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Farbige stereoskopische und nichtstereoskopische Bilder und Verfahren
zu ihrer Herstellung Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Herstellen von,
farbigen Bildern für Projektion, Aufsichts- und Du @rchsichtsbietrachtung als Einzelbilder
oder Laufbilder. Vorzugsweise eignet sich das Verfahrens zum Herstellieni von farbigen
Stereobildern, und hier insbesondere von solchen Stereobildern, deren Teilbilder
hintereinander angeordnet sind. Ein Verfahren zum Herstellen von Schwarzweißstereobild,ern
mit hintereinanderliegenden Teilbildern ist nach der Patentschrift 712 285
bekanntgeworden.
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Die wenigsten dichroitischen Färbemittel, Farbstoffe oder Elemente
zeigen einen sogenannten Schwarzweißdichroismus, d. h. sie sind bei Betrachtung
durch einen über den gesamten siehtbaren Spektralbereich polarisierenden Analysator
im gekreuzten Zustand schwarz und in der Parallelstellung farblos. Vielmehr sind
sie in Auslöschstiellung meist gefärbt. So ist z. B. Methylenblau in Auslöschstellun;g
Blau, in Parallelstellung nahezu farblos, Kongorot z. B. in gekreuztem Zustand Rot
und in Parallelstellung mit einiem Analysator ebenfalls nahezu farblos.
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Von dieser an sich bekannten Erscheinung ausgehend, wird erfindungsgemäß
ein Verfahren zum Herstellen von farbigen Bildern, insbesondere Stereobildern vorgeschlagen,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß zwei oder mehrere hintereinanderliegende, aus
doppelbrechenden Stoffen bestehende
oder künstlich doppelbrechend
gemachte Schichten jede für sieh bildmäßig, aber voneinander verschieden dichroitisch
eingefärbt: und durch einen Analysator betrachtet werden.
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In einer eigenen Vorarbeit ist schonvorgeschlagen worden, zur Herstellung
schwarzweißer Stereobilder mit hintereinander angeordneten Teilbildern Folien, z.
B. aus Polyvinylalko.hol, zu verwenden, diese mit einer Bichromatlösung oder Di.azoverbindungen
lichtempfindlich zu machen, dann oder auch schon zuvor die Folie zu dehnen und nach
Aufkopieren eines Bildes die belichtete Folie mit einem dichroitischen Färbemittel
einzufärben. Auf diese "'eise erhält man das eine der beiden stereoskopischen Teilbilder
und in gleicher Weise das zweite stereoskopische Teilbild.
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Erfindungsgemäß werden zur Herstellung des einen der farbigen stereoskopischen
Teilbilder zwei oder mehrere Folien nach den Grundfarben unterschiedlich dichroitisch
eingefärbt und übereinandergelegt. Die einzelnen Schichten entsprechen somit verschiedenen
Farbauszügen. Beispielsweise werden zur Erzeugung eines farbigen Bildes drei Folien
übereinandergelegt, entsprechend einem roten, einem grünen und einem blauen Farbauszug.
Hierbei ist es für die Erfindung unwesentlich, ob, bei der photographischen Aufnahme
des farbigen Gegenstandes nach dem bekannten Strählenteilungsverfahren gearbeitet
wird und auf Schwarzweißmaterial Farbauszüge hergestellt werden oder aber ob die
Schichten wie beim s'ubtraktiven Farbverfahren bereits im Strahlengang hintereinanderliegen
und die verschiedenen Farbauszüge im Entwicklungsprozeß farbig erhalten werden.
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Abgesehen von der Herstellung der :an sich bekannten und daher auch
nicht den Gegenstand der Erfindtmg bildenden Teilfarbenauszüge wird nun nach der
Erfindung die erste der drei Schichten bildmäßig diohroitisch so eingefärbt, daß
sie an den eingefärbten Stellen. beispielsweise nur den röten Spektralbierecah polarisiert,
also in Auslöschstellung gegen einen Analysator dort noch grünes und blaues Licht
durchläßt. In Parallelstellung mit dem Analysator sieht die Schicht auch an diesen
Stellen farblos oder nahezu farblos aus: Die zweite Schicht wird derart dichroitisch
eingefärbt, da.ß sie in Auslösohstellung an den eingefärbten Stellen grünes Licht
polarisiert, also blaues und rotes Licht durchläßt. Schließlich soll die dritte
Schicht den blauen Spektralbereioh polarisieren, diesen im gekreuzten: Zustand auslöschen
und somit rot und grün durchlassen. Die Dreierschicht ist hiernach also z. B. wie
folgt aufgebaut: Schicht r: polarisiert Rot, läßt in Auslöschstellung Grün und Blau
durch, Schicht 2: polarisiert Grün, läßt in Auslöschstellung Rot und Blau durch,
Schicht 3: polarisiert Blau, lä.ßt in Auslüschstellung Rot und Grün durch.
