DE924535C - Verfahren zur Herstellung von Mischpolyamiden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Mischpolyamiden

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DE924535C
DE924535C DEK7156D DEK0007156D DE924535C DE 924535 C DE924535 C DE 924535C DE K7156 D DEK7156 D DE K7156D DE K0007156 D DEK0007156 D DE K0007156D DE 924535 C DE924535 C DE 924535C
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acid
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alkyl
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polyamides
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Paul Dr Rer Nat Schlack
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Bobingen AG fur Textil-Faser
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G73/00Macromolecular compounds obtained by reactions forming a linkage containing nitrogen with or without oxygen or carbon in the main chain of the macromolecule, not provided for in groups C08G12/00 - C08G71/00

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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Polyamides (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Mischpolyamiden Mischpolyamide, die Reste von Aminocarbonsäuren enthalten, sind schon auf zahlreichen Wegen erhalten worden, z. B. durch Zusammenkondensieren von Salzen, von Diaminen und Dicarbonsäuren mit Aminocarbonsäuren oder deren Lactamen, durch Erhitzen von Dicarbonsäuren, erhalten durch Kondensation von Aminocarbonsäuren mit nveiwertigen Säuren oder deren funktionellen Derivaten, mit Diaminen, durch Umsetzen von Dilactatuen, die aus 2 Mol eines Lactams und z Mol eines zweiwertigen Acylierungsmittels erhalten werden, mit Diaminen.
  • Ein in mancher Hinsicht besonders vorteilhaftes Verfahren zur Gewinnung von Mischpodyamid'en, die Reste von Aminocarbonsäuren enthalten, besteht erfindungsgemäß darin, daß man Harnstoffver#b ndungen der allgemeinen Formel in welcher X für Wasserstoff, Alkyl oder Aryl, Y für Sauerstoff oder Schwefel stehen, R und R' aliphatische, gegebenenfalls durch unter den Reaktionsbedingungen indifferente Reste substituierte oder durch Heteroatome oder -gruppen durchbrochene Ketten mit mindestens 5 Kohlenstoffatomen, R" einen zweiwertigen, indifferenten, .organischen Rest mit mindestens.2 kettenbildenden Kohlenstoffatomen, R"' und R"" Wasserstoff, Alkyl oder indifferent substituiertes Alkyl oder auch zusammen einen Äthylenrest bedeuten, in der Hitze umsetzt mit ungefähr äquivalenten Mengen einer Dicarbonsäure oder eines funktionellen Derivates einer solchen, z. B. eines Esters oder Anhydrids, und hierbei die Umsetzunigsteilnehmer so auswählt, daß mindestens die Hälfte der endständigen funktionellen Gruppen aus freien Carboxylgruppen besteht. Hierbei kann auch der Rest R" ein- oder mehrfach durch Hetero-ato,me oder -atomgruppen unterbrochen oder duroh unter den Reaktionsbedingungen indifferente Reste, insbesondere Alkylgruppen, substituiert sein.
  • Die für das Verfahren der Erfindung benötigten Harnstoffverbindungen sind aus den Aminocarbonsäuren oder ihren Denivaten, z. B. Estern,. durch Umsetzung mit Diisocyanaten oder Disenfölen oder ähnlich reagierenden Stoffen, wie Bis-carbamidsäurechloride, Diurathanen, z. B. Hexamethylenbis-carbamidsäurephenylester, oder mitDiisoryanate liefernden Stoffen, wie Diaziden oder N - W-Dihalogen-dicarbonsäure-diamiden, erforderlichenfalls in Gegenwart von Alkali, leicht zugänglich. Ihre Gewinnung kann vorteilhaft mit der Aufarbeitung von Lösungen oder Mutterlaugen roher Aminocarbonsäuren verbunden werden, die sich sonst nur unter Verlusten auf reine Aminocarbonsäuren verarbeiten lassen. Bei Umsetzung mit Diisocyanaten oder Disenfölen genügt es gewöhnlich, die wüßrige Lösung de? Alkalisalze der Aminocarbonsänxren mit flüssigen oder gelösten Diisocyanaten zu verrühren oder zu schütteln, um eine fast quantitative Ausbeute an, Harns.toffverbindungen zu erzielen. Es kann auch im Falle der Isocyanate bei genügender Kühlung in alkoholischer oder wäßrig-alkoholischer Lösung gearbeitet werden. Zweckmäßig werden die Lösungen der Aminocarbonsäuren vor dem Zusatz des Alkalis noch mit einem Entfärbungsmittel behandelt.
