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Fahrtrichtungsanzeiger, insbesondere für Straßenbahnen Für Fahrtrichtungsanzeiger
an Fahrzeugen, insbesondere an Straßenbahnfahrzeugen, besteht die Notwendigkeit,
diese so anzuordnen, daß sie gut sichtbar sind. Hierdurch ist in der Regel bedingt,
daß die Fahrtrichtungsanzeiger aus dem lichten Raumprofil des Fahrzeuges hinausragen,
so daß sie im besonderen Maße dem Anstoß dutch andere Fahrzeuge oder sonstige Hindernisse
ausgesetzt sind. Dies gilt ,besonders für Straßenbahnfahrzeuge, bei denen die Fahrtrichtungsanzeiger
an den seitlichen Fahrzeugaußenwandungen angebracht sind und, im Gegensatz zu schienenlosen
Fahrzeugen, keine Winkerarme, sondern feststehende Glühlampen aufweisen, die bei
einer Richtungsänderung zum Aufleuchten gebracht werden. Solche Fahrtrichtungsanzeiger
bestehen zumeist aus einem die Glühlampe nebst Fassung und einem 'Schirm aufnehmenden
Gehäuse, welches mit einem Befestigungsflansch versehen ist, der durch Schrauben
am Fahrzeugkörper befestigt ist. Bei den bisherigen Anordnungen solcher Art werden
nahezu ausnahmslos die Schrauben, die die Fahrtrichtungsanzeiger am Fahrzeugkörper
halten, bei dem Anstoß der Fahrtrichtungsanzeiger an Hindernisse aus ihrer Befestigungslage
gewaltsam herausgerissen. Hierbei werden die Teile des Fahrzeugkörpers, in die die
Befestigungsschrauben eingreifen, in der Regel zerstört. Es bedarf dann jeweils
außer der Reparatur der Fahrtrichtungsanzeiger zusätzlich der Reparatur des Fahrzeugkörpers,
wofür das Fahrzeug einige Zeit aus dem Verkehr gezogen werden muß.
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Um einer Beschädigung des Fahrzeugkörpers vorzubeugen, hat man bereits
vorgeschlagen, das Gehäuse aus Kunststoff herzustellen, um beim Anstoß an Hindernisse
unter Schonung des Fahrzeugkörpers
eine Zerstörung nur am Gehäuse
eintreten zu lassen, welches infolge der Sprödigkeit des Kunststoffes leicht zu
Bruch geht. Es ist ferner bekannt, an einer am Fahrzeugkörper festgelegten Platte
Federzungen anzuordnen, welche schräg stehende Lappen des Lampengehäuses mit Vorspannung
übergreifen und letzteres somit federnd am Fahrzeugkörper halten. Bei Überbeanspruchung
des Lampengehäuses geben die Federzungen infolge ihrer Fedrigkeit nach, so daß ein
Trennen des Lampengehäuses vom Fahrzeugkörper ermöglicht wird.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Beschädigungen am Fahrzeugkörper
zu verhindern. dabei jedoch auch das Gehäuse zu erhalten und dessen Befestigung
ohne Abhängigkeit von einem Federungsverhalten der Befestigungsglieder zu bewirken.
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Durch die Erfindung wird die Möglichkeit geschaffen, Fahrtrichtungsanzeiger
starr an Fahrzeugkörpern zu befestigen, ohne deren Lösen vom Fahrzeugkörper bei
Überbeanspruchungen zu behindern. Gemäß der Erfindung wird der Fahrtrichtungsanzeiger
durch Verbindungsmittel mit dem Fahrzeugkörper verbunden, welche bei überbeanspruchung
des Fahrtrichtungsanzeigers bleibend verformte oder zu Bruch gehende Sollbruchstellen
aufweisen. Bei der Gestaltung solcher Verbindungsmittel braucht .demzufolge keine
Rücksicht auf Federwege oder Federungsverhalten genommen zu werden. Die Sollbruchstellen
können in einfacher Weise durch Querschnittsschwächung, Kerbstellen, Kraftumlenkstellen,
Stellen dichten Kräfteflusses oder Werkstoffgefüge hoher Sprödigkeit, je einzeln
oder vereinigt angewendet, in den Verbindungsmitteln an. denjenigen Stellen erzeugt
werden, an denen die Trennung erwünscht ist.
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Eine sich durch besonders billige Ausführbarkeit auszeichnende und
eine schnelle Entfernung und Wiederanbringung der Verbindungsmittel ermöglichende
Ausgestaltung ist erfindungsgemäß die, daß die verformbaren Glieder als Zwischenglieder
zwischen den am Fahrzeugkörper angreifenden Befestigungsmitteln und dem Fahrtrichtungsanzeiger
angeordnet sind.
