den Angriff der Bodenbakterien und aus ähnlichen Gründen verlorengehen. Gemische mit weniger als ioo/o Nährstoffen finden spezielle Anwendung bei Böden: von ausgesprochen schlechten Strukturen, die bisher nicht oder nur gelegentlich innerhalb eines Zeitraums von mehreren Jahren bebaut wurden und die einen verhältnismäßig großen Nährstoffgehalt aufweisen können. Da die üblichen organischen Düngemittel nur geringen Nährstoffgehalt auf-,veisen und in erster Linie dazu dienen, die Struktur zu verbessern, eine Funktion, die wirksamer von den Maleinsäuremischpolymeren erfüllt werden kann, so ist der Nährstoffe nicht enthaltende Anteil der organischen Düngemittel weniger wichtig; dementsprechend schließt die bevorzugte Praxis nach der Erfindung die Anwendung von mineralischen Düngemitteln von hohem Stickstoff-, Phosphor-und Kaliumgehalt ein sowie von geringen Mengen von Spurenelementen, die für das Pflanzenwachstum erforderlich sind. Derartige Düngemittel bestehen aus den mineralischen Hauptnährstoffen und können 15 bis 5o@ Gewichtsprozent Stickstoff, P2 05 und K2 O enthalten. Für alle Zwecke brauchbare Mischungen sind: 5o, 1Gewichtsteile eines Mononatriumsalzes des Mischpolymers gleicher Teile Vinylacetat und Maleinsäure, 50 Gewichtsteile 4-12-4 mineralische Düngemittel; 3o Gewichtsteile 1/2 Calciumsalz eines Mischpolymers äquimolelkularer Mengen Vinylacetat und Maleinsäure, 7o Gewichtsteile eines 6-1o-4 mineralischen Düngemittels. .
  • Wenn die Metall- oder Ammoniumionen des Polymers an sich Düngewert haben, so brauchen die mineralischen Düng%mittel, die zusammen mit den Polymeren angewandt werden, nicht den Anteil des betreffenden Elements in sonst üblicher Höhe aufzuweisen. Falls erwünscht, kann einer der Nährstoffe, die man gewöhnlich in Mischdüngern antrifft, völlig in Fortfall kommen, wenn ein wesentlicher Anteil des Elements, das in jenem Nährstoff enthalten ist, in den Polymeren zugegen ist. Demgemäß sind folgende Gemische brauchbar: 7o Gewichtsteile des Ammoniumsarlzes eines Mischpolymers aus Methylvinyläther mit Maleinsäure, 1o, Gewichtsteile KallümSülfat, 20 Gewichtsteile Superphosphat; 6o Gewichtsteile des Mono kaliumsalz.es eines Mischpolymers aus gleichen Anteilen Styrol und Maleinsäureanhydrid, 4o Gewichtsteileeines anorgani-schen6-12-2Düngemittels; 4o Gewichtsteile eines Atnmoniumsalzes eines Mischpolymers von Maleinsäure und Isabutylen, 6o Teile eines 2-1q.-4 anorganischen Düngemittels.
  • Obgleich die Anwendung in Kombination mit anorganischen Düngemitteln vorzuziehen ist, so ist auch ,die Anwendung zusammen mit organischen Düngemitteln möglich. Mithin können. die Mischpolymere von Maleinsäurederivaten auf die Böden zusammen mit Abfallschlamm, Harnstoff, Abwasserschlamm, Sojabohnenmehl, Guano, Knochenmehl, tierischen Eingeweiden, getrocknetem Blut und Humus ausgestreut werden.
  • Das folgende Beispiel zeigt die erhöhte Wirksamkeit der Assimilation von Nährstoffen durch Pflanzen, die auf Böden wachsen, die rilit Mischungen anorganischer Düngemittel und! dem Mischpolymer von Vinylacetat-Mononatriummaleat behandelt worden. sind (Polymer Nr. 1). Beispiel g Rettiche wurden in Beete ausgesät, die mit den Düngemitteln, wie 4-12-4 Mineraldünger, Torfmull und Harnstoff, behandelt worden. waren, sowohl mit als auch ohne das Polymer Nr. i. Nach 5o Tagen -wurden die Rettiche geerntet und gewogen. Die Tabelle zeigt die ungewöhnlichen, durch Zusammenwirken herbeigeführten Effekte, die das Polymer und übliche Düngemittel ausüben:
    Tabelle XI
    Wachstum von Rettichen in Böden, die polymere und nährstoffhaltige Düngemittel enthalten
    Gesamtertrag Faktor der Durchschnitts- Faktor der
    Behandlung Ertrags- gewicht der Gewichts-
    9 verbesserung Rettiche verbesserung
    0,02 0/0 4-=2-4 Düngemittel') ..... . ..... .. ig - 0,35 -
    desgl. + 0,o2 0/0 Polymer Nr. i . . . . . . . . . . . 69 3:6 1,18 3,0
    10/a Torfmull ............................. 31 - 0,53 -
    desgl. + 0,o20/0 Polymer Nr. i........... 75 2,4 1,2g 2,4
    0,01% Harnstoff e) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 - o,84 -
    desgl. + 0,o2 0/0 Polymer Nr, i . . .. . . . . . . 118 2,6 i,go 2,3
    1) Entsprechend einer Menge von 245 kg auf 405o qm.