  • Für das. Verfahren geeignete Harnstoffverbindungen, deren Herstellung sich aus dem Obengesagten ohne weiteres ergibt, sind beispielsweise die folgenden: Neben diesen einfachen und einheitlichen Versbindungen kommen auch komplizierter gebaute, aber dennoch leicht zugängliche Stoffe in Frage, die man in gleichartiger Weise erhält, wenn entweder die Diisocyanate oder die Aminocarbonsäuren bereits Amidgruppen im Molekül enthalten. Die Verbindungen können einheitlich gebaut sein oder aus einem polymorhomologen Gemisch bestehen. Besonders leicht gewinnt man Verbindungen der allgemeinen Formel: HOOC-R,-NH-CO-NH-RZNH-CO [0-R3-OCONH-R,-NH-CO]x NH-R,-COOH, indem man nur auf Glykole bei mäßiger Temperatur einen Überschufa eines Diisocyanates, z. B. ß-Methylhexamethylendiisocyanat, einwirken läßt und das gebildete Gemisch der polymerhomologen Polyurethane mit Di;isocyanatendgruppen, aus dem man gew-ünschtenfalls das noch vorhandene monomere Diisocyanat durch geignete Lösungsmittel abgetrennt hat, gegebenenfalls in einem organischen Löser -gelöst, mit Lösungen der Aminocarbonsäuren oder Aminocarbonsäureverbindungen umsetzt. Zur Umsetzung mit den Harnstoff- bzw. Thioharnstoffdicarbonsäureverbindungen der obenerwähnten allgemeinen Formal frommen beliebige, für die Polyamidkondensation an sich geeignete Dicarbonsäuren oder Dicarbonsäurederivate in Betracht, z. B. Dicarbonsäuren, wie Adipinsäu)re, ß-Methyladipinsäure, Pimelinsäure, coai -Dithioazelainsäure,bebacinsäure, p-Phenylen-di-ß-propionsäure, s-Oxynonan-a)rti -dicarbonsäure, y-y'-Sulfondibuttersäure, Dibutyl-äther-o-)co'-dicarbonsäure, ß- y-D ihydroinucons äure, Oxyalyl-bi s-E-aminocapronsäure, Terephthaloy l-bis-@-aminoänanthsäure, Dicarbonsäureester und Analoge, wie Oxalsäurediisopropylester, Oxalsäurediphenyfester, Hexamethylen-b@is-oxamidsäuremethylester, Sebacinsäuremonomethylester, Sebacinsäurediphenylester, monomeres oder polymeres Adipinsäureanhydrid, polymeres Sebacinsäurearihydrid, Dithioterephthalsäure-S-S'-dimethylester dar Formel Kohlensäurediphenyl:ester, Hexam-ethylen-bis-carbamidsäurephenylester, f-Methyl-hexamethylen-bismonothiocarbamidsäure-S-methylester, durch Kondensation von 2 Mol eines Lactams mit i Mol eines D@icarbonsäurechlorids erhaltene Dilactame, wie Terephthalyl-N-N'-bis-a-pyrrol;idon und Sebacinylbis-e-caprolactam.
  • An Stelle der einheitlichen Dicarbonsäuren oder neben solchen sind beim Verfahren: der Erfindung auch polymerhomologe Gemische von Dicarbonsäuren linearpolymeren Aufbaus mit Vorteil verwendbar, z. B. das Polyamid aus überschüssiger ß-Methyladipinsäure und Hexamethylendiamin und das Polyamid aus überschüssigem Oxalsäurediäthylester und Tetramethylenglykol-bis-y-aminopropyläther.
