DE915071C - Verfahren zum Verhindern des Anhaftens von erhaertenden Massen an ihrer Unterlage - Google Patents
Verfahren zum Verhindern des Anhaftens von erhaertenden Massen an ihrer UnterlageInfo
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Description
- Verfahren zum Verhindern des Anhaftens von erhärtenden Massen an ihrer Unterlage Erhärtende Massen, wie Baustoffe (Zement, Beton usw.), haften oder kleben an einer glatten Eisenfläche oder einer sonstigen Unterlage nach dem Erhärten fest an. Die Haftkraft, die beispielsweise notwendig ist, um einen Mörtelkörper von einer Eisenfläche durch eine senkrecht wirkendeZugkraft zu trennen, wurde bei einer Mischung von r : 3 bei glattem Schwarzblech mit 5 kg/cm2 und bei rostigem Blech mit 7,1 kg/cm2 gefunden. Es handelt sich also um ganz beträchtliche Kräfte, die störend auftreten, wenn Formkörper aus erhärtenden Baustoffen entfernt oder sonst erhärtende Massen von ihrer Unterlage getrennt werden sollen. Ein Einölen der Unterlage läßt sich nicht immer durchführen, insbesondere dann nicht, wenn eine gleitende Reibung zwischen der erhärtenden Masse und der Unterlage eintritt, wie beispielsweise bei der Erzeugung von Betonrohren nach dem Wickelverfahren. Aus dem gleichen Grunde verbietet sich auch die Verwendung anderer bekannter Mittel zum Verhindern des Haftens von Beton auf einer Holzschalung, wie beispielsweise von Lösungen wasserläßlicher Zink- oder Kupfersalze oder eines Gemisches von Kochsalz und Pottasche.
- Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren, gemäß welchem das Anhaften von erhärtenden Massen an ihrer Unterlage verhindert werden kann und besteht darin, daß vor dem Aufbringen der Masse auf die Unterlage auf diese eine oder mehrere Schichten eines wasserlöslichen Silikates aufgetragen, diese unter solchen Bedingungen trocknen gelassen werden, daß die Löslichkeit des Silikates nicht beeinträchtigt wird, sodann die Masse aufgebracht und die Silikatschicht oder -schichten dann wieder aufgeweicht werden.
- Die Silikatschicht kann in Form einer wässerigen Silikatlösung oder eines Anstriches auf Silikatlösungsgrundlage, und zwar in reiner Form oder mit Beimischungen der verschiedensten Art, verwendet werden. Zur Herstellung eines Anstriches können insbesondere mineralische Pulver, wie beispielsweise Calciumcarbonat, Eisen- oder Zinkoxyd oder Bariumsulfat, verwendet werden.
- Die obenerwähnten Stoffe yverden erfindungsgemäß in Anstrichstärke auf die Unterlage aufgetragen, sie trocknen schnell und werden glashart. Beim Trocknen erstarrt das Sol zum Gel infolge Wasserverlustes. Das Trocknen. des: Anstriches muß unter solchen Bedingungen vor sich gehen, daß die Umkehrbarkeit des Vorganges, d. h. die Löslichkeit des Silikates, nicht beeinträchtigt wird. Der Grad dieser Austrocknung hängt von der Temperatur ab. Je weiter sie fortgeschritten ist, um so schwerer nimmt das Gel wieder Wasser auf. Durch Erhöhung der Trocknungstemperatur tritt keine Beeinträchtigung der Löslichkeit, nur eine Verzögerung der Wiederauflösung ein, und dadurch wird bewirkt, daß die Silikatschicht unter dem Einfluß von Feuchtigkeit länger hart bleibt und sich erst später wieder aufweicht, und zwar um so langsamer, je höher die ursprüngliche Erwärmung war. Die Wasserfestigkeit der Silikatschicht steigt dabei mit der Trocknungstemperatur an. Die Silikatschicht löst sich um so schneller wieder auf, je höher die Temperatur der Aufweichungsfeuchtigkeit oder -flüssigkeit ist. Wenn nun diese Silikatschicht nachträglich wieder aufgeweicht wird, dann kann die erhärtende !Masse ohne Schwierigkeiten von der Unterlage abgelöst werden.