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Liegen die drei Schichten bei der Betrachtung, wie vorgesehen, übereinander,
so ergeben sie in Auslöschstellung Schwarz, in Parallelstellung sind sie dagegen
farblos oder nahezu farblos. Die praktische Durchführung des Verfahrens nach der
Erfindung soll an folgendem Beispiel für das eine Teilbild erläutert werden Das
Stereoteilbld soll von einem roten Gegenstand hergestellt werden. Zu diesem Zweck
wird z. B. nach dem bekannten Strahlenteilungsverfahren je ein dein drei Grundfarben
Rot, Grün, Blau entsprechender Teilfarb@enauszug hergestellt. Im vorliegenden vereinfachten
Beispiel entsteht somit lediglich .auf der rotempfindlichen Schicht ein Bild, während
die beiden, anderen Schichten unbelichtet bleiben. Bei der Aufnahme von Mischfarben
,erhalten auch sie Lichteindrücke. Der entstandene Rotauszug wird nun auf eine doppelbrechende
Folie, z. B. aus Polyvinylalkohol, die zuvor in bekannter Weise gedehnt und lichtempfindlich
gemacht wurde, kopiert und z. B. mit Kongorot dichroitisch eingefärbt. Die durch
das Belichten gegerbte, dem roten Bildentsprechende Stelle .nimmt die dichroitisohe
Färbung nicht -oder schlecht an, so daß sie keine lichtpolarisierende Wirkung ausüben
kann. Die grüne und blaue Schicht, die ebenfalls aus gedehnter Polyvinylalkoholfolie
bestehen können, .erhalten in vorliegenden Fall infolge Fehlens von Teilfarbenauszügen
keine Belichtung, werden also in ihrer gesamten Ausdehnung dichroitisch eingefärbt.
.dergestalt, daß die eine grünes, die andere blaues Licht polarisiert. Ordnet man.
nun, wie es das Verfahren vorsieht, die drei Schichten hintereinander .an, so, werden
von eingestrahltem weißem Licht alle spektralen Bezirke polarisiert, nur nicht an
der Stelle, an der auf die Rotschicht der Bildeindruck ,aufkopiert worden ist. Dort
findet, wie erwähnt, keine PoInrisation für rote Strahlen statt. Bringt man einen
Analysator in gekreuzter Stellung zur Schwingungsrichtung der Bildsubstanz in Wechselwirkung
mit der Schichtenkambination, so werden alle polarisierten Lichtanteile ausgelöscht,
d. h. das Bildfeld erscheint im vorliegenden Beispiel schwarz mit Ausnahme der Bildstelle,
die rotes nicht polarisiertes Licht hindürchtreten läßt, d. h. der rote Gegenstand
wird rot wiedergegeben.
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Die gleichen. Überlegungen geiten für das andere Teilbild mit dem
Unterschied, daß die Schwingungsrichtung der Bildsubstanz dort senkrecht zu der
des erstem Bildes gewählt werden muß. Die aus je einer Sehichtenkombinatian bestehenden
Teilbilder werden vorzugsweise hintereinander angeordnet und durch .eine Analysator'brille
betrachtet, die mit senkrecht zueinanderstehenden Analysatoren ausgerüstet ist.
An sich können die Teilbilder bei der Betrachtung ,auch nebeneinander liegen. Die
Schwingungsrichtung eines jeden Analysators muß parallel zur Schwingungsrichtung
der Bildsubstanz je eines Teilbildes liegen. Mit einer solchen Analysatorbrille
erblickt jedes Auge des Beobachters jeweils nur ein Teilbild, :nämlich das, dessen
Bildsubstanz eine Schwingungsrichtung besitzt, die senkrecht zu der des vorgeschalteten
Analysators liegt.
