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Fahrzeug, insbesondere Schienenfahrzeug, für den Transport von feinkörnigem
Gut, insbesondere Kohlenstaub Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug, insbesondere
ein Schienenfahrzeug, für den Transport von losem schüttbarem Massengut feiner bis
feinster Körnung, insbesondere Kohlenstaub.
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Sein aus einem System von zwei spiegelbildlich zueinander angeordneten
Förder- bzw. Drehrohren bestehender Transportbehälter ist mit besonderen Beschickungs-
und Entleerungseinrichtungen versehen, die eine Ausnutzung des Behältervolumens
statt wie bisher bei bekannten ähnlichen Fahrzeugen von nur etwa 5o°/o nunmehr bis
zu etwa 95% zulassen. Diese hohe Ausnutzung wird dadurch erreicht, daß der Behälter
aus zwei Hauptteilen besteht, nämlich dem System der spiegelbildlich zueinander
angeordneten beiden Förderrohre mit außenliegenden Abschlußböden und dem mit dem
Fahrzeuggestell fest verbundenen, also nicht drehbaren muffenartigen Ringkörper.
Dieser umschließt die Behältermitte und trägt in seinem Scheitel die Beschickungseinrichtung,
während in seinem untersten Teil :die Entladespitze mit .angeschlossenem pneumatischem
oder mechanischem Förderer angebracht ist. Die mit :der Innenwandung des Förderrohrsystems
fest verbundene, ringförmige Schraubenfläche dient beim Drehen desselben um die
Längsachse dazu, das aufgegebene Gut in bekannter Weise an die außenliegenden Abschlußböden
der Förderrohre zu befördern und anzustauen,
bis der gesamte -nutzbare
- Behälterraum gefüllt ist. Wird das Förderrohrsystem im umgekehrten Sinne gedreht,
so kann d damit das Ladegut nach und nach aus !dem Behälter wieder heraustransportiert
und dieser durch die Entladespitze mit der nachfolgenden pneumatischen oder mechanischen
Fördereinrichtung völlig entleert werden. Dieses Füllen des Behälters von seiner
Mitte aus nach beiden Behälterseiten und das Entleeren von den Behälterenden zur
Mitte hin. halbiert den Förderweg gegenüber einem aus nur einem Förderrohr bestehenden
Behälter und damit auch die Be-und Entladungszeiten. Die radiale Breite der eingebauten
Schraubenflächen bestimmt den erreichbaren Füllungsgrad des Behälters, der umgekehrt
proportional der Dauer der zulässigen Lade- bzw. Entladezeit ist.
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Im Gegensatz zu den bekannten Fahrzeugen, die vorzugsweise für die
Müllabfuhr entwickelt wurden und deren drehbarer Behälterteil nur aus einem Förderrohr
besteht, .eignet sich das erfindungsgemäß vorgeschlagene Fahrzeug insbesondere für
den Transport von fein- bis feinstkörnigen losen schüttbaren Massengütern. Der Schüttkegel
dieser Art von Massengütern ist wesentlich geringer als der des aus Kehricht, trockenen
Haushaltungs- und Straßenabfällen bestehenden Mülls. Darüber hinaus haben sie in
gewissem Maße auch die Eigenschaft des Wassers, das stets in Richtung des ihm zur
Verfügung stehenden größten Gefälles abfließt: Die Schaufelwirkung der sich drehenden
eingebauten Sdiraubenflächen sorgt auf kurzen Abständen an der inneren Behälterwand
für das für das Fließen in der Richtung .der Behälterachse notwendigie :Gefälle.
Das Abrieseln des jeweiligen Behälterinhalts beim Be- und Entladen geht stets nur
an seiner Oberfläche, wie beim Bilden eines Schü.ttkegels, vor sich. Da beim Drehen
des Behälters um seine Längsachse außerdem das Ladegut von der nach oben gehenden
Behälterinnenwand, angehoben wird und quer zur Drehachse eine zweite Komponente
des Schüttwinkels des in Bewegung geratenen Ladegutes hervorgerufen wird, bildet
sich als Resultierende ein Gefälle für das rieselnde Ladegut aus, das dieses unter
dem lichten Scheitelpunkt der davor liegenden Schraubenwindung hindurchtreten läßt.
Dabei ist als Scheitelpunkt die Stelle der inneren Gewindekante anzusehen, die den
größten senkrechten Abstand zu der darunterliegenden rieselnden Fläche des Ladegutes
besitzt. Mit fortschreitender Füllung wird dieser Abstand immer kleiner, bis er
den Wert Null eareicht und :damit jede weitere Auf lademöglichkait ausschließt.
Der nicht ausgenutzte Behälterraum bestimmt sich dann nach der Fläche des Kreisabschnittes,
dessen Höhe der radialen Breite der Schraubenfläche entspricht.