  • Von den obenerwähnten Säureverbindungen sind besonders die Oxalsäureester und die Oxamidgruppen enthaltenden Stoffe wichtig, da sich mit ihrer Hilfe verhältnismäßig steife und hydrophobe Mischpolyamide erhalten lassen., deren Gewinnung auf dem üblichen Wege infolge der Zersetzlichkeit der Oxalsäure auf Schwierigkeiten stößt. Da das Verfahren ziemlich niedrige Kondensationstemperaturen anzuwenden gestattet, sind Zersetzungen der thermisch empfindlichen Oxamidgruppen leicht zu vermeiden, wenigstens wenn die Polyamide nicht oberhalb etwa 22o und 23:o° schmelzen..
  • Neben den erfindungsgemäß anzuwendenden Ausgangsstoffen können auch noch beliebige andere monomere, für sich allein schon zur Polyamidbildung befähigte Stoffe im Reaktionsgemisch zugegen sein, z. B. Aminocarbonsäuren und deren Ester, Lactame, Salze von Diaminen und Dicarbonsäuren. Auch lineare, mehr oder weniger hochpolyinere Kondensate oder Polymerisate mit Amidgruppen in der Kette können von vornherein zugesetzt sein.
  • Durch derartige Zusatzstoffe, die mengenmäßig sogar überwiegen können, lassen sich Zusammensetzung und Eigenschaften der Endstoffe, z. B. hinsichtlich Löslichkeit und thermoplastischem Verhalten, in weiten Grenzen abwandeln. Gibt man bei der Polykondensation von vornherein hochpolymere Stoffe zu, so erhält man mit steigendem MoleikulaT-P g Wicht in zunehmendem Maße Endprodukte, die mehr den Charakter von Pclyamidmischungen (weniger den von Mischpolyamiden) besitzen, und zwar um so ausgeprägter, je kürzer die Reaktionszeit ist und je weniger Wasser entwickelt wird. Die Umsetzung erfolgt bei polyamidbildenden Temperaturen, d. h. Temperaturen zwischen ertwa i5o und 27o° bei gewöhnlichem, erhöhtem oder gegebenenfalls auch vermindertem Druck und zweckmäßig auch unter Ausschluß von Luftsauerstoff. Da bei der Reaktion Kohlendioxyd entwickelt wird, ist dieZufuhr eines besonderenSchutzgases meistnicht erforderlich, namentlich wenn kein Schwefelwasserstoff gebildet wird. Die Umsetzungen können durch Zugabe starleer Säuzem oder solche bildender Stoffe beschleunigt werden, z. B. durch Phosphorsäure, y-Clilorbuttersäwre, E-Caprolactamhydrochlorid, e-Aminocapron.säurehydrochlorid, Zinkchlorid.
  • Die Reaktionsteilnehmer können vor dem Aufschmelzen gemischt sein. Bei sehr großen Unterschieden in den Schmelzpunkten der Komponenten kann es aber vorteilhaft sein, die niedrig und unzersetzt schmelzenden Anteile als Schmelze vorzulegen und die Ergänzungskomponenten allmählich unter Rühren bei Reaktionstemperatur einzuarbeiten. Wenn auch an sich unter Zusatz von Wasser gearbeitet werden kann, so liegt die besondere Bedeutung des Verfahrens doch darin, daß die Wasserbildung auf ein verhältnismäßig geringes Maß reduziert oder .:ganz ausgeschaltet werden kann. Man wird deshalb erforderlichenfalls zweckmäßig andere Lös.ungs- oder Weichmachungsmittel außer Wasser heranziehen, wenn Schmelzpunkt oder Viskosität der Reaktionsmasse herabgesetzt werden sollen. In Betracht kommen z. B. thermisch beständige Stoffe, wie m-Kresol, tert.-B.utylphenol, p-Isododecylphenol, o-Oxydiphenyl, N-Methyl-a-Pyrrolidon, Cyanpiperidin. Der Zusatz solcher Stoffe schon zum Kondensationsgemisch ist in vielen Fällen auch für die spätere Verformung und namentlich die Orientierung der Gebilde durch Reckung von Wichtigkeit. In besonderem Maße gilt dies für Polyamide, deren Amidgruppen zu einem wesentlichen Teil aus Oxamidgruppen bestehen. Hier haben sich Glykole, wie Hexamethylenglykol, besonders gut bewährt. Bei sehr hochschmelzenden Polyamiden sind, wenn wasserlösliche, nachträglich leicht auswaschbare Weichmacher hinzugefügt werden sollen, vor allem Verbindungen mit zwei Lactamgruppen im Molekül vorteilhaft, z. B. N - N'-Hexamethylen-bis-butyrolactam. Hochsiedende Lösungsmittel sind besonders dann angebracht, wenn im Reaktionsgemisch Substanzen mit Schmelzpunkten oberhalb etwa i8obis igo° enthalten sind und ohne Überdruck gearbeitet wird.
