DE92162C - - Google Patents

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DE92162C
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    • A61G7/10Devices for lifting patients or disabled persons, e.g. special adaptations of hoists thereto
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    • A61G7/1055Suspended platforms, frames or sheets for patient in lying position
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
JOSEF HERRMANN in MÜNCHEN. Fahrbarer Krankenheber.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. April 1896 ab.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Vorrichtung zum Heben von Kranken und hat den Zweck, den Kranken, welcher sein Bett von selbst nicht verlassen kann, so weit vom Lager aufzuheben, dafs dasselbe unter ihm in Ordnung gebracht werden kann, oder dafs der Kranke lesen, essen u. s. w. kann. Der Kranke kann nach Bedürfnifs in jeder beliebigen Stellung von der Vorrichtung gehalten werden, und da der Krankenheber fahrbar eingerichtet ist, so kann man vom Bett des Kranken mit demselben unmittelbar bis an den Operationstisch, in das Badezimmer etc. fahren, wobei die Höhe der Vorrichtung den Thürhöhen entsprechend verstellt werden kann.
Auf beiliegender Zeichnung ist die Vorrichtung in Fig. ι in einer Seitenansicht und in Fig. 2 in einer Vorderansicht dargestellt. Die Fig. 3 und 4 zeigen in Vorder- und Seitehansicht eine Zange zum Heben des Kranken in der Sitzstellung.
Wie die in der Zeichnung dargestellte Ausführungsform zeigt, besteht der Krankenheber aus zwei Ständern a. Dieselben besitzen je einen geeigneten Mechanismus, welcher ein Verstellen der Ständer der Höhe nach bewirkt. In der Zeichnung sind die Ständer zweitheilig gemacht und die Theile durch zwei rechts- und linksgängige Schrauben a1 verbunden, welche je durch ein Schneckenradgetriebe ν mittelst abnehmbarer Handkurbel verstellt werden. Zur guten und ruhigen Führung beim Verstellen besitzen die Ständer geeignete Führungen n>, welche in geeigneten Abständen Löcher besitzen, durch welche Einsteckstifte geschoben werden können, so dafs nicht nur die Schrauben, sondern auch die Führungen den oberen Theil tragen und das Ganze sehr standfest ist. Oben sind die Ständer α durch die beiden Rohre b und b1 verbunden, die an einem Ende mit geeignetem Gewinde versehen sind, so dafs mittelst der Handra'dchen c c1 die Entfernung der beiden Ständer jeder Bettlänge angepafst werden kann. Die Ständer, welche auf beweglichen Rollen t stehen, werden unten noch durch eine oder zwei leicht auswechselbare Stangen b'2 verstrebt, so dafs dadurch ein standfester fahrbarer Rahmen entsteht, der zum Fortschaffen leicht aus einander genommen werden kann. Das Rohr b trägt, durch einen Längskeil e in entsprechenden Nuthen geführt, drei, vier oder mehr verschiebbare excentrische Scheiben f und neben denselben je eine excentrisch gelagerte Scheibe g. Die Scheibe g und die Welle b1 sind durch Drahtseil- oder dergl. Ringe h mit einander verbunden, so dafs bei Belastung der Welle b der Druck durch die Seile auch auf die Welle b1 übertragen wird, wodurch ein Durchbiegen oder Zittern (Vibriren) von b vermieden und doch eine möglichst leichte Anordnung erreicht wird. Um die Excenter sind Seilringe / gelegt,' an. denen die Zangen k hängen, welche durch ein'.oben an ihnen angebrachtes Spannschlofs / der Länge nach verstellt werden können. Die Zangen k sind aus federnden Bügeln hergestellt, welche weit genug sind, um eine beleibtere Person zu umspannen und sind
unten an der Stelle, auf welcher der Kranke ruht, mit Gummi oder Leder etc. gepolstert. In dem einen Ständer a, welcher zweckmäfsig, wie gezeichnet, aus Winkeleisen besteht, ist das Triebwerk für die Excenter/ angebracht. Derselbe besteht aus einem Ketten- oder Seiltrieb mm1, welcher durch die mittelst Handrades η bewegten Zahnräder ο bethätigt wird. Durch die auf der unteren Antriebswelle aufgesetzte Scheibe ρ mit Schlitzen p1, in welche der durch die Schraubenfeder r bethätigte Stift s eingreift, wird der Hub der Excenter in der höchsten und tiefsten Lage festgestellt. An Stelle dieser Scheibe ρ kann auch ein Sperrrad mit Klinke oder sonst eine geeignete Vorrichtung treten.