    2) Enthält 37 % Stickstoff. _
    Beispiel 10 Rettiche wurden in Beete gesät, die. Miami-Schlammlehm enthielten, der mit verschiedenen organischen Düngern und Kompostarten in Mengen von jeweils 1% behandelt worden war, sowie mit Polymeren in Mengen von o,o@5 %. Die Tabelle, XII zeigt die Wirkung der Polymere allein und in Zusammenwirkung mit anorganischen Düngemitteln, verglichen mit organischen Düngemitteln und Kompostarten, die ein Mehrfaches an Nährstoffen enthalten.
    Tabelle XII
    Vergleich von Polymeren und Polymeren zuzüglich mineralischen Nährstoffen mit i%igen
    organischen Düngemitteln und Kompostarten in Miami-Schlammlehm, in bezug auf das
    Wachstum von Rettichen
    Faktor der Verbesserung
    Keimung
    Behandlung Durchschnitts- des Ertrags-
    größen- °/o verbesserungl) faktors
    Vergleichsversuch Nr. i . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 0,93 o,84
    Vergleichsversuch Nr. 2 ......... . ........ 9o 1,07 1,16
    -i0/, getrockneter Kuhdung . . . . . . . . . . . . . . 61 2,3 1,6
    1% Abfallschlamm...................... 49 o,64 0,34
    1% Eingeweideabfall.................... 88 1,0 1,0
    10/0 Torf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 1,1 1,0
    i % Kakao-Abfallkompost . . . . . . . . . . . . . . . 83 1,1 1,1
    0,05()/o Polymer Nr. i . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 1,7 1,7
    o,o5 % Polymer Nr. i zuzüglich
    o,o5 0/0 6-1o-4 Düngemittel . . . . . . . . . . . . . . . 82 i,9 1,8
    o,o5 % Polymer Nr. 25 . . . . . . . . . . . . ...... 83 1,7 1,6
    o,o5% Polymer Nr. 25 zuzüglich
    0,051)/, 6-1o-4 Düngemittel . . . . . . . . . . . . . . . 9o 2,6 2,6
    1) Bezogen auf den Durchschnitt der Vergleichsversuche.
    Beispiel ii Karotten wurden in einem Gewächshaus in Miaml-SChliammle@hm aufgezogen, von dem ein Teil mit 0,05% des Polymers Nr. i behandelt wurde. Tabelle XII1 zeigt eine klar erkennbare Wirkung.
    Tabelle XIII
    Wachstum von Karotten in Miami-Schlammlehm, der Polymer Nr. i enthält
    Gesamt- Ertragsver- Durchschnitts- Faktor der
    Behandlung Keimung ertrag besserungs- gewicht der Karotten Gewichts-
    9 faktor g verbesserung
    Vergleichsversuch ............ 72 181 - 3,1 -
    o,o5 % des Polymers . . . . . . . . . . 68 543 3 8,6 2,8
    Beispiel 12 Eine abfallende Hügelseite mit wenig Vegetation und sehr nachteiligen Erosionserscheinungen wurde ausgesucht. Ein Stück am unteren Ende des Abhangs wurde mit Gartengeräten eben gemacht, wobei alle Abflußrinnen aufgefüllt wurden. Polymer Nr. 14 in Form eines trockenen Pulvers wurde über die halbe Fläche verstreut, und zwar in einer Menge von! goog auf 19,3 qm und. in die Oberkrume eingeharkt. Nach einem Monat waren die Abflußrinnen indem unbehandelten Abschnitt erneut eingeschnitten, während kein Anzeichen einer Erosion sich auf der mit dem Polymer Nr. 14 behandelten Hälfte zeigte.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Bodenverbesserungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem wasserlöslichen Mischpolymer eines Maleinsäurederivats mit einem anderen polymerisierbaren, monoolefinischen Polymer besteht. z. Bodenverbesserungsmittel nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, d@aß das Mischpolymer aus einem Salz der Maleinsäure und einem anderen Polymer, wie Vinylacetat, Methylvinylester, Äthylvinyl,est-er und Äthylen, besteht. 3. Bodenverbesserungsmittel nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischpolymer aus Maleinsäureanhydrid und Vinylacetat besteht. 4. Bodenverbesserungsmittel nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischpolymer ein 5ooo übersteigendes Molekulargewicht, insbesondere ein solches von etwa 15 ooo oder darüber aufweist. 5. Bodenverbesserungsmittel nach jedem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es mit: einem Pflanzennährstoff gemischt ist.
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Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE930759C (de) * 1952-02-12 1955-07-25 Monsanto Chemicals Bodenverbesserungsmittel
DE950644C (de) * 1952-02-28 1956-10-11 Monsanto Chemicals Mittel zur Verhuetung der Bodenerosion
DE1013301B (de) * 1953-12-28 1957-08-08 Albert Ag Chem Werke Bodenverbesserung
DE1031324B (de) * 1956-04-28 1958-06-04 Dow Chemical Co Verfahren zur Verbesserung der Kruemelstabilitaet der Oberflaechen landwirtschaftlicher Kulturboeden und zur Verhinderung des Zerfalls der Bodenkruemel sowie zur Beseitigung der Bodenerosion

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