  • Technologisch bietet das Verfahren eine Reihe von Vorteilen. Zunächst ist die sonst übliche Verwendung von Autokloven bei der Kondensation in den meisten Fällen nicht erforderlich, weil die Re aktionste;ilnehmer gewöhnlich schon bei verhältnismäßig niedriger Temperatur, unter Umständen vor beginnender Umsetzung, zusammenschmelzen und weil, was besonders bemerkenswert ist, ein Verlust an Diamin durch Abdestillieren bei geeigneter Temperaturführung kaum zu befürchten ist, so daß gegebenenfalls von vornherein unter verminderten Druck gearbeitet werden kann. Die Verhinderung des Abdestillierens von Amin infolge des sauren Charakters der Kondensationsschmelze kommt auch dann noch zur Geltung, wenn Salze von Diaminen und Dicarbonsäuren in größerer Menge im Ausgangsgemisch enthalten sind.
  • Das leichte Zusammenschmelzen und dieMöglichkeit eines sicheren Arbeitens ohne Überdruck in der Mehrzahl der Fälle macht das Verfahren besonders für die kontinuierliche Durchführung geeignet. Man kann z. B. das homogenisierte Gemisch der Ausgangsstoffe, das wegen seiner Beständigkeit beliebig lange gelagert werden kann, oder, soweit möglich, die unterhalb des Zersetzungsproduktes bereitete Schmelze auf erhitzte :große Oberflächen., z. B. beheizte Walzen oder Trichter, aufgeben und die beim Überfließen über diese Heizflächen gebildete Polyamidschmeiize erforderlichenfalls zum Nachkondensieren noch durch einen Durchflußerhitzer leiten, der im einfachsten Falle aus einem mit Heizmantel versehenen Rohr oder Rohrbündel bestehen kann. Unmittelbar im Anschluß an diesen kann die Schmelze in üblicher Weise auf z. B. Fasern, Borsten oder Folien verformt werden. Um Störungen durch Blasenbildung mit Sicherheit zu vermeiden, kann in den Weg der Schmelze in bekannter Weise ein Unterdruckkessel eingeschaltet sein, in dem eingeschlossene oder nachgebildete Gase oder flüchtige Monomere entfernt werden.
  • Da die Umsetzung der Harnstoffdicarbonsäuren der oben gegebenen allgemeinen Formel mit Dicarbonsäuren nur mit verhältnismäßig geringer Wasserdampfentwicklung beim Ersatz der Dicarbonsäure durch Ester oder andere funktionelle Derivate überhaupt ohne Wasserbildung verläuft, so ist das Verfahren besonders wertvoll für solche Polyamidkondensationen, bei denen empfindliche, hydrolytisch spaltbare Reaktionsteilnehmer zugegen sind, z. B. Stoffe mit in die Kette eingebauten Amid-, Urethan- oder Estergruppen, insbesondere linearpolymere Dicarbonsäuren mit einer Vielzahl von Amidgruppen in der Kette. Noch günstiger liegen die Verhältnisse bei den entsprechenden Thioharnstoffverbindungen, da sich hier das entstehende Wasser zum größten: Teil oder vollständig mit dem primär entstehenden Kohlenoxysulfid zu Kohlendioxyd und Schwefelwassarsto@ff umsetzt.