Die Vorrichtung wird wie folgt angewendet:
Nachdem der Krankenheber an das Bett herangefahren ist, wird er mittelst der verschiedenen Schrauben dem Bett entsprechend eingestellt, wie Fig. ι zeigt. Darauf wird das Gesperre ausgelöst und die Excenter mit den Zangen in die tiefste Lage eingestellt, bis die Sperrvorrichtung wieder einschnappt. Nachdem die Scheiben auf der Welle b in die nöthigen Abstände gebracht sind, werden die Zangen geöffnet. Da die Zangen durch das OefFnen kürzer werden, so dreht man die Spannschlösser auf, wodurch die Zange sich verlängert. Sitzt nun die geöffnete Zange auf der Matratze auf, so drückt man dieselbe leicht nieder, so dafs sie sich unter dem Körper des Kranken schliefst, und spannt darauf das Schlofs wieder. Sobald alle Zangen auf diese Weise angelegt sind, löst man wiederum den Sperrmechanismus aus und dreht die Excenter in ihre höchste Lage, bis das Gesperre wiederum einschnappt. Der Kranke hängt nun frei über dem Bett und kann mit dem Heber überall . leicht hingeschafft werden. Ist der Heber in der Stellung, wie er am Bett gebraucht wird, zum Fortschaffen des Kranken zu hoch, um durch die Thür hindurchgefahren zu werden, so kann er leicht durch die Verstellvorrichtung an den Ständern entsprechend eingestellt werden. Auch sonst ist diese Vorrichtung von grofsem Vortheil; so ist es z. B. möglich, mittelst dieser Verstellvorrichtung den Kranken im Bade gerade über der Wasserfläche zu halten und ihn dann durch Herabdrehen der Excenter geeignet tief ins Wasser zu tauchen, um ihn dann ebenso rasch und leicht wieder herauszuheben, was bei vielen Krankheiten von grofsem Werthe ist.
Wird der Krankenheber nicht mehr gebraucht, so werden die Zangen und Excenter auf der Welle b weggeschoben, so dafs sie den Kranken nicht belästigen. Die Einrichtung des ganzen Krankenhebers kann auch noch anders als eben beschrieben durchgeführt sein. Er ist leicht zu bedienen und ist sowohl zum Aufwinden der Excenter eine geeignete Räderübersetzung, sowie zum Verstellen der Ständer eine geeignete Schneckenradübersetzung vorgesehen, so dafs mit wenig Kraftaufwand der schwerste Körper gehoben werden kann, ohne dafs der den Heber Bedienende an dem Handrad oder der Kurbel zu reifsen braucht, wodurch ein Rütteln an dem Heber beim Aufheben vermieden wird.
