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Verstellbares 'Scharnier, insbesondere für Klosetts Die Erfindung
betrifft ein verstellbares Scharnier, insbesondere für Klosetts zum Verbinden des
Sitzrahmens mit dem Klosettbecken.
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Bekanntlich ist das Klosettbecken gewöhnlich aus Steingut oder Porzellan
hergestellt, während der Sitzrahmen, an welchem ein Deckel befestigt sein kann,
aus Holz oder noch besser aus Kunstharzstoff angefertigt ist.
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Durch die beim Brennen erlittenen Formveränderungen weisen die einzelnen
Klosettbecken mehr oder weniger große Ungenauigkeiten auf, wodurch die Befestigung
des Sitzrahmens mittels gewöhnlicher Scharniere sehr erschwert wird und von Fall
zu Fall mehr oder weniger umständliche Nacharbeiten erforderlich macht. Das gleiche
tritt ein, wenn ein Sitzrahmen durch einen anderen ersetzt werden muß, der nicht
genau dieselben Abmessungen wie der zu ersetzende Sitzrahmen aufweist. Man hat zwar
bereits versucht, für die Verbindung des Sitzrahmens mit dem Klosettbecken verstellbare
Scharniere zu verwenden, durch deren Verstellung den Ungenauigkeiten der beiden
miteinander zu verbindenden Teile Rechnung getragen werden soll. Die bisher bekanntgewordenen
Scharniere dieser Art sind gewöhnlich als Doppelscharniere ausgebildet und erlauben
bloß eine Verstellung nach zwei Richtungen hin, nämlich nach der Seite und nach
der Tiefe bzw. im Quer- und Längssinn des Klosettbeckens. Eine solche Verstellung
reicht aber in den meisten Fällen nicht aus, um die beiden miteinander zu verbindenden
Teile gegenseitig so auszurichten, wie es für ein genaues Zusammenpassen derselben
sowie für ein einwandfreies Arbeiten der Scharniere erforderlich ist. Dazu kommt,
daß die bauliche Durchbildung solcher Scharniere verhältnismäßig umständlich bzw.
teuer ist und
daß auch ihre Verstellung nicht leicht zu bewerkstelligen
ist.
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Demgegenüber unterscheidet sich das Scharnier gemäß der Erfindung
dadurch, daß es nicht als Doppel-, sondern als einfaches Scharnier durchgebildet
ist und daß es nicht nur in zwei in waagerechter Ebene senkrecht zueinander verlaufenden
Richtungen, sondern überhaupt in jeder innerhalb dieser Ebene gelegenen Richtung
und außerdem noch senkrecht zu dieser Ebene verstellt werden kann. In praktischer
Hinsicht bedeutet dieses, daß ein mittels zweier solcher Scharniere an einem Klosettbecken
befestigter Sitzrahmen sowohl seiten- als auch tiefen- als auch höhenverstellbar
ist, und zwar mit einer durch die bisherigen Scharniere nicht gewährten Freiheit
in der Wahl der Verstellung. Dabei zeichnet sich das Scharnier gleichzeitig noch
durch seine einfache Bauart sowie dadurch aus, daß seine Verstellung äußerst praktisch
und schnell vorgenommen werden kann.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
beispielsweise dargestellt. Abb. i zeigt das Scharnier in einem Schnitt nach der
Linie 1-I in Abb. 2, Abb. 2 in einer Draufsicht, Abb. 3 in einem Schnitt nach der
Linie II-II in Abb. i ; Abb. 4 und 5 veranschaulichen die Tiefenverstellbarkeit
und Abb. 6 und 7 die Höhenverstellbarkeit des Scharniers.
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Das Scharnier gemäß der Erfindung setzt sich aus einem als Lager ausgebildeten
Teil i sowie einer länglichen Unterlagsplatte 2 mit vorzugsweise abgerundeten Enden
zusammen. Diese beiden Teile sind durch eine Schraube 3 mit versenktem Kopf dreh-
und feststellbar miteinander verbunden. Die Schraube 3 sitzt in der Mitte des Lagerteils
i und durchgreift die Unterlagsplatte 2 an einer auf ihrer Längsmittellinie außerhalb
des Mittelpunktes gelegenen Stelle. Die Unterlagsplatte 2 weist auf ihrer Unterseite
eine Nut 4 von schwalbenschwanzförmigem Profil auf, in welcher der entsprechend
ausgebildete Vierkantkopf der Schraube 9, mittels welcher das Scharnier am Klosettbecken
io befestigt ist, gleitend geführt ist.
