DE917844C - Hilfsantrieb zum Handantrieb der Umsteuerung von Dampflokomotiven mit Steuerschraube - Google Patents
Hilfsantrieb zum Handantrieb der Umsteuerung von Dampflokomotiven mit SteuerschraubeInfo
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Description
- Hilfsantrieb zum Handantrieb der Umsteuerung von Dampflokomotiven mit Steuerschraube Bei ausländischen Bahnverwaltungen hat sich für Dampflokomotiven eine maschinelle Umsteuerung in größerem Umfange eingeführt. Ihr besonderes Merkmal ist ein auf dem Umlaufblech der Lok angebrachter Dampfzylinder, der in Tandemanordnung mit einem Ölzylinder gekuppelt ist. Von der gemeinsamen Kolbenstange beider Zylinder wird die Betätigung der Steuerwelle abgeleitet. Der Ölzylinder hat die Aufgabe, die Steuerung in der jeweils gewünschten Lage festzuhalten. An Stelle des Dampfzylinders wird häufig auch ein Luftzylinder verwandt. Die Steuerung wird durch einen Handhebel im Führerhaus betätigt. Der Steuervorgang wird durch Zurücklegen des Handhebels in die neutrale Lage unterbrochen. Diese Steuerung ist weiterentwickelt worden, indem die gewünschte Füllung mittels Handhebel oder Steuerschraube im Führerstand eingestellt und der Steuervorgang selbsttätig unterbrochen wird, sobald der Steuermechanismus die eingestellte Lage erreicht hat. Den vorgenannten Steuerungen haftet der Nachteil des Kriechens an. Bei Undichtigkeiten am Ölschieber verschiebt sich die einmal eingestellte Steuerung mit der Zeit in eine ungewollte Lage und muß daher .vom Lokführer von Zeit zu Zeit nachreguliert werden.
- Darüber hinaus ist ein Hilfsantrieb zum Handantrieb der Umsteuerung von Dampflok bekannt, bei dem die Steuerschraube außer von Hand auch durch eine sowohl ein- und ausschaltbare als auch umsteuerbare Preßluftbohrmaschine gedreht oder angetrieben werden kann. Nachteilig ist der geräuschvolle Lauf des Preßluftmotors und des Übersetzungsgetriebes, der dem Lokpersonal das Aufnehmen akustischer Signale erschwert. In letzter Zeit wurde eine motorische Umsteuerung bekannt, bei der die Handumsteuerung ebenfalls alternativ beibehalten ist. Auf dem Steuerbockoberteil ist ein Luftmotor angeordnet, der unter Zwischenschaltung eines Wechselräderpaares die Steuerschraube antreibt. Die durch eine Doppelklaue verschiebbaren Wechselräder werden, je nachdem ob die Steuermutter vorwärts oder rückwärts wandern soll, durch Bedienung eines Steuerhändels einzeln in Eingriff gebracht.
- Unbefriedigend ist bei dieser Lösung, daß keine unmittelbare Abhängigkeit zwischen Antriebsregelung und der jeweils gewünschten Steuerungslage gegeben ist. Wird die Stellung des Steuerhändels für die Bewegungsrichtung vom Personal übersehen, so wird bei Einstellung kleiner Füllungsgrade gegebenenfalls die Maschine über Null hinaus auf Gegendampf gelegt.
- Diese Nachteile werden von der nachstehend beschriebenen Hilfsumsteuerung vermieden. Auch hier ist eine wahlweise Betätigung von Hand oder maschinell, letztere zur Entlastung des Personals, vorgesehen. Die Feineinstellung der Steuerung geschieht von Hand.
- Da Preßluft auf der Dampflok nur in beschränktem Umfange zur Verfügung steht und der Luftverbrauch für die mechanische Umsteuerung namentlich bei häufigem Umsteuern, wie es bei Rangierloks erforderlich ist, unerwünscht in Erscheinung tritt, kann im vorliegenden Falle bevorzugt Dampf aus dem Lokkessel als Antriebsmedium verwandt werden.
- Hier setzt die Erfindung ein.
- Der durch Vertauschen der Ein- und Auslaßkanäle umsteuerbare Antriebsmotor i der Abb. 1 setzt je nach der der Fahrtrichtung entsprechenden Lage des Fahrtrichtungshebels 3 über Ritzel 8 und Zahnrad 6 die Steuerspindel 9 in Bewegung. Das lose auf der Welle sitzende Zahnrad 6 wird normalerweise über die in Nuten auf der Welle verschiebbare Kupplung 7 mit Schaltgestänge 37 im Eingriff gehalten. Bei Handbetätigung der Steuerung, z. B. infolge von Schäden an der motorischen Anlage, kann die Kupplung ausgerückt und damit der Antriebsmotor abgeschaltet werden. Die Dauer der motorischen Steuerungsbetätigung wird durch das Personal geregelt, je nach Ablesen der Füllung an der Steuerungsskalaii. Der Fahrtrichtungshebel3 zur Inbetriebsetzung der Antriebsmaschine kann erst betätigt werden, wenn vorher die Handverriegelung .4, die die Steuerung in einer bestimmten Lage festhält, ausgerückt ist und damit gleichzeitig die Sperre 16 für den Fahrtrichtungshebel 3 freigegeben ist.