- Vorteilhaft ist es, die Trocknungstemperatur der Silikatschicht höher zu wählen als die Temperatur der erhärtenden Masse während der Erzeugung des Form- oder Baukörpers aus dieser.
- Für jede Temperatur der Herstellung der Baukörper usw. und des Abbindens kann eine entsprechende Trocknungstemperatur für die Silikatschicht oder -schichten verwendet werden, um eine entsprechende Härte dieser Schicht oder Schichten während der notwendigen Zeit zu erhalten. Diese Faktoren können derart aufeinander abgestimmt werden, daß sich die Zeit für das Aufweichen von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden erstrecken kann. Je nach der Wahl dieser Faktoren genügt eine entsprechende Temperaturerhöhung.
- Als erhärtende Masse kann jede geeignete, insbesondere Zement enthaltende Masse verwendet werden, die beispielsweise nur die für Betonberstellung üblichen Zuschlagstoffe enthält, oder es können auch noch andere Zuschlagstoffe, wie faserförmige, zugegeben werden.
- Die Erfindung läßt sich mit besonderem Vorteil bei der Erzeugung von Betonrohren anwenden, um die Rohre von dem Dorn abziehen zu können. Selbstverständlich stehen ihr aber auch andere Anwendungsgebiete offen.
- Durch die Wahl der Trocknungs- und Feuchtigkeitstemperaturen kann die Wiederaufweichung der Silikatschicht so beeinflußt werden, daß sie vor, während oder nach dem Abbinden der erhärtenden Masse erfolgt.
- Wenn sie vor dem Abbinden erfolgt, d. h. in der Zeit zwischen der Herstellung des Formkörpers und dem Beginn des Abbindens der erhärtenden Masse, so ist nach dem Abbinden die Haftung zwischen dem Formkörper und der Unterlage gänzlich aufgehoben. Es befindet sich dann sogar eine flüssige Schicht (Film) zwischen der Unterlage und der Masse. Ausführungsbeispiel i Eine Schicht des handelsüblichen Natriumsilikates (Wasserglas) wurde auf ein Blech aufgetragen und kurz bei 6o° C getrocknet. Dame wurde auf das erkaltete Blech ein Mörtelgemisch von etwa 25"C aufgetragen und beides bei etwa 25'° C gelagert: Nach dem Abbindendes Zements wurde das Blech abgenommen. Die Haftung des Mörtelkörpers am Blech war gleich Null.
- Wenn der Zeitpunkt der Wiederaufweichung so gewählt wird, daß sie bei einer bestimmten Temperatur der erhärtenden Masse während des Abbindens oder nach diesem erfolgt, so ist zum Zeitpunkt der Wiederaufweichung nicht mehr genügend Wasser zur Bildung einer flüssigen Schicht zwischen Formkörper und Unterlage vorhanden. Die Silikatschicht bleibt in festem Zustand, verliert aber ihre mechanische Festigkeit, so daß das Ablösen des Formkörpers von der Unterlage schon viel leichter ist als ohne Silikatschicht. Taucht man aber die Unterlage mit dem Formkörper in Wasser, d. h. führt man Feuchtigkeit zu, so bildet sich nach einiger Zeit ein flüssiger Film zwischen dem Formkörper und der Unterlage, durch den die Haftung der erhärtenden Masse an der Unterlage zur Gänze aufgehoben wird. Das Ablösen kann dann mühelos durchgeführt werden. Ausführungsbeispiel 2 Auf den Wickeldorn einer Maschine zur Erzeugung von Betonrohren wurde eine Lösung des handelsüblichen Natriumsilikates (Wasserglas) aufgetragen und kurz (einige Minuten) bei 6o° C getrocknet. Dann wurde der Wickeldorn erkalten gelassen und auf den erkalteten Dorn von etwa io° C die Betonmischung gleicher