  • Bei der kontinuierlichen Durchführung des Verfahrens ist ein Verlust an Diaminen durch Verflüchtigung um so weniger zu befürchten, als hier etwa sich entwickelnde Amindämpfe bei geeigneter Anordnung der Apparatur von den nachgeförderten sauren Ausgangsstoffen wieder völlig gebunden werden. Damit es im Falle der Abspaltung von Wasser nicht zur Bildung einer Lösung kommt, kann man das zur Reaktionszone geförderte Ausgangsgemisch an der Stelle, wo es mit den Dämpfen in Berührung kommt, auf geeignete Temperaturen, z. B. zwischen iro und i 4o°, vorwärmen. Das Stoffgemisch kann sich hierbei im festem oder in geschmolzenem Zustand befinden.
  • Die nach dem neuen Verfahren hergestellten Polyamidverbindungen kommen wegen ihrer weitgehenden Abwandlungsfähigkeit für alle für Polyamide . bekannten Ver-,vendungsgebiete in Frage, z. B. für die Herstellung von Fasern, Borsten, Folien und dreidimensionalen Spritzgußformlingen. Viele lassen sich auch wegen ihrer Löslichkeit in Alkoholen, insbesondere wasserhaltigen Alkoholen, aus Lösungen verarbeiten. Beispiel i Man löst i Mol a-Aminocapronsäure in der berechneten Menge 2 n-Natronlauge und gibt unter heftigem Rühren bei o° 1/2 Mol Hexamethylendiisocyanat zu. Nach im ganzen vierstündigem Rühren wird mit Wasser verdünnt, um das teilweise ausgeschiedene Natriumsalz der Harnstoffverbindung wieder in Lösung zu bringen, und mit Salzsäure angesäuert. Die in vorzüglicher Ausbeute erhaltene Säure der Formel HOOC-(CH,),-NH-CO-NH-(CH2)s-NH-CO-NH-(CH2)5-COOH schmilzt, aus der 4@/2fachen Menge Eisessig umkristallisiert, bei 184 bis 185°.
  • Je 1/1oMolAdipinsäure und IHexamethylendiharnstoff-co - cö -di-e-capronsäure werden bei Atmosphärendruck im Stickstoffstrom innerhalb von 8o Minuten von igo auf 25o° erhitzt. Hierbei werden Wasser und Kohlendioxyd abgespalten, ohne daß sich Amin verflüchtigt. Nach weiterem zweistündigem Erhitzen auf 25o° ist die Kondensation beendigt. Das Mischpolyamid ist löslich in warmem 85°/o-igem Methanol und schmilzt bei 178o.
  • Beispiel e Man verfährt, wie in Beispiel i beschrieben, und ersetzt die a-Aminocapronsäure durch 7-Aminoheptansäure. Hexamethylendiharnstoff-w ' ai -dn-7-aminoheptansäure kristallisiert in kleinen Schuppen vom Fp. igo°. Das in diesem Falle entstehende Mischpolyamid ist ebenfalls in heißem 85°/mi-gem Methanol löslich und schmilzt bei 172 bis 174°. Die Schmelze ist zu guten reckbaren Fäden verspinnbar. Beispiel 3 Zu einer ?,n-Lösung von e-aminocapronsaurem Natrium (2 Mol) in Methanol gibt man allmählich bei Raumtemperatur unter Rühren die berechnete Menge (i Mol) Hexamethylendisenföl zu. Die Thioharnstoffverbindung fällt sofort als Natriumsalz aus. Nach Verschwinden des Senföls verdünnt man mit warmem Wasser, filtriert und scheidet die Hexamethylen-bis-thioharnstoff-co - ui -di-a-aminocapronsäure ,ab. Die Dicarbonsäure kristallisiert in unregelmäßigen Blättchen von Fp. 149 bis i5o°. Die aus Eisessig umkristallisierte Säure wird, wie in Beispiel 1 angegeben, mit der äquivalenten Menge Adipinsäure bei i8o bis 25o° kondensiert. Das entstehende Polyamid läßt sich wie das dort erhaltene aus der Schmelze zu reckbaren Fäden verspinnen. Schmelzpunkt und Löslichkeitseigenschaften stimmen überein.