- Wenn die Steuermutter io in die äußerste Endlage gelangt, wird über das Gestänge 13, das den Stein 17 in der Schleife 18 zum Umsteuerschieber2 zur Anlage bringt, der Antrieb abgeschaltet, d. h. Umsteuerschieber 2 nebst Gestänge i9 und Fahrtrichtungshebel 3 in die Nullage gebracht und damit die Anlage stillgesetzt. Der Handgriff 5 am Steuerungshandrad dient zur Feineinstellung der Steuerung. Um das Personal bei motorischer Steuerungsbetätigung nicht zu gefährden, ist er normalerweise in das Handrad hineingeklappt.
- Der Antriebsmotor (Abb. 2) muß in jeder Stellung sicher anspringen, in Wartung und Unterhaltung einfach und außerdem bei der durch den stark intermittierenden Betrieb bei Dampfantrieb unvermeidlichen Eintrittskondensation unempfindlich gegen Wasserschlag sein. Gemäß Abb.2 sind drei oszillierende, einfach wirkende Zylinder 20, 21, 22 vorgesehen. Sie sind in einer Art Sternanordnung angebracht, jedoch ist der bei Sternform unten liegende Zylinder 22 zwecks Erreichung einer gedrungeneren, raumsparenden Bauart um i8o° versetzt angeordnet und wird dementsprechend über eine gegenüber der Hauptkurbel 23 um i8o° versetzte Gegenkurbel 24 angetrieben. Für den Ein-und Auslaß ist bei den Zylindern jeweils ein Kanal 25 vorgesehen, der sich beim Ausschwenken des Zylinders wechselseitig über einen am Rahmen 26 angebrachten Spiegel 27 mit Kanälen 28 und 29 legt, die den Ein- und Auslaß steuern.
- Die Kanäle 28 sind über die für alle drei Zylinder gemeinsame Leitung 3o, die Kanäle 29 über die gemeinsame Leitung 31 jeweils miteinander verbunden. Die Leitungen 3o und 31 münden im Gehäuse des Absperr- und Umsteuerschiebers 2, der je nach Einstellung entweder die Leitung 3o als Einlaßleitung und 31 als Auslaßleitung oder umgekehrt 31 als Einlaßleitung und 3o als Auslaßleitung freigibt und damit den Vorwärts- oder Rückwärtslauf sowie den Stillstand des Antriebsmotors bestimmt. Der Dampf tritt durch die Leitung 1,4 ein. Der Auspuff entweicht durch die Muschel des Umsteuerschiebers in die Ausströmleitung 15. Die Zylinder 2o, 21, 22 schwenken um Drehzapfen 33, die einerseits in einer fest mit dem Zylinder verbundenen, plan bearbeiteten Platte 35 eingelassen sind und bei den in einer Ebene liegenden Zylindern 20 und 21 durch Spiegel 27 und Rahmen 26 hindurchgeführt und mit Druckfeder 32 und Mutter 34. versehen sind. Der Zylinder 22 ist infolge der Kurbelversetzung aus der Ebene der beiden anderen Zylinder herausgerückt. Sein Spiegel besteht aus einer besonderen Grundplatte 35, gegen die sich sinngemäß die Feder 32 des Drehzapfens 33 über die Mutter 34 abstützt. Bei Wasserschlag heben sich die dampfdicht gegen die Spiegel 27 bzw. 36 gepreßten, plan bearbeiteten Platten 35 der -Zylinder infolge Nachgebens der Federn 32 kurzzeitig vom Spiegel ab, so daß das Wasser ungehindert entweichen kann.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Hilfsantrieb zum Handantrieb der Umsteuerung von Dampflokomotiven mit Steuerschraube, bei dem die Steuerschraube außer von Hand auch durch eine sowohl ein- und ausschaltbare als auch umsteuerbare Dampf- oder Preßluftmaschine gedreht werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß die Grobeinstellung der Steuerung maschinell, die Feineinstellung von Hand erfolgt und die mittels eines einzigen Fahrtrichtungshebels sowohl ein- und ausschaltbare als auch umsteuerbare Dampf- oder Preßluftmaschine als einfach wirkende oszillierende Kolbenmaschine mit drei um i2o° versetzten Zylindern (2o bis 22) ausgebildet ist, deren äußere auf eine Hauptkurbel (23) und deren mittlerer auf eine um i8o° versetzte Gegenkurbel (24) arbeiten und denen das Treibmittel über einen durch den Fahrtrichtungshebel (3) betätigten Umsteuerschieber (2) und über gemeinsame Ein- und Ausströmleitungen (30, 31) zu- und entströmt.
- 2. Hilfsantrieb nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperre (16) den Fahrtrichtungshebel (3) in Nullstellung festhält, bis die Verriegelung (4) freigegeben ist.
- 3. Hilfsantrieb nach den Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein vom Steuerstangenhebel betätigtes Gestänge (13) den Umsteuerschieber (2) in die Nullstellung zurückführt, wenn die Steuermutter (io) sich den Enden des Steuerschraubengewindes (9) nähert. Angezogene Druckschriften: SonderdruckausderZeitsclhrift »DieLokomotive«, Jahrgang 1941, Heft 9 und io.
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1951
- 1951-04-06 DE DED8590A patent/DE917844C/de not_active Expired
Non-Patent Citations (1)
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