Temperatur aufgetragen und sodann der Dorn mit der aufgewickelten Betonschicht bei etwa io° C gelagert, bis der Beton vollständig abgebunden hatte. Nach dem Abbinden des Zements und dem Wiederaufweichen der Silikatschicht konnte der Betonkörper viel leichter entformt werden als ohne Silikatschicht. Taucht man aber den Kern samt dem aufgewickelten Betonrohr ins Wasser, so dringt von der Seite das Wasser zwischen Beton und Kern ein, und das Rohr löst sich nach kurzer Zeit vom Kern. Wurde anfänglich durch eine bestimmte Trocknungstemperatur der Silikatschicht der Zeitpunkt der Wiederaufweichung so festgelegt, daß diese bei einer Temperatur der erhärtenden Masse nach deren Abbinden erfolgen würde und will man diesen Zeitpunkt aus irgendwelchen Gründen vorverlegen, dann genügt eine verhältnismäßig kleine Erhöhung der Temperatur der erhärtenden Masse, um dies zu erreichen. Ausführungsbeispiel 3 Die Silikatschicht auf der Unterlage wurde kurz bei 6o° C getrocknet. Dann wurde auf die erkaltete Unterlage ein Mörtelgemisch von etwa io° C aufgetragen. Nach 15 Minuten wurde das Blech mit dem Mörtel in einen Raum vom etwa 25° C gebracht und bei dieser Temperatur gelagert. Die Silikatschicht weichte dann vor dem Beginn des Abbindens des Mörtels auf. Nach dem Abbinden des Zements konnte das Blech mülhelos abgenommen werden.
- Selbstverständlich könnten die Bedingungen der einzelnen Ausführungsbeispiele auch für andere Verwendungszwecke als die in diesen Beispielen erwähnten angewendet werden. Für jede Raum-, Mörtel- und Abbindetemperatur kann eine entsprechende Trocknungstemperatur der Silikatschicht ermittelt werden, um deren Festigkeit während der notwendigen Zeit beizubehalten.
- Beträgtbeispielsweisedie Erwärmungstemperatur der Silikatschicht 25' C, dann beginnt die Wiederaufweichung dieser Schicht, bei welcher diese beispielsweise noch genügend hart für die Erzeugung von Betonrohren ist, bei einer Feuchtigkeits- bzw. Wassertemperatur von 2o° C sofort und ist nach etwa 5 Minuten beendet. Ist aber die Erwärmungstemperatur der Silikatschicht 6o° C, dann tritt der Anfang der Wiederaufweichung bei Feuchtigkeits-bzw. Wassertemperaturen von 8 bis 30'° C zwischen 12 Stunden und 5 Minuten ein und ist nach 24 Stunden und 25 Minuten beendet.
- Man kann also eine ganze Tabelle für verschiedene Erwärmungstemperaturen der Silikatschicht und dazugehörige Feuchtigkeits- bzw. Wassertemperaturen, und zwar sowohl für den Beginn als auch für das Ende der Wiederaufweichung aufstellen.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Verhindern des Anhaftens von erhärtenden Massen an ihrer Unterlage, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Unterlage vor dem Aufbringen der Masse eine oder mehrere Schichten eines wasserlöslichen Silikates aufgetragen, diese unter solchen Bedingungen trocknen gelassen werden, daß die Löslichkeit des Silikates nicht beeinträchtigt wird, sodann die Masse aufgebracht und die Silikatschicht oder -schichten dann wieder aufgeweicht werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daB die Silikatschicht oder -schichten vor dem Auftragen der erhärtenden Masse bei einer Temperatur getrocknet werden, die höher ist als die Temperatur der erhärtenden Masse.
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