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Es ist grundsätzlich auch möglich, die Teilfarbenauszüge gleichzeitig
oder nacheinander von farbigen Vorlagen bzw. von farbigen Originalen auf eine Kombinationsschicht
aufzunehmen, bei .der die für
den Rotauszug bestimmte Schicht rotempfindlich,
die für den Grünauszug bestimmte grünempfindlich und die für den Blauauszug bestimmte
blauempfindlich sein müßßten.
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Nach der Erfindung können beliebige Farben erzielt werden:, auch Mischfarben.
Schwarz erhält man, wenn alle drei Teilschichten unbelichtet bleiben, also alle
dichroitisch eingefärbt werden; Gelb, wenn nur die blaue Schicht unbelichtet bleibt,
so daß in Verbindung mit dem Analysator der Blauanteil aus weißem Licht ausgefiltert
wird.
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Das Verfahren kann als Negativ- oder Positivverfahren angewendet werden.
Im ersteren Falle wird das aufkopierte Teilfarbenbild durch Auswaschen in ein Reliefbild
umgewandelt und dieses dichroitisch eingefärbt; im zweiten Fall nutzt man lediglich
die bei der Belichtung entstehende Gerbwirkung dahingehend aus, daß an den belichteten
und damit gegerbten Bildstellen eine schwache oder gar keine dichroitische Einfärbung
zustande kommt.
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An Stelle einer doppelbrechenden, dichroitisch einzufärbenden und
selbst lichtempfindlichen Schicht kann man auch Doppelschichten, bestehend aus einer
dichroitisch einzufärbende. doppelbrechenden Schicht und einer darüberliegenden
lichtempfindlichen Reservageschicht, verwenden.
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Man kann nach der Erfindung auch, wie schon angedeutet wurde, zwei
Schichten miteinander kombinieren, von denen die eine z. B. Rot, die andere z. B.
Blau unpolarisiert durchgehen läßt, und erhält dann in der Auslöschstellung Schwarz
bzw. Grau. Zweckmäßig ist es, wenn sich die Farbstoffe für diese dichroitischen
Einfärbungen auch in der Durchlaßstellung zu Grau subtrahieren. Mit einer solchen
Doppelschicht sind auch gewisse Farbkombinationen möglich. Um nach Art eines Zweifarbenverfahrens
mit einer derartigen Zweierschicht farbige Bilder machen zu können, muß die eine
Schicht Rot bis Gelbgrün, die andere Grünblau bis Blau polarisieren.
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Als diahroitisch einzufärbende Stoffe, insbesondere in Folienform,
eignen sich die bekannten gelartigen, z. B. durch Dehnen doppelbrechend werdenden
oder ihre Doppelbrechung vergrö.ßernde.n Stoffe, wie z. B. Folien auf der Grundlage
von Cellulosehydrat, Polyvinylalkohol usw. Als dichroitische Färbemittel geeignet
sind viele dem Fachmann bekannte Substanzen, z. B. substantive Farbstoffe, aber
auch Elemente, wie Jod usw.
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Das Verfahren ist grundsätzlich nicht auf farbige Stereobilder beschränkt,
es eignet sich auch zur Herstellung nichtstereoskopischer, mehrfarbiger Bilder.
Es setzt aber voraus, daß die Schichtkombinationen durch einen Analysator hindurch
betrachtet werden, der z. B. in Form einer Polarisationsfolie in entsprechender
Einstellung fest mit den Schichten als Abschluß auf der Beobachtungsseite liegend
verbunden sein kann.
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Die. Verwendung eines Analysators kann vermieden werden, wenn auch
das :ebene Farbbild aus zwei deckungsgleichen Teilen mit zueinander senkrechter
Schwingungsrichtung der Bildsubstanz aufgebaut wird. In diesem Fall wirken die Bildsubstanzen
gegenseitig selbst als Polarisator und Analysator.
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Dias erfin;dungsgeni,äße Verfahren läßt sich auch zum Herstellen von
Farbfiltern beliebiger Färbung verwenden, die in der Weise erhalten werden, daß
zwei gleiche Schichtenfolgen mit zueinander gekreuzter Lage der Schwingungsrichtungen
kombiniert werden. In diesem Falle braucht man dann auch keinen besonderen Analysator.