In den Fig. 3 und 4 ist noch die Ausführungsform einer Zange in der Gebrauchsstellung dargestellt, welche vermöge ihrer Einrichtung in der Gebrauchsstellung unbeweglich an dem Gestell hängt und dem betreffenden Patienten in bequemer sitzender Stellung gestattet, zu essen, schreiben, lesen etc. Sie ist auch besonders vortheihaft dazu zu verwenden, um die Kranken auf die Leibschüssel zu heben u. a. m. Dieselbe hängt ebenfalls wie die anderen Zangen mit einem Schraubenschlofs an dem Excenter und besitzt unten ein ringförmiges oder ovales Maul u, dessen Theile durch Falze oder dergl. fest in einander fassen und eventuell gepolstert sein können. An den geraden Schenkeln der Zange sind der Höhe und u. U. der Weite nach entsprechend verstellbar ein Tischchen u1 und eine oder mehrere gepolsterte oder mit Luftkissen versehene Rückenlehnen u2 angebracht, welche leicht in die Knaggen w3 eingehakt werden können und die Zangen entsprechend versteifen. Um nun das Pendeln der Zange zu verhindern, ist folgende Einrichtung getroffen. Auf dem obersten Rohr bl des Gestelles ist ein Querbalken t mittelst einer Schelle oder dergl. fest aufgeschraubt. Die an den Enden dieses Querbalkens t angeordneten Stifte tl kommen gerade über zwei auf die senkrechten Schenkel der Zange aufgesetzten Rohre f2 zu stehen. Wird nun die Zange gebraucht, so treten die Spitzen der Stifte t1 beim Spannen des Schraubenschlosses gerade in die Rohre ein, welche nun beim Aufziehen des Excenters an den sie führenden Stiften emporgleiten, so dafs die Zange in die in den Fig. 3 und 4 gezeichnete Gebrauchsstellung kommt. Durch diese Verbindung der Rohre mit den Stiften t1 wird, wie leicht einzusehen, der gewünschte Zweck erreicht und der Kranke kann lange Zeit bequem in der Vorrichtung sitzen und sich auch bewegen, ohne jedesmal hin- und herzuschwingen.
Eine weitere Vorrichtung zum Verstellen der beiden Ständer α ist in den Fig. 5 und 6 in Seiten - bezw. Vorderansicht dargestellt. Dieselbe hat der in den Fig. 1 und 2 gekennzeichneten Vorrichtung gegenüber die Vortheile, dafs sie weniger Raum einnimmt und weniger kostspielig ist; die Ständer brauchen nicht weiter aus einander gestellt zu werden, als die Bettlänge beträgt; ferner sitzen die Theile eines jeden Ständers in der tiefsten

Claims (3)

  1. Stellung auf ihrer ganzen Länge gegenseitig auf, so dafs beim Transport das-Gestell absolut stabil ist.
    . Die Vorrichtung besteht, wie aus der Zeichnung Fig. 5 und 6 ersichtlich, aus zwei Zahnstangen v, welche in dem unteren Theile des ' Ständers befestigt und im oberen Theile entsprechend geführt sind. Der obere Ständertheil kann durch die an der Zahnstange ab- und auflaufenden, mittelst abnehmbarer Handkurbel bethätigten Zahnräder w höher oder niedriger gestellt und durch entsprechende Sperrvorrichtungen \ festgestellt werden. Werden, wie in der Zeichnung angegeben, Sperrräder und Klinken verwendet, so müssen die Zähne oder die Klinke, um ein Geräusch zu vermeiden, mit Leder etc. belegt sein.
    Am Gestell können natürlich auch hier noch besondere Führungen, wie in den Fig. ι und 2 angedeutet, vorgesehen sein.
    Pateντ-Ansprüche:
    ι . Fahrbarer Krankenheber, gekennzeichnet durch mehrere auf einer Welle in einer Keilnuth verschiebbare Excenter, die je eine den Kranken aufnehmende Zange k mit Schraubenschlofs / tragen und durch einen nur auf einer Seite des Gestelles angebrachten Mechanismus, z. B. das Zahngetriebe η op und den Ketten- oder Seiltrieb m m1, gleichzeitig bethätigt werden, wobei die Ständer des Gestelles durch ein Schrauben- und Schneckengetriebe oder einen anderen Mechanismus der Höhe nach verstellt werden können.
  2. 2. Ein Krankenheber nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Zange mit senkrechten Schenkeln, die ein Tischchen m1 und entsprechende Rückenlehnen m2 tragen, wobei die aus Rohren gebildeten Schenkelenden i'2 beim Aufziehen durch Stifte t1 eines auf der oberen Querstange b1 des Gestelles befestigten Querbalkens t geführt werden und dadurch ein Pendeln der Zange verhindern.
  3. 3. Zu dem unter 1. gekennzeichneten Krankenheber eine aus zwei an jedem Ständer a entsprechend angebrachten Zahnstangentrieben bestehende Vorrichtung zum Höherund Tieferstellen des Gestelles.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen..
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