  • Beispiel q.
  • Ein Teil durch Umsetzen von i,oi Oxalsäurediäthylester und i Mol Tetramethylenglykol-bis-yaminopropyläther unterhalb des Schmelzpunktes kondensiertes Polyoxamid wird als Pulver vermischt mit einem Teil eines Gemisches aus i Mol Hexamethylendiharnstoff -ar - o)" -di-s-capronsäure und i Mol Oxalsäurediäthylester. Man erhitzt die Mischung unter Zusatz von ioo/o Isododecylphenol allmählich auf 185° und hält die Schmelze 8 Stunden auf dieser Temperatur.
  • Beispiel Eine Mischung aus genau äquivalenten Mengen Hexamethylendiharnstoff-co - co" -di-a-capronsäure und polymeren Adipinsäureanhydrid wird kontinuierlich in ein mit Heizmittel versehenes, im oberen Teil trichterförmig erweitertes., senkrechtes Rohr eingefördert.
  • Die Temperatur beträgt in der Aufschmelzzone 22o°, im unteren zylindrischenTeil desRohres 25o°. Die Polykondensation verläuft sehr schnell unter Abspaltung von Kohlendioxyd. Die nach einstündigem Durchgang in Bandform abgezogene Schmelze wird in einer Schlagkreuzmühle zerkleinert. Das erhaltene Polyamid eignet sich z. B. zur Herstellung von Folien aus Lösungen in wäßrigem Methanol.
  • Beispiel 6 Hexamethylendiharnstoff-co - cv'-di-e-capronsäuremethylester, hergestellt durch Zusammenbringen von 2 Mol a-Aminocapronsäuremethylester und i Mol Hexamethylendiisocyanat in Methanol unter Kühlung (aus Methanol Blättchen von Fp. 172 bis i73°) wird mit der äquivalenten Menge Adipinsäure bei 17o° zusammengeschmolzen und im Verlaufe r Stunde allmählich auf 25o° erhitzt. Die Hauptreaktion ist schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit abgelaufen. Zur Vervollständigung des Umsatzes wird noch 5 Stunden auf 25o° erhitzt. Die nunmehr blasenfreie, zähe Schmelze ist zu reckbaren, festen Fäden verspinnbar. Das opake Polyamid schmilzt bei 172 bis 175°. In kochendem 85o/oigem Methanol ist es leicht löslich.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Mischpolyamiden, die Reste von Aminocarbonsäure enthalten., dadurch gekennzeichnet, daß man Harnstoffverbindungen der allgemeinen Formel in welcher H für Wasserstoff, Alkyl oder Aryl, Y für Sauerstoff oder Schwefel stehen, Rund R' aliphatische Ketten mit mindestens 5 kettenbildenden Atomen, R" einen zweiwertigen; indifferenten organischen Rest mit mindestens 2 kettenbildenden Kohlenstoffatomen, R"' und R"" Wasserstoff, Alkyl oder indifferent substituiertes Alkyl oder auch zusammen einen Äthylenrest bedeuten, gegebenenfalls in Gegenwart anderer für sich polyamidbildender Stoffe in der Hitze umsetzt mit ungefähr äquivalenten Mengen einer Dicarbonsäure oder eines funktionellen Derivates einer solchen und hierbei die Umsetzungsteilnehmer so auswählt, daß mindestens die Hälfte dar endständigen funktionellen Gruppen aus freien Carboxylgruppen besteht.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Polykondensation im kontinuierlichen Fluß erfolgt, zweckmäßig in Stufen ansteigender Temperatur, wobei die abgehenden Dämpfe mit den zugeführten Ausgangsmaterialien in Berührung gebracht werden.
  3. 3. Verfahren gemäß Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Reaktionsgemisch neben den Harnstoff- bzw. Thioharnstoffverbindungen noch Stoffe mit hydrolytisch spaltbaren Gruppen enthält, insbesondere lineare Polyamide.
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