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Der für das erfindungsgemäße Fahrzeug vorgeschlagene Einfüllstutzen
oberhalb des Scheitels des drehbaren Behälters schafft erst :die Voraussetzung für
sämtliche Fließvorgänge beim Beladen. Ebenso ist für das Entladen, d. h. für den
umgekehrten Fließvorgang, die Anordnung des Entleerungstrichters unterhalb des Behältertiefes
erforderlich. Die bekannten Müllfahrzeuge mit drehbar gelagerten Behältern entsprechen
aber nicht diesen Voraussetzungen hinsichtlich der hohen Lage des Füllstutzens,
im allgemeinen auch nicht der geforderten Lage der Entleerungsöffnungen,und der
Ausbildung der fest eingebauten inneren Schraubenfläche. Soweit diese bei ihnen
als Querwand bis zur Behälterachse, d. h. also ohne freien Kerndurchgang der Schraubenfläche
ausgebildet sind, können sie nur einen Füllungsgrad von etwa 5o% erreichen. Ist
,der drehbare Müllbehälter mit einer Schraubenfläche ähnlich den bekannten Förderrohren
ausgebildet, so könnte wohl damit die erfindungsgemäße hohe Ausnutzung des Behälterraumes
erreicht werden, wenn die Oberkante der Einschüttöffnung nicht, wie :es bei ihm
naturgemäß ist, sich nur im unteren Teil der Behälterstirnwand befände. Auch mit
vor der Durchschüttöffnung vorbeistreichenden Schaufeln, die außerdem um einen konischen
Einschütttrichter kreisen, kann das Ladegut nicht in dem Maße angehoben werden,
als es ein freies Einströmen bis zur Scheitelhöhe des Behälters erfordert. Darüber
hinaus läßt die Anordnung mit Schaufeln und konischem Einfülltrichter auch keine
ringförmige Schraubenfläche mit freiem Kerndurchgang im Innern des Behälters zu,
so daß .auch hier der Füllungsgrad wie im geschilderten ersten Fall kaum über 50
0/0 ansteigen kann.
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Die erfindungsgemäße Formgebung des Behälters schließt das Zusammenstauchen
des locker eingebrachten Gutes während der Fahrt in starkem Maße aus. Die während
der Fahrt noch eintretende Verdichtung des Ladegutes wird beim Entladen durch die
Schaufelwirkung der eingebauten Schraubenflächen beseitigt und der ursprünglich
lockere Zustand wieder hergestellt. Neben diesem Vorteil tritt außerdem beim Beladen
keine Entmischung des feinkörnigen Gutes ein, wie dies sonst bei Schüttkegeln in
senkrecht stehenden zylindrischen Behältern immer beobachtet werden kann.
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Das Fahrzeug mit dem Transportbehälter aus einem System von zwei spiegelbildlich
zueinander angeordneten Förderrohren kann wie folgt ausgeführt werden: Die beiden
nach außen gerichteten Förderrohrenden sind durch einfache, mit ihnen fest verbundene
Böden abgeschlossen. In der Mitte des Behälters sind die beiden Förderrohre mit
Stegen so miteinander verbunden, daß zwischen diesen Öffnungen verbleiben, die sowohl
dem Be- als auch dem Entladen dienen. Über den ganzen Umfang werden diese Öffnungen
von einem mit dem Fahrgestell fest verbundenen, im allgemeinen muffenför migen Ringkörper
umschlungen, der oben den Füllstutzen, unten :die verschließbare Entladespitze und
seitlich die sonstigen für den Betrieb benötigten Armaturen trägt. Außerdem besitzt
dieser Ringkörper nach jeder Seite eine elastische Labyrinth- oder ähnlich geeignete
Abdichtung, um Ladegutverlus.te zu vermeiden.
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Auf diese Weise kann die Erfindung entsprechend den Abb. r und a ausgeführt
werden:
Die Abb. igitt die Längsansicht des Fahrzeuges wieder, wobei
auf der linken Seite der Förderrohrbehälter im Schnitt dargestellt ist. Die Abb.2
ist ein Aufriß des Fahrzeuges von der Stirnfläche aus gesehen.
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Auf dem Fahrzeuggestell i ist der Transportbehälter 2 auf zwei Rollenwellen
3 drehbar gelagert. Als Sicherung gegen Verschieben des Transportbehälters in der
Fahrtrichtung ist im Ausführungsbeispiel vorgesehen, daß die Rollen 4 den Behälter
in seinen U-förmigen Laufringen 5 tragen. Der aus zwei spiegelbildlich zueinander
angeordneten Förderrohren 6 bestehende eigentliche Transportbehälter wird an seinen
äußeren Enden durch Böden 7 verschlossen. Die beiden Förderrohre sind durch Stege
B. miteinander fest verbunden. Durch die zwischen den Stegen verbleibenden Öffnungen
9 wird der Behälter sowohl gefüllt als auch entladen. Die Förderrohre erhalten fest
eingebaute ein- oder mehrgängige Schraubenflächen io, die zur Behältermitte hin
gegenläufig sind. Die auf dem ganzen Umfang des Förderrohrsystems in dessen Mitte
verteilten Öffnungen werden von einem muffenähnlichen Ringkörper i i, der mit dem
Fahrgestell fest verbunden ist, umschlungen. Dieser trägt oben mittig einen verschließbaren
Füllstutzen 12, seitlich hie für die Be- und Entlüftung benötigten Armaturen 13
und läuft unten in eine Entladespitze 14 aus, die wiederum in einen doppelläufigen
pneumatischen Injektor 15 mündet. Die seitliche Abdichtung des auf dem Fahrgestell
fest ruhenden Ringkörpers zu dem Förderrohrsystem hin ist in dem Ausführungsbeispiel
mit Labyrinthdichtungen 16 wiedergegeben.
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Wie bereits oben ausgeführt, muß beim Beladen der Förderrohrbehälter
;in der einen und beim Entladen in der entgegengesetzten Richtung gedreht werden.
Hierfür ist auf eine der Rollenwellen ein Schneckenradgetriebe 17 aufgesetzt, dessen
Schneckenwelle 18 unter dem Förderrohrbehälter bis auf die gegenüberliegende Fahrzeugseite
durchgeführt ist. Diese trägt auf beiden Seiten Kupplungshälften zum Anschluß der
bei den Lade- und Entladestellen stationär befindlichen Antriebsmotoren, gegebenenfalls
für deren bewegliche Wellen. Als Antriebsmotoren werden zweckmäßigerweise solche
für Rechts- und Linkslauf vorgesehen. Die für die Be- und Entladung erforderliche
Drehrichtung des Behälters kann durch Richtungspfeile auf diesem kenntlich gemacht
werden.