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Durch Lockern der Schraube 3 können die beiden Scharnierteile i und
- gegeneinander verdreht und dadurch der aus dem Teil i seitlich herausragende Scharnierzapfen
5 innerhalb einer zu der Verbindungsebene der beiden Teile i und 2 parallelen Ebene
nach jeder Richtung hin verstellt werden. Außerdem kann auch das ganze Scharnier
durch Verschieben auf dem Kopf der Befestigungsschraube 9 verstellt werden. Dadurch
ist es bei Verwendung zweier solcher Scharniere zum Befestigen des Sitzrahmens 7
an einem Klosettbecken io möglich, den Sitzrahmen in bezug auf das Becken sowohl
in der Seiten- als auch in der Tiefenrichtung zu verstellen.
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Die Abb.4 und 5 zeigen je ein Scharnier, das durch eine Befestigungsschraube
9 an einem nicht dargestellten Klosettbecken befestigt ist. Nach Abb. 4. ist der
Scharnierzapfen 5 durch entsprechendes Drehen des Scharniers um die Befestigungsschraube
9, wobei diese sich mitdreht, und Ausrichten des Scharnierteils i in bezug auf den
Scharnierteil 2 durch Drehen um die Verbindungsschraube 3 (Abb. i bis 3) dieser
beiden Teile nach vorn gerückt, während er bei der Stellung des Scharniers nach
Abb. 5, in welcher nur die Schraube 9 ortsfest geblieben ist, nach hinten gerückt
ist. Auf dieselbe Weise wie diese Tiefenverstellung läßt sich auch die Seitenverstellung
durch einfaches, mehr oder weniger nach rechts oder links gerichtetes Drehen des
Scharniers erreichen.
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Außer diesen innerhalb einer Ebene möglichen Verstellungen besteht
noch die weitere Möglichkeit, das Scharnier auch in der Höhe zu verstellen. Zu diesem
Zweck ist der Scharnierzapfen 5 mit einem zylinderförmigen, exzentrisch zu ihm angeordneten
und auf seinem Umfang fein gerippten bzw. verzahnten Kopf 5' ausgerüstet, und es
weist der Scharnierkörper i ein Loch 6 auf, das den gleichen Durchmesser und dieselbe
Verzahnung wie der besagte Kopf besitzt. Die Befestigung des Scharnierzapfens 5,
5' an dem Scharnierkörper i erfolgt durch einfaches Einstecken des ersteren in das
Loch 6 des letzteren. Je nach der Stellung, die dann der exzentrische Kopf 5' des
Scharnierzapfens 5 in seinem Lager 6 einnimmt, ist auch der Scharnierzapfen 5 höher
oder tiefer eingestellt., d. h. es ist durch einfaches Umstecken des Seharnierzapfens
möglich, das Scharnier in der Höhe zu verstellen. Diese Höhenverstellbarkeit des
Scharniers ist in Verbindung mit dessen Seiten- und Tiefenverstellbarkeit ein unerläßliches
Erfordernis, um das Aufeinanderpassen der beiden miteinander zu verbindenden Teile
bei allen vorkommenden Fällen mit Leichtigkeit, d. h. unter Ausschluß jeder Nacharbeit,
erreichen zu können.
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Mit 8 ist eine Büchse bezeichnet, die in den beweglichen Sitzrahmen
7 eingepreßt ist und zur Aufnahme des Scharnierzapfens 5 dient, der erfindungsgemäß
vorzugsweise aus elastischem Kunststoff, wie Kunstharz od. dgl., hergestellt ist
und durch dessen Nachgiebigkeit die Anpassung des Scharniers noch weiterhin erleichtert
wird.
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Das Scharnier gemäß der Erfindung läßt sich nicht nur zur Verbindung
eines Sitzrahmens mit einem Klosettbecken, sondern ganz allgemein zur Verbindung
eines beweglichen Teils mit einem festen Teil, wie z. B. eines Fensters mit einem
Fensterrahmen od. dgl., anwenden.