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Hierbei kann. die Ausgestaltung im einzelnen so getroffen sein, daß
als verformbares, Glied eine in einer abgesetzten Bohrung des des Fahrtrichtungsanzeigers
angeordnete Platte dient, die von einer als Befestigungsmittel am Fahrzeugkörper
angreifenden Schraube durchsetzt wird, welche sich mit ihrem einen Durchgang durch
die abgesetzte Bohrung zulassenden Schraubenkopf auf der Platte abstützt. Wird bei
einer solchen Ausgestaltung die Platte aus einem zähemWerkstoff gewählt, so zieht
sich der Schraubenkopf bei einer Überbeanspruchung des Fahrtrichtungsanzeigers durch
die Platte hindurch, wobei diese eine bleibende Verformung erfährt. Bei Herstellung
der Platte aus einem spröden Werkstoff geht diese bei der Überbeanspruchung zu Bruch.
In beiden Fällen bedarf es dann lediglich des Ersatzes der Platte, welche in -Art
einer kleinen Unterlagscheibe gestaltet sein kann und damit mit geringem Kostenaufwand
herstellbar ist. Die als Befestigungsglied wirksame Schraube indessen bleibt erhalten
und in ihrer Einschraubstellurng stehen, sie kann daher leicht von dem vor Beschädigungen
bewahrt gebliebenen Fahrzeug gelöst und: unter Zwischen fügung einer neuen Platte
zwecks Wiederanbringung des Fahrtrichtunganzeigers wieder in Wirklage gebracht werden.
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Der Erfindungsgegenstand ist in den Zeichnungen in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt, und zwar zeigt Abb. i eine Vorderansicht eines Fahrtrichtungsanzeigers
für Straßenbahnen, Abb. 2 eine Seitenansicht des Fahrtrichtungsanzeigers gemäß Abb.
i, Abb. 3 einen Schnitt nach der Linie A-B der Abb. i in vergrößerter Darstellung.
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Der Fahrtrichtungsanzeiger besteht aus dem Gehäuse i, welches den
Befestigungsflansch :2 aufweist und die Fassung für die Lampe 3 und den Schirm q.
trägt. Der aus den Teilen i bis 4 bestehende Fahrtrichtungsanzeiger ist am Fahrzeugköiper
5 durch Verbindungsmittel gehalten, welche im Ausführungsbeispiel durch die Platten
6 und die Schrauben 7 gebildet sind. Die Platten 6 stützen sich mit einem Kragen
auf der Schulter 8 der abgesetzten@Bohrung 9 im Befestigungsflansch 2 ab und werden
von der Schraube 7 durchsetzt. Die Schraube 7 stützt sich ihrerseits mit ihrem Kopf
auf der Platte 6 ab und ist so bemessen, daß ihr Schraubenkopf kleiner ist als der
kleinste Durchmesser der Bohrung 9.
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Wird der Fahrtrichtungsanzeiger durch Anstoß gegen ein Hindernis überbeansprucht,
was vorwiegend in Richtung des Pfeiles@C in Abb. i ein tritt, so wird ein Drehmoment
erzeugt, welches bestrebt ist, den Fahrtrichtungsanzeiger i bis vom Fahrzeugkörper
5 zu trennen. Unter Einwirkung eines solchen Drehmomentes werden die Platten 6 verformt,
indem sich die Köpfe der Schrauben 7 durch die Platten 6 durchziehen. Hierdurch
wird die Halterung des Fahrtrichtungsanzeigers i bis q. am Fahrzeugkörper 5 aufgehoben,
und der Fahrtrichtungsanzeiger trennt sich vom Fahrzeugkörper. Die Schrauben 7 verbleiben
hierbei in ihrer Einschraublage, ohne daß sie zerstört werden oder ihrerseits eine
Zerstörung des Fahrzeugkörpers verursachen.. Die Schrauben 7 können infolge der
Erhaltung ihrer Gestalt leicht vom Fahrzeugkörper gelöst werden und- nach Wiederanlegen
des Fahrtrichtungsanzeigers am Fahrzeugkörper und Zwischenfügung neuer Platten 6
wieder in ihre Wirklage eingeschraubt werden. Es brauchen somit lediglich die Platten
6 erneuert zu werden, die mit geringem Kostenaufwand lierstellbar sind.
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Es liegt im Rahmen. -der Erfindung, die Verbindungsmittel 6, 7 auch
in anderer Weise zu gestalten, beispielsweise in Art von Druckknöpfen oder gummielastischen
Gliedern, die sich mit elastischen Teilen übergreifen und bei ihrer Überbeanspruchung
so nachgeben, daß die Verbindung von Fahrtrichtungsanzeiger und Fahrzeugkörper gelöst
wird. Ferner liegt es im Rahmen, der Erfindung*, in
den Verbindungsmitteln
6, 7 Sollbruchstellen anzuordnen, beispielsweise in ` Gestalt von Einkerbungen an
der dann aus spröderem Werkstoff herzustellenden Platte 6 oder am Schaft der Schraube
7. Die Sollbruchstellen sind so zu bemessen, daß sie bei Überbeanspruchungendes
Fahrtrichtungsanzeigers i bis q. zu Bruch gehen und damit den Fahrtrichtungsanzeiger
vom Fahrzeugkörper 5 freigeben.